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mahlen

nhd. bis spez. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
14 in 12 Wb.
Sprachstufen
5 von 16
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17
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23

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

mahlen verb.

Bd. 12, Sp. 1454
mahlen, verb. molere. 11) die jetzt allgemein angenommene schreibung mit dehnendem h ist der älteren sprache fremd: goth. ahd. alts. malan, altnord. mala, mhd. maln, mnd. mnl. malen, im ags. und fries. fehlend. urverwandt ist mahlen mit litt. malŭ, malti, kslav. melj, mlěti, lett. maíu, altir. melim, griech. μύλλω für μυλjω, lat. molo mahle (Fick2 384) und mit sanskr. mar mṛṇâti, das den älteren begriff zermalmen, zerschlagen aufweist (ebenda 148), ein begriff, der auch im deutschen noch nicht ganz verschollen ist (vergl. unten 2, c a. e.). das verbum gehörte der starken conjugation ehedem ausschlieszlich an, goth. alts. malan, môl, ahd. malan, muol, mhd. maln, muol, und diese conjugationsweise verschwindet erst im nhd. nach und nach bis auf reste: das 17. jahrh. bildet noch ich mahle, du mählst, er mählt, prät. muhl, part. gemahlen (Schottel 590. Stieler sprachkunst 161); Steinbach (1734) 2, 16 jedoch führt wol auf ich mahle, du mählst, er mählt, dagegen aber das schwache prät. ich mahlte als weit häufigere form gegen ich muhl; und Gottsched kern d. d. sprachkunst (1753) s. 158 hat die schwachen präsensformen ich mahle, du mahlst, er mahlt, indem er bezeugt, dasz das prät. ich muhl nicht mehr gebräuchlich sei. seit dieser zeit ist in der schriftsprache nur das part. prät. gemahlen stark geblieben. die anfänge der schwachen conjugation gehen übrigens für die westlichen mitteldeutschen gegenden, an die das niederländische mit seinem prät. maalde für älteres moel anstöszt, weiter zurück: item wo ein auszwendiger des hobs maelte und queme ein hobsman, so sollt der müllener den treppelmehl nehmen und dem hobman so viel maelen, dasz er seinen kindern ein kuch backen kundt. weisth. 2, 569 (Prüm, v. j. 1497); wie umgekehrt starke formen sich mundartlich bis heute halten: bair. zuweilen noch du mälst, er mält Schm. 1, 1583 Fromm., düringisch noch das prät. muhl. 22) mahlen molere in verschiedener fügung. 2@aa) absolut, einer mahlt: die Philister .. bunden jn mit zwo ehrnen ketten, und er must malen im gefengnis. richt. 16, 21; zwo werden malen auf der müle. Matth. 24, 41; wer zu maellen [] heft, der sal des dritten dagh so fürrens bestellen; kaen der müller alsdan nit gemaellen, so sael er im brodt lhienen (leihen), bis er im maellen kaen. weisth. 2, 576 (Eifel, vom j. 1582); wanne die vorgenanten lehenlende zu Steffeln uff die mülle kommen, so sol der mülner in malen. 586 (ebenda, v. j. 1519); nach dem Schwabenspiegel 312, 10 Wackern.: der ouch ê zuo den mülen kumt, der melt ouch ê (vgl. auch Nürnberger pol.-ordn. 167 unten unter b) steht das rechtssprichwort: wer vor kompt, mälet vor. Agr. spr. 229a; denn prior tempore, prior iure, und wer ehe kompt, der mehlet ehe. Mathes. Sar. 20b; das genge zu wie in der moellen, der ersten queme der moele auch ersten. M. Röchell münstersche chron. 165; in freier anwendung: haben all ein weib, wer vor zuo yhr kumpt, der malet vor. Frank weltb. 187b; es musz nur also gehen, wer vor kömpt, mählet vor. Opitz 2, 73; aber auch eine mühle mahlt: unser herz ist als ein mül, die umblauft, niemer still stat, sunder allwegen malen musz. Keisersberg seelenpar. 188a; des sollen sie die mühlen bauen von steinen und von holz und von allen gewerben, bisz dasz sie wohl bereit zu mahlen. weisth. 2, 582 (Eifel, v. j. 1567); malende müle, die geng ist, mola molendinaria Maaler 282b; Fungus maul ist eine mühle, die gar gäng an jhrem lauf: mählt ein handvoll witz kaum abe, schütet wort ein malder auf. Logau 3, 47, 46; von der quelle bis zum meer mahlet manche mühle. Göthe 1, 136; steine mahlen: zwene harte steine malen selten kleine. Mathes. Sar. 119a; ihr habt beide euere köpfe und zwar harte, und zwei harte steine mahlen nicht zusammen. J. Gotthelf schuldenb. 385. 2@bb) mahlen mit dem accusativ der auf der mühle zu zerkleinernden feldfrucht: getreide, korn, weizen, frucht mahlen: und eʒ ist auch mer gesetzet, swer mit sinem korn von erste hintz der mule kumt, dem sol man daʒ malen, swaʒ er sein ze malen hat, nôch einander alle di weil und sein ehalt in der müle ist, biʒ daʒ er gar abe gemalen hat. Nürnberger pol.-ordn. 167; eine mühle zu Vey, da sall der hofman seine frucht auf mhaelen. weisth. 2, 669 (v. j. 1525); man malet es, das brot werde. Jes. 28, 28; getreide mahlen, frumentum molere. Steinbach 2, 16; er mählt erbsen, ciceres molit. ebenda; (zwei männer) dî hûbin einis krîgis zorn in einre mul, wer dâ sîn korn zum êrstin solde malin. Jeroschin 9957; und mit dem accusativ des durch das mahlen gewonnenen: nim die müle und male mehl. Jes. 47, 2; brod, wie die mühlen das mahlt. weisth. 2, 583. 2@cc) mahlen auch von anderem auf einer mühle zu zerkleinernden: schwefel, salpeter, pulver mahlen; kaffe mahlen; pfeffer, saffran mahlen; häufig kommt der saffran auch schon gemahlen in den handel. Schedel waarenlex. 2, 316a; farbhölzer mahlen; gemahlenes gold solches in staub- oder sandform (mhd. gemalen golt, vgl. mhd. wb. 2, 1, 26a): so werde er (gott) jhm gemalen gold mit macht geben und reiche genge. Mathes. Sar. 19a; mahlen für zermalmen, zerreiben überhaupt: malen terere (neben molere) voc. inc. theut. n 3b (vgl.mahlzahn); nim ein wenic anis und mal daʒ mit eʒʒige und mit honicsaume. b. v. g. speise 12; und endlich selbst nur von einer mahlenden oder reibenden bewegung: die räder mahlen im sande, wenn der wagen sich im lockern sande mühsam vorwärts schiebt; vgl. mahlsand. 2@dd) mahlen, obscön: ein armer bruder, der gern auf der belzmühl zu mahlen pflegte. Kirchhof wendunm. (1602) 1, 162; do merkt ich, das die pfaffen zu ir muln, darümb ich nimer mer wolt ümb sie puln. fastn. sp. 731, 25.
5675 Zeichen · 138 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Mahlen

