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frevel

nhd. bis spez. · 16 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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25 in 16 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

frevel

Bd. 4, Sp. 171
[]frevel, frebel, procax, protervus, temerarius, ahd. fravali, frabari (s. hernach das subst. frabarî), mhd. vrevel, frebel, vrävel, einigemal auch frabel, nhd. frevel, frävel, Maaler 140a fräfel, im eigennamen Fröbel; ags. fräfel, fräfol, nur in prosa, nicht bei dichtern, engl. erloschen, schott. frewall, frewell (Jamieson 1, 438); nnl. frevel und wrevel (Kilian 149a), nd. wrevel, altn. ohne l frâr, norw. fraa. II) ein solches wort läszt sich kaum aus dem lat. frivolus (schwach, gebrechlich) ableiten, wenn schon Kilian und Jamieson gerade dieses beifügen und selbst neuere schriftsteller ans fr. frivole zu denken scheinen. denn die bedeutung des trotzes und die abgehende lautverschiebung widerstreiten. IIII) bei dem uralten wechsel zwischen labialen und lingualen (fliohan þliuhan, fruobaran fluobaran þrafstjan) wäre lat. tervus, tervia in protervus, protervia, vielleicht trux für terux und atrox zu erwägen. hinzu tritt jenes altn. frâr velox neben þrâr contumax, þrâ contumacia, die sich fast wie frëkr trux und þrekr robur verhalten. IIIIII) der häufige übertritt der bedeutungen procax, celer, laetus lenkt auch auf unser frech und froh ein, also zugleich auf fraus, fravi, frauja, wovon in der folge näher gehandelt wird. IVIV) nun aber hat sich neulich bei Jeroschin ein merkwürdiges forevel, betont forével = frevel und dazu das einfache evel dargegeben, wodurch auch das bildende l oder el aufschlusz empfängt: joch dër evele Tarquinius, dër dâ vant zum êrstin mâle alle mertirlîche quâle, sulche martir nie irvant. 9122, der evele, superbus, nach der Stuttgarter hs. die andere lesart gibt vorevele = vrevele, wie sonst in der chronik öfter. beides aber evel und frevel scheinen dem sinne nach dasselbe, ganz wie essen und fressen, und forevel gleicht dem farliosan, verliesen neben vliesen. auf Tarquinius ist evel oder frevel gerecht, wie in unserm thierepos auf den löwen der name Vrevel (Reinh. 1241. 1281), fr. Nobles, und die löwin Fiere oder Orgueilleuse heiszt, im ausdruck scheint erst edelstolz, kühn zu liegen, hernach übermütig, verwegen. zum grunde läge ahd. aval, robur, vis, ags. abal, altn. afl, woraus ein unüblich gewordnes adj. aval oder avili, ags. efele, vigore, robore pollens flösse, wie es einzig und allein in der angeführten stelle auftaucht. dem avalo, evilo entgegenstehen könnte der ubilo, ags. yfela, der böse, beide wörter aus derselben wurzel sprieszend. goth. für aval abrs validus, mit r statt l, jenes ahd. frabari aufnehmend, so dasz ein abr und abl vermutet und davon das adj. abreis, ableis fortis, frêbreis, frêbleis procax geleitet werden dürfte. ê wie in frêt aus fraat. demnach ist auch ahd. sowol frabari als frabali, fravali, faravili vorauszusetzen, wie für frëʒan ein farëʒan, forëʒan, goth. fraitan. faravili wird gleich hernach bei dem subst. frevel bestätigt werden. eine andere bestärkung gewährt ihm das ahd. frapald, frabald, procax, temerarius (Graff 3, 111), das sich zu pald verhält wie fravali zu avali. wer diesen versuch fravali aus fraavali, faravali zu erklären bezweifelt und in forevel nichts als unorganische erweiterung von frevel erblickt, müste geltend machen, dasz ein ähnliches verechter für vrechter, frachtschiffer vorkommt (oben sp. 47), wo der gedanke an fra oder for auszuschlieszen ist. ich bemerke, dasz auch im Kulmer recht forebil neben frebil geschrieben steht. wem aber in fravali, frevel die partikel enthalten scheint, der brauchte den unter II vorgetragnen zusammenhang mit frâr und þrâr doch nicht fahren zu lassen, da auch die partikeln aus lebendigen wurzeln stammen und frâr so gut mit fra, als þrâr mit lat. tra und trans verwandt sein kann. in trösten, þrafstjan, fruobaran, fluobaran läge zugleich confortare, confirmare. bedeutungen