glufe,
f. ,
spange, fibel; stecknadel, vorstecknadel, schmucknadel; haarnadel. form. der mit g
bezeichnete anlaut begegnet seit der ersten bezeugung des wortes im 15.
jh., er überwiegt in älterer zeit und auch später allgemein gegenüber dem durch k
bezeichneten; dieser findet sich früh bei dem aus der Rheinpfalz gebürtigen Tabernämontanus
und in hessischen prozeszakten des 17.
jh. belegt, s. klufe
teil 5, 1261;
sonst im bair., s. Schmeller-Fr. 1, 1326 (
älter mit g),
und im steirischen, s. Unger-Khull 396;
im übrigen lexikalisch bei Stieler 983 (
neben glufe)
und lexikographen des 18.
jh., s. teil 5, 1261
und v. Bahder
wortwahl in der frühnhd. schriftspr. 150.
der stammvokal war ursprünglich kurz, wie die erhaltung von in offener silbe nicht gelängtem u
im südlichen alem. zeigt, s. Staub-Tobler
schweizer. 2, 607
und Fischer
schwäb. 3, 717 (
im südwestlichen gebiet).
auf kurze aussprache deutet auch die doppelschreibung des folgenden konsonanten, die literarisch vom ausgang des 15.
jh. bis [] zum ende des 18.
jh. nachweisbar ist: gluffen (
Ulm, ende des 15.
jh.)
bei Steinhausen (
s. u.); Abr. a
s. Clara (
s. u.);
vgl. auch apokopiertes gluff.
eine form mit o
findet sich daneben nur selten, s. Staub-Tobler
a. a. o. apokope des e
ist seit früher zeit belegt: gluff Brack
voc. (1489) d 2
b, gluf Pinicianus
prompt. (1516) f 1
b und in andern vokabularien, s. teil 5, 1261
und v. Bahder
wortwahl 150;
vgl. ferner aus literarischen quellen: gluf Fischart
s. dicht. 2, 20
Kurz; Zinkgref
apophthegm. (1628) 1, 35;
mundartlich gluf Staub-Tobler
schweizer, 2, 607 (
neben gewöhnlichem glufe
n); Fischer
schwäb. 3, 717; Autenrieth
pfälz. 55; Schöpf
tirol. 197.
an vereinzelten lautlichen ausweichungen liegen vor: glunffen W. Rem (
zum jahre 1475)
in städtechron. 22, 527
anm. 6; geluffen J. Unrest
chron. Carinth. 587
Hahn; kluft (
neben klufe) Stieler 983; glufft Frisch
teutsch-lat. (1716) 1, 358
c s. v. gluff (glusen
acicula, spina Aler
dict. [1727] 1, 962
a ist als druckfehler für glufen
anzusehen, da unter gufen
acicula 882
b auf glufen
verwiesen wird; das gleiche gilt für glusenkopf H. Schmid
ges. schr. [1867] 4, 14). glufe
flectiert ursprünglich schwach. die allgemein im singular sich durchsetzende starke flexion läszt sich zuerst nachweisen durch an ain gluf Fischart
a. a. o. (
vgl. einer guff
Garg. 148
ndr.); begert er ein gluff Zinkgref
a. a. o. die endung der schwachen obliquen casus drang in den
nom. sg.: glufen Hadr. Junius
nomencl. (1595) 127; Schönsleder; Henisch (
s. teil 5, 1261);
vgl. auch die vokabularien des 16.
und 17.
jh. bei Schmeller-Fr. 1, 1327;
modern mundartlich klufen Schmeller-Fr. 1326; Schöpf
tirol. 197 (
neben gluf); Staub-Tobler
schweizer. 2, 607;
s. dazu Weinhold
bair. gramm. § 349
und alem. gramm. § 404.
verbreitung. das seit dem 15.
