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schwur

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schwur m.

Bd. 15, Sp. 2765
schwur, m. eid, ableitung von schwören, zuerst nur in zusammensetzung bezeugt, in eitswuor, meinswuor (vgl. Graff 6, 895. mhd. wb. 2, 2, 773b. Lexer mhd. handwb. 1, 2082); ferner in altsächs. antsuôr, erwiderung, aussage vor gericht (vgl. oben unter schwören zu anfang), wenn hier nicht kurzes, in nebentoniger silbe aus a entstandenes o vorliegt; das altnord. bietet vom perf. des starken verbums abgeleitet sœri, n. eid, sœra beschwören, sœrr, adj., was beschworen werden kann, zum schwören geeignet. Lexer mhd. handwb. 2, 1382 belegt swuor aus dem jüng. Titurel: brechen sie den swuorbî irem barte sô sint sie dâ unsinnige. 5873, 4; juramen, schwuor, swore, schwur Dief. 312b; schwr, der, juramentum Maaler 368b; eid, schwur, eidschwur Henisch 821, 20; schwur, eydschwur Hulsius dict. (1616) 294a; vergl. Schottel 1414. Stieler 1976; schwur, plur. schwüre Kramer deutsch-it. dict. (1702) 2, 719b. Steinbach 2, 552. Frisch 2, 252a; Adelung bemerkt, was auch für die neuere sprache gilt, dasz eid und nicht schwur für die feierliche bestätigung einer aussage vor gericht gebraucht wird; doch sage man auch jemanden nicht zum schwure lassen, wenn es sich auch um einen gerichtlichen eid handle. nd. swoor brem. wb. 4, 1129. Dähnert 480b. Danneil 219b; swūr Mi 91a. 11) in älterer sprache, besonders für lästerlichen eid, fluch, verwünschung (vgl.schwören 1, so in Luthers bibelübersetzung): ein greulicher, abscheulicher, grausamer schwur. Kramer deutsch-ital. dict. (1702) 2, 719b; schwüre thun, dasz sich die helle möchte aufthun. 719c; so sol man in erdrencken umbe sine bösen swüre. d. städtechron. 9, 1019, 21; umb sine bösen ungewönlichen swüre die er tet von gotte, die nit ze schribende sint. 1021, 33; das dich botz (damit hat er mermals grosze schwier gethon) schenden müesze. Zimmerische chron.2 1, 504, 32 (vgl. die zusammenstellung solcher lästerlicher betheurungen im register 4, 428); daher trifft uns auch der fluch und schwur, der geschrieben stehet im gesetze Mose. Dan. 9, 11; (gegenstand der verwünschung) der herr setze dich zum fluch und zum schwur unter deinem volck. 4 Mos. 5, 21; das jr zum fluch, zum wunder, schwur und schande werdet. Jer. 42, 18; der zorn stifft vil groszer swuor. Muskatblut 87, 75; die druonkenheit macht swere spil, si stifft ouch groszer swure vil. 91, 22; wer ietz wil seyn eyn redlich knecht und kan die groszen schwier nit recht: — gotz marter, wunden, velten, kreyn — der nympt keyn doppelt solt nit eyn. wen eyn schelm fil fluochens kan, bald welt man in zuo eym houptman. Murner schelmenz. 4, 8 neudruck; gewalt that, gots schwuor ist mein art. Schwartzenberg (1535) 135a; lieszt (ihr) gottes schwuor und füllerey. 143a; (er) lästert trotziglich. ich bin sein spott und schwur. Fleming 1, 10 Lappenberg. 