vorhin,
adv. ,
s. fürhin
th. 4, 1, 1,
sp. 747;
mhd. vorhin Lexer 3, 469;
abante vorhyn Diefenbach
gl. 1
b; vorhin
prius Dasypodius 449
c;
antehac vorhin, vormals Frisius (1556) 101
a; Maaler 475
d;
prius ee oder vorhin Calepinus
dict. XI ling. (1598) 1155
a; vorhin, zuvor Hulsius (1618) 271
a; Kramer
teutsch-ital. dict. 2 (1702) 1217
a; vorhin,
ante, dudum Steinbach 1, 754; Adelung; Campe;
vgl. Schmeller-Frommann 1, 847; Fischer
schwäb. wb. [] 2, 1658;
schweiz. idiot. 2, 1343; Martin-Lienhart 1, 343
a; Müller-Fraureuth 2, 628
a. —
der ton liegt wie bei vorher
auf der zweiten silbe, doch wird er mundartlich auch zurückgezogen, s. z. b. schweiz. idiot., Martin-Lienhart
a. a. o.; md. sind formen wie vorhint, vorhints, vorhins Müller-Fraureuth
a. a. o.; Askenasy
d. Frankfurter ma. 189. —
mundartliche formen mit e
begegnen auch literarisch: was clage hot ir ober en? das loszet mich vorstan vorhen(e)
Alsfelder passionssp. 4358
Gr.; vorhen bedacht, wat nha mach komen, dat bringet vake groten fromen Husemann
spruchs. (1575)
nr. 8
Weinkauff; wer stern am himmel machen wil, daran vorhen schon stehen vil Eyering
proverb. copia (1601) 3, 37;
nd. förhen ten Doornkaat-Koolman 1, 541
a;
nordfries. Schmidt-Petersen 45
b;
mnld. vorehenen Verwijs-Verdam 9, 993; vorhene, vorhine (
schweiz. idiot. a. a. o.)
wie vorhere,
s. oben unter vorher. —
in älterer sprache wird vorhin
auch getrennt geschrieben: vor hyn bewert in predigen und ratschlegen Eberlin v. Günzburg 1, 47
ndr.; ich weisz das du vor hin meiner freuntschafft nie gebraucht hast Boltz
Terenz (1539) 90
b; der mir vor hin all mein lebtag bewisen hat gar vil wolthat H. Sachs 2, 35
K. dagegen mit selbständiger bedeutung der beiden worte: das wart vor (
vorher) hin (
dorthin) gesait Havich
d. Kellner
S. Stephans leben 1984. 11)
die bedeutung des verbums hat bis zur sprache der gegenwart hin eine starke einschränkung erfahren, das wort wird jetzt fast nur in einer besonderen zeitlichen anwendung gebraucht, s. unter 2 e.
untergegangen ist die örtliche bedeutung von nach vorn hin, voraus, vorüber an etwas nach vorn u. ä., die v.
ebenso wie fürhin
in älterer sprache aufweist, sie wird von Adelung
und Campe
als veraltet bezeichnet, aber noch bei Hübner
zeitungslex. (1824) 4, 840
a neben der zeitlichen angeführt: de nicht wol to vote is, de gae vorhen (
voran) Tunnicius
sprichw. 1207; wann Giesi was vor hin gegangen
d. erste dt. bibel 5, 364
K. (
4. kön. 4, 31);
stellen aus Luthers
übersetzung s. oben th. 4, 1, 1,
sp. 747
unter fürhin; dasz er mit denjenigen, so das läger eynnemmen, v. zeucht Fronsperger
kriegsb. (1573) 1, q 6
b; gehe du v. und rede mit ihr, wenn es zeit ist, wil ich dir volgen H. J. v. Braunschweig 179
Holland; kom ich will dich weil in die kammer ... einsperren, ... darumb gehe nur v.