des adjectivs. IV@11) ahd. ist fravali immer nur protervus, procax, temerarius, contumax, improbus (Graff 3, 823) und unsere dürftigen quellen lassen den guten sinn von mut und kühnheit nicht hervorblicken. dem verlornen avali könnte er noch weniger abgehen, wie ëʒan edler ist als frëʒan. mhd. beispiele sind unselten: ër wart sô baldes hërzen, sô frevele und sô zam. Gudr. 98, 1; wan sîn wort daʒ was ein eit, dô bat ër als ein frävel man. Iw. 4585; wis milte, wis diemüete, wis frevel mit dër güete. Greg. 80; nu wis du frevel unde frô. 3796; die vrävelen helde sint nu dîn. Parz. 49, 13; het ër dën prîs behalten sô an vrävelen helden sô dîn lîp, für zucker gæʒen in diu wîp. 50, 15; [] ich vant ach unde wê, und siufzec manec hërze frebel (unrein : nëbel). 302, 13; dër kiusche vrävel man. 437, 12; waʒ hât dër bitter tôt getân an dëm clâren süeʒen kiuschen frebel (: nëbel). Wh. 253, 29; ditz überec frevel lëben hât in (den weibern) natûre gegëben und ein hêrlîcheʒ reht. krone 4345; dër junge hôchgeborne helt sô creftic und sô vrevel schein. tr. kr. 6309; sô bin ich frevel unde starc, noch fürhte keiner slahte dinc. 14490; dâ vielin von dër Prûʒin schar zwên edlinge vorebil : nëbil. Jeroschin 13531. nhd. zeigt sich diese milde bedeutung gar nicht mehr, doch dem gangbaren eigennamen Fröbel liegt sie wol zum grunde. IV@22) frevel galt von mutigen, kühnen thieren, vgl. frech, freissam und freidig: von sîner herbërge gieng ër in dën walt, dô sach ër vil dër tiere frevele unde balt. Gudr. 100, 2; dekeineʒ (ors) nie sô vrevel wârt noch sô gar unmâʒen snël. tr. kr. 3852; der kranch vehten ist so stark und so frävel mit enander, daʒ man si mit der hant gevâhen mag. Megenberg 192, 7; das fliegengeschmeisz ist nie muthiger und frevler, als wenn die sonne am hellesten scheinet. Scriver Gotthold 149. IV@33) auch mhd. und nhd. frevel zeigen vorwiegend die bedeutung frechtrotzig, gewaltthätig und verwegen: wirstu alsô frevele, daʒ chumit dir unebene. Hartm. vom glouben 2828; dër wîsen wort sint senfte linde, dër tôren wort sint vrevel swinde. Renner 17717; du gebillest oder hetzest mêre dan ein vrabeler knëht. krone 17775; ich wæn, mir was entsliffen, ich enweiʒ wanne, dër sin, daʒ ich alsô vrabel bin. 26468; Laurencium den vrevelen man. pass. K. 384, 74; wan dirre was ein vrevel man. 497, 33; die vorevle diet. Jeroschin 8809; in vorevler gûf. 20405; und dâ bî dën helsen nam die brûdre mit vorevler hant. 20575; wie gesweige wir dise frevelen jungfrowen? myst. 13, 28; der wart frevil und gut richtere. 39, 23; ist dann das kind frefel, sol die straf herter und scherpfer sein. Keisersb. narrensch. 31b; das ist ein frefel, nerrisch urteil. 73b; auch waren sie so frefel gest, si wolten neur haben das allerpest. fastn. 784, 14; ein junger pfaf sasz hinderm tisch, ganz frefel und mit worten frisch. Wickram pilger P. bl. 53; ein frevel böser mensch wird verjagt und gestürzt werden. ps. 140, 12; das er muste von seinem freveln furnemen abstehen. 2 Macc. 5, 18; die andern aber erkennen ire gebrechen nicht und meinen, sie seien nu das sie sein sollen, allzeit ir selb vergessen, der andern leut frevel richter. Luther 1, 31b. 3, 12b; wie bist du so frevel, das du so grosze sünde machst? 3, 62b; den freveln schwermern. 3, 45a; so lang er auf dem frevel bildstürmen bleibt. 3, 45b; seine frevele faust und ungestüm. 3, 38a; das er einer frevel büberei braucht. 3, 445b; ist das aber nicht ein freveler geist? 3, 456a. 467a; so ist er frevel und frech. 4, 97a; die widerteufer sind zu frevel und frech. 4, 331a; nicht aus frevelm mutwillen. 5, 42b; das heiszt man auf deudsch ein scheiszbann, ich heisze es des teufels bann und nicht gottes bann, da man die leute bannet mit freveler that, ehe sie öffentlich überzeugt sind für der gemeine. 5, 234b; sondern vielmehr das augsburgische frevel urteil aufgeschoben. 6b; und ich weisz furwar, das solch seine thurstige, frevele gebot auch diejenigen mit schwerem gemüte ausrichten u. s. w. 6, 12b; aber itzt wissens die papisten, wollens aber nicht wissen, gehen frevel und thürstig dahin und verkeren Christus ordnung. 