vielfaltig,
vielfältig,
adj. im entwickelten nhd. sind umgelautete und nicht umgelautete form zu trennen. letztere wird auf falte
bezogen und ist eine typische zusammenbildung (vielfaltiger mantel), vielfältig
dagegen wird in diesem sinne nicht gebraucht, sondern bedeutet besonders mehrfaches wiederholtsein, wiederholt, häufig u. ä. dieses vielfältig
kann in älterer sprache auch ohne umlaut erscheinen, ist aber keine zusammenbildung von viel
und -ig
mit dem subst. (
oder verbum),
sondern eine erweiterung des älteren adj. vielfalt (
s. dieses unten),
ebenso wie mannigfaltig
zu mannigfalt.
die adj. einfalt
und mannigfalt
sind schon altgermanisch, die verbreitung von vielfältig
fällt in neuere zeit und steht unter dem einflusz von lat. multiplex. die von Diefenbach
benutzten glossare übersetzen multiplex meist noch mit mannigfalt, -faltig.
multiplex, vielfeltig
gloss. 371
a;
mit beziehung auf falte:
plaga, plagula, ein groszer vielfeltiger schleyer Er. Alberus
nov. dict. genus (1540) 35
a; vielfaltig, das vil falten hat, von mancherley gestalten unnd weysen,
multiplex, varius Maaler 448
d; vielfältig,
vielfach, mancherley Krämer
deutsch-ital. dict. (1678) 1137
a; mannigfaltig, vielfaltig,
multiplex, multifarius, diversus Stieler 431; vielfälltig,
multiplex Steinbach 1, 368; Frisch 2, 400
c; vielfältig Adelung; Campe
trennt vielfaltig,
viele falten
habend, werfend, und vielfältig, '
viele mahl genommen'.
das wort, das in moderner sprache zurücktritt, kommt meist in attributiver oder adverbialer anwendung vor (
vgl. vielfach). 11)
in der grundbedeutung ist wesentlich das vielmalige vorhandensein, das vielmalige wiederholtsein. damit verbindet sich aber bald die vorstellung der abwechslung, veränderung bei der wiederholung oder vermehrung. während verschieden
in seiner anwendung seine bedeutung ganz verlieren kann (verschiedene male hab' ich gehört),
wird bei vielfältig
im gebrauch oft grade die verschiedenheit
betont, doch braucht eine klare vorstellung überhaupt nicht vorzuliegen. Adelung
berücksichtigt diese färbung des sinnes nicht: vielfältig,
adj. u. adv., welches mit dem vorigen (vielfach) eigentlich gleich bedeutend ist. vielfältige frucht bringen. am üblichsten ist es figürlich für oftmahlig, häufig. auf vielfältiges bitten. Campe
übernimmt diese bestimmungen. doch ist, wie die belege zeigen, der übergang alt, wenn auch in den einzelnen fällen oft die deutlichkeit der vorstellung fehlt. 22)
quotuplex, wie vilfeltig Diefenbach
gloss. 481
c; wie vielfälltig,
quotuplex Steinbach 1, 368;
vgl. vielfältigen,
multiplicare; so besonders das adv. (
über dessen gebrauch s. unten): es ist niemand, der ein haus verlesset, oder eltern, oder brüder, oder weib, oder kind, umb des reich gottes willen, der es nicht vielfeltig wider emphahe
Luc. 18, 39 (saei ni andnimai managfalþ Wulfila); bat got wolt jm solcher eer vilfeltig vergelten Schaidenraiszer
Odyssea (1537) 61
b; tragt siebenfältig und mehrfältig, so vielfältig als es eurem eigenthümer nützlich und selig ist Hippel
lebensläufe (1778) 2, 618; o vilfaltig selig seind die dasigen kriechen (
die vor Troja gefallen sind) Schaidenraiszer
Od. 22
a; ändlich aber, nahch-däm si ihr versähen vihl-fältig erstattet hatte Zesen
adriat. Ros. 14
neudr.; die mitlauter so vielfältig einzuteilen Bellin
rechtschreibung 18; das den werth des meinigen vielfältig überstieg Schnabel
insel Felsenburg 43, 8
Ullrich; die blüthe ist vielfältig ... zehnzählig (
vielmal zu 10
blättern) Oken
allg. naturgesch. 3, 3, 1914;
s. weiter unter 7.
