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sechs

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

sechs

Bd. 15, Sp. 2774
sechs , zahlwort, sex. 11) formales. 1@aa) goth. saíhs; ahd. mhd. sehs; as. sehs, ses, mnd. ses, sos, nnd. sos, sös, ses; mndl. ses, nndl. zes; ags. siex, six, syx, engl. six; altnord. schwed.n. sex; fries. sex. zum ältesten sprachgut der Indogermanen gehörig. vgl. griech. Ϝέξ, ἕξ; lat. sex; altir. sé, cambr. chwech; zend. khṣvas; sanskr. ṣaṣ; lit. szeszì, m., szészios, f.; kirchenslav. sestĭ. Fick vgl. wb.4 1, 152. als mutmaszliche bedeutung der erschlossenen indogerman. grundform sveks wird dort angesetzt: um eins wachsend (se-veks), was durch die zunächst abschlieszende bedeutung von fünf als zahl der finger gerechtfertigt wird. 1@bb) die lautliche geltung von chs in sechs ist wie in dachs, flachs, fuchs, lachs, wachs, achsel, eidechse, ochse, wechsel u. s. w., heute ks, x. früher ist die in der schreibung erhaltene spirans, die regelrechte germanische entsprechung eines indogermanischen k, auch gehört worden, im hochd., wie man aus der erhaltenen schreibung schlieszen darf, wol länger als in den andern germanischen dialecten, die früh anstatt des goth. hs x oder mit assimilierung des h s schreiben. die ansätze zu der heutigen aussprache finden sich schon im ahd., wo neben der regelrechten schreibung mit h als ausnahme die form sex begegnet (ebenso in andern wörtern x statt hs) Braune ahd. grammatik § 154, anmerk. 4. auch später ist die schreibung mit x bezeugt, die im allgemeinen in solchen wörtern neben der mit gs seit dem 14. jahrh. häufiger wird. Wilmanns gramm. 1, § 91: item erkenne die scheffen, dass die hobsleut macht haben zu fischen bey irem juncker, ein hobman mit sex karr. weisth. 2, 569 (Niederweis, von 1497); vier, funffe, sex, sieben, eichte. Alsfeld. pass. 3200 Grein. daneben die assimilierung des h zeigende form ses. Breslauer urkunde von 1261 bei Lexer mhd. handwörterb. 2, 841, die unter fremdem einflusz als spielerausdruck auch in neuerer zeit erscheint. vergl. sechs, f.: [] der sechst warff nach seiner zahl sesz. Fischart 2, 150, 574 Kurz. dafür auch saysz: alle saysz. Frischlin nomenclat. (1586) 279b (cap. 176: de ludis et rebus ludicris). die durchaus überwiegende nhd. form ist sechs in dieser schreibung oder in älterer zeit auch mit leichter abweichung sechsz geschrieben. Maaler 368d. in hochd. mundarten erscheint der vocal verändert zu i, a, ö, ei. Haupts zeitschrift 36, anzeiger 18, 413. 1@cc) goth. saíhs zeigt keine flexion, auch altnord. sex erscheint nur unflectiert. die westgermanischen dialecte zeigen dagegen die neigung, in gewissen gebrauchsarten (s. unten 2, a und b) flexion eintreten zu lassen, und zwar nach der i-declination, ahd. sehsi, dat. sehsim, wozu dann ahd. noch ein nach der adj.-declination gebildetes neutrales sehsiu, fränk. sehsu tritt. einmal ist auch ein nach der starken adj.-declination gebildeter nom. masc. sehse bezeugt. Isidor 20, 6 Hench (die stelle s. unter 2, a, α. das seit dem 10. jahrh. begegnende sechse ist dagegen einfach aus sehsi entstanden). Braune ahd. gramm. § 271, b. mhd. setzt sich diese flexion als sehse, sehsiu, gen. sechser, dativ sechsen fort. mhd. wb. 2, 2, 241b (ohne angabe eines belegs für sehsiu); nhd., wo für alle drei geschlechter sechse eintritt, geht sie im gebrauch zurück, ist aber bis heute nicht wie in andern germanischen sprachen völlig verschwunden. 22) gebrauch. 