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krippe

mhd. bis spez. · 16 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

krippe f.

Bd. 11, Sp. 2320
krippe, f. praesepe. II. formen und verwandtschaft. I@11) die gemeinhd. form. I@1@aa) ahd. chrippa, crippa, mhd. krippe, beide sowol stark als schwach. die dieser vorgängige form verrät sich in crippea Tat. 5, 13 (Graff 4, 588), reiner in folg.: kesazta inan in chripiun, posuit eum in praesepium Haupt 3, 452a, also chripiâ. daher auch chripha, krippha, d. h. aus -pi- oder -pj- ist einmal pp einmal ph geworden, der stamm ist chrip (s. b). ihm entspricht alts. cribbia, cribba Schmeller Hel. 2, 19b, dem cribia vorausgegangen sein musz; altfriesz. cribba dat. Richth. 879a. I@1@bb) der stamm zeigt sich mit brechung in krëbe korb sp. 2126, ahd. wol chrëpâ (vgl. schwäb. kräpe unter krebe 3, b), denn auch die krippe ist eigentlich etwas geflochtenes, s. II, 1. 2; der nd. stamm erscheint noch in dem schott. criv unter krebe 1, c. krëbe und krippe verhalten sich wie mhd. rëbe in hirnrebe f. hirnschale (auch hirnribe) wb. 21, 586b neben rippe f. 679a (s. dazu das zweite krippe 3), vgl. klipperig neben kleberig sp. 1051. I@1@cc) noch mhd. und nhd. gilt neben krippe auch kripfe, besonders alem.: unde der daruffe geseʒʒen ist (auf dem huophove), der sol ime (dem vogte) trukenen stal unde gerûmete cripfe geben. anz. d. germ. mus. 1860 sp. 95, weisth. 4, 264; dâ meinet er (Jesus), bin ich in der kripfen oder in mîner muoter schôʒen oder an dem criuze, dâ sollen mîne friunde bî mir sîn. Haupt 8, 209; har Gesus in der criphen lît. altd. bl. 2, 125; das hew, das tief vergraben lagk under der kryppf zuo Bettleheyn. Brant narr. 63, 17, er braucht aber auch krippen acc. sing. (: rippen) 100, 28. in vocab.: kripfe presepe Dief. 456c (nov. gl. 302a), kripf mandra 346b (Augsb. gemma 1512, in der Straszb. v. 1518 kripp); kripf Dasyp. 368c, kripfe 192b, die rinder stond an der kripfen Maaler 254b, während Denzler nur krippen hat. aber noch im 17. jh. kripfe [] technol. interim 277, s. auch Hohberg unter II, 2, b, und II, 1, a, krupfe hier unter 2, a. I@22) wichtiger ist eine nebenform mit ablautsvocal, die durch alle drei hauptmundarten geht. I@2@aa) hd. krüpfe: laub, das man inen (den lämmern) im stall zu essen in die krüpfen wirft. Herr Columella 77b; under welchem (fels) die krüpf war, darein das kind Jesus als bald gelegt warde für den ochsen und esel. S. Frank weltb. (1567) 177a u. ö. Es ist noch schweiz., krüpfe Stalder 2, 138, Rütte 50, chrüpfe Fromm. 2, 484a, und dasz das ü echt ist, zeigt schon das demin. krupfli neben krüpfli bei Stalder (s. II, 2, d), wie in der Augsb. gemma v. 1512 krupf bostar (s. II, 2, a) Dief. 79b, in der Straszb. gemma v. 1513 krupf presepe 457a, der umtaut drang da nicht durch, es musz ahd. neben cripha, chripia ein chrupha, chruphia, chrupia gegeben haben, die unter 3, b aus dem rom. bestätigt werden; also ablaut im stamme. I@2@bb) ebenso aber auch md., besonders im rhein. gebiete, ohne umlaut, cruppe presepe Dief. 457a aus einem Mainzer und dem Eltviller voc. ex quo, oschencruppe bostar (s. II, 2, a) 79a, in der Straszb. gemma v. 1513 krup das. (doch auch els. krüppe nach krüppwiege b. Philander); auch mit trübung kroppe presepe 457a, kropp mandrum 346b. Aber auch in Thüringen: (hab ich) raufen uber die kuehe und ochsen, kruppen in den kuehe und ochsenstellen machen lassen. N. Engelmann bei Michelsen Mainzer hof in Erfurt 14; selbst krupfe: (die viehmaid soll) den jungen kelbern und den melkküwen von der uberkhare (abfall vom dreschen, s. sp. 406. 