strauch,
m. (
selten n., s. 3 c),
frutex. herkunft, verbreitung und form. mhd. strûch,
mnd. nnd. strūk;
mnl. struuc, struyc,
nl. struik;
nicht belegt im ags. bzw. engl. und auszerhalb des westgerm. das wort gehört mit lit. strùgas, striùgas, strùkas '
kurz, gestutzt'
zu streug-,
erweiterung von streu-
zu ster- '
starr, steif sein',
s. Walde-Pokorny 2, 634, Fick
idg. wb. 43, 503,
wozu auch nasaliertes strunk (
teil 10, 4,
sp. 129),
norw. strokk (
beide <
germ. *strunka-)
gehören. Lindqvist (
PBB 43, 109
ff.)
sieht in dem wort eine s-
variante zu mhd. rûch '
rauh'.
das wort erscheint zuerst in mitteldeutschen belegen des ausgehenden 12.
jhs., wenig später folgen mnd. und mnl. zeugnisse, z. t. mit abweichender bedeutung (
s. 3
und 4).
auszer bei Hartmann v. Aue
und Oswald v. Wolkenstein im
obd. bis zum 16.
jh. nicht belegt, erst dann allmähliches vordringen mit der hochsprache (
s. 1).
noch heute fehlt das wort, das nd. und md. durchgängig bezeugt ist, den obd. maa. ('
nicht volkstümlich, [] dafür stūd'
schweiz. id. 11, 2047; '
nicht populär, dafür busch, staude' Fischer
schwäb. 5, 1833; '
weit minder volksüblich als boschen, ... stauden' Schmeller-Fr.
bayer. 2, 805).
der plural endet anfänglich auf -e;
noch Adelung
verzeichnet als übliche form sträuche,
doch '
in den gemeinen maa. sträucher' 4 (1780) 805,
ähnlich Campe 4 (1810) 697
a.
die -r-
form taucht vereinzelt schon im spätmittelalterlichen dt. auf: auf struchirn
md. Marco Polo 65, 25
Tscharner; in den strûchern (1414)
urk. v. Meiszen 2, 869;
weiterhin Burkhard Waldis
Esopus 2, 16
Kurz; B. Krüger
Clawerts werckl. hist. 36
ndr.; Gryphius
trauersp. 319
P.; häufiger dann im 18.
jh.; ein nebeneinander beider pluralbildungen begegnet u. a. bei Chr. Günther (
mit apokopiertem -e
zur erfüllung des versmaszes) sträuch und bäume
ged. (1735) 185,
gegen von balsam -sträuchern 647; sträuche Schiller 11, 235
G. neben sträucher 12, 30; Göthe
hat allgemein die ältere form auf -e,
aber auch sträucher,
s. I 1, 280
W. nur noch vereinzelt steht die -e-
form im schrifttum des 19.
jhs., vgl. Hegner
ges. schr. (1828) 5, 226; Grabbe
w. 3, 514
Bl.; Alexis
Roland (1840) 2, 62; Grillparzer
s. w. 7, 147
S. —
in den maa. hat sich der -er-
plural nicht überall durchgesetzt, vgl. strüke Schambach
Göttg. 215
a; Woeste
westf. 259
b; štrixe Hofmann
ndhess. 233; Pfister
nachtr. zu Vilmar 289;
sowie apokopiertes strüch Rovenhagen
Aachen 143; Hönig
Köln 177
b; streich Ph. Laven
ged. in Trierer ma. 278.
bedeutung und gebrauch. 11)
in der hauptbedeutung mit der mehrzahl aller belege entsprechend lat. frutex, d. i. holzpflanze mit sich fast von der wurzel an teilendem stamm; 'der strauch
eine pflanze mit holzigem stamm, dessen ebenfalls holzige äste schon in geringer höhe über dem boden beginnen und dann in seiner ganzen länge entspringen' Bischoff
wb. d. beschr. botanik (1839) 84;
pflanzen, welche jährlich oder nach dem blühen absterben, heiszen kräuter (
herba);
deren wurzel allein ausdauert, stauden (
suffrutex);
welche mehrere holzstengel auf der wurzel haben, sträucher (
frutex) Oken
allg. naturgesch. 2 (1839) 27.
gleichzeitig mit den frühesten literarischen zeugnissen (
ende 12.
jh.)
findet sich strauch '
frutex'
als zweites kompositionsglied in einzelnen glossen: drauoca vel lappa cliuestruc, clete (
westfäl. 12.
jh.)
ahd. gl. 3, 719, 44
St.-S.; baccus brambere struch (13.
jh.)
ebda 3, 536, 29;
batus bramenstruch, bramelstok
ebda 3, 549, 53.
doch bleibt strûch, strauch
bis in frühnhd. zeit selten belegt neben häufigerem stûde, staude,
vgl. W. Grimm
kl. schr. 3, 284.
