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vornehm

nhd. bis spez. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

vornehm adj.

Bd. 26, Sp. 1344
vornehm, adj. , vgl.fürnehm th. 4, 1, 1, sp. 774 (besonders auch über das schwanken zwischen für- und vor- im nhd.); mhd. vürnæme mhd. wb. 2, 371b; Lexer 3, 604. der zweite bestandtheil im ahd. im sinne von passend: quâtun iz ni zâmi,ni uuas in ther namo nâmi Otfrid 1, 9, 20, vgl. got. waila andanems, εὐπρόσδεκτος, nhd. genehm, angenehm; altn. næmr hat sowohl passive, capiundus, wie active bedeutung, capiens; bei dem alter des verbaladjectivs ist die vermutung (Adelung, von Kluge aufgenommen), dasz vornehm dem lat. praecipuus nachgebildet sei, unwahrscheinlich; principalis vornemiste Diefenbach gl. 459c; eximius vorneme 216c; vornem, excellens, praestans, [] egregius; der fürnemste herr, primas, princeps inter proceres Stieler 1364; vornehm, fürnehm Kramer teutschital. dict. 2 (1702) 123c; für- et vornehm Steinbach 2, 134; Adelung verwirft fürnehm. nd. förnäm, förnām ten Doornkaat-Koolman 1, 542; mnd. auch vornamen, vornomen Schiller-Lübben 5, 409b; 414a. 11) in vor- liegt die vorstellung des auswählens aus einer weniger werten mehrheit, des vorzuges vor andern. während in älterer sprache diese vorstellung eine allgemeine ist, ist in der neueren eine verengung auf den vorzug durch geburt, rang und stand eingetreten (nicht in vornehmlich). da aber von diesem verengten sinne aus sich eine freie und übertragene anwendung entwickelt, so berührt und überschneidet sich der neuere gebrauch in mannigfacher weise mit dem älteren. 22) von personen in allgemeiner bedeutung: undter disen heiligen wâren zwêne vornêmere an wirdikeit myst. 1, 141 Pf.; der liste, di er von in gewan, der wart er ên vil vornême man Lamprecht Alex. 200 (var. frumer man); wie an tugenden der vornême zu Jhêrusalêm er quême d. landgr. Ludwigs kreuzfahrt 201. in dieser anwendung im entwickelten nhd. ungebräuchlich, vgl. aber: ein vornehmer autor, scribent, un autor illustre, celebre, nominato Kramer teutsch-ital. dict. 2 (1702) 123c; ist er melancholisch? wir wollen alle vornehme doctores und ärzte ... zusammen verschreiben Creizenach schausp. engl. comöd. 159; unterdessen sehe ich nicht, dasz er durch den groszen polyhistor einen vornehmen mann verstehe, dessen ungemeine wissenschaft in allen dingen der gelehrten welt mehr als bekannt ist Leibniz dt. schr. (1838) 2, 361; (ich will) der regel eines vornehmen gottesgelehrten nachkommen d. vernünft. tadlerinnen (1725) 1, 23. diese allgemeine bedeutung hat sich im schweiz. für personen und sachen gehalten schweiz. idiot. 4, 720. 33) ebenso veraltet ist die anwendung in der früheren allgemeinen bedeutung bei unpersönlichen begriffen: vornemes werk, facinus memorabile, gloriosum Stieler 1364; (das) ist ein vorneme artzney Barth weiberspiegel (1565) b 5a; vornehme geschenck praesentiren Creizenach schausp. engl. comöd. 288; und was darausz für vornehme züge in andere provincien vorgenommen seyn Micrälius altes Pommerland (1646) titel; dasz der könig zu Schweden nebenst andern auch die vornehme exploicte auf Demmin zum glücklichen ende gebracht hette Chemnitz schwed. krieg 1 (1648) 126; wichtig, maszgebend, hauptsächlich u. ä.: die weinberge sonderlich drey vorneme hegung bedürffen W. Spangenberg anm. weiszh. lustgarten (1621) 112; das binden ist ein vornehm stück, das ein chirurgus wissen musz v. Fleming d. vollk. t. soldat (1726) 323; das war die vornehme ursache davon, dasz er itzt die heiligsten pflichten der religion verachtet Cramer d. nord. aufseher (1758) 1, 109; aufs schlosz gen Prag, sag ich fürwahr, thun sie alsbald citieren die drei stände des königreichs, mit ihn da zu tractieren von etlichen vornehmen sachen Opel-Cohn dreiszigjähr. krieg 12 besonder: ausländische könige ..., so ... bishero ihr vornehmes absehen auf (könig Adolfs) ... gewaltige qualiteten ... gehabt Chemnitz schwed. krieg 2 (1653) 7. — hierbei findet leicht eine berührung zwischen der von dem verengten sinne (s. oben unter 1) ausgehenden anwendung und der älteren bedeutung statt. eine vornehme stadt z. b. ist in moderner sprache eine gepflegte, aristokratische (vgl. unten 5 b α), etwa im gegensatze zu einer fabriks- oder handelsstadt, in älterer dagegen eine vortreffliche, reiche, berühmte, mächtige, wichtige; in den zeiten des überganges läszt sich die bedeutung nicht immer scharf bestimmen: eine vornême stat in dem lande Nadrowe Nicolaus v. Jeroschin 4018 Strehlke; [] Nürnberg, eine vornehme reichs- und handelsstatt, città illustre Kramer teutsch-ital. dict. 2 (1702) 