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geuden

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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

geuden verb.

Bd. 6, Sp. 4620
geuden, verb. das wort gehört mit der ganzen sippe der vom gleichen stamme abgeleiteten bildungen wie geudel, geuder, geudig, geudung, geudarzt u. s. w. zu dem wortschatze, der sich erst in der nachblüte der mittelhochdeutschen zeit entfaltet. das vorleben liegt im dunkeln. aus der lautform und aus der muthmaszlichen grundbedeutung läszt sich jedoch der schlusz ziehen, dasz geuden auf das engste sich mit geuen (s. d.) berührt, das seinerseits wieder mit althochdeutschem gewôn Graff 4, 107 und auch mit dem neuhochdeutschen gähnen in verbindung steht (vgl. oben sp. 1148 ff.). denn für die begriffsbestimmung von geuden darf man nicht von dem heute fast allein übrig gebliebenen compositum vergeuden ausgehen, sondern musz sich an die älteren und mannigfaltigen verwendungen des grundwortes halten, die übereinstimmend auf die vorstellung der ruhmredigkeit zurückgehen. erst von hier aus hat sich der allgemeinere begriff 'grosz thun, üppig sein' entwickelt, der unserem vergeuden zu grunde liegt. ursprünglich stand die rede als ausdrucksmittel der prahlsucht im vordergrunde des bedeutungsgehaltes und von hier aus erklärt sich auch die verwandtschaft mit geuen, gienen, gähnen. geuden, den mund weit aufthun, den mund voll nehmen. 11) allgemeiner überblick, bedeutungsentwicklung, geltungsbereich, formen. 1@aa) 1@a@aα) die ältesten beispiele entstammen Hartmanns Erec; mannigfaltigere verwendung zeigt sich jedoch erst bei Thomasin vqn Zerclaere und den späteren: schallen und geuden sint mir swære: man seit des phlegen tavernære; ja phlegents leider ouch diu kint die in guoten hoven sint. si schallent unde geudent mêre dan schœnin hovezuht si lêre. .. swenn si von hove komen sint ze herberge, daz unedel kint schallet 'wîn und met her! seht, ich gib daz, sô vil geb der, und mîn geselle ouch alsô vil', und übergêt geudent daz zil daz sîn geselle leistend ist, und müet in alsô zaller vrist. welscher gast 297. schon in diesem beispiel treten bestimmte linien der verwendung hervor, die sich auch später immer wieder bemerklich machen: der begriff der ruhmredigkeit, der sich zur verschwendung entwickelt; die verbindung des verbums mit synonymen, wobei sich hier gleich das vielverwendete schallen einstellt, das ebenfalls das mundwerk in den vordergrund rückt, und endlich die vorliebe für den substantivierten infinitiv, vgl. unten. 1@a@bβ) die ruhmredigkeit beherrscht zunächst die älteren verwendungen, wie sie auch in den vocabularien (s. u.) als alleinige begriffsbestimmung hervortritt: er (Sigestap) sprach: 'wærlîchedir diu künegîn niht engan, daz du lange lebest,daz ist mir worden kunt, daz si dich heizet vehtenmit starken helden gesunt. wære dir diu küneginnein ganzen triuwen holt, sie gæbe dir in dem spitelsilber unde golt und hieze dîn schône pflegen,alsô man vor hât getân an den spitelsiechen; .. mit den selben wortenbrâhte Rienolt einen slac, daz im Sigestap der jungevor sînen vüezen gelac. Rienolt sprach mit zorne:'wâ nû, ein junger degen? wie ist dîn grôz giudenhie sô balde gelegen'. rosengarten (D 16, 415) 135 Holz (andere beispiele s. u.). in späterer entwicklung durch die vorstellungen der üppigkeit, der verschwendung, die sich hauptsächlich auf vergeuden stützen, bedrängt und verdrängt, lebt die ursprüngliche bedeutung doch noch heute in der österreichischen mundart fort, vgl. geuden, geudnen, sich rühmen, prahlen Schöpf 188. 1@a@gγ) die üppigkeit, die verschwendung liesz sich schon in dem ersten beispiele aus Thomasin leicht von der ursprungsbedeutung ableiten, vgl. auch: lât daz ein man hôhvertic sî, zehant gedenket er wie er sol die andern übergeuden wol. swen er dan siht daz sîn hôhvart ân guot mit geuden niht wol vart, so wirt er giresch nâch dem guot, daz er vürbring sîn übermuot. Thomasin wetsche gast 11944 u. a. stünde der begriff der verschwendung allein im bedeutungsgehalte von geuden da, so böte die vermuthung von Schmeller (12, 862) eine ansprechende erklärung, insofern dieser an altnordisch eydsla, prodigalitas, eydi solitudo, dänisch ôde, ôdsle verschwenden, anknüpft. dazu würde auch die parallele stimmen, die Stieler 1380 zwischen der bedeutung von vergeuden und veröden aufstellt. 