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suttern

mhd. bis Dial. · 5 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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5 in 5 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

suttern vb.

Bd. 20, Sp. 1363
suttern, vb. , vereinzelt auch süttern; mit iterativdeminutivem -r-suffix (vgl. Wilmanns gr. 22, 94) gebildete ableitung von ahd. *sutten (< *sudjan) zu sieden, vb., vgl. oben sütten (sp. 1362) sowie 2sudern (sp. 959) und sottern (teil 10, 1, sp. 1820); etymologisches s. oben sp. 912 s. v. 1sud. mundartlich weithin ausgebreitetes wort. 11) wie sottern 1 und 2sudern 1 entsprechend sieden 'kochen', aber meist mit besonderer bedeutungsfarbe von sieden abgehoben, vgl. z. b. sutteren 'unter geräusch langsam, aber anhaltend kochen, sieden' Staub-Tobler 7, 1475; 'wallen, langsam kochen (von wasser und brühen)' Martin-Lienhart elsäss. 2, 381; 'sieden, aufwallen, brodeln', 'schwach sieden', 'abkochen, gar kochen', 'überlaufen durch sieden' Fischer schwäb. 5, 1973; suttern (neben sottern) 'im kochen wallen und überflieszen' (Untermain) Schmeller-Fr. 2, 340; 'im kochen aufwallen' Lexer kärnt. 246; 'im kochen wallen' Schöpf tirol. 731; suttern, süttern 'sieden, kochen, brühen' Crecelius oberhess. 827; nd. suddern 'mit einem feinen und gedämpften geräusch kochen' brem.-nieders. wb. 4, 1088, 'lange und anhaltend sieden oder kochen', 'anhaltend und in gelinder weise fortkochen, brodeln' ten Doornkaat-Koolman ostfries. 3, 360. 22) entsprechend 2sudern 2 und sottern 3, der wurzelbedeutung näher stehend (vgl.sod teil 10, 1, 1394), im sinne 'sickern, hervorquellen' u. ähnl., vgl. z. b. sutteren 'in kleinen bläschen ruckweise hervorquellen' Staub-Tobler 7, 1475; im compositum ussersütteren 'hervorsickern, so wasser aus nassen schuhen, aus riedboden, aus einem risz des brunnenstocks, wein am spund des fasses und weiterhin' ebda; sutteren 'aus einem enghalsigen gefäsz stoszweise in kleinen tropfen herausflieszen (mit eigentümlich gurgelndem tone)' Fischer schwäb. 5, 1973; sutɐn 'sickern' Lenz Handschuhsheim 70b; sutteren flieszen (von wunden) Martin-Lienhart elsäss. 2, 381; suddere das hervorquellen des wassers aus morastigem boden Halter Hagenau 185; süttern 'sickern, hervorquellen' Schmeller-Fr. 2, 340; suttern 'aus einem enghalsigen gefäsze mit gewissem geräusch ausflieszen' Schöpf tirol. 731; suttern 'sickern' und durchsuttern 'in kleinen tropfen niederfallen' Lexer kärnt. 246; suttern, süttern 'sickern' Crecelius oberhess. 827; suttern 'sickern, besonders von unsauberer flüssigkeit': 'die wunde suttert, der wassersüchtige suttert, oder die lymphe, das wasser suttert' Vilmar Kurhessen 408; sutern 'von pfeifen, wenn sie diese brühe (d. i. den suter) ausschwitzen', 'von sachen, die beständig auslaufen, z. e. von offenen wunden' Schmidt westerw. 246; suttere 'ausschwitzen' Coblenzer ma. (1869) 751; suddere 'aussickern' Hönig Köln 178b; der verwandten geräuschvorstellung wegen wohl in diesen zusammenhang gehörig sutteren 'brausen, zischen von gärenden stoffen in fässern oder vom gelöschten kalk, in einigen gegenden auch das gären des mosts' Fischer schwäb. a. a. o.: ein newen freünd acht ich gemein eben gleich ainem newen wein, der gar wol schmecket in dem mund und suttert in dem bauch zuo stund Daniel Holtzmann spiegel der natürl. weiszheit (1571) 74b, mit der randnotiz ainem newen wein, der noch nitt verjärt hat; übertragen: sutteren 'aus unzufriedenheit (zwischen den zähnen) murren, brummen' Staub-Tobler 7, 1475; suttere 'schimpfen' (vor unmut und zorn zwischen den zähnen murren und brummen wie ein kessel im sode) Seiler Basler ma. 286; sutteren 'murren, schelten, schimpfen' Martin-Lienhart elsäss. 2, 381; 'mit schlecht verbissenem unwillen reden, brummen, keifen' Schmeller-Fr. 2, 340. 33) andere einzelbedeutungen sind in ihrer herleitung weniger durchsichtig: sutteren 'unwohl sein' Staub-Tobler 7, 1475, 'kränkeln' (Wetterau) Vilmar Kurhessen 293. sutteren 'schwach, aber anhaltend regnen' Martin-Lienhart elsäss. 2, 381 entspricht 1sudern 2 und gehört etymologisch zur wz. germ. seud- 'feuchtes' (vgl. sp. 929), vgl. auch stern 'aufspritzen von wasser in wiesen, sümpfen' Woeste-Nörr. 248 zur wz. germ. seut- (näheres s. sp. 929); sutteren von gänsen und enten 'mit dem schnabel im wasser und schlamm nach nahrung suchen' Martin-Lienhart elsäss. 2, 381 ist offenbar neues denominativum von 1sutter.
4311 Zeichen · 71 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    sutternswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +1 Parallelbeleg

    suttern swv. BMZ im kochen überwallen Schm. Fr. 2,340. Schöpf 731.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Sutternv., ntr

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    † Suttern , v. ntr . 1) Mit haben , sickern, die Flüssigkeit tropfenweise von sich lassen. 2) Mit sein , sickern, tropfe…

  3. modern
    Dialekt
    suttern

    Rheinisches Wb.

    suttern s. suddern;

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit suttern

2 Bildungen · 0 Erstglied · 1 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von suttern 2 Komponenten

sutt+ern

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suttern als Zweitglied (1 von 1)

versuttern

Lexer

ver·suttern

ver-suttern swv. BMZ im kochen überwallen lassen. ver südern Wolk. 2. 4,29.

Ableitungen von suttern (1 von 1)

versuttern

Lexer

ver-suttern swv. BMZ im kochen überwallen lassen. ver südern Wolk. 2. 4,29.