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kroten

mhd. bis nhd. · 3 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

kroten

Bd. 11, Sp. 2419
kroten , zeitwort zu krot n., mit mehrerlei nebenformen und mehrfacher bedeutung. s. auch kruden und krötlich. 11) kroten, praet. krotte, ist die md. form. 1@aa) trans. krotten (tt zur bezeichnung der vocalkürze) geben md. vocc. des 15. jh. für occupare Dief. 392a, nov. gl. 269b, ein mrh. croden vel haszen; diesz hassen erinnert wol noch an den ursprung des wortes aus dem kampfleben (s. krot 2, f), aber occupare wird sich auf einen rechtsgebrauch beziehen, ein streitiges gut unter rechtsvorwand in besitz nehmen, nrh. im Teuth. 60b croeden, onderwinden mit onrecht, occupare, auch mit intercipere, vendicare, bekommeren (s.bekümmern 5) u. ä. erklärt. dazu westmd. krudunge occupatio Dief. 392a, auch in einem Breslauer voc. von 1422 occupatio crödunge, in einem andern crodunge, sodasz das wort urspr. bis Schlesien reichte (s. unter krot 2, f). zur sache vgl. c. 1@bb) gewöhnlich refl. sich kroten, sich zu schaffen machen, sich behelligen, befassen (urspr. wol gleichfalls rechtlich); so thür., hess. noch nhd.: got mit sinen engeln und heilgen regirete im himmele .. und krotte sich mit uns uf deme ertrich nicht. K. Stolle thür. chron. 77, also sich kroten mit ...; aber auch einfacher mit gen., hessische beispiele bei Vilmar 228: und krotte mich irer dieselbige nacht nichts; sie hab sich des eisens nicht gekrott, sondern der teufel hett es hingestreckt wo er gewolt; bei Scherz 833 und Vilmar aus Gerstenbergers Frankenb. chron.: der könig, genant Clodoveus, wohnete nicht in diesen landen, und krotte sich auch der dinge wenig; wiewol nun der könig in Frankreich ein christ war, jedoch kroht er sich der dinge ... nicht viel, da tritt schon die länge ein, wie in kroht für krot (s. d. 2, c). 1@cc) ganz sinnliches occupare noch im 14. jh. in bekroten bei Jeroschin, von einem auf der strasze fortgeführten roub heiszt es: [] und was sô vil, daʒ er bekrotte in dem zil (im augenblicke des überfalls) volleclîch zwû mîle. 8348 in der Stuttg. hs., 'in beschlag nahm'. ähnlich thür. noch im 15 jahrh.: in der straʒe sal nimant graben noch die bekroden, daʒ eʒ erre (irre, störe) zu wandern. Purgoldt Eisen. rechtsb bei Ortloff 2, 94, zugleich in der bedeutung hindern, wie occupare selbst mit hindern, beschweren, bekommern erklärt wird Diefenb. 392a übrigens wie sich kroten unter b auch sich bekruden, s. unter bekrüten. 1@dd) denn auch mit u, ü findet es sich md. (vgl. 2, b. c), das o in krot ist ja ein gebrochnes u: er krut sichs wenig in seim gemüt, was jetzund das korn gelten thut. Eyring 1, 776, also noch im 17. jh.; sie were den dingen (der unzucht) nie holt gewesen, auch sich deren weder mit ihm noch andern gekrüdt. Vilmar 228, in Oberhessen noch jetzt üblich. bekrüten (s. d.) oder bekrüden, in der bed. belästigen: derselb solt den dieb gehangen schicken (d. h. sein hängen besorgen) und das lantfolk solte davon unbekrüt sein. weisth. 3, 883, hessisch 15. jh., auch in rechtlichem sinne, s. krot 2, c. eigen mrh. kreuten weisth. 3, 716, eu wol für ü. 1@ee) später für ü mit i: der knecht habe sie gefragt, ob jemand in der mühl gewesen were. habe sie geantwortet, sie kritte sich der mühl nicht, sie wüste es nicht. Vilmar 228, 17. jh.; ebend. auch sich gritten. so jetzt siebenb. sich kridden, sich kümmern, besorgt sein, s. Schuller beitr. 34, sich bekriden sich betrüben Haltrich plan 8b. 22) mit nd. d auch rhein. und md. (vgl. kruden). 2@aa) md., wie crodunge unter 1, a, bekroden z. b. thür. (vgl. u. 1, c): daʒ man des danne unbekrodet blibe. Purgoldt 42 u. ö., rechtlich unbehelligt; bekroden ader vorletzen. 60, s. Bech Germ. 7, 95. 2@bb) rhein. kruden, besonders reich in gebrauch: die cristenheit lutzel truwen me hat, nieman krut des andern unrecht. Liliencron 1, 319a, mainzisch 15. jh., krut für krudet, bekümmert, belästigt; dat .. syn lyf ind guet sal vry syn ind ungekrut van ieman in rechte. weisth. 4, 769, aus Bonn 14. jh.; sich kruden, wie 1, b: ob sich auch iemand anders dan der schultesz .. der sachen gekrudet oder underwunden hab. weisth. 2, 486, von der untern Mosel 15. jh., vgl. den Teuth. u. 1, a; al grosz wilt .. hirtzen, hinden, ree und wilde schwein, der ensal kein man sich kruden. weisth. 2, 553, von der Eifel 15. jh.; sie enhaven sich uns. gn. hern gedinges nie gekrudt ind krudden sich auch noch damit niet. 2, 665, Bonner gegend 15. jh.; der amptmann sol sich des unseren nit krudden. Scherz 834. nrh. croeden (s. 1, a): so dat sich der vorser. pastoir des vorscr. oeffers up dem Kromberge in geinreleie wis kroeden noch (es) antasten en sall. Elberfelder urk. von 1428, zeitschr. des berg. geschichtsvereins 1, 255. sich bekroeden mit .. altcöln., s. Fromm. 2, 306a. aber nicht nl., wenn nicht etwa in mundarten (Schuermans hat nichts davon). übrigens doch auch mit o: bekrodden noch hindern (s.krot 2, e) weisth. 2, 566, Eifel. 2@cc) nd. hindern noch cruden Haltaus 1128. osnabr. kroden annehmen, sich was anziehen Strodtm. 116, aber ebend. auch krüdet (oder krüet) ju nich daran, nehmt euch die sache nicht an. im brem. wb. 2, 883 sik krüden (krüen), sich bekrüden, sich einer sache anmaszen; das gegebene beispiel weist noch deutlich den rechtlichen ursprung auf: der bauer bekrüet sich eines flecken landes, wenn er es bepflanzet (mit krûd kraut in verbindung gebracht); ebend. aus dem brem. stadtr. § 83, von herrenlosem gute: enkumt he denne nicht binnen jar und dage, de sik des gudes krude, es rechtlich anspreche.
5484 Zeichen · 181 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    krotenmmd., sw. V.