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    1. Mahlen , verb. reg. act. von 6. Mahl, die Figur, das Bild, das Zeichen, der Flecken. 1. So fern das Hauptwort die Fig…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    mahlen

    Goethe-Wörterbuch

    mahlen auch ‘malen’ (etw) feinkörnig zerkleinern: mBez auf (Feld-)Früchte; mehrfach mit dem Sachsubj ‘Mühle’, einmal in …

  3. modern
    Dialekt
    mahlen

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    ma h le n [mâlə fast allg.; môlə Geisp. Dachstn. K. Dunzenh. Ingenh. Furchhsn. ; Part. kmâlt Liebsd. Roppenzw. Hlkr. ; k…

  4. Sprichwörter
    Mahlen

    Wander (Sprichwörter)

    Mahlen 1. Es malet sich vbel, wo die Zeen aussgefallen sind. – Petri, II, 227. 2. Man kann nicht zu gleicher Zeit mahlen…

  5. Spezial
    mahlen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    mah|len I vb.tr. 1 majené (-na) 2 (zerkleinern) sminuzé (-zëia), smaciuié (-iëia) 3 (pulverisieren) polberisé (-sëia) II…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit mahlen

60 Bildungen · 0 Erstglied · 55 Zweitglied · 5 Ableitungen

Zerlegung von mahlen 2 Komponenten

mah+len

mahlen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

mahlen als Zweitglied (30 von 55)

Übermahlen

Campe

Übermahlen , v. trs . D. Übermahlen. D. — ung. 1. \Uumlacute;bermahlen, ich mahle über, übergemahlt, überzumahlen , über etwas, über ein and…

Úntermahlen

Campe

2. Úntermahlen , v. trs . ich mahle unter, untergemahlen, unterzumahlen , auf der Mühle unter etwas Anderes mahlen. D. Untermahlen .

abmahlen

DWB

abmahlen , molere, nnl. afmalen, von den mühlsteinen ab mahlen: Fungus maul ist eine mühle, die gar gäng in ihrem lauf, mählt ein handvoll w…

afmahlen

MeckWB

Wossidia afmahlen Korn durchmahlen: de Möller hett uns dat Kuurn ornlich afmahlt Schw Schwerin@Crivitz Criv .

