zusammen,
adv. ,
eine westgerm. bildung, welche das gemeingerm. samana,
got. samana,
altnord. saman,
ahd. saman,
ags. samen
verdeutlichte, ahd. zasamane, zisamane, zesamine Graff 6, 36,
mhd. zesamene, zesamne, zesamen
mhd. wb. 2, 2, 46
b; Lexer 3, 1096,
as. tesamne,
mnd. tosamene,
afries. tosamene, tosemine,
fries. tosamene,
nl. tezamen,
ags. tosamne, tosomne.
über das mnd. sind die nord. nachbildungen dän. norw. tilsammen,
schwed. tilsamman
entstanden. von samet, sament,
den weiterbildungen des germ. samaþ,
die im deutschen die bedeutung der ruhe und gesellung bekamen (
s. Krömer
in Paul
u. Braune
s beitr. 39, 435
ff.),
unterschied es sich durch die deutliche richtungsbedeutung: so sêla unde lîchamo zesamine choment unde sament uuonênt, taz heizet animal Notker 1, 199
P. so hat es sammt
verdrängt, s. th. 8, 1753,
wie auch das einfache sammen.
ein anderer ausdruck desselben sinnes hat sich im engl. together
durchgesetzt, mhd. zugater
u. ä. mhd. wb. 1, 489
a; Lexer 3, 1041,
köln. zogader Diefenbach 261
c,
mnd. togadder Schiller-Lübben 2, 4
b,
fries. tegadera Hettema 485,
mnl. nl. tegader,
ags. togadre,
dessen ausbreitung nicht über das md. hinausging. er hängt nicht nur mit dem verb vergatern,
das nur in militärischer anwendung ins hd. übergegangen ist, s. th. 12, 378
ff., sondern auch mit dem subst. gatter
zusammen, es ist bei dem zusammentreiben des viehs in das gatter
des hofes entstanden, vgl. th. 4, 1, 1, 1502
ff. auf deutsches gebiet beschränkt ist zuhauf, zuhaufen,
bes. nd. verbreitet und noch üblich tohope,
während es im hd. geschwunden ist, s. o. sp. 452.
schon in mhd. zeit erscheinen die kurzformen zamen, zamme,
die in den obd. mundarten und der zugehörigen frühnhd. literatur vorherschen. mit umlaut zemmen
in der Schweiz und angrenzenden alemannischen gebieten schweizer. id. 7, 911.
die endkürzung von zusammene
zu zusammen
ist allgemein (zusammene
z. b. noch K. Stolle
thür. chr. 15
lit. ver.),
dagegen geht sie nur selten weiter, auch im reim: die fürsten sprechen zam H. Sachs 1, 115
K.; den laimen er wider zam schlug 6, 228
K. gewollt alterthümlich: als sein in dir zusamm gewachsen all unkraut, stacheln, disteln, dorn Tieck 4, 132.
durch gleichlaut entstanden ist zuosambde J. Schlusser
peursch krieg 2,
vgl. nd. to samde.
eine curiose sonderbildung ist zusämmchen: so schlafen wir darin zusämmchen, mein göldnes zuckerlämchen Stieler
Wittekinden E 1
b.
die bedeutung von zusammen
liegt nahe bei den jüngeren fügungen beieinander, beisammen, zueinander,
in denen die zusammensetzung innerlich lockerer ist, woraus sich auch die versuche ergeben, sie von zusammen
zu unterscheiden, s. th. 1, 1367; 1390; 16, 337,
und hier unter V 1.
mundartlich auf mitteldeutschem gebiet ebenso mitsammen,
s. th. 6, 2365.
das gegentheil vonsammen
in der literatur des 17.
jh.s, s. th. 8, 1744
bei sammen
und Stieler 1677.
schles. fursammen
wie zusammen: fursammen passen wir beede sich Holtei
schles. ged. (1858) 100.
seiner herkunft nach bezeichnet zusammen
die richtung mehrerer vorgänge oder eines vielfachen vorganges auf ein ziel, das an sich unbestimmt ist und sich deshalb in mannigfacher weise hat entwickeln können, z. th. von grundbedeutung abliegend. es bestimmt in erster linie das den vorgang bezeichnende verb, sodann verbalsubstantive, wie z. b. zusammenfall, -hang, -lese
u. ä., bes. solche auf -ung.
die innere verbindung mit dem adv. wird um so enger, je mehr die verbindung auf besondere verhältnisse angewendet wird und in diesen anwendungen fest wird, bes. in abstracten verwendungen. diese haben sich bes. im 17.
jh. ausgedehnt, z. th. unter anschlusz an lat. und später franz. wörter mit con-, com-.
das beginnt mit den frühesten wörterverzeichnissen, so dasz die lexikalische erwähnung einer bildung mit zusammen
nicht immer ein beleg für das wirkliche vorkommen in der sprache ist. so beruht die verbindung zusammenfuyegen
vel slinden
voc. ex quo (
Eltvil 1472)
auf der alten glossierung conglutinare coniungere. ähnlich sind in den vocabularien bei Diefenbach
für den zweck übersetzt: coadunare durch zusammeneinigen,
consopire durch zusammenschlummern,
constringere, contorquere durch zusammendrücken,
convivare durch zusammenzehren 128
c; 136
b; 144
c; 145
b; 147
b; 149
b,
so auch conclaudo durch zusammenverschlieszen Frisius 281
a. Stieler
bringt zusammenlenken
mit conflectere zusammen 1147,
und Xylander
übersetzt confugerant: denen so in das schloss zusammen geflohen waren
Polybius (1574) 248.