427) in ihre krupfen .. tragen. 41. I@2@cc) und nd. krubbe brem. wb. 2, 881, mnd. krubbe presepe Dief. nov. gl. 302a, mandritorium eine schapekrubbe 245a (s. II, 2, a), dem. krubbelîn, krubbeken Hölscher nd. geistl. lieder 5. 9. 10; auch mit umlaut, wie hd. krüpfe u. a., pomm. krübbe Dähnert 257a, auch westf., ostfries. Stürenb. 125a. daneben übrigens kribbe, z. b. in kribbenbîter krippenbeiszer Schamb. 112b, clatrum hilde boven der cribben Dief. n. gl. 95b, krybbe Dief. 457a; auch nrh. kribbe mandrum 346b. die nnl. form ist gleichfalls krib, aber mit nebenform krub (Weiland). I@33) auch übers deutsche hinaus greift das wort. I@3@aa) nord. in der u-form: norw. schwed. krubbe f.,n. krybbe krippe, altn. wol in krubba f. lectus vilis Egilsson 478b vorliegend (s. II, 2, d). endlich engl. crib, aber ags. crybbe dat. Grein bibl. 1, 185 und cribb Ettm. 398, jenes wol mit y aus u, vgl. das verwandte schott. crufe, crove schweinekoben (s. hier II, 2, a) unter krebe 1, c. I@3@bb) weithin auch auf rom. gebiete, und zwar in der doppelform mit i und u (Diez wb. 1, 225): franz. crèche krippe (daher engl. cratch), prov. crepcha, crepia, ital. greppia, creppia, altfranz. crebe, auf ahd. kripia beruhend (s. 1, a) — und prov. crupia, piem. venez. grupia, romagn. gropia, genau das alte deutsche chrupia, krupia das sich unter 2, a ergab, die formen welche die ins südliche Gallien, ins nördliche Italien eingewanderten Germanen hatten, sind da fast ganz rein bewahrt; bedeutsam aber ist es für die altgerm. hauswirtschaft, dasz gerade darin das lat. wort dem germ. den platz räumte. I@3@cc) auswärtigen anklang bietet merkwürdig altsl. krŭpa f. gewebe, geflecht Miklos. 316b (vgl. II, 1), sloven. kripa f. korb, korbwagen, worin sich vielleicht urverwandtschaft andeutet trotz mangelnder lautverschiebung. da es sich um geflecht handelt, könnte wol bei uns korb selbst in frage kommen, vgl. dort. IIII. Gebrauch und bedeutung. II@11) als urspr. allgemeine bedeutung erscheint: einschlieszendes oder schützendes geflecht, flechtwerk. II@1@aa) das tritt deutlich noch auf bei krippe im deichwesen. II@1@a@aα) so heiszt 'ein vorzaun von holz und dicken ästen geflochten' zum schutze der dämme gegen des wassers gewalt Frisch 1, 550a, er gibt als gebräuchliche wendung krippen und häupter schlagen, aggerem sepibus tueri, Adelung eine krippe schlagen. heimisch ist es z. b. am Rheine: er läszt euch aber sagen, dasz oben, wo eure wiesen anfangen, die krippen nichts mehr taugen. Kinkel erzähl. 94; richtig, da waren die letzten reste der alten krippe weggespült. das.; der Rhein stieg .... wäre nur die krippe im herbst ordentlich gemacht worden! ... in der todesangst .. rammte er an der stelle der krippe ein dutzend der stärksten tannenstämme in schräger reihe ein, um den stosz der fluth sanft abzulenken, und verband sie mit dickem weidenflechtwerk. 