2@aa) substantivisch, allein stehend oder mit abhängigem substantiv, ahd. mhd. durchgehends flectiert, nhd. nimmt die flexionslose form zu (belege unten). Stieler bemerkt sechs, adj. num. indeclin. nisi per se, et absque substantivo ponatur, tunc enim declinatur sechse, sechsen, doch gibt er selber einen beleg für die unflectierte form in substantivischem gebrauch (s. unten α). 1989. nach Adelung und Campe tritt nur im dativ flexion ein, aber noch heute ist die flectierte form im nom. acc. nicht ganz ungebräuchlich, während andrerseits der dativ im gebrauch als zeitbestimmung die flexion durchgängig gleich dem nom. acc. eingebüszt hat (s. unten δ). ein flectierter genitiv ist nhd. nicht bezeugt. 2@a@aα) alleinstehend: sehs fethdahha uuarun eines, sehse andres. Isidor 20, 6 Hench (Jes. 6, 2); fünffe (teppiche) soltu an einander fügen, und sechse auch an einander. 2 Mos. 26, 9; diese sechs sind jm geborn zu Hebron. 1 chron. 3, 4; die kinder Semaja waren, Hatus, Jegeal, Bariah, Nearja, Saphat, die sechse. 22; die kinder Jedithun waren, Gedalja, Zori, Jesaja, Hasabja, Mathithja, die sechse unter jrem vater Jedithun mit harffen, die da weissagten zu dancken und zu loben den herrn. 26, 3; eine galere, da sechs auf einer ruderbank ziehen, hexeris Stieler 1989; eine senfte von sechsen getragen, hexaphorum. ebenda; si (die Minne) besuoche wâ die sehse sîn: von mir hâts in der woche ie den sibenden tac. Walther 58, 19; hie riten sehse, dort wol drî. Wolfram Parz. 68, 25; daʒ der sehser (der sechs ritter) hant vil rîterlîcher tjoste reit. Willehalm 27, 10; sie (die kunst) schafft zu leben wohl noch zwein, und drein und vieren, frau Sibyll, und fünfen, und sechsen — wie gott will. Ludwig (1891) 3, 650. sprichwörtlich: fünf hinwerffen und sechs aufheben, gettare (buttare) cinque e levare sei. met. rubbare, stehlen. Kramer deutsch-ital. diction. 1 (1700), 438a (sechse 2 [1702], 728c); wo sechs essen, da jsset auch einer. Petri 2 (1605) N nn 3a; wo sechse essen, spürt man den siebenten nicht. Simrock 101, 2197; sehse sind kein galgen voll. 445, 9430a. vgl. 4, b. 2@a@bβ) mit abhängigem genitiv: van Klei-kampon (sind zu zahlen) sehs pennigô. kl. altniederd. denkm. 80, 456 Heyne; mit sesser siner man betughunge. quelle von 1311 bei Schiller - Lübben 4, 194b; aber der schafft am leuchter, sol vier offen schalen mit kneuffen und blumen haben, und ja einen knauff unter zwo röhren, welcher sechs aus dem leuchter gehen. 2 Mos. 25, 35; gegen dem morgen waren der Leviten sechse. 1 chron. 27, 17; drey würffel und ein karten, das ist mein wappen frey; sechs hübscher freulein zarte, an jeder seiten drey. bergreihen 55, 24 neudruck. wir gebrauchen sechs mit theilungsgenitiv noch, wenn das substantivum eine gröszere bestimmte menge umfaszt und von artikel oder pronomen begleitet ist: sechs meiner freunde; nicht sechs der katholiken dieser stadt. lieber dafür von oder unter mit dativ. nur bei den unverstandenen pronominalen gen.-formen unser, euer, ihrer deckt sich zuweiten die ganze anzahl mit sechs: unser sind sechs. [] 2@a@gγ) eine häufige verbindung ist mit sechsen fahren, sejugibus vehi Stieler 1989. Adelung: die zunge hats gethan, dasz niedriges geblüte auff hohen stühlen sitzt, und gehet in der mitte, und fährt mit sechsen her, verachtet fürsten-blut. Logau 2, 15, 38; die baronessin Quant mit schönen blonden haaren, kam von dem rittergut mit sechsen angefahren. Zachariä bei Adelung; ich würd' in sammt und seide gehn — was gehn? ich würde nicht mehr gehn; ich würde stolz mit sechsen fahren. Lessing 1, 122; indem er so filosophierte, kam ein hochwürdiger prälat