das adj. im gegensatz zu einfach oder bestimmt-mehrfach, zu einmal vorhandenem oder bestimmt-mehrfach vorhandenem; darumb sol got billich und natürlich in der ainikait höher steen uber menschliche natur, die ainig ist im geslächt aber vilfeltig in der zal Berthold v. Chiemsee
tewtsche theologey (1852) 54; unter den fischen haben ettliche vilfaltige, ettliche aber zwifache ohrwangen Heyden
Plinius (1565) 348; unnd ein jeglichs simplex, wie dasselbig ist an jhm selbst, das wirdt durch die kunst in vilfeltig wesen gebracht Paracelsus (1616) 1, 257 B; wan gott der allmächtig dich eintzigen menschen duppel unnd vilfältig machen wolte Spee
güldenes tugendbuch (1649) 497; das geschlechte der nenwörter ist einfältig, oder vielfaltig ... das vielfältige ist entweder zweyerley, oder allerley Gueintz
deutscher sprachlehre entwurf (1641) 34; 33)
nach dieser bedeutung nun in allgemeiner anwendung, vielfach, vielmalig, oft wiederholt u. ä. vom echo: unversehnlichem klapff, den mir echo durch vielfältige verdoppelung grausamer machte
Simpl. 18
neudruck; die öde stille des groszen hauses gab in vielfältigem echo das gepolter der thüren zurück W. Hauff
werke 1, 34 (D N L);
attributiv beim singular: sie zu trösten und zu erhalten ym glauben ynn solchem vielfeltigen unfal Luther 23, 503
Weim. ausgabe; auff dise vielfeltige vermanung Catonis, beschlosse der rath, man solt Carthago mit krieg angreiffen Franck
chron. Germaniae (1538) 13
b; nach vilfeltiger anfechtung
chron. v. Kaisheim 115 (
lit. ver.); dasz sie seines vielfeltigen abwesens ... halber, manchmal in groszen sorgen stunden
Amadis 31 (
lit. ver.); mit vielfaltigem sieg wieder dero feinde begnadet Chemnitz
schwed. krieg 1 (1648),
widm. 6; nachdem ich ... das magnifique wesen zu admiriren vielfältige gelegenheit gehabt Schnabel
insel Felsenburg 9 (D L D); sage herrn Ramler, nebst meinem vielfältigen empfehl Lessing
3 17, 230; die vielfältige theilung des geschlechts derer von Schnuck Immermann 1, 52
Boxberger. in besonderer wendung: damen ... als der vielfältige (
häufige) gegenstand der gedichte Herder 18, 34
Suphan. prädicativ im sinne von häufig: der stein gattes oder gagates ... ist da vielfeltig Franck
weltbuch (1534) 69
a; als sie ein groszen unnd vielfaltigen zeug versamlet (
δύναμιν πολυτελῆ καὶ βαρείαν) Xylander
Polybius (1574) 85;
grosze anzahl bezeichnend: vor jrem (
der Perser) vilfältigem geschosz undt pfeylen Schwarzenberg
d. teutsch Cicero (1535) 60;
auf menge bezogen: die vilfeltig menig
weish. 4, 3 (
erste bibel, lit. verein, variante); aber zu unserer rechnung ist es nutz, nicht allein diese vielfaltige menge der winden zuzulassen, sondern auch doppel machen Agricola
bergwerckbuch (1621) 41;
menge, grösze bezeichnend: so folget gerne vielfältiger schnee Hohberg
georg. curiosa 3 (1715) 97
a; personen, deren würde ... in vielfältiger ruhe und weniger motion besteht Abraham a St. Clara
etwas f. alle 2, 69; so wird das fewer nur gwältiger, stercker, grausamer und vilfältiger H. Sachs 16, 442
lit. verein. ihre vielfältige schönheit, güte, barmhertzigkeit,
la molta sua bellezza u. s. w. Krämer
deutsch.-it. dict. (1678) 1137
a. 44)
besonders gern beim infin., die vielmalige wiederholung der handlung bezeichnend; dabei ist zu beachten, dasz die handlung auch immer von andern wiederholt werden kann; '
von verschiedenen seiten ausgehend',
