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knutschen

nhd. bis spez. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
9 in 8 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

knutschen

Bd. 11, Sp. 1529
knutschen, knütschen, quetschen u. ä. 11) knütschen, mit umlaut, früher auch knützschen. 1@aa) drückend quetschen, zerquetschen, zermalmen: wann man ein narren knützschet klein, als man den pfeffer duot im stein (mörser), und stiesz in dar inn joch (sogar) lang jor, so blib er doch ein narr als vor. Brant narr. 67, 59; das uns die felsen an das schiff zuo beiden seiten gent (geben) ein büff und knützschen das so gar zuo trymmen. 108, 33; da hiesz der richter Euphemiam über sich aufziehen zwischen vier stein, die solten sie zusammen knütschen. heiligenleben Augsb. 1472 196b; drucken und knütschen. Keisersb. bilg. 209d; die (flöhe) knütsch dann auf dem deller do. Scheit grob. L 4b. von wbb. geben es Dasypodius, knütschen, tundere, zerknütschen conterere, pinsere (kneten), verknütschen, Maaler 246d knütschen, auch Schönsleder u. a.; aber nicht Stieler, Steinbach (nur knitschen, Adelung beide nicht), Rädlein besternt knütschen, knirschen, zerkrümeln, auch Frisch 1, 528c mit stern nur aus Wurstisen: der hagel hat die ziegeldächer ganz zerknütschet. es besteht aber noch schweiz. Stalder 2, 118, das knitschen andrer, besonders md. mundarten mag oft dasselbe in ungenauer aussprache sein. 1@bb) auch schlagen, zerschlagen, wie es scheint im folg.: ihr haut sol sehr hart sein, aus ursach man sie pflegt zu schlagen oder mit einem stecken knütschen vor dem man sie bereitet. Forer fischb. 47a. vgl. Wurstisens zerknütschen u. a. 22) ohne umlaut, schon in mhd. zeit z. b. im md. pass. K. 484, 10 zurknutschen (wo freilich auf das fehlen des umlauts kein verlasz ist): wenn si (die birnen) sidens genung haben, so erknutsch si gar clein mit einem loffel. küchenmeisterei d 2; auch hier wird doch erknütsch gemeint sein, wie löffel. aber es gibt bairisch knutschen Schm. 2, 377, ebenso oberrh., mittelrh., hier aber mit langem vocal knûtschen (Kehrein), und so westerw. knûtsche, auch 'kneten' von weichen dingen Schmidt 82 (auch dat mädchen läszt sich knutsche, es knutscht mich off der brost), in Sachsen, z. b. ein kind knûtschen liebkosend, als wollte mans zerdrücken, ein kleid zusammen knûtschen, verknûtschen, drückend zerknittern (so auch in Frankfurt Malsz Hamp. im eilwagen 18). auch nd. in der Altmark knûtschen neben knautschen Danneil 109b. vgl. alem. knutsch. auch in Waldeck im dem., knutscheln liebkosend drücken. Curtze 478a. 33) die urspr. form ist mit tz statt tsch, wie bei klatschen, knitschen u. a.: des er wart unmâʒen geil (froh, des ihm geschenkten kleides, eines mantels) und knutzteʒ umme sich zuhant. pass. K. 593, 79, genau schon wie man das wort noch heute braucht. ebenso ts bei Keisersberg: uf dieselben fällt der stein und zerknütst sie. post. 21 (Frisch 1, 528c), doch sprach er sicher schon zerknütscht. aber knützen ergibt sich aus knützung: es werdent zeichen an der sunnen ... und auf der erden ein knützung oder gedreng des volkes von dem ungestümigen don des möres. spiegel menschl. behaltnus (1492) 158a, drängendes zerdrücken. noch Schottel 1348 gibt knützen. s. dazu das schweiz gleichbedeutende knotzen, schwäb. knauzen. 44) der ursprung, nach dem schon bei knitschen und knatschen gesucht wurde, ist so unsicher wie dort (s. auch knötschen, knutzen). 4@aa) möglich wäre auch hier eine umstellung aus knüsten (s. knitschen 2, c), möglich auch hier eine entstehung aus dem gleichbedeutenden klutschen, klütschen, nl. klutsen (vgl. unter knatschen 3, b), zumal letzteres bei Kil. auch knutsen heiszt, tundere, contundere, diesz aber auch knodsen das., das sich freilich nebst knodse, knutse f. clava nodosa, fustis wieder auch mit knoten nodus berührt; möglich auch zusammenhang mit kneten (s. d. I, b), das hier mehrmals (Dasypodius unter 1, a, westerw. unter 2) als bed. angegeben wird, wie knauzen auch kneten heiszt. 4@bb) aber unerklärt bleibt da überall das au von knauzen, knautschen, das eigner weise wie md. so auch nd. und oberd. (schweiz.) ist und deshalb weder auf urspr. ou (nd. ô) noch û zurückgehn kann; auch das û von md. nd. knûtschen kann nichts damit zu thun haben, aber diese durchgehende vocaldehnung in dem worte vor einer consonantenhäufung wie tsch ist selbst merkwürdig (s. unter knitschen 2, b). ähnlich steht übrigens knauspern neben knuspern, knaustern neben knostern. 4@cc) dunkel bleibt auch das verhältnis von knatschen 1 und 2, das sich hier wiederholt mit schles., oberlaus. knûtschen verhalten weinen Anton 2, 6. und noch eine bed. bleibt unterzubringen: westerw., mrh. knûtschen und knutzen langsam arbeiten oder thun, drucksen Schmidt 83, Kehrein 238, vgl.knotteln, knotzen.
4641 Zeichen · 104 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    knutschen

