klanken,
klenken mit nebenformen, verbum zum vorigen; das ist denn auch ahd. bezeugt, kachlankian, kichlenkan
conserere, torquere Graff 4, 563, Schm. 2, 359,
winden, verflechten, inklenkan (
die schuhriemen) Otfried 1, 27, 60, '
entklenken',
aufschlingen, lösen. was heiszt mhd. klenken
bei Meyer
u. Mooyer 45
a?
von einer schönen frau: ir lîp was wol geklenket. 11)
bair. östr. (
tirol. kärnt.) klanken, klenken
schlingen, flechten, verschlingen, verflechten, auch mit einer schleife, masche versehen, s. Schmeller: 'wir söllen in den wald geen und aus grünen gerten stark widen klenken (
durch drehen machen)'. si giengent hin mit einander und klenkten stark widen, der wolf klenket, der esel leget an, der wolf band (
damit) den esel hart umb die brust. Steinhöwel 1487 L 1
b (1555. 62); so tuo ich da nun schrenken meim falken ein wid nun klenken (wid
ist doppelt obj., zu schrenken
und klenken). 'die wid die du tuost klenken, daran will ich dich henken'. Uhland
volksl. 150; die wid tet er recht klenken, den Adelger daran henken. 151;
vergl. einklenken,
worin zugleich das klank 2
gleich rank anklingt. Es lebt auch nd. noch, in Waldeck klenken
drehen, z. b. eine wied Curtze 476
b,
in der grafschaft Mark sik klanken
sich krümmen, winden (Woeste
volksüberl. 101). 22)
aber noch eine zweite bed. stellt sich hier ein. 2@aa)
das bair. östr. klanken, klenken,
dann klenkeln (
klengeln), klenkern,
bedeutet auch schwingen, schwanken, hin und her schlingen, trans. und intr., vgl. klengeln 3;
dazu mit ablautspiel klinkeli klankeli (
östr. klingele klangele) machen
sich hängen, gehängt werden, baumeln. ebenso 'klinken klanken' (
wie bair. schlinken schlanken'
gleich schlanken
baumeln): lasz klinken, lasz klanken, lasz all herunter schwanken.
wunderh. 3, 125.
ebenso adverbial klinke klanke
von schwanken (
gramm. 3, 307): die bäume (
im winde) werden gehen die winke die wanke, die klinke die klanke.
weim. jahrb. 4, 268,
das die
ist nicht art., es hat nur klangwert zur ausfüllung der senkung (
s. unter klippklapp);
dieser ablaut ist auch bei klank 1
zu finden. auch das u
erscheint, so nd. in Fallersleben klungklanker
f. die schaukel Fromm. 5, 152,
s. dazu klunkern,
auch klinkerklunker,
und hier c. 2@bb)
bair. heiszt ferner herumklanken
faul herumschlingeln (
wie wieder auch schlanken),
dazu klank
m. und klanke
f. fauler schlingel, der gern herumschlenzt; das ist vom vorigen übertragen, wie bei klacheln,
s. dort. 2@cc)
daher auch bair. klenkel, klengel
m. an der nase, rotzklengel.
ganz ähnlich zeigt sich der stamm in klunker,
und selbst engl. in dial. clonker
eiszapfen Halliwell 257
a.
dasselbe ist glenker,
obscön, wie klachel 4: ich pin ain jar on pruch (
hose) gegangen und liesz mein glenker ab hin hangen.
fastn. sp. 724. 2@dd)
es erscheint nämlich mhd. und noch mit gl-
statt kl-,
in einem unechten Neidhart, von einem stolzen bauerburschen: swenne er sîne reide (
geringelten) löcke windet, sô wil er eʒ alleʒ sîn (
dünkt sich die hauptperson), sô die glunken glankent umben kragen (
hals).
MSH. 3, 289
a, 'die glunken glankent'
schon mit dem ablautspiel wie unter a, glunke
zugleich deutlich mit dem begriff von klank 1,
von der geringelten locke, es erfüllt mit dem tirol. klinke
dort den dreiklang des ablautes. auch in der zweiten bed., schlendern oder taumeln, und mit i
als ablaut, in Neidharts gefräsz: nun glinken nun glänken (
wir, conj.) zu den bänken, lasz einschenken
u. s. w. Fischart
Garg. 96
b (glünken 169
Sch.),
in der ältern fassung dafür hinken
MSH. 3, 310
a.
Hätzl. 70
a.
ebenso glunkern
baumeln H. Sachs,
schweiz. glanggen (
z. b. vom perpendikel),
auch geduckt gehn, tir. glangkeln, glangkern
baumeln (glangkerer
der perpendikel)
und taumeln, kärnt. schlendern, schwäb. glunken
schlendern, im 15.
jh. glunkern
fastn. sp. 792,
auch nd. in westf. klüngeln
herumbummeln Fromm. 5, 138. 2@ee)
wie hier wieder die nebenform schlanken
auftritt, so auch die ohne das l (
s.klank 4,
d)
in md. kankeln, gankeln
schaukeln, rhein. gonkel
schaukel, nd. kankeln
wackelnd gehn Schambach 96
a (
vgl. sp. 163),
schweiz. ganggeln,
fränk. aber baumeln, wie ging gangk
von der bewegung der glocke Frommann 6, 131 (
gleich klinke klanke
u. a),
ebenso schwed. kangla
baumeln und taumeln Rietz 307
a, kinka
baumeln 320
b, gunga
f. schaukel —
man sieht, die übereinstimmung ist vollständig; auch der klengel
unter c einigt sich so mit dem gleichbedeutenden kengel,
das hier seinen rechten anhalt findet. aber auch mit r
für l
in nordengl. crangle,
norw. krangle
taumeln, ahd. krankolôn
und wieder auch skrankolôn Otfried IV. 4, 19 (
s.krangeln),
das sich an schlanken, schlänkeln
anschlieszt. rührt das etwa wesentlich eben von der schaukel her? es ist denkbar, dasz wie andres, was jetzt nur noch kinderspiel ist, auch diesz einst von erwachsenen geübt wurde.