mit sechsen just daher gefahren. Wieland 4, 302. es heiszt: der kann mit sechsen fahren, hat ein groszes vermögen. Wander 4, 486; man musz nicht mit sechsen fahren, wenn man nur futter für zweie hat. Simrock 445, 9432. ein wagen mit sechsen, sechs pferden: sollst die schönsten kleider haben, die in der ganzen stadt zu kriegn sind, und die schönsten jewelen und 'ne kutsche mit sechsen, wenn du nur sprichst. Bode Thom. Jones 6, 27 (16. buch, 2. kap.); ein kabriolet mit sechsen bringt, als könnte Blaubart hexen, sie an den bestimmten ort. Gotter 1 (1787), 49. 2@a@dδ) sechse, hora sexta Frisch 2, 252b (vgl.sechs uhr unter 2, b, η), heute meist unflectiert, auch früher schon in flexionsloser form begegnend: es wird bald sechs schlagen. Kramer deutschital. diction. 2 (1702), 728b; es hat sechse geschlagen. Frisch 2, 252b. es schlägt viertel, halb, dreiviertel sechs; et sleit halwig sesse. Schambach 190b. vor, gegen, um, nach sechs, um halb sechs. Kramer 2, 728c, landschaftlich um sechsen, nach sechsen. Brendicke Berliner wortschatz zu den zeiten kaiser Wilhelms I. (1897) 181a, um sechsi, um halbi sechsi. Hunziker 237: ich kann vor sechsen nicht kommen. Adelung; seyd mir heute abend um sechse bei'm herrenbrunnen. Göthe 15, 27; morgens um sechse tritt der bediente herein mit dem lichte. 16, 190; bis wir endlich gegen sechse hier in Martinach auf flachem Wallisboden angekommen sind. 253. nach analogie von um sechse schreibt Göthe vor sechse: denn sein herr hatte gesagt, die postpferde würden vor sechse vor's haus kommen. 16, 188. man sagt auch, mehr in familiärer sprache: die uhr ist sechs; es ist sechs, aargauisch sechsi Hunziker 237, sächs.-dür. es ist um sechs. 2@a@eε) beim würfelspiel: sechse, sechs (augen) werfen. sechs unnd siben, haben mich vertrieben, ausz meinem gewand. Garg. 97b; dar sesse unde vefteyne klinghen (der würfel hat 21 augen), dat volk is nicht van gode, de dobeler holt nicht godes bode. quelle bei Schiller-Lübben 4, 194b. vgl.sechs, f. 2@a@zζ) sechs pro cento, usura semissis. Corvinus fons latinit. 1 (1660), 763a, sechs von hunderten, usurae semisses Stieler 1989, sechs von hundert zins, vulgo sechs pro cent. Frisch 2, 252c: man soll nicht mehr als sechse von hundert zinse nehmen. ebenda. heute gewöhnlich sechs procent, so dasz procent als ein wort und sechs als adjectivische bestimmung dazu erscheint. 2@a@hη) distributiv, meist ohne folgendes subst., ye sechsz und sechsz, seni Maaler 368d, je sechse Stieler 1989, je sechs Frisch 2, 252b, bei Luther ja sechs: (du) solt sie legen ja sechs auff eine schicht auff den feinen tisch fur dem herrn. 3 Mos. 24, 6. 2@a@thθ) rechnerisch: mit sechsen multiplicieren. Kramer deutschital. diction. 2 (1702), 728c, heute mit sechs; sechs mal sechs. ebenda; sechs und sechs sind zwölf. in solchem gebrauch dann auch mit dem sing. des verbs verbunden (vgl. sechs, n. und f.): zwei von sechs bleibt vier. Campe. sprichwörtlich: sechs mal sechs ist sechsunddreiszig, ist der mann auch noch so fleiszig und die frau ist lîederlich, geht der karren (oder die wirthschaft, der haushalt) hinter sich. Wander 4, 486; sechs mal sechs ist sechsunddreiszig, wenn die frau ist noch so fleiszig, und der mann schlägt's in den wind, so geht's fort wie sie's verdient. ebenda (Kurhessen); sechs mal sechs ist sechsunddreissig, ist die frau nur halber bei sich, und der mann nur halb gescheit, dann geht's als noch, ihr liebe leut'. ebenda (Nassau). [] 2@bb) adjectivisch, bei der gewöhnlichen stellung vor dem subst. seit alter zeit anscheinend