deutlich ist der einflusz der lat.-franz. vorbilder bes. bei zusammensetzen, -stellen,
ohne dasz er der sprache gewalt thäte. auffällig dagegen ist zusammenschwören, -verschwören
nach coniurare, conspirare, was sich ziemlich lange gehalten hat, wie auch die übersetzung coniurati zusammenverpflichte Hulsius 2, 101
b, die zusamen geschwornen Gryphius
trauerspiele 18
P. wie zurück
wird heute zusammen
mit dem anschlieszenden verb in der schreibung vereinigt, auch wo der sinn trennung verlangen würde, wie in den unter V
behandelten fällen. sachlich falsch ist z. b. gedruckt: den ... donnerstag, wo wir die tour zusammenmachten Fontane I 1, 379. II.
die richtung auf ein gemeinsames ziel. I@11)
rein räumlich: wann ez ere, erbe und eigen anget, so mussen die lantsiedele alle z.
weisth. 6, 12;
compluvium ein ort, da sich das rägenwasser von vielen tächern samlet und zuosamen laufft Frisius 271
a; dann tretten beyd parthey ein mit ihren beystendern, yede part auff ein seyten zusam H. Sachs 2, 15
K.; da sollen sie (
die brautleute) dicht zusammen treten, wann sie sich trauen lassen Chr. Weise
erznarren 126
ndr.; das bandt langt nicht z. Stieler 1069; so vermehren sich die strahlen der ränder, und diese strahlen reichen endlich z. Göthe II 5, 1, 204
W.; da man sich zum zweiten tanze zusammengestellt hatte Stifter 3, 229; zum theil willig und freundlich, zum theil nur langsam und murrend rückten die männer z. G. Keller 6, 364.
solche verbindungen sind: zusammenbringen,
-eilen, -fallen, -flieszen, -flöszen,
-fluten, -gieszen,
-langen, -laufen,
-münden, -reichen, -rieseln, -rinnen,
-schlämmen, -schwellen, -schwemmen usw. so kann es auch scheinbar so viel wie von einander
bedeuten: die kurtzen meilen, so wir zuosamen haben Wickram 2, 119
B. in allen diesen entspricht dem eintritt und der herstellung eines zustandes die betont perfective verwendung. in gewissen fällen aber bezeichnet zusammen
gerade einen allmählichen übergang und wird dann durativ gebraucht: von drauszen drang der duft der lindenblüten ins gemach herein und quoll mit den feierlichen schwingungen der töne z. Ferd. v. Saar
s. w. (1908) 7, 37,
s. zusammenflieszen, -gehen, -schwimmen.
ähnlich zusammendämmern, -dunkeln. I@22) zusammen
bezeichnet die versammlung des zerstreuten und die vermehrung der menge. z.
berührt sich darin mit zuhaufen: indes fodderte er sein kriegsvolck alles z.
Judith 3, 12; sie kauffen ander orten woll
z. B. Schupp
schr. (1663) 751; was für gebirgsarten in
M. zusammengeklopft worden, ist nicht auszusprechen Göthe IV 36, 98
W.; Hänsel und Gretel trugen reisig z., einen kleinen berg hoch
khm. 1, 51; ich fing z., wessen ich habhaft werden konnte G. Keller 1, 99; am wiesenraine rechen zwei ... knaben gemähtes futter z. Rosegger III 1, 85.
in dieser art: zusammenernten, -fegen, -fischen, -flocken, -harken, -häufeln, -häufen, -klauben,
-läppern, -lesen,
-mähen, -pochen, -sacken, -sammeln (
mhd. -samenen),
-schaufeln, -schichten, -schleifen, -schippen, -schleppen, -schobern, -tragen,
-wälzen, -zetteln, -zetten. I@2@aa)
mannigfach auf geld und gut bezogen: sie haben das geld zusammengestoppelt und den arbeitern gegeben
2. kön. 22, 9; in unsern sachen sind wir klug, wie wir geld und gut zusammenscharren Luther 14, 8
Erl.; sie müste viel geld zusammengekratzt haben Grimmelshausen 2, 335
Keller; wenn er nur zu arbeiten scheint, um ungeheuere geldsummen zusammenzuschlagen Göthe
gespr. 4, 399
B.; auch die zerlumptesten ... unter diesen hatten soviel zusammengefochten, dasz sie ein billet lösen können Holtei
erz. schr. 20, 27.