jh. im deutschen nachweisbare glufe
ist mundartlich allgemein im obd., besonders im schwäbischalemannischen, verbreitet (
in der Schweiz und im Elsasz vor gleichbedeutendem gufe
zurücktretend),
es reicht auch in einige sich westlich anschlieszende mitteldeutsche mundarten, vgl. auszer der bereits angegebenen literatur Martin-Lienhart
elsäss. 1, 199
b (
für Weiszenburg); Autenrieth
pfälz. idiot. 55 (
für die ältere zeit Tabernämontanus
teil 5, 1261); Meisinger
Rappenauer ma. 73;
früher war es auch in Hessen bekannt, vgl. die hess. prozeszakten des 17.
jh. (
teil 5, 1261)
und Aitinger
jagd- u. weidbüchl. (1681) 152;
ungewöhnlich aus dem obersächsischen: ein nadel oder gluffen (
acc.)
haushaltung in vorwerken 225
Ermisch-Wuttke (
aus nicht sicher lokalisierbarer quelle, s. ebda xxv).
neben glufe
steht, vornehmlich in der Schweiz und im Elsasz, gufe,
s. 3gufe,
f., teil 4, 1, 6, 1046;
im schwäbischen nur vereinzelt gufenkopf (17.
jh.)
bei Fischer 6, 2078;
im bairischen nach Schmeller-Fr.
lediglich in einer lexikographischen quelle des 18.
jh. gufe
überwiegt schon seit dem 15.
jh. in der Schweiz (
erstmalig 1451
belegbar),
s. Staub-Tobler 2, 608;
im Elsasz hat es das bis ins 17.
jh. nachweisbare glufe
heute gänzlich verdrängt, s. Martin-Lienhart 1, 199; 256.
es drang auch ins lothringische, s. Follmann 220,
in die Vorderpfalz und ins südbadische, s. v. Bahder
wortwahl 150.
herkunft. die etymologie des wortes ist ungeklärt. nach Kluge
aus nordital. (
friaul.) glove '
astgabel'
entlehnt. das auch in französischen mundarten bezeugte wort (
prov. glovo,
gask. gleve,
poitev. lioube),
dessen vorstufe vielleicht in der glosse globa
iunctura corp. gloss. lat. 3, 495, 75; 513, 26; 4, 83, 26 (9.-13.
jh.)
vorliegt, s. Meyer-Lübke
Wiener studien 25, 100,
geht zurück auf got. *kluba
kloben =
an. klofi,
ahd. klobo (
s. Gamillscheg
Romania Germanica 2, 388),
so dasz es sich bei obd. glufe
um eine rückentlehnung ins germanische handeln würde. doch abgesehen davon, dasz das verhältnis von glufe
zu gufe
ungeklärt bleibt, kennen die romanischen mundarten keine dem deutschen [] glufe
entsprechende bedeutung. auffallend ist die bedeutung '
spange'
von ags. clofæ
in frühen glossen, s. Bosworth-Toller
suppl. 129.
bedeutung und gebrauch. 11)
spange, fibel. glufe
dient in älterer zeit zur wiedergabe von lat. spinter, spintrum '
die das gewand vorn zusammenhaltende spange'
und wird als gleichbedeutend verzeichnet mit furspang, vorspang ('
spange zum zusammenhalten des kleides, auch zugleich brustschmuck'
teil 4, 1, 1, 828,
bzw. 12, 2, 1597), heftel, häftel, heftlein ('
fibel'
M. Heyne
hausaltert. 3, 344
f., vgl. teil 4, 2, 768; 132; 775), spendel (= spenel '
stecknadel, kopfnadel',
in älterer zeit auch soviel wie '
fibula, spinter',
s. Graff 6, 348
f.; Wadstein
kl. as. sprachdenkm. 223; Schiller-Lübben 4, 317
b und 316
a;
voc. theut. [
Nürnberg 1482] n 2
a, ee 4
a; [15.
jh.] Diefenbach
gl. 233
a s. v. fibula; 547
a s. v. spinter; nov. gl. 345
b s. v. spinter): glufe, gufe, heftlein, spendel, furspang
spinter, spintrum voc. theut. (
Nürnberg 1482) l 2
a;
spinter ein vorspang oder ein gluff Brack
voc. (1489) d 2
b; gluf
spintes (
lies spinter),
ornamentum pectoris, quo vestes connectuntur Pinicianus
prompt. (1516) f 1
b; gluff
spinther prompt. (1532)
bei Schmeller-Fr.