1@a@dδ) eine von geuden gloriari und geuden prodigere gleich weit abstehende bedeutung zeigt sich versteckt schon in einem beispiele aus Neidhart v. Reuenthal: diu schult diu lît ûf Watken unde ûf jenem Otegêre, daz sî alsô dicke mir sô toubez ôre tuot. geuden giengen sî gelîch hiwer an einem tanze. dâ muosten drîe vor im gîgen und der vierde pheif. sîner vreuden was er rîch under sînem kranze. er nam im dâ diu schœne gie vil manegen umbesweif; Erkenvrit allez mit vaste an sînem diehe. er wunschte daz er mir an ir daz helmel vor geziehe. Neidhart 45, 28 Keinz. aus der bedeutung der ruhmredigkeit und des üppigen groszthuns kann sich hier die nebenbedeutung des übermüthigen scherzes, der fröhlichkeit entwickelt haben, für die jedoch auch das femininum geude = gaudium (th. 4, 1, sp. 4618) in betracht zu ziehen ist: man seite ir von dem garten,der wære schône bereit, darinne wære nâch wunschemanec juncvrouwe vil gemeit sie seiten ir von dem giuden,daz an dem Rîne was, sie seiten ir von dem gevügel,daz ûf der linden saz, sie seiten ir von den meiden,die wæren schœne und glanz, ez trüeg ieglîchiu ûf ir houptevon rôsen einen kranz. rosengarten (D 4, 134) 91 Hotz; Clarissen sarc geheren. wart alsam Richauden. wazzers vil gereret vz ougen wart; sie pflagen keines geuden. jüng. Titurel 472. auch diese bedeutung, wenn sie freilich unter den herrschenden verwendungen nicht eigentlich durchdringt, lebt doch mundartlich weiter, vgl. geudeln, geideln, schäkern, scherzen. Weinhold 1, 27. 1@bb) der geltungsbereich. 1@b@aα) reichlichen gebrauch von geuden machen Konrad v. Würzburg, noch mehr Hadamar v. Laber und die spätere volksepik. aus der spruchdichtung sind der Teichner und Suchenwirt, aus der geistlichen litteratur Berthold v. Regensburg anzuführen. die chronikenschreiber und die bibelübersetzung treten für unser wort zurück, dagegen nimmt die unter dem einflusse des humanismus aufblühende prosa, ebenso Hans Sachs und das fastnachtsspiel regen antheil. im ganzen reicht das verbum noch weit über das 17. jahrhundert hinaus. 1@b@bβ) die wörterbücher, die das verbum auszerordentlich zahlreich verzeichnen, lassen die wandlung in der bedeutungsentwicklung scharf hervortreten. in den vocabularien wird ganz allein der begriff der ruhmredigkeit verzeichnet, der auf die grundbedeutung zurückgeht: güden gloriari. vocab. von 1429 Schmeller 12, 872; gloriari, uberherrschen oder rühmen oder gaüden. vocabular von 1432, vgl. Frommann 2, 299; geudnen, geidnen gloriari. vocab. incipiens teut. Diefenbach-Wülcker 625. vgl. auch die belege für den substantivierten infinitiv in der bedeutung von arrogantia sp. 4627. von wörterbüchern hat Dasypodius (F 2) nur die nominalformen (geudig, geudigkeit), während er für das verbum nur das compositum vergeuden anführt. der übergang zu der bedeutung von prodigere vollzieht sich andererseits schon im vocab. prädicantium: prodigus: ein güdender der do boszlich und wüstlichen das sein verzert. Melber 24; das gleiche bei Maaler: geud ausz dem deinen, bisz kostfrei ausz deinem seckel largitor de te puer; geuden, reichlich ausgäben, largiri 178a. Simon Rot (1571) leitet geuden von gaudere ab. bei Calepinus (1570) 1225, ebenso bei Frisius (1616), später bei Castelli u. a. ist für prodigere nur das compositum (vergeuden) angeführt. dagegen geuden, durch die gurgel jagen, verprassen, prodigere, profundere Henisch 1589; geuden, vergeuden, profundere, prodigere Rihelius; geud, geuten, inutiles facere Schottel haubtsprache (1663) 1325; geuden, durch die gurgel jagen, verprassen, prodigere, esser prodigo, spender inutilmente Hulsius (1686) 167; geuden prodigere Dentzler (1677) 116; geuden prodiguer, prodigere. diction (Genf 1695) 142; geuden et frequentius vergeuden Stieler 718; geuden, vergeuden Frisius (ausgabe von 1700) 112; geuden, prodiguer, prodigere. dict. du voyageur (1703) 144; geuden (vieux mot) faire bonne chere, se diverter, goinfrer Rondeau-Buxtorff 253 (bei Schwan fehlt das wort); geuden verschwenden Veneroni (1766) 74; von deutschen wörterbüchern führen Steinbach 1, 593 und Frisch 1, 346 das verbum noch auf. 1@b@gγ) im 18. jahrhundert ist ein neues litterarisches aufblühen des verbums zu verzeichnen. W. v. Humboldt, Voss, Hölty machen davon gebrauch. der ausgangspunkt mag theilweise im mundartlichen fortleben des verbums liegen, mitbestimmend war jedoch wol auch das schriftmäszige compositum. 1@b@dδ) in den mundarten Schlesiens, Oesterreichs und der Schweiz lebt das grundwort weiter fort: geuden (veraltet) verschwenden, verthun, durchbringen. versuch zu einem schlesischen idiotikon (Stendal 1737) 43; geuden, geideln schwaches verb, schäkern, scherzen. das gegeidle, die geidle subst. hierzu Weinhold 1, 27; vgl.geuden bei Drechsler, Wencel Scherffer und die sprache der Schlesier 119; zeitwort güden, geuden, schwelgen, prassen, das auch bei uns in übung ist. Stalder versuch eines schweizerischen idiotikon 1, 488; güde, fergüde. Seiler Basler mundart 153. für die österreichische mundart ist neben der neueren bedeutung des verbums auch noch die alte ursprüngliche belegt: geuden in den Alpen für wohlleben, schlemmen. Loritzer idiotikon Viennense (1847) 51; geuden, geudnen v. (Unterinnthal) sich rühmen, prahlen. Schöpf 188. 