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klank

mnd. bis Dial. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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7 in 6 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

klank m. f.

Bd. 11, Sp. 950
klank, m.klanke,f. schlinge, verschlingung, krümmung u. ä., ein mundartliches wort von hohem alter und weiter verwandtschaft. 11) oberd. ist klank m. bair. östr. schlinge, schleife, auch masche, z. b. einen klank (ein klankerl) machen an einen strick, ein band, s. Schmeller 2, 359. Höfer 2, 137. Castelli 140. Lexer 159. 160. in Tirol aber klank f., auch umlautend klenke (s. d.), ablautend klinke f. Schöpf 323. Fromm. 6, 297. eine altmd. glosse nennt als frauenschmuck 'manice stûchen vel klanken' Germ. 9, 28, wol armspangen, nach manica armring (s. d.) Dief. 346c. es wird auch die geringelten spitzen der weinreben bezeichnet haben, nach klenken die reben beschneiden. 22) dasselbe bildlich wird sein folg. klenke pl., wol ränke. wann ietz die welt ist voller klenk. darumb ain ieder selbs gedenk, waʒ im daʒ aller nützest sei, und hüet sich vor der laicherei (betrug). Kellers erzähl. 109, 30; daʒ schafft si (die böse frau) mit den iren klenken. 189, 34; da viengens all di bosheit an, die nur ain mensch erdihten kan ... mit allen bosen klenken. Behaim Wiener 221, 11. die übertragung ist wie bei intrigue von intricare verwirren, oder wie bei ränke selbst von rank krümmung, z. b. des weges. 33) im nd. ist das fem. heimisch. 3@aa) im Lippischen klanke eine gedrehte rute zum binden des getreides, eig. die schlinge, verschlingung selbst, daher auch von einer darmverschlingung, de därm hät 'n klanken schlagen. Frommann 6, 214 fg. 3@bb) klanke von flachs, flasklanke, was auf die kunkel gewunden, um die kunkel geschlungen wird, in der grafschaft Mark, s. Woeste bei Fromm. 5, 281, Wolfs zeitschr. f. myth. 2, 151. 148. auch vom Westerwalde gibt Kehrein 226 klanke, als m., zusammengedrehter gehechelter flachs, also wie md. kaute. 3@cc) das genannte märk. klanke heiszt aber auch biegung im wege (klankich gekrümmt), in Waldeck wendung mit fuhrwerk, krümmung Curtze 476b. 44) verwandtschaft. 4@aa) der stamm erscheint als nebenform des stammes krank, krang mit dem grundbegriffe sich krümmen, der sich z. b. zeigt in nordd. krängeln, engl. crank sich drehen, sich winden; in schweiz. chränke vom umwenden, lenken des wagens Frommann 2, 371b und in alem. krangel verschlingung findet sich die grundbedeutung auch ganz gleich angewendet. über diesen wechsel von kl- und kr- s. unter klimmen, denn zu der dort besprochenen stammsippe gehört auch dieser. 4@bb) der grundbegriff krümmen anders angewendet zeigt sich im nl. klink krummer nagel, haken, engl. clinch klammer, schott. clank packender griff, bei uns vermutlich in klangel oben; s. auch klinke, und klenke. 4@cc) im anlaut mit leichter wandelung ags. hlence kette (die geschlungene, gewundene), hlencan verdrehen (Dietrich bei Haupt 11, 426), vermutlich auch ahd. hlanca ilia (Hattemer 1, 299a), lende, wo der körper sich biegt, und damit dann lenken, gelenk, wie mit ags. hlence engl. link kette, kettenglied, knoten; das steht neben klank, wie ahd. hring kranz, kreis, ring neben kring, s. dazu u. kitz 4, c sp. 870. bei der verwandtschaft von klimmen möchte man übrigens auch an goth. hlamma schlinge denken, dem wieder mhd. lanne kette nahe liegt. 4@dd) endlich noch zwei fragen, so bedenklich wol auch schon das beigebrachte aussieht. 4@d@aα) wie nahe liegt nicht in sinn und form das nd. nl. schott. u. s. w. kink verdrehung, verschlingung sp. 773 (vgl. unter kinkhorn 3), soll diese nähe blosz zufall sein? solcher ausfall der liquida, der bei der vocalischen natur der liquida an sich begreiflich ist, zeigt sich wirklich, gerade in dem verwandten stamme kr-mp, s. sp. 107 unten, 139 mitte; beispiele fürs l geben md. flittich gleich fittich (es fehlt oben, s. flüttig 3, 1862 und aus dem 15. jh. fluttich ala Dief. 19c), plumpe gleich pumpe und unser wort selbst unter klanken 2, e; mehr bei Schm. 1, 589. 4@d@bβ) aber auch an schlinge, schlingen musz man wider willen denken, wäre ahd. ags. slingan ursprünglich sclingan? vgl. ahd. farsclenkit Graff 6, 796, in andrer form zeigt der stamm wirklich diesen anlaut, mhd. schrimpfen (s. einschrumpfen) gleich krimpfen, ags. scrincan, engl. shrink einschrumpfen (s.krank), vgl. mhd. slanc (schott. slink) schmächtig mit engl. lank schmächtig, ags. hlanc (Haupt 11, 425 fg.), eig. verschrumpft, s. nhd. eingelunken verschrumpft unter einlinken, nd. aber inklingen einschrumpfen, inklungen eingeschrumpft brem. wb. 2, 805. so stimmt selbst zu dem rank unter 2 a. e. ahd. scranc fraus u. a.die verästungen und verzweigungen eines urstammes wirken verwirrend auf uns, wie bei einem baume.
4574 Zeichen · 137 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    klankM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    klank , M. Vw.: s. klanc L.: Lü 174b (klank)