123c; zu Dresden und vornehmen orten Schweinichen 20 Ö.; (Pelusium) dieser vornehmen festung in Egypten Lohenstein Cleopatra (1680) anm. zu v. 1025; vor jahren ist in einer vornehmen statt ein klayderpolicey auffkommen Abr. a s. Clara Judas (1686) 1, 105. — wichtig: dasz die reiterey ... das zeughaus nebst andern vornehmen plätzen besetzen solte Lohenstein Armin. (1689) 1, 60a. 44) zu beachten ist der gebrauch des superlat. im entwickelten nhd. er kann natürlich auch in dem verengten sinne von stand und rang gebraucht werden (aus einer der vornehmsten familien des landes), anderseits bewahrt er, was schon Adelung bemerkt hat, die ältere unter 2 und 3 behandelte bedeutung: 'im weitern verstande, was unter mehrern seiner art einen vorzüglichen werth, eine vorzügliche wichtigkeit und würde besitzet. in dieser bedeutung wird es nur noch im superlativ gebraucht, doch auch nur als beywort, von welchem die adverbische form nicht üblich ist.' im allgemeinen ist zu bemerken, dasz sich der sprachgebrauch von dieser anwendung mehr und mehr entfernt. vor allem braucht man den superl. in dieser älteren bedeutung nicht mehr, wenn die steigerung in einem gleichgültigen oder üblen vorstellungsgebiete stattfindet: der vornehmste verschwörer ist jetzt der durch geburt oder rang am höchsten stehende, früher auch der führende, maszgebende, tatkräftigste, wichtigste. 4@aa) von personen: der vornemste minister, primo ministro Kramer teutsch-ital. dict. 2 (1702) 124a; von dem dise buoch am meysten under seinen brüdern, alsz dem vornemsten, meldung thuot Aymon (1535) a 2a; (wurden) als die vornemsten rädelsführer gefangen genommen Chemnitz schwed. krieg 2 (1653) 162; er war einer der vornehmsten urheber des königlichen todes A. Gryphius (1698) 1, 361; die 3. grösten und vornehmsten narren Ch. Weise erznarren 7 ndr.; einer der vornehmsten mitarbeiter an der allgemeinen bibliothek Lessing 10, 428 M.; ob er der einzige, oder der vornehmste verfasser sey Nicolai literaturbr. (1759) 3, 55; welche sind wohl die vornehmsten schutzgötter Athens Meissner Alcibiades (1781) 1, 102; einen verklärten lehrer mit seinen zwölf ersten und vornehmsten schülern Göthe 47, 227 W.; womit beweisen sie mir denn ..., dasz er nicht der vornehmste helfershelfer des Armeniers war Schiller 4, 254 G.; (man) will die vornehmsten banquiers hier zusammenrufen Varnhagen v. Ense tageb. (1881) 6, 234. von einem der vornehmsten agitatoren Ranke (1867) 4, 4. — collectivum: sitz und wohnungen der vornembsten völker Rätel Curäi chron. v. Schlesien (1607) 9. 4@bb) auszerordentlich oft wird der superlativ im sinne der älteren, allgemeinen bedeutung auf unpersönliches bezogen. berührung mit der von der verengten bedeutung ausgehenden übertragung tritt natürlich leicht ein: und sind der vornembsten (zuflüsse) eylffe Entzelt altmärk. chron. (1579) 50 Bohm; als bestimmer und anzeiger der vornembsten ungewitter Nigrinus von zäuberern, hexen (1592) 137; auf den vornemsten landstraszen sie (bettler) sich allzeit finden lassen Mangold marckschiff (1596) e 4; die vornehmsten (nebenwörter) sind folgende Gottsched dt. sprachk. (1748) 321; auf den vornehmsten knochen, die das gewand bedeket Winckelmann (1825) 5, 22; ich liefere die vornehmsten stellen der litteraturbriefe ausgezogen Herder 1, 146 S.; italiänische worte unter die vornehmsten stücke seiner jetzigen partitur Göthe IV 8, 284 W. 4@cc) besonders tritt die fortdauer der älteren bedeutung beim superlativ hervor, wenn er auf unsinnliches bezogen hauptsächlichkeit, gröszte wichtigkeit und bedeutung bezeichnet. man beachte besonders die stelle aus Breitinger. auch hier nimmt die neigung zu diesem gebrauch, die im 18. jh., wie die belege zeigen, noch sehr stark ist, nach und nach ab, manche von den angeführten verbindungen sind in der sprache der gegenwart in gleichem sinne nicht mehr möglich: (wollen wir) darthun, zu welchen jahren die vornehmsten [] geschichten gehören Micrälius altes Pommerland (1640) 1, 111; davon mit dem geschütz oder canonen die vornehmste defension geschieht v. Fleming d. vollk. t. soldat (1726) 49; der drei vornehmsten lasterhaften neigungen, der wollust, der ehrsucht und des geitzes Breitinger crit. dichtk. (1740) 1, 104; die vornehmsten hauptregeln (der dichtkunst) Gottsched crit. dichtk. (1751) 4; mein vornehmstes augenmerk Lessing 6, 5 M.; die vornehmsten erklärungen (der fabel) 7, 420; was den vornehmsten punkt anlangt 2, 287; in orientalischen sprachen war seine vornehmste stärke 1, 295; die vornehmsten begebenheiten Herder 12, 179 S.; der vornehmste inhalt seiner gespräche Wieland Agathon (1766) 2, 62; (legt) den vornehmsten nachdruck auf ... Gerstenberg Hamb. n. zeitg 219 lit.