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krinne

mhd. bis Dial. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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11 in 9 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

krinne f.

Bd. 11, Sp. 2318
krinne, f. kerbe, mhd. krinne, ahd. chrinna (s. 4, b). 11) die allgemeine bed. ist einschnitt, kerbe. 1@aa) so am kerbholze (vgl. krinnen), das wird mit 'krinn, crena, beilen' Maaler 254a gemeint sein (s. beile). ähnlich folg.: seine (des rallus crex) stimme .. ist rauh, ger, ger, ger. darumb werden sie vom vogler gefangen mit einem dürren holz, so viel krinnen hat, ein messer darüber gestrichen (zur nachahmung seiner stimme). Heuslin Gesner vogelb. 108b (bei Horst Frkf. 1669 in kerben geändert). am bogen, wo der pfeil angelegt wird, u. ä.: crena ein zerschneidung, krinnen, sicut in sagitta, das hol krmle (s. 3, c) am pfeil, da es an die sennen wirt gestellt, oder die krinne an dem bogen. Dasyp. 44a; γλυφίς, crena, canaliculus, krinn zum spänner oder grändel. Frischlin 455 (536), an der armbrust; krinnen, crena, incisura sagittae, calami. Schönsl. g 7b, Aler 1244b, also auch an der feder. der einschnitt für ein pfropfreis, nach folg. (schlesisch): also pfropfe herz und sinnen in der wunden (Christi) süsze krinnen. Czepko heil. dreieck (hdschr.). 1@bb) auch von gröszeren, längeren einschnitten: und wenn er (der guardein) die plick (s. blick 2) auf einem rost abgewermet, so zuschlegt er sie auf einem stock, der in der mitt ein krinne hat, damit nichts darvon (von dem silber) verfalle. Mathes. Sar. 150a. am fasse: ich liesz ihm holen (die verlangten semmeln), da schnitte er die seiten (der rinde) ab und schob (damit) die butter vom boden, in denen krinnen und was zwischen denen tauben hieng, ab. Ettner unw. doctor 784, von einem der ein butterfasz rein ausiszt, krinne wol gleich kimme (1, b). Auch von einer thalschlucht, in Wittenweilers ring 47d, 11, da heiszt ein dorf in der chrinn (s. Uhland Germ. 1, 332), vgl. das schweiz. u. 3, a. 1@cc) auch ritze, spalt, so in den salzhütten, wo die ritzen in den pfannen krinne heiszen, s. Frisch 1, 549c. 1@dd) am menschlichen körper: arskrin, clunis. voc. inc. teut. b 4b, auch krin clunis in dems. voc., mit var. krun, krum (Dief. 128b, vgl. u. 3, c); tirsa, scissura ani, ein arskrinne. Diefenb. wb. v. 1470 sp. 273, vgl. dess. gloss. 585c, tinna, krinne nov. gl. 365b, wie kerbe, kimme auch. In den fastnachtsspielen des 15. jh. noch eine andere krinne (wie kerbe gleichfalls): wer seim herrn also untreu ist und seim weib wart zu der krinnen. 100, 6; der ist gewest seinem weib in der schosz und hat ir gewart zu der krinnen. 98, 12 u. ö. 1@ee) auch gleich rinne: canale, crynne vel rynne. Bresl. voc. v. 1422 (kärnt. dachrinne, s. 3, b), vgl. canale, gerinne, canaliculus gerinnlein Dief. 94a aus Agricola de re metallica. bei Sulzer theorie (1793) 3, 69b, Krünitz 53, 491 heiszt die cannelierung der säulen krinnen pl. 22) schweiz. ein gewicht, eine grosze krinne hält 48 lot, eine kleine krinne 36, s. Stalder 2, 132; eine krinne ist 48 loth (im thal Domleschg). Lehmann patr. magaz. von und für Bündten, Bern 1790, s. 134. nach Stalder 'der ähnlichkeit wegen' mit dem vorigen, was freilich nicht klar ist. vgl. krinnwage. 33) heimat, nebenformen. 3@aa) das wort ist nur oberd. und theilweis md.: schweiz. kleine vertiefung, rinne, auskerbung, auch an felsen, s. Stalder, Tobler 119a, Fromm. 6, 404, ebenso bregenzerw.; schwäb. nach Wittenweiler unter 1, b, Frischlin 1, a, bairisch (s. u. b). Fürs md. find ichs von heute nur aus Schlesien angegeben, als kerbe, 'namentlich in den nates', auch haarscheitel Weinh. 48a (vgl. Czepko unter 1, a, auch e), aus Posen 'kleine rinne' Bernd 145; dasz es aber auch der mitte angehörte, zeigen Mathesius, Ettner 1, b, doch dem westen scheint es fremd nach Horst u. 1, a; s. übrigens auch krinse. 3@bb) auf bair. gebiete eine nebenform kringe, so tirol. Schöpf 346, bair. dem. kringlein n. Schm. 2, 389 neben älterem krinne (vgl. krinnen), kärnt. kringe und kringl f., hier nur als rinne, dachrinne (vgl. 1, e) Lexer 167. älter auch krindel nach Suchenwirt 25, 16, der baumblätter nennt gechrispet und geschrindelt (vgl. Golius unter krinnlein). das scheint denn doch nur der lautübergang wie bei kennel kendel kengel (s.känel 2. 