regelmäszig unflectiert. die beiden bei Graff 6, 152 angeführten stellen sehsi skillinka, sex aureos Keronische glossen und sehse uuerlte Notker ps. 92, 1 beweisen als glossen nichts, weil oft das einzelne wort ohne rücksicht auf den zusammenhang glossiert wird. überdies lautet die zweite stelle nach der ausgabe Pipers sex scula, sehs euuerlte (anscheinend von êuuerlt, zeitalter, das allerdings sonst nicht bezeugt ist). in heutigem mundartlichen gebrauch scheint allerdings ein flectiertes sechse adjectivisch vor dem substantiv stehend zu begegnen: de sechse klocken, die sechs glocken. cimbr. wb. 230a. Graff a. a. o. verzeichnet sehse die eristen. glossen des 10.—11. jahrh.; thâr uuârun steinînu uuaʒʒarfaʒ sehsu gisezitu. Tatian 45, 4. von diesen stellen ist mindestens die zweite unbedingt beweisend. sie stimmt zu der allgemeinen beobachtung, wonach im ahd. die zahlen von 4—12 auszer in substantivischem gebrauch auch flectierte formen haben, wenn sie als adjectiva nach ihrem substantiv stehen. Braune ahd. gramm. § 271, b (goth. saihs ist zweimal in dieser stellung unflectiert bezeugt: jah afar dagans saihs ganam Jesus Paitru jah Jacobu jah Johannen. Marc. 9, 2; þan galuknoda himins du jeram þrim jah menoþs saihs. Luc. 4, 25). auch später mag sich in solcher stellung die flexion erhalten. belege fehlen. heute ist diese stellung unbekannt. in verbindungen wie ein stücker sechse liegt keine pluralform des substantivs vor. -er ist da vielmehr verkürzt aus oder. s. ein A, 3 oben theil 3, 114. 2@b@aα) in allgemeiner anwendung: sehs fethdahha. Isidor 20, 6 (die stelle s. unter a, α); ich habe jm sechs söne geboren. 1 Mos. 30, 20; da war ein langer man, der hatte sechs finger an seinen henden, und sechs zee an seinen füssen. 2 Sam. 21, 20; Simei aber hatte sechzehen söne, und sechs töchter. 1 chron. 5, 27; ein tisch von sechs personen, hexaclinium Stieler 1989; sechs pferde vor dem wagen, sejugis. ebenda; auf jedem wagen fahren sechs leute. Steinbach 2, 557; die ersten sechs seiten. Campe; thaʒ wârun sehs kruagi. Otfrid 2, 8, 29; fuar Petrus fisgon in wâr ... ... mit sehs gisellon sînen. 5, 13, 4; dâ zuo hab îch sehs kint, die alle ritter sint. Hartmann v. Aue Iwein 4477; de (die stätte) was bemüret, der monnyke hoff, dar in ses hunde, starck unde groff. Reinke de Vos 336 Prien. 2@b@bβ) bei masz- und gewichtsbezeichnungen, bei denen in neuerer zeit im allgemeinen die regel gilt, dasz die starken masculina und neutra stets, auch in den obliquen casus, unflectiert bleiben: thit sint thie sculdî van themo vránô vê-hûsa: .. ên scâp, ende sehs muddi huêtes, ende tein scok garvanô. kleine altniederd. denkm. 68, 10 Heyne; Neri-barn an themo selvon thorpa (musz geben) sehs malt havoron ende ahte muddi. 73, 189; er mas sechs mas gersten. Ruth 3, 15; da trat erfür aus den lagern der Philister, ein rise, mit namen Goliath von Gath, sechs ellen und einer handbreit hoch. 1 Sam. 17, 4; der bach hat eine breite von sechs fusz; das hat ein gewicht von sechs pfund. die maculina auf -er flectieren im dativ: ein gewicht von sechs centnern; ein fasz von sechs litern. hand bleibt im nom. acc. unflectiert: sechs hand breit. 2@b@gγ) bei münzbezeichnungen, von denen maculina unflectiert bleiben können: das kostet sechs pfennig oder pfennige. beleg aus älterer zeit: Makko (musz zahlen) sehs penningâ. kl. altniederd. denkm. 73, 197 Heyne. mark bleibt durchaus unflectiert. redensarten: es ist nicht sechs dreier werth, wertlos Albrecht 211a; er musz seine sechs dreier auch dazugeben, überall hineinreden. ebenda. 