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getragen

mhd. bis spez. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
9 in 6 Wb.
Sprachstufen
3 von 16
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34
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27

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

getragen verb.

Bd. 5, Sp. 4411
getragen, verb. , verstärktes tragen (s. d.); schon im gotischen als gadragan belegt, tritt die zusammengesetzte form des verbums auch auszerhalb des präteritums, wo mehr syntactische functionen ins spiel kommen, mit deutlich abgegrenzten verwendungen dem grundworte gegenüber. vorwiegend der älteren sprache angehörend, greift es doch auch in die neuere zeit mannigfach ein. 11) auf der älteren sprachstufe tritt der bedeutungsunterschied schärfer hervor als im späteren gebrauche. 1@aa) in der bedeutung einer bewegung zum ziele, wo die perfective fassung des verbums zum ausdruck kommt, nimmt dieses nur geringen antheil an der präfigierten form. 1@a@aα) in sinnlicher grundbedeutung erscheint sie vor allem im Heliand: thô bigunnun thea man sprekan, the thena lêfna lamon lango fôrdun, bârun mid is beddiu, hwô si ina gidrôgin fora that barn godes. Heliand 2309; ne he (Lazarus) ni mahta gibiddian, that man imu thes brôdes tharod gidragan weldi, thes thâr fan themu diske niðar antfêl undar iro fôtî. 3343; sie kômn och dâ si sâʒen, aldâ die werden âʒen. kamerær, truchsæʒen, schenken, muosen daʒ bedenken, wie manʒ mit zuht dâ für getruoc. Parzival 777, 29; vor iren vûzen lâgen tôt ûf einem hûfen lûte geslagen, sie enmochte ein wagen nicht getragen. Livländ. reimchron. 11286; und dô si en nicht mochten zuo getragen vor der schare. Beheims evang. Marcus 2, 4 (cod. tepl. bringen). 1@a@bβ) getragen = hervorbringen: 1@a@b@11)) ôk kumid fan allorô bômô gihwilîkumu sulîk wastom te thesero weroldi, sô im fan is wurteon gidregid, efða berht efða bittar. Heliand 1751. 1@a@b@22)) lêt man simla then' ênon biforan, the thiu thiorna gidrôg, the gio thegnes ni ward wîs an irô weroldi. 2790; diu mit megetlîcher art .. den wâren Krist gebar, der uns bedâhte. wol ir, daʒ si den ie getruoc, der unsern tôt ze tôde sluoc. Walther 4, 27 Lachmann. 1@a@gγ) reichlicher flieszen die beispiele für übertragene verwendung; diese zeigt hier schon der gotische beleg: du seinaim lustum gadragand sis laisarjands. 2. Thimoth. 4, 3 (sondern nach irem eigen lüsten werden sie jnen selbs lerer auffladen. Luther); thô warð therâ magað (der tochter der Herodias) after thiu môd gihworBan, hugi aftar irô hêrron, that siu an themu hûse innan, an themu gast-seli gaman up ahôf, al sô therô liudiô land-wîsa gedrôg, therâ thiodâ thau. Heliand 2764; welt ir nu mîn guot friunt sîn, ich wil iu daʒ enein getragen noch innen disen zwein tagen .. daʒ si einen edelen künig nimet, der ir ze hêrren wol gezimet. Gottfried v. Straszburg Tristan 10507; ob ich eʒ mînem hêrren sage und eine suone enein getrage: missetuon ich iht daran? 10586; und ich wil mit dir teilen geselliclîche, swaʒ ich hân, und wil dir nihtes abe gân, dâ dich dîn wille zuo getreit. 6965; 'nein er' sprach dô Hagne.'lât iueʒ wol behagen: ich trouwe eʒ heinlîchealsô an getragen, daʒ Brünhilde weinensol im werden leit. im sol von Hagnenimmer werden widerseit. Nibelungen 816 Lachmann; swaz der tievil an getreit, ich weiʒ er sich niemer geleit untz er das volbringet swâ er ie nâh ringet. Wernhers Marienl. fundgr. 2, 208; 'sîn rede mac in für getragen wênic' sprach Ritschier iesâ, 'die lügen helfend wênic dâ dâ man die wâren schulde weiʒ.' Konr. v. Würzburg Engelhard 3816. andere beispiele vgl. im mhd. wb. 3, 73. 