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schupflehen

mhd. bis Dial. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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10 in 9 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schupflehen n.

Bd. 15, Sp. 2011
[]schupflehen, n. lehen, das nur auf lebenszeit verliehen wird, von dem die erben nach dem tode des erblassers also geschupft werden, s. schupfen 3, b; besonders in Oberdeutschland Adelung. Schm. 2, 441; auch ein gut, das nur auf unbestimmte oder bestimmte zeit verliehen wird und vom grundherrn wieder eingezogen werden kann. Adelung. öcon. lex.2 2654; schupfflähen (das) ein lehen guot so desz lehenmanns kind nit erben mOegind, sunder darab der lehenherr den meyer wenn er will abstossen mag. Maaler 364c; schupflehn, specie emphyteuseos seu locationis eo pacto, ut auferri domino volente possit Stieler 1126 (dagegen fahllehn, sive schuplehn, feudum quo quis ad quotidianas operas domino obligatur. ebenda; es ist trotzdem wol dasselbe gemeint); schupf-lehen, wo die kinder ein gut nicht erben, sondern man den mayer oder lehensmann wider davon abstossen kan, weil es nur auf eines leib gekaufft, feudum mobile Frisch 2, 234a; s. auch Wachter 1475. Scherz-Oberlin 1452; mhd. schupflêhen Lexer handwb. 2, 827: welher den keller wurd, der nimpt der schufflen tail. Grimm weisth. 1, 239, 2; item in disem gericht ligen drü schupflehen, nemlich der kelhof, tafern und müle. 6, 301, 7; nachdem aber ir voriger man etlich äcker und wiesen von der herschaft zu schupflehen gehapt, so fielen dieselbigen ledigclichen an die herrschaft. Zimm. chron.2 2, 624, 7 Barack; er hat das schlöszchen (Wörth am Rheinfall) mit dem lachsfang, zoll, weinberg, holz u. s. w. von seinen voreltern her im besitz, doch als schupflehn, wie sie es heiszen (die nun folgende erklärung s. unter schupfen 3, b). Göthe 43, 155; und eben diesz entschuldigt mich, wenn ich das Maienthalische freuden-tafelgut tausend mitwerbern abschlage, wenn ich als dessen lehnprobst mit diesem schwäbischen schupflehn nicht belehnen kann solche leute, die auch zu keinem eigentlichen feudum taugen. J. Paul Hesperus 3, 179.
1907 Zeichen · 28 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    schupflêhenstn.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +2 Parallelbelege

    schupflêhen stn. erbzinslehn Gr. w. 1,239. s. Mayr handb. des lehnrechts. Landshut 1831. s. 544. anm. 4.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schupflehen

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Das Schupflehen , des -s, plur. ut nom. sing. in vielen Gegenden, besonders Ober-Deutschlandes, ein Lehen, welches nur a…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schupflehen

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Schupflehen , Schublehen , nur auf Lebenszeit des Bauern geliehene Güter; vgl. Lehen.

  4. modern
    Dialekt
    Schupflehen

    Schweizerisches Idiotikon

    Schupflehen Band 3, Spalte 1239 Schupflehen 3,1239

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schupflehen

3 Bildungen · 3 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von schupflehen 2 Komponenten

schupf+lehen

schupflehen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schupflehen‑ als Erstglied (3 von 3)

Schupflehengut

DRW

schupf·lehengut

Schupflehengut, n. Landgut (mit Gebäuden) als Schupflehen bdv.: Schupfgut, Schupflehenhof, Schupposgut (II) vgl. Fallgut [Übschr.:] erb- und…

Schupflehenhof

DRW

schupf·lehenhof

Schupflehenhof, m. wie Schupflehengut wann aber ainer ain schuphlehenhove bauwet und besitzt, dem soll sein hove auch nach güete angeschlage…

Schupflehenrecht

DRW

schupflehen·recht

Schupflehenrecht, n. Rechtspraxis, -gewohnheit des Schupflehens jus quod in Alemanniae partibus in usu mansit adhuc & hic vocatur schupflehn…