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stelle

mhd. bis spez. · 22 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

stelle f.

Bd. 18, Sp. 2172
stelle, f. , in der älteren sprache und dialektisch auch neutr. stell, stelle, gestell, bzw. ort, platz. j-ableitung (ja-, jô-, jôn-stamm) zu stall, m., wie bürste, grütze zu borst, griesz oder die neutra heft, öhr, stück zu haft, ohr, stock. doch ist deverbaler ursprung von stellen, v., auch möglich, so Wilmanns gramm. 2, 215, der st. zu fem. bildungen wie beute, blende, fähre, schwemme, tränke u. s. w. stellt, die die j-form des verbalen präs.-stammes zeigen. st. ist auf das deutsche (hd. nd. nfr.) beschränkt. norweg.n. stel, schwed. ställ ist lehnwort aus dem deutschen. in breiterer verwendung (stall und statt aus einer reihe von anwendungsgebieten verdrängend) erst seit dem 16. jh. literarisch nachzuweisen. ahd. blosz im comp. heristelli, n., mhd. vereinzelt bei spruchdichtern des 13. und 14. jhs., auch mnl. selten, s. Verwijs-Verdam 7, 2065. schwache sg.-formen neben starken nur mhd. und vereinzelt älternhd. (Lehman floril. polit. 3, 104; acta publ. 1, 19 Palm; v. Fleming vollk. soldat [1726] 181). sie sind in der bedeutung des concretums dialektisch (bair.) noch heute üblich. [] bedeutung und gebrauch. engerer zusammenhang mit bedeutungen des verbums stellen findet sich nur spurenweise (s. u. II A 10; 11; C 1), die ältesten belege zeigen st. als concretum, was deverbalen ursprung nicht ausschlieszt, wie die subst. blende, schmiere, schminke, spritze, stütze u. a. beweisen. als abstractum (locus) im hd. erst vom 15. jh. an literarisch bezeugt. II. das neutr. stelle, stell. das neutr. ist ahd. und and. in compp. als concretum u. abstractum belegt. (heristelli locum castrorum vocari iussit Carolus rex a. 797 Graff 6, 666; 675 und forastelli, constipatio, verstopfung Trierer gloss. bei Gallée vorstudien 79), drang aber weder in alter noch neuer zeit aus landschaftl. u. dialektischem gebrauche heraus zu breiterer verwendung ins schriftdeutsche. Stieler, Adelung buchen das neutr. nicht. I@AA. concret, synonym mit gerüst, gestell. I@A@11) eines schniders wittib thate ein miszdrytt uber ein stell Fel. Würtz practica der wundartzney (1612) 269; die schergen ... legten ihn auf ein gemachtes stel und ... zogen ihm alle glieder aus den gelenken Bucholtz Herkules (1666) 2, 10. I@A@22) prägnant für bettstelle, bettgestell: Erlauer spiele 3, 470. für wirkstelle, webstuhl: Schiller-Lübben 4, 382; Campe 4, 630. dialektisch im norden weit verbreitet: das stell wirkt (= webt) gut quelle bei Frischbier preusz. wb. 2, 368a; Woeste 254a; Stürenburg 263; Fischer Samland 87; 97; Bauer-Collitz 99a; Schmidt-Petersen 127a; werpet den wever mit dem stelle nedene an de dêpen helle spil van d. upstandinge v. 1521. I@A@33) für vorder-, hinterstell, vorder-, bzw. hintertheil des wagens, s. Danneil 211a, ferner Woeste 254a; Bauer-Collitz 99a; Schmidt-Petersen 127a; nd. korr. 18, 42. vgl. auch die compp. vör-, hinner-, achterstell, stellmacher, stellwagen. 4) karrengabel Woeste a. a. o. 5) holzaufbau (geschosz, stockwerk) eines hauses: (das haus brannte ab) van boven uppe dat nedderste stel Braunschweig 1502 in städtechron. 16, 405. hierher auch Diefenbach nov. gloss. 359b s. v. tetta? I@BB. nd. auch collectiv für eine summe von dingen, die ein zusammengehöriges ganze ausmachen, so in der schifferspr. ein stell segel, masten, alle segel, masten u. s. w., die ein schiff bei seiner vollständigen betakelung führt Campe 4, 630a; Heinsius 4, 787b. jeu de voiles, jeu de mâts ... Beil 573; Hoyer-Kreuter 1, 728. auch norweg.n., s. Falk-Torp norweg.-dän. etym. wb. 1156. I@CC. collectiv ist auch die bedeutung für neutrales stell im Elsasz: allerlei gesindel Martin-Lienhart 2, 589. IIII. das fem. stelle. II@AA. concret: gestell, die älteste bedeutung des wortes. die spärlichen belege aus dem 13. jh. zeigen nur diese und zwar specialisiert für sitz, thron gottes, s. mhd. wb. 2, 2, 560a; 619a; Lexer 1, 1288; 2, 1171; sîn (gottes) sin kan alle stcrnen zeln, ... er sitzet ûf den himelsteln (ûf des himels steln Kolm. 101, 35) Marner 1, 35 Str.; ähnlich Meiszner, Boppe, Frauenlob (die ansetzung stele neben stelle für die schwach-flectierten formen in beiden wbb. ist unberechtigt). in der neueren sprache ist st. als concretum schriftsprachlich obsolet geworden, wird aber in dieser bedeutung dialektisch noch verwendet. II@A@11) gerüst, gestell, regal: vorrichtung, um gegenstände abzustellen, aufzubewahren: kastel, kisten an der wand, stellen Diefenbach 499a s. v. riscus; arca Stieler 2142; ripositorio, gestelle Kramer 2 (1702), 955a; spintrum, ein st. in einer stuben quelle (15. jh.) bei Lexer kärnt. wb. 240. s. auch Schmeller-Fr. 2, 747; Schöpf 705; Unger-Khull 574a; die waldfrau langt ein laib brot von der stellen herunter Anzengruber 5, 110; Stelzhamer ausgew. dicht. (1884) 1, 19 R. hierher compp. wie bücherstelle Ebner-Eschenbach dorf- und schloszgesch. 26. II@A@22) für stockartigen holzaufbau eines hauses: diese hütte war ... mit dreyfach übereinander gebauten stellen versehen Hafner ges. lustsp. (1812) 1, 67. II@A@33) stuhl, sitz: sie ist komen in ir stell (in der kirche) vor den leuten G. Preu augsb. chron. (1537) in [] städtechron. 29, 20 (oder neutr.?). hierher vielleicht auch: der junge mensch sasz nur zwo stellen von mir Rabener 4, 319 oder zu B 3? s. Gottsched beob. (1758) 277, ferner Moscherosch insomnis cura parentum 104 ndr. in bildlichem gebrauche: zu deme gibt es in meinem buche keine gewisse sitze, stellen oder bänke wie auff den reichstagen Rist n. teutsch. Parnasz (1652) b 9b; der tugend sitz und stelle friedew. Teutschl. (1648) 32. der abstracten bedeutung B 3 nahe: wann die weiszheit kommt mit ir stell nicht in ein boszhafftige seel H. Sachs 19, 418 K.-G.; aber weishait hat gern ir stell in ainer rhuigen stillen sel Fischart podagram. trostbüchlin 89 H. II@A@44) für zaunstelle, vorrichtung zum übersteigen: Gangler luxemb. (1847) 431; Buck flurnamenb. 269. II@A@55) felsstufe (südbair.), s. Lexer kärnt. wb. 340; Unger-Khull 574a; J. Bacher Lusern 393; scoglio, rupe Schmeller cimbr. wb. 174a; Schmeller-Fr. 2, 747. bodenstufe, terrasse: die da pauen die stellen und die weingarten auf dem perg (ca. 1490) österr. weisth. 8, 1053. schwelle: luxemb. wb. 422. II@A@66) für viehstelle, hürde: st., ein gehege für weidevieh, kuhlager Buck flurnamenb. 268; Martin-Lienhart 2, 590. ähnlich: den gitzlinen ein stelle machen Frisius dict. (1556) 374a s. v. defendo; stathmus ein st., herberg, stall Calepinus xi ling. (1598) 1378a. weitere belege vom 16. jh. ab bei Fischer schwäb. wb. 5, 1724. II@A@77) für bau-, hofstelle: st., länderei, knechtshof Sallmann lex. beitr. 48b; neue beitr. 72; die übrigen ... von ihnen selbst angebaueten stellen liesze man in ihren händen S. Fr. Hahn staats-, reichs- u. kayserhist. (1721) 1, 101; die st. wird sich schwerlich für die familie halten lassen Storm 3, 87; zu der väterlichen hufe auch noch die Fehse'sche st. ... erwerben 3, 118; vgl. auch hdwb. d. staatswiss.2 4, 1222. II@A@88) für wohnstelle, ländliches haus: dann werdet ihr ... zu eurer st. gerathen (= nach hause kommen) br. Grimm dtsche sagen (1891) 1, 42; Storm 3, 127. vgl. noch compp. wie feuerstelle Viebig schlaf. heer 1, 50; herdstelle Freytag 8, 8; miststelle Hulsius (1618) 2, 329b, werkstelle officina Stieler 2142; G. Hauptmann Em. Quint 184. hierher auch die redensart eine bleibende st. aufschlagen: Chr. Weise pol. redner (1677) 776. dem abstractum nahe bei den verben finden Tieck schr. 6, 3, haben Wander 4, 825. II@A@99) für schiffstelle, arsenal, hafenanlage (16. u. 17. jh., s. Frisius dict. [1556] 857b s. v. navale; nomenclator [Hamb. 1634] 561): schiff ausz der stell ins wasser ziehen Hulsius (1618) 2, 425a. II@A@1010) für lachsstelle, vorrichtung und ort zum lachsfang, s. Frischbier 2, 368a. II@A@1111) hag, hecke (jägerspr.): indago Pomey (1720) 417, zu stellen v. 'zum stehen bringen'? II@BB. abstract: ort, platz. erst nhd. seit dem 15. jh.: locus, regio, spatium Stieler 2142. die wbb. differenzieren: 'ort ist allgemeiner ..., st. scheinet zunächst das bestimmte verhältnisz des ortes in der reihe der nebeneinander befindlichen dinge zu bezeichnen' Adelung 4, 348. ähnlich Eberhard syn. 5, 267: 'st. (ist) der ort, ... den ein ding in der ordnung einer gewissen reihe einnimmt', ebenso Heinsius 4, 787b; Krünitz 173, 80. II@B@11) ein bestimmter platz, punkt, fleck in einem raum, einer landschaft auf erden oder im kosmos: II@B@1@aa) deinde elegit locum templi alszo hat er (gott) szunderliche ... stellen darzu verordnet, papa autem hat schyr ... alle stellen zu kirchen gemacht Luther 34, 2, 296 W.; solte er darumb viel Christus seyn, das man yhn ynn so unzeligen sichtigen teylen austeylt, so müsten auch so viel Christi seyn als viel stellen der welt 19, 527 W.; überalsein steet allain got zu, und es haiszt nit in ainer iegklichen creatur und stell besunder sein ... sunder es haiszt in ainem wesen sein, da kain irdische creatur, kain leibliche stell noch zeit ist C. Schwenckfeld apologia ... (1529) h 3a. dasz bey dem leibe nichts als grösze, solidität oder undurchdringlichkeit und bewegung oder veränderung der st. anzutreffen Leibniz dtsche schr. (1838 f.) 2, 329. II@B@1@bb) näher bestimmt durch relativsatz oder localsatz: er küsset, weisz nicht was, die stelle, da sie stund, den stuhl darauff sie sasz — Rachel satyr. ged. 94 ndr.; [] bald wird, an dem öden strand, ... kaum ein hirt die stelle weisen, wo Carthago sonsten stand Cronegk schr. (1766) 2, 180; H. Heine 1, 104 E.; da ich sehe, dasz ... die st., die sie (die erde) mit ihrem umlauf bezeichnet, ... durch gesetze bestimmt ist, ... so ... Herder 13, 15 S.; so weit das zepter meines vaters reicht ..., ist keine stelle, keine, keine, wo ich meiner träume mich entlasten darf als diese (= an des Marquis von Posa busen) Schiller 51, 22 G. (don Carlos 1, 2). II@B@1@cc) durch adj. determiniert: wir giengen manche rauhe bahn, die heilge stelle selbst zu sehen Zachariä poet. schr. (1763 ff.) 3, 205; H. Steffens was ich erlebte 1, 355; die sogenannte böse st., orte nämlich wo ein frevel verübt worden ist Immermann 5, 115 B. II@B@1@dd) als obj. bei verben wie jemandem eine st. anweisen, gönnen, lassen u. ä.; grenze gegen 3, 4, 5 (s. u.) ist flieszend: doch sie ihm allezeit ein läre stell lassen, weil sie glauben, er sitze alsdann mit zur tafel Grimmelshausen 4, 600, 31 K.; (obwohl) alle buchläden damit (mit büchern) ... angefüllt, ist doch die st. ... denen zu gönnen, dardurch man die leute zu ... gottes forcht ... anzuhalten begeret J. Saubert wagen Simeonis (1627) widm. 7. eine (keine) st. finden in eigentlichem und übertragenem sinne: sie (die natur) muszte ... auf verlust rechnen, weil alles zusammengedrängt ist und nichts eine st. findet, sich ganz auszuwickeln Herder 13, 54 S.; nachdenken konnte keine stelle finden A. v. Droste-Hülshoff w. 2, 110 Sch. sprichwörtlich: ein gut wort findet eine gute st. Reinicke fuchs (1650) 122. ohne artikel: den (= Christus) sie bald in tüchlin wandt, sein gar fleissig pfleget, und weil sie nicht stelle fandt, in ein kripeln leget das picardisch gesangb. (1539) b 5a; wie hastu schelmisch werck, voll unflat und voll sünden, im menschenhertzen doch je können stelle finden? D. v. d. Werder ras. Roland (1636) 11. ges. 26. str. st. finden, in erfüllung gehen: welcher wundsch auch aus sonderlicher gottes schickunge st. fande Schütz hist. rer. pruss. (1592) 2, j 4 f. II@B@1@ee) mit den präpos. in, an, auf, zu, von (formelhafte wendungen s. u. 8). II@B@1@e@aα) in ist bei st. sowohl für richtungs- als ruheconstruction selten und heute fast ganz auszer gebrauch: (Narcisz lief) zum spiegel seiner quelle und sah, bedeckt vom baldachin des hains, in eine (= ein und dieselbe) stelle (des wassers) Hölty ged. 5 H. II@B@1@e@bβ) an mit dat. und acc. ganz allgemein. mit dat.: nur an geschützten stellen, auf berg und fels haben sich ... verzweifelte städter behauptet Freytag bilder 1, 118; an einer st. ..., wo der schutt einer bildhauerwerkstatt abgeladen sein muszte Fontane I 5, 173; Alexander beschlosz an dieser st. (der küste) einen damm durch das meer zu legen Droysen Alex. d. Gr. (1833) 184. pleonastisch: hier an dieser st. Klinger w. 4, 22; und uns rollte nun schon das neunte der jahre an dieser stelle (= vor Troja) vorüber! Bürger s. w. 198a B. mit acc.: maister, nun lasz uns eilendt gon, ... das ich zu der kumb an die stel, welche lieb hat mein hertz und sel Hans Sachs 13, 235 K.