-dkm.; antwortet auf die vornehmsten einwürfe allg. dt. bibl. 1, 1, 133; der erste und vornehmste schritt zur wiederherstellung der städtischen wohlfahrt Möser (1842) 1, 278; woran die reformation nicht den vornehmsten antheil gehabt hätte Schiller 8, 3 G.; die vornehmsten verhältnisse, welche der genitiv noch mit verbis ausdrückt, sind demnach folgende Adelung lehrgebäude d. dt. spr. 2, 422; die vornehmsten umstände dieses phänomens F. Th. v. Schubert (1823) 2, 75; von den zwei vornehmsten ungleichen des mondes Humboldt kosmos (1845) 3, 61; eines der vornehmsten, unterscheidendsten merkmale des antiken und modernen dramas (gebrauch der maske) O. Ludwig (1891) 5, 42; eine der vornehmsten forderungen Napoleons Ranke (1867) 40/41, 18. 4@dd) einige verbindungen wirken fast formelhaft: (wobei) unter diesen (ursachen eines krieges) die vornehmste oder hauptursache von den geringern oder nebenursachen unterschieden ... wird Chemnitz schwed. krieg 1 (1648) 1; die vornehmsten ursachen meiner anherkunft Lessing 2, 79 M.; die vornehmste ursache der mannigfaltigen blattgestalten Göthe II 6, 34 W.; die vornehmste ursache von Europens befreyung Schiller 4, 95 G. — welches der poeterey vornehmster zweck ist (nutzen und vergnügen) Opitz poeterei 14 ndr.; zu ihrem (der dichter) vornehmsten endzwecke Lessing 7, 438 M.; die vornehmste absicht folgender aufsätze 9, 5; vornehmste sorge eines schriftsteller geht dahin ... Rabener (1777) 1, 187. — bei ihm (Lessing) ist der vornehmste gegenstand der poesie handlungen Herder 3, 138 S.; leidenschaften sind der vornehmste gegenstand der musik und der tanzkunst Ramler einl. in d. schönen wiss. (1758) 1, 207; der vornehmste gegenstand der religion D. Fr. Strausz (1876) 6, 31. — diesem vornehmsten stück des wahren christenthumbs Moscherosch insomnis cura par. 90 ndr.; (welches) in den mappen eines der vornehmsten stücke ist (dasz die flüsse benannt sind) Birken d. verm. Donaustrand (1684) vorr. 5; erläuterung der vornehmsten stücke im begriffe des verdienstes Abbt (1768) 6, 1, 13. — wenn ihr vornehmstes geschäft seyn musz, den wortverstand deutlich zu machen Lessing 8, 7 M.; ich fuhr fort, die verbesserung derselben nach den grundsäzen der orphischen philosophie mein vornehmstes geschäfte seyn zu lassen Wieland Agathon (1766) 1, 275. 4@ee) substantiviert: das meiste und vornehmste dieser kunst M. Böhme roszartzney (1618) vorr. 4b; ich will das vornehmste drausz (aus den akten) hierher setzen Thomasius ged. u. erinn. (1720) 1, 4; das ist das vornehmste nicht, sondern dieses ist eine nebensache Schwabe belust. (1741) 1, 108; das vornehmste, was man wider die comödie in versen vorzubringen hat J. E. Schlegel (1761) 3, 74; Laura ist munter und schön, und was das vornehmste ist, sie ist die tochter eines weiberfeinds Lessing 2, 11 M.; das vornehmste (wichtigste) davon ist, dasz er kein wort davon erfahren soll Ayrenhoff (1814) 4, 15; ich habe ein treues tagbuch geführt und das vornehmste, was ich gesehn, was ich gedacht, aufgeschrieben Göthe IV 8, 23 W. 4@ff) das adv. wie vornehmlich: wie der Hippocrates der groszen weiszheit quellen vornembst hat wollen in den leib des menschen stellen Wesselius bei Zinkgref auserl. ged. 45 ndr. [] 55) in eingeengter bedeutung von höherem rang und stand, edler herkunft, hoher gesellschaftlicher stellung, die auch durch reichthum erworben werden kann, wenn sie mit feiner lebenshaltung verbunden ist; für bauern aber kann vornehm und reich gleichbedeutend sein Müller-Fraureuth 2, 629a. 5@aa) durch einen gegensatz bestimmt: bey vornehmen und gemeinen Bodmer abhandl. v. d. wunderbaren (1740) vorrede 3; weil der pöbel noch sein gefühl hat, das bey vornehmern ... verderbt und geschwächt wird Lessing 2, 320 M.; (kampf) des vornehmen schurken mit dem edeln armen Miller ged. (1783) 451; vornehme und niedere Bürger 322 Bohtz; betragen der vornehmen gegen geringere Göthe 22, 17 W.; vornehm oder bürgerlich macht hier keinen unterschied Athenäum 2, 6; trennung zwischen vornehmen und volk Fouqué gefühle, bilder (1819) 1, 219; bei vornehm und gering wohlgelittner mann Gaudy (1844) 3, 111; all das vornehme und geringe gesindel Mommsen m. gesch. 34, 5; der gott des Olympos ertheilet selber den menschen, vornehm oder geringe (ἐσθλοἶς ἠδὲ κακοῖσιν) ... ihr schicksal Voss Od. 6, 189 Bernays. auf thiere übertragen: fisch grosze, fisch kleine, vornehme und gmeine erheben die köpf A. v. Arnim 13, 364. 