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1. Mahlen

nhd. bis spez. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
14 in 12 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

1. Mahlen

Bd. 3, Sp. 26
1. Mahlen, verb. reg. act. von 6. Mahl, die Figur, das Bild, das Zeichen, der Flecken. 1. So fern das Hauptwort die Figur, das sichtbare Bild eines Dinges bedeutet, ist mahlen, 1) überhaupt, abbilden, die Gestalt eines Dinges durch sichtbare Züge nachahmen und vorstellen; in welcher allgemeinen Bedeutung es doch nur noch zuweilen im gemeinen Leben vorkommt, da es denn Zeichnen, Reißen, Tuschen u. s. f. in sich schließet. 2) In engerer und gewöhnlicherer Bedeutung ist mahlen mit Farben abbilden, oder nachahmen, besonders mit Beobachtung des Lichtes und Schattens; zum Unterschiede von zeichnen, reißen, tuschen, illuminiren u. s. f. Ein Bild, ein Porträt, eine Landschaft, ein Blumenstück mahlen. Auf Glas, auf Kupfer, auf Leinwand, auf Papier mahlen. In Wasser, in Öhl, in Fresco, in Wachs, in Pastell, in Email mahlen, für mit. Wenn mahlen absolute stehet, so bedeutet es die Farben mischen, sie verschmelzen und nach den Regeln der Kunst auftragen. Eine gemahlte Stube, deren Wände bemahlt sind. Zuweilen kommt es auch für anstreichen vor. Und lässet ihm die Fenster mit Cedern täfeln und roth mahlen, Jer. 22, 14. Sich das Gesicht mahlen oder bemahlen, ihm einen rothen oder weißen Anstrich geben; ein gemahltes Gesicht. Allein, alsdann gehöret es eigentlich zur folgenden Bedeutung, mit einer Oberfläche von anderer Farbe versehen. Figürlich. Einem etwas[] vor Augen mahlen, es ihm so lebhaft vorstellen, daß er die Sache gleichsam zu sehen glaube; wofür auch schildern üblicher ist. 2. Von Mahl, ein sichtbares Erinnerungszeichen. 1) * Überhaupt für zeichnen, mit einem Zeichen versehen, bey dem Ottfried malon; eine im Hochdeutschen veraltete Bedeutung. Die Münzen mahlen und bilden, Tschudi, für prägen. In einigen Gegenden wird in der Ernte noch der Zehente gemahlet, d. i. ausgezeichnet, wofür auch ausmahlen üblich ist, da denn die dazu verpflichtete Person der Zehentmahler genannt wird. Im Hochdeutschen ist es in dem zusammen gesetzten brandmahlen am üblichsten. 2) * So fern Mahl einen fehlerhaften Flecken bedeutet, war mahlen und bemahlen ehedem flecken, beflecken, beschmutzen, in welchem Verstande es im Hochdeutschen aber gleichfalls veraltet ist. S. 6. Mahl 2. 1) (b). Das Hauptwort die Mahlung ist nur in einigen Zusammensetzungen üblich. Anm. Im Schwed. måla, im Dän. male, im Böhm. malowati, im Pohln. malowac, alle für pingere. Bey dem Ulphilas ist meljan schreiben, weil die erste Art des Schreibens doch nur eine Zeichnung verschiedener Figuren war. Auf ähnliche Art ist rita im Schwed. und to write im Engl. schreiben, von unserm reißen, Nieders. rite, so wie unser schreiben durch den vorgesetzten Zischlaut von reiben gebildet worden. Im Angels. heißt mahlen metan, nicht von messen, Nieders. meten, sondern allem Ansehen nach von mähen, ehedem meiden, schneiden, Lat. metere, zu dessen Stamme mahlen und das Hauptwort Mahl in dieser Bedeutung gleichfalls gehören.
2898 Zeichen · 55 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Mahlen

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    1. Mahlen , verb. reg. act. von 6. Mahl, die Figur, das Bild, das Zeichen, der Flecken. 1. So fern das Hauptwort die Fig…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    mahlen

    Goethe-Wörterbuch

    mahlen auch ‘malen’ (etw) feinkörnig zerkleinern: mBez auf (Feld-)Früchte; mehrfach mit dem Sachsubj ‘Mühle’, einmal in …

  3. modern
    Dialekt
    mahlen

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    ma h le n [mâlə fast allg.; môlə Geisp. Dachstn. K. Dunzenh. Ingenh. Furchhsn. ; Part. kmâlt Liebsd. Roppenzw. Hlkr. ; k…