6, 103a; meinstu, es könne sein herz auf sein frevel und falsch wort zufrieden stellen? 6, 106a; und thust daran als ein böswicht und freveler felscher und lesterer. 6, 282a; viel so gehört haben, sie sollen gleuben, so sind inen alle sünde vergeben, tichten sie einen glauben und meinen sie seien rein, dadurch werden sie frevel und sicher. 7, 11a; Mahmet habe mit freveler gewalt genomen. 8, 29a; wie ir so frefel und kün seit die statt zu belegen. buch d. liebe 207, 4; das wer ein unverschamptes ding einer [] jungfrawen, dasz sie ire lieb einem ritter so aus freflem mut zu wissen thet. 234, 4; mit solchen frefeln worten. 238, 2; der teufel hat sich nit also frevel und grob merken lassen wie ietz. Frank chron. 356b; ein edelmann, der eine frevele haut war. Frey garteng. 55; wegen meiner freveln wort. Wickram rollw. 55; als ihr mich etwas fragten und ich euch ansahe, antwort auf euer rede zu geben, meinet ich in das bratens zu stechen und mit einem freflen stich traf ich mich selbst. Galmy 174; der bub mit freflen worten anfieng und sprach. 238; was ungewisses ausgangs ist, nicht anzufahen frefel bist (l. bis). Kirchhof wendunm. 92b; der vater erschrack vor des vollen jungen frefeln vorhaben. 241b; der frefel aber zeucht von leder. 278b; auf frischer that geubtes und begangenes unnothigen frevelen mutwillens. mil. disc. 219; andern frefeln mutwillern zum exempel. 223; blutgirig mit freveler hand. H. Sachs V, 318c; frevle zeugen. Melissus ps. O 5b; mit andern freveln worten mer. Schmelzl verl. sohn 8a; wie kanstu so frevel sein? Philand. 1, 244; wer sich ewerm schnöden freveln willen nicht undergibet. 2, 707; zu strafen frevle schuld. Gryphius 1, 50; das ohne geld steht feil, das keine frevle that hat den jemals gelehrt, der dran ihm liesz genügen. Logau 1, 51; als eingeschrieben sein in frevlen raubebund, der durch gebrauchten trotz der welt hilft auf den grund. 1, 97; heuchler thun mutwillig arg, sind ganz frech zu frevlen thaten. 2, 49, 77; wann die frevele hand lang ausgestrecket wird. pers. baumg. 1, 15; der frefle eisenbeiszer. Simpl. K. 2, 676; die frefle sünder. 2, 683; ein frefler landstürzer. 1, 930; Sabina ist dennoch so frevel ihm ein kind vor die thür zu setzen. westf. Rob. 17; dasz er seine freveln streiche ziemlicher maszen unterliesz. Felsenb. 1, 253; wegen der so frevelen spitzbuben. 2, 379; freveler soldat! irrg. d. liebe 506; drinnen haust auch ein mann von riesengestalt, der die herde einsam auf fernere weiden umher trieb, nie auch mit andern umgieng, sondern für sich auf frevele tücke (sp. stücke) bedacht war. Od. 9, 189; doch jenen gefiel ein freveler ratschlusz. 14, 337; drum erhebe sich nie ein mann zu frevelem unfug. 18, 141; nicht wie Tyndareos tochter ersann sie frevele thaten. 24, 199; wie durch frevele lust sei gekränkt das heilige bündnis. Ov. met. 14, 380; weswegen sie (die riesen) gar manches frevele, besonders auch gegen die guten zwerglein verübten. Göthe 23, 91; wir fanden aber, dasz man uns auf eine frevle weise zum besten gehabt hatte. 24, 329; die andern, statt solider dinge, erhaschen frevle schmetterlinge. 41, 46; erregt der nahverwandten wut nach der pygmäen frevlem blut. 41, 151; doch schlag an deine brust und gib vom frevlen glück ein mäszig schärflein gleich dem heiligthum zurück. 41, 299; den kampf, den das gesetz versaget, hast du mit frevelm mut gewaget. Schiller 65b. in der stelle 41, 46 könnte Göthe das fr. frivole im sinn gehabt haben. das früher so gangbare wort ist heute nur dichterisch und wird in der prosa durch freflich, frevelhaft oder andere ausdrücke vertreten. auch in der volksprache dauert das adj. nicht (schweiz. dafür freven), doch ist nd. een wreveln keerl ein rauher, grober kerl, een wrevel eten, eine widerliche speise, die sich wehret, dat rukt wrevel, das riecht widerlich. br. wb. 5, 297. Schütze 4, 477, vgl. lat. stomachosus.
11837 Zeichen · 219 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Frêvel

