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wild

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RhWB
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38 in 22 Wb.
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Eintrag · Rheinisches Wb.

wild

Bd. 9, Sp. 511
wild das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk wil, seltener wilt, flekt. -lə; Mosfrk we·l. [NSaarbg, Trier, Bernk, Wittl, Bitb auch -ø-], flekt. -·l.ə; Rip, OBerg welt u. we·l. [Monsch-Kalterherberg Witzerath weiəlt, –ēə-], flekt. -·l.ə; NBerg in Lennep, Elbf, Barm weilt, flekt. we·i.l(d)ə; in Mettm, Sol, Düss we·i.l [Sol-Pattschd -ē:-], flekt. -lə; SNfrk welt, flekt. -·l.də, –·l.ə; Klevld welt, flekt. -ldə Adj.: 1. roh, unberührt von der menschl. Kultur. a. von Sachen. α. w. sind Dinge, die nicht ordnungsgemäss, nicht an rechter Stelle od. ungesetzl. erscheinen, z. B. en w. Für draussen, an unrechter Stelle, ohne besonderen Zweck; en w. Müll (Mühle) ohne Konzession; en w. Jag unvorschriftsmässige, unerlaubte Jagd; en w. Wirtschaf; ene w. Weg nicht öffentl. zugelassen; ene w. Pötz (Born) an unrechter Stelle, nicht geschützt (udgl.) Rip, Allg.; en w. Grub verbotenerweise angelegt, in der Bergmspr.; e w. Verkihr kein geordneter Hausstand; e w. V drive sittenlos leben Schleid-Hellenth; wenn de w.ə Uhr (zur ungewöhnlichen Zeit) schleiht, dann störf immes Mörs-Asbg. — Ungepflegt, wüst, z. B. ene w.ə Bart; w. Hoor; dat es do ene w.ə Krom; do lig alles w. (on wös) durchenēn; en dem sengen Garden wiəss (wächst) et w. d., steht alles w. d. (udgl.) Rip, Allg. — In der Wend.: Der Kopp en et Weld schloəh ohne viele Überlegung in wichtigen Angelegenheiten handeln; en et W. werke Aach; sich en et W. werpe aus Rand u. Band geraten Schleid-Hellenth; se woren em Wellen drüvver sehr aufgeregt Sieg; de flügt en et Weld wird wütend Monsch-Kalterherberg; op welle Wog tollkühn, unsicher wagen Kemp-Dülken. — β. vom Boden; w.ə Bodem (Grond) Ackererde unter der Humusdecke, nicht bearbeitet u. gedüngt; w.ən Dreck Gummb-Dieringhsn; w. Land unbebaut, driesch, Weideland Mosfrk; e w. Steck etwa ein Acker, Heideland, auf Bergen gelegen Mosfrk, Dür-Scherpenseel; dat Steck leit w. unbearbeitet Mosfrk; die Weld unbebautes Feld Trier-Fell Mehring, Bernk [Neumag -ē-], in FlN verbreiteter, lange liegendes Kleefeld, das gepflügt u. in das Hafer gesät wird Bitb-NWeis; an (in) dem Steck as noch Weld unzersetzte Pflanzenstoffe, Rasenstücke Bitb-Dudeld, Wittl-Osann; die Well (-ē-) wilde Erde, Verwitterung von Wiesen u. Kleefeldern, als Pflanzenerde beim Setzen von Weinreben benutzt uMos in May-Hatzenport Löf.Die w. Föls brauchbarer, spaltbarer Schieferfels Bernk-Veldenz; w. Gebirge Schiefer, Nebengestein im Eisenbergbau Siegld, Altk. — γ. de Käs es w. noch nicht reif Goar-Boppard; w.ə Koche Buchweizenpfannkuchen; w.