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gautsche

nhd. bis Dial. · 3 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
3 in 3 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gautsche f.

Bd. 4, Sp. 1589
gautsche, f. ein lehrreiches alemannisches wort. 11) schwäb. die schaukel Schmid 222, Birlinger Augsb. wb. 183a (auch genäselt gauntsche), der hinzufügt 'besonders die herkömmliche für jung und alt errichtete gautsche in der Jakober kirchweihe, die jetzt schogga heiszt'; fränk. gauze schaukel Schm. 2, 88. dasz das schaukeln unsern vorfahren eine gröszere bedeutung gehabt habe als uns, ergab sich unter klank a. e., hier als ein stück der kirchweih vertieft sich das wol sogar zu einer alten cultusbedeutung, wie sie auch altrömisch wirklich bezeugt ist für öffentliches schaukeln beim feste der feriae Latinae, das man noch später religiös auslegte, s. Marquardt handb. d.m. alt. 4, 441. schon darum ist diesz gewiss auch die älteste bedeutung des wortes. es ist zufällig selten verzeichnet, in den nhd. wbb. gar nicht, im 15. jh. in einem voc. ex quo ein gautsch, oscillum Dief. 402b. s. weiter unter gautschen 7. 22) lotterbett, faulbett, dem späteren sofa entsprechend (vergl.kanapee a. e.): grabatus, ein lotterbeth, gautsche. Dasyp. 280d (88b dafür ein gutsch, 9a gutsche, s. 5, c). so noch schwäb., mit rein alem. vocal appenz. gûtscha, 'das ruhebett neben dem ofen in der stube älterer häuser' (darunter hie und da ein hühnerstall) Tobler 244b, daneben mit umlaut gtsche Stalder 1, 504, was hd. gäutsche wäre, wie auch als zeitwort gäutschen (s. d.) neben gautschen, s. auch gütsch, gytsch unter 5, c. 33) gautsche, wiege bei Schm.2 1, 966, doch nur auf grund von Fromm. 3, 213, wo es entnommen ist aus cimbr. gütsch wiege (s. 5, c), das aber kurzen vocal hat. doch auch gautsche ist wahrscheinlich nach gautschen wiegen, und das vorarlbergische 'gtschle' Fromm. 3, 210 ( meint dort langes ü), also gäutschlein, worin das Christkind schläft, scheint eine wiege. 44) auch gautsche, kutsche, els. im 16. jh. und noch schweiz. gûtsche, s. unter kutsche am ende; den übergang dazu bildet gautsche sänfte, das Adelung als älter angibt, tragbares bett o. ä. mit schaukelnder bewegung, s. kutsche 3, d. 55) es liegt da das so häufige verwachsen verschiedener wörter doppelt oder dreifach vor. 5@aa) in der 4. bed. ist das ungr. fremdwort kutsche in das altalem. umgekleidet worden, sachlich begründet durch die schaukelnde bewegung des verbesserten fahrzeugs (zumal nachdem die riemen, in denen der kutschkasten hängt, und küssen hinzugekommen waren); ebenso fallen zusammen nl. koets f. kutsche und koets bett, bettstelle, auch das lotterbett heiszt da im 16. jh. koetsken, lodderbeddeken Junius 182a (vgl. unter kutsche 1, b und 3, b), wie umgekehrt das appenz. gûtscha auch für bett überhaupt gilt. 5@bb) in der 2. bed. scheint offenbar ein rom. fremdwort eingegriffen zu haben, franz. couche f., s. u. kutsche 3, a und b, besonders luxemb. kautsche mistbeet (d. i. eigentlich bett), franz. couche. aber nur eingegriffen, nicht es hervorgerufen, denn gautsche schaukel ist aus gautsche bett nicht zu begreifen, wol aber umgekehrt, indem das behagliche schaukeln und gaukeln, ins kleine gezogen, von jener auf das lotterbett übergieng mit seinem ähnlichen behagen und freier bewegung in angekleidetem zustande (vgl. den heutigen schaukelstuhl); man kocket da hin und wider, mit H. Sachs zu reden, s. kocken, das mit gaukeln, gauken nah verwandt ist, und auch gautschen gehört zur verwandtschaft. vielleicht hiesz zuerst das hängebett, die hängematte gûtsche, in welcher schaukel und lotterbett vereinigt sind; noch jetzt gibt es auf dem lande kinderwiegen in dieser form, die an der decke aufgehängt sind, vergl. gautsche wiege vorhin. 5@cc) neben gautsche, gûtsche heiszt es auch mit kurzem vocal gutsche (s. unter 2 und kutsche 3, a. c. d), das auch Schmid 222 als schwäb. gibt neben gautsche, faulbett, schaukel, indem er franz. couche zum ersten stellt. dasz aber auch das höchstens eine berührung von dem franz. worte erfahren hat, dafür bürgt einmal sein entlegnes auftreten in den tredeci comuni, gütsch m. wiege Schmeller 127b, nicht für das bett oder lager überhaupt, sodasz da noch der begriff des schaukelns der kern ist; anderseits schon im 15. jahrh. auch für die schaukel selber gutsch oscillum Dief. 402b aus zwei vielleicht straszburgischen vocc. (ob gûtsch?), auch mit umlaut gytsch aus einem alem. voc. (er hat für mhd. iu meist ui, z. b. 285a), also in beiden bedeutungen wie in gtsche faulbett unter 2, sodasz auch da für alle drei bed. die einheit des wortes sicher ist. selbst in der bloszen bed. bett übrigens reicht das franz. wort nicht aus, das zeigen die unter kutscheln, kutschen beigebrachten anklänge die dem franz. fern liegen, vielmehr auf einmischung anderer heimischer stammwörter hinweisen. s. weiter unter gautschen 7.
4725 Zeichen · 112 Sätze

