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funke

mhd. bis spez. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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17 in 14 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

funke m.

Bd. 4, Sp. 593
funke, m. 11) ein unsteter, leichtfertiger mensch, ein mensch voller schelmstreiche, ein schelm. um das auslautende e verkürzt, blosz funk. wie schon oben bei dieser form bemerkt wurde, findet hier anwendung von funke für finke, fringilla, statt, nach natur und wesen dieses lebhaften vogels. sagen wir ja auch in ähnlicher weise ein vogel, ein leichtfertiger vogel, selbst ein böser, loser, leichtfertiger, grober finke. s. finke 2). eine lose fincke, puer hilaris, petulans (Steinbach 1, 444). das wort gehört keineswegs unter die seltenen: und wie es zugieng bei dem trunk. sagt einer dem andern: du funk! s gilt flegel, gsegns gott, schlegel. d. kn. wunderhorn (1846) 2, 81; es ist eine rechte unsinnigkeit in solchen newen alamodetrachten, und sage noch, die oberkeiten solten solche funcken an dem leben abstraffen. Philander 2, 155 (154); ein rechter funck. Simpl. 3, 739; will man sich hier und da die lange zeit vertreiben, und spricht aus erbarkeit bey frauenzimmer ein, so wird man durch die stadt bald eine zeitung schreiben, das musz mir, sagen sie: der rechte funcke seyn. will man das lästern nun mit höflichkeit bedecken, so klingts: der schöne herr geht aller orten lecken. Picander ernstscherzhafte ged. (1727) 474. gern mit den adj. durchtrieben, lose verbunden: mein herr hatte einen auszgestochenen essig und durchtriebenen funcken zum page neben mir. Simpl. 1, 97, vgl. essich am schlusse; wollen sie (die creditoren) aber diese durchtriebene funcken (es sind die bauern gemeint) auf eine gute laue (laune?) bringen, so müssen sie ganz sicher und gewisz anstatt tausend hundert und darzu ohne eintzige pension (d. h. zehn procent der schuld, dazu mit verlust der zinsen) nehmen. baurenstands lasterpr. 159; wie wollen nicht die bauren halsstarrige vögel seyn? sie lassen es ja eh auf das äuszerste ankommen und geben sich ehender nicht, es sey dann dasz es seyn müsse und da sie selbst es nicht ändern können. es gemahnen einen diese lose funcken anders nicht, als wie der verfluchte wüterich Pharao, welcher gute worte gab, alldieweil ihm die strafe gottes auf dem halse lag, wann sich aber das übel kehrte, seine vorige schlimme weise wieder an sich nahme. 141. loser funk, homo vafer, astutus, callidus. Nieremberger Ddd 1d, der aber den ausdruck als einen provinziellen bezeichnet. er is ein loser funke. Weber universalwb. 3, 317a, wo zugleich auf schelm und vogel hingewiesen ist, die synonym erscheinen. eigentlich deutsche wörterbücher verschmähten bisher funke in dieser bedeutung aufzunehmen, nur Frisch 1, 307b hat und zwar als volksmäszig funk, homo astutus, vafer, mit dem beisatze den man nicht darf in den zunder lassen. Vgl. auch sparke. 22) ein cölnischer stadtsoldat. beim volke in Cöln am Rhein, der hauptstadt des ehemaligen erzstiftes Cöln, so lange dieselbe eigne soldaten hatte. auf diese geht das cölnische funkenlied, das, neunzehn strophen umfassend, in einer der ersten hälfte des 18. jh. angehörenden, 157 seiten zählenden foliohandschrift der Trierer stadtbibliothek aufbewahrt und selbst heute noch in Cöln gangbar ist; es beginnt hätt ich gewuszt das funcken leben, hätt mich frühe darzu begeben! keiner kan sich bilden ein, was ein funck in Cölln sei (lies mag sein)! vivant die funcken! vgl. auch Hoffmanns von Fallersleben findlinge 74. ein anderes lied ist geradezu überschrieben die cölnischen funken und steht in Cölns vorzeit von Ernst Weyden (Cöln am Rh. 1826) s. 236. sein anfang lautet alärm, alärm en aller welt, de cölsche zaldaten trecken (ziehen) en et feld u. s. w. und beigegeben ist die bemerkung, dasz die cölnischen stadtsoldaten, allem anscheine nach wegen ihrer rothen uniform funken genannt würden. die vögel, denen beim volke der name finke zukommt, sind am gefieder, die eine art an dem und die andere an einem anderen theile, in auffallender weise roth. an benennung nach funke in dem folgenden artikel ist hier nicht zu denken. auch bei Örtel (O. v. Horn) kommt dieses funke vor: so merkte denn auch Hubert nicht, dasz ein mann daher kommt, der die kleidung der kurcölnischen soldaten, funken genannt, trägt. rhein. dorfgesch. (1854) 2, 61; er (der angeworbene) erwachte am andern morgen als kurcölnischer soldat oder funke und wurde eingekleidet. 65.
4260 Zeichen · 60 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    funkesw. M., sw. F.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    funke , sw. M., sw. F. Vw.: s. vunke