die frühen deutschen wbb. lassen in ihrer glossierung zu frutex
das allmähliche vordringen von strauch
aus dem nieder- und mitteldeutschen raume in die hochsprache erkennen: stüdle Heyden
nomencl. rerum (
Zürich o. j.) D 2
b; staud Pinicianus
prompt. (
Augsburg 1516) A 8
c; ein stude Trochus
vocabul. rerum (
Leipzig 1517) J 4
b; ein staud Dasypodius
dict. (
Straszb. 1536) V 3
b; ein stud Frisius
dict. (1556) 589
b; staud Ruland
dict. (
Augsburg 1586) 67
a;
vgl. ferner Diefenbach
gl. 249
c s. v. frutex. dagegen: strauch Er. Alberus (
Frankfurt 1540) r 3
b; struyck
schat d. nd. spraken (
Antw. 1573) Ee 2
a; Calepinus
unterscheidet germ. ein staud,
belg. een struyck
dict. ling. sept. (
Basel 1579) 611
a;
frutex ein struck,
fruticetum ein ordt dar vele strüke wassen Chyträus
nomencl. (
Rostock 1585) 453;
dagegen hat Golius
onomast. (1579) 361: '
frutex' staud, ...
fruticetum ein ort, da vil stauden wachsen; nidere bäumlin oder sträuchlin
virgultum Emmelius
nomencl. germ.-lat. (
Straszb. 1592) 43; strauch, hecke, pusch
siesce ò boscaggio Hulsius-Ravellus
dict. (
Frankfurt 1616) 312
a (
aber noch nicht bei Hulsius
teutsch.-it. 1605);
dumus ein dornbusch, allerlei hecken vnd sträuch Corvinus
fons lat. (
Lpz. 1623) 236; ein staude, strauch Orsäus
nomencl. (1623) 41; dornbusch vnd hagen (hecken)
[] werden sträuche genennet Comenius
güld. sprachen thür (
Hamburg 1638) C 3
b.
im 17.
jh. steht strauch
gleichberechtigt neben dem vorwiegend obd. staude,
das mundartlich bis in die neu. zeit erhalten bleibt (
s. o.),
dagegen in der literatursprache im 18.
jh. dem nunmehr geläufigeren strauch
weichen musz. umgangssprachlich stehen sich obd. staude
und md., nd. strauch (strûk)
gleichbedeutend gegenüberfür eine botanisch begründete bedeutungsmäszige abgrenzung von strauch
gegen staude
vgl.staude
teil 10, 2, 1,
sp. 1141
ff. 1@aa)
der allgemeinen vorstellung von strauch
liegt einerseits der charakter der holzpflanze, andrerseits die mittelstellung hinsichtlich der grösze zwischen kräutern und bäumen zugrunde: wie die halsberch clanc, dar he ouer die struke spranc
könig Rother 4211
de Vries (
oder zu unten 4?); der vischer was ein guder man der hiez in in die galine gan. er ginc zu eime struche, er brach ein loup ruhe, daz hielt er fur sine schame, ander wat het er nit ane
Orendel 555
Steinger; wie es weiter in den streuchen und hecken dieselbig nacht ergangen, das lasz ich bleiben
Zimmer. chron. (
21881) 1, 478
Barack; es bleibet aber deren (
der johannisbeeren) strauch ein purer busch am gewächse seines holtzes, und ist also in den wäldern wegen seines holtzes nicht viel zu ästimiren Döbel
jägerpractica (1754) 3, 30; vom wind ergriffen, der ietzt der bäume wipfel durchsauset, bückt jeder baum sich, und zittert und rauscht. er rauscht, und schüttelt den schnee von den ansehnlichen armen auf seine kinder, die sträucher, herab Giseke
poet. w. (1767) 117; es sind alles sträuche und bäume, welche ... den winter aushalten Göthe IV 8, 192
W.; dasz sie doch diese sträuche so geplündert! ... an jenem zweige hängt wohl eine rose Grillparzer
s. w. 4, 166
Sauer; im frühling, ... findet man ... stoppeln und wiesen, sowie sträucher ... mit einer unzahl von feinen fäden überzogen Laistner
nebelsagen (1879) 95; zudem sah ich dort einen strauch der sagenreichen hasel H. Seidel
Leberecht Hühnchen (1899) 152; Bernadette beginnt aus den sträuchern ruten zu knicken Werfel
Bernadette (1948) 49.
