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krume

mhd. bis sprichw. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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14 in 13 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

krume

Bd. 11, Sp. 2438
krume , f. mica. 11) formen, heimat, herkunft. 1@aa) seine heimat ist das md. gebiet, mhd. ist es nicht, wie noch jetzt nicht oberd.: frusta cujus rei, crumene, minutie. gl. Jun. 308 Nyerup, mittelrh. 11. jh., mit merkw. pl. md. 14. jh. krume: di welfer (jungen hunde) eʒʒent ouch von den krumen, di vallent von dem tische irer herren. Matth. 15, 27, Haupt 9, 275; ouch di welfer under dem tische eʒʒent von den krumen der kindere. Marc. 7, 28, das. 293, bei Luther das oberd. brosamlen, brosamen, wie schon in Beheims md. evang. brosmen (goth. drauhsna f.). am Mittelrhein z. b. bildet der Taunus die grenze der beiden wörter, nördl. davon gilt krume, südl. brusem (Kehrein Nassau 1, 248). aber auch der Schlesier Steinbach kennt es nicht, grum (s. u. d) ist ihm ein schwäbisches wort. 1@bb) aber schon in der ags. übersetzung der evang. crume f. (Ettm. 401), noch engl. crum, crumb brotkrume u. ä., altengl. crume, crumme, crome, cromme Stratm. 127; eigen schottisch crumch in Banffshire, 'diminutive of crum' (transact. of the phil. soc. 1866 2, 33), vgl. das rhein. krutch kleine kröte sp. 2415 (g). mit andrem vocal engl. dial. crim a small portion of anything, vgl. crimme to crumble bread (krümeln) Halliw. 280a. 1@cc) nd. kröme br. wb. 2, 878, Schütze 2, 352, ostfr. krööm Stürenb. 125a; aber auch ohne umlaut krôm Danneil 118a (neben krömen krümeln), kraume f. Schambach 111b, wie westf. Kuhns zeitschr. 2, 209. der umlaut könnte erst von krömen stammen; mnd. krome, croume mica Dief. n. gl. 253a, wie bei Chytr. krome (s. 2, a). Dagegen nl. kruim f. brotkrume, wie kruimel f. krümchen, bei Kil. kruyme medulla panis, mica, was auf vorgängiges crûme hinweist, wol unterschieden von dem altmd. krŭme, das dem nhd. krûme zu grunde liegt. Auchn. krumme und krume, schwed. dial. krumme, kromme m., krumma f. Rietz 353b, der auch altschwed. kruma f., pl. krumona von brotkrumen belegt; aber das möchte doch entlehnt sein, es fehlt norw., isl., altn. (krumr saft ist verschieden, s. unter e, β). [] 1@dd) nebenformen. ein mrh. voc. gibt grumme mica (vgl.krümmele unter krümel 1, krümmeln unter krümeln 1) Dief. 360b, mehrere nrh. krome das., neben krume, vgl.kromeln (Lpz. 1501) unter krümeln 1; das -mm soll nur die festgehaltene kürze bezeichnen (wie in den nord. formen unter c), grume schreiben auch Henisch 516, Schmotther 2, 363, Rädlein, Wachter 618, Frisch 1, 378a, grum Steinb. 1, 648, brotgrümel Lessing 1, 330, man dachte an lat. grumus (s. Wachter)! auch krome erscheint bei schriftstellern: wann er nun vermeinte, dasz das brot gar genug, so ward die rinde .. davon genommen, die kromen aber also heisz, wie sie aus dem ofen kommen, in die grosze gläserne kolbe geworfen. Rist thorheit 246; s. auch krömichen gleich krümchen, krommen u. krumen 1, also auch kromme. noch livl. krome, pl. krömer Hupel 129, ob von einem neutr.? ein masc. kommt in Hessen vor (vgl. das schwed. m. unter c): asz heut noch keinen krumen, und, herr, mich hungert sehr. Helmer prinz Rosa-Stramin 39, s. aachenisch der grömel unter krümel 1. 