5@bb) ohne solchen gegensatz von personen: primates ... die vornembste herrn Zehner nomencl. (1645) 98; vornehmer leute kind, figliuolo di buona casa Kramer teutsch-ital. dict. 2 (1702) 123c; (ich bin) von einer vornehmen adelspersonen glaubwirdig berichtet Ringwaldt christl. warnung (1588) a 2b; ein vornemer des rahts Rätel Curäi chron. v. Schlesien (1607) I; was biszanhero von einem und dem andern, auch vornemen leuten, ... ist begehret worden Opitz poeterei 3 ndr.; aus dem keller vornehmer und herrlicher leute Prätorius saturnalia (1663) 5; ein vornehmer prälat Abr. a s. Clara mercks Wien (1680) 15; war es eine vornehme leiche v. Fleming d. vollk. t. soldat (1726) 369b; groszen herrn und andern vornehmen standespersonen Heppe aufrichtiger lehrprinz (1751) 12; unter diesen reichen und vornehmen anbetern Lessing 2, 330 M.; ein vornehmes frauenzimmer musz sich niemals als nur mit artigkeiten beschäfftigen Geszner (1777) 2, 147; ei, sieh den vornehmen herrn Göthe 13, 1, 191 W.; vornehme wichtigthuer Gervinus gesch. d. 19. jh. (1855) 4, 254; ein vornehmer schwachkopf W. H. Riehl d. dt. arbeit (1861) 23; trinken wir jetzt noch kaffe hier? vornehme genieszen ihn gleich nach der mahlzeit Voss ged. (1802) 1, 13; es ist gar nichts an einem feste ohne wohlgeputzte vornehme gäste Göthe 38, 50 W.; mein schatz hat kein band und kein stern, kein kreuz wie die vornehmen herrn Mörike 1, 66 Göschen. prädicativ: ich bin nicht vornehm genug, dasz meine häuslichen verhältnisse einen zeitungsartikel verdienen Göthe IV 19, 516 W.; Duperré, der ... fast so vornehm war wie die Montmorencys Fontane I 5, 67; kan man sich denn vornehm essen? umgedreht! wer kostbar speist, kan sich leicht zum bettler fressen Stoppe Parnasz (1735) 222; Elmire, die sonst nichts von mutterpflicht gewuszt, zu vornehm, etwas mehr als ihren mops zu lieben Pfeffel poet. versuche (1812) 1, 35. redensarten: es musz etwas vornehmes seyn, dee esser ... persona di conto, di riguardo Kramer teutsch-ital. dict. 2 (1702) 123c; er will etwas vornehmes vorstellen, il fait l'homme d'importance Schwan nouv. dict. (1783) 2, 972b; es ist nichts vornehmes, keine vornehme person Adelung; der sah recht nach etwas vornehmen aus Schiller 14, 182. — auf thiere und pflanzen übertragen: ein gar schöner vornehmer sperber Tieck (1828) 1, 187; die vornehmen vögel (geyer, habichte, weihen, falken, raben) Brentano (1852) 5, 19; im alten Maurenreiche Granada, unter den vornehmen [] granatbäumen zu liegen Laube (1875) 8, 2. — ironisch von einem menschen: vor diesem dacht ich mit der zeit ein grosz und vornehm thier zu werden J. Chr. Günther ged. (1735) 196. 5@cc) von mehrheiten: vornehme kreise, die vornehme welt, die vornehmen stände, familien u. ä.: ein vornehmes geschlecht, hausz Kramer teutsch-ital. dict. 2 (1702) 123c; von Wangenheim, ... ein vornemes, uhraltes und weitberühmtes geschlecht Binhardus thür. chron. (1613) vorr. c 2a; den vornembsten ständen Moscherosch ges. (1650) 189; den knaben vermuthet er von vornehmen hause Göthe 24, 118 W.; die dokumente seiner vornehmen familie Steffens was ich erlebte (1840) 1, 5; die gesamte vornehme welt zog nach der stadt zurück Mörike 3, 35 Göschen; da läutete sie zugleich die ganze vornehme gesellschaft zusammen Fontane I 5, 71. 5@dd) auch auf unpersönliches bezogen kann bei vornehm die gesellschaftliche bedeutung scharf hervortreten, die zugehörigkeit zu personen von rang und stand, ihrer art und lebenshaltung betont werden: (reichthümer) machen edel und seynd ursachen vornembster heurathen Lehman floril. polit. (1662) 3, 188; auff einem vornehmen edelsitze Prätorius anthropodemus pluton. (1666) 1, 43; dasz er den morgigen tag bey einer vornehmen mahlzeit werde als ein gast sitzen Abr. a s. Clara Judas (1686) 1, 3; dero vornehmen wohlwollen mich gehorsamst zu emtfehlen Spannutius (1720) 858; bey einer vollzogenen vornehmen eheverbindung Gottsched ged. 1 (1751) 254; der geist und der geschmack einer nation sind nicht unter ihren gelehrten und leuten von vornehmer erziehung zu suchen Herder 1, 302 S.; eine dame, mit all den gichtern und vornehmen gebrechen beladen, welche u. s. w. Musäus volksm. 1, 55 H.; wenigstens vornehmen bürgerlichen standes E. Th. Hoffmann 14, 154 Gr.; wenn aber vornehme weiblichkeit ihr zumutet, in ohnmacht zu fallen, so laszt sie liegen Raupach dram. w. ernster gattung (1835) 2, 50; Erasmus, der seine vornehmen verbindungen sorgfältig aufrecht erhielt Ranke (1867) 2, 85. 