s. unten. sytmal nieman ist, der uf das vielfältig erfordern meister Ulrichs zun sachen reden will Zwingli
deutsche schriften (1828ff.) 1, 125; ich besorg, wenn diser Parmeno jr vilfaltigs schreyen vil hören werd: das er vermerck, das sie geberen wölle (
vereor, si clamorem eius hic crebro audiat Hec. 3, 3) Boltz
Terenz (1539) 121
b; auf sein vielfaltigs flehen und bitten Kirchhof
wendunm. 2, 48
lit. verein; durch vielfaltiges widerholen der jenigen lehren Moscherosch
insomnis cura parentum 82
neudruck; auf vielfältiges begehren mit kupferstücken geziert Schottel
friedenssieg 1
neudruck, er gab durch schreyen und pfeiffen vielfältiges bedeuten Ziegler
asiat. Banise 518; der drat ist anfangs ein plumpes wesen, aber durch das vielfältige ziehen wird er subtil Abraham a St. Clara
etwas f. alle 1, 360; euer vilfältiges wainen wird euch umb das gesicht bringen
Judas (1686
ff.) 1, 700; welches ihr endlich der mann auf vielfältiges versprechen, widerfahren liesz
Ollapatrida d. Fuchsmundi 332
neudruck: nach vielfältigem anschauen und tasten Immermann 2, 102
Boxberger; starkes, groszes, vieles: das ist durch dein vilfaltig plutverreren gansz abgestelt H. Sachs 22, 86
lit. verein. 55)
auf einen plural bezogen kann es besonders im älteren nhd. wie vielfach
die grosze anzahl bezeichnen und oft durch adjectivisches viel
ersetzt werden: item von den vilfeltigen zügen und reysen, so man von christi geburt anno 1100 bisz disz gegenwertig jar 1540 gehabt hat Franck
chron. Germ. (1538) 165
a; wie mechtig mancher gewesen, oder wie vilfeltige bundgenossen jm zugesprungen sein Mathesius
Sar. (1571) 94
b dagegen aber soll man widerum die schöszlinge am ende des monds, so sie anders sollen vielfaltige früchte tragen, beschneiden Sebiz
feldbau (1579) 323; wann J.
F. G. erweicht wurden durch die vielfältigen schreiben Schweinichen
denkwürd. (1878) 151; dasz vielfältige völcker ihre könige für götter verehret, ist gemein Lohenstein
Sophonisbe anm. zu vers 366; ihr schreiben von Florenz erhielt ich mit zitternder freude und vielfältigen küssen
schriften d. Göthe-Ges. 5, 11; man hat endlich meinen vielfältigen gesuchen, mich in ruhestand zu versetzen, nachgegeben Tieck
schriften 17, 258; von wegen vielfaltigen kriegen welche die bäpst durch ihr betriegen erregt nun hatten lange zeit Fischart
Eulenspiegel 7989
Hauffen; dagegen in der eigentlichen bedeutung: wegen der vielfältigen wörter, die einen zwiefachen und zweifelhaftigen der rede nach, aber einen richtigen und deutlichen verstand geben, wan sie geschrieben werden Gueintz
d. d. rechtschreibung (1666) )( 3
a. 66)
das adverbium im sinne von vielmal, vielmals (
beachte vielfältig mahl,
das eigentlich unter 5
aufzuführen wäre, ferner die paarformel oft und vielfältig),
häufig wiederholt, oft, in vielen fällen. in neuerer zeit wird vielfach
in diesem sinne lieber gebraucht als vielfältig: uber die vilfaltig geschehen warnung von Christo selbst Cronberg
schriften 10
neudruck; habe er seine kinder vielfaltig zur einigkeit vermanet Stumpf
Schwytzer chron. (1606) 173
a; das der herr Christus selbst offt und vielfeltig durch gleichnis und sprichwörter geredet Eyering
proverb. copia (1601) 1,
vorrede 6
a; da man nicht nur auff dasselbige vielfältig gelästert Moscherosch
gesichte (1650) 2, 449; wie er sich denn allbereit vielfältig erboten hatte Weise