1@cc) die formen: 1@c@aα) eigenthümlich verhält sich hier das ableitende suffix. die verba geudnen, geuben, geumen u. a., die scheinbar weit von einander abstehen, erweisen sich bei Aventin als concurrenzformen, die in den verschiedenen drucken und ausgaben für einander eintreten: du geumest dich hoch und berüempst dich ser, du sei'st hieher kommen zu uns, die rauber und mörder zu straffen. 4, 357 (lesarten: geybmest, geydest, bäumest); ebenso 429. 439. in der mittelhochdeutschen zeit ergiebt sich für güefen, güften, güsen und giuden ein so hoher grad von bedeutungsgleichheit, dasz sie als synonyma gelten könnten (s. u.), so musz man sich dann bei der darstellung von geuen (s. d.), geufen (s. d.), geumen (s. d.), geunen (s. d.), geusen (s. d.) u. a. stets die berührungen mit unserem geuden vergegenwärtigen; ja man könnte sie alle als parallelformen auffassen und unter einer stammwurzel vereinigen. es empfiehlt sich jedoch, den sonderbedingungen, die hier jeweilig das ableitende suffix in die geschicke des einzelnen verbums getragen hat, gerecht zu werden. dagegen musz allerdings geudnen, das bei Aventin beliebt ist und in österr.-bair. mundarten noch heute fortlebt, als einfache nebenform hierher gestellt werden. ebenso gehört das schlesische geudeln in unseren zusammenhang, wenn auch die schweizerische parallele güdeln (Stalder 1, 488) weit über diesen rahmen hinausgreift. 1@c@bβ) der stammvocal nimmt mannigfache formen an: 1@c@b@11)) als monophthong erscheint er im mitteldeutschen guden und im schweizerischen güden. 1@c@b@22)) für den diphthongen kommen in der mittelhochdeutschen dichtung hauptsächlich zwei reimbindungen in betracht. mit verbis reimt giuden verhältnismäszig selten, meist steht das fremde verbum in einer flexionsform, die umlaut bedingt. der hauptanteil der reime dagegen fällt auf die bindung mit casusformen von freude: und wiel von hitze sam ein blî daz eime fiure ist nâhe bi und angestlîchen siudet daz dâ sô vil gegiudet. wart mit ir schœne und mit ir lobe. K. v. Würzburg trojan. krieg 20326 u. a.; durch guffen und durch geuden wâren mit grôzen freuden beide en und dis in al der stat ze Paris. Ottokars reimchron. 75463 u. a.; daz si an froudin wurden laz, daz si icht dorftin goudin mit unmezigin vroudin. mitteld. schachbuch (14. jh.) ztschr. d. alterth. 17, 346. der schreibung eu, die sich frühzeitig am diphthongen festsetzt, stehen für mundartliehe quellen der übergangszeit zum neuhochdeutschen die formen äu und ei zur seite. 22) bedeutung und gebrauch. die beiden gegensätze innerhalb der gebrauchsform, der absolute und der relative gebrauch, stehen in bestimmtem verhältnisse zu den oben festgestellten bedeutungsgruppen. 2@aa) das lärmende, geräuschvolle moment innerhalb des bedeutungsgehaltes begünstigt den absoluten gebrauch: 2@a@aα) ez wart ûf al der erden sô tump kein ingesinde nie, sô diz volc, daz hînacht hie sus üppeclîche wachet und ein gedœne machet mit tobelichem schalle. waz sol diz göuden alle, daz diz gesinde hât erkorn? Konrad v. Würzburg trojan. krieg 8576 Keller; daz sie icht dorftin goudin mit unmezigin vroudin (vgl. oben). ztschr. d. alterth. 17, 316. 2@a@bβ) beliebt sind hier die verbindungen mit synonymen. 2@a@b@11)) die älteste verbindung zeigt sich schon in dem ersten aus Thomasin (oben sp. 4620) gegebenen beispiel geuden und schallen: wie möht der kristenheit geschehen grœzer laster dan dar an, daz in (den heiden) daz lant ist undertân dâ daz heilige grap ist. .. uns sol daz reht des manen wol daz uns ir unreht missevalle und ir geuden und ir schallen. Thomasin welsche gast 11376; es mag einer sagen was er wil von reien und auch von neuen siten, ich rum mich nit da mite, das ich weder geut noch schall. ich kann aber mer tanzen, denn sie all. fastnachtspiele 582 (der alt hannentanz). andere beispiele siehe unter dem particip präsentis und dem substantivierten infinitiv, sp. 4627. 2@a@b@22)) die verbindung mit güefen, güften, güsten s. o.: dô man der hôchzît phlac .. durch guffen und durch geuden wâren mit grozen freuden beide en und dis in al der stat ze Paris. Ottokar 75463; wo chumpt dein frecher stoltzer muot, dein schallen, güfften, geuden, dein tantz in hohen freuden. Suchenwirt von dem jüngsten gerichte 39; âne kummer wil ich tummer als ain frummer geuden und güfften, grüner klee jagt den snee. O. v. Wolkenstein 35, 1, 40; ha hei, du tummer lei! verlasz du dein gespei. dein gifften geuden dein geschrei, es hilft dich nit so teur alz um ein ei. meisterlieder des 15. jh. (Beheim) Germ. 3, 311 Holtzmann; wer .. stets einher geht in guter wath, ein wochen dreimal geht in's bad, guffet vnd geudet auff der strassen, viel gelts wil in der herberg lassen. Eyring 1, 150; ein tambur oder ein puden,etwo heizzet mans ein summer, durch gusten und durch güdenez im gelichet, wan daz vil grozzer kummer daruf lit von richeit hoch gezieret. Albrecht v. Scharfenberg Titurel 3880. 2@a@b@33)) mit geuden und mit schrien tribens al ze grôzen braht. Ottokars reimchronik 4434. 