bair. 1, 1327;
vgl. auch gufe
spinter teil 4, 1, 6, 1045. glufe
gibt ferner περόνη wieder: (
ein) schlayr (
πέπλον) ... mit zwelff guldenen gluffen oder häfftlen geschmückt (
ἐν δ' ἄρ' ἔσαν περόναι δυοκαίδεκα πᾶσαι χρύσειαι,
κληῖσιν [
hier: die haken an der spange]
ἐυγνάμπτοις ἀραρυῖαι Od. 18, 292
f.) Schaidenreiszer
Odyssea (1537) 78
b (
περόνη Od. 19, 226, 256
übersetzt er sonst mit gesperr 81
b, 82
a,
d. i. gesperre 1 b '
fibula',
s. teil 4, 1, 2, 4149). 22)
nadel aus einem schaft mit spitze und kopf, die zum zusammenhalten oder aneinanderheften von gewandstücken oder zur zierde dient, im engeren sinne soviel wie heutiges steknadel.
in den modernen obd. und angrenzenden westmd. mundarten bezeichnet glufe (gufe)
allgemein die gewöhnliche stecknadel, deren herstellung sich bereits im 14.
jh. nachweiszen läszt, s. Karmarsch-Heeren
techn. wb.3 6, 208. glufe (gufe)
läszt sich in diesem sinne lexikalisch seit dem 16.
jh. nachweisen: ῥαφίδιον,
ἀκέστριον,
acicula, spina gluff Frischlin
nomencl. (1586) 180
a (
ῥαφίδιον =
ῥάφιον '
kleine nadel, stecknadel'); gluf, glufen '
stechnadel, stefftnadel, ein zart nädele zum hefften dienlich, so die nähern brauchen und etwas darmit anheften, acicula, spina' Henisch (1616) 1669. (
älteres lexikalisches glufe,
das lat. acicula entspricht, ist nicht ganz eindeutig, da acicula im mlat. soviel wie spinula meinen kann und dies auch fibula wiedergibt, und da in deutschen vokabularien des 16.
jh. acicula auch durch heffle, haftle '
fibel'
übersetzt wird: spatalia [=
σπατάλια '
eine art armbänder']
credo esse aciculas gluf Pinicianus
prompt. [1516] f 1
b;
acicula guff, gluff Dasypodius
dict. [1536] 340
a;
acicula ein gufen Frisius
dict. [1556] 23
a).
bei den literarischen belegen ist nicht immer zu ermitteln, ob es sich bei glufe (gufe)
um die eigentliche stecknadel oder um nadeln gröszeren formats wie die vorstecknadeln oder busennadeln handelt (
s. u.);
doch sprechen die folgenden stellen eher für die bedeutung stecknadel: (
das bad) hilfft für alles, was in der handt und fleisch steckt als nadel, glufen, dörn ...
M. Ruland
drey bücher von wasserbädern (1579) 45; sie (
die juden) stupften es (
das kind) mit glufen und mit nadel und habens gestochen und geslagen (1475)
in: v. Liliencron
histor. volksl. 2, 15
a (
v. 112); (
die kinder) martern mich (
die mücke) sonderlich abscheulich, stecken mich an ain nadelpfol ... oder stecken an ain gluf treisig und praten sie beim lichtschein pfeisig (
zischend) Fischart
flöhhatz v. 654
in: s. dicht. 2, 20
Kurz; alle niderlendische mit henden gemachte werck als nadelen oder glufen, messer und dergleichen (
im nl.: spelten, messen ... etc.)