66) der neueren sprache gehört dann wieder die erweiterung, freie ausbildung und vertiefung der verengten bedeutung an. im letzten grunde handelt es sich auch bei solcher anwendung immer um die vorstellung einer auswahl aus einer menge, eines gegensatzes gegen geringeres. die beziehung auf die gesellschaftliche schichtung kann zurücktreten, schwinden, sodasz eine abstufung in höherem sinne nach wahrhaft edlen werten vorgenommen wird, doch kann auch jene beziehung mit inbegriffen sein, insofern die höhere gesellschaftschicht leichter auch zu inneren vorzügen gelangt. vornehm tritt dann ferner auf das gebiet der ästhetischen vorstellungen über, immer den gegensatz zum gewöhnlichen festhaltend, aufsteigend zu den höheren begriffen der kunst. es ist klar, dasz die färbungen der bedeutung je nach dem zusammenhange wechseln oder auch sich verbinden und scharfe sonderung nicht immer zulassen. zu beachten ist dann auch, dasz das adj., wobei an rang und stand gedacht wird, leicht in ironisch herabsetzender weise gebraucht werden kann. 6@aa) von persönlichem: das schicksal ... ist ein vornehmer, aber theurer hofmeister Göthe 21, 192 W.; mein bruder George, der vornehmste aller menschen Bettine Cl. Brentanos frühlingskranz (1844) 121; wenn tote reisen, brauchen sie geleit wie fürsten, weil sie zu vornehm sind, noch eine hand zu rühren W. Schäfer erz. schr. (1918) 1, 121. 6@bb) in unerschöpflicher fülle und vielfältiger anwendung auf unpersönliches bezogen. 6@b@aα) gegenständliches: eine vornehme stadt, deren bewohner überwiegend den bessern klassen angehören, die von dem getriebe und dem lärm des verkehrs, des handels und der industrie frei ist und das auch im geschmack der bauten, der anlage der straszen, plätze und parke zeigt, vgl. die ältere bedeutung unter 3: das verödete Trastevere, einst die vornehme stadt Moltke schr. u. denkw. (1892) 1, 164. — durch die vornehmsten straszen der stadt Göthe 21, [] 164 W.; die vornehmen bürgerhäuser ... geben zum theil anspruchsvolle façaden W. Alexis ruhe ist d. erste bürgerpflicht (1852) 1, 43; einen koch aus einem der vornehmen gasthäuser Gutzkow zauberer v. Rom (1858) 1, 26; deutsches leben hatte dort (in Straszburg) seine vornehme werkstatt gehabt W. Schäfer d. 13 bücher d. dt. seele (1925) 284. — blieben endlich beide bey einem springbrunnen, der vornehmsten zierde dieses weitläuftigen baues stehen Meissner skizzen (1778) 1, 5; die empfangsräume des schlosses sind sehr vornehm Moltke schr. u. denkw. (1892) 6, 295; vor dem ersten gasthof ... hielt das vornehme fuhrwerk G. Keller (1889) 5, 13. — reichere und vornehmere gegenden mögen eine solche (die Champagne) freilich geringschätzig behandeln Göthe 33, 83 W.; über den scharfen first wegbalancirend stand ich eine minute später auf dem vornehmsten unter ihnen (dem teufelsbrocken des gipfels) H. v. Barth Kalkalpen (1874) 385; der vornehmste charakterbaum der altenglischen landschaft war ... die eiche Hoops waldbäume u. kulturpfl. (1905) 259. — die rechte (hand) ist überhaupt stärker und vornehmer rechtsaltert.4 1, 93. — im ästhetischen sinne: diese vornehmste farbe (purpur) Göthe II 2, 227 W. 6@b@bβ) sehr oft von charakterisierender erscheinung, haltung, benehmen u. ä.: sich selbst einen vornehmen anstand ... geben Göthe 22, 149 W. (von) vornehmen manieren zur ungebundenen freiheit einfach-bürgerlicher formen zurückkehren Holtei erz. schr. (1861) 5, 31; in vornehmer zurückhaltung vierzig jahre (1843) 2, 379; ihr leises und vornehmes sprechen O. Ludwig (1891) 2, 55; jünglinge mit tiefen vornehmen augen Storm (1899) 1, 157; die vornehmste erscheinung ... war graf Drosselstein Fontane I 1, 171; ihr einfaches und dabei vornehmes auftreten W. v. Polenz Grabenhäger (1897) 1, 22; dieses fein gebildete, vornehme angesicht Watzlik d. pfarrer v. Dornloh (1930) 215. — vornehmer ton im eigentlichen und häufig in übertragenem sinne: es war auch etwas vornehmes in ihrem tone O. Ludwig (1891) 2, 390; in diesen kreisen herrscht ein vornehmer ton; vornehm nennst du den ton der neuen propheten? Göthe 5, 214 W. 6@b@gγ) innere eigenschaften: vornehmer charakter, vornehme gesinnung: mit ihrer kalten, vornehmen sittenstrenge D. Fr. Strausz (1876) 3, 221; mit vornehmen jägerhumor Scheffel (1907) 3, 104; (Botho Eulenburg) ist gescheidt, elegant, eine vornehmere natur als Harry von Arnim Bismarck ged. u. erinn. 2, 216 volksausg.; dem schönen, das die ganze welt dir zeigt, geh spähend nach, bis es dein trieb erreicht. vornehmer geiz! so musz man schätze häufen Herder 23, 96 S. 6@b@dδ) beachte noch folgende verbindungen: o mensch, die grausam vornehme naturlehre ist nicht immer gewesen, dasz die thiere nichts als empfindungslose maschinen (seien) Herder 6, 26 S.: Kants aufsatz über die vornehme art zu philosophiren Göthe IV 11, 140 W.; wir verlangen, dasz die kunst vornehm sei Fr. Schlegel (1846) 4, 30; katholisch sei doch im ganzen vornehmer, protestantisch ist ja jeder dumme junge Bismarck ged. u. erinn. 