  4. Sprichwörter
    Mahlen

    Wander (Sprichwörter)

    Mahlen 1. Es malet sich vbel, wo die Zeen aussgefallen sind. – Petri, II, 227. 2. Man kann nicht zu gleicher Zeit mahlen…

  5. Spezial
    mahlen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    mah|len I vb.tr. 1 majené (-na) 2 (zerkleinern) sminuzé (-zëia), smaciuié (-iëia) 3 (pulverisieren) polberisé (-sëia) II…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit mahlen

19 Bildungen · 0 Erstglied · 14 Zweitglied · 5 Ableitungen

Zerlegung von mahlen 2 Komponenten

mah+len

mahlen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

mahlen als Zweitglied (14 von 14)

abmahlen

DWB

abmahlen , molere, nnl. afmalen, von den mühlsteinen ab mahlen: Fungus maul ist eine mühle, die gar gäng in ihrem lauf, mählt ein handvoll w…

anmahlen

DWB

anmahlen , appingere, ein bild, eine wand anmahlen, mit farbe anstreichen; sich anmahlen, schminken: sie mahlt sich an, mahlt sich ihr gesic…

aufmahlen

DWB

auf·mahlen

aufmahlen , appingere, anmahlen. auch wol auffrischen. die farben aufmahlen, verbrauchen.

ausmahlen

DWB

aus·mahlen

ausmahlen , probe molere, gut ausgemahlenes korn. nimis molere, das getraide ist ausgemahlen, auch die schale mit eingemahlen. molere desine…

bemahlen

DWB

bem·ahlen

bemahlen , depingere, illinere coloribus: das papier, die leinwand, die wände bemahlen; der dieb, um nicht erkannt zu werden, hatte sich das…

Brandmahlen

Adelung

brand·mahlen

Brandmahlen , verb. reg. act. mit einem Brandmahle versehen; besonders, einen Verbrecher durch ein angebrennetes Zeichen kenntlich machen. E…

Dermahlen

Adelung

der·mahlen

Dermahlen , ein Nebenwort der Zeit, für dieß Mahl, jetzt, oder gegenwärtig, welches im Hochdeutschen veraltet ist, und nur noch von den Kanz…

mißmahlen

DRW

mißmahlen, v. u. subst. inf. nicht den Ordnungen gemäß oder betrügerisch ²mahlen was stoͤssen und bresten oͧch die ... brotpecken und die ..…

Nachmahlen

Adelung

nach·mahlen

Nachmahlen , verb. reg. act. von mahlen, pingere, ein Bild durch Mahlen auf eine andere Fläche übertragen, es copiiren; mit der vierten Endu…

Probemahlen

DRW

probe·mahlen

Probemahlen, n. Mahlen von Getreide zur Feststellung seiner Qualität bdv.: Probemahlung vgl. Probe (VII) prob malen ... sollen ... die oberk…

Übermáhlen

Adelung

ueber·mahlen

Übermáhlen , verb. reg. act. übermahlt, zu übermahlen. Ein Gemählde, es von neuem mahlen, oder die schadhaften Stellen mit frischen Farben a…

vermahlen

DWB

ver·mahlen

vermahlen , verb. 1) durch mahlen zu mehl machen: den weizen vermahlen u. s. w. 2) durch mahlen aufbrauchen, alle machen.

vormahlen

DWB

vor·mahlen

vormahlen , verb. ( zu molere ), eher mahlen als andere: wer vorkömmt, mählt vor Stephanie d. j. singspiele (1792) 330 ; wer vor kommt, der …

zermahlen

DWB

zer·mahlen

zermahlen , verb. , urspr. stark, jetzt nur noch im partic. perf., das aber Luther auch schwach beugt; 1 ) im heutigen sinne ' durch mahlen …

Ableitungen von mahlen (5 von 5)

bemahlen

DWB

bemahlen , depingere, illinere coloribus: das papier, die leinwand, die wände bemahlen; der dieb, um nicht erkannt zu werden, hatte sich das…

ermahlen

DWB

ermahlen , pictura quaestum facere: er hat haus und garten ermahlet. Stieler 1222 .

gemahlen

DWB

gemahlen , gemählen , gemahelen , vermählen, s. u. gemahl 3.

vermahlen

DWB

vermahlen , verb. 1) durch mahlen zu mehl machen: den weizen vermahlen u. s. w. 2) durch mahlen aufbrauchen, alle machen.

zermahlen

DWB

zermahlen , verb. , urspr. stark, jetzt nur noch im partic. perf., das aber Luther auch schwach beugt; 1 ) im heutigen sinne ' durch mahlen …