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stolzen

mhd. bis Dial. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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10 in 6 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

stolzen verb.

Bd. 19, Sp. 285
stolzen, verb. , zu stolz, adj., für das heute noch gebräuchliche, in höfischer sphäre gebildete stolzieren (s. unten); schon mhd. 11) stolz sein, werden; sich stolz betragen: wie die schrift ausweist, was stoltzest dann du erd und aschen (d. h. du stück vergänglichkeit)? Berthold von Chiemsee tewtsche theologey 201; welchem gut, ehre und allerley gluck nach seym synne zu schlecht, der kan nicht aufhören zu prassen, zu trotzen, zu stoltzen, zu toben, bis unglück kome und were yhm Luther 19, 372 Weim.; jglicher des marckts braucht nach seinem mutwillen, trotzet und stoltzet dazu 4, 403a; dyse sig gaben jm ein hertz, das er stoltzt, und hochtrabend mit höres kraft wider die christen für Hierusalem rucket S. Franck chronica 185b; dô sich ir (der Sigune) brüstel dræten unde ir reit val hâr begunde brûnen, dô huop sich in ir herzen hôchgemüete: si begunde stolzen unde lôsen, und tet daʒ doch mit wîplîcher güete Wolfram Titurel 36, 4. 1@aa) besonders der mut stolzt (vgl. unten stolzmütig, adj., und oben stolz, adj., 8 a, um hier ein lieblingsfeld in der sphäre des stolzes so zu erhellen): als nun den abzug die Orphani ... vernamen stoltzet jnen erst der muot S. Franck chronica 202b; Pipinus war grosz und gewaltig. darumb stoltzet jhm der muot Stumpf Schwytzerchronik 224b (s. auch 157b); sîn muot begunde im stolzen, gein prîse truoc er stæten muot Wolfram Willehalm 296, 4; man füert mich in ain kämerlein so gar an als belangen, mir stolzt der muet von rechter gier und gruenet als ain pam Oswald v. Wolkenstein 269, 53 Schatz; vil plick er zu den prüstlen tuot, damit so stoltzet im der muot Hätzlerin liederbuch 307; weil aber stoltzet ir der muth, nach einem mann umbsehen thut H. Sachs 17, 301 Keller-Götze; eine steigerung bedeutet: reichstet die schickten gelt und guot, vil schlangen und karthaunen; es stolzet in ir hoher muoth Liliencron histor. volksl. 4, 366, 24 (auf den schmalkaldischen krieg); wohl abschwächend: kein kurtzweil würd von mir betracht, all mein freud hie auf erden, wer, das ich sesz und bücher lesz, davon mir stoltzt mein mütlin tricinia (Wittenb. 1542) 57. im spott über den bauernstolz wird der bauch ergänzend ihm zugesellt: dem pauern stoltzt der pauch und muot, so man jn seer halten thuot (d. h. ihn nicht fortläszt) Schmelzl comedia des verlornen sons (1545) 8a (s. auch 6a). vgl. dazu die gelben ruben gut, der haben sie vil gefressen, — darvon stolzt euch der mut! Liliencron hist. volksl. 2, 515, 12 (auf den landshuter krieg 1504). 1@bb) stolzen wider einen (vgl.stolz, adj., 9 a) sich stolz gegen ihn gebärden u. s. w.: sie (die gottlosen) stoltzen wider got S. Franck beschreib. der Turckey N 1a. 1@cc) in der neueren sprache hat sich das wort nur ganz vereinzelt erhalten (s. auch unter 2 und 3): ein stolzender, prangender chor vielfarbiger schönen (gemeint sind blumen) Eschenburg beispielsammlung 1, 302. 1@dd) substantivisch: wo mans wil mit eitel prangen, pochen, stoltzen, trotzen ausrichten Luther 31, 1, 224 Weim. 22) stolzen auf einem, stolz darauf stehen, sich hinstellen (in ganz sinnlicher bedeutung:) drum stolzt die Wartburg auf dem hohen berge, damit es beherrschen kann mit eiserner strenge das flache land Meisl theatral. quodlibet 1, 204 und offenbar auch zur erläuterung des folgenden gebrauchs heranzuziehen: denn was ist doch alles, worauf die hoffart stolzet, als nur ein leerer erdrauch, welcher einen augenblick in die augen beiszet, aber gleich darauf ... verschwindet Lindenborn der die welt beleuchtende Diogenes 1, 175, eigentlich doch 'sich mit geschwellter brust darauf stellen'. — andern sinn hat mhd. ûfstolzen, verb. (Passional 397, 31 Köpke) und noch bei Stieler aufstolzen ad intolerabilem superbiam inflari, vultum sustollere 2178, wo aber begriffliche ähnlichkeiten wie aufblähen u. a. als wirksam mit in anschlag zu bringen sind, wie das gegentheil ausstolzen spiritus deponere, animum comprimere, inflectere, contrahere, demittere, in humilitatem se committere (ebenda) darthut. 33) 'stolz einhergehen' in daherstolzen: er nimpt nicht allein mein heimliche gestolene brieffe an, die yhm nicht gepüren zu haben, welches ich noch leiden künde, sondern poltert und stoltzet daher und foddert sie von mir selbs Luther 30, 2, 31 Weim.; Nikolas, der mit seinem selbstgemachten schirme daherstolzte Campe; (bildlich) die hoffnung stolzt dahin und fällt Benzel-Sternau ebenda.mhd. auch einfach: der lewe began zu stolzene in sîner kundeclîchen art passional 512, 3 Köpke. 44) stolz reden, sprechen, besonders mit fremdthuender zurückhaltung, und wieder entwickelt zu stolzen balbutire Diefenbach gloss. 66b (vocab. v. 1472; gemma gemmarum v. 1513) und so auch in der spielform stolzgen (s. unten). 55) in transit. verwendung nur in der zusammensetzung verstolzen einen stolz machen (s. th. 12, 1 sp. 1765) und seinem gegenstück entstolzen frangere animum hominis superbi Stieler 2178 (s. th. 3 sp. 636); doch ndl. auch einfaches stouten, verb., in diesem bedeutungskreise erhalten: dat desen woesten balling nyemant en huyse noch en hove noch en mael noch en stout noch en sterke quelle bei Verwijs-Verdam 4, 2248.
5184 Zeichen · 73 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    stolzenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +5 Parallelbelege