    Adelung (1793–1801) · +11 Parallelbelege

    Der Frêvel , des -s, plur. ut nom. sing. 1. * In der eigentlichen Bedeutung, Gewalt, Stärke. Also ward der fräuel mit fr…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    frevel

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    frevel einmal ‘das Frevele’; 7 Belege im literar Werk 1) 1 gegen Recht u (kirchl) Gesetz verstoßend: verbrecherisch, gew…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Frevel

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Frevel ist im allgemeinen soviel wie Unrecht, namentlich ein solches, das in besonders leichtfertiger Weise begangen wir…

  4. modern
    Dialekt
    frevel

    Elsässisches Wb. · +7 Parallelbelege

    † frevel Adj. kühn Geiler J. Sch. 17 b . ‘wo in diser stat .. frevel handel uferstat’ Str. 15. Jh. Brucker 23. — Idiotik…

  5. Sprichwörter
    Frevel

    Wander (Sprichwörter)

    Frevel 1. Frevel, den kein Aug' erspäht, im Gewissen sich verräth. 2. Frevel muss man mit Frevel angreifen. – Eiselein, …

  6. Spezial
    Frevel

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Fre|vel m. (-s,-) 1 (Missetat) malfat (-ac) m. 2 (Verbrechen) delit (-ic) m. 3 sacrilegh (-gs) m. ▬ einen Frevel begehen…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit frevel

120 Bildungen · 77 Erstglied · 41 Zweitglied · 2 Ableitungen

frevel‑ als Erstglied (30 von 77)

Frevelbeweis

Campe

frevel·beweis

◎ Der Frevelbeweis , des — es, Mz. die — e , der Beweis eines verübten Frevels. Der sichtbare oder anschauliche Frevelbeweis (Corpus delicti…

frevelbild

DWB

frevel·bild

frevelbild , n. ha falsches, treuloses herz, wie du deinen meineid beschönigen willst! nein nein, weg aus meiner seele, du frevelbild! Schil…

frevelbuch

DWB

frevel·buch

frevelbuch , n. zur verzeichnung der frevelbuszen oder straffälle. zu Frankfurt gab es im 14 jh. ein solches 'frabelbuch'. Thomas oberhof s.…

frevelbund

DWB

frevel·bund

frevelbund , m. wie oft webt nicht des richters übereilung den schleier eines frevelbundes dichter, und rettet durch des thäters raschen tod…