ähnlich zusammenbetteln, -borgen, -darben, -erben, -fechten, -gaunern, -hamstern, -haspeln,
-kargen, -klauben,
-klauen, -knappen, -knausern, -leihen, -mausen, -raffen,
-ramschen, -rappen, -raspen, -ratzen, -rauben, -schaben, -schachern, -schinden, -schrapen, -schuften, -stehlen. I@2@bb) zusammen
bezeichnet eine zählbare menge: vir (
für) machen und abgang dut die sum zusamen 27 gulden mynder ein ort
privatbr. d. mittelalters 1, 78
St.; addir (
addiere) zusammen die zwo figuren A. Riese
rechenb. (1581) 12
a; thuen zuesamben 258 858 thl.
acta publ. 1, 38
P.; das einfältige zusammenzehlen wird additio genennet A. Reyher
arithmetica in zschr. f. dtsche wortforsch. 14.
beih. 80; hätte man, was ... der hausraum zu grosz war und um was die ... treppe ... sich zu lang und zu breit machte, zusammennehmen können O. Ludwig 2, 306
E. Schm. I@2@cc)
geld zu einem gemeinsamen zweck: es war auch noch der brauch nit, das man gelt zusamen schosz und wein holen liesz Mathesius
w. 2, 269.
ebenso zusammenlegen, -steuern, -thun. I@33)
das zusammen
wird zur einheit, die aneinander und zusammenhält: so nimb schnell bchsenpulver und feucht es an mit gebrentem wein, dasz es sich ballen läszt, dann walg und balg es z. Fronsperger
kriegsb. (1573) 2, 205
b; dann will ich sie zuosam in ein faust fassen Joh. Nas
antipap. eins u. hundert 3, 260
b; hinten am stralen wAechset ihm der horn auch gar z.
M. Böhme
roszartzney (1618) 65; wer eysen, holtz, kalck, sand und leim z. schweist, der macht kein einigkeit Lehmann
floril. pol. (1662) 1, 187; sie haben die ... eigenschaft, dasz sie z. vermischt eine dritte farbe hervorbringen Göthe II 5, 1, 17
W.; ich halte es alles z., bis sie wieder kommen
schr. d. Göthe
ges. 34, 339.
hierher zusammenarbeiten, -backen, -ballen,
-batschen, -binden,
-bosseln, -bündeln, -drechseln, -fangen, -fassen, -flechten, -fügen,
-gruppieren, -haften, -heften,
-heilen, -jochen, -klammern, -klittern, -knüpfen, -ordnen, -paaren, -packen,
-reihen, -reimen, -schieben,
-schlingen, -wachsen.
wörter, deren zweiter theil das werkzeug oder den werkstoff oder die arbeitsart anzeigt: zusammenbügeln, -bürsten, -döbeln, -dübeln, -fädeln, -flicken,
-gabeln, -graben, -hämmern, -häkeln, -kitten, -kleben,
-kleistern, -klittern, -knoten, -koppeln, -leimen, -löthen, -mörteln, -nageln, -nähen,
-riemen, -schirren, -seilen, -stricken. ferner handwerkswörter bes. des zimmermanns: zusammenblatten, -bolzen, -blocken, -dippeln, -keilen, -latten, -nuten, -passen, -schlitzen, -schürzen,
-spunden, -täfeln; anderer gewerbe: zusammen
nieten, -schmieden, -schweiszen, -fritten,
-gautschen (
papierherstellung),
-wimmern (
bergbau)
u. a. m. I@44)
in den letztgenannten tritt mehr und mehr die bedeutung des zurechtmachens und herstellens hervor, die überwiegt, wo verschiedene bestandtheile oder zuthaten benutzt werden: und wer es recht zusammenkneipt, zusammenbraut, etymologisch hin und her sich zu bewegen lust hat, ist der rechte mann Göthe 15, 2, 234
W. so zusammenbauen, -flicken,
-formen, -klopfen, -nähen,
-plätten, -putzen, -schneiden, -schneidern, -schrötern, -steppen, -sticken, ferner bei genusz- und arzneimitteln: zusammenbrauen, -brühen, -buttern, -keltern, -kneten, -kochen, -mengen, -mischen, -quirlen,
-reiben, -rösten, -schmoren, -seigen. weiter, wo die dem gegenstand zu gebende gestalt angedeutet wird: zusammenballen, -runden, -schichten, -sintern, -spitzen, -walzen
und schlieszlich viele verben mit ver-: zusammenverbinden,
-vereinen, -vereinigen, -vergattern, -vermengen, -vermischen, -verordnen, -versammeln, -verschreiben, -verweben, s. auch unten bei 5 b.
gern übertragen auf die herstellung von schriftwerken aus verschiedenen quellen und vorlagen: under dem als ich zusamen geklaubt hab dise samlung der ... chroniken Ulr. Füetrer
bayer. chr. 186
Sp.; so hab ... ich dieses kleine büchlein ... einfaltig zusammenschreiben wollen Moscherosch
insomnis cura 12
ndr.; wie des Virgili sinn sich hab so hoch geschwungen und durch des himmels feld, durch erd und meer gedrungen, und so ein schon gedicht zusammen aufgebaut Zinkgref
auserles. ged. 45
ndr. I@55)
auf menschen bezogen wird das beieinander zum gemeinsamen sein und thun. I@5@aa) das sie sich nicht kunden zusammen unter eynen propheten geben Luther 34, 2, 149
W.; der künig ... versamlet sein volck eilens z. Wickram 2, 410
B.; alt und alt, jung und jung zusammen schalt Lehmann
floril. polit. (1662) 3, 21; ain ersame tyrollische landtschafft zusamen wissen lassen (
zusammenberufen) v. Brandis
landeshauptleute v. Tirol 53; die ärzte ..., die während der nacht zusammengeholt wurden, gaben wenig hoffnung für sein leben Holtei
erz. schr. 20, 219; scheu pfiff er seinem hunde und trieb eilig die schafe z. Viebig
schlafende heer 1, 44. I@5@bb)
von verlobung und ehe: zartes min kint, das minniclich lieb gemahel ich dir hút und gib úch zwei zuosamen Seuse 483
B.; das man und weib zusammen mussen und das kind so lang aufziehen Luther 19, 497
W.; mit den händen gibt man die leut zusammen, mit füszen lauffen sie von einander Lehmann
floril. polit. (1662) 1, 159; wenn zwey sich z. verehlichen, so ist die erste sorg, wie sie sich wollen ernehren 2, 554; was die natur zusammenfügt, kann der staat nicht scheiden Hippel
über die ehe (1793) 107.