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    klankm.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    klank , m. gleich klang, s. d. sp. 945.

  3. modern
    Dialekt
    Klank

    Elsässisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Klank [Klàk Mü. Bebelnh. ; Klak M. ; Pl. Klak; Demin. Klal n. M. ] m. dünnes Weidenband, womit der Rebstock am Steck…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit klank

15 Bildungen · 11 Erstglied · 3 Zweitglied · 1 Ableitungen

klank‑ als Erstglied (11 von 11)

klank · 1+ Belege

KöblerAfries

klank 1 und häufiger , M. nhd. Klang ne. sound (N.) Vw.: s. klokka- Hw.: vgl. ahd. klang* E.: s. germ. *klengan (1), st. V., tönen, klingen;…

Klank(e) III

RhWB

Klank(e) III -ŋk, Pl. -ŋkə(n) m., f.: 1. die allg. Bed. Schlinge, Verschlingung, Knick, z. B. einer Kette, eines Darmes, eines Bandes udgl.,…

klanken

DWB

klan·ken

klanken , klenken mit nebenformen, verbum zum vorigen; das ist denn auch ahd. bezeugt, kachlankian, kichlenkan conserere, torquere Graff 4, …

klanken I

RhWB

klanken I -a- Barm , uWupp u. Sol 1870; -ǫ- Kemp [ -ǫ- u. -o- Kemp-Süchteln ] schw.: 1. sich kl., eine Schlinge bilden, sich um etwas schlin…

Klankern

PfWB

klan·kern

Klankern Pl. : ' Ausläufer der Erdbeeren ', Klankere [Bergz]. Els. I 493 .

klankig

WWB

klankig Adj. [ Dor Isl] 1. stark gekrümmt. — 2. (von Draht oder Garn, das sich nicht abwickeln lässt) ineinander verschlungen ( Isl Is ). — …

klanknestila

KöblerAhd

klank·nestila

klanknestila , st. F. (ō), sw. F. (n) nhd. Stirnband ne. headband ÜG.: lat. (lanistrum) Gl, phalerae Gl Q.: Gl (11. Jh.) I.: lat. beeinfluss…

klank als Zweitglied (3 von 3)

Ableitungen von klank (1 von 1)

klanke

Lexer

klanke swf. manice, stûchen vel klanken, armspangen Germ. 9,28.

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „klank". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 11. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/klank/dwb?formid=K06361
MLA
Cotta, Marcel. „klank". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/klank/dwb?formid=K06361. Abgerufen 11. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „klank". lautwandel.de. Zugegriffen 11. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/klank/dwb?formid=K06361.
BibTeX
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