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kring

mnd. bis Dial. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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4 in 4 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

kring m.

Bd. 11, Sp. 2314
kring, kringe, m. ring, kreis. 11) die schwache form ist rheinisch; ebenso gab es ringe m. kreis neben ring fastn. sp. 1003, 20. 1006, 1 (oben sp. 147). 1@aa) als kreis, ring überhaupt z. b. auf dem Westerwalde: sie liefen in einem kringen herum; dann alles ringförmige, z. b. ein kringe von holz, womit man die pferde spannt, spannsel. Schmidt west. id. 90. ringförmiges backwerk, kringel, bretzel (s. kringel 2): aber kommen sie nur ... meine frau läszt schon einen pfingst-kringen mehr auf sie backen. Wenck in Merks briefs. 3, 176, aus Darmstadt. 1@bb) besonders auch gepolsterter tragring, kützel: an orten, wo die weiber viktualien und andres in körben auf dem kopfe tragen, haben sie kringen, wie sies nennen, von tuch mit pferdehaar ausgestopft, dasz der harte korb nicht auf den scheitel drückt. Göthe an fr. v. Stein 1, 233 (v. j. 1779); soll ich ihr helfen, jungfer? sagt ich ... sie legte ihren kringen zurechte und ich half ihr (die wasserbutte auf den kopf setzen). Werther 1775 s. 13, 1787 s. 16. schon in einem mrh. voc. d. 15. jh. arculum, kringe, kizel Dief. nov. gl. 31b, jetzt gilt kringen auch als nom.; s. auch 3, b und kringel 1, b. 1@cc) früher aber auch wichtiger: bezirk, mark, eig. die grenzlinie des als rund gedachten gebietes (vgl. kreis II, 9): wie weit und ferne .. unsers gn. h. von Meinz .. gerichte, eigenthumb, gebiete und herligkeit .. gehe? darauf so haben wir geweiset alle ende, ziele und kringen ... wie weit solche herligkeite und gebiete gehen. und in solchen enden, kringen und zielen haben die dörf Bruchkebel und Uszkeim etzliche äcker und gueter liegen u. s. w. weisth. 5, 272 fg., aus der Wetterau 16. 15. jh.; vgl. 2, a und kreis II, 9, c als grenze. ebenso mhd. rinc, ags. hrincg Grein 2, 106. 22) die starke form ist wesentlich nd., doch auch md. 2@aa) md. z. b. in Hessen, noch im 16. jh. wenigstens, in der bed. 1, c: burglehen und anderes, mit alle dem das in unseres stiftes cirk und krenge gelegen ist. urk. v. 1500, Vilmar kurh. id. 227 (mit e wie krengel für kringel, s. d. 3, b). zugleich für kampfkreis, rennbahn, wie mhd. auch kreiʒ, rinc (sp. 2145 unten): maniger wânet ein meister sîn binnen sînem krenge, der kûme bleve (bliebe) ein meisterlîn, liefe er mit mir die lenge. Sachsensp. vorr. 94 (var. kringe, krange). Noch jetzt nordfränkisch, im hess. Henneberg kring 'kreisz von menschen gebildet, Schmalkalden, wo jedoch ein menschenkreisz auch wol kringel genannt wird'. Vilmar kurh. id. 227; merkw. auch schwäb. 'g'ring m. ring, kreis' Schmid 434, wol nur in nördl. gebieten, durch einwirkung vom md. gefärbten Franken her? vgl. unter kringel 3, a. 2@bb) dazu ein adv. gen. krings gleich rings, im kreise herum, henneb., Vilmar a. a. o., Fromm. 3, 127, Schm. 2, 389 ('nordfränk.'), in Sonneberg mit neuer adv. endung kringslich üm Schleicher 68; bei Reinwald 1, 90 aber 'umme krings', wie rings um, wenn es nicht der gen. ist von einem ummekring, das nl. noch besteht als omkring m., wie älter md. ummerinc, mhd. umberinc wb. 21, 708b, wie noch umkreis. doch ist eine umstellung aus krings umme wol denkbar, denn so hiesz das entsprechende schwed. omkring (auch blosz kring) urspr. kring om, wie noch dial. Rietz 355a, norw. neben kring auch kring um oder 'vollständig' i kring um Aasen 238a, wie altnorwegisch í kring um Fritzner 367b, und es wird mitn. omkring nicht anders sein; ahd. freilich umpi hring, alts. umbi hring. s. auch ummekrenke unter 3, a. 2@cc) niederd. noch in ziemlicher frische, götting. kring m., gen. kringes, pl. kringe, z. b. en kring slûten, einen kreis schlieszen Schambach 113a; ebenso ostfries. Stürenb. 123b. mnd. z. b. der mûren kring (corona) Eberh. Cersne 141. 329, ditm. kring der platz des kirchhofs wo sich die gemeinde versammelt (vgl. kreis II, 1, d) Neocorus 2, 327. Besonders entwickelt aber nl. kring, gen. krings, pl. kringen, dazu gezigdkring, gesichtskreis, maankring mondring, renkring circus, rennbahn u. a. der schwache pl. kringen ist übrigens auch ostfries. Fromm. 5, 142b (von kreisen im wasser). 33) nebenformen. 3@aa) nd. auch krink, z. b.: orbis, crinc. Mones anz. 8, 100. so noch westf. krink kreis Kuhns zeitschr. 