2, 198. — auf sprache und wörter bezogen: den vornehmen namen guter geschmack (buon gusto) hatten Spanier und Italiäner von den Römern geerbet Herder 22, 34 S.; beiderlei stammsilben der vornehmeren und geringeren wortarten Voss zeitmessung d. dt. spr. (1802) 20; afterreden, oder in einem vornehmern ausdruck, medisiren Lichtenberg nachlasz (1899) 61. 77) das wort kann dann mit leichter oder stärkerer ironie, auch geradezu herabsetzend gebraucht werden, besonders als adv. (s. unten 7 c, d): presumptuosus vurneme Diefenbach gloss. 457c; stolz, hochmütig schweiz. idiot. 4, 720: ungeheuer, die hrn. Kl. (Klotzens) vornehmes auge beleidigen Herder 3, 419 S.; zwölf sind ein vornehmes heer Schiller Fiesko 2, 8; so kommt ihr politiker und beweiset uns mit geheimniszvoller und vornehmer miene, dasz ... Schleiermacher (1834) I 5, 5; Luischen wird [] ja recht vornehm, dasz sie sich vor mir verläugnen läszt Langbein (1835) 31, 52; vornehme oberflächlichkeit Arndt (1892) 1, 69; es gilt für vornehm, über den eigenen beruf als einen erbärmlichen zu räsonniren W. H. Riehl d. dt. arbeit (1861) 21; dann weite plätze, breite straszen, vornehmen schein sich anzumaszen Göthe Faust 10045; wirf endlich diese stelzen weg vornehmer gleisnerei Platen 1, 82 R. 88) als adv. sowohl im eigentlichen sinne, dann aber von diesem gelöst und verallgemeinert oder auch im ironischen, spöttischen herabsetzenden sinne. in engerer verbindung mit einem adj. kann das wort adverbiale oder adjectivische bedeutung haben. 8@aa) nachdem eine schüssel selten, das ist vornehm gehalten (vorgesetzt wird) Hippel lebensl. (1778) 1, 466; findest du mich nicht elegant und vornehm gekleidet? Göthe 17, 140 W.; nimmt eine vornehm-nachlässige lage an Schiller kab. u. liebe 4, 6; vornehm-sittige zierlichkeit Fouqué zauberring (1812) 1, 6; der handschuh duftete so fein, so vornehm Bettine Cl. Brentanos frühlingskranz (1844) 272; (das) vornehmprächtige antlitz Immermann 1, 149 B.; o, gräfin Hahn, sie sind nicht so vornehm geboren als ich fürst Pückler briefw. u. tageb. (1873) 1, 340; hält er sich noch immer vornehm-aufrecht Hebbel tageb. 4, 26 W.; nur schlosz B. sah immer gleich grau und vornehm auf die hütten herab A. v. Droste-Hülshoff 2 (1878) 304 Cotta; zu fein und zart, zu innerlich und vornehm ... beschaffen G. Keller (1889) 2, 118; des vornehmreligiösen erziehers 1, 284. vornehm ausgestattete himmelwiege Fontane I 5, 7; wenn der könig nicht zu vornehm dazu gedacht hätte Bismarck ged. u. erinn. 1, 632 volksausg.; deszwegen er, im nahen bad, in den sogenannten salon eintrat. verblüfft war er gleich an der thür, als wenns ihm zu vornehm widerführ Göthe 16, 113 W.; und sieh du noch so stolz und vornehm drein Fouqué held d. nordens (1810) 3, 34. 8@bb) in mundarten bedeutet vornehm reden soviel wie schriftdeutsch reden Albrecht Leipziger mundart 232b; Christa Trierer mundart 2, 211b. — dagegen wird schweizerisch das adv. im sinne von gut, trefflich gebraucht schweiz. idiot. 4, 721. 8@cc) mit leichterer oder stärkerer ironie: kennerstolz, dem das kunsturtheil in einem vornehm-entscheidenden kitzel auf der zunge wohnt Herder 22, 210 S.; in seinem vornehm-niedrigen wahn 23, 227; die vornehm aufgeregte trivialität Sturz (1779) 1, 214; es spricht sich vornehm und bequem von der realität der ideen nach Platon Solger nachgel. schr. (1826) 1, 604; Trimalch ist vornehm still, denkt viel, und denkt doch nichts Schwabe belust. (1741) 2, 392; der herr dort, der sich vornehm bläht Chr. F. Weisze lieder f. kinder (1767) 54; vornehm schaut ihr im glück auf den blinden empiriker nieder Göthe 5, 306 W.; ein ding, das demuthsvoll sich in die ecke drückt. und ehmann heiszt, wird vornehm angeblickt Schiller 6, 30 G. 8@dd) besonders tritt die verschlimmerte bedeutung in der wendung vornehm tun hervor: dasz sie den zwang, die pracht und das vornehmthun hasse d. neueste aus d. anmuth. gelehrs. (1751) 1, 58; und doch zieht der kerl immerfort seine ewige knickersilhouette, die immer magerer wird, je vornehmer er thut Göthe IV 29, 76 W.; eine vornehm thuende zweifelsucht Humboldt kosmos (1845) 1, 140; (redensart:) er thut so vornehm, als wäre dreck sein vetter Holtei bei Wander sprichw.-lex. 4, 1695; das prüde vornehmthun jener literarischen aristokratie Eichendorff (1864) 3, 168; das ist ein ewiges nasenrümpfen und vornehmtun von dir Fontane I 1, 300; die hat sich endlich auch bethört. das ist das vornehmthun! Göthe Faust 5548
27626 Zeichen · 475 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Vornêhm

