unrecht,
n. ,
gth. des subst. recht;
ahd., mhd. unreht;
ags. unriht,
mengl. unright;
as. unreht,
mnd. unrecht;
afries. unriucht;
mnl. nl. onrecht.
dän. uret,
schwed. orätt.
vgl.das unrechte (unrecht,
adj. 8), ungerechtigkeit, ungerecht, -gericht,
n., und von synonymen bes. unbild, -fug, -glimpf.
plur. (Graff 2, 408; Bosworth-Toller 1125
a; Lexer 2, 1925; Fischer
schwäb. wb. 6, 209; von der bösen unrechten wegen, so er getriben hett U. v. Richental
chron. d. Constanzer concils 114;
die unrecht, die er verpracht Arigo 20, 27
K.; miszverständnisse und scheinbare unrechte Chamisso
bei Sanders 2, 680
b)
unüblich. auf sinnliche grundvorstellung, die in der übertragenen normativen und rechtlichen bed. untergegangen ist, weist onrecht,
plur. -er,
die fitze, womit die strähne (
garn oder zwirn)
zusammengebunden sind Gangler 318;
lux. wb. (1906) 319.
vgl. ml. tortum >
frz. tort. AA.
reste subjectiver bedeutung (
s.recht I);
i. a. veraltet. A@11)
rechtlosigkeit mnl. wb. 5, 876, 4. A@22)
wenn es auch unberechtigung, unbefugnis bedeuten kann (vielleicht hatte er u., die frauen ... für so schwach zu halten Göthe 22, 268, 20
W.; er hatte u., hier verfügen zu wollen),
liegt doch übergang zu B (C)
vor. A@33)
am häufigsten streift u.
in zusammenstellung mit recht
an subj. bed.: es were dieser brauch ein ärgerlicher miszbrauch, diese gewonheit eine gewogenheit alles ubels, dieses recht ein u. Abele
gerichtsh. 152;
jus nonusu antiquatum Haltaus 1951; geburtsrecht zu der unsterblichkeit ist unrecht bey der nachwelt Klopstock
oden 2, 27, 26; erst in S. trat jener wieder hervor, sein theuer bezahltes u. geltend zu machen Holtei
erz. schr. 3, 116. L. Ascher
das erbunrecht
Leoben 1911. A@44)
geldsumme als leistung und abgabe, schuld, geldbusze für geringere vergehen, strafgeld; vgl. unpflicht,
frevel und unten C 2 b;
mnd. wb. 5, 71
a, 2;
mnl. wb. 5, 875, 2; Lexer 2, 1925; Schmeller 2, 27.
vgl.recht I 1 c:
Nürnb. polizeiordnungen 186
B.; so ist er verfallen ain u. als drei kreizer (1645)
tirol. weist. 1, 239, 23; Egger
glossar 939
a.
s. d. rechtswb. A@55)
frauenunrecht, die unregelmäszige weibliche periode Schmeller 2, 27; Höfler 500
a.
vgl.recht I 2
f. BB. recht II
entsprechend. übergang zu C
liegt oft nahe. B@11)
iniquitas. B@1@aa)
im sinne kirchlicher sittlichkeit: Trebnitzer psalm. 31, 5; domit er nit widerumb falle aus gerechtikait in unrecht B. v. Chiemsee 312; die sünde ist
das u. 1.
Joh. 3, 4; Paul Gerhardt
bei Fischer-Tümpel 3, 431
a; Stoppe
Parn. 275; darumb übet er u. und untugend Arndt
Th. a Kempis 61; das u. dieser welt Logau
bei Fischer-Tümpel 1, 353; auf das unrecht da folgt das übel Schiller 12, 35 (
Wallensteins lager 8); G. Keller 1, 48.
peccare synden, u. thun
gemma (1508) 3
b; pin ichs, der u. wirt tuen?
Tirol. passionsspiele 31
Wackernell; alles u. thon, das gott ye verbotten hat Montanus 16; was dieser geitzwanst tag und nacht mit unrecht hat zusam gebracht Ringwaldt
lauter warheit 37;
vgl.b. unrechtsbahn Paul Gerhardt 278, -zeichen Günther 847. B@1@bb)
allgemein (
s. dazu auch recht III 1 d)
und abgegeschwächt. α)
syn.: in der welt ist fast ydel avermod, frevel, trotz, gewalt und u. Husemann
spruchsammlung 145
Weinkauff; schuld und u. G. Keller 1, 212; verdorbenheit, fehler, u., laster und verderben H. Grimm
Michelangelo 1, 4.