2@b@dδ) bei zeitbestimmungen, von denen in neuerer zeit jahr und monat im nom. acc. unflectiert bleiben können: sehs tagâ sint in thên gilimphit zi uuirkenne. Tatian 103, 3 (Luc. 13, 14); ther heilant êr sehs tagon ôstrôn quam zi Bethaniu. 137, 1 (Joh. 12, 1); sechs tage solt jr samlen. 2 Mos. 16, 26; sechs tage soltu erbeiten. 20, 9; sechs tage hat der herr himel und erden gemacht. 11; im acht und dreissigsten jar Asarja des königs Juda, ward könig Sacharja der son Jerobeam uber Israel zu Samaria sechs monden. 2n. 15, 8; es sind sechs tage, darinnen man erbeiten sol. Luc. 13, 14; er sas aber daselbs ein jar und sechs monden. apostelgesch. 18, 11; sechsz jar, sexennium Maaler 368d; sechs jahr, sexennium, sechs monate, semestris Stieler 1989; sechs monat Kramer deutschital. dict. 2 (1702), 728c; vor sechs wochen. Adelung; [] sebs dagon fora thiuquam er zi Bethaniu. Otfrid 4, 2, 5 (Joh. 12, 1); sechs tage kannt' ich sie, und liebte sie sechs tage. Lessing 1, 62. über sechs wochen in besonderem gebrauch s. unten sechswochen. 2@b@eε) auch andere wörter bleiben zuweilen in verbindung mit sechs wie mit pluralischen zahlwörtern überhaupt unflectiert, wenn eine zusammenfassung zur einheit beabsichtigt ist, besonders mann: sie kamen sechs mann hoch; sechs mann kamen auf mich zu. in der sprache des heeres immer so: auf den unteroffizierposten gehören ein unteroffizier und sechs mann. 2@b@zζ) damit berührt sich auch, dasz rechnerisch das prädicat wie bei substantivischer verwendung des zahlworts (s. oben a, θ) auch bei adjectivischer im sing. stehen kann: sechs gulden macht vier thaler. Kramer deutsch-ital. dict. 2 (1702), 728c. 2@b@hη) uhr zur bestimmung der zeit erscheint in älterer sprache bei sechs im plur.: sechs uhren, sei hore Kramer 2, 728c (vergl.es seynd zwei . uhren 1189b), daneben aber schon im sing. wie heute durchaus: ich hab sechs uhr schlagen hören. 1189b. das prädicat steht bei singularischem gebrauch von uhr ebenfalls im singular: es ist sechs uhr (vgl.es ist ein, zwey, drey, vier, fünf . uhr. Kramer 2, 1189b). 33) über sechs in verbindung mit anderen zahlen, sechs hundert, sechs tausend, sechs und achtzig, dreiszig, funfzig, sechzig, siebzig, vierzig, zwanzig s. die zusammenrückungen. 44) sechs zeigt nur wenige spuren besonderer bedeutsamkeit. 4@aa) im anschlusz an sieben. 4@a@aα) in der bibel bezeichnet eine folge von sechs zeiteinheiten oft eine zeit der arbeit, der dann die siebente als zeit der ruhe, der befreiung von der arbeit gegenüber tritt: sechs tage sol man erbeiten, aber am siebenten tag ist sabbath, die heilige ruge des herrn, .. denn sechs tage machte der herr himel und erden, aber am siebenten tage ruget er, und erquicket sich. 2 Mos. 31, 15. 17; so du einen ebreischen knecht keuffest, der sol dir sechs jar dienen, im siebenden jar sol er frey ledig ausgehen. 21, 2; wenn sich dein bruder ein Ebreer oder Ebreerin verkeufft, so sol er dir sechs jar dienen, im siebenden jar soltu jn frey los geben. 5 Mos. 15, 12; sechs jar soltu dein land beseen, und seine früchte einsamlen, im siebenden jar soltu es rugen und ligen lassen, das die armen unter deinem volck davon essen. 2 Mos. 23, 10; wenn jr ins land kompt, das ich (der herr) euch geben werde, so sol das land seine feire dem herrn feiren, das du sechs jar dein feld beseest, und sechs jar deinen weinberg beschneitest, und samlest die früchte ein. aber im siebenden jar, sol das land seine grosse feier dem herrn feiren, darin du dein feld nicht beseen, noch deinen weinberg beschneiten solt. 3 Mos. 25, 3. auch sonst ähnlich, vgl. 5 Mos. 16, 8. Jos. 6, 3. 