2, 86, osnabr. Strodtmann 364b, brem., ditm., pomm. Dähnert 255b; es ist wie klinken neben klingen sp. 1179, klinke neben klinge sp. 1171 und 1195, nd. klôk neben hd. klug (s. d.). eine spur davon auch md. oder hd. in henneb. ömmekrenke ringsherum (tanzen) Frommann 2, 73a. 77, gleich dem umme krings unter 2, b; doch möchte man darin ein fem. krinke vermuten, vgl. b. zu dem -nk s. auch unter c und 4, a (rinke). 3@bb) ein fem. kringe scheint in folg. enthalten: die vor ein tuch von garne drug, die wil nun han ein seidin kringe. Renner (Frankf. 1549) 65, im mhd. texte steht dafür wiflinc (: dinc) 12734, d. i. ein zeug aus leinen und wolle bei Schmeller 4, 36; ist kringe etwa ein kopfputz, dem kringen unter 1, b ähnlich, schapelartig? das fem. wird dadurch glaubhafter, dasz auch das nächstverwandte krang m. kreis (s. c, α) ein fem. krange neben sich hat, s. sp. 2019, und ebenso ring m. in rinke f., ahd. hringa fibula, s. 4, a. 3@cc) auch eine ablautende nebenform bietet das älter md. kranc masc., gen. kranges, kreis (s. unter krangel 1), dazu krangeln sich ringeln (s. mehr dort), krängeln sich drehen, krangel verschlingung; und wieder anders mit -nk, wie unter a, schweiz. kränken wenden, drehen, s. sp. 2036 und die entsprechenden engl. crank, crankle dort, spuren der form über das gesammte deutsche gebiet hin. auch mit i ostfries. krinkel verschlingung, falscher knoten in einer schnur Stürenb. 123b, nl. krinkelen sich ringeln, winden, mit u nd. krunkel, krünkel runzel, falte. 44) weitere verwandtschaft. 4@aa) zunächst tritt kring ganz nah zusammen mit ring, denn diesz hiesz urspr. ahd. hrinc, hring kreis, alts. ags. hring; altn. gehn hringr und kringr völlig gleich nebeneinander, und es wird auf nd. und md. gebiete ursprünglich ebenso gewesen sein. reste dieses verhältnisses erscheinen z. b. in dem gleichen gebrauch von ring und kring unter 1, c. 2, a. 2, b, von kringel und ringel (s. kringel 2, c), in der gleichen doppelform kring und kringe m. neben ring und ringe m. unter 1; auch der härtere auslaut unter 3, a erscheint bei ring vielleicht in ahd. rinch, gewiss im fem. (s. 3, b) in mhd. rinke fibula, ahd. hringa, ringa Graff 4, 1169. dieser wechsel von k- und h- ist wie bei klanke schlinge: ags. hlence kette, s. mehr sp. 951 (klank 4, c). 4@bb) vielleicht liegt aber im anlaut noch merkwürdigerer wechsel vor. wie unter krimpfen 3, b sich zu diesem nrh. wrimpen stellte, nl. wrimmelen zu hd. krimmeln u. a. als völlig gleichbedeutend, so nähert sich dem hd. kring das nd. wringen krümmend drehen, ags. wringan, nhd. ringen torquere (von ringen luctari zunächst zu unterscheiden); völlig eins aber sind kr- und wr- in dem nahverwandten engl. dial. crinkle runzel Halliw. 280a gleich wrinkle runzel, ags. wrincle. Ich weisz für das merkwürdige zusammentreffen keine lösung, wenn nicht der sonderbare und einzig dastehende anlaut des goth. qvrammiþa (s.klamm 5, b sp. 936) eine andeutet; es gab solcher qvr- gewiss mehr, die späteren kr- und wr- könnten getheilte reste davon sein (wie z. b. goth. nêhva sich in nahe und ge-nau theilte), selbst die hr- lieszen sich wol als vermittelnde verdünnung von qvr- oder kwr- begreifen, das h bewahrte vom k den stoff (als kehllaut), vom w die form (als hauch). vgl. auch ags. wrenc list (eig. wol verrenkung beim kampfe, tücke, s. ränke pl.) mit dem hd. kränken drehen unter 3, c, und ags. wrîtan schreiben mit hd. kritzen (s. d. 4, c), nd. wrack mit kracke 3, a, auch ahd. hrechio recke mit alts. wrekkio. zu wrimp- verhält sich das zu vermutende urspr. kwrimp- wie goth. qvainôn zu weinen, in krimp- ist das schwierige w herausgedrückt. 4@cc) da aber der grundbegriff gewiss krümmen, sich krümmen war, so ist auch krank verwandt, s. dort I, c das ags. cringan, engl. cringe (krümmen), schott. crank verkrümmt; übrigens s. auch klanke schlinge (4), krampf III, 7, kranz I, b, alles vielleicht gestaltungen eines urstamms, die wie radien auf éinen verlorenen mittelpunkt weisen. s. weiter ring.
8226 Zeichen · 296 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    kringM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    kring , M. Vw.: s. krinc*

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    kringm.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    kring , kringe , m. ring, kreis. 1 1) die schwache form ist rheinisch; ebenso gab es ringe m. kreis neben ring fastn. sp…

  3. modern
    Dialekt
    Kringm.