ə Wupp (Wurscht) — Knödel; s. Wildkorn Prüm. — δ. fremdartig, ungewohnt, in der Verb. w. Hemd anschliessende, bis zu den Hüften reichende Frauenbluse aus blauem Nesselstoff mit aufgedruckten Mustern; die Frauen trugen ursprüngl. nur vom Hals bis zu den Füssen reichende Gewänder; als dann die Zweiteilung des Oberrocks in zwei selbständige Kleidungsstücke, Bluse u. Rock, aufkam, mag die von aussen gebrachte Bluse als fremdartig erschienen sein Siegld. — ε. üppig, fruchtbar gedeihend; dat Land, de Bam, de Planz es w. Zell-Briedel. — ζ. von Krankheitserscheinungen; w. Fleisch Wucherungen an Wunden Allg. [Wildwachs, sehniges Fl. Altk-Neiterschen, Bergh-Harff, Eup-Eynatten, Erk, Heinsb-Schierwaldenrath, Mörs-Rheinkamp Wallach, Klev-Üdem]; der w. Löper Saarbg-Wellen; w. Für roter, flechtenartiger Ausschlag im Gesicht, bes. in der Mundgegend, nach dem Genusse fetter Speisen; Rotlauf, meist bei Schweinen Allg.; als Linderungsmittel werden well Sei (Kellerasseln) eingegeben Birkf-Idar; w. F., gut f. soll w. F. verdreiwe! Segensspruch Saarbr-Sulzb (s. weiter bei Feuer); et Gespräch wor ätter (achter) et Därf wei e w. F. Merz-Britten. W.ə Wapp Gerstenkorn am Augenlid Saarbg-Besch Borg Fellerich Tawern Temmels; w. Wupp OLeuken, Trier-Konz; w.ə Wippchen Saarbg-Freudenbg Weiten (s. Wibbelnwapp, Wärtl-, Wierlenwapp). — η. von Pflanzen, Früchten, im Gegensatz zu Kulturpflanzen; en w. Blom; die wieəss he w. Rip, Allg.; im bes. w.ə Appel-, Birrebom, meist Holzappelbom (usf.) Rip, Allg.; w. Weck nicht angepflanzte Wicke Allg.; Heckenwinde, Vicia sepium Koch, Aden; w.ə Kliə kriechender Klee, Steinklee, Trifolium repens Rip, Nfrk, Bitb-Wolsf; w. Häs'chen Trifolium arvense uNahe; w.ə Buckend (Buchweizen) Fagopyrum tataricum Geld; w.ə Palm Immergrün, Vinca minor MGladb-Neersbr; Ligustrum vulg. Kref-Willich; Preiselbeerenstrauch, Vaccinium vitis idaea uNahe, Zell-Sohren, Prüm-Burb, Sieg-Eitorf; w. Brehnesseln Taubnessel, Lanium album Prüm, Merz-Nunk; w. Sälf Waldsalbei, Teucrium scorodonia Sol, uWupp, Merz-Nunk; w.ə Kamillen Matricaria inodora Allg.; w. Andiwig Wegwarte, Cichorium intybus Zell-Briedel, Ahrw-Sinzig, Bergh-Esch; w. Bohnenkreitchen Thymus serpyllum; w.ər Hanf Galeopsis ochroleuca Merz-Nunk; w. Mell (Melde) Atriplex patulum Sieg-Holzlar, Bo-Küdinghv, Gummb-Berghsn, Siegld-UWilden; w.ə Duwak (Tabak) Huflattich, Tussilago farfara; w.ər Huflattich Pestwurz, Petasites Merz-Biel; w.ə Rhabarber dass. Monsch, Heinsb, Elbf; w.ə Mönte Mentha silvestris Geld; w.ə Wesch Ackerminze, Mentha arvensis Saarbg-Wellen Winchering; w.ə Balsam dass. Siegld-Weidenau Allenb; w. Balschert dass. UWilden; w.ər Huländer Sambucus racemosa Merz-Nunk; w. Lann (Linde) Sperbaum Bitb-Betting; w. Eisch (Esche) Eberesche Sieg-Fussh; w.ə Fliere gemeiner Schneeball, Viburnum Geld; w. Schneeballen dass. Gummb; w. Muhrenkrut w. Möhre, Daucus carota Gummb-Wegeschd, Neuw-Heimb-Weis; w. Nägelcher Wiesenschaumkraut, Cardamine prat. Gummb-Berghsn; w. Fletten (Nelken) Quecken, Triticum repens Erk-Elmpt, Geld-Hinsbeck; w. Säumelke dass. Schleid-Wildenbg; w. Destel Wolfsmilch, Euphorbia Sieg-Honnef; w. (Heide) Heidekraut, Erica Altk-Hellert Betzd, Siegld-Neunk NSchelden; w.ə Wing (Win) Waldrebe, Clematis vitalba, u. Parthenocissus quinquefolia Verbr.; w. Rewen dass. Nahe, Ottw, Saarbg, Trier, Simm, Goar; w.ə Weire ampferblättriger Knöterich, Polygonum lapathifolium Kreuzn, Wend, Bitb-Wolsf, Zell, Raversbeuren, Koch-Bertrich, Aden, Geld-Hinsbeck, Mörs-Pelden, Duisb-Serm; w.ə Bucket (Buchweizen) dass. Kref-Willich; w. Fraənhor Weidenrös'chen, Epilobium Saarbg-Beurig; w. Fleschkröckche (-kräutchen) Mauerpfeffer, Sedum acre Sieg-Ägid; w. Wüschkr. Bo-Walbergb; w. Wing (Winde) Convolvulus sepium Kref-Willich; w. Rus Heckenrose, Rosa canina Allg.; w. Sössholz gemeiner Tüpfelfarn, Polypodium vulg. uWupp; w. Viul Viola tricolor arvensis Kref-Willich; w.