E. v. Meteren histor. beschreib. des nl. krieges (1614) 78
b; wann man in die finger ... mit einer glufen, nadel oder anderen spitzigen eisen gestochen
[] wird v. Hohberg
georg. cur. (1682) 1, 205
b;
vgl. auch gufe
teil 4, 1, 4, 1045
f. seit dem 18.
jh. wird das wort wegen seines beschränkten mundartlichen charakters gewöhnlich gemieden; so ersetzt Wieland glufen
in: ... wir wissen zwar, wie gut der vorhang gezogen war: doch, wär er auch mit glufen verriegelt ..., dies bessert die sache nicht um ein haar
im teutschen Merkur 3 (1776) 49
später durch nadeln
s. w. (1794) 21, 80. glufe
wird wie stecknadel 2 (
teil 10, 2, 1367
f.)
gern vergleichsweise für etwas winzigkleines und geringwertiges verwendet: es ist nichts so gering und liederlich, dasz uns mehr ... diene, es müste ehe ein glufe oder nestelaug (
loch zum durchstecken der nestel), nadelknopff oder gar ein pirnstiel seyn
P. Aretino ital. hurenspiegel (
o. o. u. j.) 100; sie war ein zartes frauenzimmer, die kaum ein gluffen oder spennadel konte krümpen Abr. a
s. Clara
Judas 4 (1695) 361;
vgl. dieselbe verwendung bei gufe;
auch mundartlich, z. b. nüd gufes grosz, öppis suechen wie ne glufen
u. ä. Staub-Tobler
schweizer. 2, 607;
ähnlich Fischer
schwäb. 3, 717. glufe (gufe)
als bezeichnung gröszerer nadeln zum zusammenheften oder anstecken, vgl. gluff,
f., housseau Schrader
dtsch-frz. wb. 1 (1781) 559: grosze gelbe glufen oder stecknadeln (1674)
bei Staub-Tobler
schweizer. 2, 608.
es handelt sich dabei wie bei stecknadel 1 b (c)
meist um busen-, vorsteck- oder sog. tuchnadeln. Staub-Tobler 2, 607
weist auf die groszen glufen '
als bestandteil der vornehmen weiblichen landestracht'
hin; in der form gufe: etliche gezierd seind, die auch nutz bringen zu dem, das sie zieren: ... die guffen mit den groszen knöpfen, die sie (
die frauen) in die stuchen (
schleier, kopftücher) stecken, die halten inen die ding zesamen Keisersberg
brösamlin (1517) 1, 96
b; eine schöne tochter ..., die ... im höchsten staat aufzieht mit guldige gufe, silbrige hafte, fast wie eine hand grosz Jer. Gotthelf
ges. schr. (1855) 1, 105; die glufe, womit das halstuch des Rieser bauernmädchens auf dem rücken angeheftet wird
M. Meyr
erzählungen aus dem Ries (1868) 1, 256;
vgl.steckglufe,
das neben '
stecknadel'
auch '
vorstecknadel' (1610) Fischer
schwäb. 5, 1686
und '
busennadel als weiblicher schmuck' Staub-Tobler
schweizer. 2, 608
bedeutet. um schmucknadeln ähnlicher art handelt es sich auch bei den glufen (gufen)
an kopfzierden und hüten: also fraget ich, wie der thurn (
ein weiblicher kopfputz) wer gemacht gewesen, (
worauf die antwort kam,) er were erhaben mit silberin glufen
buch d. liebe (1587) 290
a; (
bei) eins ... hofjungen hütlin ... gilt (
es) auffsehens (
musz man sich inachtnehmen) mit den guffen, dasz sie eim nicht bestecken Fischart
Garg. 210
ndr. bei einigen älteren belegen läszt sich fragen, ob glufe
nicht vielleicht im sinne von fibel gemeint ist: (
ein guardian schreibt zu einer sendung von geschenken an eine klosterschwester) da send ich dir gluffen; die tayl wol eben usz under din tochtern (
die ihr unterstehenden nonnen)
bei Steinhausen
privatbr. d. mittelalters 2, 62 (
aus Ulm, ende des 15.
jh.); desgleichen müeste ouch die wirdige ... priorin mit einer guet jarschankung versehen sein, welches bisweilen nur babirine bildlin waren oder gluffen. dergleichen köstliche sachen war des closters vermögen zue kaufen
chron. d. Bickenklosters zu Villingen 42
lit. ver. zum übergang der bedeutung '
spange, fibel'
in die von '
stecknadel'
bei glufe (gufe)
vergleiche man die gleichartige entwicklung bei heftel, häftel, haftel (
teil 4, 2, 768,
bzw. 132
f.)
