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glufe

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

glufe f.

Bd. 8, Sp. 430
glufe, f. , spange, fibel; stecknadel, vorstecknadel, schmucknadel; haarnadel. form. der mit g bezeichnete anlaut begegnet seit der ersten bezeugung des wortes im 15. jh., er überwiegt in älterer zeit und auch später allgemein gegenüber dem durch k bezeichneten; dieser findet sich früh bei dem aus der Rheinpfalz gebürtigen Tabernämontanus und in hessischen prozeszakten des 17. jh. belegt, s. klufe teil 5, 1261; sonst im bair., s. Schmeller-Fr. 1, 1326 (älter mit g), und im steirischen, s. Unger-Khull 396; im übrigen lexikalisch bei Stieler 983 (neben glufe) und lexikographen des 18. jh., s. teil 5, 1261 und v. Bahder wortwahl in der frühnhd. schriftspr. 150. der stammvokal war ursprünglich kurz, wie die erhaltung von in offener silbe nicht gelängtem u im südlichen alem. zeigt, s. Staub-Tobler schweizer. 2, 607 und Fischer schwäb. 3, 717 (im südwestlichen gebiet). auf kurze aussprache deutet auch die doppelschreibung des folgenden konsonanten, die literarisch vom ausgang des 15. jh. bis [] zum ende des 18. jh. nachweisbar ist: gluffen (Ulm, ende des 15. jh.) bei Steinhausen (s. u.); Abr. a s. Clara (s. u.); vgl. auch apokopiertes gluff. eine form mit o findet sich daneben nur selten, s. Staub-Tobler a. a. o. apokope des e ist seit früher zeit belegt: gluff Brack voc. (1489) d 2b, gluf Pinicianus prompt. (1516) f 1b und in andern vokabularien, s. teil 5, 1261 und v. Bahder wortwahl 150; vgl. ferner aus literarischen quellen: gluf Fischart s. dicht. 2, 20 Kurz; Zinkgref apophthegm. (1628) 1, 35; mundartlich gluf Staub-Tobler schweizer, 2, 607 (neben gewöhnlichem glufen); Fischer schwäb. 3, 717; Autenrieth pfälz. 55; Schöpf tirol. 197. an vereinzelten lautlichen ausweichungen liegen vor: glunffen W. Rem (zum jahre 1475) in städtechron. 22, 527 anm. 6; geluffen J. Unrest chron. Carinth. 587 Hahn; kluft (neben klufe) Stieler 983; glufft Frisch teutsch-lat. (1716) 1, 358c s. v. gluff (glusen acicula, spina Aler dict. [1727] 1, 962a ist als druckfehler für glufen anzusehen, da unter gufen acicula 882b auf glufen verwiesen wird; das gleiche gilt für glusenkopf H. Schmid ges. schr. [1867] 4, 14). glufe flectiert ursprünglich schwach. die allgemein im singular sich durchsetzende starke flexion läszt sich zuerst nachweisen durch an ain gluf Fischart a. a. o. (vgl. einer guff Garg. 148 ndr.); begert er ein gluff Zinkgref a. a. o. die endung der schwachen obliquen casus drang in den nom. sg.: glufen Hadr. Junius nomencl. (1595) 127; Schönsleder; Henisch (s. teil 5, 1261); vgl. auch die vokabularien des 16. und 17. jh. bei Schmeller-Fr. 1, 1327; modern mundartlich klufen Schmeller-Fr. 1326; Schöpf tirol. 197 (neben gluf); Staub-Tobler schweizer. 2, 607; s. dazu Weinhold bair. gramm. § 349 und alem. gramm. § 404. verbreitung. das seit dem 15. jh. im deutschen nachweisbare glufe ist mundartlich allgemein im obd., besonders im schwäbischalemannischen, verbreitet (in der Schweiz und im Elsasz vor gleichbedeutendem gufe zurücktretend), es reicht auch in einige sich westlich anschlieszende mitteldeutsche mundarten, vgl. auszer der bereits angegebenen literatur Martin-Lienhart elsäss. 