-G.; wir setzten uns an eine schattige st. Göthe 25, 43 W.; einige ... brachten uns an die st., wo wir lagerten, einen ochsen Freytag bilder 1, 150; also ... lief ich ... und kam ... an eine wilde und entlegene stelle am Rhein G. Keller ges. w. 4, 29; 6, 34. II@B@1@e@gγ) auf mit dat. und acc. die ruheconstruction: auf einsamer st. Bettine Günderode (1840) 2, 244; das königsschlosz, welches ... auf einer hohen st. lag Freytag a. a. o. 1, 158; auf dieser st.: ich schwer auff dieser stell bey meiner höchsten seele, dasz ... Chr. Reuter ehrl. frau 45. [] wer senkte dich auf dieser stelle bey berg und felsen in den grund? Gottsched neueste ged. (1750) 34. pleonastisch: hier auf dieser stelle! ... zu meines vaters füszen! Gerstenberg Ugolino 264 dtsche nat. lit.; J. H. Vosz Od. 180 v. 271 B. auf derselben stelle: die menschen wogten durcheinander ..., aber Traugott stand ... wie zur bildsäule geworden auf derselben stelle E. Th. A. Hoffmann 6, 144 Gr.; Brentano 5, 386. übertragen: ihr (Amalias) roman bleibt durch die drei ersten akte immer auf eben derselben st. stehen Schiller 2, 365 G.; auf der nemlichen st. Klinger neues theater (1790) 1, 96. auf einer st.: sie sitzen oft bis in die nacht beysammen fest auf einer stelle Lichtwer äsop. fabeln (1748) 94. mit acc.: und kam alszo uff di st., do si pflagk zu essen Hedwiglegende (1504) d 1b; ich hatt auf eine grüne stelle die augen eben hingewandt Brockes ird. vergn. (1721 ff.) 2, 82; ihre (der sprache) bäche und ströme dürfen oft bis auf die st. zurückgeführt werden, wo sie ... vorgebrochen sind dtsch. wb. vorr. vii. II@B@1@e@dδ) von: und du denn müssest gar mit scham auffstehn von solcher stelle Ringwalt evang. f 3a; doch weg von dieser stelle! Platen w. 1, 452 R.; (das gelichter der schwämme) haucht von jeder sumpfgen stelle seinen brodem in die luft Geibel w. (1888) 4, 26. II@B@22) bestimmter punkt, platz, theil eines fest umgrenzten gröszeren ganzen. grenze gegen 1) ist flieszend. II@B@2@aa) st. eines gebäudes, eines bestimmten gegenstandes u. ä.: (sie) wichen aus den äuszeren verschanzungen nach der festesten st. Ranke sämtl. w. 4, 32; schwache st. einer festung, einer militär. aufstellung, sodann übertragen, was schwache seite, s. o. th. 9, sp. 2154. (es ist) nicht gut, dasz man drüber (über das kehricht) gehet, denn man trägt es ... gar leicht wieder an die reinen und schon gekehrten stellen (des bodens) J. G. Schmidt rockenphilos. (1706) 1, 18. an dieses furchtbaren gebäudes schmutzgen schwellen sind von geronnen blut viel eckelhafte stellen König ged. (1745) 12; das strohdach erschien an einigen stellen fast durchsichtig O. Ludwig ges. schr. (1891 f.) 2, 39; (ich habe) dies alles an einer trocknen und hohlen st. des hauses niedergelegt Freytag 6, 12; mit einem steinchen eine bezeichnete st. an einer mauer treffen G. Keller ges. w. 1, 144. bildlich: der ... zweck von revolutionen ist nicht der, das ganze gebäude einzureiszen, sondern ... unpassendes zu entfernen und an der ... freigelegten, gesunden st. weiter ... zu bauen A. Hitler mein kampf (1933) 286. st. eines bildes: je schwärzer die dunklen stellen, je heller die leuchtenden H. Grimm Michelangelo (1890) 1, 4, st. einer fensterscheibe: stellen, an welchen sie (die scheiben) blind geworden sind Göthe II 1, 68 W., st. eines buches oder papierblattes: nun wurden die nassen stellen (des buches) bepflastert Bettine frühlingskranz (1844) 298 (buchstelle, literarische stelle s. u. d). er verklebte die noch offene st. (des blattes) mit briefmarkenstreifen Fontane I 5, 6. st. am körper: pestis ist eine kranckheit, so am leibe des menschen 6 unterschiedliche stellen hat Paracelsus op. (1616) 1, 326 H.; wenn ein pferd schäbich ist, so waschen etliche die stelle mit harn J. Walther pferde- u. viehzucht (1658) 93; Schiller 1, 54 G.; ihr könnt ... ... ihm (Siegfried) im krieg die stelle decken, wo er sterblich ist Hebbel w. 4, 121 W. kranke, wunde st. u. ä., z. b. scherzhaft vom trinker er hat eine trockene st. im hals Wander 4, 825; wenn ich mit dir getändelt, ward mirs helle, ich fühlte nicht am kopf die heisze stelle A. v. Droste-Hülshoff w. 2, 116 Sch.; [] auf geistig-seelisches übertragen oder im bildl. gebrauch: was der könig hat, gehört dem glück — Elisabeth dem Philipp. hier ist die stelle, wo ich sterblich bin Schiller 5, 2, 186 G. (don Karlos 1, 6); ein den protestanten zugestandenes recht verletzte die katholische kirche an ihrer empfindlichsten st. 8, 17 G.; da jener ihn ... an der verwundbarsten st. traf W. v. Polenz Büttnerbauer 1, 62; Fr. W. Weber Dreizehnlinden (1907) 32. II@B@2@bb) bestimmter punkt, ort eines berges, flusses u. s. w.: da er ... an den flusz kam, ging er auf und ab, eine schmale st. zu finden Brentano ges. schr. 5, 45; die reiszendsten stellen des flusses Eichendorf sämtl. w. (1864) 2, 112; du wirst noch hals und bein brechen ..., wo jetzt so viel glatte stellen am berg sind Bettine Günderode (1840) 2, 82; die steilste st. (des berges) W. H. Riehl d. dtsche arbeit (1861) 291; an seiner (des weges) schmalsten st. Ebner-Eschenbach ges. schr. (1893 f.) 4, 64; Mommsen m. gesch. 2, 28. II@B@2@cc) zeitlich gewendet: ich habe viele leere stellen in dem cirkel meines lebens gefunden S. v. Laroche frl. von Sternheim (1771) 1, 189; Fr. Schlegel Athenäum (1798- 1800) 1, 2, 94; Brentano ges. schr. 2, 290; ich bin schon in den jahren, wo's in den hagestolzen übergeht. das ist eine gefährliche st. Bauernfeld ges. schr. 2, 194. II@B@2@dd) st. in einem buch, gesetz, brief, einer schrift, rede, predigt u. ä., entsprechend dem lat. locus meist ort und inhalt zugleich bezeichnend. hierher compp. wie buch-, brief-, lied-, predigt-, gesetzesstelle; gemeinstellen, excerpta, loci communes Stieler 2142. II@B@2@d@aα) die in st. liegende raumvorstellung von theil eines gröszeren ganzen tritt deutlich hervor in wendungen wie: was mir ... in der heiligen schriffte ... fürkommen, alles undter seine gewisse locos oder ställen verzeichnen und einzihen Heyden Plinius (1565) vorr. 4a; (das lied) hat ... in stellen (= stellenweise) ein hohes trauriges und einfalt im gange von anfange zu ende Herder 25, 13 S.; alle morgen ... wird an der Iphigenie geschrieben, täglich erobre ich eine st., und das ganze macht sich, ich bin ganz nah fertig zu seyn Göthe IV 8, 76 W.; weil ein gutes gedicht keine stellen, sondern eben nur das ganze gute gedicht gibt Eichendorf sämtl. w. (1864) 2, 360. ähnlich Lessing 7, 7 M.; mein hauptbemühen war ..., aufzusuchen, an welche punkte und stellen (der alten thierfabel) die phantasie unserer voreltern ihre fäden knüpfte J. Grimm Reinhart fuchs widm. 4, oder bei bildlicher verwendung: mich dünkt, diese st. ist ein angenehmer ruheplatz für den leser und für mich auf der mitte eines spazierweges Lavater physiognom. fragm. 1 (1775), 109, auch in acc.-verbindungen eine st. gönnen, finden: welchem (scherz) eine st. zu gönnen kaum irgend ein blatt zu ernsthaft seyn kann Schopenhauer 1, 15 Gr.; hier mögen M.s worte eine st. finden O. Jahn Mozart 3, 174 anm. 22, ebenso in präpositionalen wendungen wie an dieser, an anderer st. u. ä. für hier, anderswo (im buch u. s. w.): es darf an dieser st. nicht verschwiegen werden, dasz ... Peschel völkerkunde 229. was es gewesen, dürfen wir an dieser st. dem leser noch nicht vertrauen Göthe 24, 56 W.; 7, 154 W.; an dieser st. (des gedichtes) brechen die verse ab Scherer lit. gesch. 87; und ist schon an andern stellen erwiesen, dasz ... J. G. Schmidt rockenphil. (1706) 1, 269; br. Grimm dtsche sagen (1891) 1, 79; Fontane I 5, 155. II@B@2@d@bβ) die raumvorstellung ist z. th. auch noch deutlich in wendungen wie Luther ist ihm selbst zuwider in seinen büchern mehr dann an dreyhundert stellen Nas das antipap. eins und hundert (1567 ff.) 2, 230a; das wird von den ... aposteln an beygesagten stellen herrlich ... beschrieben J. Ayrer hist. processus juris (1600) vorr. 5; Spee güld. tugendb. (1649) 328; an vielen stellen ... hätte ich verbessern können Schnabel insel Felsenb. vorr. 8, 31 U. II@B@2@d@gγ) meist aber ist der inhalt der literar. stelle gemeint, die raumvorstellung verblaszt: (es) sind viele stellen darinn (im buch), die unmöglich von einem philosophen ... herrühren [] können Lichtenberg nachl. 29; indesz erhellet doch aus dieser und ähnlichen stellen, dasz ... M. I. Schmidt gesch. d. Dtschen (1778 ff.) 3, 100; Eichhorn dtsche staats- u. rechtsgesch.3 1, 50; sollte man ... mit dieser oder jener st. (der schrift) nicht ganz zufrieden sein, so ... Kretschmann sämtl. w. (1784) 1, 3; ich hoffe ... meine meinung durchaus mit stellen belegen zu können Göthe 22, 28 W.; einige stellen (in Göthes 'braut v. Korinth') könnte man fast bürlesk nennen Fr. Schlegel in Athenäum 1, 2, 139. II@B@2@d@dδ) für liedstelle, theil, satz, partie, musikal. motiv: 20 stellen, deren accord zweideutig ist J. Mattheson kl. generalbaszschule (1735) 44; stellen, die er (d. componist) am meisten billigt Ramler einl. (1758) 1, 214; in der nacht zogen wir durch die straszen, indem mein vater die laute spielte und ich dazu sang und bei manchen stellen eine kleine handpauke schlug Tieck schr. (1828) 7, 253; wie denn die posaunen ... an manchen stellen, z. b. im kyrie und sanctus ... selbständig verwandt sind O. Jahn Mozart 3, 392 anm. 107. II@B@2@d@eε) mit adj. attribut: es sind eigentlich nicht die sogenannten rührenden stellen ..., es sind die schönen stellen, aus welchen der reine geist des dichters ... hervorsieht Göthe 22, 170 W.; E. König bei Lessing 20, 27 M.; Herder 5, 163 S.; Fr. Schlegel Athenäum (1798—1800) 2, 3; die schönsten stellen ... mit einer stecknadel bezeichnen Hauff sämtl. w. 2, 126; bey jeder schönen stelle (der bibel) wird meines weibchens augenstern von frommen zähren helle Schubart s. ged. (1825) 2, 250; das gedächtnis mit glänzenden stellen (aus dem theaterstück) anfüllen Göthe 45, 95 W.; deine übersetzung des Racine hatte treffliche stellen H. v. Kleist 5, 328 Schm.; der vater ... las ... die erbaulichsten stellen vor U. Bräker sämtl. schr. (1789) 1, 73; die klassischen stellen Scheffel ges. w. (1907) 1, 143; hinreiszende stellen groszer dichter Brentano ges. schr. 5, 23; die lyrischen stellen Göthe IV 31, 65 W.; Solger nachgel. schr. (1826) 1, 1; Fontane I 3, 4; die nachdrücklichsten stellen Wieland Agathon (1766 f.) 2, 70; es (Hamlets 'sein oder nichtsein') ist eine gute st., und ich hätte sie ... gern citiert Heine 3, 135 E.; L. hat grade von dieser klaren st. kein wort verstanden K. O. Müller die Etrusker (1828) 1, 54; man ... fragte mich über schwere stellen Schubart leben und gesinn. 2, 41; critik über zweifelhafte stellen (der bibel) Lichtenberg nachl. 37; Gottschedin br. (1771) 1, 26 R.; um die erklärung einer dunkeln st. der schrift ... bitten Ranke sämtl. w. 2, 18; die wunderlichsten und unverständlichen stellen darin (in den heften) Göthe 41, 1, 183 W.; schwache stellen neuest. aus d. anmuth. gelehrsamkeit 8, 787. ähnlich für leer, nichtssagend: stumpfe st. Göthe IV 27, 150 W.; vergleichung herausgerissner stellen und bilder (aus oriental. dichtungen) Herder 12, 9 S.; concordante stellen sehr verschiedner autoren Göthe IV 10, 103 W., widersprechende und unwahre allgem. dtsche bibl. anhang zu b. 53—86, 45. st. aus der musik: L'Augier sang mir verschiedene abgebrochene stellen aus böhmischer, spanischer ... musik vor Herder 25, 131 S.; (das orchester) durch starke stellen in arbeit setzen Schubart ästhetik d. tonkunst 47; bei einer harmonischen st., wo der bogen sanft auf mehreren saiten stirbt Göthe 45, 36 W. sodann adj. attribute, die das buch oder den autor bezeichnen: biblische stellen K. L. v. Haller restauration 1, xxxvii, ciceronische Mommsen m. gesch. 2, 248 anm. II@B@2@d@zζ) durch gen. attribut determiniert: st. eines buches, briefes, artikels, musikstückes u. s. w., z. b. dasz sein herz nicht sympathetisch schlägt bei der stelle eines lieben buches Göthe 19, 113 W.; fürst Pückler briefw. u. tageb. 1, 281; bei den trefflichsten stellen ihrer dramen Lenz ges. schr. 2, 335 T.; stellen ... der heiligen schrift Jung Stilling sämtl. schr. 6, 432; verwirrung, die in einigen stellen dieses ... artikels herrscht Görres ges. br. (1858 ff.) 3, 122; stellen ihres briefes A. v. Droste-Hülshoff br. 104 Sch.; st. des edicts v. Savigny gesch. d.m. [] rechts 1, 7, 25; einige stellen der musick waren ... schön Göthe III 1, 252 W. st. eines autors: die bekannte st. des Ammians, darinn er ... beschreibt ... allgem. dtsche bibl. (1765—1798) 1, 2, 148; st. des Horaz Bodmer samml. crit. ... schr. 1, 108; aus einigen stellen des heil. Irenäus und des Tertullian M. I. Schmidt gesch. d. Dtsch. 