4@a@bβ) mit offenbarer beziehung darauf heiszt es bei Otfrid: dihto io thaʒ zi nôtitheso sehs zîti, thaʒ thu thih so girustes,in theru sibuntun gîrestes. 1, 1, 49. 4@a@gγ) auch die beziehung der sechs krüge auf der hochzeit zu Kana zu sechs weltaltern, die Otfrid nach dem vorgange Bedas und Alcuins annimmt, hängt anscheinend damit zusammen. für die annahme von weltaltern liegt die offenbarung zu grunde, deren sieben weltalter wol auch in beziehung zur schöpfungswoche stehen: sehsu sint thero faʒʒo,thaʒ thu es weses wiʒo, thaʒ worolt ist gideilit,in sehsu gimeinit. 2, 9, 19; (Christus) hiaʒ mit willenthiu sehs faʒ gifullen waʒares thie sîne,thaʒ woraht er thar zi wine, thaʒ man thes io koroti:thie sehs zîti worolti (in guotes nio ni wangta)mit wisduamu drankta. 10, 5. 4@a@dδ) bisweilen werden in der bibel, wo eine reihe von sieben gleichartigen dingen genannt wird, sechs zusammengefaszt und das abschlieszende siebente besonders genannt: aus sechs trübsalen wird er (der herr) dich erretten, und in der siebenden wird dich kein ubel rüren. Hiob 5, 19; diese sechs stück hasset der herr, und am siebenden hat er einen greuel. sprüche Sal. 6, 16. 4@a@eε) auch in solchen fällen entwickelt wie in den vorher genannten sechs nur im anschlusz an sieben eine bedeutsamkeit. ähnliches ist bei uns zu beobachten, wol zum theil unter biblischem einflusz. es heiszt von den mit hilfe des teufels gegossenen freikugeln in Kinds freischütz: sechse treffen, sieben äffen. [] 4@a@zζ) an sich liesze sich dahin auch der eid im germanischen recht ziehen, den einer mit sechs andren eideshelfern schwört, sodasz im ganzen sieben schwören, doch vgl. dazu b, β: and sprecma thene rediewa on vmbe tha lessa meyde ief umbe tha marra, sa undgungere mith sex monnum, under tha forma and under tha other berninghe (im 1. und 2. verwandtschaftsgrade), and hi se selva thi soginda (siebente). Richthofen rechtsquellen 151a, 20; mag der (ankläger) sechs zu im gehaben, das er selb sibend ist, die im helffend sweren zu den hailigen. Tübinger stadtrecht von 1388. Germ. 12, 477. in gewisser beziehung dazu steht es vielleicht, wenn in nr. 134 der Grimm- schen märchen der prinz sechs diener wirbt, sodasz es im ganzen sieben personen sind, die sich an die lösung der aufgaben zur gewinnung der braut für den prinzen machen. vergl. die sieben Schwaben. 4@bb) eine gewisse bedeutsamkeit gewinnt aber sechs auch ohne einflusz von sieben, wobei die entstehung aus 2✝3 mitspielen mag, die zu reicher symbolik ausgebildet sind. 4@b@aα) diese beziehung zu zwei und drei schimmert in den folgenden biblischen stellen durch: sechs röhren sollen aus dem leuchter (der für das heiligthum bestimmt ist) zun seiten ausgehen, aus jglicher seiten drey röhren. 2 Mos. 25, 32; Seraphim stunden uber jm (dem stuhl des herrn), ein jglicher hatte sechs flügel, mit zween deckten sie jr andlitz, mit zween deckten sie jre füsse, und mit zween flogen sie. Jes. 6, 2. dasselbe gilt von der folgenden stelle Walthers: der guoten ræte der sint drî: drî ander bœse stênt dâ bi zer linggen hant. lât iu die sehse nennen. 83, 33. 4@b@bβ) sechs tugenden werden als die höchsten genannt: unde dar umbe, daʒ ir deste gerner ze kirchen unde zer predige gêt, dâ ir von tugenden hœret singen, sagen unde lesen, so wil ich iu hiute von sehs tugenden sagen unde wil iuch die lêren: die sint aller tugende beste unde hœhste .. wan die selben sehs tugenden die sint gote alse liep, daʒ im nie tugent alse liep wart sô dise sehse. Berthold v. Regensburg 1, 444, 32. 