ə Röbbsoəm Hederich Aach; w. Schlat (Salat) Giersch, Aegopodium podagraria Gummb-Rebbelr; w. Muhre Stoppelrübe Koch-Faid; w.ə Wortelesoət Wasserfenchel, Oenanthe aquatica Geld-Schravelen; w. Äppel Holzäpfel Allg.; w. Kiərschen Vogel-, Ebereschenkirschen Verbr.; Tollkirschen Bitb-Fliessem, Prüm-Duppach, Rees-Bislich; w. Kasteie (s. S.) Rosskastanien Allg.; w. Drauwe Waldrebe Saarl-Beaumarais Hülzw, Sieg-Lichtenbg, Geilk-Randerath, Klev-Niel; w.ə Honnig dass. Sieg-Eudenb; w.ən Hunig Harzfluss an Kirsch- u. Pflaumenbäumen Bitb-Kyllbgw; w. Rēssling Rebsorte Wittl-Cröv; w. Bunne Wollbohnen, Phaseolus multiflor. Neuw-Dierd Engers, Siegld, Prüm-Burb, Birkf-Schwarzenbg, Jül-Stdt; blaue W.ə Kartoffelsorte Klev-Üdem. — b. von Tieren wild lebend, im Gegens. zu den zahmen, im Hause gehaltenen Tieren; w. Kning (Kanin); w. Duf; man weiss, dass es früher w. Perd gab; en we. Katz, ene w.ə Hond verwildert, draussen umherströmernd u. Wild reissend; en Afrika git et vill w.ə Dier Rip, Allg.; e Kerl wie e w. Deer Trier; Honger han wie e w. Dier Altk-Bachenbg. — Im bes. w. Schwein wie nhd. Rhfrk, Mosfrk (sonst w. Sau); übertr. Keller-, Mauerassel Saarbr-Heusw, Merz-Becking Steinbg Saarhölzb Wadern, Saarbg-Borg Stdt, Trier-Schilling Thomm, Koch-Bertrich, Daun-NWinkel Üdersd, Bitb-Waxbrunnen Wiesd, Malm-Ligneuville Wirtzf; Hausgrille Prüm-Weinsh Waxw (s. Reime bei Schwein); w. Sau weibl. Wildschwein schlechthin sonst; er purrt lo erim wie e w. Sau er ist hastig u. unachtsam Simm-Laub; de w.ə Söj mache duərch det Korn wenn die Kornfelder im Winde wogen Siegld (s. weiter bei Sau); w. Sau spillen das Sauspiel (s. d.) MülhRh-Overath, Aach-Eschw; übertr. Keller-, Mauerassel Birkf-Idar, Wend, Saarbr, Simm-Kirchbg, May, Aden, Ahrw, Schleid, Eusk, Rhein-Bo, Bergh-Blatzh, Siegld-Würgend; w.ə Watz Wildschwein Merz, Trier, Koch-Kaisersesch; w. Ferke dass. Monsch, Aach, Eup, NLRip, Wermelsk; übertr. Keller-, Mauerassel Monsch, Aach, Eup, Jül, Bergh, SNfrk; w. Ferkel Frischling Bitb; w. Pogg Kellerassel Geld-Nieukerk; w.ə Wutze Pl. Herbstzeitlose Kobl-Lay; w.ə, w.ə Wutzche will em Lare (Laden) for e Penning Zucker han; for e P. kriet mer nicks; w.ə, w.ə W. ärgert sich usf. Nahe; w.ə Wippche Siebenpunkt Meis-Staudernh; w.ə Bibche dass. Kirschr; w. Kuhw Hirschkäfer Klev; einem Kinde de w. Kih weisen es am Kopf in die Höhe heben Wend-NAlben; w. Gans (s. S.) Graugans Allg.; w. Eng Stockente Heinsb, Allg.; w. Bei Erdhummel Ottw, Merz; w. Vespel Wespe Jül-Rurd, Erk-Lövenich; w. Vesper, W- Geilk-Prummern, Erk-Rurich; w.ə Wuckert Hornisse Goar-Halsenb; w. Fleg Pferdebremse Heinsb-Millich, Rheydt; w.ən Schneider Salamander Merz-Erbring Merching Saarfels, Daun-Udler; w.ən Margolf Elster Malm-Weiwertz. — Der w.ə Schlag Naturgesang der Vögel; der w. Schl. schloəh übertr. ungeregelt, ungeordnet sein Aach, Eup; dat Flesch schmack w. hat Wildgeschmack Rip, Allg. — c. von Personen: unzivilisiert; en Afrika wannen (wohnen) de W.ən; die w.ə Zigeunersch; der es ene halve W.ə; du sühs us wie ne W.ə; lofe (udgl.) wie ne W.ə Rip, Allg.; hurrah wie de W.ə! Ausr. des Jubels Köln-Stdt; dat Dörp der W.ə Neckn. für Dür-Thum; de W.ə reisse sich herausputzen Kreuzn. — W.ə Mann Vogelscheuche auf dem Felde Dür-Abenden; dat geht zum w.ə M. nimmt ein schlimmes Ende Prüm-Ihren. De w.