1, 371, Homers und Hesiods J. H. Voss antisymbolik 14, alter autoren H. Meyer gesch. d. bild. künste 1, xiv, der alten Göthe 46, 100 W., groszer dichter Brentano ges. schr. 5, 23. mit vorgesetztem gen.: daher ist auch Gellerts stelle (= satz) ... eigentlich fehlerhaft Adelung umst. lehrgeb. 2, 125. hierher dann compp. wie bibelstelle, psalm-, Dante-, Göthestelle. II@B@2@d@hη) mit präpos. ausdruck: stellen aus seinen predigten Archenholz England u. Italien (1785) 1, 2, 301; Laistner nebelsagen 116; grosze stellen aus Ariost und Tasso auswendig wissen Göthe 32, 345 W.; stellen aus den alten Herder 22, 125 S.; stellen im vierten buch Lukrez 15, 316 S.; ich hab sie (d. schrift) zeil um zeile nachgemalt, nichts als die stelle von dem eid blieb weg Schiller 12, 159 G. (Picc. 4, 2). II@B@2@d@thθ) die verba, zu denen st. in dieser bedeutung als subj. oder obj. tritt, sind zum theil solche, die auch zu st., für platz, ort allgemein treten können, z. b. es sind ihm alle stellen genau bekannt J. E. Schlegel w. 3, 427 oder eine st. ausfündig machen (Rabener sämtl. w. 1, 146), auffinden (Göthe im Göthejahrb. 11, 25), bezeichnen (Göthe IV 42, 66 W.), auf eine st. treffen (Göthe IV 27, 236 W.), an eine st. kommen (H. v. Kleist 3, 330 Schm.); häufiger sind es aber verba, die nur für diese spezielle bedeutung von st. passen: M. Canus ... hat zehen locos und stellen zusammengetragen Dannhauer catechismusmilch (1657) 1, 28; sie hatte ... dichter gelesen und führte in der konversation ... stellen daraus an Nicolai Seb. Nothanker 1, 12; Bismarck ged. u. erinn. 2, 177 volksausg; die angeführte st. Göthe IV 34, 10 W. ähnlich: auf grund einer von Orlandi beigebrachten stelle des Tacitus H. Brunn kl. schr. 1, 36. für schriftliches zitieren auch einrücken, auszeichnen, aufnehmen, einschalten: die stelle wird ... hier eingerückt Göthe IV 22, 66 W.; sonderbar, dasz er sich gerade diese st. (aus Young) auszeichnete Pfeffel pros. vers. (1810) 5, 25; ich habe ... an dem grundsatz festgehalten, die zur publication geeigneten stellen wortgetreu aufzunehmen jahrb. d. Grillparzergesellsch. 5, xi; Nitzsch dtsche studien (1879) 1; ich schalte einige stellen aus der rede ein Bismarck ged. u. erinn. 2, 35 volksausg. sodann bezeichnen, ausziehen, anstreichen: briefe ..., aus denen wir einige stellen ausziehen wollen Göthe 23, 183 W.; stellen, die er sich (im buch) ... rot angestrichen E. Th. A. Hoffmann 10, 25 Gr.; habt ihr die ... stellen mit eigner hand bezeichnet? Klinger w. 4, 31. nachschlagen: er schlug die stellen nach, welche citirt wurden Ranke sämtl. w. 4, 243. ähnlich Klinger w. 3, 72. weglassen, ändern, übersetzen, erklären u. ä.: aus seinen schriften einige stellen weglassen Dusch verm. krit. u. satyr. schr. (1758) a 2a; Ranke sämtl. w. 31/32, 111; man streicht mir oft die schönsten stellen weg Schubart br. 2, 134 bei D. Fr. Strausz w. 9; er übersetzt stellen aus meiner italiänischen reise Göthe IV 29, 81 W.; diese stelle hat der englische übersetzer nicht wörtlich übertragen mögen Hegel w. 10, 1, 444; ich habe ... viele stellen verbessert, ganze gesänge umgegossen Dusch verm. w. (1754) x 2b; eine stelle ... ändern Göthe IV 8, 29 W., verändern 8, 77, deutlicher und gelenker machen IV 41, 122 W. hierzu wendungen wie erklärung einiger stellen ... aus den Schweizerliedern Gerstenberg hamb. neue ztg. 303 dtsche lit. denkm. 128; diese oder jene auslegung und anwendung einer st. Göthe 46, 57 W.; zergliederung der besten stellen ihrer schriften behalte ich dem mündlichen unterrichte vor Eschenburg entwurf vorr. 36. sagen, lesen, singen: es verdrosz ihn, dasz ... seine zuhörer ... ganze stellen daraus (aus Briontes) vorlasen Liscow samml. sat. u. ernsth. schr. (1739) vorr. 18; Th. Abbt verm. w. (1768 ff.) 6, 2, 228; G. Hauptmann einsame menschen 49; ich sagte [] Wilhelminen eine st. aus dem schauspiel Juliane Caroline 1, 87 W.; (ein) schriftsteller, der eine öfters citirte classische st. wieder citirt M. Meyr erz. aus d. Ries (1868) 2, 6. M. deklamirte mir einige stellen vor Sturz schr. (1779) 1, 6; Gellert w. 2, 57; (es) sollten nur diejenigen stellen abgesungen werden, ... Ayrenhoff w. (1814) 1, 233. II@B@33) der einer person oder sache gebührende, zukommende standort, platz, stellung, lage, position. in eigentlichem und übertragenem sinne, häufig durch attribute wie gehörig, recht, gebührend und besonders durch poss. pron. determiniert, aber auch ohne nähere ergänzung. eine reihe von wendungen erwuchs aus der militärspr., s. u. 5. grenze gegen 4 und 5 ist flieszend. II@B@3@aa) mit adj. gehörig, eigen, recht, alt u. ä.: der richter soll ... dieselbigen (übelthäter) an ihr gebürliche stehl führen quelle (a. 1548) bei Lori bergrecht (1764) 266; da wir ein gebürende stell inn diesem unserm gewerb ... haben werden Xylander Polybius (1574) 156; dasz es (das wort) an seine gehörige st. kömt Zesen vermehrter Helikon (1656) 1, 19; so magstu das fis erlangen, das underst end wirdts melden drat, wo es sein eigne stelle hat M. Agricola musica instrumentalis 247 Eitner; dasjenige in schubladen zu betrachten, was mich sonst auf hohen berggipfeln ... an eigener st. ... interessiren konnte Göthe IV 41, 109 W.; an ihrer eigensten st. 16, 240 W.; so viel sei gesagt, um ... demselben seine eigenthümliche st. anzuweisen 49, 183 W. an seiner rechten st. sein, stehen: das schämen kann überall an seiner rechten st. seyn, nur bey dem bekenntnisse unserer fehler nicht Lessing 2, 309 M.; Eschenburg entwurf (1783) 218; dtsch. wb. vorr. xxxiv; (die attische kritik,) welche den werth eines stückes danach beurtheilte, ob die peripetiescene an rechter st. stand Freytag 14, 4. mit elision des verbums: wie sieht denn die kröte (= das kind) aus? alles an die rechte stelle, nase, mund, arm, bein? W. Raabe hungerpastor (1864) 1, 10; Grillparzer 2, 143 S. an rechter stelle, zu rechter zeit: Fr. W. Weber Dreizehnlinden (1907) 321. an, auf der alten st.: (sie) freuten sich vieles an der alten st. ... zu finden Göthe IV 27, 119 W.; I 46, 49 W.; an alter st. Fontane I 5, 244; 153; wir funden ... kein haus ... auf seiner alten st. A. U. v. Braunschweig Octavia (1677) 1, 758; mein zollhaus ... stand noch auf der alten st. Eichendorf sämtl. w. (1864) 3, 95. II@B@3@bb) mit poss. pron. II@B@3@b@aα) seine st. haben: (der) tisch, der dicht unter (dem bilde von) Mariä verkündigung seine st. hatte Storm 3, 142; im 'ich' bildet sich alles organisch und alles hat seine st. Schleiermacher im Athenäum 1, 2, 99; Herder 5, 104 S. seine st. behaupten: doch der entschlusz behauptet seine st. (= bleibt fest) Schiller 6, 407 G. st. haben, behalten u. ä. ohne poss. s. u. c. II@B@3@b@bβ) seine st. finden, nehmen, sie jemandem anweisen u. ä.: ein jeder, der recht schreiben und rechnen kan, findet seine st. ... in dieser welt Harsdörfer secretarius (1656 f.) 1, 16; der fürst ... nam ... seine st. zwischen den zweyen hörnern der ... taffeln Lohenstein Arminius 1, 17a; A. Olearius persian. reisebeschr. 21; nun wo das volk wieder wehrhaft geworden, ist seine st. ihm in mitte der sturmschaaren angewiesen Görres ges. schr. 2, 101. II@B@3@b@gγ) es ist ihre st. (ist der platz, wohin sie gehören) Görres br. (1858) 3, 10; bei dir ist jetzt (im unglück) meine st. W. Raabe hungerpastor (1864) 3, 17; Immermann 2, 84 B. II@B@3@b@dδ) alles wieder an seine st. legen, thun, setzen, riporre ... al suo luogo Kramer 2 (1702), 954c; solches (pflaster) wird die muter (gebärmutter) widerum an ire stell bringen Sebiz feldbau (1579) 85; frau Hinkel stellte den korb, den spinnrocken ... an ihre st. Brentano ges. schr. (1852 f.) 5, 36; die ... tafel an ihre st. rücken Pfeffel pros. vers. (1810) 5, 48. ohne verb: eure mütze an ihre st., sie ist für den kopf! Shakespeare 3, 344 (Hamlet 5, 2). [] II@B@3@b@eε) an seiner st., auf dem gebührenden platze: in die kirch ich fleiszig gehe und mich überall umbsehe, ob mich etwan ein gesell sitzen siht an meiner stell Voigtländer oden u. lieder (1642) 68, 15. an seiner st. sein, stehen u. ä., am passenden, am gehörigen platze sein: weil sie (die elster) unter den vögeln nicht an ihrer st. war, so verwandelte er (Zeus) sie in einen journalisten Kästner verm. schr. 2 (1772), 153. bildlich: dichter von dieser naiven gattung sind in einem künstlichen weltalter nicht so recht mehr an ihrer st. Schiller 10, 449 G.; da war nun St. Germain ganz an seiner st., schuf ein heer, bemannte die flotte Dahlmann franz. revolution (1845) 58; ich bin an meiner st., auf meinem posten, thue meine pflicht: Iffland theatr. w. (1827) 1, 32. von st. in einem buche, einer rede gesagt: wie in negst hernach volgenden ... thail an seiner stöll begriffen (= berichtet wird) Brandis landeshauptleute von Tirol 46; den nachdruck eines wortes, das an seiner st. steht, empfinden Ramler einleitung (1758) 2, 123; ein jedes wort an seiner st. (= richtig angebracht) ... finden Gerstenberg hamburg. neue zeitung 350 lit. denkm.; der ganze allgemeinsatz ist ... hier kaum an seiner st. Herder 3, 86 S.; ihre frage war sehr an ihrer st. Brentano 9, 359. II@B@3@b@zζ) aus seiner st. kommen: etlich wolten inen (den fliehenden) ... nachjagen, aber der mönch erhielt sie (hielt sie davon ab), besorgend ... sie ausz ihren stellen und ordnungen kemen Fischart Garg. 424 ndr. II@B@3@b@hη) von seiner st.: die statuen waren aus ihren nischen und von ihren stellen gehoben Göthe 46, 49 W.; kein mensch jetzund auff erden lebet, der ihn (d. stein) zumal mit beeden händen von seiner stelle möcht verwenden Spreng Ilias (1610) 164b. II@B@3@cc) ohne attrib. ergänzung prägnant für gebührende, zukommende, richtige st.: ists hier? nein, dort, es ist die stelle nicht A. v. Droste-Hülshoff w. 2, 108 Sch. st. haben, behalten, nehmen militärisch und von da in freiem gebrauch: gebt keiner leichten wollust stat, laszt euch die sünde nicht bethören, weil dort nur unschuld stelle hat, die säu und hund hinaus gehören S. Dach ged. 336 Ö.; die steuer und gotts wort behalten ewig stelle; das himmelreich ist diesz und jenes ist die hölle Logau sinnged. 1, 3, 36 E. 64. (eine) st. (ein-) nehmen: drum mögen sie (die narren) sich nur bequemen, hier eine stelle einzunehmen S. Brant narrensch. 10 Z. 13 var.; nimmt dieser ärgste wolfahrtsfeind (= die pracht) in euren sinnen erst die stelle, so ists um eure ruh geschehn Brockes bei Weichmann poesie d. Niedersachsen 1, 123. II@B@3@dd) der bedeutung 5 steht st. nahe in der wendung st. im himmel für platz, auf den ein frommer christ hoffen darf; vom 16. bis 18. jh. in geistl. lyrik und prosa beliebt: die teufel wenden alle mittel gegen die menschen an, nur dasz sie nicht in ihre stellen im himmel kommen Lehman floril. polit. (1662) 2, 766; seine arme seele bedencken, ... damit er nach diesem leben eine st. im himmel unter den auserwehlten kindern gottes haben und in ewigkeit besitzen könne Schupp schr. (1663) 426. ähnlich: die ... seele hat schon eine bessere und annehmlichere st. in dem ... garten des ... paradieses angetroffen Chr. Weise polit. redner (1677) 485; Sperling Nicodemus quaerens 1 (1718), 1245; die schlüssel vor der höllen hast du; drumb hilff einmal uns auch zu einer stellen in deines himmels saal J. Preusz bei Fischer-Tümpel kirchenl. 5, 588; herr Jesu, zwang der hellen, der du uns tausent stellen im himmel auffgeräumbt S. Dach in Königsberger dichterkreis 74 ndr. [] ins heidn.