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klanken

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

klanken

Bd. 11, Sp. 951
klanken, klenken mit nebenformen, verbum zum vorigen; das ist denn auch ahd. bezeugt, kachlankian, kichlenkan conserere, torquere Graff 4, 563, Schm. 2, 359, winden, verflechten, inklenkan (die schuhriemen) Otfried 1, 27, 60, 'entklenken', aufschlingen, lösen. was heiszt mhd. klenken bei Meyer u. Mooyer 45a? von einer schönen frau: ir lîp was wol geklenket. 11) bair. östr. (tirol. kärnt.) klanken, klenken schlingen, flechten, verschlingen, verflechten, auch mit einer schleife, masche versehen, s. Schmeller: 'wir söllen in den wald geen und aus grünen gerten stark widen klenken (durch drehen machen)'. si giengent hin mit einander und klenkten stark widen, der wolf klenket, der esel leget an, der wolf band (damit) den esel hart umb die brust. Steinhöwel 1487 L 1b (1555. 62); so tuo ich da nun schrenken meim falken ein wid nun klenken (wid ist doppelt obj., zu schrenken und klenken). 'die wid die du tuost klenken, daran will ich dich henken'. Uhland volksl. 150; die wid tet er recht klenken, den Adelger daran henken. 151; vergl. einklenken, worin zugleich das klank 2 gleich rank anklingt. Es lebt auch nd. noch, in Waldeck klenken drehen, z. b. eine wied Curtze 476b, in der grafschaft Mark sik klanken sich krümmen, winden (Woeste volksüberl. 101). 22) aber noch eine zweite bed. stellt sich hier ein. 2@aa) das bair. östr. klanken, klenken, dann klenkeln (klengeln), klenkern, bedeutet auch schwingen, schwanken, hin und her schlingen, trans. und intr., vgl. klengeln 3; dazu mit ablautspiel klinkeli klankeli (östr. klingele klangele) machen sich hängen, gehängt werden, baumeln. ebenso 'klinken klanken' (wie bair. schlinken schlanken' gleich schlanken baumeln): lasz klinken, lasz klanken, lasz all herunter schwanken. wunderh. 3, 125. ebenso adverbial klinke klanke von schwanken (gramm. 3, 307): die bäume (im winde) werden gehen die winke die wanke, die klinke die klanke. weim. jahrb. 4, 268, das die ist nicht art., es hat nur klangwert zur ausfüllung der senkung (s. unter klippklapp); dieser ablaut ist auch bei klank 1 zu finden. auch das u erscheint, so nd. in Fallersleben klungklanker f. die schaukel Fromm. 5, 152, s. dazu klunkern, auch klinkerklunker, und hier c. 2@bb) bair. heiszt ferner herumklanken faul herumschlingeln (wie wieder auch schlanken), dazu klank m. und klanke f. fauler schlingel, der gern herumschlenzt; das ist vom vorigen übertragen, wie bei klacheln, s. dort. 2@cc) daher auch bair. klenkel, klengel m. an der nase, rotzklengel. ganz ähnlich zeigt sich der stamm in klunker, und selbst engl. in dial. clonker eiszapfen Halliwell 257a. dasselbe ist glenker, obscön, wie klachel 4: ich pin ain jar on pruch (hose) gegangen und liesz mein glenker ab hin hangen. fastn. sp. 724. 2@dd) es erscheint nämlich mhd. und noch mit gl- statt kl-, in einem unechten Neidhart, von einem stolzen bauerburschen: swenne er sîne reide (geringelten) löcke windet, sô wil er eʒ alleʒ sîn (dünkt sich die hauptperson), sô die glunken glankent umben kragen (hals). MSH. 3, 289a, 'die glunken glankent' schon mit dem ablautspiel wie unter a, glunke zugleich deutlich mit dem begriff von klank 1, von der geringelten locke, es erfüllt mit dem tirol. klinke dort den dreiklang des ablautes. auch in der zweiten bed., schlendern oder taumeln, und mit i als ablaut, in Neidharts gefräsz: nun glinken nun glänken (wir, conj.) zu den bänken, lasz einschenken u. s. w. Fischart Garg. 96b (glünken 169 Sch.), in der ältern fassung dafür hinken MSH. 3, 310a. Hätzl. 70a. ebenso glunkern baumeln H. Sachs, schweiz. glanggen (z. b. vom perpendikel), auch geduckt gehn, tir. glangkeln, glangkern baumeln (glangkerer der perpendikel) und taumeln, kärnt. schlendern, schwäb. glunken schlendern, im 15. jh. glunkern fastn. sp. 792, auch nd. in westf. klüngeln herumbummeln Fromm. 5, 138. 2@ee) wie hier wieder die nebenform schlanken auftritt, so auch die ohne das l (s.klank 4, d) in md. kankeln, gankeln schaukeln, rhein. gonkel schaukel, nd. kankeln wackelnd gehn Schambach 96a (vgl. sp. 163), schweiz. ganggeln, fränk. aber baumeln, wie ging gangk von der bewegung der glocke Frommann 6, 131 (gleich klinke klanke u. a), ebenso schwed. kangla baumeln und taumeln Rietz 307a, kinka baumeln 320b, gunga f. schaukelman sieht, die übereinstimmung ist vollständig; auch der klengel unter c einigt sich so mit dem gleichbedeutenden kengel, das hier seinen rechten anhalt findet. aber auch mit r für l in nordengl. crangle, norw. krangle taumeln, ahd. krankolôn und wieder auch skrankolôn Otfried IV. 4, 19 (s.krangeln), das sich an schlanken, schlänkeln anschlieszt. rührt das etwa wesentlich eben von der schaukel her? es ist denkbar, dasz wie andres, was jetzt nur noch kinderspiel ist, auch diesz einst von erwachsenen geübt wurde.
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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    klanken

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    klanken , klenken mit nebenformen, verbum zum vorigen; das ist denn auch ahd. bezeugt, kachlankian, kichlenkan conserere…

  2. modern
    Dialekt
    klankenV.

    Westfälisches Wb.

    klanken V. [verstr.] 1.1. biegen, drehen (z.B. eine Rute zum Seil) ( Wal Bh ). — 1.2. zwei Seile aus kurzem Stroh zum Bi…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit klanken

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Zerlegung von klanken 2 Komponenten

klan+ken

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klanken‑ als Erstglied (2 von 2)

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Cotta, M. (2026). „klanken". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/klanken/dwb?formid=K06362
MLA
Cotta, Marcel. „klanken". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/klanken/dwb?formid=K06362. Abgerufen 9. May 2026.
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Cotta, Marcel. „klanken". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/klanken/dwb?formid=K06362.
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