101, vom Niederrhein; nl. so kribben pl. s. dazu krippen 1, a, krippgräfe, krippenflügel. II@1@a@bβ) vom Mittelrhein freilich gibt Kehrein Nassau 1, 247 krippe als damm zum schutze des ufers in den Rhein gebaut, wo denn [] der name von jenem geflechte auf den damm übergegangen sein müszte; auch bei jenem geflechte bleibt ein raum zwischen ihm und dem ufer, der durch erde, steine ausgefüllt wird (vgl. unter 2, c). s. auch krippenbühne damm. II@1@a@gγ) Frisch bringt auch kripfe bei (s. I, 1, c), ohne quellenangabe, wahrsch. vom Oberrhein: das wassergestad auszen mit kripfen einfassen und das grien (alem. kies) dahinter führen. II@1@a@dδ) hier nachträglich zu sp. 1804 und der redensart das wasser geht über die körbe der beleg, dasz ein solches geflecht wirklich auch körbe hiesz: alle körbe und wer, di man dem mülgraben zu hulfe gibt und wirft, di sol man under dem uver also tif senken, daʒ kein höge davon wachse über daʒ recht wer. inwendic enschol man auch keinerleige vestenunge tun mit körben noch mit weren, damit man dem uver jensit ... icht schaden möchte zuzihen. Ortloff rechtsqu. 1, 287. vgl. krippel. II@1@bb) im östr. bergwesen kohlkrippen, ein aus weidenflechtwerk gebildeter hoher kasten, welcher zum verladen der holzkohlen dient und auf eigenen wägen transportiert wird, an einigen orten auch gefachtet, d. i. geeicht. Scheuchenstuel 143; so in dem bergmannsliede bei Abele gerichtshändel (1684) 2, 47. 45: kohlführer auf der straszen sparen nicht ihre gäul, grosz krippen thun sie fassen, führens auf etlich meil. str. 39; faszt eure krippen volle. 31. im engl. salinenwesen sind cribs pl. körbe, hürden. II@1@cc) korb wird es auch im folg. eig. sein: östr. eine krippe stockfisch, auch ein roll, d. i. eine zahl von 180 stück ( Adelung); man sehe korb 1, d als handelsmasz für fische im 15. jh., gerade auch für stockfisch (bolch, s. kabliau); der östr. ausdruck wird vielmehr vom Rheine stammen. II@22) für flechtwerk tritt in folg. gitterartiges lattenwerk ein, wie diesz bei korb selbst sich gleichfalls findet, s. krebe 3, c; auch in zaun trifft beides zusammen. II@2@aa) hürde, stall nach folg.; die gemma erklärt mlat. mandra mit kripp, kripf, vocab. des 15. jh. mandrum mit kribbe (nrh.), kropp (md.), krippe, schofkrippe, s. Dief. 346b, mandritorium ein schapekrubbe n. gl. 245a; bei Altensteig aber ist mandra u. a. schafhut (d. i. hütte), pferrich, in einem voc. ex quo schaefery (Dief. 346b), ahd. 'caula vel mandra owistal' Mones anz. 7, 594 (s. aue ovis); das kann, selbst einzelnes misverständnis des wortes eingeschlossen, doch nicht durchgängig unsere gewöhliche krippe sein. auch wenn mandra z. b. in dem Leipz. voc. opt. v. 1501 mit presepe vel ovile erklärt wird, steht das nicht im wege, da altlat. praesaepe selber (eig. 