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zwiefalt

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

zwiefalt adj.

Bd. 32, Sp. 1147
zwiefalt, adj. , gemeingerm. wort; ahd., mhd. zwivalt, (mnd. twevalt, -volt), altnord. tvífaldr, ags. twīfeald, mschwed. tväfalder, altfries. twifald, neunord. tvifald. im ahd. und mhd. reich belegt, im älternhd. des 15. und 16. jh. mehr und mehr durch zwiefältig (s. d.) verdrängt. seither literarisch nur noch in vereinzelter künstlicher neubildung (s. u. 3 ende), in schweizerischer und schwäbischer mundart auf schmalem boden aber noch weiterlebend, s. schweizer. id. 1, 819; Stalder 2, 486; Fischer 6, 1454. 11) doppelt nach zahl, menge oder wert: duplex zuiualt (8./9. jh.) ahd. gl. 1, 8, 20 St.-S.; zem erstin so sol er zwivalt geltin ienem sin gut (1235) corp. d. altdtsch. originalurk. 1, 14 Wilhelm; hier umbe tat er disen trunk zwivalt Seuse dtsche schr. 24 Bihlm.; des gelychen ain kriechischer ain zwifalt o als omicron vnd omega (hat) ... also haben auch wir zwayerlay s Niclas v. Wyle translat. 350 Keller; zwyfalte Mailänder batzen 'zweibätzner' (1533) in: schweiz. id. 1, 819; duplico zwyfalt machen Frisius dict. (1556) 32a; zalt sie, wie sie euch hat bezalt und widergeltet ir zwyfalt Hans Sachs 6, 385 K.; dasz die statt Zug dem hertzogen schuldige pflicht leisten vnd doch darneben bey der eydgenossen pündnusz bleyben sölte ... wolt sich doch das zwifalt regiment in der statt Zug ... nit vergleychen Stumpf Schweizerchron. (1606) 724a; 'in doppelter ausfertigung': daz diz stete si, so geben wir disen brief beiden teilen zewivalten, mit vnserem ingesigele besigelt (1277) corp. d. altdtsch. originalurk. 1, 300 Wilhelm; schweiz. id. 1, 819; von hier aus bildlich im sinne von 'unehrlich, unwahrhaftig' wie unter 3: nit schrib mit zwifalt kriden, sag mir die warheit gantz meister Altswert 248; s. dazu zwiefach 1 und teil 5, 2140. von der vorstellung 'doppelt' aus schweizerisch (s. ob. zwiefach 1): zwiefalt von einem menschen, der einen ganz gekrümmten rücken hat, wie z. b. zwiefalt gehen Stalder 2, 486; schweiz. id. 1, 819; hierher wohl auch: zwifalt 'höckerig, buckelig', nach einem idiotikon v. j. 1787 bei Fischer schwäb. 6, 1454. von kleidungsstücken 'doppelt umzuschlagen': bedechet uuerden sie mite samoso mit duplici pallio (gloss. zeuuiualtin lachene) daz sie intus et foris sin confusi daz chit coram deo et coram hominibus (operiantur sicut diploide) Notker 2, 474, 21 P.; diplois zwifalt gewand Diefenbach n. gl. 136a; ebenso, wenn nicht im sinne von 'doppelt gewebt': sîn mantel guot zwivalt derunder niden fur gie Seifried Helbling 1, 500. 'zweiteilig': valva fellbret, fetach, lade, zwyfalte tur Diefenbach gl. 606a; von der vorstellung 'doppelseitig' aus in verschiedener anwendung: (gladius) anceps zuivaltaz (zweischneidig) (11. jh.) ahd. gl. 2, 419, 20 St.-S.; vgl. (8./9. jh.) 1, 56, 10: des selben was ein hûbe dâ ûf sîme houbte zwîvalt (innen und auszen pelzbesetzt) Wolfram v. Eschenbach Parzival 231, 9; wie des gemeinen landts wapen und pannere so fürbasz die ob dem wald fürtend, wysz und rot, und im sigel ein einfalter schlüssel ist, also machtend die nidt dem wald in ir wapen und pannern ein wyszen zwifalten (wohl 'doppelbärtigen') schlüssel in rotem veld Äg. Tschudi chron. Helv. (1734) 1, 73. 22) doppelt, zweifach unter dem gesichtspunkt der verschiedenartigkeit: sie habent in alawarizuivalt ungifuari: sie himelriches tharbentjoh innan beche werbent Otfrid V 20, 115; si (Tristan und Isolde nach dem minnetrank) wurden ein und einvalt die zwei und zwîvalt wâren ê Gottfried v. Straszburg Tristan 11721 R.; (ubi adsuetis dat) biforem (tibia cantum) zuifaltes (11. jh.) ahd. gl. 2, 665, 59 St.-S.; vnser haimant ist der himel, die bilgerschaft über wir hie vf erden. das ellend, wyle das zwifalt ist, zytlich vnd ewig, so ist das ain das fegfüre vnd das ander die helle Niclas v. Wyle translat. 125 Keller. 33) gespalten, zwiespältig: (ut faceres imperium) bipertitum zuiualt (8./9. jh.) ahd. gl. 1, 56, 7 St.-S.; vielleicht hierher schweizerisches mit zwifalter [übergelegter] zunge reden 'undeutlich sprechen, lallen, vom zungenschlag kranker und betrunkener' schweizer. id. 1, 819; namentlich auf geistigem gebiet 'schwankend, zweifelnd, unschlüssig': dubie cogitantes zuuiualt thenkhendi (8./9. jh.) ahd. gl. 1, 250, 4 St.-S.; (matres ...) ancipites zuiualten (11. jh.) ebda 2, 655, 55; vgl. alternans tweueld (nd. 1417) Diefenbach n. gl. 18; pejorativ, von der rede und der gesinnung, 'zweizüngig, unwahrhaftig, unehrlich': bilingues zuuiualteru zungun (1. Tim. 3, 8) ahd. gl. 2, 344, 49 St.-S. (9. jh.); trugelefsa unde hinderscrenchige chosont in zuifaltemo herzen, so Judei sament Christo taten. in uuas ander in muote danne in munde Notker 2, 33, 23 P.; so zwivalt herze habe ich niht, daz ich daz spreche, daz ich nicht enmeine minnesinger 2, 153a v. d. Hagen; noch schweizerisch: zwiefalt ... 'der anders redet, als er denkt', eine zwiefalte person Stalder 2, 486; anders 'zweideutig, unklar, strittig, zwiespältig', vgl. inficiatio eyn weygheringe eynes tweuolden dinges (nd. 1417) Diefenbach n. gl. 215b; mit diner hochmütigen antwurt, die mit langen, halben, zwyfalten wort, die fúr nicht sind (1475) bei Steinhausen privatbr. d. mittelalt. 1, 381; span ist, als ob ein geschrifft zwyfalt oder merualt meinung in ir trag Riederer rhetoric (1493) d 6b; in singulärer, junger neubildung, s. auch zwiefalt, f.: die zwei ist zweifel, zwist, ist zwietracht, zwiespalt, zwitter ... wenn zwietracht eintracht wird und einfalt das zwiefalte, dann wird der schaden heil am alten weltzwiespalte Rückert ges. poet. w. (1867) 8, 398. 44) steigernd, einen stärkeren grad oder höheren wert bezeichnend: ampliorem summa(m) zuuiualt gelt (9. jh.) ahd. gl. 2, 87, 4 St.-S.; allo guati gidue, thio sin, thio biscofa er thar habetin, ther inan zi thiu giladota, in houbit sinaz zuivalta Otfrid ad Salomonem 4; ach, wie mit grozen eren pflac der herzoge sins gewaltes! des pflag er zwivaltes me denne er ie gepflac Johann v. Würzburg Wilh. v. Österr. 16588 R.; fromm erbere menschen fahet und haltet den mererteil zwifalten schaden J. Adelphus enchiridion des Erasmus (1520) b 1b.
6150 Zeichen · 175 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    zwiefaltadj.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    zwiefalt , adj. , gemeingerm. wort; ahd., mhd. zwivalt, ( mnd. twevalt, -volt), altnord. tvífaldr, ags. twīfeald, mschwe…

