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raden

ahd. bis Dial. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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24 in 12 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

raden m. und f.

Bd. 14, Sp. 43
rade, raden, m. und f. agrostemma, ein unkraut der getreidefelder; ahd. rato, mhd. rate, ratte, neben ratte und ratten, nach mittel- und niederdeutscher lautstufe aber rade, raden neben radel, was dem altniederd. acc. sing. radan, zizania Graff 2, 470 (Xantener glossen) entspricht. calamintha, rade, raten in dem koren. Dief. 88b; figella, rade, raden, radel, ratt, ratyn 234a; lolium, ratt o. schneller, rat, rate, ratte, ratten, rade, radele, raden, roten 335b; nigella, rathen, ratten l. wild habern, ratte, raten, ratteln, rettel, rade, raden, rede 380b; zizania, raden, raid, rat, rath, ratt, raten, ratten, ratin, ratte, ratteln, rautt 635c; aus den so bunten formen geht auch hervor, dasz der stammvocal dieses der herkunft nach unaufgeklärten wortes zwischen kürze und länge schwankt, für die letztere sprechen roten und rautt. das geschlecht ist überwiegend masculin, doch hört man namentlich in Mitteldeutschland vielfach die rade, eine rade, vergl. auch unter kornraden th. 5, 1829, und nachher schweizerisch und schwäbisch; die rade Coler. hausb. 3, 124 (vgl. die stelle unten). oberdeutsche lautstufe des consonanten (schweiz. ratte, fem., agrostemma githago Stalder 2, 262, schwäb. ratte, fem., unkraut Schmid 421, bair. der rat, raten, ratel, agrostemma githago Schm. 2, 170 Fromm.) im ältern nhd. vorherschend, auch bei mitteldeutschen schriftstellern, z. b. Luther gebraucht (vgl. nachher): und da die leut schliefen, sein veind kam und überseet den raten in mitt des waizen. bibel von 1483 476, Matth. 13, 25; (Christus) hat bevolhen .. das wir den ratten und das unkraut nit sollen uszraufen. Reuchlin augensp. 12a; umb der ratten oder des unkrauts willen. ebenda; da aber die leut schliefen, da kam des menschen feind und seet ratten oder unkraut darauf mitten in den weiszen. Keisersberg evang. (1517) 31b; dann derselb (sämann) guten weiszen oder korn hat geseigt und aber ratten oder wicken dormit uffgewachsen seind. post. 3, 7b; dieweil der bawman schleft, seet er den ratten unter den weizen. Luther 5, 107b, am rande unkraut, wie er auch in der betreffenden bibelstelle hat; das papir ist der acker, in den der ratten geseet wird, und ihr seid die ratten arzt. Paracelsus (1589) 2, 96; und noch im 17. und 18. jahrh.: allzeit, wenn man reinen weizen auszsäet, so bekömt man denselben mit kaff, rahte, auch wol brand und stroh, wieder. Butschky Patm. 10; ratten oder kornnägele, pseudomelanthion. Hohberg 1, 546b; bei Schottel 1382 die eigenthümliche form ratwen, aera, lulch, die in älteren zeugnissen keine bestätigung empfängt; wann laster, die man haszt, vor gröszern lastern fliehn, und wo man ratten tilgt, itzt lölch und drespe blühn. Haller schweiz. ged. 66; umgekehrt wird die form raden im älteren nhd. nicht nur von mitteldeutschen, sondern auch oberdeutschen quellen gewährt: raden, ein kraut, schabab, gicht, melanthium Maaler 321c; der teufel sucht doch durch raden und unkraut den weizen gar zu verderben. Luther 8, 299a; wer wicken ausseen wil, der neme zum samen gute reine wicken, die keine raden haben, denn die rade ist ein stachlicht ding, das die pferde nit essen, das andere vieh auch nicht. Colerus hausb. (1604) 3, 124 (aber ebenda: hat der wicksamen rathe, so lasse jn durch ein sieb heraus fallen); es hat sich rade, raden nachher schriftgemäsz allein ergeben: der raden, lychnis coronaria, spendo melanthium Steinbach 2, 214; raden, eine art von unkraut. Frisch 2, 81c; raden im korne, könte man gar wohl entrathen. Seriander rechtschreiberei (1739) s. 49 als orthographisches beispiel; es mehrt sich noch ihr (der felder) gelber schein dadurch, dasz sie so reich beladen, zumahl da sie von tresp und raden, von bluhmen und von unkraut rein. Brockes 7, 332; am arme das körbchen, rad und tremsen darin, und feuerblumen und schwertel, wohl für die kinder zum kranz. Voss 2, 236; ei, wer hat in diesem jahre all den wust ins korn gebracht, .. raden, rusz, am meisten aber schwindelhaber, dippelhaber? Uhland ged. 94; in der mundartlichen form radel, die nicht blosz niederdeutsch ist: die armen und albern Teutschen nur .. achten nicht hoch, auch ihre herrliche sprach zu verlieren, indeme sie .. selbige nicht lauter und rein fortpflanzen, und allerlei närrische wicken oder radel mit einmengen. Simpl. 4, 462 Kurz; da die himmelblauen korn-, gelben blumen und camillen, nebst der purpurfarbnen radel, beide seiten (eines steigs) strichweis füllen. Brockes 7, 127; radel, radden, neben raden öcon. lex. 1955.
4518 Zeichen · 74 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    raden

    Althochdeutsches Wörterbuch

    raden s. radan.