'vorzaun', zu saepire zäunen) auch hürde, gehege, stall bedeutete. Ebenso wenn mlat. bostar, bustar im 15. jh. auszer mit kuostal, rinderstal, pferrich auch mit ochsenkrippe, ochsencruppe, krup, krupf erklärt wird (Dief. 79b), in der Straszb. gemma 1518 D 1a bostar, est locus ubi boves stant ... ein kripf oder kustal. Also krippe einst auch schafhürde, rinderstall, obwol die bed. weder in den späteren wbb. noch jetzt im leben sich findet. aber engl. ist sie bezeugt in crib a fold (d. i. hürde, pferch) for cattle Halliwell 279b, auch abtheilung in einem stalle, 'stand'; vgl. das hess. grüwel unter krebe 3, c. II@2@bb) von latten ist bei krippe auch in folg. die rede, ohne dasz mir die sache eig. klar wäre: die sonderbare (besondere) ab- und austheilung eines krautgartens mit seinen beeten oder latten, und kripfen mit latten. Hohberg 3, 1, 365a. vgl. schweiz. bei Stalder krüpfe (s. I, 2, a) schmales gartenbett (d. i. beet) an der mauer, bei Schmidt idiot. bern. chrüpfe areola longiuscula horti (neben praesepe) Fromm. 2, 484a. II@2@cc) ungefähr schlieszt sich begrifflich an krippe im wasserbau, ein in das wasser eingebautes holzwerk, dessen binnenraum mit erde und steinen ausgefüllt wird ( Adelung). auch ein in das wasser eingeschlagenes pfahlwerk, wodurch mittels nachherigen auspumpens der wasserfreie raum gewonnen wird, der zur aufführung einer mauer im wasser nötig ist (ders.); doch mag das in seiner entstehung auf die krippe 1, a zurückgehen, indem sich das flechtwerk dort zu lattenwerk ode dichtgeschlossenem pfahlwerk entwickelte. II@2@dd) wie korb 3 auch häuschen, hütte ist, so findet sich das in engl. crib hütte, häuschen, auch a lock - up house Hall. 279b, gefängnis, d. i. ein wort für haus in verächtlicher verwendung, wie es alternden heruntergekommenen worten geht (vgl. kötze II, 3, b). es wird auch dem deutschen nicht ganz fremd sein, einen anklang bietet schweiz. krupfli, krüpfli n., nische in der wand, um ein licht, bettchen u. ä. darein zu stellen Stalder 2, 138, was man md. nd. eine bucht nennt. ebenso hiesz lat. praesepe auch [] schlechtes häuschen u. ä. vgl. den ostfries. 'krübbstool (krippstuhl' für kleine kinder Stürenb. 125b. II@2@ee) bemerkenswert ist auch engl. crib wiege oder kinderbett überhaupt (Halliwell), wie nl. krib kinderbett, vgl. pomm. 'ikk ligg as in'ner krübbe, das bett ist schlecht gemacht' Dähnert 257a; vgl.kötze, korb, als wiege sp. 1904 und ebend. II, 3, a. in der Oberpfalz krippl n., von der wiege unterschieden, für das kind innerhalb der ersten drei monate bestimmt, eine art sarg, der in einem bocke oder gerüste von vier säulen sich schwingen läszt, s. Schönwerth 1, 68. es läszt sich freilich auch an die krippe des Christkindes denken, s. 5. vgl. krippwiege. II@33) in der herschenden heutigen bed. der futterkrippe ist freilich von flechtwerk keine rede mehr. II@3@aa) die krippe ist 'eine von der erde etwas erhöhete hölzerne hohle rinne, worin man den pferden, dem rindviehe und den schafen das futter vorschüttet', was für die schweine der trog ist (Krünitz), wol zu unterscheiden von der raufe (vgl. b); es gibt auch gemauerte und steinerne krippen, bes. im viehstalle, doch die hölzernen sind gewiss die ursprünglichen; woher aber hier der name krippe? können sie in alter zeit von flechtwerk gewesen sein? so ist ja lat. praesepe wirklich eig. ein flechtwerk. hafer oder häcksel freilich läszt sich in solchen nicht wol aufgeschüttet denken; aber es kommt auch heu in der krippe vor: ein ungütiger hund lag in einer krippen vol hewes. Steinhöwel Es. (1487) 56. II@3@bb) oder heiszt etwa urspr. die leiterartige raufe, in die man das heu als futter thut, auch krippe? Stieler 1046 erklärt krippe auszer praesepe auch mit falisca (scil. praesepis), aber falisca ist ihm sp. 1496 krippenreff, d. i. die raufe. bei Comenius orb. pictus Nürnb. 