Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)
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- 1 in 1 Wb.
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glochfeuer, n., rose, wundrose, erysipel. der erste bestandteil der zusammensetzung geht auf mhd. glohe, gelohe zurück, das neben lohe mehrfach belegt ist; feuer als krankheitsbenennung gilt gerade für krankheiten der hier bezeichneten art, vgl. Höfler krankheitsn. 133—137, insbesondere das heilige feuer, s. teil 3, 1586, und Antoniusfeuer, s. teil 1, 501. das ahd. kennt das compositum in der form lohafuir zur allgemeinen bezeichnung einer hautkrankheit: impetiginem lohafuir (9. jahrh.) ahd. gl. 2, 221, 4; 225, 15; impetigo lohafivr (11. jahrh.) ahd. gl. 1, 351, 49; so auch noch fürs steir. bezeugt Unger-Khull 441b; daneben lachfeuer und lackfeuer ebda 422b; auszerdem noch lockfeuer Höfler a. a. o. 136b; s. ferner teil 6, 35. das seit dem 16. jahrh. bezeugte glochfeuer hat als sich vordrängende nebenform glockfeuer (s. u.), im bair. auch glot-, glo- und klagfeuer, s. Schmeller-Fr. 1, 1467. Höfler a. a. o. 135a kennt auch ein glauchfeuer, das sich an mhd. gelouc (= louc) anschlieszen mag. einwirkung dieses wortes ist auch für die formen auf -(c)k in betracht zu ziehen. bei glockfeuer spielt dazu die volksetymologie mit, nach der dann auch glockenfeuer gebildet wurde, vgl. auch die darstellung des schutzheiligen s. Antonius mit einer glocke. die form glochfeuer findet sich zuerst belegt bei Gäbelkover artzneyb. (1595) 2, 171 und in einem arzneibuch des 16./17. jahrh. bei Schmeller-Fr. 1, 1467; glockfeuer und glockenfeuer bereits bei Fischart Garg. 242 bzw. 323 ndr. mundartlich im bair., s. Schmeller-Fr. a. a. o.; Unger-Khull steir. 295 und Fischer schwäb. 3, 699 führen das wort als veraltet an. die bezeugung läszt das wort als obd. erscheinen: rotlauffen, glockfeuer oder s. Antonius fewer oder die brennende raach (s. teil 8, 17 unter rache 8) und s. Antonius raach heisset ... erysipelas ... erythropelas ... sacer ignis ... ignis divi Antonii ... erysipela oder herysipela. an vielen orten nennet mans die rose von der hitzigen röte Wirsung artzneybuch (1592) register s. v.; erysipelas wildfeuwer, die schöne, rohtlauff, s. Antonisfewer, sanct Töngisfeuwer, glokfeuwer, die brennende rach Megiser pol. (1603) 1, 482c; die erysipelara oder hitzige apostemen, so man bey uns die glochfewr nennet Guarinonius grewel d. verwüst. (1610) 871; glockfeur erysipelas ..., sacer ignis, vulgo ignis s. Antonii, pusula Aler dict. (1727) 1, 957a; glochfeuer, pusula, ignis sacer Kirsch abundant. corn. (1750) 2, 185a; redensartlich bei Fischart: dasz im das glockfeuer in leib schlag! Garg. 242 ndr.; das glockenfeur schlag mir ins loch ebda 323.
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15.–20. Jh.
Neuhochdeutschglochfeuern.
Grimm (DWB, 1854–1961)
glochfeuer , n. , rose, wundrose, erysipel. der erste bestandteil der zusammensetzung geht auf mhd. glohe, gelohe zurück…
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Kompositum 4
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Cotta, M. (2026). „glochfeuer". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 16. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/glochfeuer/dwb
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Cotta, Marcel. „glochfeuer". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/glochfeuer/dwb. Abgerufen 16. May 2026.
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Cotta, Marcel. „glochfeuer". lautwandel.de. Zugegriffen 16. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/glochfeuer/dwb.
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