2@bb) auch in derjenigen gruppe, in der das moment der fröhlichkeit sich von den nebenbedeutungen loslöst, überwiegt der absolute gebrauch: 2@b@aα) Salomon spricht auch davon: 'wer do vindt das guet weib, der geud, wann er vindet alle freud. das guet weib treibt von ir all poshait.' Vintler pluemen der tugent 727 Zingerle (spr. 18, 22: der find was guts, und kan guter ding sein im herrn. Luther); es isch besser güde (fröhlich sein, feiern) -n und spare as gäng z'chesle -n und z'chare (zwecklos arbeiten und geizen). Schild der groszätti aus dem Leberberge (Solothurn 1863) vgl. Wander 1, 1641. 2@b@bβ) im gesange man vindetda mit man bindet got in ewigen freuden, daz er sich wandelt in ein broit von priesters gebolt, der hait gewaltgar manchfalt daz er mit gesange duot gewden (handschr. gewerden). Muskatplut 54, 30 Groote. 2@b@gγ) der relative gebrauch läszt die ergänzungen vorwiegend in präpositionalverbindungen folgen: 2@b@g@11)) beim intransitiven verbum: vor allen ist die magenfrewd die peste frewd, von der ich gewd. Salomon und Markholf 407 Bobertag; des was ich frô und lie ouch zuo im fröuden, belib diu bî der verte, sô möhte ich wol von süezem jagen göuden. Hadamar v. Laber jagd 102; ir helfet in bî fröuden zît ze fröuden. wær wesenlîchez leben nâch wunsche, dâ wær doch wol von ze göuden. 232; anzeigen die dreierlei art, welche die lieb zsamm halten hart krefftig in allen wunn und freuden, darinnen sie frolockend geuden. Hans Sachs (historia Venus) 20, 300 Keller-Götze. 2@b@g@22)) beim reflexiven verbum: so sehen wir noch nit vil der freüden, do von wir uns haben zu geüden. pfarrer vom Kalenberg 1069 Bobertag. 2@b@g@33)) auffällig ist der accusativ des objects bei dieser verwendung des verbums: los, freud, zwar dein stimm ich geud, ich hör lieb und trôst, der mich dick erlôst. O. v. Wolkenstein 43, 8 Weber. 2@cc) das verbum in der älteren, bis zu Paracelsus reichenden bedeutung von rühmen, prahlen erscheint zwar auch absolut gefaszt, seine eigentliche entwicklung erfährt es jedoch erst im relativen gebrauche: 2@c@aα) seht, wie er nu vliuhet,von Berne her Dietrîch, vor Sîvride dem küenensô rehte vorhteclîch! twinget er den von Berne,den ûzerwelten helt, sô ist mîn lieber Sîvritvür alle man gezelt'. dô sprach diu von Irlant,diu herzogîn wolgetân: 'swîget, mîn vrou Kriemhilt,lât iuwer giuden stân! sô daz der voget von Berneze rehte erzürnet wirt, dan sleht er tiefe wunden,daz darnâch lange swirt'. rosengarten (D2 18, 53) 211 Holz. vgl. auch s. 150; wâ sît ir nû vrou Kriemhilt?iuwer giuden wil zergân. (D 18, 530) s. 152; du solt sein verschwigen pas wann mancher thut geuden, wie wol er hat wenig freuden. und thut es über al kunt, wa er ist zu aller stund, und nit verschweigen mag, was im die minn in lieb sag. fastnachtspiele (die sieben varb) 2, 781. vgl. oben die beispiele für gloriari aus den vocabularien. 2@c@bβ) vil sint der übermütigen menschen, die güdent und sich hoch seczent und in stolczen sinn erfaren wöllen, das inen ze wiszen nit not ist, und wellen maister gesechen werden ee sie schuoler sint. Steinhöwel Aesop 193 Oesterley (qui multa iactanter interrogant); darnach schenckten unserr herrn des ratz einem ieden erbern, er wer von Francken, von Peirn, von Meichszen, .. an gelt, darnach er sich in dem krieg gehalten und vil oder wenig knecht gehabt hette, also daz sie sich gar vast lobten von einem rate, und schieden gar frölich von hinnen (variante geudten und lobten). Nürnbergs krieg mit Albrecht d. städtechroniken 2, 340; so hab ich gegailet und unnüczlich gegüdet (quod non debet, parabolat). Steinhöwel Aesop 202; ebenso 231; es ist also anhin, es ist weder zu geuden noch zu klagen. lieb mit leyd gemischt. S. Franck sprichwörter 1541 I, 10b. 2@c@gγ) in der verbindung mit dem synonymen rühmen stehen sich absoluter und relativer gebrauch gegenüber: 2@c@g@11)) und die den tiuvel an betend, unde die dâ spotent unde giudent unde rüement unde swernt von gewonheit. Berthold v. Regensburg 1, 83 Pfeiffer; die gemainen ainfaltigen tierlin geloubten dem frosch nach sinem güden und rümen. Steinhöwel Aesop 266 Oesterley. 2@c@g@22)) das noch vom Römischen reich vnd keyserthumb nit mehr vorhanden ist dann ein bloszer nam, damit sich die Teutschen rümen vnd geudnen, vnd ist doch damit gar nichts auszgericht. Aventin chronik (Frankfurt 1566) 76a (in der neuausgabe [werke 4, 439] geumen); bald aber der bock empfund, dasz er von dem wolff gefangen was .. 'ich beger deiner barmhertzigkeit; ich hab getruncken da mit freuden, thet mich unweiszlich rhümen und geuden des meinen barts, schenckel und horn, hab dadurch dich bewegt in zorn. H. Sachs (der wolff mit dem bock) 17, 508 Keller-Götze. 2@c@g@33)) ich hab ir etliche geistliche gehört, die sich geudeten und rhümeten, sie wiszten und hetten solchs erfahren. Aventin chronik (Frankfurt 1566) einleitung s. 31. 