sowie heftlein, häftlein (
nach teil 4, 2, 775 '
spange',
nach Amaranthes
frauenzimmerlex. [1715] 1896 '
stecknadel')
und bei spenel, spendel (
älter '
fibel',
s. unter glufe 1,
sp. 432,
seit dem mhd. '
stecknadel',
s. arzneib. d. 12.
und 13.
jh. 20
Pfeiffer, im übrigen teil 10, 1, 2147);
auch bei stecknadel
ist nach der glossierung durch spinter in obd., md. und nd. vokabularien des 15.
jh. bei Diefenbach
gl. 547
b und nov. gl. 345
b für die ältere zeit die bedeutung '
fibel'
in betracht zu ziehen. [] während im obd. und angrenzenden westmd. die stecknadel durch glufe
und gufe (
sieh oben)
bezeichnet wird, verteilen sich die synonyma in folgender weise: spennadel (
umgedeutet aus spendel), spendel
und verwandte formen im bair.-österr., nordböhm., schles., westmd. und in teilen des thür. und nd. (
s. teil 10, 1, 2147
u. 2156
sowie v. Bahder
a. a. o. 150
f.), heftel, häftel, haftel
im obd. und nürnbergischen (
s. teil 4, 2, 769,
bzw. 133);
das seit dem 18.
jh. belegbare knopfnadel
ist im wesentlichen nd. (
s. teil 5, 1482
und Kretschmer
wortgeogr. 484
f.).
auch die geltung der heute allgemein üblichen hd. bezeichnung stecknadel
war ursprünglich landschaftlich beschränkt; Popowitsch (
handschriftl. sieh Kretschmer
a. a. o. 484)
verzeichnet das wort fürs 18.
jh. nur als '
frk.-sächs.'
; man vergleiche dazu den befund, dasz nach Fischer
schwäb. 3, 718 stecknadel '
nur bei gebildeten',
sonst lediglich ganz vereinzelt begegnet (
s. ebda 5, 1686)
und dasz sich in den schweizer., elsäss., bair.-österr. mundartenwörterbüchern das wort nicht aufgeführt findet. nadel
im sinne von stecknadel tritt nach teil 7, 251
erst mit dem 18.
jh. auf, doch auch nicht allgemein; im westl. obd. bezeichnet nadel
auch heute noch im ursprünglichen sinne die nähnadel, nie aber die stecknadel, vgl. Martin-Lienhart
elsäss. 1, 758; Staub-Tobler
schweizer. 4, 666; Fischer
schwäb. 4, 1920 (
daneben hier auch die strick- und gewandnadel);
die unterscheidende composition nähnadel
ist seit dem 17.
jh. nachzuweisen, s. teil 7, 302. kopfnadel,
für stecknadel seit dem 18.
jh. verwendet, tritt im gebrauch hinter den andern synonymen zurück, s. teil 5, 1777. 33)
haarnadel, vgl. acus crinalis gluf Pinicianus
prompt. (1516) d 7
a;
acicula gluff
acus dicitur qua mulieres caput ornant Altenstaig
voc. (1516) 9
a; gluff
acus crinalis prompt. (1532)
bei Schmeller-Fr.
bair. 1, 1327;
auch Fischer
schwäb. 3, 718
weist auf diese bedeutung in älterer zeit hin; im schwäb. findet sich bis ins 19.
jh. noch doppelglufe '
haarnadel',
s. Schmid
schwäb. wb. (1831) 235; Birlinger
schwäb.-augsburg. wb. (1864) 119
b (
nach Fischer 2, 267
heute wohl veraltet).
aus der zusammensetzung doppelglufe
darf man schlieszen, dasz das ältere glufe '
haarnadel'
eine nadel mit éinem schaft bezeichnete, nach Altenstaig
wohl eine schmucknadel, wie sie von alters her gebraucht wurde und noch in den haarpfeilen volkstümlicher tracht erhalten ist, vgl. M. Heyne
hausaltert. 3, 81
u. 84,
bzw. Erich-Beitl
wb. d. dt. volkskde (1936) 59
b.