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schlotte

nhd. bis Dial. · 5 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
7 in 5 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schlotte f.

Bd. 15, Sp. 784
schlotte, f. 11) als pflanzenname, s. oben schlote. 22) nebenform zu schlot und in gleicher bedeutung wie dieses Adelung unter schlot. 33) schlott (f. oder m.?) bezeichnet eine dünne eisige stelle in dem sonst fest gefrorenen flusse (Rheinhessen) Kehrein 267; in gleicher bedeutung wird lotte gebraucht, s. Kehrein a. a. o. Pfister 166, oben theil 6, sp. 1209. 44) schlotten (daneben kalk-, wasserschlotte) nennen die bergleute höhlen, klüfte, die sich in kalk- oder gypsgebirgen finden und das wasser verschlingen Veith bergwb. 422. Jacobsson 3, 633b; das schachtartige scheint zur benennung veranlassung gegeben zu haben, sodasz man dieses schlotte wie das unter 2 angeführte als nebenform zu schlot ansehen kann. 55) ein bair.-österr. schlotte (vgl. engl. slud, schlamm, kot, to slod durch schlamm waten, mundartlich) wird im sinne von schlamm gebraucht: die schlott, schlött, schlutt, das geschlött, geschlutt, schlamm, kot, thauwetter Schm. 2, 538, vgl. slôte (oder slote?), schlamm, lehm Graff 6, 792; wäre die länge des vocals gesichert, so könnte man in der folgenden stelle ein dem hochd. slôte entsprechendes md. nd. slâde ansetzen, und das ô als aus â entstanden ansehen: hilf daʒ der lîp hie kome ûʒ sünden slâde (vom herausgeber zu mhd. slât, nhd. schlôt gestellt). Frauenlob 4, 12. in welcher beziehung steht hierzu das oben sp. 263 erwähnte schlade? zu bair. schlott, schlätt gehört das schlötten, mit schlamm, kot, lehm werfen, arbeiten, lehm an die wand schlötten; eine wand auf-, zesamschlötten, aus lehm aufbauen, u. ähnl. Schmeller a. a. o.; hess. schlotte, schwammiges, lettenes erdreich Pfister 255, schlutte, morast, sumpf (Oberrhein) Jacobsson 7, 244b. geschlutter, geschlitter, schleimige masse Vilmar 356. dem mhd. sluot, f., schlamm, pfütze Lexer mhd. handwb. 2, 992 entspricht bair. schluett, pfütze, lache, schmutzige dirne (zur letzten bedeutung s. unter 6 gegen ende, vielleicht ist dieses schluett trotz des abweichenden vocals der stammsilbe dorthin zu stellen) Schm. 2, 539; schluete, wasserrinne, kleiner graben im felde, auch höhle, schlucht, daneben in gleicher bedeutung schluchte (s.schlucht) Schöpf 625, schluote Lexer 221, schluet, f. wasserrinne, kleiner graben Hintner 219. Schmeller a. a. o. 539 nimmt an, dasz dieses schluett aus schlucht entstanden sei, vgl. Weinhold bair. gramm. § 194. 66) schlotte, schlutte bezeichnet in oberd. mundarten ein kleidungsstück. schlotte, schlutte, kurzes oberkleid mit ärmeln aus grober leinwand oder fehewerk Schm. 2, 537; schlote, schlute, schlutte, weites hemd, welches über ein anderes hemd angezogen kaum auf den halben leib geht, weiberoberrock mit weiten ärmeln, nachtrock; schluttli, nachtröckchen für kinder Stalder 2, 330; vgl. Tobler 390a. Hunziker 225 (hier und bei Seiler 257a als m.). Frommanns zeitschr. 6, 119, 31. Schöpf 626. mhd. slute, f. begegnet in gleicher bedeutung, s. Lexer mhd. handwb. 2, 993. das wort steht in naher beziehung zu schlottern (vgl.schlamp 3, schlampe 1, schlender 2). im nd. finden sich ähnliche bildungen: sladde, lumpen, hader Richey 256, slodde brem. wb. 4, 838, sludde nachtr. 317; vgl. auch slatte brem. wb. 4, 817. Woeste 239; auf eine person übertragen: slodde, sordida et inculta mulier, ambubaia Kilian; so auch von einer männlichen person brem. wb. 4, 838. Dähnert 431a. die gleiche übertragung findet bei dem oberd. worte statt: schlutt, unordentliche, unreinliche, faule, unzüchtige weibsperson; schlutte, m. in ähnlicher bedeutung von einem manne Schmid 468. Spreng bei Seiler 257a.
3580 Zeichen · 89 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    SchlotteDie

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    1. Die Schlotte , Mz. — n, s. Schlot .