22) in neutralem sinne, feierliche betheuerung, aussage, eidliches versprechen: ein theüwrer schwr. Maaler 368b; ein hoher, falscher schwur. Stieler 1976; heiliger, feierlicher, leiblicher schwur u. ähnl.; ein groszen schwuor thuon. Maaler a. a. o.; schwur thun. Hulsius dict. (1616) 294a; er hat einen schwur getahn. Stieler a. a. o.: einen heftigen schwur thun. Adelung; einen schwur darauf setzen. Campe; mit einem schwure bestättigen, betheuren. Steinbach 2, 552; etwas mit vielen schwüren versichern. Adelung; einen schwur leisten, schwören; zum schwur die hand heben, ihn halten, brechen u. s. w. hohe schwüre haben die lüge vor der thüre. Wander sprichwörterlex. 4, 484; es ist ihm kein schwur an den leib (an den hintern) gebacken, er schwört leichtsinnig. Albrecht 211a; so er aber geschworen hat, hält er den eyd (schwur) festiglich. Comenius sprachenthür übersetzt von Docemius (1657) 834; wil er in güte seinen grausamen schwüren und promessen nicht nachkommen. graf Ehrenfried (1700) 97; schwor ich den heiligsten schwur, ihm bis in den tod getreu zu seyn. Wieland 8, 399 (Danischmend 45); ich soll schwören — einen unwiderruflichen schwur — einen schwur, den ich nicht halten kann. Gotter 3, 39 (1802); (ich will) dir den ehlichen schwur aus der seele pressen. Schiller räuber 3, 1 schauspiel; wenn ich diesen schwur verleze. 4, 5; treuloser, wo sind deine schwüre? 5, 2; nahm sie den schwur an? kab. u. liebe 2, 6; ein schröklicher schwur hat meine zunge gebunden. 5, 1; seinen schwüren mistrauen. schriften 3, 519; ich will keinen schwur von dir, nur deine hand drauf. Alexis hosen des herrn von Bredow12 239; zum leiblichen schwur? Ludwig 2, 172 (1891); bîs in den tod (ruft er) getreu zu bleiben, schwor ich, Amanda, dir, und halte meinen schwur. Wieland Oberon 12, 28; sag' ihr, dasz ich, den heil'gen schwur der treue zu halten, den ich schwor, den feuertod nicht scheue. 30; selbst den schwur, den wir geschworen, flüsterten wir leis' am bach. Boie im Göttinger musenalm. 1774, 211; der monarch schwört einen fürchterlichen schwur. Schiller dom Karlos 1, 2; ja, er ist's, der auch entseelet seinem heil'gen schwur nicht fehlet. schriften 11, 346; so soll der kaiser sich durch einen heilgen schwur auf seine götter verpflichten, den unglücklichen enthaupten zu lassen. Turandot 1, 1; da ich auf das barbarische gesetz dem furchtbaren Fohi den schwur gethan. 2, 2; Aricia hat sein herz und seine schwüre. Phädra 4, 5; sie schwören sichs mit tausend schwüren, nie sich zu verlassen. 4, 6; allein ein schwur drückt mir die lippen zu. Göthe 2, 117; du muszt dich niemals mit schwur vermessen: von dieser speise will ich nicht essen. 241; schwört den heil'gen schwur der rache! ... unsern hohen schwur der ehren, unsern schwur für's vaterland. Arndt ged. (1860) 231; könntst du mich lassen doch, brechen den schwur so hoch — bis ich vor kummer stürb, liebt ich dich noch. Ludwig 1, 27 (1891). redensart: die sache kommt zum schwur, zur entscheidung, eigentlich zur gerichtlichen durch eid. inhalt, gegenstand des schwörens: der tod des admirals, der tod der ganzen partie in allen grenzen von Frankreich war sein schwur. Schiller 9, 371. 33) ungewöhnlich im sinne von beschwörung: die sonne der vernunft, das auge des gemüttes macht uns zu herrn der welt, zu meistern der natur. der panther dämpft für ihr das schäumen des geblüttes, sie nimmt der schlang' ihr gift durch einen kräft'gen schwur. Lohenstein hyacinthen 23.
6291 Zeichen · 123 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schwur