2@c@g@44)) so peschleusst David sein gesang gar mit aim holtseligen klang und lobet gottes werck mit frewden, thuet die gar hoch rüemen und geuden, H. Sachs (92. psalm Davids) 18, 364 Keller-Götze. 2@c@dδ) verbindung des intransitiven verbums mit präpositionalbestimmungen: 2@c@d@11)) so müg wir von dir geuden dein sun dir ist mit freuden geporn, des hab immer danch. Suchenwirt (die 7 freuden Mariae) 41, 925; das man von im gäuden muesz unz an den urtaeglichen tag. Teichner Schöpf 188; das schreib ich darumm, das niemand zu vil geüde von seinen altvordern, das sie Römer gewesen seind. Schöffer Livius 5a. 2@c@d@22)) und wirst du immer jagent, dâ von mit nieman göude und bis ouch nieman sagent waz dir leit müg bringen oder fröude. behalte ez eine und rihte dich ze harren. tuost dû des niht, so wizze, daz dû dich selbe machst zuo einem narren. Hadamar v. Laber jagd 49; hie ist ein anvanc aller mîner fröuden. nu wünschet, guot gesellen, daz von dem ende frœlich werd ze göuden. ebendort 1; von ungelücke göuden mac ich wol êwiclîchen, wan ich sach wunne und fröuden rîlîchen stân. an einem bîle (bîl mittelhochdeutscher jägerausdruck: die letzte gegenwehr, mit der sich das gehetzte wild gegen die hunde stellt. vgl. beil th. 1, sp. 1376) richen, lust wille, girde het sich lân ergâhet aldâ mîn lebndic leben; dâ von mir nû ein bitter sterben nâhet. 364; umb das er ein güder ist und wil von fromder rede und lere güden. handschrift von 1447, Schöpf 188; de actu venereo jactander gloriando. i. e. gäuden. Schmeller 12, 873; ich kan dir nit vil geuden vom gesunt, mein krankheit meert sich zu aller stund. het sich mein anherr neur des geflissen und wer mit dem arzt pliben unbeschissen, ich schisz dem arzt und seim kneht in irn munt. fastnachtspiele 685, 19, darumb ist nit zu geuden von spil so ainer gewunnen hat. Albr. v. Eyb spiegel 27a; das man davon geudet, wenn man jemand betreugt oder betrogen hat. Agricola sprichwörter nr. 228; vil sint der menschen, die von groszer wyshait güdent von ieren hohen sinnen, von ierer kluoghait, und leczent ander lüt mit spottworten (qui iactant se esse sapientes). Steinhöwel Aesop 162. Oesterley; wie der vorig von dem, dasz er begerete zuo sein, also auch dieses von dem, dasz er vermeinte gewesen zu sein, zu viel ungeschickt und ruhmräszig geudete. Kirchhof wendunmut 1, 120 Oesterley. 2@c@d@33)) wan sie von wârheit was genant diu kiusche und diu klâre Elsâny von Prâbant. mit disem namen ir lantvolc wol moht geuden: sie hetten sie liep unde wert. dâ von ir keiner wankens von ir gert. ir kiusche gebærde in allen quam ze vreuden. Lohengrin 903. 2@c@d@44)) dannoch her Philippe treip nôt und angest datz Salzpurc. er dûht sich frôlich unde kurc und geudet harte frevellîch, daz sîn bruoder herzog Uolrich sîn frum het sô geschaffen. Ottokar österr. reimchr. 6170 Seemüller. 2@c@eε) die reflexivconstruction des verbums bedingt fast immer eine weitere ergänzungsbestimmung; diese tritt vorwiegend in der form des genetivs ein: 2@c@e@11)) diser plöckler und holzschuecher, auch der predigermunich, so die heiligsten wellen sein, die christlichen kirchen, wie si malen und sich geudnen, als zwo seul aufhalten .. zaigen nichts anders an, dan das si stolz, ungelert, afterglaubig, pluetdurstig leut sind. Aventin (ursachen des Türkenkrieges) 1, 186; das sie daher von dem gemainen böfel ainen zuonamen haben verdienet, welches sie sich so gar nit schämen, das sie sich auch fürnemlich geuden. S. Franck mor. encom. 9b. 2@c@e@22)) ich hab den haillosen leuten mein leben lang kain laid tan; noch haben si mich in ir achtbuech geschriben, mir zu entboten, si wellen mich gên Rom citirn, haben sorg, ich beschreib ir büeberei und brings an den tag, geudnen sich solches, droen offentlich den leuten, sagen, si wellen lieber an die Luterischen ziechen dan an den Türken. Aventin (ursachen des Türkenkrieges) 1, 186. ähnl. 228; man hörts, man siehts, si geudnen sichs. 1, 190. 191; du solt dich des mornigen tags nit geuden, dann du waiszt nit was dir heut zuofallen mag. buch der weisheit (1485) s. 125. Schmeller 12, 873; ein lehr ist, dasz du dich weder auff dein hupsche, gesundheit, noch stärck verlassen oder vertrösten sollest, dann sie nit dein, noch in deiner willküre seind, noch standen. es stehet nicht wol, dasz du dich dieser geudest. Petrarca trostspiegel (1596) 4a (1, cap. 5); du und er geudet euch frembdes rhumbs, jhener rhümet, er habe gelehrte knecht, er aber ungelehrte, du rhümest dich du habest viel bücher, auch ungelehrt, was gehet die kunst der knecht, oder deiner bücher dich oder jenen an. 41b (1, cap. 43); ein so streitiger doctor, der sich seiner künst geydt. Ulm gemain ausschreiben von 1531, bei Schmid schwäb. wb. 229, vgl. dort begeuden, ergeudig; das alter sprach: wie gar vergengklich sind diese dein thörichte freuden, der du dich thust frolockend geuden? H. Sachs 1, 370c (kampffgespräch: das alter mit der jugendt). 