4@b@gγ) im germ. recht gilt ein von sechsen geschworener eid, vgl. a, ζ: iefta sexasum (selbsechste, mit fünf andern) onzwara dattet hym naet keth were, hor myt boda ner myt bakene. Richthofen rechtsquellen 388a, 19. vgl. auch altnord. séttareidr, von sechsen geschworener eid Cleasby-Vigfusson 525b, anders erklärt bei Fritzner2 3, 221a und nr. 71 der Grimmschen märchen: sechse kommen durch die ganze welt. der von sechsen geschworene eid ist gegenüber dem oben erwähnten von sieben geleisteten, wobei der beweisführer und sechs andere schwören, wahrscheinlich der ältere. es ist der halbe germanische volleid, der von zwölfen geleistet wird, der auch vervielfältigt erscheint zum eide von 24, 36, 48, 72, 360 schwurgenossen. Brunner deutsche rechtsgeschichte 2, 384. 385. darin ist die den Germanen eigene neigung zur zwölfzahl erkennbar, die sich auch in den spuren eines duodecimalsystems äuszert. 4@b@dδ) sechs leibesglieder erscheinen im fries. recht als gleichwertig, füsze, hände, augen: thethe him sin lif iefthe sinra sex litha en on nimth, fot ieftha hond ieftha sin other age. Richthofen rechtsquellen 38b, 21; tha ma thene scrift a allererest sette, tha settema thera sex litha gersfel allerec bi ene halua ielde. 341a, 25. 4@b@eε) eine frist von sechs wochen gilt häufig im germanischen recht: klaget man ungerichte over enen vrien scepenbaren man, deme sal man degedingen dries, immer over ses weken under koninges banne unde to echter ding stat. Sachsensp. 1, 1, 67, 1 Homeyer; grot man enen man to kampe de ungewarnet dar komen is, unde ime umme die sake dar nicht gedegedinget n'is, he scal dach hebben na siner bord, of he's bedet, dat he sik dar to warne, sven it kamp gelovet is, unde er nicht. die vri scepenbare man over ses weken; die dinstman over virteinnacht, unde andere vri lude. 2, 3, 2; al ther en rike mon ene otheron sin lif on awint, and there dede werth to riuchtere bona hond emakad, nele hi thenne binna tha sex wikun thet lif mith ielde and mith fretha nawet bikanna, .. thet lif skil wesa frethlas. Richthofen rechtsqu. 117b, 15. solcher verwendung liegt wol zu grunde, dasz sich (bei den Franken) die echten dinge, gerichtsversammlungen in der weise folgten, dasz zwischen zweien eine frist von sechs wochen verstrichen. wahrscheinlich hängt das mit der schon von Tacitus erwähnten gewohnheit der Germanen zusammen, ihre gerichtsversammlungen bei vollmond oder neumond abzuhalten. die frist [] von sechs wochen ergab sich, wenn das nächste ding auf den zeitpunkt der zweitfolgenden entgegengesetzten mondphase angesetzt ward. Brunner deutsche rechtsgeschichte 2, 217. 218. als frist für einen zweikampf wie in der oben angeführten stelle des Sachsenspiegels 1, 2, 3, 2 erscheint sechs wochen auch in der folgenden: (ich) enwart ouch des niht erlân ichn schüef in rehte sicherheit, daʒ ich der rede wære gereit als ich dâ hete gesprochen, daʒ ich in sehs wochen mich mit kampfe lôste. Hartmann v. Aue Iwein 4160. ein zeitraum von sechs wochen ist auch in neuerer zeit noch eine übliche frist, so z. b. für die dauer des wochenbetts (vgl. unten sechswochen), wo vielleicht die dauer der menstruationsperiode mitspielt. 4@cc) schlieszlich sei der sechs in Göthes hexeneinmaleins gedacht, das die zahlensymbolik verspottet: aus fünf und sechs, so sagt die hex', mach' sieben und acht. 12, 130.
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Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    sëchs