1, 199b (für Weiszenburg); Autenrieth pfälz. idiot. 55 (für die ältere zeit Tabernämontanus teil 5, 1261); Meisinger Rappenauer ma. 73; früher war es auch in Hessen bekannt, vgl. die hess. prozeszakten des 17. jh. (teil 5, 1261) und Aitinger jagd- u. weidbüchl. (1681) 152; ungewöhnlich aus dem obersächsischen: ein nadel oder gluffen (acc.) haushaltung in vorwerken 225 Ermisch-Wuttke (aus nicht sicher lokalisierbarer quelle, s. ebda xxv). neben glufe steht, vornehmlich in der Schweiz und im Elsasz, gufe, s. 3gufe, f., teil 4, 1, 6, 1046; im schwäbischen nur vereinzelt gufenkopf (17. jh.) bei Fischer 6, 2078; im bairischen nach Schmeller-Fr. lediglich in einer lexikographischen quelle des 18. jh. gufe überwiegt schon seit dem 15. jh. in der Schweiz (erstmalig 1451 belegbar), s. Staub-Tobler 2, 608; im Elsasz hat es das bis ins 17. jh. nachweisbare glufe heute gänzlich verdrängt, s. Martin-Lienhart 1, 199; 256. es drang auch ins lothringische, s. Follmann 220, in die Vorderpfalz und ins südbadische, s. v. Bahder wortwahl 150. herkunft. die etymologie des wortes ist ungeklärt. nach Kluge aus nordital. (friaul.) glove 'astgabel' entlehnt. das auch in französischen mundarten bezeugte wort (prov. glovo, gask. gleve, poitev. lioube), dessen vorstufe vielleicht in der glosse globa iunctura corp. gloss. lat. 3, 495, 75; 513, 26; 4, 83, 26 (9.-13. jh.) vorliegt, s. Meyer-Lübke Wiener studien 25, 100, geht zurück auf got. *kluba kloben = an. klofi, ahd. klobo (s. Gamillscheg Romania Germanica 2, 388), so dasz es sich bei obd. glufe um eine rückentlehnung ins germanische handeln würde. doch abgesehen davon, dasz das verhältnis von glufe zu gufe ungeklärt bleibt, kennen die romanischen mundarten keine dem deutschen [] glufe entsprechende bedeutung. auffallend ist die bedeutung 'spange' von ags. clofæ in frühen glossen, s. Bosworth-Toller suppl. 129. bedeutung und gebrauch. 11) spange, fibel. glufe dient in älterer zeit zur wiedergabe von lat. spinter, spintrum 'die das gewand vorn zusammenhaltende spange' und wird als gleichbedeutend verzeichnet mit furspang, vorspang ('spange zum zusammenhalten des kleides, auch zugleich brustschmuck' teil 4, 1, 1, 828, bzw. 12, 2, 1597), heftel, häftel, heftlein ('fibel' M. Heyne hausaltert. 3, 344 f., vgl. teil 4, 2, 768; 132; 775), spendel (= spenel 'stecknadel, kopfnadel', in älterer zeit auch soviel wie 'fibula, spinter', s. Graff 6, 348 f.; Wadstein kl. as. sprachdenkm. 223; Schiller-Lübben 4, 317b und 316a; voc. theut. [Nürnberg 1482] n 2a, ee 4a; [15. jh.] Diefenbach gl. 233a s. v. fibula; 547a s. v. spinter; nov. gl. 345b s. v. spinter): glufe, gufe, heftlein, spendel, furspang spinter, spintrum voc. theut. (Nürnberg 1482) l 2a; spinter ein vorspang oder ein gluff Brack voc. (1489) d 2b; gluf spintes (lies spinter), ornamentum pectoris, quo vestes connectuntur Pinicianus prompt. (1516) f 1b; gluff spinther prompt. (1532) bei Schmeller-Fr. bair. 1, 1327; vgl. auch gufe spinter teil 4, 1, 6, 1045. glufe gibt ferner περόνη wieder: (ein) schlayr (πέπλον) ... mit zwelff guldenen gluffen oder häfftlen geschmückt (ἐν δ' ἄρ' ἔσαν περόναι δυοκαίδεκα πᾶσαι χρύσειαι, κληῖσιν [hier: die haken an der spange] ἐυγνάμπτοις ἀραρυῖαι Od. 18, 292f.) Schaidenreiszer Odyssea (1537) 78b (περόνη Od. 19, 226, 256 übersetzt er sonst mit gesperr 81b, 82a, d. i. gesperre 1 b 'fibula', s. teil 4, 1, 2, 4149). 