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    radenswm.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +2 Parallelbelege

    raden s. rate swm. ; , raden , räden s. rëden.

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    radenst. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +8 Parallelbelege

    raden , st. V. Vw.: s. rāden (1)

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Raden

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    Der Raden , des -s, plur. car. eine Pflanze, welche weiße, fleischfarbene, auch wohl purpurrothe Blumen, und einen runde…

  5. modern
    Dialekt
    radenst.?

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    raden st.? : ' sieben, insbes. die Rade 1 aussieben ', rade [ FR-Albsh LU-Ruchh ], rare [ RO-Rehbn KL-Mehling GH-Wörth ]…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit raden

79 Bildungen · 24 Erstglied · 50 Zweitglied · 5 Ableitungen

raden‑ als Erstglied (24 von 24)

Radenblume

SHW

Raden-blume Band 4, Spalte 1179-1180

Radenreiter

SHW

Raden-reiter Band 4, Spalte 1179-1180

Radensieb

SHW

Raden-sieb Band 4, Spalte 1179-1180

radenagel

DWB

raden·agel

radenagel , radnagel , m. nagel um die schienen des rades zu befestigen: radenagel öcon. lex. 1956; radnagel, die radnägel, womit man die sc…

rādenāvel

MNWB

*° rādenāvel , f. : Nabe des Fahrzeugrades, „Modiolus rotæ” (Chytr.).

rādenblôme

MNWB

raden·blome

rādenblôme , rādel- , f. ( Pl. -n ): Name für verschiedene Ackergewächse vor allem für die Kornrade, Agrostemma githago, den Klatschmohn , P…

radendistel

DWB

raden·distel

radendistel , f. eryngium campestre, auch raddistel. Nemnich 2, 1526 ; radendistel, centumcapita Maaler 321 c ; raddistel oder mannstreu. Sc…

radenebīger

KöblerMhd

radenebīger , st. M. nhd. „Radnabenbohrer“, Radbohrer E.: s. rat (2), nabeger W.: nhd. DW- L.: Lexer 163b (radenebiger)

rādenēgelkrampe

MNWB

° rādenēgelkrampe ( -kranpe ), f. : ein Stellmacherwerkzeug (Ub. Ilsenbg. 2, 469).

radenkorn

DWB

raden·korn

radenkorn , n. samenkorn des raden: so haben auch die rahdenkörner eine scharfe und giftige natur. Colerus hausb. 3, 124 .

rādenkrût

MNWB

raden·krut

° rādenkrût , n. : (wohl:) Kornrade, Agrostemma githago, „Gith” (Borchling RB 4, 133).

Radenmähl

MeckWB

Radenmähl n. zerriebener Same der Kornrade, a. Spr. Mittel gegen Zahnschmerz: 'nym radenmel unde stek dat in de holen thene' Rost. Arzn. 17 …

Radenmaien

ElsWB

raden·maien

Rade n maie n m. Kornrade, Agrostemma githago Wittenh. Syn. Rad K. Z.

rādenmēl

MNWB

raden·mel

rādenmēl , ° rādenis- (Brem. Arzneib. 22), n. : zerstoßene Samen der Kornrade, worme in den ôren dö̂det r. mit ēteke warm dâr in gegōten (Pr…

rādenȫlie

MNWB

° rādenȫlie , n. : ausgepreßtes Pflanzenöl der Kornrade, „nigelle oleum” (Prompt. med. ed. Seidensticker 55).

Radenrätsel

MeckWB

raden·raetsel

Radenrätsel n. Rätsel zum Raten, im Gegensatz zu Rädsel ( s. d. ) Erzählung, Sage: ach, sonn' Radenrätsels sœlen dat sin Wo. Sag. 2, XI; auc…

rādensât

MNWB

raden·sat

° rādensât , n. (flekt. -d- ): Samen der Kornrade , r. gestôt tô pulver unde dat pulver gemenget mit ettike unde dat gelâten in de ôren dö̂d…

Radensib

ElsWB

raden·sib

Rade n sib [Ràtəsìp Betschd. Ndrröd. ] n. engmaschiges Sieb, durch welches die Kornrade durchfallen soll.

radensieb

DWB

raden·sieb

radensieb , n. sieb womit raden u. ähnl. aus dem getreide entfernt werden. öcon. lex. 1956.

Radensier

RhWB

raden·sier

Radensier -sĭər  Merz-Biel Pl. t.: Hortensie, hydrangea hortensis.