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Zerlegung von zwiefalt 2 Komponenten

zwie+falt

zwiefalt setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

zwiefalt‑ als Erstglied (5 von 5)

zwiefalten

DWB

zwie·falten

zwiefalten , vb. , verdoppeln; vom ahd. bis ins 16. jh. dünn bezeugt, als völlig veraltet noch bei Campe 5 (1811) 970 a gebucht: duplicatur …

zwiefalter

DWB

zwie·falter

zwiefalter , m. , schmetterling; alte volksetymologische umdeutung von ahd. vîvaltra; vgl. Kretschmer wortgeographie (1918) 53 , schmetterli…

zwiefalterblüte

DWB

zwiefalter·bluete

zwiefalterblüte , f. : die zwei seitenblätter, welche mit der fahne und dem schnabel eine zwifalterblüte bilden Blancard arzneiwb. (1788) 1,…

zwiefaltersamen

DWB

zwiefalter·samen

-samen , m. : gleichwie aus den raupen bald mucken, bald zwiefalter, aus dem mucken- und zwiefalter-saamen wiederum raupen werden Er. Franci…

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Cotta, M. (2026). „zwiefalt". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/zwiefalt/dwb
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Cotta, Marcel. „zwiefalt". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/zwiefalt/dwb. Abgerufen 19. May 2026.
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Cotta, Marcel. „zwiefalt". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/zwiefalt/dwb.
BibTeX
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