schausp. d. engl. comöd. 317
Cr.; milites emissarii der verlohrne hauff, den man v. schicket Zehner
nomencl. (1645) 124; sie sindt nicht gestorben, sondern nur den weg v. gangen, den wir alle nohtwendig auch gehen müssen Lehman
florileg. polit. (1662) 4, 249; dasz ich mit einigen rotten reutern v. gienge A. U. v. Braunschweig
Octavia 3, 948; (
der hund) will hernach gar nicht v., wann er keinen solchen vorgänger mehr bey sich siehet Heppe
aufricht. lehrprinz (1751) 493; vorhin! hin! hin!, '
aufmunternder zuruf an den leithund' Behlen
forst- u. jagdkunde (1840) 6, 171; und sprach zum truchses: reitt vorhin B. Waldis
Esopus 1, 20, 24
Kurz; ir etlich auff dem weg vorhin die kleider theten spreiten Ringwaldt
evang. (1581) n 5
b; gehe du derweil zu haus vorhin Hayneccius
Hans Pfriem (1582) 745; kommt zu uns, kommt ihr lieben, ich gehe nur vorhin
Königsb. dichterkreis 194
ndr. vorhinspritzen,
rasch vorfahren Unger-Khull
steir. wortschatz 247
b;
auf das zeitliche übertragen: vorhinreiten,
pläne für die zukunft machen 247
a.
vorbei an, vgl. vorhinflieszen, -gehen
unter 7; ich zeuch teglich an im vorhin H. Sachs 14, 206
K.-G. weg, fort: de vlucht darût nam hê vörhin Gerhard v. Minden 115, 18
L.; [] so ist der erst fall v. und verloren
quelle im schweiz. idiot. 2, 1344; unser elderen, de dar vorhenne zin (
gestorben sind)
quelle im jahrb. f. nd. sprachf. 46, 18
b. 22)
in zeitlicher bedeutung; der sinn kann verschieden sein je nach dem verhältnis zu gegenwärtigem oder überhaupt der zeit nach folgendem; dieses verhältnis kann unbestimmt gelassen werden, so dasz nur allgemein das früher sein, geschehen oder ein fortdauern bis zum eintritt eines andern ausgedrückt wird, oder es kann eine innere beziehung zwischen dem mit v.
bezeichneten und einem später eintretenden angenommen sein; schon Adelung
erklärt beide anwendungen für veraltet. in dem sprachgebrauch der gegenwart ist dann die anwendung von v.
noch mehr eingeschränkt. natürlich ist der gegensatz zu späterem immer vorhanden. 2@aa)
in allgemeinerer bedeutung: antegenitus v. geboren Calepinus
dict. XI ling. (1598) 95
b; dann die von Engenland hattend v. kain nacion Richental
chron. d. Konstanz. conzils 14
lit. ver.; das frembde gueth, so ich andern ybl v. abgenomen hete oder noch innen habe J. A. v. Brandis
landeshauptleute v. Tirol 32 (1319); die austeylunge ist offt geschehen, v. und hernach Luther 18, 203
W.; bücher, die ich vorhyn davon geschrieben habe 8, 483; v. hies sonst die stad Lus
1. Mos. 28, 19; ich hett ihn auch v. nie gesehen G. v. Berlichingen
lebensbeschr. 17
B.; v. muszten sie (
päbste) den keyser umb ires kirchenampts bevestigung bitten, und yetz muosz der welt haupt ... des nebenhaupts ... underthan sein Sleidanus
reden 23
Böhmer; so er (
Christus jetzt auf die erde kommend) v. auff erden beklagt, er habe nicht, da er sein haupt hinlege Scheit
Grobian. 4
ndr.; es war aber v. die stadt Eysenach gar ein offener flecken Binhardus
thür. chron. (1613) 88; die du v. so liederlich verachtet hast, werden nunmehr viel nach dir fragen A. Gryphius
Horribil. 62
ndr.; was neu und v. nicht gethan worden, wäre nicht zu verwerffen Lohenstein
Armin. (1689) 2, 1265
b; einen rang unter den künsten, den sie (
die baukunst) v. nicht gehabt hatte Ramler
einl. in d. schön. wiss. (1758) 1, 42; eine gattung von studien ..., die von den besten v. einseitig ... getrieben wurden Göthe 46, 92
W.; darum erhellet, dasz dieser körper v. zusammenhängend war Scheffel (1907) 1, 143; wir hondt vorhin ouch liegen kynnen, das mann in mören land ward innen Murner
narrenbeschw. 177
ndr.; drumb ich bin lang zeit vorhin gelegen hart Forster
teutsche liedlein 72
ndr.; Narcissus, der schöne jüngling, vorhin nie gliept hat umb kein ding Wickram 7, 148
B.; so merckts, ein ruffend stim ich bin, wie der prophet gesagt vorhin B. Krüger
aktion v. d. anfange u. ende d. welt (1580) e 5
a; vil gröszer ungelück vorhin (als dises jetzig) uns erschin (
o passi graviora, dabit deus his quoque finem 1, 198) Spreng
Äneis (1610) 66; wo vorhin wälder waren, ist wolgebautes landt Opitz
t. poemata 21
ndr.; du (
gott) gründetest vorhin der erden groszen punct Fleming
ged. 1, 11
L.; ihr regelrichtiger, herzrührender gesang gab einen nie vorhin so schön gehörten klang König
ged. (1745) 220; der greis, den alles flieht, was sonst sein glück gemacht, weint so gedankenlos, als er vorhin gelacht Cronegk (1766) 2, 83; du hast erhöret mich, als ich vorhin dich bat (
ἠμὲν δή ποτ' ἐμεῦ πάρος ἔκλυες εὐξαμένοιο Il. 1, 453) Bürger 147
b Bohtz. 2@bb)
der gegensatz der älteren und der jetzigen sprache tritt auch charakteristisch hervor, wenn v.