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Vornêhm , -er, -ste, adj. et adv. 1. Im weitern Verstande, was unter mehrern seiner Art einen vorzüglichen Werth, eine v…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    vornehm

    Goethe-Wörterbuch

    vornehm [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    vornëhm

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    PfWB LothWB RhWB vornë h m , fürnë h m [fórnam Hi. Su. ; férnam M. ; fórnǽm Str. ; fôrnám Wörth Betschd. ; férnám K. Z. …

  4. Sprichwörter
    Vornehm

    Wander (Sprichwörter)

    Vornehm 1. De öss vornehm, hei kann söck möt de Tung de Nät wösche. – Frischbier 2 , 3944. 2. Er thut so vornehm, als wä…

  5. Spezial
    vornehm

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    vor|nehm adj. 1 (edel) nobl (-i, -a), elegant (-nc, -a) 2 (herrschaftlich) da signur, da sciore 3 (bedeutend) imporant (…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit vornehm

40 Bildungen · 28 Erstglied · 7 Zweitglied · 5 Ableitungen

vornehm‑ als Erstglied (28 von 28)

vornehmeln

DWB

vornehm·eln

vornehmeln , verb. , vom adj. abgeleitet, vornehm thun: unter dem commando eines vornehmelnden philisters Hebbel br. 1, 269 W.

vornehmen

DWB

vor·nehmen

vornehmen , verb. , vgl. DWB fürnehmen th. 4, 1, 1, sp. 776; ahd. (sih) furineman Graff 2, 1070 ; mhd. vür-, vornemen mhd. wb. 2, 368 b ; Le…

Vornehmer

Wander

vor·nehmer

Vornehmer 1. Der Vornehmen Eile braucht geraume Weile. 2. Mit Vornehmen lohnt es sich nicht, in die Beeren zu gehen. ( Finn. ) 3. Wenn Vorne…

Vornehmes

Wander

Vornehmes Dat moet wat Vörnehm's sîn, segt de, hebben 'n Nors von twe Hälften. – Hoefer, 208 a .

vornehmgeachtet

DWB

vornehmgeachtet , part. , in älterem briefstil: dem edlen wol ehrnvesten und vornehmgeachten herrn Sigismund Scharffen Königsb. dichterkreis…

vornehmgnädig

DWB

vornehm·gnaedig

vornehmgnädig , adj. : indessen Parasol selbst sich vornehm gnädig bequemt, die damen im äuszern gezelt galant zu unterhalten Wieland (1794)…

vornehmheit

DWB

vornehm·heit

vornehmheit , f. , Campe ( fehlt bei Adelung ); fürnehmheit ist th. 4, 1, 1, sp. 780 nicht verzeichnet: nach gestalt irer ersamkeit oder für…