der begriff der holzpflanze stellt zwar eine beziehung von strauch
zu baum
her, doch gibt die auffällige abgrenzung zu baum
hinsichtlich des niedrigen wuchses einem wertenden nebensinn des untergeordneten und geringen raum: so bleibt ein grüner strauch von blitzen unverletzt, wenn der erhitzte grimm in hohe cedern setzt Gryphius
trauersp. 73
lit. ver.; wie syrische cedern unter geringern sträuchen; so glänzte die göttliche schöne königlich unter der niedrigern schaar liebenswürdiger schwestern Wieland I 1, 161
akad.; himmlischer! sucht nicht dich mit ihren augen die pflanze, strekt nach dir die schüchternen arme der niedrige strauch nicht? Hölderlin
ges. w. 2, 23
v. Hell. so bes. in bildlich vergleichender redensart für das geringe: du bildest dir ein: dasz ... der grimm wie gewisse winde über niedrige sträuche überhin streiche Lohenstein
Arminius (1689) 2, 873
a; nicht nur die kleinen sträucher, sondern auch die hohen thannen und cedern gottes werden von wind und wetter getroffen, und müssen offt mehr ungewitter ausstehen, als niedrige sträucher Sperling
Nic. quaerens 2 (1719) 585; die sonne blickt nicht nur die höchsten cedern an, weil sie auch ihren strahl auf schlechte sträucher schicket Neukirch
anfangsgründe z. teutschen poesie (1724) 570;
[] ich kleiner mensch, der als ein niedriger strauch unter den hohen bäumen stand, ging durch diese oft recht verletzenden bebungen, stösze und gegenstösze mit leidlichem glück unbeschädigt hindurch Arndt
w. 2, 133
R.-M. 1@bb)
niedrigkeit und vom boden ausgehende verästelung führen dem wortsinn das moment der dichte, teilweise der undurchdringlichkeit zu; strauch
als dichtes, verschlungenes, darum etwas verbergendes oder für den menschen schwer passierbares gewächs: ir edelen, habet die enge unwert: der wolf ist gerne in strûchen Heinrich v. Meissen 55, 19
Ettm.; und stach in durch die ringe vorme scilde in den buch und warf in tot in einin struch
Athis u. Prophilias in: mhd. übungsbuch (
21926) 71
a Kraus; (
der hirt) verlegt das ellend kindlein auch im wald in eynem grünen strauch Hans Sachs 2, 89
lit. ver.; so es (
der vogel strausz) den halss in die kleynen streüch ... verbürget, will es wänen, man sehe es nit Eppendorff
Plinius (1543) 137; kein vogelsteller kan ... sich so unvermerckt hinter die sträuche verbergen Riemer
polit. maulaffe (1679) 285; (
meine kameraden) folgten mir in einen busch nach, und weil daselbst ein strohm (
war), der ein sehr hohes ufer und unten sträuche hatte, sprungen wir hinunter und verbargen uns so gut wir kunten Ettner v. Eiteritz
mediz. maulaffe (1719) 124; oft beschleichet sie der gott der liebe, in grünen grotten dicht verwebter sträuche S. Gessner
schr. (1777) 1, 14; wenn den fliehenden hirsch eben sein gepriesenes gehörn zwischen den sträuchen festhielt Herder 23, 258
S.; ins gebüsch verliert sich sein pfad, hinter ihm schlagen die sträuche zusammen Göthe I 2, 62
W.; sie müsste durch der sträucher bunt' geflecht sich mühsam winden Raupach
dram. w. ernster gattg. (1835) 1, 22; dann gingen sie in den wald hinein ... dann wieder durch dichtes gestrüpp, so dicht, dasz Reinhard vorangehen muszte, um einen pfad zu machen, hier einen zweig zu knicken, dort eine ranke beiseite zu biegen ... er konnte sie nicht gewahr werden; endlich sah er sie in einiger entfernung mit den sträuchern kämpfen; ihr feines köpfchen schwamm nur kaum über den spitzen der farnkräuter Storm
s. w. (1898) 1, 10.
im sprichwort: wer den rechten weg utgeit, den sleit kein struk int age Schambach
Göttingen 215.
redensartlich: keinen hinter dem strauche suchen, man habe denn selber dahinter gesteckt
ex suo quisque ingenio alios metiri Steinbach
dt. wb. (1734) 736; mer sucht niemand hinnern strauch, wemmer nich sälwer dohinner gestäckt hat Müller-Fraureuth
obersächs. 2, 573;
vgl. auch Leithäuser
Barmen 153; da musz auch kein schelmenliedchen hinterm strauch ungestraft gepfiffen werden Bettine
dies buch geh. d. könig (1843) 1, 273; bleib mit deinen besten gaben ruhig hinterm strauch! krüppel will den vortanz haben: das ist weltgebrauch Hoffmann v. Fallersleben
leben (1868) 2, 149. 1@cc) strauch
in seiner natürlichen, botanischen erscheinungsform, blüten und früchte tragend: ouch ist do vil ingebers und cynomyns und andir kruyde dy wir nicht han geseen noch gehort nennen, und do sint neylikyn, dy do wachsin uf kleynen struchin
md. Marco Polo 32
Tscharner; der pfeffir wechst uf den heymischin struchirn
ebda 65; denn ob zwar die rosen auf einerley strauche ... weder an grösse noch farbe einander gleichen, so ist doch zwischen ihnen ein unerkenntlicher unterscheid Lohenstein
Arminius (1689) 2, 21
b; o sieh die rose! gestern blühte sie; nun hängt sie, von des sturmes hauch entstellt, und blätterlos am strauch Miller
ged. (1783) 11;
[] zwar fehlen dem jahre noch die früchte frisch vom strauche gepflückt (1840) A. v. Droste-Hülshoff
br. 1, 406
Schulte-K.; lasz uns den knaben in den garten schicken, dasz er vom strauche seinen nachtisch nasche Rückert
ges. poet. w. (1867) 10, 300; hier ist noch kaum eine blüthe auf den sträuchern, noch eine blume in den gärten zu sehen Pückler
br. u. tageb. (1873) 4, 135; sie nahmen miteinander haselnüsse ab. er hockte oben im strauch und pflückte Kahlenberg
Eva Sehring (1901) 73.