1@bb) die iterative bedeutung des verbums hat dem präfix ebenfalls mehr für übertragene verwendungen eingang gestattet. 1@b@aα) die der sinnlichen grundbedeutung zunächst stehende übertragung ist verhältnismäszig am spätesten mit dem präfix überliefert: der nie gediende an wîbe kleinœt, der möhte an sîme lîbe niemer beʒʒer wât getragen. Parz. 357, 17; ich gebiete ûch .. daʒ niemant blîbe der den schîlt getragen mac, ûf einen bescheidenen tac. Livländ. reimchron. 3799, 1@b@bβ) dagegen begegnet schon in den althochdeutschen glossen ketragan, sufferre; gatregit, aequanimiter tolerat illata mala (Freisinger codex 10. jh.) Graff 5, 496; nioman ni mag zuuein herron thionon, odo her einan hazzot, inti anderan minnot, odo einan gitregit (sustinuit) inti anderan ubarhugit. Tatian 37, 1 (Matth. 6, 24); dultia ist gawisso diu gotes minni, hwanta siu ira widarmuoti ebano gatregit (tolerat). Monseer fragmente 29, 18 Hench; diu liebe stêt der schœne bî baʒ danne gesteine dem golde tuot: nû jehent waʒ danne beʒʒer sî, hânt dise beide rehten muot. sî hœhent mannes werdekeit: swer ouch die süezen arebeit dur si ze rehte kan getragen, der mac von herzeliebe sagen. Walther 92, 31 Lachmann; wan daʒ ich leit mit zühten kan getragen ichn könde niemer sîn genesen. Reinmar minnesangs frühling 164; nu bite wir ouch in (sante Longinus), daʒ er vlehe vor uns den guten got, daʒ wir also der werlte spot mit gedult hie getragen, so daʒ wir vrolich eriagen dort den vride sunder leit bi gote in rehter stetekeit. passional 215, 19 Köpke; der namme des almehtigen gottes ist so kreftig und also gros, das in die steine nüt getragen mügent, noch keine nature mag gehören. d. städtechroniken 8, 365; er sprach zuo in. ich han iu vil zesagine des megit ir nu allis niht getragin. speculum ecclesiae 80 Kelle; noch habe ich ûch vile zu sagine, abir ir muogit iz nuo niht getragen. Beheims evangelium Johannis 16, 12; we euch gelerten der ee: ir da beswert di menschen mit den purden, di man nit mag getragen. cod. teplens. Lucas 11, 46 (Luther: mit untreglichen lasten). 22) in die neuere sprache greift das zusammengesetzte verbum in resten aller oben behandelten verwendungen über; es erscheint entweder in älteren denkmälern oder in rechtsaufzeichnungen, die an alter fülle festhalten oder endlich es wird durch einen alterthümelnden stil der neuzeit wieder eingeführt. 2@aa) und legten im mit freuden ain kreuz auff seinen rugken kranck das er allain dâ nit getragen mocht. O. v. Wolkenstein 106, 10, 6 Weber. vgl. 1, b, α; hiesz im der selbig vatter das zerrissen kind pringen das sy nicht anders dann in ainer decke getragen mochten. dialog. sancti Gregorii (Straszburg 1476) 2, cap. 11; mit dem reit er uff das eisz bitz uff die mitte der Thonaw, da mocht es in nit getragen; dann der flusz was zu treng. und bricht das eysz, falt gaul und man als under das eysz bitz uff den boden. Frey gartengesellschaft cap. 120 (litt. verein 209, 136). 2@bb) auch öffent si, das der ander miller oberhalb ainen stög soll machen, also das man leichen darüber getragen und praut darüber gefiehren müge. weisth. von Kundl (16. jh.) Tirol. weisth. 2, 359, 10. vgl. 1, a. 2@cc) wie Rusthm erwachte, und die that gesah, da sagte er zu Reksch: o kluges thier, warum streitest du mit dem löwen, wärst du getödtet worden, wie wollte ich diesen panzer und diesz gewäffen nach Masenderan hingetragen. Görres heldenbuch von Iran 1, 171 u. a.
6737 Zeichen · 103 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    GETRAGEN