1740 1, 96 bietet wirklich das bild, das die krippe im kuhstalle darstellt (nr. 15) vielmehr eine raufe, und schon im 15. jh. findet sich das. da heiszt in den voc. die raufe clatrum (sonst als gatter glossiert), ein hilde over der krubben, hd. oben der krippen, de quo bestie comedunt Dief. 126a; auch als raufe wird es deutlich erklärt, in einem mrh. voc. aber auch als krippe (ebend.), wie in einem andern als rauf oder kripp (nov. gl. 95b). von der gitterartigen raufe wäre der name krippe wol begreiflich, ist er erst von dieser auf die heutige krippe übergegangen? vgl. auch barn bei Hohberg unter c. II@3@cc) besonders die krippe der pferde wird oft erwähnt und erzeugte redensarten: etliche (reiter) führen schmale, von thannenholz gemachte baren oder krippen mit (in den krieg), werden an pfäle vor den rossen her angehenkt. Kirchhof disc. mil. 126, barn ist ein andrer name der krippe, wird aber auch unterschieden: die bärn, darein man ihnen das heu gibt, mit sampt den krippen müssen niedrig gestellet werden. Hohberg 2, 286a, da scheint mit barn wieder die raufe gemeint; das pferd musz zur kripp gehen (wenns etwas haben will). Lehman flor. 1, 78; wenn die krippe leer ist, schlagen sich die pferd im stalle. Simrock spr. 5983. 'krippe und wasser', fütterung und tränke: die pferde stehen dem zu fare (er hat dafür einzustehn), uf den man leistet (in dessen dienst man sie braucht), zwuschen der crippen und dem wasser, das ist us dem stalle bis wider in den stal, so man sie in die trenke ritet. Ortloff rechtsqu. 2, 236, vgl. 220. 1, 166. sein pferd zur krippe führen, einkehren: o! räum ich jetzt gleich diese stadt, gnug dasz es andre örter hat, wo ein von hier verbannter mann sein pferd zur krippe führen kan. D. Stoppe bei Steinbach 1, 938. II@3@dd) krippe für anderes vieh: wo nicht ochsen sind, da ist die krippen rein. Luther spr. Sal. 14, 4; ein ochse kennet seinen herrn und ein esel die krippe seines herrn. Jes. 1, 3; löset nicht ein iglicher unter euch seinen ochsen oder esel von der krippen am sabbath und füret in zur trenke? Luc. 13, 15; so erschlägt man den stier an der krippe! Voss Od. 4, 535. 11, 411. II@3@ee) auch die bienenzüchter nennen krippe einen kleinen wassertrog für die bienen, wasserkrippe. II@44) dasselbe in bildlicher verwendung auf menschen. II@4@aa) krippe als tisch, beköstigung: du stehst an deiner krippe und siehst, wie das gerippe schwingt hinter dir die hippe, und zitterst nicht wie laub? Rückert 11, 287 (mak. 1, 85), d. i. du iszt und trinkst und lebst im genusse. auf universitäten heiszt hie und da der freitisch der studenten krippe, besonders in [] dem sog. convict (convictorium), das denn da wie ein groszer stall gedacht ist; so lat. praesepe bei Horaz ep. 1, 15, 28 von einem freitische. übrigens ist das bild auch bei uns alt und an sich ohne spott gemeint, wenn