im sprichwort: ist das mädchen flügg und reif, scheut es nicht den vogel greif: wie die braunen nüsse auch leichtlich fallen von dem strauch Binder
sprichwörterschatz 127; krumme sträucher tragen die besten beeren Düringsfeld
sprichw. (1875) 1, 513
a. 1@dd)
in der aufzählung neben anderen klassifizierenden begriffen des pflanzenreichs stützt strauch
durch merkmale seiner charakteristischen eigenart die jeweilige vorstellung, die der aufzählung zugrunde liegt. neben baum
und kraut (
bzw. neben wörtern, die diese begriffe vertreten)
ergänzt strauch
die begriffsreihe zur vorstellung von pflanzenwelt, flora schlechthin: impius non est arbor, strauch, reis, halm, eher (1541) Luther 49, 230
W.; ihr blumen in der gantzen welt ... ihr gräslein alle kriecht herfür ... ihr sträuch' und püsche grosz und klein ... ihr bäume beyde wild und zahm, kommt lobet meinen bräutigam (1657) A. Silesius
heil. seelenlust 214
ndr.; seyd tausendmal gegrüszt ihr felder, sträuch und bäume Günther
ged. (1735) 185; der himmel teilt die gaben, wie er will, nicht jedes klima, jeder boden giebt dieselben früchte; nicht auch jede zeit, noch jeder baum und wurzel, halm und strauch dieselbe Herder 18, 213
S.; sie ... trug das schlafende unbewuszte (
kind) zwischen blumen und blüthen her, ... zwischen jungen sträuchen und pflanzen Göthe I 20, 307
W.; mein pfad wand sich immer steiler die felsen hinan, immer unfreundlicher die natur umher, die bäume starben aus, die sträucher, und endlich erlosch auch der letzte schimmer des grünen grases unter meinen füszen Tieck
schr. (1828) 8, 103; die sträucher und steine, die kräuter und blumen, die formen des bodens schmiegten und duckten sich unter den schutz der bäume und verbanden sich überall mit dem groszen ganzen, welches mir lächelnd nachsah und meiner ratlosigkeit zu spotten schien G. Keller
ges. w. (1889) 1, 200.
häufiger stehen die glieder der aufzählung einander variierend, indem sich jeweils ein besonderes gemeinsames merkmal in den vordergrund der bedeutung schiebt. so der nebensinn des grünenden, blühenden: die wippel an kreutern und streuchen Faber
thes. (1587) 727
b; ich ... machte die schönsten beete mit blumen, sträuchen und wohlriechenden kräutern
Leipziger aventurieur (1756) 1, 68; die sonne hat kräuter und sträucher in sich verliebt gemacht Bettine
Brentanos frühlingskranz (1844) 40;
metaphorisch für die bewachsene flur: er kreuzt umher durch sträuch' und saaten Ramler
fabellese (1783) 1, 178;
mit dem nebensinn der dichte und niedrigkeit: derhalb ghe du hin und verkreuch unter die püsch, hecken und streuch Hans Sachs 9, 215
lit. ver.; ihr setzt den fürsten nach mit so erhitztem muth, als man auf schneller jagt den scheuen hirschen thut, die heck' und höl' und strauch und pusch nicht schrecklich finden Gryphius
trauersp. 759
lit. ver.;
[] oder schlieszlich in der verbindung baum und strauch,
den hinsichtlich der grösze höheren, zugleich anspruchsvolleren und belaubten, damit auffälligeren pflanzenwuchs bezeichnend: also versteckt und verbirget er (
gott) erstlich in die erde den strauch, der musz nicht so bald ein baum sein Luther
tischr. 5, 182
W.; ich wil machen, dasz plötzling bäume vnnd streuche sollen auffwachssen
theatr. diab. (1569) 210
b; frey wie der fink auf sträuchern und bäumen in himmels räumen Schiller 12, 30
G.; nach tisch im garten bäume und sträuche durchstört Göthe III 1, 80
W.; kein blatt an baum und strauch regt sich Raabe
s. w. II 2, 138; kein baum oder strauch belebt die harte öde wildnis G. Keller
ges. w. (1889) 2, 158. 1@ee) strauch
wird ein geläufiges poetisches stilmittel; strauch
bzw. sträucher
bilden hintergrund und szenerie einer begebenheit oder stimmung. das wort vertritt häufig symbolisch die gesamte höhere vegetation: dratfrue und spat hörtman dringen, singen,klingen vöglin in der auen, durch helle döneschöne in den strauhenrauhen, esten glesten,fliegen kriegen widerstreit Oswald v. Wolkenstein 37, 10
Schatz, (Lexer
mhd. wb. 2, 1252
faszt strauh
hier als adjektiv auf; dazu vgl. unten strauchicht
u. strauchig); hör ich in den dicken sträuchen, den gesang der nachtigal (1656)
venusgärtlein 54
ndr.; du (
nachtigall) sangst in sträuchen ja zuvor so wunderschön Chr.