    Westfälisches Wb.

    Kring m. [Münsterl SWestf, verstr. OWestf] 1. Kreis, Ring; ringförmiges Gebilde; ringförmige Anordnung, Figur. Blaue Kri…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kring

79 Bildungen · 73 Erstglied · 5 Zweitglied · 1 Ableitungen

kring‑ als Erstglied (30 von 73)

kring(e)

FWB

1. ›Ring‹.; 2. ›Landkreis, Bezirk‹.

Kringbal

WWB

kring·bal

Kring-bal m. [ Hal Bek Wie] Kreisball (ein Ballspiel).

kringel

DWB

kri·n·gel

kringel , m. altes demin. zum vorigen, mit beibehaltung des geschlechts vom mutterworte ( doch s. unter 3, c ein n. und f. ). das wort hat i…

Kringelabend

MeckWB

kringel·abend

Kringelabend m. Fest der Seeleute in Wi am Heiligendreikönigs-Tag Wo. Seem. 2, 76.

Kringelbiten

MeckWB

kringel·biten

Kringelbiten n. Pfingstspiel, bei dem die Mädchen mit verbundenen Augen Stücke von einem aufgehängten Kringel abbeißen mußten Schö Kuhlr . M…

Kringelbohre

RhWB

Kringel-bohre Altk , Siegld f.: Schlangenbohrer, in der Bergmspr.

Kringelboors

MeckWBN

Wossidia Kringelboors m. ganz kleiner Barsch Wa.

kringelchen

DWB

kringel·chen

kringelchen , n. kleiner kringel: meister Hans Saulepech gabe seinen schuknechten in B. zum morgenbrod ein halb pfenningkringlichen, als 16.…

kringel(e)

MNWB

kring·ele

kringel(e) , krengel(e) , m. , f. , Kringel, 1. Kreis, kreisförmiger Streifen. 2. rundes Gebäck, Brezel, bes. als Festtagsgebäck, milde Gabe…

kringeleht

MWB

kringel·eht

kringeleht Adj. ‘gedreht’ der liz buwyn [...] czwene turme von steyne x schrete ho unde woren in der hoe kryngelecht, und czu obirst hattin …

Kringelfaut

MeckWB

kringel·faut

Kringelfaut m. hat ein Mädchen, dem die Strümpfe herabgleiten Ha Red ; oder ist ein Mädchen, dem dies geschieht Gü Mühlengeez ; du geihst bi…

Kringelfräter

MeckWB

Kringelfräter m. Name beim Abobibo spiel Ro Warn ; Gü Laage .

kringelhälsig

MeckWB

kringelhälsig mit ringförmigem Streifen um den Hals: 'n kringelhälsigen Buck im Schäfergruß Wa GGiev .

kringelig

Pfeifer_etym

Kring(e) m. (selten f.) ‘Ring, Kreis, rundes Tragekissen für Kopflasten’, mhd. krinc, kringe ‘Kreis, Ring, Bezirk’, mnd. crinc, anord. kring…

kring als Zweitglied (5 von 5)

denkring

DWB

denk·ring

denkring , m. annulus memorialis, carens gemma Henisch 678 . ein zum andenken gegebener ring, dann aber nannte man so einen besondern ring, …

Dänkring

Idiotikon

Dänkring Band 6, Spalte 1097 Dänkring 6,1097

gedenkring

DWB

gedenk·ring

gedenkring , m. ring zum andenken. Henisch 1405 , Stieler 1649 : als er seinem secundanten einen kostbaren gedenkring geschenkt hatte. Felse…

stückring

DWB

stueck·ring

stückring , m. , im bergwerk ' eiserne ringe, welche um die röhren der kunstgezeuge gelegt werden ' Jacobsson 4, 341 a . —

vorsteckring

DWB

vorsteck·ring

-ring , m. , geringerer ring, vor einen anderen, kostbareren gesteckt, um dessen abgleiten zu verhindern: vorsteckring, sopr'annello Kramer …

Ableitungen von kring (1 von 1)

Kringe

Pfeifer_etym

Kring(e) m. (selten f.) ‘Ring, Kreis, rundes Tragekissen für Kopflasten’, mhd. krinc, kringe ‘Kreis, Ring, Bezirk’, mnd. crinc, anord. kring…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „kring". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/kring/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „kring". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/kring/dwb. Abgerufen 10. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „kring". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/kring/dwb.
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