1@ee) herkunft. 1@e@aα) das ags. scheint den weg zu weisen. schon Wachter 618 brachte aus Somner bei ags. acruman, acrymman friare (zerkrümeln, bei Dief. 247a zerbrosmen), und Ettm. 401 faszt jenes stark, âcrûman âcreám u. s. w., setzt auch crûman friare so an, woraus denn krume sich leicht ergäbe, besonders auch das mnl. crûme begreiflich würde. aber das acruman wird als âcrumman zu fassen sein, gleich dem âcrymman dabei (daher das engl. crimme u. b) aus âcrumjan geworden und erst von crume mica genommen. auch das ags. acrummen in micas fractus in Bensons ausg. des Somner reicht nicht aus, ein crûman zu beweisen. 1@e@bβ) dafür wird es seinen anhalt finden bei dem stamme mit einfachem auslaute, der hinter krimmen (s. d. II, 2, c, vgl. Rietz 353a) versteckt ist und nord. sich noch verrät in isl. kraminn pressus, krami m., auch kröm f. pressio Biörn 1, 474a. 479a, zu altn. kremja pressen, schwed. krama. krume ist ursprünglich wahrscheinlich brotkrume, diese aber wird durch reiben und drücken gewonnen (für suppen z. b., vgl. γ). als bruderwort erweist sich so isländ. krumr m. cremor, flos rei, saft, saftiger kern Biörn 1, 479b (auch kraumr 474b), er wird auch durch drücken gewonnen (vergl. unter klamm 5, b, schwed. krama ut auspressen); dazu schwed. inkrom n. das saftige innere einer frucht, z. b. citrone, auch fülle, in der küchensprache (diesz auch krm n.), was sich der brotkrume nähert in der bed. 2, b; vgl. auch ahd. chrimman u. ä., stopfen sp. 2308 (i), nordengl. crum Hall. 284a. 1@e@gγ) das nl. kruim, crûme weist doch auf andere vocalische ausgestaltung des stammes, vgl. das schwedische krm vorhin. das schmalkald. kräumpel n. krümchen, kräumpelsuppe, mehlsuppe mit geriebenen mehlklümpchen Vilmar kurhess. id. 224 hat nur äu für ö, henneb. krömpele Reinw. 1, 90 (wie ruhlisch krump für kromp krumm Regel 223), s. unter krumpen 1, a, vergl. unter krümel 3. 22) krume in seiner eigentlichen bedeutung. 2@aa) der sing. kommt der natur der sache nach anders kaum vor, als in nicht eine krume, z. b. im hause haben, nicht eine krume verloren gehn lassen u. ä., vgl. krümchen. aber im pl. brotkrumen, semmelkrumen u. ä., vgl. schon unter 1, a: den zustand eines armen schelms, der von brotkrumen und cisternenwasser lebt. Wieland 6, 133. auch in der folg. bed. im pl.: medulla panis, de kromen. Chytraeus cap. 99. 2@bb) die krume sg. heiszt auch kurzweg das ganze weiche innere des brotes im gegensatze zur kruste, rinde, der sing. collectivisch gebraucht wie bei stoffnamen (s. z. b. korn sp. 1814 unten): den alten dienet die krume, den jungen die kruste. Ludwig 1077, wie englisch crumb und crust; (sie buk stets so), dasz kenner ihre kruste und kennerinnen ihre krume vorzogen. J. Paul Siebenk. 1, 99; kruste .. voll schwer roher krume. anh. zum Tit. 2, 9; im .. zu schnell gebackenen brode trennte sich krume von rinde. Göthe 30, 94; der Franzos erschrickt vor jeder schwarzen krume. 72, was denn in den begriff brot überhaupt fast übertritt. 