β)
insbes. unbill, beeinträchtigung, beschädigung, beleidigung, böses u. dgl.: das u. wird allein durch feur und schwert gerochen Lohenstein
Arm. 1, 4; ein kleines, geringes u.,
ein bienenstich Weisze
lieder f. kinder 46;
treulosigkeit Schiller 15
1, 20;
leid Herder 11, 313;
unbilligkeit, undankbarkeit: sich des unrechts der vergessenheit freuen 16, 47.
γ)
verbale verbindungen: das ist recht, disz u. Agricola
sprichw. 122
b; es giebt kein andres unrecht als den widerspruch Schiller 12, 234 (
Wallensteins tod 1, 7); doch bleibts mein u., dasz ich sie verliesz Arnim 18, 74. in gschach all gäntzlich u.
schweiz. spiele 3, 146, 80
B.; wenn nicht
M. hier ein himmelschreiend u. geschähe O. Ludwig 5, 375; das ihnen u. wiederführe Micrälius 3, 390. du ... must ... leiden durch gotz willen, man thue dir recht oder u. Tauler
serm. (1508) a 7
b; unrechtthuung
Terenz (1499) 16
a; das unrechtthun Schleiermacher
Platon 6, 109; unrechttuer Stieler 2352; unrechtthäter
M. Mendelssohn 6, 182; du thust u. an mir
1. Mos. 16, 5; von allem u., welches mir der erzbischof angethan Mozart
bei O. Jahn 3, 23;
in verkürzter verbindung: mein u. gegen R. G. Keller 2, 65; ihr ganzes u. an ihm O. Ludwig 2, 149;
oft nur beeinträchtigung: nur das dein stoltzer muth der schönheit unrecht thut
Königsberger dichterkreis 252
ndr. u. üben G. Freytag 17, 179; dem u.-ausübenden Schopenhauer 1, 432. sich alles u. erlauben Pestalozzi 7, 114. u. leyden vorterbt niemand an der selen ... aber u. thun das vorterbet die sele Luther 6, 259, 16
W.; es ist vil besser leyden dann u.
thuon Fr. Wilhelm
sprichw. reg. 279,
accipere quam facere praestat injuriam Cicero Tusc. 5, 19; Wander 21, 33, 35; unrecht leiden schmeichelt groszen seelen Schiller 5
2, 272 (
Don Carlos 2, 15); um zu sehen, wie er irgendwo ein tüchtiges u. auftreiben und erleiden könne G. Keller 4, 17; das unrechtleiden J. Böhme 4, 168; Ranke 1, 96; den steten unrechtleider spielen G. Keller 4, 17; unrechtdulden,
n. Schopenhauer 3, 595. da hatt' ich nun freylich u. über u. Bräker 1, 251; ein biszchen u. haben Göthe
Faust 4944. sein u. fühlen Bürger
Ilias 1, 585;
M. Meyr
a. d. Ries 2, 42; unrechtgefühl,
f. Lavater
geh. tagebuch 2, 64; büszen Pfeffel 1, 119, gestehen Brentano 5, 84; u. mit u. ersetzen Logau 407,
heute vergelten; u. gut machen Iffland 1, 163, ersetzen Nicolai
Nothanker 1, 147, verzeihen O. Ludwig 1, 181
u. s. w. wenig mit recht ist besser als viel mit u. Schulze
bibl. sprichw. 56 (
spr. Salom. 16, 8); Weise
erznarren 153
ndr.; ein stücklein brodt mit höchsten u. erwerben
med. maulaffe 116.