-germ. gewendet: helden, die das schwert einer st. in Valholl würdig gemacht hat Gerstenberg erläut. z. ged. eines skalden 358 lit. denkm. ohne ergänzung: die beste stell bleibt wol für mich, weil ich jetzt sterbe williglich, da will ich stehen euch (spröden mädchen) zu spott Opitz teutsche poem. 84 ndr. auch für platz in der hölle: der teuffel ist ain guot gesell, dem menschen richt er manche stell Schwarzenberg Cicero (1535) 155. II@B@44) bestimmter platz in einer reihe. II@B@4@aa) ordnung, stell Frisius dict. (1556) 927b s. v. ordo; seine (der luft) stell ist under dem elementischen fewr und ob dem wasser Guarinonius grewel (1610) 403; die untere st. (des vegetativen typus) nimmt die wurzel ein Göthe II 6, 14 W. oft mit numerale die erste, zweite, dritte ... letzte st., z. b. im alphabet, s. Bellin hochd. rechtschreib. (1657) 2, in einer gedichtsammlung, s. Kästner verm. schr. (1772) 2, 51. die st. der einer, zehner, hunderter u. s. w. als term. der mathem. vgl. ein-, zwei-, dreistellige zahl, ferner comp. wie stellenwerth, m. II@B@4@bb) häufig wird damit ein werthurteil ausgesprochen, so dasz st. sich der bedeutung von rang (s. u.) nähert: (so) muszte ich mich zur braut setzen, welches nechst dem bräutigam die oberste st. (an der tafel) war Chr. Reuter Schelmuffsky 53 vollst. ndr.; so ist ihm ... in der gantzen gesellschaft ... die erste st. ... gegeben worden Neumark palmbaum (1668) 17; Hoffmannswaldau u. a. Dtschen ... ged. 6, 119; Miller briefw. dr. ak. freunde (1778) 1, 36; unter allen werken des menschlichen geistes behauptete ... die homerische poesie ... die erste st. Fr. Schlegel sämtl. w. (1846) 3, 111; die ursache, warum Batteux dem lehrgedicht die poetische st. hat streitig machen wollen Herder 1, 116 S.; (es ist ein fehler), dasz man ein abgeleitetes phänomen an die obere st., das urphänomen an die niedere st. setzte Göthe II 1, 73 W.; alles, was in der geschichte der wissenschaft eine hervorragende st. einnimmt Scherer kl. schr. 1, viii. prägnant für ehrenstelle: einem bei gastgeboten die st. geben Opitz Arg. 1, 513; bochet nicht auff ewre stöll G. R. Weckherlin ged. 1, 490 F.; ich bin in Dresden, ist mir recht, in Friedrichs Augusts hofcapelle. hier kläng Arions harfe schlecht, hier fänd auch Heman selbst im singen keine stelle Gottsched ged. (1751) 1, 44. ähnlich: und lebet der guten hoffnung ..., dasz sie ihm ... eine stelle in denen ehrensälen ... gönnen Lohenstein Arminius 1, b 4; eine st. verdienen Gerstenberg schleswig. lit.-briefe 232 lit. denkm.; sich unter den meistern des stils eine st. erwerben Ranke sämtl. w. 3, 42. II@B@55) posten, sodann function, anstellung, amt, beruf: officium, munus, honos, dignitas Stieler 2142. aus 1) entwickelt. den ersten anstosz zu dieser bedeutungsentwicklung dürfte die militärspr. gegeben haben, franz. place hat sie dann weiter gefördert, s. zs. f. dtsche wortf. 3, 235. die ort-, bzw. raumvorstellung wird z. th. deutlich empfunden. dies zeigen attributive ergänzungen sowie verba, zu denen st. als ergänzung tritt, vor allem die aus der soldatenspr. hervorgegangenen wendungen wie eine st. behaupten, be-, ersetzen, verlassen, verlieren, jem. aus einer st. vertreiben, verdrängen u. ä., aber auch in freiem gebrauche bleibt die sinnlich-locale vorstellung häufig lebendig: erhaben stehn auf höchster stelle, die welt regieren, ihr zum heil, ... sei wenigen, den würdigsten zu theil Göthe 16, 254 W.; Luna, solcher hohen stelle weiten umblick neid ich dir 3, 224 W. in der bedeutung amtsstelle ist der locale sinn oft verblaszt: 'st. bezieht sich auf die versorgung, die einer erhält, indem er das recht erhält, gewisse geschäfte zu verrichten' Eberhard syn. (1795) 1, 56; al yr (der pfarrherren) narung ist vil yar gestanden allein auff der stell ..., die stell aber ist nicht anders dan eyn schentlicher gewinn oder geniesz [] Eberlin v. Günzburg s. schr. 3, 5 ndr. hierher compp. wie diener-, herrscher-, lehrer-, minister-, richterstelle; amts-, arbeits-, dienst-, lehrstelle u. ä. II@B@5@aa) mit präpos.-ergänzung eine st. im capitel, voce nel capitolo Kramer (1702) 2, 955a; stellen im militär, der diplomatie und ... der regierung D. Fr. Strausz schr. 6, 182; eine st. beym fuhrwesen der armee Pfeffel pros. vers. (1810) 5, 8; eine st. zu fusz Shakespeare 6, 128; eine st. von fünfhundert scudi (= die 500 sc. einträgt) Göthe 43, 347 W.; eine st. für Paulinchen in Belgien mit schönem gehalte A. v. Droste-Hülshoff br. 123 Sch. II@B@5@bb) mit gen. oder als: die stell einer kellerin Grimmelshausen vogelnest 2, 345 K., einer sybilla Abr. a s. Clara mercks Wien (1680) 22, eines eingen (einzigen) kindes D. v. d. Werder ras. Roland (1636) 127; die st. eines präsidenten Göthe 46, 65 W., eines nachmittagspredigers an der universitätskirche Spielhagen 1, 492, eines leichenbitters O. Ludwig ges. schr. 2, 42; die st. (= rolle) des fragenden Göthe 47, 263 W.; st. als erster präsident des obersteuercollegiums Dahlmann franz. revol. (1845) 26. mit vorgestelltem gen.: vormunds stelle Lessing 2, 164 M. der gottheit stell (für 'priester'): (wer) nach der gottheit stell auf tugendstaffeln klimmt A. v. Haller ged. 97 H. II@B@5@cc) mit adj. α) die raumvorstellung wird in einer reihe von redensartlichen wendungen mit empfunden wie: in den unteren stellen Moltke schr. u. denkw. 7, 55; in den obersten stellen ebda 7, 93; an höherer st. Göthe 24, 67 W.; freie, offene, leere, erledigte st.: die läre ò ledige st., posto vacante Kramer (1702) 2, 955a; die erledigte st. Neumark palmb. (1668) 305; einem erprobten manne die erledigte st. ... conferiren Göthe IV 30, 95 W. vacirende st. Quensted ethica past. (1678) 163; der cardinal von Rohan hat in der französischen akademie durch seinen tod eine leere st. gelassen neuest. aus d. anmuth. gelehrsamkeit (1751) 1, 426. prädicativ: es wird eine st. vakant Schiller 3, 471 G. (kabale u. liebe 4, 9); gleich als wäre seine st. durch einen todesfall erledigt worden 8, 16 G. die st. (eines aktuars) ist leer, wer die st. bekäme! Bauernfeld ges. schr. 5, 175. β) die raumvorstellung ist verblaszt bei adj. wie öffentliche st. Ranke sämtl. w. 17, 145; geistliche, weltliche st., s. Raumer gesch. d. Hohenst. 1, 23; eine ehrenvolle, wohlbesoldete st. Göthe 22, 280 W.; Klinger w. 8, 162; Gaudy sämtl. w. 4, 111; eine ansehnliche st. Kästner verm. schr. (1755) 1, 219; eine sehr einträgliche st. Fichte sämtl. w. 4, 405; A. v. Arnim 15, 18 Gr. II@B@5@dd) mit relativsatz: die st., auf der ich stehe Bismarck polit. reden 2, 89 K. II@B@5@ee) in verbindung mit verben. eine reihe von verben, zu denen st. als subj. oder obj. tritt, hält den in st. liegenden ortsbegriff fest, andere wieder stehen weiter ab von der räumlichen vorstellung oder verdunkeln sie. II@B@5@e@aα) als acc.-object bei verben. II@B@5@e@a@aaaa) der ist ein weiser, ... der willig die stell ausfüllt, die der baumeister ... ihm bestimmt hat Sal. Geszner schr. (1777) 1, 139; du (Melina) thust wohl, dich in jene grenzen einer gemeinen stelle (= eines bureaukratischen berufes) zu sehnen, denn welche würdest du wohl ausfüllen, die geist und muth verlangt! Göthe 21, 81 W.; eine st. suchen, finden: in meinem vaterlande wird sich schon eine st. für mich finden Lenz ges. schr. 1, 62 T.; H. Steffens was ich erlebte 1, 4; H. Seidel Leb. Hühnchen 37. redensartlich eine st. mit jem. ersetzen: junge clericos auffziehen, damit man die stellen mit gelerten leuten zu ersetzen hette P. Albinus meiszn. land- u. bergchron. (1589) 138; Chr. Weise polit. redner (1677) 232; Hohberg georg. curiosa (1682) 1, 98. eine st. ersetzen, sie übernehmen: der edle ** ersetzt die stelle, die durch den fall erledigt war Gottsched ged. (1751) 1, 253; A. v. Droste-Hülshoff w. 2, 271 Sch. eine st. besetzen: der kaiser wird glücklich sein, die ersten stellen damit besetzen zu können Göthe 8 (Götz I), 35 W.; alle stellen im lande mit seinen verwandten ... besetzen Nicolai Seb. Nothanker (1773) 1, 27; Hippel lebensläufe 1 (1778), 55. [] passiv gewendet: weil nun zu lande (in der landarmee) alle stellen besetzet, will ich euch auf die schifflotte dem Ä. P. zuordnen A. U. v. Braunschweig Octavia (1677) 4, 516. die st. verändern ..., cambiare il posto Kramer (1702) 2, 955a; den posten oder st. verlassen Castelli it.-teutsch. sprach- u. wb. (1741) 1, 2a; verlieren: Beckedorf hat alle seine stellen verloren Brentano 9, 189; Hauff sämtl. w. (1890) 5, 257. II@B@5@e@a@bbbb) weiter ab von der räumlichen vorstellung stehen verbindungen wie eine st. haben: eine st. im raht haben, haver un posto, ... una voce nel consiglio Kramer (1702) 2, 955a; ich habe die st., ich bin cassirer! Hebbel w. 2, 20 W. versehen, verwalten: fertige mich ... ab, das ich die st. eines glückseeligen bottschaffters verrichten möge Creizenach schausp. engl. com. 113, 17; ich (habe) ... erlernet, ... wie man ... die st. ... eines ... officieres verwalten soll med. maulaffe (1719) 59; jemandem eine st. geben, übertragen, verschaffen, eine st. erhalten, übernehmen, annehmen, niederlegen u. ä.: werden nicht jetzt 100 stellen an unstudirte vergeben? Herder 5, 348 S.; der papst habe dir eine st. ... gegeben Göthe 43, 347 W.; Mathilde hat ihm die st. ausgewirkt maler Müller w. (1811) 3, 9; ich will ihrem sohn eine st. verschaffen Nestroy ges. w. (1890) 1, 24; (es) war ihm von Joseph II. ... die st. eines theaterdichters übertragen worden O. Jahn Mozart 4, 181; die st. ist mir angetragen worden Schiller 4, 186 G.; Klinger w. 3, 121; Sternheim erhielt ... die st. eines obersten S. v. Laroche frl. von St. (1771) 1, 3; Göthe IV 42, 65 W. eine st. bekleiden: was für eine st. bekleiden sie hier im hause? samml. von schausp. (Wien 1764) 1, 8; Göthe 25, 53 W.; die st. eines leitenden ausschusses übernehmen Bauernfeld ges. schr. 2, 124; die st. eines bundesgesandten annehmen Bismarck ged. u. erinn. 1, 97 volksausg.; ich rieth ihm seine st. niderzulegen Gellert w. 9, 186; Klinger w. 3, 134; (ich) lege meine st. zurück Schnitzler d. grüne kakadu (1899) 11. II@B@5@e@bβ) als gen.- bzw. dativergänzung bei verben: die groszen, die ihre schuldigkeit nicht thaten, ihrer st. entsetzen M. I. Schmidt gesch. d. Dtschen (1778) 1, 488. ... als er (d. wolf) nun mit ihm (d. fuchs) trabt, der stelle vorzustehn, die man ihm angetragen, sieht er ... Ramler fabellese (1783ff.) 3, 84. II@B@5@e@gγ) mit präpp. II@B@5@e@g@aaaa) an mit dat., die raumvorstellung wird festgehalten: ich sehe sie an einer st., wo ich einen geprüften freund viele jahre thätig wuszte Göthe IV 41, 110 W.; 22, 169; und sitzest wie ein arm gesell numehr an einer hohen stell Ringwald d. lauter warheit 142; an leitender st. Bismarck ged. u. erinn. 2, 223 volksausg. an mit acc. s. u. 7 c β. II@B@5@e@g@bbbb) in mit acc. (selten): mit begeisterung traten sie ... in eine st., die ihren talenten ... zusagte v. d. Steinen naturvölker Zentralbrasiliens (1894) 12. II@B@5@e@g@cccc) auf mit acc.: der durch sein heucheln ist auf diese st. kommen, die meine faust erwarb A. Gryphius trauersp. 31 P. redensartlich (mit verblaszter localvorstellung): mancher, der auf die st. ... sich rechnung gemacht hatte Bahrdt gesch. s. lebens (1790) 1, 21. II@B@5@e@g@dddd) zu: er stieg von stufe zu stufe bis zur st. des ersten im lande Klinger w. 3, 121; (so) gelangte er endlich zur st. eines domherrn von Regensburg Göthe IV 36, 112 W.; dasz man mich zu einer ... st. in Berlin berufen will W. v. Humboldt br. an Welcker 8; zu ... stellen befördern, s. Ranke sämtl. w. 31/32, 38; (leute,) die ihm zu der st. des leibarztes verholfen hatten M. Beer sämtl. w. (1835) 295; es soll nur das verdienst zu wichtgen stellen bringen Cronegk schr. 2, 87. II@B@5@e@g@eeee) von: (die fürsten) entfernten ihn von gedachter st. (der gesellschaft der rathspfeifer) Göthe 43, 21 W.; als er ... von seiner st. vertrieben ward IV 36, 112 W. II@B@5@e@g@ffff) um (raumvorstellung ist verblaszt): umb die stell bitten Lehman floril. polit. (1662) 1, 421; ihr möget bey ewrem könig euch umb solche stell ... anmelden Zinkgref-Weidner dtscher nation weisheit 3 (1653), 16; um eine st. anhalten Fr. Nicolai bei Lessing 4, 325 L. [] II@B@5@e@dδ) als subj.: die stelle trägt etwas ein u. ä., z. b. (Nathan zum derwisch:) was bringt dir deine stelle? Lessing 3, 21 M. (Nathan 1, 3). II@B@5@e@eε) in zweigliedrigen ausdrücken: die ... feinde der republik ... wurden ... gewonnen ... durch angebotene vortheile, durch ämter und stellen K. L. v. Haller restauration (1816) 1, 257; durch stellen und sinecuren Häuszer dtsche gesch. (1854) 1, 126; entzwischen Jupiter anhetzet Mezentium. derselb ersetzet desz Turni stell und ampt vorab Spreng Äneis 211b; (Beckmesser:) pressierts den herrn? mein stell und amt lasz ich ihm gern R. Wagner ges. schr. 5, 100. II@B@66) behörde. im österr. amtsstil für höhere justiz- und verwaltungsinstanz, s. Schmeller-Fr. 2, 747a; im curialstil allerhöchste st. für 'landesherr'. Heynatz lehnt ab: 'die st. für kollegium u. d. g. ist oberdeutsch und will den hochdeutschen, obgleich viele es nachgebraucht haben, doch nicht so recht gefallen' antibarbarus 2, 448; bey gerichte odern krefftigen (= zuständigen?) stellen Olmützer gerichtsordnung 12. landesbehörde, hofkammer: tirol. weisth. 