3) u. a., bei dem freilich das -l mitwirkend war. sonst vergl. spange gleich spanne Lanz. 7543, Mones schausp. d. m. 2, 394, tinge für tinne mhd. wb. 3, 38a. 3@cc) merkwürdig ist das krümle bei Dasyp. unter 1, a; dazu stellt sich die var. krum im voc. inc. teut. unter 1, d, noch Kirsch [] cornuc. Nürnb. 1723 1, 299a gibt 'crena, kerben, krümme, spalt an der schreibfeder' (im deutschen theile aber krinne und nur diesz), Dief. 237a bringt ein krimme fissura bei. freilich steht jenes 'krum clunis' zwischen krieg und crist, sodasz ein druckf. für krinn vorzuliegen scheint; könnten aber auf diesen jene krümle, krümme zurückgeführt werden? vgl. unter 4, d. 3@dd) merkwürdig auch eine angabe aus der Oberlausitz: krein, die kerbe am bogen (vgl. unten 1, a). vgl. die nebenform keime von kimme kerbe sp. 705 unten. 44) die verwandschaft macht schwierigkeiten. 4@aa) die einzige sichere verwandtschaft bieten benachbarte rom. sprachen (Diez wb. 2, 257): churw. crenna einschnitt, kerbe, das sich ans schweiz. nahe genug anschlieszt, z. b. in der appenz. aussprache chrènna Tobler 119a, bregenzerw. kréanno f.; dann lombard. crena, bologn. creina, parm. crenna, piem. aber cran, wie franz. cran (m.). dazu mlat. crena, angeblich schon altlat. bei Plin. h. n. 11, 37 (68), aber es scheint da erst in späterer zeit eingeschmuggelt, um der dunklen stelle aufzuhelfen, und ist seit 1852 durch Sillig entfernt (vgl. Diez gr. 12, 14). es fragt sich also um die quelle des mlat. rom. wortes ebenso wie um die des hd., und man kann nicht dieses ohne weiteres aus jenem ableiten, wie man mit Frisch that, zumal ahd. chrinna aus lat. crena (crēna auf keinen fall, wenigstens crĕna) unmittelbar nicht zu begreifen ist. 4@bb) diesz ahd. chrinna dürfte einmal leicht die älteste bezeugung des wortes überhaupt sein und erscheint auch der sprache schon ganz eingewachsen (Graff 4, 612): gichrinnôter stap, serrata regula (s. krinnen), man denkt an ein kerbholz; chrinnohter torosa (cervix), eig. vielleicht eingekerbt wie ein kerbholz; chrinna selbst wird mit tessera, tesserula glossiert, Schmeller 2, 388 vermutet 'wol eig. eine marke am kerbholz', sodasz die weitere verfolgung des wortes vielleicht an der geschichte des kerbholzes hängt; crena selbst kommt im 16. jh. für kerbholz vor, s. Maaler unter kerbe 3, er braucht auch tessera so. 4@cc) auch aus der ahd. form läszt sich vielleicht, in erwartung weiterer aufschlüsse aus rom. gebiete, einstweilen weiteres gewinnen. chrinna kann aus chrinja geworden sein, und aus krin als stamme liesze sich crena begreifen, mit brechung, als urspr. deutsch. daneben könnte das rom. cran m. (vgl.cranellus bei Ducange) eine ablautsform verraten, die vielleicht auch deutsch vorliegt in dem sonst dunkeln nd. karn kerbe (s. u.kerbe), falls darin ein umsprung des r wäre wie z. b. in bernen (s. d.) für brennen, bernstein für brennstein (nd. bernstên Dief. 255b). 4@dd) selbst für den von Diez vermissten wurzelhaften anhalt im deutschen liesze sich wol rat finden. es gibt eine nebenf. krinse f., auf md. boden, in Schlesien Weinh. 48a, Oberlaus. Anton 9, 11, der es auch aus der Wittenberger gegend kennt, gleich ritze, spalt, ebenso bei Rüdiger zuwachs 2, 95 aus Halle, sie denken an das gleichbed. klinse; J. G. Haas schreibt krinze (wie klinze). zwischen kerbe und ritze ist freilich eine lücke im begriffe; aber die wird wol überbrückt durch ein in der form zu jenem md. gehörendes bair. dem. krinsel, aber auch krunsel, f. und n., feiner einschnitt, kerbe Schm. 2, 390. eben die klinse heiszt auch klunse, und klumse, klümse, klimse, woran sich das krum, krümme, krimme u. 3, c anschlieszen liesze, sodasz da ein fall des alten wechsels von kr- in kl- vorzuliegen scheint (s. z. b. krimmen II, 3. 2, c); nun tauchte bei klinse, klunse aber die möglichkeit einer ablautenden wurzelform klin auf (s.klunse a. e.), und neben die kann sich jenes ebenso ablautende krin stellen, das hinter krinne zu stecken schien. nahen anklang bietet übrigens it. grinza runzel (doch vgl. Diez 2, 36).
8254 Zeichen · 241 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    KRINNEswf.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +6 Parallelbelege