2@c@e@33)) mein volk, das sich von mir nent und geudnet, ist nit mein volk, und das volk, das nichts von mir weisz, sich mein nit rüembt, ist mein volk. Aventin (ursachen des Türkenkrieges) 1, 218. 2@c@e@44)) und wie wol sich Pfefferkorn geudet und gloriert .. er hab die hebraische sprach von seiner muter brust gesogen, so hab ich doch mer bücher in hebraischer sprach, die Pfefferkorn nit kan lesen. Reuchlin augenspiegel 37, 6. 2@dd) die jüngste bedeutung des verbums, in der sich geuden mit vergeuden berührt, geuden, prodigere, begünstigt den absoluten gebrauch. gerne erscheint es hier in syndetischer verbindung mit synonymen, wobei nur vereinzelt auch präpositionale verbindungen auftreten. denn erst der jüngsten und neuesten entwicklung gehört der relative gebrauch an; die ergänzungsbestimmungen erscheinen dann in der form des objectsaccusativs: 2@d@aα) zur notturft spar, zehr von dem gwinn, nicht geude, dasz dir nicht zerrinn. Henisch 1589, als sprichwort auch von Schottel 1142a angeführt; wie weit der einfach frohe vom wüstling abstehn mag, und wie weit sich der sparsame halte vom geizhals. viel ja verschlägts, ob du geudest verschwenderisch, und ob du weder aufzuwenden dich sträubst, noch mehr zu erwerben dich abmühst. Voss Horaz (episteln II, 2) 2, 346. 2@d@bβ) zu dem kamen in den reichen orden der Reichenau fast vom adel, die triben groszen bracht. nun kam es dahin, das durch ir brassen und geiden baide klester, die Reichau und Bebenhausen, wie an gaist also auch am gut abnamen. Sebastian Fischer chronik von Ulm 217; prassest und güdest. S. Franck 2, 19b. 2@d@gγ) 2@d@g@11)) der liste wart man nu gewar: daz gelt man ir zu mal verbot. si hatte loube (erlaubnis) doch an brot zu gebene armen luden. hi mide si nu guden glicher wis alse e began. so daz erfur der werde man, der frouwen aber er verbot, daz si dekeine ganzen brot gebe armen luden me durch got. Elisabeth 8030. 2@d@g@22)) mit vielem geudet man, mit wenigem spart man. Simrock sprichwörter (1881) 59b. 2@d@dδ) die transitive construction wird in der poetischen sprache Wilhelms v. Humboldt anfangs mit freistehenden präpositionaladverbien eingeleitet: dahin geuden. ebenso bei Hölty. gelegentlich steht sie aber auch ohne dieses übergangsmittel. 2@d@d@11)) und doch der dichter das vereinzeln meidet, die fülle hin der phantasie gern geudet und wo die gränzen in einander gehen, am freisten seines geistes hauche wehen. W. v. Humboldt sonette 233; traun! nach dem sühnopfer des sturms heischet begier heftig das recht, grausam das jungfräuliche blut geudend dahin; drum heil brings! W. v. Humboldt (metrische übersetzung von Aeschylos Agamemnon) 3, 40; jeder kommende tag knüpfte das seelenband unauflöslicher fest, geudete für und für. aus der goldenen schale, neue freuden auf uns herab. Hölty (an meine freunde) 94, ausgabe von 1869. 2@d@d@22)) gewaltsam fortgetrieben stets von strömen gleich entstammten bluts, wird, wo er geht, sie neu der schwarze Ares des blutmahles entsetzen geuden. W. v. Humboldt (Agamemnon) 3, 86; ihm ihre urnen gieszen alle quellen, die ströme willig ihm die wasser geben, und die schwarzbusig in den lüften schweben, ihm regen geudend seine fluten schwellen. sonette (Poseidon) 112. 33) sonderentwicklung der nominalformen. 3@aa) das participium präsentis zeigt, absolut gebraucht, bestimmte aus seiner adjectivischen natur entspringende besonderheiten der bedeutung: 3@a@aα) nû kômen zuo im sâ die Bêheimherren alle mit geudundem schalle. Ottokar 91054; grôz was der Unger schal, von den Tiutschen ouch erhal manic geudenz ruofen. 11066. 3@a@bβ) prodigus, ein güdender der do boszlich und wüstlichen das sein verzert. vocab. prädicantium x 4; also ward der güdend übermütig Benedictulus von den hirten gefangen und getötet. Steinhöwel Aesop 231 Österley. 3@a@gγ) wirf, leichtsinniger Rolf,geudendes rohr, wîrf die gigantischen meerschaumköpfe hinweg,die wie Avern schwindel dem hirn und pest dick aufschmauchen. J. H. Voss 3, 24 (an Rolf). 3@bb) der infinitiv entwickelt sich ganz und gar zum substantiv und nimmt in dieser function fast breiteren raum ein als die sonstigen formen des verbums miteinander. in glossen des 13.—15. jahrhunderts tritt er geradezu für arrogantia ein: arrogantia, gauden vel goffen. handschrift des 13. jahrhunderts; arrogantia, gauden (handschrift des 15. jahrhunderts). Schmeller 12, 873; arrogantia, geuden oder guffen. And. 48, 142. ebendort. 3@b@aα) der absolute infinitiv, ohne jede verbindung mit synonymen: 3@b@a@11)) daz er beliben ruchte. bi richer massenie die niht wan geuden suehten. Albrecht v. Scharfenberg Titurel 1334. 3@b@a@22)) nu hôrte ich wunne und fröuden mit jagen schône ab rihten. nieman hab ez für göuden. Hadamar v. Laber jagd 341. 