ähnlich zusammengeben, -trauen, -verloben,
-verheiraten, -vermählen, -versprechen, -vertrauen. I@5@cc)
allgemein vom verhältnis unter menschen: freundschaft wol zesamen haben und halten Frisius 84
a; leute, die ... zusammen in eine so nahe blutsfreundschaft treten wollen Grimmelshausen 2, 345
Keller; ein freystaat ist nur solange glücklich, als seine herscher ... durch keine andre bande zusammen verknüpft werden, als durch das allgemeine beste A. v. Haller
Usong (1771) 59.
hierher eine menge von verbindungen: zusammenbannen, -berufen,
-bescheiden, -beschicken, -beschreiben, -bestellen, -betagen, -bieten, -bitten, -blasen, -bringen, -geben,
-einen, -einigen, -fordern, -freunden, -führen,
-gesellen, -gewöhnen,
-heischen, -helfen, -holen,
-jochen, -jagen, -klingeln, -laden, -läuten,
-locken, -mahnen, -paaren,
-pflichten, -rotten,
-schellen, -scheuchen, -zetern. I@66)
als ein zusammengehen
wird auch das festwerden von flüssigkeiten angesehen, s. zusammenbacken, -frieren, -gefrieren: zusammenrinnen
coagulare Stieler 1612; die milch läuft zusammen (
in Wien, Berlin, Westpreuszen) Hügel 197; Brendicke 196, fährt zusammen Albrecht 242
a.
s. zusammengehen. I@77)
zeitlich zugleich: auch hat man hier keinen kummer ... darüber, dasz oft sonntag und aposteltag zusammenfallen Jean Paul 3, 121
H. bes. von dem was das ohr wahrnimmt: zusammenerklingen, -erschallen, -ertönen, -fiedeln, -geigen, -lauten, -läuten,
-schallen. daraus ergeben sich mancherlei ausdrücke für übereinstimmen: dogede unde undogede mogen nicht tosamen Tunnicius
nr. 833
H.; zween narren in einem haus dienen nicht z. Lehmann
floril. polit. (1662) 2, 551; frag und antwort sollen zusammenstimmen 1, 223; darumb reimet sich ablasz und Christus verdienst z. wie das leben und der tod Luther 7, 401
W.; doch wer wolt glauben disen gecken, weil sie oft in geringen dingen gar hAeszlich grob zusamen klingen? Fischart
praktik 30
ndr.; ohne sich zu bekümmern, ob unsere worte zusammenklappen Lessing 23, 128
M. ebenso zusammengehören,
-hellen, -klingen, -lauten, -passen, (sich) zusammenschicken, -stimmen, -tönen,
-willigen. IIII.
in die ruhe übergehend, wird das zusammen
zum aneinander
und nebeneinander. II@11)
im eigentlichen sinne: auch weisen sie zu recht, dasz das dorf H. und die statt
M. märker (
s. th. 6, 1637) zusammen seien
weisth. 6, 13;
scribere anguste dichte zusammenschreiben
nomencl. hamb. (1634) 296; zwei landstrichen, die, wie nahe sie auch zusammengrenzen, doch ... in allem so von einander abweichen Allmers
marschenb. 1/2, 25; kann ein staat daran denken, sich eine nation zu erziehen ... wenn sein gebiet nicht zusammenliegt? Lagarde
dtsche schr. 44.
übertragen auf das, was in gedanken nahe beieinander liegt: liebe und tod grenzen überall z. Hippel
lebensläufe (1778) 1, 225.
ebenso zusammenbauen, -hangen, -hängen, -henken,
-lagern, -legen,
-pflanzen, -säen, auch -ketten, -seilen. II@22)
das nebeneinander
geht über in das gegeneinander: mit den henden zusamenclopffen
voc. theut. (1482) v 4
b; die hände zusammenschlagen Stieler 1826; sie wenden sich mit den gesichtern z. 2500; wenn die wällen zesamen fahrend Frisius 48
b.