die drei klügsten leute (1675) 5; gleichsam ein schlosz der teutschen keysere, darinn sie vielfältig geruhet Birken
der vermehrte donau-strand 29; und kan ichs selbst mit wahrheit bezeigen, dasz mir es vielfältig mahl begegnet ist Schmidt
die gestriegelte rockenphilosophie (1706) 1, 21; Logau läszt vielfältig die geschlechtswörter weg Lessing
37, 354; sie empfiehlt sich ihr und dir vielfältig 18, 209; credit, wird vielfältig durch glaube, in manchen fällen durch borg, ansehen ... bestimmter ausgedruckt Kinderling
reinigk. d. d. sprache (1795) 125; den schöpfer eines künftigen nationaltheaters, nach dem er so vielfältig hatte seufzen hören Göthe 21, 47
Weim. ausgabe; ungeachtet der vielfältig angebrachten schleusen Forster
s. schriften (1843) 1, 70; mit der sie sich am tage wie am abend vielfältig abgab Tieck
schriften 4, 254; gott sey vielfältig gelobt, dasz meine liebe frau nicht singen kann Iffland
theatr. werke 4, 219; auf ausgezeichnet guten vielfältig ausgebesserten chausséen Grabbe 1, 426
Blumenthal; dasz dieses passagenwerk durchgehends geschmackvoll, interessant und vielfältig sehr ausdrucksvoll ist O. Jahn
Mozart 3, 280,
anm. 12.
im sinne von: in vielen fällen, nach vielen seiten, von vielen seiten her, nach vielen beziehungen; auch kann mehr die verschiedenheit in der mehrfachheit hervorgehoben werden (
vgl. unter 7),
in verschiedener weise: mich hindern so vil sorg, die mir mein sinn vilfaltig ziehen (
tot me inpediunt curae, quae meum animum divorse trahunt Andr. 1, 5) Boltz
Terenz (1539) 8
b; dasselbig reichlich und vielfaltig wirt mit nutzlichen lehren und vesten beweisungen dargethon Xylander
Polybius (1574)
vorrede 4
a; es auch sonsten vielfaltig bekennet, mit was unterscheide die teutschen allen andern vorgiengen Schottel
teutsche haubtsprache 22; und was der gleichen vielfältig zu erinnern wäre Weise
politischer redner, vorr. 1; und da man dies (
das vergangene) auf so viel art erzählen konnte, und anfangs im bedürfnisz worte zu finden es so vielfältig thun muste: so wurden in allen alten sprachen viel praeterita Herder 5, 85
Suphan; für alles das gute zu danken, was sie meinen kindern während ihres aufenthaltes in Berlin reichlich und vielfältig angedeihen lassen Göthe
briefe 32, 222
Weim. ausgabe; dergleichen gefahr kam oft so schnell und vielfältig, dasz die leute selten ihre gewöhnlichen ruhestunden genieszen konnten Forster
s. schriften 1, 116; für musik ist hier ungemein viel empfänglichkeit und sie wird vielfältig ausgeübt
Göthejahrbuch 12, 84; der graf vom Strahl, uns vielfältig und von guter hand bekannt H. v. Kleist
Käthchen 1, 1; ein vielfältig bewegtes gesicht (
wohl mit bewusztem anklang an falte) Heine 3, 255
Elster; (
kleidung) sehr abgetragen und vielfältig geflickt Ch. v. Schmid
ges. schriften 16, 209; so weisz die kunst vielfältig anzubauen der fabel, der geschichte reich gefild Göthe 4, 60
Weim. ausgabe; auch herr Jobs gedachte mit seinem vermögen noch vielfältig zu stiften nutzen und segen Kortum
Jobsiade 3, 181;
gesteigert: eine textstelle aus der bibel kann von den theologen nicht vielfältiger besprochen, ausgelegt ... werden Pückler
briefwechsel u. tageb. 3, 124. 77)