1, 46. behörde überhaupt: (es) ist die genehmigung der ... zulässigen st. erforderlich hypothekenbankgesetz vom 13./ vii. 1899 § 1, abs. 3; (es) entscheidet diejenige st., von welcher die revisoren ernannt sind handelsgesetzb. § 194, satz 1. aus der amtsspr. ins schriftdeutsch gedrungen, z. b. nun erbat sich jene st. (= die fremde behörde) die benannte kleidung (die bei einem verwegenen unternehmen eingebüszte jacke) Göthe 25, 78 W. die locale bedeutung von st. wird mitempfunden: (der beamte) ging an höherer st. bericht abzustatten Göthe 24, 67 W.; seit sie uns dich (den neuen oberlehrer) von höchster st. hergeschickt haben Raabe Horacker (1876) 12; (der kaiser zu den fürsten:) als richter werdet ihr die endurtheile fällen, berufung gelte nicht von euren höchsten stellen Göthe 15, 1, 285 W. (Faust 10946). II@B@77) in den bedeutungen 1, 3, 4, 5 oft mit dem nebensinn, dasz die durch attrib. gen., poss. pron. oder allgemeinsituation bezeichnete person oder sache den ort, die position oder function nicht mehr einnimmt. II@B@7@aa) in eigentl. sinne: sie gaben für, dasz dieses unsichere gemach auf die st. sey gebauet worden, da zuvor hollunder gestanden Prätorius anthrop. plut. (1666) 1, 17; du hast eine hütte niedergerissen ... und einen pallast auf die st. gegründet Schiller 4, 38 G.; das haus ... steht nicht mehr, über seine st. geht der pflug Paulsen aus meinem leben 73. II@B@7@bb) in übertragenem sinn z. b. im sprichwort der will ist desz wercks stell Lehman floril. polit. (1662) 2, 912. II@B@7@cc) besonders in acc. verbindungen jemandes st. halten, einnehmen, vertreten und in präpositionalen fügungen wie jemanden oder etwas an die st. eines andern setzen, an die st. eins andern kommen, rücken, treten u. ä. II@B@7@c@aα) die st. jem.s halten: wie wir unsz wol erinnern, wie unsere burggrafen ... in unserer böhaimbischen königlichen cancelley unsere st. gehalten acta publ. 1, 94 P.; es tobten sich im kriege die männer vormals müde, drum halten nun die teuffel der männer stell im friede Logau 3, 10, 9 Eitner 594. haben: Sophie heirathet, du solst ihre st. haben Schiller 3, 460 G. (kabale u. liebe 4, 7). nehmen, einnehmen, übernehmen: der thränen stelle nahm ein glüend roth im feurigen gesicht Gleim bei Lessing 8, 37 M.; (der könig zu Feria:) und ihr nehmt meine stelle im geheimen rathe Schiller 5, 298 G. (don Karlos 3, 7); da ihr gatte nicht anwesend war, übernahm sie seine st. Stifter sämtl. w. (1901f.) 5, 1, 323. in übertragenem sinne: wie ein schreiben omnium contra omnes die st. einer wohlgeordneten gerechtigkeit einnimmt Lichtenberg nachl. 22; ein triumph des geldstolzes ..., der die st. des alten adelstolzes einnahm Niebuhr m. gesch. 1, 2, 9. die st. [] eines andern versehen, vertreten, verwalten: verwalte diesen tag mein platz für mich, ich wil auff ein ander zeit deine st. wider verwalten Orsäus nomenclator method. (1623) 304; Kramer 2 (1702), 955a; der wächter ... versah seine (des gefesselten kutschers) st. maler Müller w. (1811) 1, 305; du wirst seine (des ministers) st. klüger versehen Klinger w. 3, 136; in meiner abwesenheit vertritt er meine st., does my function Ludwig teutsch-engl. lex. (1716) 1855; ziehet ihr mich hiermit auff, dasz herr Mannus ... die stell (des gatten) am tisch vertretten soll? Creizenach schausp. engl. com. 287; bey dem obersten oder wer ... dessen st. und befehlig vertriet acta publ. 1, 4 Palm; war dieser (Wilhelm) beschäftigt ..., so muszte Felix die st. vertreten Göthe 23, 179 W.; verbrecher ... strafen heiszt die st. des höchsten richters auf erden vertreten Schiller 4, 164 G. bei sachsubj. und abstracten: die feder der zungen stell vertritt Abr. a s. Clara etwas f. alle 1, 290; die vortreflichste arzenei, zu häufig gebraucht, vertritt sie nicht die st. des gifts? A. G. Meiszner Alcibiades (1781) 1, 227; zwei strohsäcke ... vertreten die st. der betten Bettine d. buch gehört d. könig (1843) 2, 570; Chph. v. Schmid ges. schr. (1888) 1, 28; die artigkeit vertrat bei ihr die st. der schönheit Gellert w. 4, 247; A. v. Haller Alfred (1773) 12; gewohnheiten, ... die bey ihnen (den Deutschen) die st. der gesetze vertraten M. I. Schmidt gesch. d. Dtschen (1778) 1, 3, 45; (es) vertrat mündliche überlieferung bei den Hellenen die st. schriftlicher urkunden Fr. Schlegel sämtl. w. 3, 9. eine st. ersetzen, abtreten: der ... mond ersetzte ... die st. der abwesenden sonnen Lohenstein Arminius 1, 33a; O. Ludwig ges. schr. 2, 308; (der derwisch zu Nathan:) was gebt ihr mir? so tret ich meine stell euch ab Lessing 3, 21 M. (Nathan 1, 3). überlassen: ich überliesz einem meiner brüder ... meine bisherige st. Schubart leben u. ges. 1, 71. II@B@7@c@bβ) in präposit. bindungen II@B@7@c@b@aaaa) an, rein local: jem. oder etwas an die st. eines andern thun u. ä.: unterdessen kanstu ihm seinen glückseckel auszziehen und diesen andern an dieselb stell thun engl. com. u. trag. (1624) n 5b; die plünderer schraubten die steine von den pistolen, zwängten an ihre st. den daumen der bauern Freytag bilder 3, 98; allerlieblichste trochäen aus der zeile zu vertreiben und schwerfälligste spondeen an die stelle zu verleiben Göthe 3, 338 W. jem. oder etwas an die st. eines andern setzen allgemein: Kramer (1702) 2, 955a; dasz er ihm die stein ... rausgenommen und andre an die st. setzen lassen Schweinichen denkw. 157 Ö.; das (hals-) kettchen verkaufen und für den werth etwas anders an die st. setzen H. L. Wagner d. wohlthätige unbekannte 11; ein viele jahre gewünschtes gärtnerhaus an die st. des alten ... setzen Göthe IV 40, 219 W.; H. v. Kleist 1, 15 Schm. bildlich: die evangelischen predicanten haben die hailigen apostel hinweggeschafft und ausgemustert und sich an die stell gesetzt Nas das antipap. eins u. hundert (1567) 1, 149b; Klinger w. 3, 229; Pfeffel poet. vers. (1812) 1, 169. bei abstracten: die art wie gelesen wird, soll das ohr an die st. aller übrigen sinne sezen Wieland Agathon (1766f.) 2, 47; an die st. ... frohen lebensgenusses die hoffnung fremder glückseligkeit ... setzen Göthe 23, 65 W.; IV 38, 171 W.; ein gesundes staatsprincip an die st. eines morschen gesetzt, erfrischt ... den blutumlauf im ... volkskörper Dahlmann franz. revolution (1845) 61; das heimische aufzugeben und das fremde (in der sprache) an dessen st. zu setzen dtsch. wb. vorr. xxvii; (der) krieg, welcher die bestehenden verträge beseitigt und an ihre st. andere setzt Moltke schr. u. denkw. 7, 12. redensartlich: wenn ich mich an des andern st. setze, so ... Lavater verm. schr. (1774f.) 2, 16. jem. an eines andern st. erheben, befördern, schicken u. ä.: dasz er mit schimpff abgedancket und Longinus an seine st. erhoben ward Micrälius Pommerland (1640) 1, 92; Freytag bilder 1, [] 120; man hat ... beyspiele, dasz er ist abgerufen und ein neuer an seine st. geschikt worden Klopstock gelehrtenrepublik (1774) 18; an dessen (des bischofs) st. Maximilian ... einen seiner ... verwandten zu befördern wuszte Ranke sämtl. w. 1, 109; an die st. aller beamten, deren gesinnung ... zweifelhaft erscheint, werden neue angesetzt Raumer gesch. d. Hohenst. 4, 48. an jem.s st. kommen, seine function, sein amt übernehmen: der mensche kam an Lucifers st. J. Böhme schr. (1620) 4, 19; an Freudenfelds st. in Bonn ist ein gewisser Ritter aus Schlesien gekommen Brentano 9, 36; Göthe 37, 155 W.; der stadtschreiber starb, und ich kam an seine st. B. Mayr päckchen satiren (1769) 23; hat ihm der wind sein macht genommen und an sein stell in das reich kommen? Fröreisen (1613) bei Dähnhardt griech. dramen 2, 186. treten, rein local: in seiner verzückung hat er nicht bemerkt, dasz Sandrina bei seite gegangen und der podesta an ihre st. getreten ist O. Jahn Mozart 1, 378. bildlich: wenn die Dardanerburg ... versänke, du verstehst, so dasz ein see, ein bläulicher an ihre stelle träte, ... H. v. Kleist 2, 140 Schm. die function, das amt eines andern übernehmen: ich will an seine st. treten, vicem eius implebo Stieler 2142; er trat an die st. seines vaters bey ihm Klinger w. 4, 52; handelsgesetzb. § 146 abs. 3. bei abstracten: jetzt hat die freude ein ende, und angst tritt an die st. Jung-Stilling w. 3, 214; Göthe 46, 62 W.; Schiller 12, 97 G. (Picc. 2, 2); in unseren staatsgrundsätzen musz das recht an die st. der pflicht ... treten G. Büchner nachgelass. schr. 58; Ranke sämtl. w. 4, 8; die nacht tritt an des tages stelle Morhof unterricht (1682) 1, 724. rücken: also dasz das naturgeschichtliche ... an die st. des poetischen gerückt ist Gervinus gesch. d. dtschen dichtung (1853) 5, 17. sich drängen: sogleich mit wunderbarer schnelle drängt sich ein andrer an die stelle Göthe 15, 1, 8 W. (Faust 4737). bildlich: der verstand (eines gewissen dichters) beherrscht nicht die fantasie, sondern drängt sich an ihre st. E. Th. A. Hoffmann 6, 99 Gr. sich denken: denkt euch einmal an seine st.! Schiller 2, 21 G. (räuber 1, 1); Mörike w. 3, 47 Göschen. an stelle in ruheconstructionen für anstatt, für s. u. 8 g). II@B@7@c@b@bbbb) in (selten): wenn sie (die bauern) ein messer ausz der scheiden verlieren, stecken sie ein höltzlein in die läre stell Lehman floril. polit. (1662) 1, 21. jem., etwas, sich in jem.s st. setzen: setze dich in gedanken ... in andrer leute st. Knigge umgang (1796) 1, 55; Herder 22, 84 S. in jem.s st. treten: und in eines jeden erlegten lücke trat alsobald ein ander in die st. Lohenstein Arminius 1, 41a; nach dessen tödlichen hintritt were dessen ... tochter ... in seine st. getreten Chemnitz schwed. krieg 2 (1653), 27. eindringen: Zesen adriat. Rosemund 20. in bei ruheconstruction in dieser bedeutung, s. u. 8 b). II@B@88) in formelhafter präpositionalverbindung II@B@8@aa) auf der st., auf diesem platze, am gleichen ort, sogleich. II@B@8@a@aα) rein local: pleibt er (der auf den heiszen herd geworfene kern) auff der stell ungehupft, wirds korn in seim werd und preisz bleiben Sebiz feldbau (1579) 45; nochmals muszten sie (im festzug) auf der st. marschieren, wie der technische ausdruck sagt, wenn man auf demselben fleck die bewegung des marsches fortmacht G. Keller ges. w. 6, 315. im preusz. exerzierreglement: auf der stelle getreten! hoc loco, häufig durch localsatz pleonastisch erweitert: er schwehrt bey gott, bey himmel, hell, leugt doch, da er steht auff der stell Gabr. Voigtländer oden u. lieder (1642) 111. II@B@8@a@bβ) auch in der redensart auf der st. sein, am platz, posten sein ist die raumvorstellung deutlich empfunden: wir selber waren immer von den ersten auf der st. und tummelten uns wacker U. Bräker s. schr. (1789) 1, 132; Alexis Roland [] (1840) 2, 60. II@B@8@a@gγ) in der redensart auf der st. (tot) bleiben schwingt z. th. temporaler nebensinn mit: es kam ... ein karabinerhagel auf uns los, so dasz mancher todt auf der st. blieb U. Bräker s. schr. (1789) 1, 150; der vater sei vom vierten stock aus dem fenster gesprungen und auf der st. todt geblieben A. Ruge briefw. u. tageb. 2, 153 N.; O. Ludwig ges. schr. (1891f.) 2, 90. euphemist. ohne das adj. tot: auf der st. bleiben, restar morto sul campo Kramer (1702) 2, 954c; indessen viele ... an ihren wunden starben oder gleich auf der st. blieben Ayrenhoff w. (1814) 1, 12, 4. durch hier determiniert: lasz das kind los ... oder einer von uns bleibt hier auf der st. Göthe 21, 160 W. vergl. noch u. δ. II@B@8@a@dδ) zeitlich gewendet für sogleich, augenblicklich, schriftsprachlich und in den dialekten allgemein: stante pede Stieler 2143; aussitôt Schwan n. dict. (1783) 2, 711a; subito Jagemann (1799) 2, 1159; Adelung; s. ferner Hunziker 253; Seiler Basler ma. 278; luxemb. 423; Bauer-Collitz 99a. vgl. auch die parallele bedeutungsentwicklung bei uf der stede, statim quelle (1517) bei Diefenbach 550c. II@B@8@a@d@aaaa) der locale bezug wird gleichzeitig festgehalten: der graff von Monte Cuculi were ... auff der st. umbs leben kommen Chemnitz schwed. krieg 2 (1653), 160; ihn auff der st. erwürgen Lohenstein Ibrahim sultan k 4a; du must auff der st. sterben Creizenach schauspiel engl. com. 291; auf der st. zahlen, sul campo, subito, stracks, alsobald Kramer 2 (1702), 955a, eine predigt ablegen, all' improviso ebda 954c, ein gut kauffen ebda. betheuernd: ich will auf der st. des todes seyn, wofern ich lüge Gottsched dtsche schaubühne (1741) 1, 255; ähnlich Lessing 2, 78 M.; Hauff sämtl. w. (1890) 3, 261; in der ... nacht ward der postwagen ... von räubern überfallen, sie schlugen, den postillon auf der st. todt Nicolai Seb. Nothanker (1773) 1, 163; auch wär er sicher ... auf der st. todes verblichen, wenn ... ein riese ... erschienen wäre Hippel kreuz- u. querzüge (1793) 1, 25; H. L. Wagner theaterstücke (1779) 107; so ist mir der hunger dergestalt schmerzlich, dasz ich auf der st. umfallen könnte Göthe 44, 75 W.; so will ich ihm das auf der st. schreiben Schiller 2 (räuber 1, 1), 23 G.; ein saubrer einfall, den galanten prinzen ... drei räthsel aufzugeben, und wenns einer nicht auf der stelle trift, ihn abzuschlachten! 