ə Jäger es am jage bei stürmischem Wetter Verbr.; de es wie der w.ə J. von einem übermütigen Menschen Siegld-Weidenau (s. weiter bei Jäger). Dat es für de w. Frau man muss einige Ähren liegen, einiges Obst hängenlassen Trier-Schleidw, Bitb-Auw; Willfrauloch Höhlenname Meis-Schweinschd; Wöllfragrond, –fralei in Luxembg; auch sonst in FlN hier u. da vorkommend; die wille Westercher Zwerge, Heinzelmännchen Neuw-Dernb. W.ə Wiwer geisterhafte Frauen, noch erhalten in FlN etwa Siegld-Trupb u. in Nassau. Der w.ə Fremde Wildfremder; do es mer der w.ə Fr. lewer wie de ägene Siegld-Netphet. — Übertr. en Weile, Pl. -lən verächtl. Arbeiter an Schneidewaren, vornehml. Schleifer, deren Vorfahren nicht aus der bodenständigen Industrie stammen, bes. wenn diese Arbeiter keinen einheimischen Dialekt sprechen (veralt.); die Handwerker, die sich rühmten, von Schleifergeblüt zu sein, sahen mit Verachtung auf die W. herab; der unprivilegierte Kaufmann, der nicht aus dem Handwerk hervorgegangen war, sondern die Berechtigung zum Handel mit Messerwaren gegen Zahlung einer Geldsumme erworben hatte (mit der Einschränkung, selbst nie Stahlwaren herzustellen). Eine schlechtere Qualität der Vogelzungen- u. Bastertfeilen Sol-Stdt. Im Konkurrenzkampf des 19. Jh. s. (um 1848) wurden die Remscheider von den Solingern so benannt ebd. — 2. vom Benehmen, Gemütsäusserungen, Charaktereigenschaften lebender Wesen. a. bösartig, wütend, zornig; do hat ühr ävver ene w.ə Hond; en w. Katz die sich nicht streicheln lässt; dodrüvver es e w. wuərde; he es fuchsdeuvelsw. wuərde; he es w. op den; mach mech net w.; ech werde at w., wann ech dervan hüre; he schlog (wie) w. öm sech, droplos; se fele (wie) w. drüvverher (udgl. V); den W.ə (w.ə Mann) mache (markiere) tobsüchtig sein Rip, Allg.; den ös so w. as enne Oss (Foss) Mörs. Raus, r. met den w.ə Katzen, die vir lecken un henne kratzen! beim Ausziehen der Kinder Bernk-Wehlen. — Auch von Sachen: der Most kocht dis Johr emol w. gärt stark Mos; w. schleht de Bach an et Over (udgl.) Rip, Allg. Et es alles w., sät Hongs Kohn, du jeng em sine beste Fex (Spitz) lopen Kemp, Geld. — b. w. of äne sein rasend in einen verliebt sein; auch der es (wie) w. of et Karte, de Arwet erpicht Goar, Allg.; ene w.ə Wolf Arbeitstier Ahrw. — c. mutwillig, ausgelassen (spielend, tobend), übermütig, von Kindern u. jungen Burschen, Mädchen; de Känner sin esu w., mer kann sing ege Wort nit verstohn Neuw-Asb, Allg.; et as denen w. sie jauchzen vor Übermut Saarbg-Portz; ene w.ə Jong (udgl.), en w. Hex (Priə, Kamisol, Kanallje, Kartusch, Karuss, Katz) w. Mädchen (s. d. W.); en w. Steck Kobl-Rhens; en w. Stöck Flesch Altk-Bachenbg, Prüm-NHersd; ene w. Hecht wüster Bursche Aden-Quiddelb; e w. Ferke Rip. RA.: Esu, w wie ne Bock Schleid-Holzh, — e Perd, en Hengst, en Füllen Allg., — en Hommel Heinsb, — en Humbatz MGladb, — junge Wein Trier-Mehring. De Jugend es w., sat de Frau, do fel er et Kengk aus de Kip MGladb. De Wilde gount fliege on de Tahme lote sich kriege von jungen Mädchen Kemp-SPeter. — d. wüst, roh; e W.ər ein Wüstling Allg. So w. äs en Russ Meiderich. — e. dau ges (wirst) ze w. zu wohl, zu üppig Zell-Briedel. — f. he kallt w., mäckt w. spricht irr Geld.
13080 Zeichen · 385 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 9.–12. Jh.
    Altsächsisch
    wildst. N. (a)