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schlotte

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Schlotte , s. Physalis .

  3. modern
    Dialekt
    Schlottef.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Schlotte f. : 1. 'röhren- oder schlauchförmiger Stengel an bestimmten Pflanzen, bes. Lauchgewächsen, auch die Pflanze se…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schlotte

114 Bildungen · 114 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von schlotte

schlotteln + -e

schlotte leitet sich vom Lemma schlotteln ab mit Suffix -e, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

Zerlegung von schlotte 2 Komponenten

sch+lotte

schlotte setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schlotte‑ als Erstglied (30 von 114)

schlottechtig

DWB

schlottechtig , adj. laxus, flaccidus, vietus Dasypodius.

Schlottelfaß

PfWB

schlottel·fass

Schlottel-faß n. : ' Wetzsteinbehälter ', Schlorrelfaß (slorəlfas) [ KL-H'spey Mehling ]; Syn. s. Schlotterfaß .

schlottelfett

PfWB

schlottel·fett

schlottel-fett Adj. : ' sehr fett, schwammig fett ', von Mensch und Tier, schloddelfett [ LA-Gommh ]; vgl. schlabber-, schlocker-, schlotter…

schlottelig

PfWB

sch·lottelig

schlottelig Adj. : 1. 'beweglich, schlotternd', schlottlich (šlodliχ) [ Heeger Nachl.]; vgl. schlotterig 1 a. — 2. = schlottelfett [ GH-Erlb…

schlotteln

PfWB

sch·lotteln

 schlotteln schw. : ' trödeln, bummeln, schlenkern ', schlodle [ Lambert Penns 135]; vgl. schlottern 2 b; Zs.: aneschlotteln .

Schlottenbach

PfWB

schlotten·bach

Schlotten-bach fiktiver ON als Neckname für SP-Schiffstdt, Schlottebach [ Seebach Neckn. 62]; vgl. Schlotte 2. —

schlottenblume

DWB

schlotten·blume

schlottenblume , f. anemone pulsatilla, küchenschelle, die falsche schalottenblume Nemnich ; schlotten-, schlotterblume Pritzel-Jessen, s. o…

Schlottenkuchen

PfWB

schlotten·kuchen

Schlotten-kuchen m. : 'Kuchen mit Zwiebel(schlotten)auflage', Schloddekuche [ ZW-Kl'bundb O'aub PS-Winz LU-Alsh Hochd LA-Gommh BZ-Gleisz/Gle…

Schlotter(e)teⁿ

Idiotikon

Schlotter(e)teⁿ Band 9, Spalte 790 Schlotter(e)teⁿ 9,790

Schlotteräpfel

Meyers

Schlotteräpfel , s. Apfelbaum , S. 612, 2. Spalte.

schlotterapfel

DWB

schlotter·apfel

schlotterapfel , m. ( vgl. schlotternase ), name einer äpfelart; die kerne liegen hohl im gehäuse und geben beim rütteln der frucht einen kl…

Schlotterbahn

RhWB

schlotter·bahn

Schlotter-bahn -ǫtər- Sieg-Kuxenbg ODollend f.: Rodelbahn. — bein (s. S.) Rip n.: verächtl. schlotterndes B. u. Träger eines solchen. Dröckc…

schlotterband

DWB

schlotter·band

schlotterband , n. so heiszen die bänder, womit man in Tirol das beinkleid an den knieen festbindet. Schöpf 624 . s. schlotter 4.

schlotterbauch

DWB

schlotter·bauch

schlotterbauch , m. vom mageren: trägt abcbuchs-angesicht und schlotter-bauch und wade. Bürger 40 a . aber auch von einem bauche, der vor fe…

Schlotterbeck

DRW

schlotter·beck

Schlotterbeck, m. Bäcker, der Backwaren mit Sauermilch herstellt die sloterpecken sollen allein an den sambstagen vnnd gewonlichen merckten …

schlotterbein

DWB

schlotter·bein

schlotterbein , n. : schlenker-, schlotter-, schieb-, schiekbein, valgus, praevaricans Stieler 125 ; hierzu schlotterbeinig, adj.