anmahlen

DWB

anmahlen , appingere, ein bild, eine wand anmahlen, mit farbe anstreichen; sich anmahlen, schminken: sie mahlt sich an, mahlt sich ihr gesic…

aufmahlen

DWB

auf·mahlen

aufmahlen , appingere, anmahlen. auch wol auffrischen. die farben aufmahlen, verbrauchen.

ausmahlen

DWB

aus·mahlen

ausmahlen , probe molere, gut ausgemahlenes korn. nimis molere, das getraide ist ausgemahlen, auch die schale mit eingemahlen. molere desine…

bemahlen

DWB

bem·ahlen

bemahlen , depingere, illinere coloribus: das papier, die leinwand, die wände bemahlen; der dieb, um nicht erkannt zu werden, hatte sich das…

Brandmahlen

Adelung

brand·mahlen

Brandmahlen , verb. reg. act. mit einem Brandmahle versehen; besonders, einen Verbrecher durch ein angebrennetes Zeichen kenntlich machen. E…

Dazumahlen

Campe

dazu·mahlen

Dazumahlen , adv. damahls. » Dazumahl redetest du im Gesicht zu deinen Heiligen.« Ps. 89, 20. »Wie wart ihr dazumahl so selig.« Gal. 4, 15. …

Dennzumahlen

Campe

denn·zumahlen

Dennzumahlen , adv. sind verwerfliche O. D. Verzerrungen, für dann, alsdann, damahls. »Nur dannzumahlen würde mich Zeit und Arbeit gereuen, …

Dermahlen

Adelung

der·mahlen

Dermahlen , ein Nebenwort der Zeit, für dieß Mahl, jetzt, oder gegenwärtig, welches im Hochdeutschen veraltet ist, und nur noch von den Kanz…

drög'mahlen

MeckWB

droeg·mahlen

Wossidia drög'mahlen das Mahlgut so ausmahlen, daß kein Mehl mehr darin enthalten ist Ro.

durchmahlen

PfWB

durch·mahlen

durch-mahlen st. : 1. 'Fleisch durch den Wolf drehen'; Flääsch doʳchmahle [ LA-Nd'hochstdt ]; vgl. PfWB durchdrehen 1 b. — 2. 'Getreide in d…

Einmahlen

Campe

ein·mahlen

Х Einmahlen , v. trs. in Vorrath, zum Gebrauch mahlen. Einen Scheffel Korn einmahlen. Das Einmahlen.

ermahlen

DWB

erm·ahlen

ermahlen , pictura quaestum facere: er hat haus und garten ermahlet. Stieler 1222 .

Gastmahlen

Campe

gast·mahlen

○ Х Gastmahlen , v. intrs . ein Gastmahl veranstalten; wie auch, einem Gastmahle beiwohnen. » Gastmahlen könnte von Gebung eines Gastmahls, …

gemahlen

DWB

gem·ahlen

gemahlen , gemählen , gemahelen , vermählen, s. u. gemahl 3.

Hermahlen

Campe

herm·ahlen

Hermahlen , v. trs . s. Campe Her. Das Hermahlen. Die Hermahlung .

Hineinmahlen

Campe

hinein·mahlen

○ Hineinmahlen , v. trs . in das Inere einer genannten Sache mahlen. Uneigentlich, auf eine lebhafte Art als in einem Zustande befindlich da…

Hinmahlen

Campe

hin·mahlen

Hinmahlen , v. trs . an jenen Ort, an jene Stelle mahlen. Auch bloß verächtlich für, mahlen. So etwas hinmahlen . So auch im gemeinen Leben …

kleinmahlen

GWB

klein·mahlen

kleinmahlen im erweiterten Inf Getrenntschr; auch subst durch einen Mahlvorgang zerkleinern Gerberei .. Mühlen zum K. der Lohe [ aus Eichenr…

kundenmahlen

DWB

kunden·mahlen

kundenmahlen , n. das mahlen für solche, die ihr getreide dem müller dazu übergeben: die vorschriften für das kundenmahlen und die mahlvergü…

Ableitungen von mahlen (5 von 5)

bemahlen

DWB

bemahlen , depingere, illinere coloribus: das papier, die leinwand, die wände bemahlen; der dieb, um nicht erkannt zu werden, hatte sich das…

ermahlen

DWB

ermahlen , pictura quaestum facere: er hat haus und garten ermahlet. Stieler 1222 .

gemahlen

DWB

gemahlen , gemählen , gemahelen , vermählen, s. u. gemahl 3.

vermahlen

DWB

vermahlen , verb. 1) durch mahlen zu mehl machen: den weizen vermahlen u. s. w. 2) durch mahlen aufbrauchen, alle machen.

zermahlen

DWB

zermahlen , verb. , urspr. stark, jetzt nur noch im partic. perf., das aber Luther auch schwach beugt; 1 ) im heutigen sinne ' durch mahlen …