auch nicht ohne scherz; so sagt Wolfram von dem jungen Parzival, um seinen starken appetit zu zeichnen und wie natürlich er ihn stillte: der gast sich dâ gelabte, in den barn er sich sô habte, daʒ er der spîse swande vil. Parz. 165, 28, man denke dran, wie nahe der ritter seinem rosse stand. auch wenn es in einem spottliede des 16. jh. heiszt: das maul kompt in den ganzen tag nit ausz dem barn Haupt 8, 337, liegt der spott nicht in dem bilde an sich. II@4@bb) mit bitterm spotte aber vergleicht Merk eine gelehrte akademie einer krippe, briefl. an Forster i. j. 1782: schön ist es, dasz sie die hunde in der krippe zu Mannheim doch übertölpelt haben. wer wollte auch von einer solchen akademie sein, die so hündisch denkt. briefs. 1, 367, es mag zugleich an die studentische krippe unter a gedacht sein. das bild scheint übrigens im Rheinlande besonders beliebt, Alers deutsch-lat. wb. Cöln 1727 gibt mehrere dergl. redensarten, z. b. von einem geizigen herrn, der seine leute kurz hält: er hat eine hohe krippe, die krippe ist hoch bei ihm. 1245a. II@4@cc) nicht ohne spott auch in folg. von der lebensstellung die einen zwar nährt, aber auch geistig bindet und beschränkt: diese ehrlichen männer müssen nur andern ehrlichen männern nicht auch den strick an die hörner werfen wollen, mit welchem sie an die krippe gebunden sind. Lessing 10, 136, wider theologische gegner. allgemeiner einmal bei Göthe die pferdekrippe: zäumt eure pferde, ihr habt an unsrer krippe nichts zu suchen. 42, 239, macht euch fort, was wir treiben geht euch nichts an, ein bauer sagts zu reitern (Götz v. B. 1, 1). ähnlich bei Aler 1244b 'bei seiner krippe, ad praesepim suam, intra praesepes suas', in seinen vier pfählen. II@55) endlich die krippe Christi, la crèche de Jésus-Chrît Rädlein 567a. II@5@aa) und sie (Maria) gebar iren ersten son und wickelt in in windeln und leget in in eine krippen, denn sie hatten sonst keinen raum in der herberge. Luc. 2, 7, vgl. 12. 16, gr. φάτνη, vulg. praesepium (noch nichts von windeln und krippe Matth. 1, 25, ochs und esel kamen noch später hinzu). davon ist denn in kirchlicher literatur viel die rede, noch bei protestanten, z. b.: er lag in heu mit armuth grosz, die krippen hart ihn nicht verdrosz. Luther weihnachtslied bei Mützell 3; nun er liegt in seiner krippen, ruft zu sich mich und dich, spricht mit süszen lippen. Paul Gerhard 5, 7; der so hohe tag, an welchem gott und mensch arm in der krippen lag. A. Gryphius 1, 40. II@5@bb) daher die bildliche darstellung der geburt Christi, die in alter zeit der mittelpunkt der weihnachtsfeier in der kirche war und vielfach noch ist, zumal in katholischen landen; gewöhnlich doch im demin., s. krippelein. II@5@cc) daher auch krippe, nach franz. crèche, nl. kinderkribbe, für eine art kinderbewahranstalten, mit der aufgabe, säuglinge und kleinere kinder der arbeitenden klasse während der arbeitszeit in pflege zu nehmen; wort und sache giengen von Paris aus in den vierziger jahren dieses jahrh., in Deutschland von Wien.
19017 Zeichen · 478 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    KRIPPEstswf.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +6 Parallelbelege