2@cc) so begreift sich krume als stück brotes überhaupt; wenigstens gibt Aler 1246a für krümgen, krümlein, wie Kirsch für krümlein auszer mica, micula auch crustula, d. h. ränftchen, stückchen brot (eig. rinde, wie eben ranft), und so wol im folgenden: hier (am quell) trinkt der baum, hier trinkt die blume ... hier trinkt der hirt bei seiner krume. Voss ged. 1802 2, 230, 1825 3, 179 geändert mit entfernung von krume, das wol eben der anstosz war. so gibt für poln. kromka brotranft (russisch kroma runken brot, auch rand überhaupt, wie niederwendisch [] kschoma) das wb. von Lukaszewski deutsch brotkrume, krume, also in diesem sinne. 33) in weiterer verwendung. 3@aa) auch krumen, krümchen salz u. ä., und wieder in dem zusammenfassenden sinne wie 2, b krume: und wie den göttern wenig weihrauch gnügen mag zum frommen opfer, also bleibt beim tafelfest zuletzt des salzes krume, die man prüfend streut. Göthe 11, 372 (prolog Halle 1811), wie lat. mica salis. 3@bb) ackerkrume, die obere weiche und lockere erde, 'der humus', in landwirtschaftlichem gebrauche: der acker bestellte sich sehr klar und hatte für weizenland ungemein viele krume. Krünitz 54, 133; untergrundspflug, ja das ists, es musz neuer grund an die nährende oberfläche, der sogenannte wilde boden, der unter der schicht der ackerkrume liegt, musz bedachtsam aufgepflügt werden. Auerbach neues leben 2, 11 (1862 2, 5, bildlich von der nation); lang liegt Elis tempel in der erde krume. Immermann Tristan 189. und das ist alt, im westen wie im nordosten, obwol erst Krünitz, Adelung die bed. ins wörterb. einführten und nur mit einem 'es scheinet': dergl. haben auch die scheffen alle fruchtbarliche baume ... und alles was der kroemen entwachsen ... dem herrn abt als rechtem grundherre zugewiesen. weisth. 2, 314, von der Mosel, 15. 16. jh., d. h. alle bäume und ackerfrüchte; et scholen ôch de vorbenômede lûde tuê ôre ... van einen idtliken hâken krume tho gewen schuldich sîn. urkunde des bisch. v. Kurland v. 1341 (s. 42, 178), wie hâken landes (das.), das ackerland selbst krume, nach haken (d. i. pflügen, tagewerken) gemessen. das treffliche bild ist sicher von der brotkrume entnommen. da kommt denn die krume von der krume. 3@cc) einen befremdenden gebrauch geben Krünitz, Adelung aus 'der landwirtschaft des Kurkreises', von der jungen saat, die eben aufgeht: bei der kalten witterung wurde keine krume, viel weniger die geringste bestaudung bemerkt; man fand die in die krume gekommene kornsaat gelbspitzig; bei der ungewöhnlichen wärme im märz fieng die saat an zu leben, oder wie man es nennt, zu krumen. sie trennen es von krume mica, erinnern an grün (mhd. grüejen, niederd. gröjen grünen, wachsen). dennoch gibt vielleicht krume einen anhalt im nl. kruim, bildlich gleich kraft und saft, wie pit, eig. mark, vergl. fläm. kruim Schuerm. 303b; das läszt sich von der brotkrume auf den begriff mark, saft und kraft übertragen denken, es erinnert zugleich an das nord. krumr, inkrom unter 1, e, β. dem nl. kruim entsprechend ergibt sich vielleicht ein nd. kröme aus folg.: es ist ein schlechter gesell, hat aber viel krümen. Schottel 1143b (kröme verhochdeutscht), wol geld.
9319 Zeichen · 292 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    KRÛMEswv.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +4 Parallelbelege