F. Weisze
lieder f. kinder (1767) 10; wo mit vögeln alle sträuche, wo der wald mit wild, wo mit fischen alle teiche lustig sind gefüllt Schiller 11, 235
G.; drum blick' ich fröhlich zum heitern himmel, wie jener vogel auf bereiftem strauch Kotzebue
s. dram. w. (1827) 1, 239;
ähnlich stimmungsvoll: der sanffte westenwind, der durch die sträucher rauscht, beseuffzet und empfindt die unaussprechlich angst, die meine seele drücket Gryphius
trauersp. 319
lit. ver.; sanfter bach, der unter sträuchen lieblich mir zur seite flieszt Becker
mildh. liederb. (1799) 15; mächtger rühret bald sich der hauch, doch er verlieret gleich sich im strauch Göthe I 1, 82
W. der duftende und grünende strauch
als symbol der blühenden natur und des frühlings: alle pappeln hoch in lüften, jeder strauch in seinen düften, alle sehn sich nach dir um Göthe I 4, 8
W.; und dann, wer hätte binnen unsern dreyfachen mauern sich einbilden können, dasz drauszen schon der frühling wäre? hecken und sträucher grünen; und überall — aus der erde herauf — von allen zweigen herab — faszt es einen doch so lieblich, äugelt einen an, o, so herzig, wie ein mutterauge den angeschlungenen säugling Fr. H. Jacobi
w. (1812) 1, 110; der wind (
kann) nicht kühlen, schatten nicht der baum, der strauch nicht duften, rauschen nicht der bronnen Rückert
ges. poet. w. (1867) 1, 291; nichts war schöner zu sehen, als das frische grün dieser sträucher und ihre tausendfältigen rosenroten blüten und zu unterst das fliessende klare wässerlein G. Keller
ges. w. (1889) 4, 69.
entsprechend der kahle, blätterlose strauch
als ausdruck der herbstlichwinterlichen natur mit dem nebensinn der niedergeschlagenheit: [] ich hab in blätterlosen sträuchern umher geseufzt Denis
lieder Sineds (1772) 254; du, die auf blumenleichen des tiefsinns wimper senkt, bey blätterlosen sträuchen der blüthenzeit gedenkt Salis
ged. (1793) 15; wenn ... traurig steht der nackte strauch, nehm ich mir das höchste leben aus Vertumnus reichem horn Schiller 11, 202
G.; doch die blumen jetzt verblassen, traurig schweigt der dürre strauch Lenau
s. w. 23
Barthel. im vergleich: ich sasz (
am weihnachtsabend) einsam wieder wie die anderen trüben tage, nicht einmal schreiben mocht' ich — ich war 'ein mensch wie ein dürrer strauch, an dem keine blüten sind' (1843) L. Schücking in:
br. 112
Muschler. der einzelne, einsame strauch
in der einöde, unansehnlichen und genügsamen pflanzenwuchs verkörpernd: (
er) liesz ... die gegend ... so verwüsten, dasz nur einzelne ölbäume und stachlige sträucher ... übrig blieben Raumer
gesch. d. Hohenstaufen (1823) 1, 209;
im bilde: ich bin allein in der welt, ein einzelnes wesen, das an niemand hängt, ein strauch in der landwüste Kotzebue
s. dram. w. (1827) 5, 95. 1@ff)
der gedanke an eine bestimmte einzelpflanze tritt zurück, strauch
bezeichnet im anschlusz an oben b ('
dichtes, verschlungenes gewächs')
im sinne von '
strauchwerk, gebüsch'
den verbergenden aufenthaltsort des klein- bzw. federwildes (
damit unten 2
sich nähernd): gleichwie ein steuber (
kleiner jagdhund) hat den brauch, dasz er die hasen ausz dem strauch aufftreibt (1550) Erasmus Alberus
fabeln 201
ndr.; es fuhr aber aus einem strauche ein hase auf Lohenstein
Arminius (1689) 2, 376
a; er (
d. jäger) zog sein netz wol übern strauch, da sprang ein schwarzbrauns meidel herausz Mittler
dt. volkslieder (1865) 182; eine natter, die aus dem strauche fährt E. v. Kleist
s. w. (1760) 1, 24; da trat aus einem strauch der fuchs hervor Pfeffel
poet. vers. (1812) 5, 27.