    KRIPPE stswf. krippe. ahd. chrippa, chripha Graff 4,588. in der kripfen Walth. 24,25 C. praesepe voc. o. 8,20. — du lach…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Krippe

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Die Krippe , plur. die -n, Diminut. das Krippchen, Oberd. das Kripplein, ein Wort, welches in einer doppelten Hauptbedeu…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Krippe

    Goethe-Wörterbuch

    Krippe einmal G- (Schreiberhand) a (hölzerne) Mulde od Rinne für Viehfutter Hier hat der Kräftige [ Herakles ] das Vierg…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Krippe

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Krippe , Kribbe, Zahl von 180.

  5. modern
    Dialekt
    Krippef.

    Pfälzisches Wb.

    Krippe f. : 1. 'Futterkrippe im Kuh- oder Pferdestall aus Holz oder Stein zur Aufnahme von kleingemachtem Viehfutter', K…

  6. Sprichwörter
    Krippe

    Wander (Sprichwörter)

    Krippe 1. Aus einer leeren Krippe säuft die Kuh keine Milch. – Sprichwörtergarten, 406. 2. Bei einer leeren Krippe brüll…

  7. Spezial
    Krippe

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Krip|pe f. (-,-n) 1 (im Stall) cianê (-s) f. 2 (Weihnachtskrippe) cripele (-s) f. ▬ die Krippe aufstellen fá la cripele.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit krippe

103 Bildungen · 75 Erstglied · 28 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von krippe

krippeln + -e

krippe leitet sich vom Lemma krippeln ab mit Suffix -e, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

krippe‑ als Erstglied (30 von 75)

Krippe I

SHW

Krippe I Band 3, Spalte 1837-1838

Krippe II

SHW

Krippe II Band 3, Spalte 1837-1838

Krippe II

RhWB

Krippe II f.: 1. -ep, –ę-, –y- ein nfrk. Wort, Pl. -pə, –bə auf der Erde gezogener Strich, bes. beim Klickersp.; Kr. schmitte derjenige hat …

Krippe III

RhWB

Krippe III -ep Mos, Rhein [ -ø- Trier-Mehring , Kobl-Winning ], Pl. -bə(n) auch Rip, Nfrk (u. -pə(n) ) f.: 1. in den Fluss, vom Ufer aus nac…

Krippe IV

RhWB

Krippe IV das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk -ip, –e- ; Mosfrk -e- [ Trier-Stdt , WBitb , uMos, Neuw-Heimb Weis -ø- ]; sonst -e- [ Monsch-Kal…

Krippelbild

Wander

krippel·bild

Krippelbild Es ist ein schönes Krippelbild. ( Schles. ) Ironisch von widerwärtigen Subjecten in irgendeiner Beziehung. Von den Bildern entle…

Krippele

ElsWB

Krippele [Krìpələ Isenh. Ingersh. Bisch. Bf. ] n. die zu Weihnachten am Altar aufgebaute Darstellung des Stalls zu Betlehem. (Zeigt sich dur…

krippelein

DWB

krippe·lein

krippelein , n. kleine krippe, hauptsächlich 1 1) das kripplein Jesu. Ludwig 1075 ( s. krippe II, 5): was liegt doch in dem krippelin? wer i…

Krippel I

RhWB

Krippel I = Krapfen s. Kräppel.

Krippel II

RhWB

Krippel II -e-, Pl. -əlts Ess-Überruhr m.: alte Türklinke, Dürkr.

krippeln

DWB

krippeln , 1 1) nebenform zu kribbeln, wie krappeln ( s. d. ) zu krabbeln; z. b. henneb. krippeln und krappeln, sehr geschäftig sein Fromm. …

krippelreim

DWB

krippel·reim

krippelreim , m. im 17. jh.: worvon wolt ich reden? ach ja von der teutschen poeterey. was unterwinde ich mich aber, die von den Griechen un…

krippelîn

MWB

krippelîn stN. ‘kleine Krippe’ do Christus lag in dem crippelein [: in presepio Ps 47,4] PsMb 33(Glossar); sin bettlin waz ain kriplin PrGeo…

krippelīn

KöblerMhd

krippe·līn

krippelīn , st. N. nhd. Krippelein, Kripplein, kleine Krippe Hw.: vgl. mnd. krübbelīn Q.: SGPr (1250-1300), SHort, PsMb (FB krippelīn), Kolm…

Krippenbaum

SHW

Krippen-baum Band 3, Spalte 1839-1840

Krippeneis

SHW

Krippen-eis Band 3, Spalte 1839-1840

Krippenholz

SHW

Krippen-holz Band 3, Spalte 1839-1840

krippe als Zweitglied (28 von 28)

futterkrippe

DWB

futter·krippe

futterkrippe , f. Schmeller 1, 200 . in der zusammensetzung mit futter bestimmterer ausdruck.