mit schon, als, wie
verbunden wird: dasz du dich der selbigen nicht also wie vorhyn annemest Hutten 2, 185
B.; (
sachen) die schon v. bey des materialisten urändel in dem gewölb gelegen Abr. a
s. Clara
etwas für alle 1 (1689) 115; man lebt wieder
[] wie v. Miller
pred. fürs landvolk (1776) 2, 192; melancholisch ist die pfarrin zwar schon zum theil v. gewesen Hippel
lebensl. (1778) 2, 481; erläuterte er nur 12 stücke der deutschen sprache, die schon v. bekannt waren Kinderling
reinigk. d. dt. spr. (1795) 80; so bleibt doch wie vorhin mein vorsatz unbewegt Opitz
poeterei 43
ndr.; du wirst nach meinem sinn darum nicht höher seyn, nicht kurtzer als vorhinn Rachel
sat. ged. 61
ndr.; zugleich schwellt seinen tiefen flusz, noch breiter als vorhin, ein trüber zährengusz König
ged. (1745) 75; und dennoch legt man gröszre frachten in meinen kober als vorhin Pfeffel
poet. versuche (1812) 6, 123. 2@cc)
statt eines jetzigen vorher
vor adj. oder part.: dasz bei dieser zeit ein braver kavallier sich schämen müsse dero v. von ihme erlerneter sprachen Rist
d. friedew. Teutschland (1648) 23; (
in) über 200 v. noch nicht edirten ... bergurtheln Herttwig
neues u. vollk. bergbuch (1734)
titel; allein die geistlichkeit erinnerte jetzt ihre verbündeten an den v. mit ihnen abgeschlossenen vertrag G. Forster (1843) 3, 195. 2@dd)
es kann nun nicht nur eine in die vergangenheit rückweisende bestimmung gegeben, sondern das mit v.
bezeichnete mit einem folgenden enger verbunden werden, so dasz v.
im sinne von zuvor
gebraucht wird. dabei kann die aufeinanderfolge eine äuszerliche sein, oder aber das durch v.