    stolzen swv. BMZ stolz sein od. werden, pompare Dfg. 446 c . Tit. 36,4. si begunde lachlich st. j.Tit. 660. mit dat. d. …

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Stolzenv., intrs, ntr

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    ✱ Stolzen , v. intrs . 1) Ursprünglich und als ntr ., hervorragen. Dann, hüpfen, springen. »Mir stolzet und heret sin li…

  3. modern
    Dialekt
    stolzen

    Rheinisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    stolzen -oultən Sol 1870 schw.: stolzieren (s. d.). — Abl.: die Stoulterei, dat Gestoulte.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit stolzen

11 Bildungen · 6 Erstglied · 2 Zweitglied · 3 Ableitungen

Zerlegung von stolzen 2 Komponenten

stol+zen

stolzen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

stolzen‑ als Erstglied (6 von 6)

Stolzenberg

SHW

Stolzen-berg Band 5, Spalte 1459-1460

stolzenau

DWB

stolze·nau

stolzenau ( fem. ) als ortsname ( so im hannoverschen ) ein locat. ' auf der schönen au ( insel, s. aue th. 1 sp. 601)', entsprechend stolz,…

Stolzenberg

PfWB

stolzen·berg

Stolzen-berg ON : Wüstungs- und Hofname bei RO-Bayf/Steckw; a. 1837: Hof Stolzenberg [ Christmann SN II 518]. Neckname für die Bewohner des …

Stolzenfels

Herder

stolzen·fels

Stolzenfels , Bergschloß am Rhein 3 / 4 M. oberhalb Koblenz, im mittelalterlichen Style von dem jetzigen König von Preußen wieder aufgebaut.

Stolzenhagen

Meyers

stolzen·hagen

Stolzenhagen , Dorf im preuß. Regbez. Stettin, Kreis Randow, unweit der Oder, an der Staatsbahnlinie Kallies-Wulkow, hat eine evang. Kirche,…

stolzen als Zweitglied (2 von 2)

ūfstolzen

KöblerMhd

ūfstolzen , sw. V. nhd. sich stolz erheben, stolz werden, stattlich werden Hw.: s. ūfstolzieren Q.: Parz (1200-1210), PassI/II, PassIII E.: …

Ableitungen von stolzen (3 von 3)

entstolzen

DWB

entstolzen , frangere animum superbi. Stieler 2178 .

erstolzen

DWB

erstolzen , superbire: der han erstolzt bei im selber. Keisersberg gunkel 13 ; also erstolzte auch Niobe ob so unmäszigen ehren. Niobe, Münc…

verstolzen

DWB

verstolzen , verb. , denominativbildung zu dem adj. stolz ( s. d. ). 1) stolz machen oder werden Campe ; insolentem facere Stieler 2178 ; in…