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +5 Parallelbelege

    TRAGE TRUOC GETRAGEN ich trage. Gr. 2,11. Graff 5,492. das goth. dragan ( Ulfil. wb. 48 ) bedeutet ziehen; vgl. lat. tra…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    getragenverb.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    getragen , verb. , verstärktes tragen ( s. d. ); schon im gotischen als gadragan belegt, tritt die zusammengesetzte form…

  3. Spezial
    getragen

    Russ.-Dt. Übers. (de-ru)

    getragen (kein Bezug zu "носить") мерный, неспешный, неторопливый, степенный getragener Gesang - протяжное пение, певуча…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit getragen

15 Bildungen · 3 Erstglied · 11 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von getragen

ge- + tragen

getragen leitet sich vom Lemma tragen ab mit Präfix ge-.

Zerlegung von getragen 2 Komponenten

get+ragen

getragen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

getragen‑ als Erstglied (3 von 3)

getragenheit

DWB

getragen·heit

getragenheit , f. , substantivbildung zum vorigen in der besonderen unter 4 entwickelten bedeutung: bei naturfreundlicher gemüthstiefe und e…

getragenlîche

Lexer

getragen·liche

ge-tragen-lîche adv. ( kleider ) tragend, bekleidet. die (hosen) sint mit sîden wol durchnât — kein törper ie sô getragenlîche zuo dem tanze…

getragenlīche

KöblerMhd

getragenlīche , Adv. nhd. tragend, bekleidet Q.: Neidh (1. Hälfte 13. Jh.) E.: s. getragen, līche W.: nhd. DW- L.: Lexer 68b (getragenlīche)…

getragen als Zweitglied (11 von 11)

anegetragen

KöblerMhd

ane·getragen

anegetragen , st. V. nhd. zu Wege bringen, ersinnen, tragen, an sich tragen, führen, anstellen, anstiften, überreden, schenken, darbringen, …

ausgetragen

DRW

aus·getragen

ausgetragen zum Austrag bringen das man die [sache] mit den zwelffern nicht usgetragen möchte 1368 AugsbChr. I 136 Faksimile

ungetragen

Lexer

ung·e·tragen

un-getragen part. adj. ohne zu tragen Ulr. Wh. 250 d ; nicht getragen: ein hemede ungetr. Eilh. 2462. vgl. unbetragen.

vüregetragen

KöblerMhd

vüregetragen , st. V. nhd. vorsetzen, sich zutragen Q.: Ot, Tauler (FB vür getragen), HTrist, KvWEngelh, Parz (1200-1210), Trist, Virg, Wins…

vürgetragen

KöblerMhd

vürgetragen , st. V. Vw.: s. vüregetragen*

widergetragen

KöblerMhd

wider·getragen

widergetragen , (Part. Prät.=)Adj. nhd. „widergetragen“, eine Beziehung einschließend ÜG.: lat. relativus STheol Q.: STheol (nach 1323) I.: …

zuogetragen

KöblerMhd

zuo·getragen

zuogetragen , st. V. nhd. herbeitragen, Ernte einbringen Hw.: s. zuotragen E.: s. zuo, getragen W.: nhd. DW- R.: allez daz mit den sinnen zu…

īngetragen

KöblerMhd

īngetragen , (Part. Prät.=)Adj. nhd. eingetragen Q.: Schürebr (um 1400) E.: s. īngetragen* (1) W.: nhd. eingetragen, (Part. Prät.=)Adj., ein…

ūfgetragen

KöblerMhd

ūfgetragen , st. V. nhd. auf dem Kopf tragen, herbeischaffen, darbringen, darbieten, übergeben (V.), erheben Hw.: s. ūftragen Q.: Parad (130…

Ableitungen von getragen (1 von 1)

ungetragen

Lexer

un-getragen part. adj. ohne zu tragen Ulr. Wh. 250 d ; nicht getragen: ein hemede ungetr. Eilh. 2462. vgl. unbetragen.