das künstlich errichtete gebüsch zum vogelfang, vogelherd, '
strauchherd' (
zur sache vgl. W. Sunkel
vogelfang [1927] 61
ff.): strauch- oder busch-heerd, welcher auf das freye feld ... zur erhaschung mancherley vOegel angeleget wird ... zur verfertigung des strauches sind kiefern, fichten, tannen und wacholderstrAeucher dienlicher als disteln
allg. haush.-lex. 3 (1751) 431; man fängt sie (
die wacholderdrossel) im frühling auch auf heerden, ... welche aber auf platter erde eingerichtet sind, ... dahingegen der herbstheerd einen strauch bildet, den man mit beeren behängt Naumann
vögel (1822) 2, 309.
die redensart auf den strauch schlagen (klopfen) (
vgl. häufigeres auf den busch klopfen
teil 5,
sp. 1226
und teil 2,
sp. 558)
ist bildliche anwendung eines jagdausdrucks; (
man schlug auf den strauch, um das wild, bes. vögel aufzutreiben, vgl.: reht alsam ein jegere ob eines hasen legere uf den busch drischet Stricker
Daniel 3647
Rosenhagen; schlug in den posch und fieng kein vogel Fischart
Garg. 199
ndr.; mir hat geträumt, ich klopf auf den busch, da rauschte der hirsch heraus, husch, husch Uhland
ged. [1833] 339.)
die redensart bedeutet '
durch harmlose fragen jemanden nach etwas ausforschen': (
der brief) hat zwar einige ähnlichkeit mit unserer liebesbegebenheit, aber wenn ich recht bedenke, sehr wenig oder gar nichts;
[] denn es ist nur auf den strauch geschlagen
d. im irrgarten d. liebe herumtaumelnde cavalier (1738) 160; dies ist ein harter schlag für meinen herrn. — ob mir wohl etwas ähnliches beschert ist? ich musz ein wenig auf den strauch ihr klopfen H. v. Kleist
w. 1, 248
E. Schmidt; jemand, der fein auf den strauch klopfen wollte, hatte darauf erwiedert ... Alexis
ruhe (1852) 4, 77; (
der vater) sagte, wenn mir nur um das heiraten zu tun wäre, so hätte er eigentlich nichts dagegen, ... auf den strauch geschlagen habe er schon, die reiche müllerstochter aus dem nachbarort gäbe man mir gerne Anzengruber
ges. w. (1890) 2, 16; eigentlich nur, um auf den strauch zu schlagen, sann er nach, wie hinter das geheimnis zu kommen sei Stehr
heiligenhof (1926) 126; m strauch schlgen
einem listig die wahrheit entlocken wollen Jakob
Wien 185; aufn strauch schlagen
bemerkungen fallen lassen, um dadurch jemand zu einer erklärung oder zu einem geständnis zu bringen Hügel
Wien 159.
sekundär versinnlicht, '
nach wegelagerern suchen': die wächter seien für die stadt, und nicht dasz sie in winternächten über land zögen und auf die sträuche klopften Alexis
Roland (1840) 2, 62.
in sprichwörtlicher weiterentwicklung: wenn einer uff'n strauch schlägt, do kimmt manchmol a vogel raus (
Oberlausitz) Wander
sprichw. 4, 896; der eine klopft auf den strauch, der andre fängt die vögel
ebda. —
in abwandlung der redensart eine gelegenheit vom zaune brechen (
teil 15,
sp. 409)
steht vereinzeltes die gelegenheit vom strauche brechen,
d. i. '
so unvermittelt mit etwas beginnen, wie man die erste beste rute am wege bricht' (
s. auch Borchardt-Wustmann
die sprichwörtl. redensarten [
71954] 523
s. v. zaun): (
tugendhafte mädchen,) die in jeder stunde heirathen können, wenn nur ein priester die gelegenheit vom strauche bricht Brentano
ges. schr. (1852) 5, 320. 1@gg)
gelegentlich —
ohne berücksichtigung der botanischen bestimmungsmerkmale —
für eine kleinere, strauchähnliche pflanze schlechthin; teils für sog. '
halbsträucher': kleiner strauch ... ist das mittelgewächs zwischen den stauden und kraut, der art sind lavendel, rosmarin, levkojen Woyt
schatzkammer (1716) 912; er rupfte einen strauch sanikel aus, kaute, aber er erschütterte vor dem geschmack Jung-Stilling
s. schr. (1835) 6, 103;
teils in freier verwendung für eine kleine, beblätterte pflanze überhaupt: nachdem sie hier lange gelegen, pflanzte ich die bohne in einen blumentopf, und jetzt ist ein fingerhoher strauch daraus emporgewachsen Moltke
ges. schr. u. denkw. 6 (1892) 35.