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    funkeF., M.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    funke , F., M. Vw.: s. vunke

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Funke

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    Der Funke , des -ns, plur. die -n, Diminut. das Fünkchen, Oberd. Fünklein, der kleinste Theil des Feuers, oder eines bre…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Funke

    Goethe-Wörterbuch

    Funke mehrf -ck-; NomSg vereinzelt -n; im Pl einmal apokopiert 1 glühendes, hell leuchtendes Teilchen, kleine Feuerersch…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Funke

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Funke , Karl Philipp, geb. zu Görtzfalke bei Brandenburg 1752, war Lehrer am Philantropin zu Dessau, später Inspector de…

  6. modern
    Dialekt
    funke

    Rheinisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    funke: im Abzählr.: Ene, mene, dunke, f., rabe, schnabe, tippe, tape, käse, nape, ulle, pulle, ross, ip, ap, aus, du bös…

  7. Sprichwörter
    Funke

    Wander (Sprichwörter)

    Funke 1. Auch ein kleiner Funke leuchtet im Dunkeln. 2. Auch kleine Funken zünden. 3. Aus einem kleinen Funken wird eine…

  8. Spezial
    Funke

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Fun|ke m. (-ns,-n) 1 tiza (tizes) f. 2 ‹fig› tiza (tizes) f. , füch (füc) m. 3 ‹fig› (Kleinigkeit) frogora (-res) f. , f…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit funke

134 Bildungen · 133 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

funke‑ als Erstglied (30 von 133)

Funke(n)butz

Idiotikon

Funke(n)butz Band 4, Spalte 2007 Funke(n)butz 4,2007

Funke(n)stang(eⁿ)

Idiotikon

Funke(n)stang(eⁿ) Band 11, Spalte 1097 Funke(n)stang(eⁿ) 11,1097

Funke(n)wacht

Idiotikon

Funke(n)wacht Band 15, Spalte 383 Funke(n)wacht 15,383

Funke(n)war

Idiotikon

Funke(n)war Band 16, Spalte 877 Funke(n)war 16,877

Funke(n)wīⁿ

Idiotikon

Funke(n)wīⁿ Band 16, Spalte 172 Funke(n)wīⁿ 16,172

funkelneu

SHW

funkel-neu Band 2, Spalte 1007-1008

funkelfausen

DWB

funkel·fausen

funkelfausen , pl. leeres blendwerk zur täuschung, vorspiegelungen, ausflüchte. siegerländisch, wo man z. b. hört dat sin lutter fonkelfûse,…

Funkelfus'

MeckWB

Funkelfus' f. Eiszapfen im Rätsel Wo. V. 1, 45. Me. 2, 248.

funkelhagelneu

DWB

funkel·hagelneu

funkelhagelneu , adj. so neu oder weisz wie frisch gefallener hagel, ganz neu. göttingisch - grubenhagenisch funkelhagelnîd. Schambach 283 b…

funkelhagelni

MeckWB

funkel·hagelni

funkelhagelni ganz neu: de funckelhagelniege Niejahrswunsch (1793) Babst; s. -nagelni und hagelni.

Funkelhans

Wander

funkel·hans

Funkelhans Ein Glas Funkelhans. – Spindler, Der Jude, I, 309. Wird dort als »scharfer Wein oder Obstmost« erklärt. (S. Finkeljochem.)

Funkelholz

RhWB

funkel·holz

Funkel-holz Bergh , Dür , Jül , Aach , Monsch , Eup , Geilk , Heinsb , Erk , MGladb , Grevbr ; vøŋkəhōt Kemp-Dülken n.: 1. Kleinholz, zum er…

funkelig

DWB

funkelig , adj. , s. funklig.

Funkelin, Jak

DWBQVZ

--- ein geistlich spyl von der empfengknuß vnd geburt Jesu Christi ... gedicht 1553. Zürich (Froschauer) o. j. ---

funkeln

DWB

funk·eln

funkeln , abgeleitet von funkel ( s. d. ). scintillare, funckeln. voc. ex quo von 1469. vunckelen. aus einem andern glossarium des 15. jh. b…

funkelnagelneu

DWB

funkel·nagelneu

funkelnagelneu , adj. neu wie ein beim schmieden eben vom feuer oder aus der esse kommender nagel. das wort ist ein verstärktes nagelneu. ga…

funkelnagelneü

ElsWB

funkel·nagelneue

funkelnagelneü [fùklinàklinùi M. ] Adj. verstärkte Bed. von nag e lneü allg. Do han i ch no ch ne funk e lnag e lnui Mëssbüechle Mittl. Ich…

funkelnagelni

MeckWB

funkelnagelni ganz neu Mi 24 b ; Reut. 3, 174; Vatting mit 'n funkelnagelniten Kasterhot up 'n Kopp Bri. 2, 61. Dä. 138 b ; Me. 2, 248.

funke als Zweitglied (1 von 1)

eisenfunke

DWB

eisen·funke

eisenfunke , m. scintilla ferri, beim schmieden des eisens sprühender funke.