von feindlichem angriff: und dô sî mit der dîte itzund zusamin soldin slân, secht, dô wante sich hindan zegelîchin an dî vlucht al dî heidenische trucht Nic. v. Jeroschin 4943
Str.; die zwen ... helden mit ingelegten ... speren zusamen ranten Wickram 1, 347
B.; der zeug laufft zusamen, ye einer wider den anderen Frisius 679
b. II@33) zusammen
bezieht sich auf das feindliche oder freundliche verhältnis zwischen personen: dorumme sullen wir keynen unwillen noch ergerunge zusampne haben
lehnsurkunden Schlesiens 2, 47 (1421); das sich ... zwey eheleut nicht lieb zusamen haben Luther 34, 1, 62
W.; wir habend alte kundschaft zesamen Frisius 1418
b; (
sie) habend einen groszen hasz zesamen 568
a; fortdauernde ... wohlfahrt würde uns ... eher z. entzweyen, als verbinden Kretschmann
s. w. (1784
ff.) 5, 165; ich musz euch doch zusammen verständigen Lessing 3, 128
M.; wir standen aufs beste z. Göthe 22, 265
W.; allen verdrusz, den wir z. haben, mache ich IV 1, 157
W. II@44) zusammen
geht ganz in das gegenseitige verhalten über: derhalben, als sie sah von weyte der statt spitzen, sie (
d. gesellschaft) sich sehr freute, und sprach alsbald zusamen do: ein guots stück wegs sind wir nun fro Fischart
glückh. schiff v. 483
ndr.; also saget auch zusammen: ich bin dein, und du bist mein Chr. Weise
der grün. jugend überfl. gedanken 119
ndr.; in der liebe zusammenwechseln
mutuo se diligere Stieler 2526; wie über einen flusz hinüber ... zwey feindliche vorposten sich ... z. besprechen Göthe 21, 285
W. II@55)
desgleichen auch von unpersönlichen beziehungen: wie nomen und verbum nach ordnung der grammatica zuosamen reguliert solten werden Eberlin v. Günzburg 1, 57
ndr.; festzuhalten, dasz die beiden prismatischen bilder ... in keinem verhältnisz z. stehen Göthe II 2, 122
W. IIIIII. zusammen
im ggs. zu auseinander. III@11)
als räumliche veränderung am gegenstand: ein tuch, ein kleid z. falten, -legen; einen brief, ein taschenmesser zusammenlegen Stieler 1117; es verspottet keiner einen hinderwertz, so er die finger gleich wie ein storckenschnabel zuosamengemacht hat Frisius 220
b; wann du ... die hand uber einer flammen dicht zusammenbalgest, so brennets die hart J. B. Porta
natürl. magia (1617) 316; er ... zog die falten seines mantels z. Stifter 1, 23; ich nahm mein gewand gegen den wind z. 2, 242; ich wickelte das zeug z. und verbarg es wieder in der schachtel G. Keller 3, 257.
ebenso zusammenbiegen,
-breisen, -drehen, -falten, -falzen, -fassen,
-gürten, -klappen, -krümmen, -kneifen, -nesteln, -radeln, -reiteln, -röteln,
-schnallen, -stapeln, -stülpen, -wölben, -wulsten. III@22)
von der haltung des körpers: der gedultig krümbt sich z. wie ein igel Lehmann
floril. polit. (1662) 1, 265; das bäumlein musz sich bücken, und sich zusammen drücken Rückert
w. 3, 7.
häufig als part. perf.: ein zusammengewachsener mensch
homo distentus alias krippel Stieler 2405; neben mir, zusammengerollt, ruhte mein hund D. v. Liliencron 2, 203; wie häszlich er hockt zusammengebockt Brentano 6, 328.
in mannigfachen verbindungen: zusammenballen,
-bücken, -ducken, -hotzeln, -kauern,
-knollen, -kringeln, -kugeln, -ringeln, -zwingen.
vielfach mit der vorstellung des zusammenschrumpfens verbunden, s. u. bei IV 1. III@33)
die vorstellung der ordnung wie beim zusammenlegen
u. ä. wird erweitert: beim zusammensäubern ... der massen bedient man sich des bergtrogs Karmarsch-Heeren
3 1, 402; gegen zehn uhr schürte sie die asche am herde z. A. v. Droste-Hülshoff 2, 266.
ähnlich in zusammengliedern, -machen, -ordnen. III@44)
anderseits geht z.
auf das verhalten des leibes bei schreck oder freude: dasz alle zuschauer dieses grausen schauspiels zusammenbebten S. Bernhardi
Evremont (1836) 1, 229; er schütterte z. ...: ein Qu. ein verräther! W. Alexis
Isegrimm 257; sie fuhren ordentlich vor schrecken z. Brentano 5, 159; Friedrich war freudig zusammengefahren, als der vorhang sich plötzlich öffnete Eichendorf 2, 148; das geängstigte, plötzlich von vorn angegriffene reh schlägt z., indem es die richtung wechseln will
dtsche jägerzeit. 1900, 563,
nach zeitschr. f. dtsche wortforsch. 9, 63.
ähnlich zusammenfliegen, -frösteln, -schaudern, -schauern, -schrecken. III@55)
eine ähnliche vorstellung liegt zugrunde in zusammenrütteln
und -schütteln: wie öl und wasser zusammengerüttelt sich im augenblick wieder auseinander sondert Göthe 20, 50
W.; und so wurde die schauerliche last ein wenig zusammengerüttelt W. Raabe
Schüdderump 2, 235; ein schauer schüttelt sie z. H. v. Kleist 2, 152
E. Schm.; die tage vorher so zusammen gerüttelt und geschüttelt, und die nacht auf so weichen betten zu liegen, ohne schlafen zu dürfen C.