hierher wohl auch: der zierliche topf nimmt manchen strauch, manche zwiebel auf, um in winterhafter häuslichkeit den sommer zu heucheln Göthe I 40, 269
W. vgl. auch nelkenstrauch Hölty
ged. (1783) 134,
das sich als poetische gelegenheitsbildung die dicht beieinander stehenden stengel strauchähnlich vorstellt. dazu noch mundartliches blumenstrauch
strausz Hofmann
ndhess. 233; Pfister
nachtr. zu Vilmar 289; štrūk
strausz Leihener
Cronenberg 118; Woeste
westf. 259
b. 1@hh)
mundartliche übertragungen auf menschen knüpfen jeweils an einzelne momente der vorstehenden gebrauchsweisen an: '
armer schlucker' Schmidt-Petersen
nordfries. 129
b; '
lüderlicher mensch, weil sich dergleichen bösewichter und spitzbuben gern in sträuchern aufhalten' Berndt
sles. id. (1787) 135 (
vgl. hierzu auch unten 2); '
mensch und tier, denen die haare strauchartig oder bergan stehen' Kehrein
Nassau 1, 395; '
unbeholfener ungebildeter mensch, —
wie stock'
ebda. 22)
kollektivbegriff (
vgl.gesträuch
teil 4, 1, 2,
sp. 4248, busch
teil 2,
sp. 558, holz
teil 4, 2,
sp. 1765),
mehrere zusammenstehende sträucher, gebüsch, unterholz, niederwald; busch, strauch
βόσκος,
sylvula inculta, nemus [] Henisch
teutsche spr. (1616) 567; strauch
dumus, lucus, hekke, busch Schottel
haubtspr. (1663) 1424;
dumus, lucus Stieler
stammb. (1691) 2190;
eine mit sträuchen bewachsene gegend, ein aus sträuchen bestehendes gehölz Campe 4 (1810) 697
b.
literarisch seit dem 14.
jh., doch in neuester zeit ungebräuchlich: vil swammen, swämmelein die wachsen hie in disem strauch Oswald v. Wolkenstein 40, 19
Schatz; do worpen se Ysegrym vp de straten; se slepeden en dorch struck, dorch steen
Reinke de vos 1521
Leitzmann; so gaff he sik vp den struck vor einen rouer,
d. i. ward ein strûkrover
bei Schiller-Lübben 4, 442; (
der wolf) het lang gefrorn, mit lerem bauche thet er sich trollen nach dem strauche Burkhard Waldis
Esopus 1, 131
Kurz; aber der orden hatte es erfahren, legten einen hinderhalt drauszen im strauch Hennenberger
ercl. d. preusz. landt. (1595) 37; Sparr, der eine zeit auf beyde schon gefeurt, und allem überfall von hinten zu gesteurt, trieb, wie gescheuchtes wild, das fuszvolck aus dem strauche Besser
schr. 1, 37
König. auch hier (
ähnlich 1 d)
verbindet sich strauch
gern zu einer doppelformel mit wald (
bzw. synonymen bezeichnungen),
um die waldung im weitesten sinne, sowohl in baumbestand wie unterholz, als begriffliche einheit zu erfassen: ik mut van hinnen riden durch dat holt und durch den struk
gesammtabenteuer (
d. treue magd) 2, 322
v. d. Hagen; so lewthe schiffbrochich werden und zculande lebendich komen, so werden sie von den geburen doselbist geslagen und in das holtcz und struch gebunden (1449)
acten d. ständetage Preuszens 3, 115
Toeppen; alsz in duszsem lande vil berge, welde unde struche sint Wigand Gerstenberg
chron. 22
Diemar; städte und schlösser, wälde und sträuch
bei Fischer
schwäb. 5, 1833; kein löw noch drach so vmb sich frist im wald, strauch vnd gebüsche, als wol thut die pest nach jhrer art Abr. Suarinus
in: evang. kirchenl. d. 17. jhs. 1, 13
Fischer-Tümpel; in wäldern und sträuchen herumlaufen
vagare per le selve e fratte Kramer
t.-it. 2 (1702) 998
a;
through woods and bushes Ludwig
t.-engl. (1716) 1888; dort krönt ihn (
den berg) wald und strauch Dusch
verm. w. (1754) 51. 33)
von der lebenden pflanze entfernte teile eines strauches. 3@aa) '
der (
abgefallene, abgerissene oder abgeschnittene)
zweig, die rute, gerte'
; anfänglich vorwiegend auf nd. sprachgebiet bezeugt; virga gerde, struck (1425) Diefenbach
gl. 621
c;
ramus strouc, roude (15.
jh.)
ders., nov. gl. 313
a; struk
vel telge
ramus (1445)
s. Schiller-Lübben 4, 442;
vimen weeke strke edder wyden, darmit men binden edder flechten kan Chyträus
nomencl. (1585) 453.
in neuerer ma. ebenfalls nur auf nd. gebiet bekannt: schtrûk '
strauch, reis' Damköhler
Nordharz 181,
weiteres s. unten c.
biblischer gebrauch bestätigt dieses bild: de anderen sneden struke van den bomen unde stroweden in den wech (15.
jh., sermones evangelici) Schiller-Lübben 4, 442 (
alii autem caedebant ramos de arboribus et sternebant in via, Matth. 21, 8; esste
erste dt. bibel; zweige Luther,
und —
wohl unter hd. einflusz — twige
Lübecker bibel).