3@b@a@33)) swaz sich sô lât ergâhen, dem wellent si durch göuden jagen alsô nâhen, daz si durch lust ez scheiden gar von fröuden. 388; zu guter arbet bisz nit träg, gewinnen guot, suocht zimmlich weg. vnd rechte mit zuo not vnd eer, du nar durch geuden nit verker. Schwartzenberg 154, 1. vgl. unten durch ein geuden. 3@b@a@44)) es musz alles erarnet werden, glück kompt nit von schlaffen, guot nit von geuden. S. Franck sprichw. (1541) 2, 163a; reichthumb kompt nit von geuten, sonder von kargen leuten. Agricola sprichw. 214a. 3@b@a@55)) swen er dan siht daz sîn hôhvart ân guot mit geuden niht wol vart. Thomasin v. Cerclaere welsche gast 11944; jauchzet dem herrn alle welt mit geuden, und dienet dem herren mit freuden. H. Sachs (hunderte psalm) 18, 388 Keller-Götze. 3@b@bβ) verbindung mit synonymen infinitiven: 3@b@b@11)) schallen und geuden sint mir swære. Thomasin welsche gast 297. 3@b@b@22)) darumb so wil ich bei dir bleiben, zu Alexandria vertreiben allhie mein zeit in wonn und freuden, mit höchstem frolocken nud geuden. H. Sachs (königin Cleopatra) 20, 201 Keller-Götze; der lieb anfang angeht mit freuden, mit frolocken und hohem geuden, doch sie leichtlich verschwelcken thut. (historia Venus) 20, 298, sitzt ob dem tisch frödenrich mit schalkez worten frevenlich gedenckt er kainer frowen wol daz best so man erdencken sol daz nimpt er im ze fröden mit ruemen und mit geuden. Laszberg liedersaal (der wiedertail) 3, 58. 3@b@b@33)) gelobt mag werden on sein selbs geuden und rümen. Albrecht v. Eybe 38a; er sprach: 'all, die sich pletten auff in hoffart und in uebermuet. mit dem har man abpueffen thuet ir ruemen, geudnen und prenckiren.' Hans Sachs das höllenbad 375. ihr sollet euch auch nit lassen verfüren die gemeinen artzt, scherer, bader, platterer, die brauchen grosze red und geschwetz, nichts als eitel berühmen und geuden und ist doch nichts daran. Paracelsus opera (1589) 2, 80; ausz ihrem ubrigen geuden und berühmen eröffnen sich die lügen. chirurgische schriften (1618 Straszburg) 169 C; geuden und berühmen ist ihr beste meisterschafft. 367 B. 3@b@gγ) verbindung mit synonymen substantiven: 3@b@g@11)) sîn name ist vür niht anders guot niwan daz er mit grôzem schalle und mit geudn ze helle valle. Thomasin welsche gast 3696; grôzlich êrten si in, mit geuden und mit schalle freuten si sich alle. Ottokar reimchronik 87888. 3@b@g@22)) sich huop dô giuden unde braht in den herbergen über al. si triben hovelichen schal, die werden geste en widerstrît, biz gein der schœnen tagezît. K. v. Würzburg turnei von Nantheiz 242. 3@b@g@33)) von gîtikeit und von gûden (vergeuden des vermögens). handschrift von der tugende buch (1382 Luzern) cap. 71. vgl. Hofmann Germania 17, 53. 3@b@dδ) pronominale und attributive bestimmungen beim substantivierten infinitiv: 3@b@d@11)) sag welches bässer sei, das geitzen oder geuden. v. Birken ostländ. lorbeerhain (Nürnb. 1657) 142; luxuriam fugito, das geuden meid. Morterius (Neisze 1578), vgl. Drechsler Wenzel Scherffer s. 119; man pflac dâ kurzewîle vil, singen harpfen unt mit maneger hande spil, als man in hoven tuot dâ man pfligt vreuden. als uns diu âventiure seit, die vrouwen anderweide wurden schône gekleit ie einiu vür die andern durch ein geuden. ein tanz dâ gemachet wart von rittern und von frouwen. Lohengrin 975; durch ein geuden aus prahlerei. Schmeller 12, 873; wann du zuo vil kosten an ein ding legest, also das es ein güden darusz würt. Geiler v. Keisersberg brösaml. 1, 96d. 3@b@d@22)) ir geuden wert nicht lange. Heinrich v. Neustadt von gotes zuokunft 5759; min truren ist gemant, sust gepfant ist min wan, den ich hete ze vröuden: min göuden ist gar hin getan. Otto zem Turne minnes. 1, 345a v. d. Hagen; der frouwen er zu male verbot beide penninge unde brot zu gebene armen luden daz si nu lieze ir guden. Elisabeth 8046 Rieger. 3@b@d@33)) iur touwec vart mir vreude kan erliuhten baz danne al der bluomen schîn in meien luftes geuden und aller vogelîn süezer sanc. Lohengrin 3687; ja ich kam zuo der getlinge geüden, da riemet sich der Giudewein wie daz er einig wolte drei bestan. Neithart Fuchs 2015 Bobertag; der frawen güt pracht sein gemüt allda in grosses gewden. wann er si truckt und si in schmuckt das mert in baiden fräden. Hätzlerin 1, 27, 261. 3@b@eε) rection des substantivierten infinitivs: Erec herbergte dort von den andern an ein ort. deheinen schalles er began: er lebte als ein wol karger man ungiudeclîchen und wolt sich niht gelîchen einem guoten knehte, und von allem rehte. giudens urloup möht er hân derz dicke für in hete getân. Hartmann v. Aue Erec 2385; vil geudens wart von disem hunt getriben (man lobte ihn sehr). Müncher handschrift (291) 61b. 25a, Schmeller 12, 873; was geudens ist des. Boltz Terenz (1539) 152a.
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Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    geudensw. V.