    Köbler Anfrk. Wörterbuch

    wild , st. N. (a) nhd. „Wild“, wildes Tier ne. beast ÜG.: lat. animal LW Hw.: vgl. ahd. wild Q.: LW (1100) E.: germ. *wi…

  2. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    wildst. N. (a)

    Köbler Ahd. Wörterbuch

    wild , st. N. (a) nhd. Tier, Wild, wildes Tier ne. wildlife ÜG.: lat. bestia T, fera Gl, (hinnulus) Gl Vw.: s. swarz- Hw…

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    wildAdj.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    wild , Adj. Vw.: s. wilde (1)

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Wild

    Adelung (1793–1801) · +10 Parallelbelege

    Das Wild , des -s, plur. car. das vorige Wort als ein Substantivum gebraucht. 1. Wilde jagdbare Thiere und Geflügel, als…

  5. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    wild

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    wild [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  6. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Wild

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +3 Parallelbelege

    Wild , alle jagdbaren Säugethiere u. Vögel; W. bann , das Jagdrecht, die Jagdverordnungen; W. diebstahlan dem in natürli…

  7. modern
    Dialekt
    wild

    Elsässisches Wb. · +14 Parallelbelege

    wild [wìlt u. welt S. O. Bf. Str. W.; weil M. ; wéil Geisp. ; wél K. Z. ] Adj. wild, unbändig, zornig. Mache n wie w. al…