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    sëchs , sechs s. sëhs u. composs., sehsisch.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Sêchs

    Adelung (1793–1801) · +9 Parallelbelege

    Sêchs , eine Grundzahl, welche sich zwischen fünf und sieben in der Mitte befindet, und sowohl der Zahl, als dem Geschle…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    sechs

    Goethe-Wörterbuch

    sechs mehrf -e, auch als Ziffer u in Großschr, einmal Zusammenschr ‘zum sechstenmal’ GWB 1,227,2 a als Zahl, Zähleinheit…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Sechs

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Sechs , die kleinste ganze Zahl, die durch zwei verschiedene Primzahlen, 2 und 3, teilbar ist; deshalb ist auch der Vors…

  5. modern
    Dialekt
    sechs

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    PfWB LothWB RhWB sechs , sëchs [saks Fisl. ; sèks u. sèksi Co. Dü. ; sèks Str. K. Z. Ndrröd. ; sæks, sæksa Su. ] Zahlwor…

  6. Sprichwörter
    Sechs

    Wander (Sprichwörter)

    Sechs 1. Mit sücks mutten sücks fangen. ( Ostfries. ) – Hauskalender, IV. 2. Sechs mal sechs ist sechsunddreissig, friss…

  7. Spezial
    sechs

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    sechs num. card. sis. ▬ sechs Uhr les sis ; sechs Jahre alt sein avëi sis agn ; zu sechs t de sis.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit sechs

327 Bildungen · 317 Erstglied · 9 Zweitglied · 1 Ableitungen

sechs‑ als Erstglied (30 von 317)

sechsachteltakt

DWB

sechsachteltakt , m. musikalischer takt von sechs achtelnoten, auch sechsachtelstakt: von ungefähr springt ein tanzliedchen hervor, sechsach…

sechsähmig

PfWB

sechs·aehmig

sechs-ähmig Adj. : ' sechs Ahm 1 fassend '; e sechsähmich Faß [ GH-Kand ]; vgl. PfWB dreiahmig , PfWB -ähmig .

Sechsahmfaß

PfWB

sechs·ahmfass

Sechsahm-faß n. : ' Faß von sechs Ahm 1 Fassungsvermögen ', Sechsahmfaß [ GH-Kand ]; vgl. Dreiahm-, Sieben-, PfWB Zweiahmfaß .

sechsarmig

DWB

sechs·armig

sechsarmig , adj. sechs arme habend: sechsarmiges rad, sechsarmiger meilenzeiger. Campe.

sechsbätzner

DWB

sechs·baetzner

sechsbätzner , m. sechs batzen geltende münze Weigand 4 2, 676: wenn diese glücklichen .. um sechsbätzner würfelten. Hauff wirthshaus im Spe…

sechs als Zweitglied (9 von 9)

Eichelsechs

Campe

eichel·sechs

Х Die Eichelsechs , Mz. die — en; die Eichelsieben, d. Mz. w. d. Ez. s. Campe Eichel.

fünfhundertsechs

GWB

fuenfhundert·sechs

fünfhundertsechs als scheinbar genaue, hyperbol Mengenangabe Er baute dem iungen Marckgrafen ein Haus, | Fünfhundert sechs Läden daran DjG 3…

minsechs

ElsWB

min·sechs

minsechs , minersechs , -t, meinsechs [misèks S. bis Barr ; misæks Su. ; bei starkbetonter erster Silbe mísèks Dü. Ingersh. Rapp. ; gleichmä…

trumpfsechs

DWB

trumpf·sechs

trumpfsechs , f. , die niedrigste karte der trumpffarbe; daher redensartlich: ich stand dabei wie trumpfsechs, so dumm und so für nichts E. …

Ableitungen von sechs (1 von 1)

Sechse

GWB

Sechse im redensartl Ausruf des Erstaunens, der Betroffenheit: ‘bei meiner S.’, als Abmilderung (statt ‘Seele’) einer gängigen gelöbnisartig…