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Der Schwur , des -es, plur. die Schwüre, von dem Zeitworte schwören, die heftige Betheurung mit Anrufung einer andern Pe…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schwur

    Goethe-Wörterbuch

    Schwur 1 in älterer Bed: Fluch, Verwünschung, Lästerung 1) ; einmal (‘Cellini’ I) als Übs von ital: giuro, im Übergang z…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schwur

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Schwur , s. Eid .

  4. modern
    Dialekt
    Schwurm.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Schwur m. : ' eid ', Schwuʳ (šwūʳ , šwūÄ) [vereinzelt, Müller Dietschw 69 Lambert Penns 148 Krämer Gal 196]; e Sch. able…

  5. Sprichwörter
    Schwur

    Wander (Sprichwörter)

    Schwur 1. Auf die Schwüre der Liebenden (Verliebten) ist nicht viel zu bauen. Span. : Juras del que ama muger, no se han…

  6. Spezial
    Schwurm

    Dt.-Russ. phil. Termini · +1 Parallelbeleg

    Schwur , m клятва , ж

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schwur

38 Bildungen · 30 Erstglied · 7 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von schwur 2 Komponenten

sch+wur

schwur setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schwur‑ als Erstglied (30 von 30)

schwurbank

DWB

schwur·bank

schwurbank , f. bank der geschworenen beim schwurgericht. Auerbach dorfgesch. 4, 168 .

schwurbel

DWB

schwur·bel

schwurbel , schwürbel , m. ( vgl. schwurbeln , schwürbeln , schwirbeln , sich verwirrend drehen, wirbeln ): der schwirbel, schwurbel, das ge…

schwurbeln

DWB

schwurbeln , schwürbeln , verb. neben schwirbeln ( sp. 2714): schwirbeln, schwurbeln, schwindlig im kopfe werden, taumeln, in ohnmacht falle…

schwurblig

DWB

schwurblig , schwurbelig , adj. wirbelnd, verwirrt, taumlig, schwindlig ( vergl. das vorhergehende und schwirbelig sp. 2714): es wird einem …

schwurbruch

DWB

schwur·bruch

schwurbruch , m. verletzung des eides; hierzu schwurbrüchig, adj.: schwurbrüchig werden, seinen eid verletzen; schwurbrüchigkeit, f. Campe.

Schwurbrüchig

Campe

schwur·bruechig

Schwurbrüchig , adj . u. adv . (R.) seinen Schwur, sein durch einen Schwur bekräftigtes Versprechen brechend, nicht erfüllend. Ein schwurbrü…

schwurbrüchig

DRW

schwur·brüchig

schwurbrüchig, adj. eidbrüchig aidtsuergessener, glübdt- vnd schwurbruͤchiger feindt A. Albertinus, Der Kriegßleut Weckuhr I (München 1601) …

schwurbühne

DWB

schwur·buehne

schwurbühne , f. erhöhte stelle, auf der ein feierlicher eid, z. b. huldigungseid geleistet wird: die ritterschaft, die geistlichkeit und di…

schwurfeⁿ

Idiotikon

schwurfeⁿ Band 9, Spalte 2153 schwurfeⁿ 9,2153

schwurfinger

DWB

schwur·finger

schwurfinger , m. die drei finger der rechten hand, die man beim eide aufwärts streckt ( daum, zeige- und mittelfinger ), oder auflegt z. b.…

Schwurfrevel

DRW

schwur·frevel

Schwurfrevel, m. Geldstrafe für Schwüre (II) amptmann soll ... strafen ... mit dem schwur- oder spilfrevell, mit gefengknus 1502 WürtLändlRQ…

schwurgenosse

DWB

schwur·genosse

schwurgenosse , m. einer, der durch gemeinsamen eid mit einem oder mehreren andern sich bindet, besonders im plur.: wo seine ( des kaufmanns…

schwurgericht

DWB

schwur·gericht

schwurgericht , n. gericht, bei dem das urtheil durch ein collegium von laien gefunden wird, die sich durch einen richtereid binden; besonde…