δ)
gern persönlich und bildlich: Staub - Tobler 6, 277; unrecht schlegt seinen herren
klugreden (1548) 86;
vgl.untreue; Wander 73, 42, 62; gelt kan nit u. thuon Franck (1541) 1, 19
b; u. herrscht
geharnschte Venus 23
ndr., rächet sich selbst Herder 17, 107, siegt A. v. Haller
ged. 195, triumphirt Vischer
ästhet. 1, 318, geht allezeit sicher umher Hoffmann v. Fallersleben 4, 117 (
Jes. 59, 14); wenn schmach und unrecht krallend dich umfassen Strachwitz
gedichte 129; wer altes u. duldet, ladet neues zu haus Wander 91; im hause des unrechts tönt nie ein lied der freude Meisl
quodlibet 1, 169; unrecht faselt nit
klugreden (1548) 93
b; wer u. seet, der wird mühe erndten
spr. Sal. 22, 8; Wander 112, 111, 119; der unrechtsäer Mengering
quartiermeister 5; u. blüht Knittel
sinnenfrüchte 120; das u. wägen Droste-Hülshoff 2, 252; u. saufen wie wasser
Hiob 15, 16,
s. th. 8, 1881; Marperger
küchen- u. keller dict. 427
a; Schubart
ged. 1, 67; seine unrechtsvolle faust Ziegler
Banise 549; Weichmann
Niedersachsen 6, 103; unrechtshehler Fr. L. Jahn
briefe 228. B@22)
unrichtigkeit im denken, beobachten, urtheilen u. dgl. (
oft unter voraussetzung von C): die menschen sind über sich selber so dumm, sie glauben in ihrem schmäligen unrecht noch an ihre eigne weisheit Bettine
Günderode 1, 69. im unrecht sein,
sich geirrt haben Staub-Tobler 6, 277
und allgemein, bleiben Fontane I 3, 6. hörent ir das nit, so wil ich aber u. hon
Eulenspiegel 43
ndr.; ich soll immer unrecht haben und weisz es besser Göthe 2, 241, 394
W.; ihr habt's nun überlegt; habt nun gefunden, dasz der patriarch so unrecht doch nicht hat Lessing 3, 111, 29 (
Nathan 4, 1); unrechthaben,
n. Fouqué
bildersaal 4, 543; Schopenhauer 1, 636. u. bekommen, behalten Göthe IV 9, 259
W. einem u. thun,
bes. ihm in der beurtheilung zu nahe treten, ihn zu kurz oder schlecht wegkommen lassen u. ä.: hierausz ist offenbar, dasz Bodinus in seiner widerlegung im (
Wier) offentlich u. gethan habe Nigrinus
v. zäuberern 181; Stifter 3, 231; wenn ich diesen (
dom) mit dem Berliner vergleichen wollte, so würde ich dem letztern schreiendes u. thun Gaudy 2, 60 (
mit acc. der person Wieland 5, 90
Pröhle; dazu C 5
ende). sintemal mir hierinn u. geschehen würde
Königsberger dichterkreis 3
ndr. unter deutlicher voraussetzung von C 4 u. geben: ich kan dir des kein u. geben Arigo 180, 21; priestern u. geben B. v. Chiemsee 111; die umstehenden gaben ihm laut u. Göthe 43, 58, 18
W.; sie (
mathematiker) meinen: rechnen sei erfinden, und weil sie so viel recht gehabt, sei ihr unrecht mit recht begabt Göthe 3, 335
W. (
zahme xenien 1429). jemanden ins u. setzen
mettre qu. dans son tort, '
jem. zeigen, dasz er u.
habe' (Schwan 851
b,
der jem. ins u. setzen
nicht zu kennen scheint),
machen, dasz er u.
behält, s. C 5. irrthums- und unrechtsvolle standesansichten Pestalozzi 6, 228. mit unrecht (
selten und veraltet mit unrechte Kästner 1, 8; 2, 72; A. v. Haller
Usong 44): dasz C. mit u. von einem gelahrten getadelt werde Prätorius
winterflucht 86;
mit falschen gründen Kant 2, 564;
grundlos: sie befürchteten, und wohl nicht mit u., ... den untergang manches köstlichen Göthe 49
1, 56, 5
W.; wie A. (aber mit groszem u.) an einem ort sagt Lenz
vertheid. d. h. Wieland 4; sehr, ganz mit u. Ranke 8, 18, Gervinus
gesch. d. d. dichtung 5, 5; obgleich wenige leser zu bestimmen im stande sein möchten, mit wie vielem recht oder u. solches geschehen sei G. Forster 1, 8; Mommsen
röm. gesch. 2, 85. B@33)
ungebühr, unzustehendes, ungemäszes, was nicht in ordnung ist u. dgl.: wo im aber nit were, als ir gesprochen habt, so tet ir u. (
villania), mir sy durch sölche wege zu nemen Arigo 157, 24
K.; Brant
narrenschiff 35, 15;
b. d. liebe 82
a; C. hat endlich nicht u., dasz sie bey dem feuer der liebreitzenden schOenheit warm wird Weise
überfl. gedanken 190
ndr.; Lessing 2, 300, 10; das volk will zum besten gehalten sein, und so hat man u., wenn man es nicht zum besten hält Göthe
gespräche 7, 316; Holtei
erz. schr. 1, 3; ja! es ist sehr u., recht zu haben! Gutzkow
ritter v. geiste 6, 93; Rückert 2, 198; es ist wirklich ein groszes u., dasz wir so wenig von einander wissen Fontane I 4, 74; verschwendet seh' ich ... lieblichkeit ... das ist ein unrecht wider die natur Schnitzler
der grüne kakadu 39. mit u.