Frêvelbuße

Adelung

frevel·busse

Die Frêvelbuße , plur. die -n, in einigen Oberdeutschen Gerichten, die Buße oder Geldstrafe, für Frevel, d. i. geringe Verbrechen, welche au…

freveldürstig

DWB

frevel·duerstig

freveldürstig , procacissimus: noch sind sie so frevelthurstige, unverschampte, verstockte köpfe. Luther 8, 224 a ; ist demnach eine unversc…

frevelei

DWB

frevelei , f. protervitas, mhd. frevelîe: ich habe schon vorher, obgleich nicht so umständlich, von seinen freveleien gehört. Tieck 13, 135 …

freveler

DWB

freveler , m. homo procax, maleficus: also dasz der frefeler ( wilddiebe ) drei und der förster zween erschossen wurden. Kirchhof wendunm. 3…

frevelfest

DWB

frevel·fest

frevelfest , n. festum impium: der bei diesem frevelfest sich wider unsrer väter gott erhebt. Stolberg 4, 99 .

frevelfreiheit

DWB

frevel·freiheit

frevelfreiheit , f. hier hält die tyrannei mit ihrer eisenruthe noch blutig alte büttelzucht, indes geplündert dort ein volk dem aftergute d…

frevelgang

DWB

frevel·gang

frevelgang , m. dasz ich ein ende mache solchem frevelgang. Göthe 11, 241 .

frevelgeist

DWB

frevel·geist

frevelgeist , m. ist das nicht ein verdrieszlich ding von dem frevelgeist? Luther 3, 62 a .

frevelgesang

DWB

frevel·gesang

frevelgesang , m. verschliesz dem frevelgesange dein zu heilig ohr. Fr. Müller 2, 219 .

frevelhaft

DWB

frevel·haft

frevelhaft , protervus, sceleratus, petulans: ein frevelhaftes beginnen, eine frevelhafte that, unternehmung; die frevelhaften reize Philine…

frevelhaftig

PfWB

frevel·haftig

 frevel-haftig Adv. : ' eines Frevels wegen '. a. 1507: wo jemand freuelhaftig beclagt wird, der bricht X ß heller [PfWeist. II 550 (LA-Fra…

frevelhand

DWB

frevel·hand

frevelhand , f. o dasz doch so bethöret der mensch sein bestes erzt in mordgewehre kehret! o möchte wenigstens ihr vorwurf nur allein ein rä…

frevelhandlung

DWB

frevel·handlung

frevelhandlung , f. und eine frevelhandlung faszt die andre in enggeschloszner kette grausend an. Schiller 384 a .

frevelheit

DWB

frevel·heit

frevelheit , f. protervitas: mhd. dër bischof sol âne laster wësen, hochverte und zornes lære, reizennes unde vrevelcheit. Alberts Ulrich 33…

frevelhêd

KöblerAfries

frevelhêd , st. F. (i) nhd. Kühnheit ne. boldness Hw.: vgl. mnd. vrēvelhêit, mnl. vrevelheit, mhd. vrevelheit Q.: W, AA 177 E.: s. *frevel, …

frevel als Zweitglied (30 von 41)

Ɉagdfrevel

Campe

Der Ɉagdfrevel , des — s , d. Mz . w. d. Ez. ein Vergehen gegen die Jagdverordnung; z. B. wenn einer ein wildes Schwein, das ihm die Saat  …

grenzfrevel

DWB

grenz·frevel

grenzfrevel , m. , verbrecherische beseitigung oder veränderung von grenzzeichen: besondere abschnitte ( der alten bayrischen gesetze ) rede…

hauptfrevel

DWB

haupt·frevel

hauptfrevel , m. capitalverbrechen: was freveln uf dem hohen geding zu Biebern gerugt werden, die man nent haubtfrevel. weisth. 2, 191.