ebenso kann natürlich im gebrauch des adjectivums die vorstellung der verschiedenheit, des in abweichender weise auseinandergehenden, mannigfaltigen hervortreten, doch zeigen die belege, dasz hier die übergänge oft unmerklich sind und dasz oft überhaupt kein übergewicht für die eine oder andere seite vorhanden ist. ferner ist zu beachten, dasz in dieser anwendung vielfältig
im wettbewerb mit mannigfaltig
unterliegt. 7@aa)
der sinn von verschieden, andersartig im einzelnen, auseinandergehend in eigenschaften, mannigfaltig tritt bei prädicativer anwendung häufig hervor, doch kann das gewicht auch mehr auf dem gegensatz zu einfach
liegen (
s. oben 2): gottes würckung erscheint vielfeltig nach gelegenhait unnd verwanndlung des menschen Berthold v. Chiemsee
tewtsche theologey (1852) 263; so vielfältig sind die arten, dir seine ehrerbietung zu bezeigen J. E. Schlegel
werke 3, 480; und das macht mir das leben so vielfältig und wandlungsreich Schnitzler
Anatol (1901) 82; seint die kinder noch jung und klein, die sorg klein und vilfeltig sein H. Sachs 22, 267
lit. verein. 7@bb)
ferner, wenn das adj. gesteigert wird, besonders beim superlativ: je vielfacher die verrichtungen und bestimmung der thiere; je zerstreuter ihre aufmerksamkeit auf mehrere gegenstände, je unstäter ihre lebensart, kurz je gröszer und vielfältiger ihre sphäre ist Herder 5, 23
Suphan; durch die vielfältigsten, sämmtlich miszglückten versuche Fr. Schlegel
werke 5, 129;
der superlativ im gegensatz zum superlat. von einfach: die einfachste handlung bringt oft den vielfältigsten segen Pückler
briefwechsel u. tageb. 1, 127. 7@cc)
bezogen auf art, weise, beschaffenheit: wie dann im Grobiano vilfeltiger weisz begryffen Lindener
schwankbücher 54
lit. verein; ahrten der gedichte, so von vielfältiger beschaffenheit der sachen her-rühren Zesen
verm. Helicon (1656) 1, 13; ich musz an das vergangene, und in Dresden auf so vielfältige art erhaltene gute zurückdenken Gottschedin
briefe 1, 276; sich fremde ideen zuzueignen ... und seine eigenen auf vielfältige weise umzudrehen Göthe 45, 204
Weim.; desgleichen auff vielfeltig arth den gesten fürgetragen ward uberaus sehr köstlicher wein Thym
Thedel v. Walmoden 1427
neudruck. 7@dd)
als attribut bei sinnlichen gegenständen und personen: der auserlesenen vilfaltigen blumen Guarinonius
grewel d. verwüstung (1610) 903; wegen der zarten rinden, in welche die vielfältige striche und buchstaben leichtlich konten eingeschnitten werden Harsdörffer
teutsche secretarius 1, a 6
b; in betrachtung vielfältiger narren Weise
erznarren 8
neudruck; (
im bilde:) in der seele liegt die zukunft in vielfältigen knospen B. v. Arnim
die Günderode 1, 46; wer preis't genug des mannes kluge hand, wenn er aus draht elast'sche federn wand, vielfält'ge pappen auf die lättchen schlug Göthe 16, 136
Weim.; vielfält'ger nelken, eitler tulpen pracht 139.
zusammensetzung aus vielen, verschiedenartigen theilen: die silberweiszen schindeldächer des vielfältigen gebäudes leuchten weit hinaus in die gegend Rosegger
schriften (1895
ff.) 12, 149;
mannigfaltigkeit: solte ich nu sein so artliches und vielfeltiges gedicht (
die dichtung des H. Sachs
im ganzen), deszgleichen ihm keiner nachdichten wird, verwerffen Puschman
gründlicher bericht 24
neudruck; uneinigkeit der meinung: damit wöllen wir ein andere und gwissere rechnung von den lxx wochen bestättigen, und der andern vilfeltigen köpff verlegen, dann schier niendert die rabbi und theologen so uneins seind, als in diser rechnung Franck
chronica 83
a (1531).