aus versehen, gegen die hofetikette Varnhagen v. Ense
tageb. 3, 206; der da weisz, wie sehr zu u. er beneidet wird Wildenbruch
novellen 6, 9;
veraltet: zu unrechte Butschky
Pathmos 758.
vgl.unzurecht Diefenbach
gl. 223
c. CC.
gs. zu recht III.
s. d. rechtswb. C@11)
gs. von recht III 1
als gesetzlicher norm: was mit recht nicht überein trägt, ist immer u. Graf-Dietherr 3, 36; die kunst, recht zu u. und u. zu recht zu machen Mommsen
röm. gesch. 2, 414; unrecht nur ein wort, dem jeder inhalt giebt, soviel er will Wildenbruch
Karolinger 71. der unrechtsbegriff Stirner
der einzige 134.
an das unrechte recht (recht III 1 b)
erinnern wortspielende bildungen wie rechts- und unrechtsgeschichte Jean Paul 38, 45, eines mittelalterlichen rechts- und unrechtsurwaldes K. Braun
bilder 4, 280. weites, grösztes u. (recht
a. a. o.): Hayneccius
Hans Pfriem 1131; Fischer
schwäb. wb. 5, 210; wie der heyde Terentius sagt: das strengest recht ist das aller grossest u. Luther 19, 630; 30
3, 223
W.; zevil rächt ist unrächt
summum ius, summa iniuria Frisius 1268
b.
persönlich und bildlich: u. ist rechts mutter Petri Vv 3
b; u. will immer recht seyn Lehmann
floril. 2, 650;
die revolution stellte mir den greuel des unrechts materiell in seiner ganzen nacktheit vor augen K. L. v. Haller
restauration xii; das u. von dem rechten seilen
welschgattung 2830, u. pflanzen
pers. rosenthal 7; das recht zu u. vergauckeln Lehmann
floril. 1, 10. C@22) u.
als handlung (
oft von B
nicht zu trennen). C@2@aa)
widerrechtliches handeln; Krünitz 199, 83;
civiles und criminelles u.; das verbrechen ist wie das privatrechtliche delict u.,
d. h. eine schuldhafte, rechtswidrige handlung Meyer
convers.-lex. 16
5, 486
b. das u. (
unrechte handeln des kriegsgegners) straf ich (1487) Ziegler
geschützinschriften 36; u. (
ungerechte behandlung) erleiden
M. I. Schmidt
gesch. d. Deutschen 1, 341;
verbrechen Ritter
erdk. 1, 313; kein unrecht sei so blutig, dasz Burgund an diesem freudentag es nicht vergebe Schiller 13, 260 (
jungfrau v. Orl. 3, 4); ihr habt das land von Östreich abgewendet, kein anderes war meines vaters unrecht 14, 303 (
Tell 1, 4); freches u. Droysen
Äsch. 128; altes u. (
ungerechte bevorzugung) Dahlmann
franz. revol. 337;
widerrechtliche verhaftung Görres
briefe 3, 103;
stuprum br. Grimm
sagen 1, 50; Jhering
geist 2
1, 76;
verstosz gegen das staatsrecht Bismarck
gedanken u. erinn. 2, 89
u. s. w. auch unterlassung kann criminelles u.