22) nadel aus einem schaft mit spitze und kopf, die zum zusammenhalten oder aneinanderheften von gewandstücken oder zur zierde dient, im engeren sinne soviel wie heutiges steknadel. in den modernen obd. und angrenzenden westmd. mundarten bezeichnet glufe (gufe) allgemein die gewöhnliche stecknadel, deren herstellung sich bereits im 14. jh. nachweiszen läszt, s. Karmarsch-Heeren techn. wb.3 6, 208. glufe (gufe) läszt sich in diesem sinne lexikalisch seit dem 16. jh. nachweisen: ῥαφίδιον, ἀκέστριον, acicula, spina gluff Frischlin nomencl. (1586) 180a (ῥαφίδιον = ῥάφιον 'kleine nadel, stecknadel'); gluf, glufen 'stechnadel, stefftnadel, ein zart nädele zum hefften dienlich, so die nähern brauchen und etwas darmit anheften, acicula, spina' Henisch (1616) 1669. (älteres lexikalisches glufe, das lat. acicula entspricht, ist nicht ganz eindeutig, da acicula im mlat. soviel wie spinula meinen kann und dies auch fibula wiedergibt, und da in deutschen vokabularien des 16. jh. acicula auch durch heffle, haftle 'fibel' übersetzt wird: spatalia [= σπατάλια 'eine art armbänder'] credo esse aciculas gluf Pinicianus prompt. [1516] f 1b; acicula guff, gluff Dasypodius dict. [1536] 340a; acicula ein gufen Frisius dict. [1556] 23a). bei den literarischen belegen ist nicht immer zu ermitteln, ob es sich bei glufe (gufe) um die eigentliche stecknadel oder um nadeln gröszeren formats wie die vorstecknadeln oder busennadeln handelt (s. u.); doch sprechen die folgenden stellen eher für die bedeutung stecknadel: (das bad) hilfft für alles, was in der handt und fleisch steckt als nadel, glufen, dörn ... M. Ruland drey bücher von wasserbädern (1579) 45; sie (die juden) stupften es (das kind) mit glufen und mit nadel und habens gestochen und geslagen (1475) in: v. Liliencron histor. volksl. 2, 15a (v. 112); (die kinder) martern mich (die mücke) sonderlich abscheulich, stecken mich an ain nadelpfol ... oder stecken an ain gluf treisig und praten sie beim lichtschein pfeisig (zischend) Fischart flöhhatz v. 654 in: s. dicht. 2, 20 Kurz; alle niderlendische mit henden gemachte werck als nadelen oder glufen, messer und dergleichen (im nl.: spelten, messen ... etc.) E. v. Meteren histor. beschreib. des nl. krieges (1614) 78b; wann man in die finger ... mit einer glufen, nadel oder anderen spitzigen eisen gestochen [] wird v. Hohberg georg. cur. (1682) 1, 205b; vgl. auch gufe teil 4, 1, 4, 1045f. seit dem 18. jh. wird das wort wegen seines beschränkten mundartlichen charakters gewöhnlich gemieden; so ersetzt Wieland glufen in: ... wir wissen zwar, wie gut der vorhang gezogen war: doch, wär er auch mit glufen verriegelt ..., dies bessert die sache nicht um ein haar im teutschen Merkur 3 (1776) 