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schlemmen

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schlemmen verb.

Bd. 15, Sp. 625
schlemmen, verb. 11) prassen, schwelgen. das inlautende mm, assimiliert aus mp (vgl.slem, slemp, comessatio Kilian) weist auf md.-nd. ursprung der wortform hin, die der wortgruppe schlamp, schlamm, schlampen zugehört, vgl. besonders unter schlamm sp. 428, schlamp sp. 434. das mit schlemmen häufig verbundene demmen (theil 2, sp. 709) zeigt im inlaut die gleiche assimilierung; neben ihm steht dämpfen, dempfen sp. 717. Zarncke zum narrenschiff 16, 60, vergl. auch dampf 6 a. a. o. sp. 715. slempen, slemmen, comessari Kilian; schlemmen, prassen, popinare, graecari, crapulari Dasypod.; schlemmen, im dampff ligen, prassen. Maaler 356a; demmen, dempffen, schlemmen, im luder liegen, fressen. Henisch 673, 28; schlemmen, popinari, comessari, nepotari Schottel 1401; schlemmen und demmen, diem noctemque potando continuare Stieler 1827; tag und nacht schlemmen. Steinbach 2, 441. Frisch 2, 196c; bei Adelung in der schreibung schlämmen; nd. slomen, slommen Schiller-Lübben 4, 247a, slmen Danneil 196a (dieses o ist aus e entstanden, s. Lübben mnd. gr. 23). in älterer hochdeutscher sprache tritt vor t der endung, wie oft im gleichen falle nach m, ein p auf. gewöhnlich wird schlemmen ohne object gebraucht: sey nicht ein brasser, und gewehne dich nicht zum schlemmen. Sirach 18, 32; wie jr brauch ist, fiengen sy dapffer an zuoschlemmen. Wickram rollwagenb. 121, 2; ausdeutend: solch schlemmen, da einer durch den bauch gehen lesset, wie durch einen durchlasz oder schlam graben, verschlemmet alles und verschleimet seele, leib und magen. Mathesius Syrach (1586) 1, 116a; diese knecht haben in der stadt gelegen und geschlemmet. Hennenberger preusz. landtafel (1595) 146; er schlemmet weidlich, kleidet sich mit seinem weib auch stadtlich. 230; nimme hin isse, und schlemme nur dapffer, du hast eine bessere malzeit als der bapst. Lazarillo de Tormes 53 (1617); ich will seiner frau ... anzeigen, dasz er bei mir schlemmt. Hebbel (1891) 9, 54; ich wil mein guot verprassen mit schlemmen fruo und spat. Uhland volksl.2 449 (no. 213); mir wird nicht mer zu diser frist denn schlemmen umb und an. 450; lasz schlemmen mich und auch den man. H. Sachs 14, 119, 10 Keller-Götze; man tregt mir tranck und speise zu und lest mich schlemmen wie ein schwein. Rollenhagen froschm. (1595) E 3b. wendungen mit präpositionen: in Rheinwein und austern schlemmen; denn auf fremd und geborget gut schlemmen und wolleben, das ist diebstal und rauberei. Mathesius Syr. (1586) 1, 89b. mit angabe des objects im accusativ: mein iuncker hat ein al in dem fischtrog lauffen, wöllen ir mir helffen, so wöllen wir in schlemmen. Pauli schimpf u. ernst 19 Österley; da er einen behodeten esel sah seins gleichen munds disteln schlemmen. Fischart Garg. 156b; ich aber schlemt ein schweinen braten. H. Sachs 5 (1579), 358a; das die Deutschen wie lewen sein, und zwar mit gewalt brechen ein, aber wenn sie gnug zu schlemmen haben, sicher werden, und faule knaben. Rollenhagen froschm. (1595) Ss 3b. gern wird schlemmen in reimender formel mit demmen zusammengestellt, vergl. oben theil 2, sp. 709 unter dämmen und auszer den dort angeführten stellen noch: schelten nun uns als die nichts künnen, zue nichte guet sein dan zue rasln und prasln, saufen und trinken, schlemmen und demmen, haiszen uns die groben unsinnigen trunken vollen Teutschen, alweg vol und selten lär. Aventinus b. chron. 1, 116, 29; das seynd die bischoff, die yres ordenlichen ampts vergessen, sint worden animalia ventris, und sprechen: kommet und last uns schlemmen und temmen. Luther 9, 507, 7 Weim ausg.; dann wöllen wir schlemmen und demmen dasz es rauchen musz. Schade sat. u. pasqu. 3, 109, 12; still ligen, schlemmen und demmen. 32; spilen, schlemmen und temmen. Wickram rollwagenbuch 76, 9 Kurz; ewr freuntschafft ist schlemmen und temen. H. Sachs fastn. sp. 2, 40, 79 neudruck. oder es wird sonst mit sinnverwandten ausdrücken verbunden: se mogen slomen unde brassen, de dat gelt hebben in der kisten. quelle bei Schiller-Lübben 4, 247b; las mich nicht in schlemmen und unkeuscheit geraten. Sir. 23, 6; auff das ein mönsch sollichen frasz, prassen, und schlemmen, in gewonheit bring. Keisersberg hellisch löw c 3a; hat .. hin und wider in den dorffern mit seinen gesellen geschlempt und gezecht. Pauli schimpf u. ernst 112b; da fieng der son allererst an zu schlemmen und spielen. 139a; alda fräszen und trünken si, sauften und slempten. Aventinus bair. chron. 1, 812, 2; so müszte er die nacht zu dem tag wachen, schlemmen und zehren. Kirchhof wendunm. 1, 556 Österley; so schlemmen wir, und tabernyeren frömde prasser, wir mit uns heym füren. Brant narrensch. 81, 17; so fyndt man by jn schlemmen und brassen. 95, 16; das sie auch wöllen werden reich, schlemmen und faul sein dir geleich. H. Sachs fastn. sp. 1, 28, 226 neudruck; von spihlen, schlemmen, stechen, schlagen. Weckherlin (1648) 416; einem riesen halt' ich stand, wann ich zech' und schlemme. Bürger 50b; nun soll'n die wissenschaften auch getrieben werden endlich. immer schlingen, schlucken, schlemmen ist, bei gott dem herrn, fast viehisch. Immermann 12, 59 Boxberger. vgl. Schöpf 620. übertragen: ein unheiliges schlemmen und prassen in gefühlen. J. Paul Titan 2, 133. 22) schlemmen für schlämmen (sp. 431) Jacobsson 3, 622a; einen teich, flusz, graben schlemmen, ihn von schlamm reinigen Campe: das sich die aschen durch das sieblein in ein schaff oder fäszlein schlembt. Erkner beschreib. der erzt (1580) 9b; wenn auch der strom rollender jahrhunderte je vermögen sollte, eine barbarei über Europa zu schlemmen. Stolberg 7, 315; fruchtbares erdreich ward in ruhigern epochen darüber geschlemmt. Göthe 27, 52; indem das wasser alles durch einander schlemmte. 142; herüber schlemmt er (der flusz), es ist ein brey. 3, 185. nd. slemmen in gleicher bedeutung ten Doornkaat Koolman 3, 195a.
5880 Zeichen · 121 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schlêmmen