gastkrippe

KöblerMhd

gast·krippe

gastkrippe , sw. F. nhd. „Gastkrippe“, Krippe für Tiere fremder Gäste Q.: Mechth (1343-1345) E.: s. gast (1), krippe W.: nhd. DW- L.: MWB 2,…

Gaulskrippe

PfWB

gaul·s·krippe

Gauls-krippe f. : 'Pferdekrippe', Gailskripp [KB-Bischh verbr. Gal]; vgl. PfWB Pferdskrippe . SHW Südhess. II 1126/27 . —

Gemeinekrippe

PfWB

gemeine·krippe

Gemeine-krippe f. : in der RA.: Die fressen an de Gemäänekripp 'verdienen an der Gemeinde' [ NW-Frankeck ]. —

mistkrippe

DWB

mist·krippe

mistkrippe , f. flechtwerk das mist einschlieszt; gewendet auf ein kleid über einem sündigen körper: sein ( eines armen mannes ) gröszere to…

pferdekrippe

DWB

pferd·e·krippe

pferdekrippe , f. futterkrippe für pferde Jacobsson 6, 733 a . Eggers kriegslex. 2, 402 .

Pferdskrippe

PfWB

pferds·krippe

Pferds-krippe f. : ' Pferdekrippe ', Peʳdskripp [verbr. wie PfWB Pferd ]. a. 1521: von eyner pferdts krupfen zu machen [GgHospR]. a. 1592: z…

rossekrippe

DWB

rosse·krippe

rossekrippe , f. eine krippe für pferde: diese ( die rosse ) banden sie drauf an rossekrippen des stalles. Voss Od. 4, 40 .

senkrippe

DWB

senk·rippe

senkrippe , f. ein in den strom gelegter ' einbau, so aus groszen auf einander eingesenkten, länglich viereckigten, von busch und laubreith …

Speckrippe

PfWB

speck·rippe

Speck-rippe f. : ' Teil des Tabakblattes', Tabakbau, nur Pl.: -rippe [SP-W'see, Seebach Tabak 99/100]. —

stehkrippe

DWB

stehkrippe , f. : er stieg ab, holte eine der stehkrippen heran, die beschneit an dem hofzaun entlang standen, und schüttete den pferden ihr…

Steinkrippe

PfWB

stein·krippe

Stein-krippe f. : 'steinerner Futtertrog für das Vieh', Stääⁿkripp [ PS-Erfw ]. —

stillkrippe

DWB

still·krippe

stillkrippe , f. , ' kleinkindergarten in fabrikbetrieben, wo kinder arbeitender mütter tagsüber betreut und zu den stillzeiten von ihnen ge…

viehkrippe

DWB

vieh·krippe

viehkrippe , f. , statt des ausreichenden krippe: in der vieh-krippen Hohberg georg. cur. 2, 51 . die vieh-krüpp ist die wieg ( Christi ); u…

vuoterkrippe

KöblerMhd

vuoter·krippe

vuoterkrippe , sw. F. nhd. Futterkrippe E.: s. vuoter (1), krippe W.: nhd. Futterkrippe, F., Futterkrippe, DW 4, 1084, DW2 9, 1368 L.: Lexer…

walkrippe

DWB

walk·rippe

walkrippe , f. ' die falschen falten, die die walkhämmer auf das tuch schlagen, welche alsdenn platt bleiben und nicht filzen '. Jacobsson 4…

wasserkrippe

DWB

wasser·krippe

wasserkrippe , f. verpfählung zum abhalten des wassers bei wasserbauten Krünitz 53, 494 , vgl. wasserkiste. —

weihnachtskrippe

DWB

weihnachts·krippe

-krippe , f. die kirche hat weihnachten von vornherein unter dem gesichtspunkt der geburt Christi gefeiert, s. DWB weihnacht 10). papst Libe…

Zuckerbaumkrippe

PfWB

zuckerbaum·krippe

Zuckerbaum-krippe f. : 'Weihnachtskrippe, an einen Ast des Weihnachtsbaumes gehängt', Zuckeʳbäämkripp [ NW-Gimmdg ].