Mannsfrevel

DRW

manns·frevel

Mannsfrevel, m. u. f. zu Frevel (IV) Geldstrafe für die von einem Mann verübte Rechtsverletzung vgl. Frauenfrevel ein frauwen freffel ... is…

Marktfrevel

DRW

markt·frevel

Marktfrevel, m. Bruch des Marktfriedens vgl. Kirchweihbruch, Marktbruch, Marktfreiungsverbrechen martfreuell welcher die bricht ... ist schu…

Mittelfrevel

DRW

mittel·frevel

Mittelfrevel, m. u. f. zu Frevel (IV) Strafe, Buße von mittlerer Schwere wild paͤum abhauwen oder abstemblen, ist verbotten bey einer mittel…

Mühlfrevel

PfWB

Mühl-frevel m. : 'Rechtsbruch auf dem Anwesen einer Mühle'. a. 1484: Item Martfreuell (s. PfWB Marktfrevel ) welcher die bricht vnd müllfreu…

Mundfrevel

DRW

mund·frevel

Mundfrevel, m.? Beleidigung fahls aber die parthyen sich wegen mund- oder handfräflen in der mynne vnd fründligkeyt verglychen 1623 Zofingen…

Mühlfrevel

DRW

Mühlfrevel, Genus? Verstoß gegen die Mühlordnung vgl. Mühlengebrechen item martfreuell welcher die bricht vnd müllfreuell, ist schuldigk eyn…

Nachtfrevel

DRW

nacht·frevel

Nachtfrevel zu Frevel (III) bei Nacht begangene Straftat vgl. Nachteinung nachtfreuel. alle die eynungen, so by nacht vnnd nebell verschulde…

Scheltfrevel

DRW

schelt·frevel

Scheltfrevel, m. zu Frevel (IV) wie Scheltbuße ein scheltfrevel soll ... sein zehen schilings heller 1490 KirchheimW. 9

Schlagfrevel

DRW

schlag·frevel

Schlagfrevel, m., f. Bußgeld für einen Hieb bdv.: Schlaggeld (I) 6 lb. hlr. ist ein slagefrevel zu N. 1476 KirchheimW. 161 die schlagfrevel …

Schwurfrevel

DRW

schwur·frevel

Schwurfrevel, m. Geldstrafe für Schwüre (II) amptmann soll ... strafen ... mit dem schwur- oder spilfrevell, mit gefengknus 1502 WürtLändlRQ…

Schönbuchsfrevel

DRW

Schönbuchsfrevel, m., f. Bußgeld für Vergehen gegen die Nutzungsrechte im Schönbuch, einem großen Waldgebiet in Schwaben ein schönbuchsfräve…

Spielfrevel

DRW

spiel·frevel

Spielfrevel, m. wie Spielstrafe derselb amptmann soll alsdann jeden nach seinem verschulden strafen, nemblich mit dem schwur- oder spilfreve…

Straßenfrevel

DRW

Straßenfrevel, m. auf einer ¹Straße (II od. III) verübte Rechtsverletzung, Missetat (I), auch durch Beschädigung einer ¹Straße (II) bdv.: St…

Streichfrevel

DRW

streich·frevel

Streichfrevel, m. Strafgeld für einen trockenen Streich (I) vgl. Blutfrevel die frevel des dorfs ist zweierlei: ein bluetfrevel ... ist 6 ℔ …

Streitfrevel

DRW

streit·frevel

Streitfrevel, m. wie Streitbuße straithfreuel oder wie sich sonsten ein schlechter handel begibt ... ist iij lib. heller 16. Jh. PfälzW. II …

Ableitungen von frevel (2 von 2)

unfrevellich

DWB

unfrevellich Lessing 2, 11 ; Campe, der unfreventlich vorzieht. beides unüblich. unfrevelnd Fouqué held des nordens 2, 49 . —

urfrevel

DWB

urfrevel , m. , der erste frevel Nietzsche 1, 71 .