  8. Spezial
    wild

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +2 Parallelbelege

    wild adj. 1 (von Tieren) salvare (-ri, -ria) 2 (von Pflanzen) mat (mac, mata) 3 (unzivilisiert) salvare (-ri, -ria) 4 (w…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit wild

1.312 Bildungen · 1.243 Erstglied · 54 Zweitglied · 15 Ableitungen

wild‑ als Erstglied (30 von 1.243)

Wildacker

SHW

Wild-acker Band 6, Spalte 549-550

Wildbacher

SHW

Wild-bacher Band 6, Spalte 549-550

Wildbann

SHW

Wild-bann Band 6, Spalte 549-550

Wildbau

SHW

Wild-bau Band 6, Spalte 549-550

Wildberg

SHW

Wild-berg Band 6, Spalte 549-550

wildblau

SHW

wild-blau Band 6, Spalte 549-550

Wildbret

SHW

Wild-bret Band 6, Spalte 551-552

wildbreten

SHW

wild-breten Band 6, Spalte 551-552

Wilddieb

SHW

Wild-dieb Band 6, Spalte 551-552

wilddieben

SHW

wild-dieben Band 6, Spalte 551-552

Wildeber

SHW

Wild-eber Band 6, Spalte 551-552

Wildente

SHW

Wild-ente Band 6, Spalte 551-552

Wilderde

SHW

Wild-erde Band 6, Spalte 551-552

Wildfang

SHW

Wild-fang Band 6, Spalte 551-552

Wildfeuer

SHW

Wild-feuer Band 6, Spalte 551-552

Wildfraß

SHW

Wild-fraß Band 6, Spalte 551-552

wildfremd

SHW

wild-fremd Band 6, Spalte 551-552

Wildgans

SHW

Wild-gans Band 6, Spalte 551-552

Wildgarten

SHW

Wild-garten Band 6, Spalte 551-552

Wildgraben

SHW

Wild-graben Band 6, Spalte 551-552

Wildhag

SHW

Wild-hag Band 6, Spalte 551-552

Wildhube

SHW

Wild-hube Band 6, Spalte 551-552

Wildkatze

SHW

Wild-katze Band 6, Spalte 551-552

wild als Zweitglied (30 von 54)

Freiwild

RDWB1

Freiwild n Böll wurde von Springer-Blättern zum Freiwild erklärt. - Шпрингеровская пресса объявила охоту на Бёлля.

Rotwild

RDWB1

Rotwild n (Lakune) олень оленятина

Schwarzwild

RDWB1

Schwarzwild n (Lakune) кабаны

Bërgwild

Idiotikon

Bërgwild Band 15, Spalte 1537 Bërgwild 15,1537

chatzfuchswild

Idiotikon

chatzfuchswild Band 15, Spalte 1521 chatzfuchswild 15,1521

chrǖztǖfelwild

Idiotikon

chrǖztǖfelwild Band 15, Spalte 1521 chrǖztǖfelwild 15,1521

Dāmwild

Idiotikon

Dāmwild Band 15, Spalte 1537 Dāmwild 15,1537

fuchsteufelswild

DWB

fuchs·teufelswild

fuchsteufelswild , adj. so aufgebracht, als wenn man ganz des teufels wäre, im höchsten grade aufgebracht: da wurd dir nun das männchen fuch…

fuchstǖfel(s)wild

Idiotikon

fuchstǖfel(s)wild Band 15, Spalte 1521 fuchstǖfel(s)wild 15,1521

fuchswild

DWB

fuchs·wild

fuchswild , adj. über die maszen aufgebracht, bis zum auszersichsein aufgebracht. von Adelung und Campe noch nicht aufgenommen, aber bei Sch…