13, 367 G. (Turandot 2, 1); der meister ersticht den jungen auf der st. br. Grimm dtsche sagen (1891) 1, 97; du muszt mir auf der st. dein wort geben Fr. L. Schröder dram. w. (1831) 1, 6; ich ... glaubte, man würde mir auf der st. ansehen, dasz ich seinetwegen käme G. Keller ges. w. 1, 231; die minder wichtigen sachen entscheidet sie (die kaiserin) auf der st. Ranke sämtl. w. 30, 8; H. Grimm Michelangelo (1890) 1, 82. II@B@8@a@d@bbbb) der locale sinn ist verblaszt in wendungen wie: ich muszte auf der st. aus dem hause Rabener sämtl. w. 2, 20; auf der stell zum minister will ich Schiller 3, 409 G. (kab. u. liebe 2, 4); fleuch auf der stelle! 2, 113 G. (räuber 3, 1); Müllner dram. w. (1828) 6, 80; dasz der Salfelder auf der st. fortgeschickt wurde O. Ludwig ges. schr. (1891f.) 2, 117; 361; ganze waldstrecken wurden in einer nacht gefällt und auf der st. fortgeschafft A. v. Droste-Hülshoff w. 2, 280 Sch.; der könig machte eine ... bewegung, dasz alles sich auf der st. entfernte H. Laube ges. schr. (1875ff.) 2, 46; zum liebchen flög ich auf der stell M. Schneckenburger dtsche lieder (1870) 60. ohne verbum (elliptisch): (Flora:) sie müssen mir aufträge bestellen. (Julius:) auf der st.! Deinhardstein ges. dram. w. (1848) 1, 10. II@B@8@a@eε) erweitert durch gleich, jetzt, sofort: alles dieses wurde gleich auf der st. ausgemacht Lessing 8, 29 M.; ich hätte den juden gleich auf der st. küssen mögen maler Müller w. (1811) 2, 46; sottisen ..., die ich nur, weil ich sie immer, mein lieber vater, vor augen hatte, nicht gleich auf der st. gerächt habe Mozart bei O. Jahn 3, 17; Iffland theatr. w. (1827) 1, 93; A. v. Arnim 14, 362 Gr.; Körner w. 2, 132 H.; isz ... gleich da auf [] der st., ich will zusehen, ob es dir schmeckt S. Brunner erz. u. schr. 1 (1864), 47; drum ist es besser, auf der stelle gleich die freunde preisen, die geliebte küssen Göthe 4, 253 W. mit bewegungsverb: sie müssen mich gleich zum herzog bringen, gleich auf der stelle, oder alles ist zu spät Brentano ges. schr. 4, 202. jetzt auf der st.: und das musz anderscher wern, sprech ich, jetzt uf der stelle G. Hauptmann weber (1892) 42; sofort auf der st. Schnitzler Anatol (1901) 24. II@B@8@bb) in der st. für auf der st. nicht üblich, spontan bei Heinse: in der mitte des may denk ich ... fortzuwandern, schon wollen meine füsse nicht mehr in der st. bleiben sämtl. w. 9, 404 Sch. II@B@8@cc) auch an der st. für an ort u. stelle, bzw. sogleich, sofort ist wenig üblich: wann der faktorist an der st. den ... schiffspatron züchtiget Justus Möser sämtl. w. 1, 95 A.; hinaus, an der stell! F. Raimund 1, 114 S.; sag jetzt an der stell, was du hast Nestroy ges. w. (1890) 2, 177. II@B@8@dd) zur st. II@B@8@d@aα) in verbindung mit bewegungsverben wie bringen, schaffen, kommen für herbeibringen u. s. w., bzw. zur richtigen, gehörigen st. bringen: er ... befahl, dasz ... einige gefangene Römer ... augenblicklich zur st. gebracht werden solten Lohenstein Arminius 1, 32b; Storm 3, 102; H. v. Barth Kalkalpen (1874) 376; bring mir Liakos zur stelle, lebend sei er oder todt! Göthe 3, 215 W.; also macht der poet die unsichtbaren engel für das menschliche gesicht gerecht, indem er ... sie aus ihrer entfernung näher in unsere gegenwart zur st. führet (= heranführt) Bodmer abhandl. v. d. wunderbaren (1740) 34. zur st. schaffen: Jhering geist d.m. rechts 2, 1, 11; der richter sprach: wenn ihr mir nun den vater nicht bald zur stelle schafft, so weis ich euch von meinem stuhl Lessing 3, 95 M. (Nathan 3, 7); 2, 198; und schaffst du den becher mir wieder zur stell, so sollst du der treflichste ritter mir seyn Schiller 11, 225 G. zur st. kommen, herbeikommen: venire al luogo Kramer 2 (1702), 954c; er rufet laut, er stöszt ins hifthorn schnelle, ... er ruft noch einmal: niemand kommt zur stelle Jul. Mosen (1863) 2, 26. zur richtigen, gebührenden stelle: bald ward ihr gesichte helle, rötlich ihrer wangen saal, muht und leben kam zur stelle Stieler geharnschte Venus 132 ndr. zur st. kommen, ans ziel kommen: wir wandern nun schon viel hundert jahr, und kommen doch nicht zur stelle Eichendorf s. w. (1864) 1, 577. zur st. erscheinen: weil ... die stände ... nicht zur stellen erschienen, ... ist geschlossen worden, obangeregter deliberation bis dahin anstand zu geben acta publ. 1, 19 Palm. II@B@8@d@bβ) in ruheconstructionen. II@B@8@d@b@aaaa) zur st. sein, an dem platze sein, wo jem. oder etwas sich befindet, wo etwas geschieht, synonym mit hier, dort: adesse Stieler 2143; alsz wollestu ... dier in allem ... unseres landes notturft nicht weniger als wann wier selbst zuer st. wehren, angelegen sein lassen acta publica 2, 6 Palm; er ware nicht einmal zur st., als dieser aufbruch geschahe A. U. v. Braunschweig Octavia (1677) 2, 313; P. Gerhardt bei Fischer-Tümpel kirchenl. 3, 340b. ein vorgang, der dem ansehn der regierung auch dadurch schadete, dasz truppenabtheilungen zur st. waren und die gewaltthat nicht hinderten Dahlmann franz. revolution (1845) 219; R. Wagner ges. schr. 5, 100; Ebner-Eschenbach ges. schr. 4, 343; kein urtheil soll der richter fällen, der verklagte sey dann auch zur stellen Lehman flor. pol. (1662) 3, 104. bei sachsubj.: und siehe, sie (die zeugnisse) waren ... zur st. Franzos Heines nachlasz in dtsche dicht. 10, 46; H. v. Barth Kalkalpen (1874) 54. mit elision des verbums: [] unter den ungarischen herrn, deren damals sehr viel ... zur st., verstunde allein der konig ... die polnische sprach H. Rätel Joach. Curäi chron. (1607) 201; Chemnitz schwed. krieg 2 (1653), 628. redensartlich zur st., am posten, am platz: immer gesund und zur st. Ranke sämtl. w. 9, 134. im gleichen sinne bei militär. präsenzmeldung sich zur st. melden und die militär. meldung: zur stelle! II@B@8@d@b@bbbb) zur st., am richtigen orte, bzw. am ziele: noch einige tagereisen weiter ... öffnete endlich Esau seinen mund und sprach: wir sind zur st. Cramer Neseggab (1791f.) 2, 39; Tieck schr. (1828) 4, 397; Körner w. 2, 211 H. II@B@8@d@b@cccc) in temporalem sinne für sogleich, sofort: ich will ihn zur st. fragen Klinger w. 2 (1815), 23; Lessing 3, 100 M. (Nathan 3, 3); eine ... pflanze ..., die ich entweder zur st. oder doch, sobald ich sie in vermehrung habe, ... übersenden werde Göthe IV 32, 212 W.; (da) brauchts kein zureden, ich heurathe sie zur st. Stephanie d. j. s. singspiele (1792) 76. Rückert w. (1867—1869) 1, 104; Gaudy sämtl. w. 2, 139; Lenau sämtl. w. 29 B.; Freytag 8, 90. II@B@8@ee) von der st. II@B@8@e@aα) bei intrans. bewegungsverben wie gehen, kommen, rücken, weichen u. ä.: ich will nicht von der st. gehen, ich habe euch denn bezahlt, io non partiró da questo luogo ... Kramer (1702) 2, 955a; kaum noch kraft finden von der st. zu gehen Schiller 1, 159 G.; Göthe 43, 46 W.; Körner w. 3, 251 H.; er geht nicht von der st. und wenn man feuer unter ihn macht Wander 4, 825. betheuernd: ich will ni mit heilen knochen von d'r st. gehn G. Hauptmann die weber (1892) 98; übelthäter bannen ..., dasz sie nicht von der st. ... zu lauffen vermögen Prätorius philos. colus (1662) 10; nicht von der st. kommen, non partire dal posto Kramer (1702) 2, 954c; du kommst nicht von der stelle, vogt, bis du mir recht gesprochen Schiller 14, 397 G. (W. Tell 4, 3); (die postillone) glauben ..., dasz die pferde ohne ihren .. zuruf nicht von der st. kommen würden Moltke schr. u. denkw. (1892) 1, 136; diesen sommer komme ich wahrscheinlich nicht von der st. (= von Weimar fort) Göthe IV 39, 230 W. redensartlich: nicht von der st. kommen können, to be not able to stir Ludwig teutsch-engl. lex. (1716) 1855; wodurch ich mich so sehr entsetzete, dasz ich nicht von der st. kommen konte Lindenborn Diogenes (1742) 1, 307. für vorwärtskommen, bildlich und abgezogen: er watete gleichsam im sande, dasz er wenig oder nichts von der st. ... kam Lohenstein Arminius (1689) 2, 567a; man kömmt durch sie (analytische urtheile) nicht nur nicht weit, wie Kant sagt, sondern man kömmt gar nicht von der st. Fichte sämtl. w. (1845) 1, 114; die finanzwirtschaft. kam nicht von der st. Bennigsen nationalliberale partei 51. rücken: der verrostete weiser (der uhr) rückte nicht mehr von der st. Eichendorf sämtl. w. (1864) 3, 321; nun, mir ist alles lieb, geschieht nur was, und rücken wir nur einmal von der stelle! Schiller 12, 129 G. (Picc. 3, 1). weichen: das ist ein geselle! stehet fest und unverzagt, weicht nicht von der stelle Hoffmann v. Fallersleben ges. schr. (1890f.) 2, 383. mit elision des bewegungsverbums von der st. dürfen, können, wollen: Heinsius 4, 788a; dasz wir ... wie behext ... ständen und nicht von der st. könnten Gaudy sämtl. w. (1844) 13, 27; H. Heine 1, 104 E.; das pferd scheute ... und wollte nicht von der st. Göthe 8 (Götz 2), 58 W.; der wagen will nicht von der st. Miller predigten fürs landvolk (1776) 1, 5. II@B@8@e@bβ) bei transitiven bewegungsverben wie jem. oder etwas von der st. bewegen, bringen, lassen, schaffen, schieben, treiben u. ä. in eigentlichem und bildlichem sinne: wo er steht, da steht er fest, die pforten der höllen können ihn nicht von der st. bewegen Jung-Stilling w. 3, 199; die andern waren ... ins gespräch geraten und nicht von der st. zu bringen Hölderlin ges. d. 2, 139 L.; Schnabel insel Felsenburg 11, 32 U.; Kramer (1702) 2, 954c; der schwarze Hans, der schmied von Zell, der hebt drei zenten von der stell K. Stieler ged. 4, 18 Recl.; [] erquickender duft ... liesz einen nicht von der st. los maler Müller w. (1811) 1, 52; H. Heine 1, 247 E.; das eiserne gewicht des ... vorurtheils ... von der st. ... räumen Schiller 1, 202 G.; einen aufbringen heiszt ihn von der st. schaffen. um tapfer zu seyn musz man standhalten Shakespeare 1, 8 (Rom. u. Jul. 1, 1); ... die gespanne von zweiundzwanzig starken und vierrädrigen wagen, sie schleppten ihn nicht von der stelle, jenen ... fels, den das ungeheuer (d. Zyklop) emporhub J. H. Voss Od. 158 B.; die ungeduld trieb ihn von der st. Göthe 24, 61 W. redensartlich: (k)einen fusz von der st. setzen, sich (nicht) rühren, s. Görres ges. br. 3, 196. sich von der st. entfernen, rühren, weggehen: er entfernt sich von der stelle, überwinder und gebläut Göthe 1, 176 W.; ich werde mich nicht von der st. rühren 22, 57 W.; du bleibst, du rührst dich nicht von der st. Ebner-Eschenbach ges. schr. 4, 288. ohne verb: he, hallo, halt! ... nicht von der stelle! A. v. Droste-Hülshoff w. 2, 16 Sch. H. J. v. Collin Regulus (1802) 126. II@B@8@ff) aus der st. im 18. jh. häufiger als in der neueren sprache, die von in solchen wendungen vorzieht. α) bei intrans. bewegungsverben: ich bin so erschrocken, dasz ich nicht aus der st. kommen kann Creizenach schausp. engl. comöd. 152; Musäus volksmärchen 1, 68 H.; du sollst mir nicht aus der st. gehen, isthinc te ne moveas Stieler 2143; unserm herrn gott zu ehren geh ich diesmal nicht aus der st. (= rühre ich mich nicht von hier weg) Göthe IV 1, 261 W.; als die gewohnte kuh nicht aus der stelle wich König ged. (1745) 207. β) bei auxiliaren (mit elision des bewegungsverbs): gott! und sie sehen nicht, dasz ich nicht aus der st. kann? Klinger theater (1786f.) 2, 183; Musäus volksmärchen 1, 33 H.; und das macht mir eine verdrieszliche arbeit noch weit verdrieszlicher, so dasz es gar nicht aus der st. damit will Lessing 18, 330 M. γ) bei trans. verben: spannt eine kette von teufeln herum, sollen mich alle nicht aus der st. bringen maler Müller w. (1811) 3, 89; aber jetzt, mein leser, erlaube mir die kleine zudringlichkeit, dich nicht aus der st. zu lassen Fichte sämtl. w. (1845f.) 2, 372; (er war so stark,) dasz ihn ... auch ein mächtiger ringer nicht hatte aus der st. rücken können E. M. Arndt 1, 40 R.-M.; nichts konnt ihn aus der stelle treiben Lichtwer äsop. fabeln (1748) 1, 149; die leichtern werden von den ... schwerern flüssigkeiten so lange aus ihrer st. getrieben, bis sie völlig auf der oberfläche der ... schwerern ... sich befinden Liebig hdb. d. chemie (1843) 1, 23. reflexiv: ich kann mich nicht aus der st. rühren E. Th. A. Hoffmann 14, 150 Gr.; ihre einladung nach Bonn (ist) ... verführerisch ..., kann mich doch nicht aus der st. rücken Gervinus im briefw. zw. J. u. W. Grimm (1885f.) 2, 374. redensartlich: wir ... setzen keinen fusz aus der st. fort Chr. Weise polit. redner (1677) 73; Tieck schr. (1828) 7, 182. II@B@8@gg) an (der) stelle anstatt, für (s. o. 7). 