schwurgesell

DWB

schwur·gesell

schwurgesell , m. , wie schwurgenosse: schwurgesellschaft, f.: der groszen schwurgesellschaften ..., welche dem deutschen das privatleben ei…

schwurhand

DWB

schwur·hand

schwurhand , f. die rechte, die bei eid erhoben oder aufgelegt wird ( z. b. auf die bibel ); der meineidige büszte im deutschen recht seine …

schwurmeln

DWB

schwurm·eln

schwurmeln , verb. verwirrt sich durcheinander bewegen, taumlig sein u. ähnl.: si warn gleich im schwurmeln, wolten gleich, wo es nit besser…

schwurmen

DWB

schwur·men

schwurmen , schwürmen , verb. sich durcheinander wirrend bewegen, im schwarm fahren, ziellos schweifen, grassari, bacchari u. ähnl., vergl. …

schwurschwur

DWB

schwur·schwur

schwurschwur , m. die tautologische composition von eidschwur bezeichnend: einen gedruckten eidschwur (d. h. schwurschwur). J. Paul Hesp. 3,…

schwurständer

DWB

schwur·staender

schwurständer , m. mit religiösen symbolen ( crucifix u. ähnl. ) ausgezeichnetes gestell, auf das beim eide die schwurhand gelegt wurde.

Schwursteine

Meyers

schwur·steine

Schwursteine , in den germanischen Ländern Nord- und Westeuropas nicht seltene, vereinzelt daliegende oder auch von Menschenhand aufgerichte…

schwurverein

DWB

schwur·verein

schwurverein , m. , wie schwurgenossenschaft, -gesellschaft: aber dennoch erstarken die Deutschen in zahlreichen schwurvereinen durch handwe…

schwurvergessen

DWB

schwur·vergessen

schwurvergessen , adj. seines eides uneingedenk, als neue bildung der poetischen sprache bei Campe bezeichnet und belegt: denn Priam hat so …

schwurzeuge

DWB

schwur·zeuge

schwurzeuge , m. 1 1) zeuge bei einer eidesleistung; so sandten früher bei proceszhandlungen die parteien vertreter, zeugen, wenn von seiten…

schwur als Zweitglied (7 von 7)

Achtschwur

DRW

acht·schwur

Achtschwur untechnisch, für das "in die ¹Acht schwören" vgl. schwören (II 2) 1663 Schottel 473 Faksimile 1732 Zedler I 345 Faksimile 1741 He…

eidschwur

DWB

eid·schwur

eidschwur , m. sacramentum. Dasyp. 322 c . Maaler 122 c , ein pleonasmus, da eid und schwur schon dasselbe aussagen: tödten dürfe die schlan…

Hausschwur

Wander

haus·schwur

Hausschwur Hausschwur soll man verhalten, nicht halten. – Lehmann, 373, 153.

Mädchenschwur

Wander

maedchen·schwur

Mädchenschwur Mädchenschwür' und Spreu sind Dinge einerlei. Lat. : Verba puellarum foliis leviora caducis. ( Ovid. ) ( Binder II, 3504; Phil…

treuschwur

DWB

treu·schwur

treuschwur , m. , aus rhythmischen gründen auch treueschwur, gegenüber treueid das allgemeinere, meist auch pathetisch betonte wort: ihr tre…

weiberschwur

DWB

weib·er·schwur

weiberschwur , m. Heine 1, 70 Elster, antwort auf Schillers männerschwur th. 6, 1576.

Ableitungen von schwur (1 von 1)

beschwur

DWB

beschwur , m. obsecratio: meine feierlichste bitte, mein beschwur. Hippel lebensl. 4, 335 . nach schwur gebildet und ungebraucht.

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APA
Cotta, M. (2026). „schwur". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schwur/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „schwur". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schwur/dwb. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „schwur". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schwur/dwb.
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