F. Weise
lustsp. 3, 133; nicht verborgene winde sollen spalten die adern der erde und der menschen wohnstätte grimmig zum chaos zusammenrütteln W. Hauff
ged. 302.
hieran knüpfen eine reihe von wendungen für einen kräftigen erziehlichen eingriff: einen zusammendonnern, -fuchteln,
-geiszeln, -reiten, -setzen, -stauchen,
-wettern. IVIV.
aus dem zusammen
ergibt sich einerseits die vorstellung der beschränkung im raume, anderseits aus der anschauung des haufens, zu dem etwas zusammengeworfen wird, die der schädigung und des niedersinkens, und weiter der unordnung und des unordentlichen, mangelhaften thuns. von verschiedenem ausgang kommen diese anwendungen in dem begriff des geringschätzigen, herabsetzenden zusammen. die geschichte und die geographische verbreitung dieser verwendungen ist nicht überall deutlich, sie treten als volksüblich fertig in dem schriftlichen gebrauch ans licht, doch s. 4. IV@11) zusammen
von der einschränkung der bewegung und ausdehnung: gleich als warind sie mit ketinen zesamengebunden Frisius 939
b; die hände auf dem rücken zusammenschnüren Stieler 1908; der tag zieht sich zusammen
i. e. nimmt ab 2645; arme leut güter ziehen die füsz zu sich, gehen genau z. Lehmann
floril. polit. (1662) 1, 54; in der sennhütte sahn sie sich wie eine heerde im engen stalle zusammengepfropft L. Meister
br. an freundinnen (1794) 103; wir rücken selbst in unserm hause so z., dasz es beynahe unbequem wird Göthe IV 21, 343
W.; mit andern vögeln darf man sie nicht zusammensperren Brehm 4, 172
P.-L. solche verbindungen sind: zusammendrängen, -drücken,
-engen, -fesseln, -hegen, -kneifen,
-pfrengen, -pressen, -schlieszen, -schneiden, -schranken, stutzen,
ferner die ausdrücke für gerinnen, s. o. I 6,
wozu auch gehören: zusammendörren, -magern, -mürben, -krümpfen, -schnorren, -schrinden, -schrumpfen,
-trocknen. auch in den ausdrücken für das herstellen von genuszmitteln u. ä. macht sich diese bedeutung der räumlichen einschränkung geltend. schlieszlich bleibt unter vollem zurücktreten der raumanschauung nur noch der begriff des wenigerwerdens, s. zusammengehen und -laufen. IV@22)
das zusammen
aus einzelnen, verstreuten dingen ergibt die vorstellung des bunten, unordentlichen, weiter der eiligen, pfuscherhaften arbeit: cento ein gestücklete, zesamen blätzete decke oder kleid Frisius 209
a; ein zesamen geplätzete fründschaft wäret nit lang 1181
a; er (
der canon missae) ist zusamen geflickt als ein bettlers mantel Joh. Bugenhagen
Braunschweiger kirchenordnung (1531) q 3.
eine innerlich nicht zusammengehörige menge von leuten ist von allen gegenden her zusammengelesen, -geschneit, -geweht, -gewürfelt.
von einer eiligen lüderlichen arbeit sagt man zusammenflicken,
-fälschen, -haspeln, -klitschen,
-künsteln, -lumpen, -pappen, -patzen, -pfuschen, -pinseln,
-stümpern, -stöpseln, so z. b.: was hatte nicht die schwäche der ... regierungen da zusammengesündigt Treitschke
hist. u. polit. aufs. 2, 387.
auch zeigt sich diese herabsetzende bedeutung gerne in ausdrücken, die sich auf die herstellung von genuszmitteln beziehen, s. I b,
z. b.: da hast du etwas schönes zusammengekocht,
auch übertragen. ferner in ausdrücken für reden, denken und schreiben: zusammenfaseln, -fluchen, -flunkern, -kaudern, -kohlen, -lügen, -reden,
-schnacken, -schwefeln (
-schwafeln),
-schwärmen, -schwatzen, -waschen; -dichten, -folgern, -grübeln, -spinnen; -drechseln, -drucken, -klecksen,
-kritzeln, -schmieren, -schreiben,
-sudeln. ähnlich: alles, was sie da in Berlin zusammenfiedeln, tuten und streichen H. Seidel
Leberecht Hühnchen 218. IV@33)
besonders ausgeprägt ist die verbindung mit dem dat. des refl.: die sache wird sich ausweisen, wie sie ist, und nicht, wie er sie sich da zusammengeängstelt hat O. Ludwig 1, 296
E. Schm.; und was ein volk zusammen sich gestammelt, musz ewiges gesetz für herz und seele sein Göthe 5, 1, 47
W. IV@44)
aus dem zusammenwerfen auf einen haufen ergibt sich die damit verbundene beschädigung, vernichtung. daher entsteht die bedeutung des schädigens und zerstörens vieler verbindungen mit zusammen: und ein gecher wind ... schluge zesamen die vier winkel des hauses
erste dtsche bibel 7, 149
K. (
Hiob 1, 19); und warf da disch und benck zusamen Scheit
Grobianus v. 2029
ndr.; was ich gesündigt, wenn und wo, das tilgest du zusammen Joh. Röling
bei Fischer-Tümpel 3, 130; unter dem kleinen ... zusammengequetschten hütchen E. Th. A. Hoffmann 14, 160
Gr.; gäste ..., welche alles was sich in dem schlosse befand, umzuwenden anfingen, und schien es, als wolten sie alles zusammenschlagen Brentano 4, 502; das gestübbe, durch zusammenpochen von kohlenklein erzeugt Muspratt
chemie 1, 1562.