49 später durch nadeln s. w. (1794) 21, 80. glufe wird wie stecknadel 2 (teil 10, 2, 1367f.) gern vergleichsweise für etwas winzigkleines und geringwertiges verwendet: es ist nichts so gering und liederlich, dasz uns mehr ... diene, es müste ehe ein glufe oder nestelaug (loch zum durchstecken der nestel), nadelknopff oder gar ein pirnstiel seyn P. Aretino ital. hurenspiegel (o. o. u. j.) 100; sie war ein zartes frauenzimmer, die kaum ein gluffen oder spennadel konte krümpen Abr. a s. Clara Judas 4 (1695) 361; vgl. dieselbe verwendung bei gufe; auch mundartlich, z. b. nüd gufes grosz, öppis suechen wie ne glufen u. ä. Staub-Tobler schweizer. 2, 607; ähnlich Fischer schwäb. 3, 717. glufe (gufe) als bezeichnung gröszerer nadeln zum zusammenheften oder anstecken, vgl. gluff, f., housseau Schrader dtsch-frz. wb. 1 (1781) 559: grosze gelbe glufen oder stecknadeln (1674) bei Staub-Tobler schweizer. 2, 608. es handelt sich dabei wie bei stecknadel 1 b (c) meist um busen-, vorsteck- oder sog. tuchnadeln. Staub-Tobler 2, 607 weist auf die groszen glufen 'als bestandteil der vornehmen weiblichen landestracht' hin; in der form gufe: etliche gezierd seind, die auch nutz bringen zu dem, das sie zieren: ... die guffen mit den groszen knöpfen, die sie (die frauen) in die stuchen (schleier, kopftücher) stecken, die halten inen die ding zesamen Keisersberg brösamlin (1517) 1, 96b; eine schöne tochter ..., die ... im höchsten staat aufzieht mit guldige gufe, silbrige hafte, fast wie eine hand grosz Jer. Gotthelf ges. schr. (1855) 1, 105; die glufe, womit das halstuch des Rieser bauernmädchens auf dem rücken angeheftet wird M. Meyr erzählungen aus dem Ries (1868) 1, 256; vgl.steckglufe, das neben 'stecknadel' auch 'vorstecknadel' (1610) Fischer schwäb. 5, 1686 und 'busennadel als weiblicher schmuck' Staub-Tobler schweizer. 2, 608 bedeutet. um schmucknadeln ähnlicher art handelt es sich auch bei den glufen (gufen) an kopfzierden und hüten: also fraget ich, wie der thurn (ein weiblicher kopfputz) wer gemacht gewesen, (worauf die antwort kam,) er were erhaben mit silberin glufen buch d. liebe (1587) 290a; (bei) eins ... hofjungen hütlin ... gilt (es) auffsehens (musz man sich inachtnehmen) mit den guffen, dasz sie eim nicht bestecken Fischart Garg. 210 ndr. bei einigen älteren belegen läszt sich fragen, ob glufe nicht vielleicht im sinne von fibel gemeint ist: (ein guardian schreibt zu einer sendung von geschenken an eine klosterschwester) da send ich dir gluffen; die tayl wol eben usz under din tochtern (die ihr unterstehenden nonnen) bei Steinhausen privatbr. d. mittelalters 2, 62 (aus Ulm, ende des 15. jh.); desgleichen müeste ouch die wirdige ... priorin mit einer guet jarschankung versehen sein, welches bisweilen nur babirine bildlin waren oder gluffen. dergleichen köstliche sachen war des closters vermögen zue kaufen chron. d. Bickenklosters zu Villingen 42 lit. ver. zum übergang der bedeutung 'spange, fibel' in die von 'stecknadel' bei glufe (gufe) vergleiche man die gleichartige entwicklung bei heftel, häftel, haftel (teil 4, 2, 768, bzw. 132f.) sowie heftlein, häftlein (nach teil 4, 2, 775 'spange', nach Amaranthes frauenzimmerlex. [1715] 1896 'stecknadel') und bei spenel, spendel (älter 'fibel', s. unter glufe 1, sp. 432, seit dem mhd. 