sein, wenn eine rechtspflicht zum thun gegeben ist (
unterlassen der ernährung eines neugeborenen u. dgl.),
zu u. thun
vgl. das adj. 5, 6; hab am gericht vesten muot, so man dir unrecht tuot Hätzlerin 275;
liedersaal 192, 279;
Cato 285; freveln oder u. tun
weist. 6, 17; wer unrecht thut, gehört unders schwert, nit wer falsch glaubet oder lehrt Fischart
die gelehrten die verkehrten 372, 1582
Kurz; allein der arme thut u. und hat das kalb in ein aug geschlagen Petri h 6
a; Göthe 16, 282
W.; unrechttun Schleiermacher
Platon 6, 109.
syn. bes. gewalt (recht III 1 h): in hoffnung, dadurch gewalts und unrechts vertragen und erstatt werden
urk. z. g. Max. I. 1, 31; mich gegen gewalt und u. entschützen Hutten 1, 323; gwalt und u. leiden Ringwaldt
handb. b 8
b; darumb er von den ... partheyen angeruffen wirdt, es sey umb schulden, schmach, gewalt, u. Fronsperger
kriegsb. 1, 2
b; damit ... niemand u. und gewalt müge beschehen
Rein. Fuchs (1650) 190; gewalt und u. stören Canitz
ged. 41. unrechtsgewalt Meyern
kl. schriften 2, 48. ob ich jemand hab gewalt oder u. gethan
1 Sam. 12, 3; thut niemand gewalt und u. Schupp 7; Günther 29. C@2@bb)
wie frevel (
th. 4, 175; Westenrieder 164; 604)
blosze übertretung, polizeivergehen u. dgl.; Staub - Tobler 6, 270, 2; Fischer
schwäb. wb. 6, 209 (groszes, kleines, mittleres u.); Dähnert 507
a: und wer es, das der müller eim u. thete, so hat derselbe macht, den müller darumb zu pfenden on laube eins schultheisen
weist. 6, 47; den u. (
verstosz gegen die müllerordnung) begehenden Hohberg
georg. 2, 99;
betrügerei: ein kauffman kan sich schwerlich hüten für u.
Sirach 26, 28; Riehl
d. arbeit 189;
eigentumsvergehen im gegensatz zu malefiz Egger
gl. 939
a; kein gast sich da beklaget nicht, dasz ihm umbs gelt unrecht geschicht essen oder trinckens halben Mangold
marckschiff 6; do er dem apt rechnung gab von dem gelt und dem win, do meint je der apt, er tAet im umb 30 guldin u. Tschudi
chron. 2, 597;
mnl. wb. 5, 875, 2. er hat ihn um einen thaler u. gethan Frisch 2, 97
c (
defraudavit),
wie einen zu kurz tun
register 28
c;
zum sonst unüblichen acc. vgl. mhd. einen verunrechten,
κακὰ ποιεῖν τινα und Wieland
oben B 2.
veraltet. vgl. oben A 4. C@33)
als eigenschaft und zustand: sein blut thut eurer sache mordgierig unrecht dar A. Gryphius
trauerspiele 127
P.; illegitimität Bismarck
gedanken u. er. 1, 200; ein u. der wirklichkeit gegen den einzelnen O. Ludwig 5, 55;
etwas unrechtes, cumulation der pfründen Ranke 8, 132.
vgl. die individuellen bildungen unrechtsordnung Leixner
sociale briefe 299, unrechtsstand Harnack
wesen des christentums 159. C@44)
im gs. zu recht III 2. recht III 2 a
entsprechend: die juden führten Christum zuerst zu Hannas, als solt es ain gröszer ansehen haben, wenn er von dem alten bischoff auch u. hett Keisersberg
schiff d. penitenz 85
c; so wöllen wir euch hören an, wer recht oder unrecht werd han J. Ayrer 38, 30
Keller; arm leut müssen immerzuo u. haben Franck
sprichw. (1541) 2, 6
b; es wurde gericht gehalten und der unrechthabende zur ordnung verwiesen G. Keller 6, 270;
übertragen: wer heftig wird, hat u. Scherer
kl. schr. 1, 96.