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    gautschef.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    gautsche , f. ein lehrreiches alemannisches wort. 1 1) schwäb. die schaukel Schmid 222 , Birlinger Augsb. wb. 183 a ( au…

  2. modern
    Dialekt
    Gautsche

    Rheinisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Gautsche joutš, Pl. -tšə f.: heftige Regenschauer.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gautsche

11 Bildungen · 11 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von gautsche

gautscheln + -e

gautsche leitet sich vom Lemma gautscheln ab mit Suffix -e, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

gautsche‑ als Erstglied (11 von 11)

Gautscheer

MeckWB

Gautscheer f. Name einer Schafrasse mit guter Wolle Ma Kast .

Gautscheler

PfWB

gautsche·ler

Gautscheler m. : ' großer, wackelig gehender Mann ', Gaatscheleʳ (gdšəlÄ) [ KL-Lind ]; vgl. Gautschel 2, gautschelig 2. Rhein. II 1049 Z. 4…

gautscheln

PfWB

gautscheln , gäutscheln , gaun(t)scheln schw. : 1. 'schaukeln, hin und her bewegen, baumeln', gautschele (gaudšələ) [KL-Landstl PS-Glashtt],…

gautschenbett

DWB

gautschen·bett

gautschenbett , n. gleich gautschbett, s. gautsche 2; im demin.: als sie ( die sieche ) in irer stuben uf ainem gautschenbetlin gelegen. Zim…

gautschen II

RhWBN

gautschen II -ǫu- Kreuzn-Rümmelsh , Goar-Breitschd schw.: bellen, von Hunden. Vgl. gauzen.

Gautscherstuhl

Adelung

gautscher·stuhl

Der Gautscherstuhl , des -es, plur. die -stühle, eben daselbst, ein vorn offener Kasten, in welchem der Gautscher vor der Butte stehet.

Gautscheteⁿ

Idiotikon

Gautscheteⁿ Band 2, Spalte 560 Gautscheteⁿ -äu- 2,560

gautscheⁿ I

Idiotikon

gautscheⁿ I Band 2, Spalte 560 gautscheⁿ I 2,560

gautscheⁿ II

Idiotikon

gautscheⁿ II Band 2, Spalte 561 gautscheⁿ II 2,561

gautscheⁿ III

Idiotikon

gautscheⁿ III Band 2, Spalte 561 gautscheⁿ III 2,561