derlei verbindungen sind: zusammenboxen, -dreschen,
-fetzen, -geiszeln, -hacken, -hauen,
-knäueln, -kneten, -knicken,
-knittern, -krümeln, -mahlen, -peischen, -reiszen,
-prügeln, -säbeln, -schmeiszen, -schmettern, -sprengen, -stampfen, -walken, -walzen usw. sie sind ungemein verbreitet in den bairischen mundarten, scheinen dagegen dem alem. von haus aus zu fehlen, s. schweizer. id. 7, 911. IV@55)
dem entsprechen die intr. wendungen: wenn vil blätterle (
blattern) zesamen brächend, machend sy ein grosz geschwär Frisius 1396
b; fenster, läden und schornsteine ... brechen ein und stürzen zusammen Göthe 33, 300
W.; wenn schon manchmal die allzusehr ausgespannte seele lieber in sich selbst zusammenfiele und mit einem halben schlaf sich erholte 19, 258
W.; zu einem alten weibe war das lustige mädchen zusammen gealtert Jer. Gotthelf
ges. schr. 3, 235; als ... ich mich täglich in ihrer nähe befand, erhielt meine ganze weisheit einen stosz und fiel zusammen G. Keller 4, 40.
hierzu gehören: zusammenbrechen,
-faulen, -gleiten, -glitschen, -knicken, -krachen,
-magern, -mürben, -poltern, -rumpeln, -sinken, -stürzen,
-tölpeln. VV. zusammen
als adv. dem satz gegenüber, ohne engere verbindung mit dem verb, tritt in die ruhebedeutung über, vgl. II 1. V@11)
an einem orte: denn eyn gantze gemeyne ist nichts anders denn viel heuser zusamen Luther 15, 370
W.; schwäger sind nymmer besser freunde, denn weit von eynander oder selten zusamen J. Agricola 750
t. sprichw. (1534) e 8
b; es stehet nicht fein, dasz eltern mit den kindern zusammenbetten Stieler 137; als ich diese schiffe zusammensah Klinger
n. theater 1, 270; unter leuten, die z. in demselben hause wohnen Knigge
umgang (1798) 2, 185; alles findet sich z. in derselben schublade Göthe IV 28, 32
W.; was Paris köstliches von solchen werken der kunst besitzt, ist hier in wenigen sälen z. eingeschlossen Fr. Schlegel
s. w. 7, 229; da in diesem lande keine männer z. sein konnten, ohne zu spielen G. Keller 5, 23.
von schriftwerken im druck: ob ich nicht ... meine gedichte ... in einem bändchen z. abdrucken lassen wolle? J.
M. Miller
ged. (1783) II
vorbericht; so kam es denn, dasz alle drei jetzt zusammenstehenden gedichte von demselbigen ... gefühl durchdrungen worden Göthe
gespr. 4, 396
B.; (indem) Mozart ... diese sechs quartette z. veröffentlichte O. Jahn
Mozart 4, 83.
in dieser verwendung tritt zusammen
in berührung mit beisammen,
das, als rein räumlich von dem zugleich andere beziehungen ausdrückenden zusammen
unterschieden wird, vgl. Weigand
synonymen 3, 1176; Maasz-Eberhard 6, 222; Sanders 2, 2, 849
c: dasz man die dinge übel z. paaret, die nicht bestimmt sind, sich beysammen zu finden J. J. Dusch
verm. schr. (1758) 112; und doch ist oft nichts natürlicher, als dasz man nicht z. kommt, wenn man so nahe beisammen ist Göthe 31, 34
W.; lasset, freudig überein, als wenn wir beisammen wären, kräftig uns zusammen sein 4, 311
W. V@22)
zu einer zeit: nun beide chör zusam Fischart
Garg. 70
ndr.; zusammenstreichen der geiger Stieler 2204; sehr nachtheilig ist auch das zusammenlernen mehrerer sprachen zu gleicher zeit
allg. dtsche bibl. 114, 247; wenn alle z. reden Göthe 45, 71
W.; horch, die glocken weinen dumpf zusammen Schiller 1, 226
G. s. o. I 7. V@33)
in einer person: (
Jesus) war gott und mensch zusam Ringwaldt
evang. D 3
b. V@44)
räumliches nebeneinander und gemeinschaft des erlebens zugleich, s. den artikel zugleich: V@4@aa)
von personen und lebenden wesen: welche (8
Schlesier) ein schönes chor z. machten
F. Lichtstern
schles. fürstenkrone (1506) 772; die kranchen fliegen bey hauffen und z.