    Köbler Mhd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    kroten , mmd., sw. V. Vw.: s. kröten

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    kroten

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    kroten , zeitwort zu krot n., mit mehrerlei nebenformen und mehrfacher bedeutung. s. auch DWB kruden und DWB krötlich . …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kroten

26 Bildungen · 23 Erstglied · 2 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von kroten 2 Komponenten

kro+ten

kroten setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

kroten‑ als Erstglied (23 von 23)

krotenblume

DWB

kroten·blume

krotenblume , f. 1) schweiz. der löwenzahn, s. Rochholz alem. kinderl. 470. 2 ) bei Stalder 2, 135 krottenblume, chrysosplenium alternifoliu…

krotengespeich

DWB

kroten·gespeich

krotengespeich , n. : nimm krottengespeych in dem meyen. Albrecht rossarznei 100 . gespeich ist speichel (speich sputum Dief. nov. gl. 346 b…

krotensac

Lexer

kroten·sac

kroten-sac stm. BMZ krötensack, als schelte Hätzl. LXVIII, 6.

krotenschirm

DWB

kroten·schirm

krotenschirm , m. bei Fischart Jesuiterhütlein B 7 a (2, 259 Kurz ) von eben diesem: schiltkrotthütlein und krottenschirm; vgl. krötenschild…

krotensegen

DWB

kroten·segen

krotensegen , m. abergläubischer segenspruch gegen kröten ( vgl. DWB kröte 2, d. f ): darumb sprechen sie den krötensegen über sie, d. i. th…

krotenstein

Lexer

kroten·stein

kroten-stein stm. krötenstein, borax Mgb. 296,3. 436,32 ff. Dfg. 79 a , n. gl. 57 b . vgl. Strick. 11,117 ff.

krotensâme

MWB

krotensâme swM. ‘Krötenlaich’ ir reinen kristenliute, dâ von hüetet iuch vor disen ketzern, die alsô zuo iu sliefent sam die katzen und iuch…

krotensāme

KöblerMhd

krotensāme , sw. M. nhd. „Krötensame“, Krötensaat, Krötenlaich Q.: Berth (um 1275) E.: s. krote, sāme W.: nhd. DW- L.: Hennig (krotensāme), …

krotenvergnügt

DWB

kroten·vergnuegt

krotenvergnügt , höchst vergnügt: er lebt den tag krötenvergnügt und puppenlustig. Ey Harzmärchenbuch 58 .

krotenvuoʒ

MWB

krotenvuoʒ stM. ‘Krötenfuß’, als Schimpfwort: du schirlinc und du bilsenkrût, / dâ von daz hirne wüeten muoz, / du tracken sweiz und kroten …

krotenwurz

DWB

kroten·wurz

krotenwurz , f. spica, krotenworcz, md. Diefenb. 546 b , s. DWB krötenfusz 1.

krotenwîse

MWB

krotenwîse stF. ‘Art und Weise der Kröten’ in krotenwîse under einem zûne büezen PrBerth 1:422,19 MWB 3,2 639,54; Bearbeiter: Plate

krotenwīse

KöblerMhd

krotenwīse , st. F. nhd. „Krötenweise“, Art und Weise der Kröten Q.: Berth (um 1275) E.: s. krote, wīse W.: nhd. DW- R.: in krotenwīse: nhd.…

kroten als Zweitglied (2 von 2)

bekroten

Lexer

bek·roten

be-kroten swv. belästigen, beschweren, behindern Jer. 57 b ; weitere md. belege Germ. 7, 95.

Ableitungen von kroten (1 von 1)

bekroten

Lexer

be-kroten swv. belästigen, beschweren, behindern Jer. 57 b ; weitere md. belege Germ. 7, 95.