zeitlich bestimmte wird als voraussetzung, bedingung, vorbereitung des folgenden gedacht. 2@d@aα)
die verbindung der beiden vorstellungen kommt z. b. deutlich zum ausdruck, wenn das nachfolgende durch ehe
gekennzeichnet wird: es ist nicht recht, sprechen sie, das der mensch etwas v. in seynen mund neme, ehe er den leychnam Christi tzu sich nympt Luther 8, 508
W.; o das die propheten vor hyn bas studirten, ehe sie bücher ausliessen 18, 197; v. und ehe das ich diese alchymiam zubeschreiben anfahe Thurneyszer
magna alchymia (1583) 2; wer nit vor gürt, ee dann er rytt, und sich verricht vorhyn by zyt, des spott man, falt er an eyn sytt Brant
narrensch. 14
Z. 2@d@bβ)
oder die engere verbindung wird auf andere weise bezeichnet: so er trinken wolte, so huob er den kopf uf und bot im (
Christo) in och v., daz er trunki Seuse
dt. schr. 24
B.; lasz dein gab vor dem altar dieweil ligen oder ansteen und gee v. (Luther: zuvor
Matth. 5, 24), dich zuoversüenen mit deinem bruoder Berthold v. Chiemsee
t. theologey 449
R.; sol niemand zu dem sacrament gelassen werden, er sey denn v. bey dem pfarher gewesen Luther 26, 216
W.; so du v. gots handel verrichtest, dar nach wirt got din handel verrichten Eberlin v. Günzburg 1, 13
ndr.; mag man sie gewönen auff die weyd und, wann sie v. gnug gessen haben, ausstreiben Sebiz
feldbau (1579) 111; der is eyn narr, der buwen wil und nit vorhin anschlecht wie vil Brant
narrensch. 17
Z.; wil er brennen, stechen, howen, so muosz er vier jar vorhin trowen Murner
narrenbeschw. 53
ndr.; nit urtheyl uff ein yede klag, losz vorhin, was der ander sag H. R. Manuel
weinspiel 920
ndr. ob der sinn von zuvor
vorliegt, ergiebt sich leicht aus dem zusammenhang, auch ohne dasz das nachfolgende unmittelbar dabei ausgedrückt oder sogar syntaktisch angeknüpft ist: v. urlaub nemmen,
pacem precari Dasypodius 449
c; darumb das narren erauszreden, was yhn nur einfellet, aber die weyszen bedenken sich vorhyn Luther 7, 678
W.; darumb das der breutigam v. einer ein kindt gemacht
dt. städtechron. 27, 155 (
Magdeburg, 16.
jh.); eyn v. wolgesaubert retortglasz Sebiz
feldbau (1579) 448; er hätte mir v. noch so tüchtig drepanirt, ... beschnitten werden müssen, dasz
u. s. w. Lindenborn
Diogenes (1742) 1, 13;
[] man seit, ez wæren überal vorhin gemacht diu nagelmâl Wernher
Marienleben 9970
Päpke-Hübner; darumb erkenn dich selbst vorhin Schade
sat. u. pasquille 2, 174; da war ein bock vorhin darinnen (
in einer höhle) B. Waldis
Esopus 1, 147
Kurz; er ist ein junger mann, der nicht betrachtet hat vorhin die schwere last der kron
bei Opel-Cohn
dreiszigj. krieg 64. 2@d@gγ)
besonders zu beachten ist die verbindung mit wissen
in älterer sprache, vorher wissen oder erfahren, voraus wissen, vgl. vorhinwissen
unter 7: ich weisz es v.,
ante scio Steinbach 1, 754; wenn sy almuosen gebend, wellend sy v. wüssen, ... wie vil es sünd abneme Zwingli
dt. schr. (1828) 1, 97; Achilles thet es wol verstehn und wuszt vorhin, dasz er im streit umbkommen wurd in kurtzer zeit Spreng
Ilias (1610) 267
b. 2@ee)
während in den bisher behandelten fällen zeitlicher anwendung in der sprache der gegenwart überall vorher
an die stelle von v.
getreten ist, hat dieses in neuerer zeit eine neue bedeutung entwickelt, auf die es sich einschränkt und nicht durch vorher
ersetzt werden kann: '
im gemeinen leben der Ober- und Niedersachsen wird es in einem andern verstande noch für vor kurzem, eben jetzt
gebraucht' Adelung;
in der zweiten hälfte des 18.