nomencl. hamb. (1634) 147; vögel von einerley federn fliegen gern z. Lehmann
floril. polit. (1662) 1, 350; so gewisz ihr auf erden z. geschritten seid, so gewisz wird euch der todt scheiden
V. Herberger
traurbinden (1611) 1, 294; haben wir nicht z. eine lustige wasserfahrt gemacht? Göthe 23, 4
W.; man weisz gar nicht, was man hat, wenn man z. ist IV 10, 8
W.; du hast uns oft im traum gesehen zusammen zum altare gehen, und dich als frau und mich als mann 1, 45
W.; um zwei uhr kamen die herren, natürlich streitend, aber doch z. vom felde zurück Ebner-Eschenbach 2, 11. alle z., beide z.: ich behaupte ..., dasz ich ein bessrer verächter des geldes bin, als sie alle z. Joh. El. Schlegel
w. 5, 390; Ph. lachte sie alle z. aus Göthe 22, 33
W.; dasz ... beide z. ausriefen: o weh, o weh! Brentano 5, 79. z. mit: das gute B. an der Ilm, wo wir z. mit W. und D. auf so mannigfaltige weise gelebt haben! Göthe IV 27, 7
W. V@4@bb)
im gegensatz zu einzeln: das schwach ist auch z. starck Lehmann
floril. polit. (1662) 3, 35; man verlor sich auseinander, und der einzelne war nicht besser dran als alle z. Göthe 33, 62
W.; den unterschied ... beider schulen, welche z. erst den begriff von einem vollständigen deutschthum zu erwecken im stande sind Göthe 49, 18
W.; staat und kirche stehn und fallen z. Novalis 3, 226
M. V@4@cc)
so auch von gegenständen: weil er (
dieser und jener wein) zusamen muosz in bauch Scheit
Grobianus v. 1769
ndr.; dieselben wörter und silben, welche wäsentlich z. gehören, sollen auch unzerteilt also z. gelaszen und unzertrennet geschriben wärden Bellin
hochdtsche rechtschreib. (1657) 73; (
die kinder) fassen weite pläne, machen grosze anstalten, auch wohl einige versuche, und es bleibt alles z. liegen Göthe 21, 29
W.; auf diese weise bildete also die natur den kelch, dasz sie mehrere blätter ... z. ... verbindet II 6, 44
W.; der heliotrop mit den nelken und jasmin z. ist ein aparter strausz ... für dich Bettine
Günderode 1, 43. V@55)
als ergänzung des prädicats: der wagen (
der Juno) ist z. Herder 3, 151
S.; ich wollte warten, bis es (
das bändchen) ganz zusammen wäre Göthe IV 16, 145
W.; sie (
die masken) haben im guten und bösen immer etwas z. III 1, 260
W.; alle diese güter sollten beide ehegatten zusammen genieszen und besitzen Savigny
gesch. d. röm. rechts 2, 108; wir ... hatten nun ein wichtiges geheimnis z. G. Keller 1, 250; nach vierstündiger arbeit, bei der ich mit schmeichelnder liebenswürdigkeit und klotziger grobheit wechselte, ... hatte ich sie (
die streitenden) z. Bismarck
an s. braut u. gattin 71.
in der jagdsprache: z. haben ... möchte es der leithund gerne, wenn sich bei der vorsuche die fährten von mehr als einem stücke wildpret finden und der hund von einer zur andern fährt Behlen
forst- und jagdk. 6, 551. V@66)
einzelnes zusammengerechnet: dies naturalis ein natürlicher tag, tag und nacht zusahmen Orsäus
nomencl. meth. (1623) 157; das selbige eiland ..., von welchem Plato erzehlet, dasz es ... gröszer als Asien und Africa z. seyn solle Lohenstein
Armin. 1 (1689), 120
a; wenn einer nur das schöne, der andere nur das nützliche befördert, so machen beide z. erst einen menschen aus Göthe 23, 217
W.; z. über 100 lebende nachkommen Moltke 1, 3.
gelegentlich ist schon zusammen '
zusammengerechnet', '
-gefaszt',
z. b. Butschky
hochd. kanzlei 7. VIVI. zusammen
als subst.: wie schön ist das z. des alten neckspieles in Benedikt und Beatrice mit ihrer schmerzlichen teilnahme an Hero! O. Ludwig 5, 231
E. Schm.; an den begriff der störung knüpft sich in der allgemeinen metaphysik der begriff des z. Herbart
w. 5, 454
H.; das z. ist ein vollkommenes zueinander Eisler
wb. d. philos. begr.4 3, 674.
im folgenden werden solche mit zusammen
gebildeten verben aufgeführt, in denen die verschiedenen bedeutungen irgendwie zu tage treten, und die sich besonders lebendig eingeführt haben. auf die mannigfachen verwendungen der substantivierten infinitive und der als adj. gebrauchten partizipien beider art wird nach bedarf rücksicht genommen. die abgeleiteten subst. auf -ung
aufzuzählen ist weder möglich noch thunlich. auch müssen die unerschöpflichen mundartlichen verbalen verbindungen, seien es frühere oder heutige, mit einigen gelegentlichen erwähnungen abgefunden werden.