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    knutschen , knütschen , quetschen u. ä. 1 1) knütschen, mit umlaut, früher auch knützschen. 1@a a) drückend quetschen, z…

  2. modern
    Dialekt
    knutschen

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    knutsche n [knùtə Str. ] drücken: uf d em Brot h erum k. s. auch knautsche n . — Bayer. 1, 1356. Hess. 210. Eifel. West…

  3. Spezial
    knutschen

    Russ.-Dt. Übers. (de-ru)

    knutschen мять / смять, тискать / стиснуть, комкать / скомкать тискать перен. , разг. , лапать сниж.-разг. , неодобр. , …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit knutschen

6 Bildungen · 2 Erstglied · 1 Zweitglied · 3 Ableitungen

Zerlegung von knutschen 2 Komponenten

knut+schen

knutschen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

knutschen‑ als Erstglied (2 von 2)

knutschen II

RhWB

knutschen II, knütschen das Wort ist Rhfrk, Mosfrk, Rip, Berg in Waldbr , Wippf , Barm , Elbf , Mettm , Sol , Düss , dann SNfrk (selten Self…

knutschen als Zweitglied (1 von 1)

zerknutschen

KöblerMhd

zer·knutschen

zerknutschen , sw. V. nhd. „zerknütschen“, zerquetschen Hw.: s. zerknürsten, zerknürsen, zerknüsen, zerknüsten, zerknisten, zerknutzen, zerk…

Ableitungen von knutschen (3 von 3)

beknutschen

RhWB

be-knutschen: etwas (einen, sich) b., besudeln.

verknutschen

PfWB

ver-knutschen schw. : 1. 'längere Zeit mit den Händen drücken, zerdrücken', ve (r) knotsche (-gnōdšə) [verbr., auch Don Gal], -knoutsche [La…

zerknutschen

KöblerMhd

zerknutschen , sw. V. nhd. „zerknütschen“, zerquetschen Hw.: s. zerknürsten, zerknürsen, zerknüsen, zerknüsten, zerknisten, zerknutzen, zerk…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „knutschen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 13. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/knutschen/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „knutschen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/knutschen/dwb. Abgerufen 13. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „knutschen". lautwandel.de. Zugegriffen 13. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/knutschen/dwb.
BibTeX
@misc{lautwandel_knutschen_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
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