jh. ist diese anwendung des adv. jedenfalls eingebürgert: meine bestie hat (
ein buch) ... schon beynah 6 wochen, und wie ich v. ... hinschicke, so
u. s. w. Lichtenberg
br. (1901) 1, 1; der schosz v. nach mir Göthe 8, 112
W.; vergib mir, wenn ich v. zu hart gegen dich war Schiller
räuber 2, 2; du küsstes v. meine braut nicht zum willkommen Klinger (1809) 1, 51; daher meine nur halb scherzhaft gemeinte begrüszung von v. Holtei
erz. schr. 2, 15; ich musz v. mein spruchbuch hier zurückgelassen haben Geibel (1888) 7, 154; hör! hör doch, Nathan! sagtest du vorhin nicht? Lessing
Nathan 5, 8; als ich vorhin sie stehen sah, es presste der unmuth mir das innerste zusammen Schiller
Piccol. 1, 4. 2@ff)
zurückweisend in einem buch, einer abhandlung, rede, in älterer sprache unbestimmt, in neuerer eingeschränkt im sinne des vorigen absatzes: und syhest du, das er bluotrych ist, wie v. gesagt ist Gersdorff
wundarzney (1517) 29
b; aus dem, was ich v. gesagt habe Kästner (1755) 1, 12; dasz man prüfe, zu welcher der v. geschilderten gattungen von geizigen der mann ... gehöre Knigge
umgang mit menschen (1796) 1, 167; unmoralische karaktere, von denen v. gesprochen wurde Schiller 2, 10
G.; mit einem solchen sternchen haben wir v. eine lücke angedeutet Göthe 49, 1, 282
W.; in dem v. angegebenen sinne Eichhorn
dt. staats- u. rechtsgesch. (1821) 1, 49; und als nu, wie gesagt vorhin, die eltern sein da wurden inn Ringwaldt
evangel. (1581) g 2
a. 33)
aus dem zeitlichen sinne des wortes entwickelt sich in älterer sprache eine freiere bedeutung: von vornherein, ohnehin u. ä. Adelung
kennt diese anwendung des adv. und bezeichnet sie als oberdeutsch, zitiert aber Günther
dafür. es kann dabei die zu grunde liegende zeitliche bedeutung immer noch mehr oder minder hervortreten: die jugend ist v. arg genug, man darf sie nicht vörderst ärgern Kramer
teutsch-ital. dict. 2 (1702) 1217
a; (
er spricht) von eym reych, welchs unter den menschen ligt, die fleysch und blut haben, denn die ym hymel droben haben vorhyn gnug Luther 17, 1, 294
W.; ewer küngkliche majestet gibt nur denen, die sunst genug haben und v. rich sind Tschudi
chron. helvet. (1734) 2, 131; du hast gut schweren, denn du bist v. verdampt Ayrer
histor. proc. juris (1600) 126; den stoltzen und v. klugen und doch nichts wissenden Böhme (1620) 2,
vorrede a 3; so ein sölcher müszig mensch v. ... fürwitzig ist Grimmelshausen
Simpl. 4, 155
Kurz; vor ietzo nur seiner gesundheit zu pflegen und den v. matten leib durch übriges sorgen nicht ferner zu schwechen Ziegler
[] asiat. Banise (1689) 21; roman, wodurch die v. eiteln personen unseres geschlechtes noch mehr in ihrer eitelkeit verstärckt werden
d. vernünft. tadlerinnen (1725) 1, 42; ich dacht vorhin, es wäre lug
N. Manuel 110
B.; erst nimbt mein ehr ein untergang, der ich vorhin hab nit sehr vil H. Sachs 17, 44
K.-G.; wie? wo? was werd ich sein? der ich schon itzt vorhin ein lebendiger tod und totes leben bin Fleming
dt. ged. 1, 28
L.; erkennstu nicht, dasz ich vorhin ein abgelebte witwe bin Dach 153
Ö.; und mir gaben die götter vorhin schon kummer und trübsal (
καὶ δέ μοι ἄλλα θεοὶ δόσαν ἄλγεά τε στοναχάς τε) Voss
Odyssee 14, 39
Bernays. etwa im sinne von vor allem, wobei eigentlich vor
im räumlichen sinne zu grunde liegt, vgl. fürhin 4,
th. 4, 1, 1,
sp. 748: auffs reich mit ernst denck, und vorhin ich selber mir der nächste bin Lobwasser
Calumnia (1583)
d. 44)
weiterhin, ferner: das gesetz Mose gehet die jüden an, wilchs uns forhyn nicht mehr bindet Luther 24, 6
W.; s. fürhin 2 a
und 3,
th. 4, 1, 1,
sp. 747
und 748
und vgl. schweiz. idiot. 2, 1344. 55)
substantiviert: wie auch
V. ein klein v. sein hausfrauen Anna verloren Pantaleon
mitnächt. völk. hist. (1562) 2, 225;
österreichisch ist im v.,
schon vorher, von vornherein. 66)
zusammensetzungen mit v.
bringen weder Adelung
noch Campe
als selbständige stichwörter, s. besonders Campe
unter vorhin;
es folgen einige beispiele der zusammenschreibung: die