    KRINNE swf. einschnitt, kerbe. Frisch 1, 549. c. Schmeller 2,387. fissura voc. vrat. got der beschuof mit sîner hant den…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Krinne

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Die Krinne , plur. die -n, eine kleine Rinne, eine Kerbe, und zuweilen auch ein Riß, ein Spalt; in welchem letztern Fall…

  3. modern
    Dialekt
    Krinne

    Rheinisches Wb.

    Krinne meist -en, –eə- [ Siegen daneben -em ; Eiserf -ęl ] Sg. u. Pl. Siegld f.: Spinne. Wenn et ren (regnen) well, spen…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit krinne

8 Bildungen · 2 Erstglied · 6 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von krinne

krinneln + -e

krinne leitet sich vom Lemma krinneln ab mit Suffix -e, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

krinne‑ als Erstglied (2 von 2)

krinnelen

KöblerMhd

krinne·len

krinnelen , sw. V. nhd. einschneiden, mit Kerben versehen (V.) Vw.: s. ge-* Q.: Suchenw (2. Hälfte 14. Jh.) E.: s. krinne W.: nhd. DW- L.: L…

krinneln

Lexer

krinneln swv. BMZ krindeln Such. , iterat. zu

krinne als Zweitglied (6 von 6)

regenkrinne

DWB

regen·krinne

regenkrinne , f. krinne, kerbe oder einschnitt unter der kranzleiste an einem gebäude, für den ablauf des regens. Frisch 2, 101 a ; regenkrü…

stockrinne

DWB

stock·rinne

stockrinne , f. , hölzerne dachrinne zwischen zwei dächern, canalis communis duorum aedificiorum Frisch 2, 337 b , aus einem stück holz gear…

tränkrinne

DWB

traenk·rinne

tränkrinne , f. , rinne, trog zum tränken des viehs. seit Luthers bibelübersetzung: ( Jacob ) legt die stebe, die er geschelet hatte, in die…

trinkrinne

DWB

trink·rinne

trinkrinne , f. , wohl dasselbe wie tränkrinne ( s. d. ): als wir auff den wagen gehoben wurden, sahe solches ein hirt nahe bei der trinkren…