    Köbler Mhd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    geuden , sw. V. Vw.: s. giuden (1)

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    geudenverb.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    geuden , verb. das wort gehört mit der ganzen sippe der vom gleichen stamme abgeleiteten bildungen wie geudel, geuder, g…

  3. Sprichwörter
    Geuden

    Wander (Sprichwörter)

    Geuden 1. Es isch besser güde-n- und spare as gäng z'chessle-n- und z'chare. ( Solothurn. ) – Schild, 61, 65. Es ist bes…

Verweisungsnetz

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit geuden

6 Bildungen · 1 Erstglied · 4 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von geuden 2 Komponenten

geu+den

geuden setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

geuden‑ als Erstglied (1 von 1)

geudenreich

DWB

geuden·reich

geudenreich , adjectiv, vereinzelte zusammensetzung mit geude ( s. o. ) und zwar in dessen bedeutung von freude, übermuth; es erscheint gera…

geuden als Zweitglied (4 von 4)

aufgeuden

DRW

auf·geuden

aufgeuden des auffgeudens oder verschwendens unverdacht 1722 SiebbLRKomm. 256 Faksimile

vergeuden

DWB

ver·geuden

vergeuden , verb. unnützer weise verwenden, zusammensetzung mit einfachem geuden, das nhd. selten nachzuweisen ist, sich aber mhd. als giude…

Ableitungen von geuden (1 von 1)

vergeuden

DWB

vergeuden , verb. unnützer weise verwenden, zusammensetzung mit einfachem geuden, das nhd. selten nachzuweisen ist, sich aber mhd. als giude…