'für wird gebraucht wan es ... so viel bedeutet als an eines st. gleiche verrichtung thun' Gueintz dtsche rechtschreib. (1666) 67. Göthe will differenzieren zwischen anstatt und anstelle: wo man die übersetzung dem original identisch machen möchte, so dasz eins nicht anstatt des andern, sondern an stelle des andern gelten solle 7, 237 W. der allgemeine sprachbrauch folgt ihm hierin nicht, verwendet anstelle und anstatt synonym, es sei denn, dasz die raumvorstellung bei anstelle (besonders in den durch art. oder pron. aufgelockerten wendungen) stärker mitempfunden wird als bei anstatt. II@B@8@g@aα) local empfunden II@B@8@g@a@aaaa) mit pron.: sie aber solte drinnen an seiner st. bleiben Barth weibersp. (1565) f 2b; könnte ... der mann nicht in der volksversammlung erscheinen, so verhindert nichts, dasz seine gattin an seiner st. erschiene Fichte sämtl. w. (1845f.) 3, 348; (er) habe [] einen ältern liebhaber an seiner st. gefunden Göthe 22, 30 W.; die hexe ... legte sie (ihre tochter) an ihrer (der königin) st. in das bett kinder- und hausmärchen (1812) 1, 37; er scheint uns anzusehn, und geister mögen an unsrer stelle seltsam ihm erscheinen Göthe 10, 111 W. (Tasso 1, 1); mit pron. gen.: (es) wolten die zimmerleute die alte scheune abbrechen, damit sie an deren st. eine neue aufrichteten Prätorius winterflucht (1678) 137; der consul oder wer an dessen st. der wahl vorsasz Niebuhr m. gesch. 3, 345. mit nach- oder vorgestelltem subst. gen.: so fand er (im keller) an der st. der wein- und bierfässer ... wassertröge br. Grimm dtsche sagen (1891) 2, 147; an st. des altehrwürdigen baues stand jetzt ein ... kaninchenhaus Storm 3, 175. β) häufig verblaszt die sinnlich locale vorstellung. II@B@8@g@a@aaaa) mit art. und nachgestelltem gen.: was er an der st. des unwürdigen ... thun würde Göthe 21, 82 W.; in die nördliche (provinz) sandte ... der senat ... einen anderen oberfeldherrn an der st. des unfähigen Nobilior Mommsen m. gesch. 2, 6; eine balsamische masse ... färbt nun an der st. des bluts die so früh verblichenen wangen Göthe 23, 256 W. ohne artikel: an st. des erkrankten alten pfarrers Hansjacob meine madonna 127; haushaltungsgegenstände, die der mann an st. der ... wertlos gewordenen stücke anschafft, ... bürgerl. gesetzb. § 1382. II@B@8@g@a@bbbb) mit vorgestelltem gen.: die da an gottes stelle steht jedermanns jammerklage (1621) c 4a. Zesen rosenmând (1651) a 2b; an des ... officirers st. die frage ... beantworten Chr. Weise erznarren 22 ndr.; gegen die gesellschaft würd ich an Bakunins st. protestieren br. von und an Herwegh (1896) 69; Göthe IV 28, 9 W.; der teufel selbst wird seyn sein (des verdammten reichen) mitgeselle, das hellsche feur wird seyn an goldes stelle Neumark lustwäldchen (1652) 7; an des haders stelle soll des friedens helle ... jetzt aufleuchten siegreich klar Rückert w. (1867ff.) 1, 120. II@B@8@g@a@cccc) mit pronom. gen.: man würde ... schätze vermuthen, an deren st. aber finden sich ... schulden Archenholz England u. Italien (1785) 1, 1, 35. II@B@8@g@a@dddd) mit präpos. ausdruck: an st. von Wandas brünettem gesicht erschien eine ... kartoffelprinzessin Fontane I 5, 32. II@B@8@g@a@eeee) mit poss. pron. an meiner, deiner ... st. u. s. w.: mein herr vater ... ist ins einlager gemahnet worden, da er mich dann an seiner st. geschicket Schweinichen denkw. 31 Ö.; die mag er an meiner st. ... erwürgen Reinicke fuchs (1650) 207; ein bekannter muszte an seiner st. (für ihn) der prüfung beiwohnen H. Steffens was ich erlebte (1840) 1, 194; Göthe 45, 73 W.; Bettine d. buch gehört d. könig 1, 26; G. Keller ges. w. 1, 29; ach, wenn ich wüszte, wie Assad, — Assad sich an meiner stelle hierbey genommen hätte! Lessing 3, 127 M. (Nathan 4, 4); hundert mädle an meiner stell thätens nicht! O. Ludwig ges. schr. (1891f.) 2, 370. umschreibend: wenn ich an seiner st. wäre u. ä. für ich an seiner st.: wan ein unvernünfftig thier an meiner st. gewesen wäre, so hätte es besser gewust ... Grimmelshausen Simpl. 19 ndr.; ich würde das äuszerste versuchen, wenn ich an deiner st. wäre Schiller 2, 61 G. (räuber 2, 1); Göthe 19, 77 W.; U. Bräker s. schr. (1789f.) 2, 106. ähnlich Lessing 2, 64 M.; Fr. L. Schröder dram. w. (1831) 1, 7; Klinger neues theater (1790) 2, 185; II@B@8@hh) in stelle in der bedeutung anstatt ist selten: wenn ich in ihrer stelle wäre, Gottsched dtsche schaubühne (1741f.) 2, 123; ich in ihrer st., liebe Nette, würde ... A. v. Droste-Hülshoff br. 141 Sch.; K. Lessing schausp. 313. II@B@99) in zweigliedrigen wendungen. II@B@9@aa) ort und stelle, rein local oder mit dem nebensinn 'gebührender, richtiger ort', [] pleonastisch nachdrücklich. II@B@9@a@aα) so zeugen die alten scribenten auch ort und st. an, wo die Heneti in Asia gewohnet haben H. Rätel Joach. Curäi chron. (1607) 25; Günther ged. (1735) 46; ob aber der römische (glauben) also bewandt, ist hier nicht ort und st. auszumachen Leibniz dtsche schr. 2, 374. selten im pl.: das unvermeidtliche anschawen der orth und stellen theatrum amoris (1626) 72. determiniert: ein sicher ort und stell Thurneyszer magna alchymia (1583) 135. II@B@9@a@bβ) mit localen präpositionen in ruhe- und richtungsconstructionen. II@B@9@a@b@aaaa) an ort und st. local, oder der temporalen bedeutung 'sogleich, sofort' sich nähernd II@B@9@a@b@aa@aaαα) rein local: der marmor war an ort und st., man brauchte also weder die kosten noch die mühe einer ... überfahrt Herder 15, 595 S.; unsere hofdamen, die das modell an ort und st. gesehen haben Göthe IV 42, 71 W.; genaue nachrichten an ort und st. sammeln 21, 59 W.; 19, 145; die untersuchung der denkmale an ort und st. Ritter erdkunde (1822) 2, 506; an ort und st. über diese wichtige sache verhandeln Holtei erzähl. schr. 6, 26; Storm 3, 93; Mommsen m. gesch. 2, 361; überzeugen wir uns davon an ort und st. Ebner-Eschenbach ges. schr. (1893) 1, 169. II@B@9@a@b@aa@bbββ) im sinne von hic et nunc: es (das gedicht) ward von Zelter componirt und von ihm an ort und st. selbst ausgeführt Göthe 4, 82 W.; betrachtungen, welche meistens an ort und st. niedergeschrieben und nur später in verbindungen gebracht worden sind 47, 41 W. II@B@9@a@b@aa@ggγγ) an ort und st., am richtigen, gebührenden orte, bzw. bei richtungsconstruction an den gehörigen ort: er ... fand den wundarzt nicht an ort und st. Hippel lebensläufe (1778ff.) 3, 1, 291; das wird sich geben, wenn wir ... an ort und st. sind Pfeffel pros. vers. (1810) 4, 129; Lessing 17, 403 M.; E. Th. A. Hoffmann 1, 211 Gr.; zu der vorgesetzten zeit ... an ort und st. anlangen J. G. Schmidt rockenphil. (1706) 2, 110; an ort und st. sein in übertragenem sinne für 'am platz, angemessen, passend sein': deine worte werden wohl ... an ort und st. seyn Hippel lebensläufe (1778ff.) 1, 9. durch adj. determiniert: wie nun ... der keyserliche abgeordnete ... sich am bestimmeten ort und st. finden lassen Chemnitz schwed. krieg (1648) 1, 33; wenn nun derselbe an bestimter ort und st. zu Caschaw angelanget, wird er ... acta publ. 1, 4 Palm. an ort und st. bringen: die (geraubte) braut wieder an orth und st. zu bringen gesch. d. tatar. krieg. (1696) 29 bei A. Olearius anhang; folgt mir, ich bring euch an ort und st. Göthe 24, 59 W.; wer bringt an ort und stelle alles das, was er geholt hat, jedesmal zurück? Hoffmann v. Fallersleben ges. schr. (1890ff.) 5, 234. schaffen, rücken: aufgeräumt ... und das vielfach herbey geholte an ort und stelle geschafft Göthe III 11, 129 W. bildlich an ort u. st. rücken, zurechtrücken, z. b. den kopf: Kotzebue s. dram. w. (1828) 18, 265. sich verfügen, begeben: wollten ew. liebden ... sich selbst an ort und st. verfügen Göthe IV 35, 119 W.; Jhering geist d.m. rechts 2, 1, 11; Valerius begab sich an ort und st. und erfuhr ..., dasz ... br. Grimm dtsche sagen (1891) 2, 13; Kerner bilderb. (1849) 276. kommen: dasz ihr möget mit gutem winde an ort und st. kommen Creizenach schausp. engl. comöd. 173, 38; Hippel über die ehe (1774) 214; Göthe 22, 23 W. näher determiniert: als sie aber ... wiederumb an denselbige ort und st. ... kommen waren Prätorius Katzenveit (1665) b 6 r; bereit (sein), mit seinem anvertraweten quartir an die ort und st., die ihme benand würde, aufzuziehen acta publica 1, 103 Palm. II@B@9@a@b@bbbb) mit den präpp. auf, in selten: Faustus würde ... mich auf dem ort und der stelle in stücken ... zerhauen, allwo er mich anträffe Zend. a Zendoriis teutsche winternächte (1682) 173; wann ihr in ewren ort oder st. (in der kirche) kommet, so erseufftzet ... zu gott Moscherosch insomnis cura par. 104 ndr. II@B@9@a@b@cccc) vor: (es soll) ein jeder regimentswagenmeister vor dem ort und stellen, wohin man zu rücken willens ist, halten v. Fleming d. vollk. teutsche soldat (1726) 181 § 4. II@B@9@bb) stelle und ort in gleicher bedeutung, im ganzen selten, aber bevorzugt von Herder: damit die feine bemerkung [] st. und ort finde 15, 555 S. mit präp. II@B@9@b@aα) an st. und ort, local hier, dort, bzw. prägnant an gehörigem orte, an seinem ort: lassen wir ... alles an st. und ort, wie sie es erzählen Herder 19, 98 S.; 20, 278; musz der geist der zeit herrschen oder dienen? er musz beides an st. und ort 17, 78 S.; 19, 405; 20, 58; 15, 551. an st. und ort in richtungsconstruction: wer zog die adern hie und dort, ein jed an ihre stell und ort? P. Gerhardt bei Fischer-Tümpel 3, 368a; so sollen ir (euch) ein jeder wieder an sein stelle und ort ... verfügen Reutter v. Speir kriegsordnung 41. II@B@9@b@bβ) nach: ich sehnte thöricht nach stell und ort, nach süszer ruhe mich Z. Werner d. söhne d. thales (1803) 1, 131. II@B@9@b@gγ) zu: auf! auf und nehmet euren lauff mit mir hin zu der stell und ort, davon gemeld der engel wort P. Gerhardt bei Fischer-Tümpel 3, 438a. II@B@9@b@dδ) auszer st. und ort, nicht am platz, unangebracht: reine reime ... in diesen uralten gedichten suchen zu wollen, wäre ganz auszer st. und ort Herder 16, 194 S.; 15, 520. II@B@9@cc) alliterierend: st. und statt: so wird auch ein jede wolthat finden ir rechte stell und stat Hans Sachs 19, 65 K.-G. II@B@9@dd) stelle und raum, bzw. r. und st. in der redensart st. und raum geben, stattgeben, gewähren: weil ir ... so starck anhaltet, wil ich euren bitten stell und raum geben Z. Theobald Hussitenkrieg (1609) 31; gebt der bitte raum und stelle S. Dach 725 Ö. st. und raum haben, innewohnen: wer den himmel wenig acht ..., hat ein hertze, drinnen kaum leeres nichts hat stell und raum Logau 1, 8, 1 Eitner 160. II@B@9@ee) art und stelle: daher ein jeder sich wacker halten und nach seiner art und st. sich behaupten musz Göthe IV 40, 248 W. II@B@9@ff) zeit und stelle u. ä.: hüttet euch nu, das yhr nymmer keyn zyl der zeyt odder stell euch bestymmet zu beten Eberlin von Günzburg s. schr. 3, 195 ndr.; auff bestimpte zeit und stelle kam der könig M. C. Schütz hist. rer. pruss. (1592) 1, d 3b; weil das grab und die höll für danck, lob und gesang hat weder zeit noch stöll G. R. Weckherlin ged. 2, 189 F.; letzlich so ist schamhafftigkeit nutz zu der zeit und stelle, wo und wann wir sie (die weiber) loben Barth weiberspiegel (1565) m 8a. zur zeit und stel, zu seiner zeit und an seinem orte: acta publica 1, 59 Palm; wie das e. f. g., so sie ... es nach und nach lesen, jeder zeit und st. befinden werden Xylander Polybius (1574) vorr. 4a. in alliterierender wendung st. und stunde Steinbach 2, 658; stelle und stunde machen einen dieb Lehman floril. polit. (1662) 3, 320; Wander 4, 825; schöffen, ist es stund und stelle, hier ein offnes ding zu hegen? Fr. W. Weber Dreizehnlinden (1907) 120; ein weiser helt an sich ..., underscheydet zeit, stunde, person und st. sprichwörter schöne weise klugreden (1548) 115b; theatrum diabolorum (1569) 49b. II@B@9@gg) von st. zu st., von ort zu ort: es führte ihn der werkmeister von st. zu st. Freytag 8, 162; ich schwebe so von stell zu stelle Göthe 15, 1, 146 W. (Faust 7830); 3, 258. die redensart ist aufgelockert: und ziehn an die quellen, von blumigen stellen zu blumigern stellen Fouqué alts. bildersaal (1818f.) 2, 83. II@CC. besondere verwendungen. II@C@11) concret in der schifferspr. stellen des steuers: 'eiserne angelringe ..., die durch eiserne banden mit beiden seiten des achtersteuers verbunden sind' Bobrik seewb. 662b (masc.? vgl. einen beleg a. 1623 bei Frischbier 2, 368a: zwei beutel, unter welchen einer einen stel [eine art verschlusz, schliesze?] gehabt; zu stellen, v., zum stehen bringen, festhalten). [] II@C@22) in der heraldik zu st. B 2 (s. o.): der schild hält in sich neun punct, stipfel oder stelle, deren die drey obersten machen des schilds haubt Harsdörfer gesprächsp. 3, 155; nostri vocant stellen, Galli pendans Spener op. herald. pars gen. 349. II@C@33) schles. st. für nachgeburt (s. Gusinde 202b) ist wörtl. übersetzung von poln. miejsce, das sowohl st. (locus) als nachgeburt bedeutet. II@DD. ein masc. stelle für trotzkopf (zu refl. sich stellen, sich zur wehr setzen) weist Follmann 496 für das lothr. nach.
88472 Zeichen · 3330 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    stellestf.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +4 Parallelbelege