wie recht III 2 d: wann gleich die gantzen welt spot, hönet und u. geb Luther 10
3, 336, 22
W.; recht und u. haben ist yderman gemein. aber recht und u. geben und austeylen, das ist des, der uber recht und u. herr ist 19, 641, 23
W.; unglimpff und u. geben Tschudi
chron. 1, 70; wer um seinen eigenen nutzen in rechtfertigung, streit und irrung ist, der gibt sich selbst nicht u.; und so ihme der richter sein u. auszspricht, so glaubt er doch nicht, dasz sein sach ungerecht sey Lehmann
floril. 2, 581; u. gewinnen (1480) Staub - Tobler 6, 277; u. bekommen Ranke 1, 80. das von den Illyriern kein u. den Römern geschehe Xylander
Polyb. 73; dasz ihnen schreiendes u. geschehen sei Bismarck
pol. reden 1, 172; es ist ihme (
dem gehenkten diebe) ja nicht u. geschehen, sondern er hat sein recht behalten Schmidt
rockenphil. 2, 275;
s.recht III 2
f. wie III 2 k: zu u. (
im concubinat) sitzen Staub - Tobler 6, 277; etwas zu u. machen 6, 240 (
beides veraltet); einem etw. ze unrecht geben Lexer 2, 1925; zu unrechte beschuldigen Butschky
kanzelley 196; zu unrecht Scheffel 3, 39. mit u. innehaben Binhardus
thüring. chron. 206; so den stifftern und klöstern das ihrige mit unfuegsamen u. vorwendet
acta publ. 2, 55
Palm; sie müssen mit gewalt und zwang, mit recht und u. schuldig sein Spee
tugendb. 470; Ranke 1, 338; unrechterweise Kramer. dasz ... auch dero kind, ob wol durch gewaltiges u. ... verurteylet werden
Amadis i, 27
K.; dadurch er (
der reiche) brünstig wird, mit hindansätzung eydes und gewissens, durch recht und u. dahin (
nach reichtum) zu trachten Butschky
Pathmos 25;
per fas et nefas durch recht und u. Spanutius;
veraltet. C@55)
wie recht III 3
auf die rechtsprocedur bezogen: recht erlauben und u. verbieten J. Grimm
rechtsalt. 1, 38;
weist. 6, 105; je mehr juristen, je mehr unrechts in der statt (
mehrdeutig) Petri j i 8
b; ohn viel u. kan man selten zum recht kommen q q 7
b; kommt, dasz ihr mich zum block der schande führt; unrecht will unrecht, schuld, was ihr gebührt A. W. Schlegel
Shakespeare 9, 186 (
Richard III. 5, 1);
übertragen: er hält's mit der parthey des unrechts Lavater
verm. schr. 2, 376; sei das u. ganz auf des gegners seite Voss
antisymb. 2, 55.
wortspielend mit rechtspflege: unrechtspflege J. Paul
zs. f. d. wortforschung 10, 26.
von den zahlreichen verbalen verbindungen (
th. 8, 383
ff.)
ist wenig entwickelt: ligstu aber auff dem buochstaben, so würstu offt ein grobe saw machen und das höchst unrecht legen
klugreden (1548) 124
b;
veraltet; oft macht, was wir voraus haben vor andern, uns sie zu lieben geneigt, während wir im bewusztsein, gegen andre im u. zu stehen (
benachtheiligt zu sein), in ihnen das gefühl unsers zurückstehens hassen O. Ludwig 2, 149; sie sitzen im u. Göthe 8, 128
W. (
Götz 4);
nach einen von den rechten in das u. setzen
aliquem omni jure ita privare, ut nemo contra ipsum injuste quid committere censeatur Oberlin 2, 1850
und nach mettre qu. dans son tort (
vgl.B 2): den hof in's u. zu setzen Göthe 40, 44, 18
W.; damit ich (
Friedr. Wilhelm IV.) dessen gewisz werde, musz die versammlung sich noch mehr und in solchen fragen in's u. setzen, in denen mein recht ... einleuchtend ist Bismarck
gedanken u. er. 1, 45.
wortspielerisch und individuell: unrechtsconsulent Jean Paul 4, 294, -gelehrter 31, 20, -handel Zesen
verschm. maj. 86, Gubitz
erlebnisse 1, 82, -pflege Scherr
Blücher 1, 150 (unrechtpflege J. Paul 54, 43), -wohlthaten 15/18, 153
u. dgl. —