vornehmhöflich

DWB

vornehm·hoeflich

vornehmhöflich , adj. : ( sie ) verbitten es vornehmhöflich, dasz der berühmteste deutsche übersetzer ... seine bibel damit verunziere Herde…

vornehmig

DWB

vornehmig , adj. , s. fürnehmig th. 4, 1, 1, sp. 780; vor andern sich auszeichnend, dann vortrefflich ( vgl. Jelinek 910): autenticus vornem…

vornehmigkeit

DWB

vornehmig·keit

vornehmigkeit , f. , vom vorhergehenden adj. abgeleitet, s. fürnehmigkeit th. 4, 1, 1, sp. 780: Lexer 3, 605 ; mnd. vornamicheit ( an name a…

vornehmisch

DWB

vornehm·isch

vornehmisch , adj. , vgl. fürnehmisch th. 4, 1, 1, sp. 780; Jelinek 910 ; sich etwas herausnehmend, vermessen, hochmütig, vorgreifend: darum…

vornehmlich

DWB

vornehm·lich

vornehmlich , adv. ( und adj. ), s. fürnehmlich th. 4, 1, 1, sp. 780 und 781; relatio vornemlich befelchunge Diefenbach gl. 490 c ; prestans…

vornehmlichkeit

DWB

vornehmlich·keit

vornehmlichkeit , f. , ganz vereinzelt für vornehmheit: allein hier vereinigen sich solche popularitäten mit der höchsten vornehmlichkeit W.…

vornëhmlig

ElsWB

vornë h mlig Adv. besonders Ingersh.

vornehmling

DWB

vornehm·ling

vornehmling , m. , mit ironischem sinne, einer der sich vornehm dünkt und das in seinem betragen zeigt: die vornehmlinge leiden nicht, dasz …

vornehmsucht

DWB

vornehm·sucht

vornehmsucht , f. , krankhaftes bestreben, vornehm zu sein oder zu scheinen: hof und höhere staatswelt indessen sind ganz von der vornehmsuc…

vornehmthuer

DWB

vornehm·thuer

vornehmthuer , m. , einer der sich vornehm geberdet ohne es zu sein: das kam aber von den Engländern und solchen vornehmthuern wie mein exre…

vornehmthuerei

DWB

vornehmthuerei , f. , vgl. vornehmthun, die endung -erei verstärkt den ungünstigen sinn: habsucht und vornehmthuerei der bürgerlichen obrigk…

vornehmthuerisch

DWB

vornehmthuer·isch

vornehmthuerisch , adj.; vgl. das folgende wort: Klopstock war doch immer sehr vornehmthuerisch, steif und ungelenk in seinen dichtungen Göt…

vornehmthun

DWB

vornehm·thun

vornehmthun , n. : das ist das vornehmtun Göthe Faust 3548 , von Campe citiert, wobei er das wort als ' niedrig, aber deshalb noch nicht ver…

vornehmtuerisch

GWB

vornehmtuerisch [bisher nicht publizierter Wortartikel]

vornehmung

DWB

vornehm·ung

vornehmung , f. , veraltet, s. DWB fürnehmung , mit reich entwickelter bedeutung th. 4, 1, 1, sp. 782; Jelinek 911 ; superbia ubermuttig fur…

vornehm als Zweitglied (7 von 7)

absurdvornehm

GWB

absurd·vornehm

absurd-vornehm Eine Zeichnung von Augustin Carracci 1) übertrifft alle Erwartung .. man fragt nicht nach einem Höheren und Bessern. Das begr…

gemeinvornehm

GWB

gemein·vornehm

gemein-vornehm [ Stuttgarter Schloß ] sind die Zimmer, man möchte sagen, gemein vornehm; so z. B. auf einem gemein angestrichnen weißen Gyps…

groszvornehm

DWB

grosz·vornehm

-vornehm : eine groszvornehme donna Italiänerin Kortum Jobsiade 3, 157 . b b) noch jünger sind zusammenrückungen, in denen grosz- in einer v…

unvornehm

DWB

unvornehm , adj. adv. , gs. zu vornehm ( s. d. ): ein unvornehmes wesen Harnisch Kaskorbi 1, 36 ; treiben G. Hirschfeld in d. d. rundschau 1…

wohlvornehm

DWB

wohl·vornehm

wohlvornehm , adj. , mündliche und schriftliche höflichkeitsanrede des 17. und 18. jh., s. o. wohlfürnehm. —

Ableitungen von vornehm (5 von 5)

unvornehm

DWB

unvornehm , adj. adv. , gs. zu vornehm ( s. d. ): ein unvornehmes wesen Harnisch Kaskorbi 1, 36 ; treiben G. Hirschfeld in d. d. rundschau 1…

unvornehmen

DWB

unvornehmen , n. = unvernehmen, n.: Eccard d. 64 . psalm (1608) 139; acta publ. 1, 71 P. —

vervornehmen

DWB

vervornehmen , v. : der wahn, etwas geworden zu sein, ohne doch was rechtes zu sein, vervornehmt die leutlein, macht sie volkscheu Fr. L. Ja…

vervornehmung

DWB

vervornehmung , f. : aus eigenem triebe nach v. seines daseins Gutzkow ges. w. 3, 268 . —

Vornehme

GWB

Vornehme [bisher nicht publizierter Wortartikel]