obd. bzw. hochsprachlich nur selten bezeugt, doch schon in einem vocabular aus Nürnberg 1482: struch, reysze
virga, ramus voc. theut. ff 5
a;
danach (
falls nicht zu 1 g
gehörig): der winter windet sträuche von dem olivenlaub (
Hamburg 1657) Stieler
geharnschte Venus 116
ndr.; [] wie er von einem myrthenbaume einen strauch abreisset, der von blut treufelte Bodmer
abhandl. v. d. wunderbaren (1740) 307. 3@bb)
in pluralischer verwendung sowie als kollektiver singular (c)
begegnet das wort im sinne von '(
abgerissenes, -gebrochenes u. dgl.)
strauchwerk, zweige, reisig'
; dieser gebrauch mag einmal, zumal auf nd. gebiet, die vorstehende bedeutung fortsetzen, kann sich aber auch, so vor allem hochsprachlich, (
bei gleichem sinngehalt)
unmittelbar an strauch 1
anschlieszen und das von der lebenden pflanze entfernte '
strauchwerk, gebüsch'
bzw. '
das entwurzelte strauchwerk, gestrüpp'
bezeichnen; '
reisig, geäst': it find't sik de glidende, lidende süek', im elend hier schlepet de wiver de strüek', insünderheit wen sik de mänlicheit lumpt, wen zipperling unde dat schwimels ankümpt (
ca. 1700) Lauremberg
scherzged. 127
lit. ver.; die weiber grösztenteils sind in den fichten, sträucher einzusammeln H. v. Kleist
w. 1, 399
E. Schmidt. entsprechend bildlich: noch immer indessen ist selbst aus diesen wegarbeiten zu sehen, dasz unten noch grundlos sey, dasz nur sträuche übergeworfen werden, die jedem starken tritt ersinken Herder 5, 445
S. kleine, grünende zweige: wir machten uns so malerisch als möglich, lieszen bänder flattern ... die herrn steckten sträucher auf den hut Bettine
Günderode (1840) 1, 131. 3@cc)
als singularischer kollektivbegriff: item 16 sch. taglonern, dy den struch hyben zum wege zu bessern (1409)
Marienburger tresslerb. 539
Joachim; hawen jhr den kopff ... ab, ... vnd bedeckens mit einem groszen hauffen strauch Hennenberger
ercl. d. preusz. landtaffel (1595) 109; ihr feuerwerck (
heizmaterial), welches gemeiniglich strauch und gedürreter kuhemist (
ist) Olearius
persian. reisebeschr. (1696) 196; ihre wohnhäuser ... sind ... von strauch geflochten
ebda 391; das (!) strauch zu (
schanz-)körben musz von guter beschaffenheit, namentlich sehr biegsam sein Rüstow
milit. hdwb. (1858) 2, 198.
so noch in den maa.: struk
strauch, reisig Sallmann
Estland (1880) 41; strauch lesen
reisig sammeln, einem strauch zu riechen geben
ihn durchprügeln Frischbier
pr. 2, 378; struuk,
n., '
das geschlagene buschholz, das zur feuerung, namentl. zum anheizen verwendet wird oder zum ausbessern von zäunen oder flechtwerk dient' Mensing
schlesw.-holst. 4, 905. 44) '
storren, baumstumpf',
auch '
stamm'
; diese bedeutung zeigt bereits einer der ältesten belege im deutschen: (
der lewe) rihte daz swert an einen strûch und wolt sich stechen durch den bûch Hartmann v. Aue
Iwein 3953
B. strûch,
das auch die obd. hss. an dieser stelle zeigen, übersetzt (
wie aisl. ok setti þat í einn stofn
vens saga 10, 34
Kölbing)
afrz. un fust, un tronc (Chrétien de Troyes
Yvain 3516
f. Foerster);
noch einmal in dieser verwendung in einer obd. glosse aus dem anf. d. 15.
jhs.: stirps strauch (
neben wurczel, stok, strung, stamm) Diefenbach
gl. 554
a.
der ungewöhnliche und vereinzelte gebrauch des wortes im obd., zumal in dieser dem dt. sprachgebiet fremden bedeutung, läszt sich nur auf mnl. einflusz zurückführen, wo struuc, struyc
in erster linie als '
tronc of stronc van een boom' (
s. Verwijs-Verdam 7, 2349)
geläufig ist, vgl. noch: stam eines gewachses oder baums
belg. struyck
stirps Junius
nomencl. (1567) 161
b (
dagegen: frutex staud,
belg. spruyte, hestere 162
a); een struyck int water
quia retinet naves (
gemm. voc. Deventer 1500) Diefenbach
nov. gl. 318
a s. v. reta (
vgl. reta stock
vel pfal im wasser
ders., gl. 495
c);
so noch im heutigen nl. (
wb. d. nl. taal 16, 215)
und im fries. (strük
strunk, stumpf Mungard
Sölring spraak 213; strük
strunk Schmidt-Petersen
nordfries. 129
b; kûlstryk
kohlstrunk Jensen
nordfries. 591; koalstruk
[] Dijkstra
friesch wb. 3, 229);
vereinzelt bleibt ein bei Kehrein
Nassau 1, 395
verzeichnetes strauch '
strunk von kohl'.