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widerstrebig

nhd. bis Dial. · 3 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
3 in 3 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

widerstrebig adj.

Bd. 29, Sp. 1313
widerstrebig, adj. (vgl. auch oben widerstreb(e), adj. u. strebig, adj., teil 10, 3, sp. 1081.), 'widersetzlich, zu widersetzlichkeit geneigt'. mhd. widerstrëbic Lexer 3, 860; mnd. wedderstrevich, -strevech Schiller-Lübben 5, 638a (s. auch unten die chroniken-belege); mnl. wederstrevich Verwijs-Verdam 9, 1, 1989; ndl. we(d)erstrevig van Dale nieuw groot woordenboek 72086b. — -isch-ableitung: wedderstreevsch 'widersetzlich' (Pinneberg, Hamburg, Altona) Schütze Holstein 4, 347. — von den histor. lexika seit dem 15. jh. erfaszt: obstinax wydderstrebech (15. jh., md.) Diefenbach gl. 390b; contumax widderstrebick, -sprechig (ende d. 15. jhs.) ebda 148a; oppositissimus gantz widerstrebick, widerstellig Melber voc. predic. (1482) S 3b; inobediens widersessig, widerstrebig, widerspenstig Schöpper synon. (1550) b 8a; contrarius widerig, widersträbig Frisius dict. (1556) 325a; widerstrebig, so gern andern zuwider ist qui prend plaisir à contredire à vn aultre, chi se diletta di opporsi ad alcuno Hulsius-Ravellus t.-frz.-ital. (1616) 412a. Campe wb. 5 (1811) 703b kennzeichnet das wort als veraltet und der erneuerung anscheinend nicht mehr fähig. literarische bezeugung: dat he (ein könig) to Rome vore mit hereskreften; ein wedderstrevich land wolde he vil gerne irvechten (1216) Eberhard reimchron. v. Gandersheim 1800 Weiland; die toren widerstrebik sint, daz schadet in dikke sere (2. hälfte d. 13. jhs.) meister Kelin in: minnesinger 3, 20a v. d. Hagen; in dem ... jar de Sassen worden aver wedderstrevich (Magdeburg, nicht vor 1360) städtechron. 7, 29; Tile Hageman is deme rade wedderstrevich geworden (Braunschweig 1491) ebda 16, 265; das dise statt (Karthago) ... 120 jar (den Römern) widerstrebig gewesen S. Franck chron. zeytb. (1531) 20a; sie solten die widerstrebige und sonderlich die stiffter des auffruhrs ohn alle barmhertzigkeit hart straffen Jean de Serres frantzös. hist. (1574) 14b. gern neben adjektiven ähnlicher bedeutung: gehessig, widerwertig vnd widerstrebende (var. widerstrebig) sol ich (der ackermann) euch (dem tod) immer wesen (wohl 1520/34) ackermann a. Böhmen 7 Bernt-B.; ich halts darfür, das sie (die leibeigenen) abtrennig vnd widerstrebig gewesen sindt (1517) Burkard Waldis Esopus 1, 181 Kurz; da man ein (opfer-) rind zum altar bringet, das nicht stille stehet, sondern wederstrebig vnd hinderstellig wirt Heyden Plinius (1565) 238. wiederholt mit un(ge)horsam gepaart: desulve hertige Hinrik unde Ludolfes worden na der tyd wedderstrevich unde unhorsam dem keisere (Lüneburg 1414) städtechron. 36, 53; (er) unsem deken (dekan) wedderstrevech unde unhorsam ... gheworden is (Braunschweig 1418) ebda 16, 48; bistu inne (den eltern) icht ungehorsam gewest und widerstrebig? beichtspiegel v. 1474, bei: Geffcken bildercatechism. 1, beilagen 102. — auf sachliches angewandt: (maledictus furor eorum, quia pertinax) vormaledyet sy Oer torne, wente de is wedderstreuich Halberstädter bibel (1522) 1. Mose 49, 7; doch widerspenig erste dt. bibel 3, 214, 41 lit. ver.; darmit verwirfft er die traditiones, so fern sie gottes gebot widerstrebig sind Wicelius v. d. christl. kirchen (1534) J 1b. Rückert greift das zu seiner zeit bereits veraltete wort (s. oben Campe) in abweichender bedeutung ('zuwider', s. widerstreben 4 d) wieder auf, ohne es doch erneuern zu können: nicht die kröten nur allein und schlangen machen mich vor gift und unrath bangen; auch die frösche, die so munter hüpfen, und eidechsen, die so zierlich schlüpfen. kaltes blut ist warmem widerstrebig w. (1867) 2, 420. —
3606 Zeichen · 80 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Widerstrébigadj, adv

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    ✱ ✱ Widerstrébig , adj . u. adv . widerstrebend. Mahler.

  2. modern
    Dialekt
    widerstrebig

    Rheinisches Wb.

    wider-strebig wī·ə.rštrēwəχ Wuppert-Kronenbg Adj.: -spenstig.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit widerstrebig

1 Bildungen · 1 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von widerstrebig

widerstreben + -ig

widerstrebig leitet sich vom Lemma widerstreben ab mit Suffix -ig, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

Zerlegung von widerstrebig 2 Komponenten

wider+strebig

widerstrebig setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

widerstrebig‑ als Erstglied (1 von 1)

widerstrebigkeit

DWB

widerstrebig·keit

widerstrebigkeit , f. , wiederholt im mnd.; wedderstrevicheit Schiller-Lübben 5, 658 a ; rebellio weder streuicheyt Diefenbach gl. 486 a : g…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „widerstrebig". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/widerstrebig/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „widerstrebig". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/widerstrebig/dwb. Abgerufen 18. May 2026.
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Cotta, Marcel. „widerstrebig". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/widerstrebig/dwb.
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