furibundwild

Idiotikon

furibundwild Band 15, Spalte 1521 furibundwild 15,1521

Fëdergewild

Idiotikon

Fëdergewild Band 15, Spalte 1539 Fëdergewild 15,1539

Fëderwild

Idiotikon

Fëderwild Band 15, Spalte 1536 Fëderwild 15,1536

fǖrtǖfel(s)wild

Idiotikon

fǖrtǖfel(s)wild Band 15, Spalte 1521 fǖrtǖfel(s)wild 15,1521

gewild

DWB

gewild , gewilde II , verstärkte form zu wild (wildpret). 1 1) abgrenzung, formen. 1@a a) von gewilde I sind die hierher gehörigen verwendun…

gibeliwild

Idiotikon

gibeliwild Band 15, Spalte 1521 gibeliwild 15,1521

granāteⁿwild

Idiotikon

granāteⁿwild Band 15, Spalte 1521 granāteⁿwild 15,1521

haseⁿwild

Idiotikon

haseⁿwild Band 15, Spalte 1521 haseⁿwild 15,1521

Hirze(n)gewild

Idiotikon

Hirze(n)gewild Band 15, Spalte 1540 Hirze(n)gewild 15,1540

hochgewild

DWB

hoch·gewild

hochgewild , n. wild das zur hohen jagd ( sp. 1603) gehört; bei Maaler 227 a hochgwild, bergwild, ferae montanae: das herr Wilhelm Werner ..…

hochwild

DWB

hoch·wild

hochwild , n. wild was zur hohen jagd ( sp. 1603) gehört: lief voraus, gleichsam als vortrab, abenteuerliches hochwild, hirsch und säue, rud…

Ableitungen von wild (15 von 15)

entwilde

BMZ

entwilde swv. entfremde, treibe von mir, entferne. daʒ uns der bôsen bilde mit werken gar entwilde Pass. K. 191,92. — ob du mir sô grôʒe nôt…

entwilden

DWB

entwilden , was das folgende.

erwilde

BMZ

erwilde swv. werde wild. der valke was erwildet Hadam. 177. der sin ist mir erwildet Helbl. 7,260. dîn antlitze ist erwildet der forme unt d…

erwilden

DWB

erwilden , efferari, ferocire, silvescere, ags. âvildan, mhd. erwilden, würde goth. usvilþjan gelautet haben. mhd. sîn wîn ist âne süeʒe, er…

erwildung

DWB

erwildung , f. feritas, asperitas: das alsbald daraus ein greuliche verwirrung, scheuchen, abweichen und erwildung der frewdigen pferde ents…

gewild

DWB

gewild , gewilde II , verstärkte form zu wild (wildpret). 1 1) abgrenzung, formen. 1@a a) von gewilde I sind die hierher gehörigen verwendun…

gewilde

DWB

gewild , gewilde , substantivbildung , die in zwei hauptrichtungen des gebrauches belegt ist. beide gebrauchsformen tauchen spät in der mitt…

gewilden

DWB

gewilden , verb. , nur einmal belegt, in abgeleiteter ( causativer ) bedeutung, die an sich schon aus dem gegensatze zu heimisch machen, ein…

unwild

DWB

unwild , adj. adv. , gs. zu wild. mnl. onwilt: sehet jene wilden stämme an, wie unwilde sie unter sich leben! Herder 13, 321 S. zu Herder s …

unwilden

Lexer

un-wilden swv. diu minne kan wilden und unwilden, entfremden u. vertraut machen j.Tit. 703.

urwild

DWB

-wild (ur- C 4 a) Rosegger II 9, 238.

verwilde

BMZ

verwilde swv. 1. mache wild, fremd, entfremde. die leider ûch verwilden Pass. K. 670,66. daʒ wir daʒ volk verwilden von gotes gebote das. 21…

Verwilden

Campe

Verwilden , v. ntr . mit sein u. rec . wild werden, sowol von Menschen und zahmen Thieren, als auch vom Lande  Die aus der Gesellschaft aus…

verwildung

DWB

verwildung , f. , ziemlich selten: Kramer 2 (1702) 1349 ; wolt ihr eine gäntzliche barbarey und verwildung verursachen? Dannhawer catechismu…

wilde

DWB

wilde , f. , substantivierung von wild adj., wildes weib, wilde stute, weib eines wilden ( ahd. wilda, unbelegt ); 1 1) ein wildes, d. h. bö…