    KRÛME swv.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Krume

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    1. Die Krume , plur. inus. ein in der Landwirthschaft des Churkreises übliches Wort, wo es von dem jungen Getreide auf d…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Krume

    Goethe-Wörterbuch

    Krume 1 das (weiche) Innere des Brotes, auch iUz ‘Kruste’, ‘Rinde’; einmal ‘jdm die K. ausschneiden’ für: hauswirtschaft…

  4. modern
    Dialekt
    Krume

    Rheinisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Krume nur vereinzelt, u. zwar -ō:m m. Kobl-Bend , Neuw-Heimb Weis , Altk-Hellert ; -ō- Siegld ; -ō:m f. Schleid-Lückerat…

  5. Sprichwörter
    Krume

    Wander (Sprichwörter)

    Krume 1. Die Krume der Muhme, die Rinde dem Kinde. – Simrock, 5988; Braun, 2032. 2. Eine Krume aus der eigenen Tasche is…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit krume

16 Bildungen · 5 Erstglied · 10 Zweitglied · 1 Ableitungen

krume‑ als Erstglied (5 von 5)

krumele

KöblerMnd

krum·ele

krumele , M. nhd. gekrümmter Stock zum Gehen ÜG.: lat. lituus baculus Q.: Lilkebäck Gl. 32 E.: s. krum (1) L.: MndHwb 2, 687 (krumele) Son.:…

krûmelen

Lexer

krum·elen

krûmelen swv. in krûmen zerreiben. sipare krûmelen, krûmen Dfg. 537 c , n. gl. 340 b .

krumeln

DWB

krum·eln

krümeln , krumeln , nd. krömeln, nl. kruimelen, engl. crumble. nebenformen krümmeln, kromeln, s. unter 1. 1 1) in krümel zerreiben, friare, …

krumerīe

KöblerMhd

krumerīe , st. F. nhd. Krumen? Q.: Ack (nach 1400) E.: s. krumen W.: nhd. DW- L.: MHDBDB (krumerîe)

krume als Zweitglied (10 von 10)

bodenkrume

DWB2

boden·krume

bodenkrume f . (zu DWB2 E ) oberste, lose schicht erdreich: 1852 Gutzkow knabenzeit 41. 1976 Schneider glück 147.

brotkrume

DWB

brot·krume

brotkrume , f. dasselbe: mit ein wenig brotkrume die striche leicht wegwischen. Göthe 35, 386 .

einkrume

DWB

ein·krume

einkrume , f. micae intritae, schw. inkrom, einbrocke.

ERDKRUME

DWB2

erd·krume

DWB2 ERDKRUME f. DWB2 zuss. mit erde f. A. DWB2 DWB2 1 fruchtbarer boden, erdreich nur im sing.; vgl. ackerkrume f.: 1810 von der großen wir…

oberkrume

DWB

ober·krume

oberkrume , f. die obere ackerkrume: bei stoppel- und brachäckern soll man mit der ersten furche gleich auf ein mahl die ganze oberkrume umw…

semmelkrume

DWB

semmel·krume

semmelkrume , f. bröckchen einer semmel: mit speck, salbey und semmelkrumen abgewürzet. polit. stockf. 79, auch das weiche einer semmel im g…

tischkrûme

Lexer

tisch·krume

tisch-krûme stf. tisch-, brotkrume. daʒ man von in truoc tischkrûme zwelf korbe vol Urst. 107,31.

verwitterungskrume

DWB

verwitterung·s·krume

-krume , f. : oberflächlich sind der lösz und auch die verwitterungskrume anderen gesteins ... sehr stark mit humus angereichert Hettner d. …

wachskrume

DWB

wachs·krume

wachskrume , f. wachsabfall: der unrath, oder wachskrume, so unter dem stock auf dem boden zu liegen kommt. Overbeck bienenwb. 1 ; die biene…

Ableitungen von krume (1 von 1)

verkrûme

BMZ

verkrûme swv. wær ein meʒ eins pfundes wert, umb ein vliegen dach würd er schier verkrûmet (: versûmet) vertrödelt MS. H. 3,220. a.