In besonderer anwendung im gegensatz zu einfältig: die scheinbar einfältigen hatten in sich einen geistigen entwickelungsprozesz durchgemacht, worauf sie ... jene abgerichteten schwätzer und vielfältigen überholten Holtei
erz. schriften 14, 67. 7@ee) vielfältig
als attribut zu unsinnlichem tretend, mannigfaltigkeit, verschiedenheit von eigenschaften, beziehungen, wirkungen, verhältnissen u. s. w. bezeichnend, doch oft in naher berührung mit der oben unter 3
bis 5
belegten gebrauchsweise: vilfaltige grosze ergötzlichkeyt Sebiz
feldbau (1579) 135; die schönheit und vielfältige krafft des bernsteins Micrälius
altes Pommerland (1640)
buch 1, 4; (
er könnte) ausz vielfältiger erfahrung viel gute erinnerung thun Schupp
schriften 10; nach vielfältiger betrachtung meiner körperlichen und geistigen zustände Göthe
briefe 23, 313
Weim. ausgabe; (
wir) kamen bei so vielfältigem aufenthalt (
aufenthalt so verschiedener art) ziemlich spät an bord Forster
s. schriften 2, 248; im anblick der vielfältigen verkehrtheit Görres
briefe (1858
ff.) 3, 108; das erste capitel ... bedarf vor allen vielfältiger berichtigung und erweiterung J. Grimm
deutsche gramm. 2, V (1826); als es nur immer im langen und vielfältigen menschenleben vorkommen kann G. Keller
ges. werke 1, 148; derhalb glaub du einfaltig der heyligen geschrifft! so endtrinst du dem gifft vielfaltiger verwirrung, rotten, secten und irrung H. Sachs 1, 342
lit. verein; wo guter wille, kräftig durch verstand und thätigkeit, vielfältige, zur hand Göthe 15, 14
Weim.; dasz nach des tages vielfält'gem braus .... mir diese trauliche eröffnung wird Immermann 16, 279
Boxberger. 7@ff)
ebenso beim plural, vgl. oben unter 5,
oft in dem abgeblaszten sinn von verschieden,
aber in andern fällen mit stärkerer oder geringerer betonung der verschiedenheit: in solchen seinen vilfeltigen gedancken Wickram 1, 11
lit. verein; so vielfaltige wörter, gebräuche und sitten Schottel
hauptsprache 54; ich zweifle nicht, dasz sie bey ihren langen und vielfältigen studien der arbeit gewachsen sind Göthe
briefe 15, 151
Weim. ausgabe; kaum erwehre ich mich gegen vielfältige anlässe, die mich abziehen wollen von den nothwendigsten schritten 41, 120; Schelling mit uns, wir alle jung und aufstrebend, Novalis-Hardenberg ... diese geister und ihre vielfältigen plane Tieck
schriften 5,
vorwort; auf der andern seite des flusses führt ein sehr angenehmer fuszweg mit vielfältigen aussichten ... nach der groszen Rheinbrücke zurück Pückler
briefwechsel u. tageb. (1873) 2, 109; der sieg der oligarchie durch waffengewalt hatte ... vielfältige miszvergnügte gemacht Mommsen
röm. gesch. 2, 304 (2.
aufl.); schon seine vielfältigen berufsgeschäfte nahmen seine volle thätigkeit in anspruch Keller
ges. werke 1, 26; mancherley wolthat, die gott aus gnad verliehen hat mit seinen vilfeltigen gaben H. Sachs 18, 187
lit. verein. —