'stecknadel', s. arzneib. d. 12. und 13. jh. 20 Pfeiffer, im übrigen teil 10, 1, 2147); auch bei stecknadel ist nach der glossierung durch spinter in obd., md. und nd. vokabularien des 15. jh. bei Diefenbach gl. 547b und nov. gl. 345b für die ältere zeit die bedeutung 'fibel' in betracht zu ziehen. [] während im obd. und angrenzenden westmd. die stecknadel durch glufe und gufe (sieh oben) bezeichnet wird, verteilen sich die synonyma in folgender weise: spennadel (umgedeutet aus spendel), spendel und verwandte formen im bair.-österr., nordböhm., schles., westmd. und in teilen des thür. und nd. (s. teil 10, 1, 2147 u. 2156 sowie v. Bahder a. a. o. 150 f.), heftel, häftel, haftel im obd. und nürnbergischen (s. teil 4, 2, 769, bzw. 133); das seit dem 18. jh. belegbare knopfnadel ist im wesentlichen nd. (s. teil 5, 1482 und Kretschmer wortgeogr. 484 f.). auch die geltung der heute allgemein üblichen hd. bezeichnung stecknadel war ursprünglich landschaftlich beschränkt; Popowitsch (handschriftl. sieh Kretschmer a. a. o. 484) verzeichnet das wort fürs 18. jh. nur als 'frk.-sächs.'; man vergleiche dazu den befund, dasz nach Fischer schwäb. 3, 718 stecknadel 'nur bei gebildeten', sonst lediglich ganz vereinzelt begegnet (s. ebda 5, 1686) und dasz sich in den schweizer., elsäss., bair.-österr. mundartenwörterbüchern das wort nicht aufgeführt findet. nadel im sinne von stecknadel tritt nach teil 7, 251 erst mit dem 18. jh. auf, doch auch nicht allgemein; im westl. obd. bezeichnet nadel auch heute noch im ursprünglichen sinne die nähnadel, nie aber die stecknadel, vgl. Martin-Lienhart elsäss. 1, 758; Staub-Tobler schweizer. 4, 666; Fischer schwäb. 4, 1920 (daneben hier auch die strick- und gewandnadel); die unterscheidende composition nähnadel ist seit dem 17. jh. nachzuweisen, s. teil 7, 302. kopfnadel, für stecknadel seit dem 18. jh. verwendet, tritt im gebrauch hinter den andern synonymen zurück, s. teil 5, 1777. 33) haarnadel, vgl. acus crinalis gluf Pinicianus prompt. (1516) d 7a; acicula gluff acus dicitur qua mulieres caput ornant Altenstaig voc. (1516) 9a; gluff acus crinalis prompt. (1532) bei Schmeller-Fr. bair. 1, 1327; auch Fischer schwäb. 3, 718 weist auf diese bedeutung in älterer zeit hin; im schwäb. findet sich bis ins 19. jh. noch doppelglufe 'haarnadel', s. Schmid schwäb. wb. (1831) 235; Birlinger schwäb.-augsburg. wb. (1864) 119b (nach Fischer 2, 267 heute wohl veraltet). aus der zusammensetzung doppelglufe darf man schlieszen, dasz das ältere glufe 'haarnadel' eine nadel mit éinem schaft bezeichnete, nach Altenstaig wohl eine schmucknadel, wie sie von alters her gebraucht wurde und noch in den haarpfeilen volkstümlicher tracht erhalten ist, vgl. M. Heyne hausaltert. 3, 81 u. 84, bzw. Erich-Beitl wb. d. dt. volkskde (1936) 59b.
15548 Zeichen · 441 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    glufef.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +2 Parallelbelege