    stelle stf. ? sus dîn untirmic stelle, von dir ungemachet, wachet Frl. KL. 2,5. Ettmüller erklärt: dein unbestimmbares s…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    stelleM., N.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    stelle , M., N. nhd. „Stelle“, Gestell, Wagengestell, Fuhrwerk für Lasten, Lafette für Geschütze, Wagen (M.) (Bedeutung …

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Stêlle

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Die Stêlle , plur. die -n, Diminutivum, welches doch nur im Scherze üblich ist, das Stellchen, der Ort, welchen ein Ding…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Stelle

    Goethe-Wörterbuch

    Stelle [bisher nicht online publizierter Wortartikel]

  5. modern
    Dialekt
    Stelle

    Elsässisches Wb. · +6 Parallelbelege

    PfWB LothWB RhWB Stelle [ʿStèlə Liebsd. ; ‘Stèl Co. Str. Hf. ] f. 1. Stelle. Nur in der Verbindung: uf d e r S.! sofort …

  6. Sprichwörter
    Stelle

    Wander (Sprichwörter)

    Stelle 1. Die Stelle macht den Mann, das gute Pferd den Reiter. 2. Die Stelle, wo ein starker Baum gefallen, verwächst n…

  7. Spezial
    Stellef

    Dt.-Russ. phil. Termini · +1 Parallelbeleg

    Stelle , f место , ср

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit stelle

663 Bildungen · 108 Erstglied · 550 Zweitglied · 5 Ableitungen

stelle‑ als Erstglied (30 von 108)

stel(le)bôm

MNWB

stelle·bom

stel(le)bôm , m. , aufrechtstehender Pfahl, bes. Pfosten im Gerüstbau, Ständerwerk.

stellebret

KöblerMnd

stelle·bret

stellebret , N. nhd. Brett bzw. Bohle bzw. Planke zum Gerüstbau E.: s. stelle, bret W.: s. nhd. Stellbrett, N., Stellbrett, verstellbares Br…

stellebōm

KöblerMnd

stellebōm , M. nhd. aufrechtstehender Pfahl, Pfosten im Gerüstbau, Ständerwerk E.: s. stelle, bōm W.: s. nhd. (ält.) Stellbaum, M., Stellbau…

stellecheit

Lexer

stellec·heit

stellec-heit stf. he lîf zû kirchen bit stellicheide (snellicheide?) Marld. han. 18,17.

Stellefertreªder

WWB

Stelle-fer-treªder m. [verstr.] Stellvertreter; spez.: „Einstandsmann für einen anderen im Heeresdienst vor 1867“ (Lippe WWB-Source:219:Oest…

Stellefō¹t

WWB

stelle·fot

Stelle-fō¹t m. Vorderfuß, mit dem ein Pferd lahmt und den es beim Stehen vorsetzt (Frbg.) ( Kr. Unna u. die krfr. Stadt Hamm Unn Ob). ¶ Vgl.…

stellegat

KöblerMnd

stel·legat

stellegat , N. nhd. Mauerloch in das der Gerüstbalken gelegt wird E.: s. stelle, gat L.: MndHwb 3, 454 (stellegāte), Lü 377b (stellegat) Son…

Stellehāmel

WWB

stelle·hamel

Stelle-hāmel m. Person, die vornehm tut ohne Grund zu haben, die gern etwas vorstellen will ( Kr. Meschede Mes Br).

Stellehans

WWB

stelle·hans

Stelle-hans m. [ Kr. Unna u. die krfr. Stadt Hamm Unn die krfr. Stadt Hagen Hag Kr. Arnsberg Arn Kr. Meschede Mes Olp] Großtuer; Person, die…

stellehansig

WWB

stelle-hansig Adj. [ Kr. Arnsberg Arn Kr. Meschede Mes Bri] 1. eingebildet. Düt stellhansege Däier ( Kr. Meschede Mes Kr. Meschede@Ramsbeck …

stelleholt

KöblerMnd

stelle·holt

stelleholt , N. nhd. „Stellholz“, Holz für den Gerüstbau bzw. zum Dämmen Vw.: s. bōgen- Hw.: s. stelholt E.: s. stelle, holt (1) W.: s. nhd.…

Stelleisen

RhWB

stell·eisen

Stell-eisen -īzər Heinsb-Birgelen , Düss-Volmerswerth n.: Pflugschraube zum Höher- oder Tieferstellen des Grindels im Vorderpflug.

Stellekoªrf

WWB

Stelle-koªrf m. Gerät, mit dem man Aale fängt (Frbg.) ( Kr. Minden Min Sh).

stelleleⁿ

Idiotikon

stelleleⁿ Band 11, Spalte 76 stelleleⁿ 11,76

stellemachære

KöblerMhd

stellemachære , st. M. nhd. Stellmacher Hw.: vgl. mnd. stellemākære* Q.: DRW (15. Jh.) E.: s. stellen, machære W.: nhd. Stellmacher, M., Ste…

stellemāker(e)

MNWB

stellemāker(e) , -mēker(e) , m. , Stellmacher, Wagenbauer.

stelleman

KöblerMnd

stell·eman

stelleman , M. nhd. „Stellmann“ E.: s. stelle, man (1) L.: MndHwb 3, 455 (stelleman)

stellemāker

KöblerMnd

stellemāker , M. Vw.: s. stellemākære*

stellemākere

KöblerMnd

stellemākere , M. Vw.: s. stellemākære*

stellemākære

KöblerMnd

stellemākære , M. nhd. Stellmacher, Wagenbauer Hw.: s. stellemēkære*; vgl. mhd. stellemachære* E.: s. stelle, mākære W.: s. nhd. Stellmacher…

stellemēker

KöblerMnd

stellemēker , M. Vw.: s. stellemēkære*

stellemēkere

KöblerMnd

stellemēkere , M. Vw.: s. stellemēkære*

stelle als Zweitglied (30 von 550)

*gestelle?

KöblerMhd

*ge·stelle

*gestelle? , Adj. Vw.: s. un- E.: s. ge, stellen W.: nhd. DW- L.: LexerN 3, 302 (gestelle)

Anlaufstelle

RDWB1

Anlaufstelle f адрес, по которому можно обратиться в определённых случаях (а не "место, куда можно прибежать") Eine andere ~ bei Problemen d…

Baustelle

RDWB1

Baustelle f übertr. стройка, строительство ремонт дороги übertr. что-л. незавершённое; незавершённый участок работы An dieser Ecke haben wir…

Únterstelle

Campe

Die Únterstelle , Mz. — n , die untere, geringere, oder die unterste, niedrigste Stelle

Zulassungsstelle

RDWB1

Zulassung·s·stelle

Zulassungsstelle f ведомство для постановки машины на учёт, соответствует одной из функций ГАИ

ABBAUSTELLE

DWB2

abbau·stelle

DWB2 ABBAUSTELLE f. DWB2 (abbau 3): DWB2 1913 die abbaustelle dieses flözes Kellermann tunnel 98. 1955 weltbühne 654. 1964 BZ am abend ( 20.…

ABFAHRTSSTELLE

DWB2

abfahrt·s·stelle

DWB2 ABFAHRTSSTELLE f. : DWB2 DWB2 ⟨1894⟩ abfahrtsstelle des dampfschiffes Fontane ( 1919 ) II 1,161 jub. 1906 abfahrtstelle der elektrische…

Abhandlungsstelle

DRW

abhandlung·s·stelle

Abhandlungsstelle Behörde zur Abhandlung der Verlassenschaften das die universalerben ... ihre erbserklärung ohnverweilt einreichen, nach so…

ABRECHNUNGSSTELLE

DWB2

abrechnung·s·stelle

DWB2 ABRECHNUNGSSTELLE f. DWB2 ( zu abrechnung 1 ): DWB2 1890 bei allen abrechnungsstellen ist die reichsbank aktiv und passiv teilnehmerin …

ABSPRUNGSTELLE

DWB2

absprung·stelle

DWB2 ABSPRUNGSTELLE f. DWB2 (absprung 5): DWB2 1928 es genügt .. nicht, den lauf .. an der absprungstelle in eine art verlängerten schritt z…

ABSTURZSTELLE

DWB2

absturz·stelle

DWB2 ABSTURZSTELLE f. DWB2 zu absturz 1 : DWB2 1896 den weg betretend, der .. zum ruin, endlich zur absturzstelle von st. Martin führt Bergn…

ABWICKLUNGSSTELLE

DWB2

abwicklung·s·stelle

DWB2 ABWICKLUNGSSTELLE f. DWB2 zu abwicklung 2 : DWB2 ⟨1919⟩ lösen die behörden einen stab auf, dann tut er sich als ‘abwicklungsstelle’ wie…

ABZWEIGSTELLE

DWB2

abzweig·stelle

DWB2 ABZWEIGSTELLE f. DWB2 ( zu abzweigen 1): DWB2 1925 an einer abzweigstelle der antennenspule Lübben röhren-empfangsschaltungen 167. 1963…

Adelstelle

DRW

adel·stelle

Adelstelle Anstellung oder Amt bei der Ritterschaft Gutzeit,Livl. Nachtr. I 24

Adjunktusstelle

GWB

adjunktus·stelle

Adjunktusstelle ‘Adjunctus- und Küstermannsstelle’, im Bild Und nun hochwürdiger Priester vergiss über der Pflege des Altars der Zucht der A…

ADVOKATENSTELLE

DWB2

advokaten·stelle

DWB2 ADVOKATENSTELLE f. DWB2 stelle, die ein advokat bekleidet: DWB2 1678 advocaten-stell, sachwaltung .. auvocatura Kramer dict. 49 a . ⟨17…

Agentenstelle

GWB

agent·en·stelle

Agentenstelle daß nach Ableben des Hofagents .. dessen gewerkschaftliche A. der Ritterschaftliche Amtmann .. übernommen hat A(LA I 1,178,12)…

AKZESSISTENSTELLE

DWB2

akzessist·en·stelle

DWB2 AKZESSISTENSTELLE f. DWB2 zu akzessist ; stelle ( anstellung ) als referendar: DWB2 1858 daß ich .. vielleicht erst in zehn jahren eine…

anegestelle

KöblerMhd

ane·gestelle

anegestelle , st. N. nhd. Gestell ÜG.: lat. statuarium JvFrst Q.: JvFrst (1340-1350) (FB angestelle) E.: s. ane, gestelle (1)? W.: nhd. DW2-…

anestelle

KöblerMhd

anes·telle

anestelle , st. F. nhd. Aufschiebung, Vertagung E.: s. ane, stelle W.: nhd. (ält.) Anstell, M., Anstell, DW2 2, 1408 L.: Lexer 6b (anstelle)…

Ableitungen von stelle (5 von 5)

bestelle

BMZ

bestelle swv. 1. stelle bei, an, um etwas. umstelle. a. er hâte kûme sie bestalt mit armen, mit gebende, sie begunde sich verwende Albr. 24,…

entstelle

BMZ

entstelle swv. 1. bringe aus der rechten stelle, entstelle, verunstalte. sô daʒ er ûʒsetzic wart und anme lîbe wart entstalt Silv. 898. war …

gestelle

DWB

gestelle , gestell , n. , ahd. gistelli, mhd. gestelle, coll. zu ahd. mhd. stal, statio, sedes, locus, gestell, stütze. daneben ein fem. ahd…

urstelle

DWB

urstelle , f. , ursprüngliche stelle (ur- C 4 c): hab ... dis ... reiselihd ... wideruom an seine uhrställe lfern wollen Zesen Rosemund 34 …

verstelle

BMZ

verstelle swv. 1. bringe zum stehen, halte etwas in seinem laufe auf, stille. die spîe verstellen arzneib. D. 110. daʒ bluot das. 37. 163. F…