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Schlêmmen , S. Adelung Schlämmen .

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    schlemmen

    Goethe-Wörterbuch

    schlemmen s schlämmen Michael Schilar M.S.

  3. modern
    Dialekt
    schlemmen

    Elsässisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    ‘ schlemmen prassen’ Dasyp. ‘Von schlemmen und demmen’ prassen Geiler S. M. III 6 .

  4. Sprichwörter
    Schlemmen

    Wander (Sprichwörter)

    Schlemmen 1. Die mögen schlemmen und prassen, die das Geld in der Kiste haben. Bei Tunnicius (664) ; Se mogen slomen und…

  5. Spezial
    schlemmen

    Russ.-Dt. Übers. (de-ru)

    schlemmen (Lakune) кутить, лакомиться, вкусно поесть

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schlemmen

6 Bildungen · 2 Erstglied · 1 Zweitglied · 3 Ableitungen

Zerlegung von schlemmen 2 Komponenten

schlem+men

schlemmen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schlemmen‑ als Erstglied (2 von 2)

schlemmen III

RhWB

schlemmen III -ę- nur in den Städten schw.: prassen, mit Behagen viel essen. — Abl.: die Schlemmerei, dat Geschlemm(s), der Schlemmer.

schlemmen als Zweitglied (1 von 1)

verschlemmen

DWB

versch·lemmen

verschlemmen , verb. durch schlemmerei durchbringen, mhd. und mnd. nicht nachgewiesen. zusammensetzung mit schlemmen, dessen bedeutung die v…

Ableitungen von schlemmen (3 von 3)

beschlemmen

DWB

beschlemmen , maculare, allein die magd schlugs in ihr hembt, schad nit, wars schon ein wenig bschlembt. Waldis Esop 4, 90 . s. beschlammen …

verschlemmen

DWB

verschlemmen , verb. durch schlemmerei durchbringen, mhd. und mnd. nicht nachgewiesen. zusammensetzung mit schlemmen, dessen bedeutung die v…

Zerschlemmen

Campe

Zerschlemmen , v. trs . aus einander schlemmen, schlemmend zertheilen und wegführen. D. Zerschlemmen. D. — ung .

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APA
Cotta, M. (2026). „schlemmen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schlemmen/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „schlemmen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schlemmen/dwb. Abgerufen 15. May 2026.
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Cotta, Marcel. „schlemmen". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schlemmen/dwb.
BibTeX
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