    glufe f. acicula Dfg. 9 b . glufe, gufe od. heftlein, spendel, spinter, spintrum Voc. 1482. gluffe stecknadel Zimr. chr.…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    glufef.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    glufe , f. , spange, fibel; stecknadel, vorstecknadel, schmucknadel; haarnadel. form. der mit g bezeichnete anlaut begeg…

  3. modern
    Dialekt
    glufe

    Elsässisches Wb. · +2 Parallelbelege

    †‘ glufe oder gufe acicula’ Dasyp. ‘ein Gluff, Stecknadel, Guff une espingle Martin Coll. 198. — Idiotikon Schweiz. 2, 6…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit glufe

17 Bildungen · 17 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

glufe‑ als Erstglied (17 von 17)

Glufe(n)chopf

Idiotikon

Glufe(n)chopf Band 3, Spalte 412 Glufe(n)chopf 3,412

Glufe(n)chüssi

Idiotikon

Glufe(n)chüssi Band 3, Spalte 530 Glufe(n)chüssi 3,530

Glufe(n)spitz

Idiotikon

Glufe(n)spitz Band 10, Spalte 692 Glufe(n)spitz 10,692

Glufe(n)stettli(n) N

Idiotikon

Glufe(n)stettli(n) N. Band 11, Spalte 1728 Glufe(n)stettli(n) N. 11,1728

Glufe(n)stock

Idiotikon

Glufe(n)stock Band 10, Spalte 1723 Glufe(n)stock 10,1723

glufenbett

DWB

glufe·n·bett

glufenbett , n. , für einen platz in der hölle Fischer schwäb. 3, 718 , vgl. gufenbett, dazu guffenbettle Martin-Lienhart elsäss. 2, 113 b .…

glufenbüchslein

DWB

glufe·n·buechslein

glufenbüchslein , n. , aciarium Stieler 676 , bostolino da spille Kramer teutsch-ital. 1 (1700) 543 c ; vgl. gufenbüchsli Staub-Tobler schwe…

glufenhafen

DWB

glufe·n·hafen

glufenhafen , m. , glufenhäflein, n., für einen platz in der hölle Fischer 3, 718 zu hafen ' gefäsz ': die armen seelen in der hölle, die au…

glufenkissen

DWB

glufe·n·kissen

glufenkissen , -kiszlein , n. , ' nadelkissen ' Fischer 3, 718 , auch scherzhaft wie glufenhäflein ebda; glufenküsslein culcinetto da spilla…

glufenknopf

DWB

glufe·n·knopf

glufenknopf , m. , aciculae nodulus Schönsleder prompt. (1647) x 2 c ; zufrühest belegbar bei Rösch v. Geroldshausen (1560) , s. unter glufe…

glufenkopf

DWB

glufe·n·kopf

glufenkopf , m. , dasselbe wie das vorige, aciculae nodulus Stieler 676 , in älterer zeit wohl nicht gebräuchlich, für die heutige mundart v…

glufenmacher

DWB

glufe·n·macher

glufenmacher , m. , acicularius Schönsleder prompt. (1647) x 2 c : het glufemacher mit guetm fueg messinge drät on gelt genueg, thäten sich …

Glufenschisser

PfWB

glufe·n·schisser

Glufen-schisser m. : 1. = PfWB Glufe 2, Glufeschisseʳ [Spey BZ-Dernb ]; vgl. PfWB Gofenschisser 1. — 2. 'das Spinnentier Wasserläufer' [ SP-…

glufenspitz

DWB

glufe·n·spitz

glufenspitz , m. , ' spitze einer stecknadel ' Fischer 3, 718 ; glofaspetz Tobler appenzell. sprachsch. 225 a ; vgl. gufenspitz, dazu Martin…

Glufenstecher

PfWB

glufe·n·stecher

Glufen-stecher m. : = PfWB Glufenschisser 1, -stecheʳ [ SP-Ottstdt ]; vgl. PfWB Gofenstecher .

glufereⁿ

Idiotikon

glufereⁿ Band 2, Spalte 609 glufereⁿ 2,609

Glufeⁿtingel

Idiotikon

Glufeⁿtingel Band 13, Spalte 591 Glufeⁿtingel 13,591