Radenstëcher

ElsWB

raden·stecher

Rade n stëcher [Ràtətaχər Hi. ] m. Werkzeug zum Jäten, zum Beseitigen der Raden, des Unkrautes in Getreidefeldern.

raden als Zweitglied (30 von 50)

abraden

DRW

abraden aussteuern, abschichten welker kint afgeradet wort, dat scal mitten andern nicht tu dele ge 1266/1325 HalleSchB. I 75 Faksimile wer …

af-(āve-)schrâden

MNWB

af-(āve-)schrâden , swv. , schräg abschneiden (Hausbau: von der sich nach oben zu verjüngenden Mauer); s. noch afschrôden.

afberâden

MNWB

afberâden , stv. , durch Ausstattung abfinden , abteilen.

af(ge)râden)

MNWB

af(ge)râden) , durch Ausstattung (râde) abfinden .

afverraden

KöblerMnd

afverraden , V. nhd. verräterisch wegnehmen, entziehen E.: s. af, verraden L.: Lü 9b (afverraden)

afvorrâden

MNWB

afvorrâden , stv. , durch Verrat nehmen.

ausgeraden

DRW

aus·geraden

ausgeraden (Kinder) ausstatten 1. Hälfte 14. Jh. GoslarStat. 4 Faksimile nenes mannes dochter, de utgeradet is 1353 OsterwieckStB. 8 Faksimi…

ausraden

DRW

aus·raden

ausraden nd. utraden, Nebenformen -red-, -rat(h)-, -rot- abfinden, ausstatten vgl. abraden mit der dochter de utgeradet is 1224/35 (Hs. 1369…

bangeraden

KöblerMnd

bange·raden

bangeraden , sw. V. nhd. in Angst versetzen E.: s. bange (1), rāden? L.: Lü 26a (bangegeraden)

²berâden

MNWB

bera·den

2 berâden , swv. ( prt. beradde), bedenken, überlegen. sik b. sich beraten, beratschlagen mit.

beschrâden

MNWB

beschrâden , swv. , (die Flügel) beschneiden .

entrâden

MNWB

ent·raden

entrâden , stv. , 1. erraten. 2. abraten. 3. entraten, entbehren.

gārbrâden

MNWB

garb·raden

gārbrâden , swv. , Speise für den Verkauf in der Garküche bereiten.

gradenoderungraden

Idiotikon

graden-oder-ungraden Band 6, Spalte 500 graden-oder-ungraden 6,500 u.

inrâden

MNWB

inrâden , swv. , einen Rat geben, anraten.

kornraden

DWB

korn·raden

kornraden , m. agrostemma, kornnelke. Adelung, auch kornrade f. ( so z. b. sächs. ), rein hd. kornrate. Nemnich. raten in dem koren, calamin…

Kronraden

Adelung

kron·raden

Der Kronraden , des -s, plur. inus. eine filzige Art des Radens mit eyrunden lanzettförmigen Blättern; Agrostemma coronaria L. Er ist in Ita…

Nebenintraden

DRW

neben·intraden

Nebenintraden, pl. zusätzliche Einkünfte einer Grundherrschaft aus Abgaben ein bauer in B. hat mir berichtet, daß die nebenintraden in ander…

ȫverrâden

MNWB

oever·raden

° ȫverrâden , ōver- , swv. : überlegen, beraten , dâr sê mit mêrer sēkerhê(i)t möchten ȫ. wûdennewîs sê möchten wedderstân (Chr. d. d. St. 1…

onberâden

MNWB

unberâden , um- , onberâden , adj. : 1. (Frauen:) unverheiratet, unversorgt, „ Vnberaden vnvorlauet vnvortruwet libera innupta” (Voc. Strals…

pēperbrâden

MNWB

peper·braden

pēperbrâden , ° pēperkenbrâde (Stammler Lb. 66), f. , m. ( Gen. Sg. -brâden ): unter Verwendung von Pfeffer u. a. Gewürzen zubereitetes Flei…

Rentereiintraden

DRW

renterei·intraden

Rentereiintraden, pl. Einkünfte einer Renterei von den kauff- oder haͤur-geldern [sollen] zufodrist teiche und daͤmme, wie auch unsere rente…

Ribbenbraden

MeckWBN

ribben·braden

Wossidia Ribbenbraden m. Rippenbraten; beliebtes Gericht, mit Äpfeln und Backpflaumen gefülltes Rippenstück vom Schwein Wa.

Ableitungen von raden (5 von 5)

²berâden

MNWB

2 berâden , swv. ( prt. beradde), bedenken, überlegen. sik b. sich beraten, beratschlagen mit.

entrâden

MNWB

entrâden , stv. , 1. erraten. 2. abraten. 3. entraten, entbehren.

errâden

MNWB

errâden , stv. , erraten.

gerâden

Lexer

ge-râden stv. s. gerâten.

verraden

LothWB

ver-raden [-rádən, Ptc. –rát Bo. ; –ródən Ri. D. Si. ] tr. v. wie hd. verraten.