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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

mehr n.

Bd. 12, Sp. 1887
mehr, n. die gröszere anzahl, mehrheit; in allgemeinem sinne: was er mehr weisz, ist für seine rechnung: und wenn er über dieses mehr noch mehr wissen will, das geht den staat vollends nichts an. Lessing 11, 179; da ihr mit dem mehr, was ich für sie zu thun fähig gewesen wäre, nicht gedient ist, so ist diesz das wenigste, was ich ihr schuldig bin. Wieland 35, 166; éin gott, éin könig und éin weib, das mehr ist überflusz. Gleim 1, 247; im gegensatz zu substantivem weniger: was hab ich, wenn ich nicht alles habe, sprach der jüngling, giebts etwa hier ein weniger und mehr? Schiller hist.-krit. ausg. 11, 51; nach der rechnerischen seite: da die erbpacht ein ansehnliches mehr eintrug. Ranke genesis des preusz. staates s. 467; seit älterer zeit aber in bezug auf abstimmung, vgl. dazu gegenmehr th. 41, 2247, handmehr th. 42, 410, ein namentlich im politischen leben der Schweiz hergebrachtes und häufiges wort: das meer, so in einem radt gemeeret wirt, suffragium superans, discessio in alicujus sententiam. Maaler 285b; er hat das meer, sein meinung ist das meer worden, discessio facta in ejus sententiam. ebenda; mit allgemeinem meer burgermeister werden, fieri consulem cunctis suffragiis. ebenda; hie meeret der weibel, und ward mit gemeiner hand das meer, man sölte u. s. w. U. Eckstein rychstag 848 Scheible; das mehr, mehrheit der stimmen, etwas ins mehr nehmen, das mehr über etwas ergehen oder scheiden lassen, die mehrheit der stimmen für oder wider etwas ergehen lassen, das heimliche mehr, stimmensammlung mit geschriebenen zettelchen, oder mit pfennigen, kugeln, die man in die büchse dessen wirft, den man zu einem amt ernennen will, offenes mehr, stimmensammlung mit lauter stimme, oder mit emporhebung der rechten hand. Stalder 2, 205; auch auszerhalb der Schweiz, nur dasz hier das wort nicht in gleichen oder ähnlichen formeln erscheint: darauf ich lieben landsknecht auf heutigen tag ein mehr beger, mir helfen solch ubel zu strafen ... spricht der profosz zum feldtweibel: macht ein mehr. Fronsperger kriegsb. 1, 17a; so ist es auch nicht an der viele der stimm oder mehr allzeit gelegen. Kirchhof mil. disc. 265; zur bekreftigung der letzten umbfrag eines urtheils machet dieser schultheisz in einer bank sitzend, ein mehr drüber mit aufrichten eines jeden finger. ebenda; es ging also mit einem groszen mehr durch: dasz den fremden komödianten ... erlaubt sein sollte, eine tragödie auf der nazional-schaubühne aufzuführen. Wieland 19, 369; als die stimmen gesammelt wurden, fand sich, dasz das urthel nur mit einem mehr von zwölf gegen acht bekräftigt wurde. 20, 36; (wenn das fürstencollegium) in ordentlicher umfrage berathschlage, so werde ihr mehr auch in dem andern rathe bald wieder durchdringen. Ranke deutsche geschichte 4, 267; Oldendorf ist abgeordneter durch ein mehr von zwei stimmen. Freytag dram. werke 2, 85 (journalisten, 3. act); Stauffacher (zählt die stimmen). es ist ein mehr von zwanzig gegen zwölf. Schiller Tell 2, 2; die mehrheit bei einem anhange: das müet uns fast, verdrüst uns seer, so er vom volk yetz hat das meer. trag. Joh. H 6; ein wortspiel bei Zinkgref: Hans Philips Böckle, stättmeister zu Straszburg ... pflegte zu sagen: das meehr (welches zu teutsch beides, die see, und dann pluralitatem votorum, die mehrere stimmen heiszet) werfe groszen unrath ausz: als wolte er sagen, die mehrere stimmen, weren nicht allemal die besten. apophthegm. 1, 198. dafür in schwacher form das mehre: do wardt in der statt gerathschlagt, ob sie bei irer herrschaft bleiben oder die pauren einlassen oder sich zu denselben schlahen wellten. es wardt das mehre, das die porten geöffnet und die ufruerigen pauren ingelassen sollten werden. Zimm. chron. 2, 562, 28.
3735 Zeichen · 55 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    mehrst. N.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    mehr , st. N. Vw.: s. mēr (3)

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Mehr

    Adelung (1793–1801) · +9 Parallelbelege

    * Das Mehr , des -es, plur. die -e, ein im Hochdeutschen ungewöhnliches, im Oberdeutschen aber noch gebräuchliches Abstr…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    mehr

    Goethe-Wörterbuch

    mehr öfter in Zusammenschr, zB ‘umsomehr/um somehr’, ‘destomehr’, ‘jemehr’; ‘vielmehr’ 37,292,9 ; abgekürzt ‘u. a. m.’ B…

  4. modern
    Dialekt
    me(hr)

    Elsässisches Wb. · +2 Parallelbelege

    me( h r) [mé allg., in engen Verbindungen auch mi; miè M. Bf. , neben mé; mêr nur vor às (= als ) Hi. ; mièr Sulzern M. …

  5. Sprichwörter
    Mehr

    Wander (Sprichwörter)

    Mehr 1. A andermohl mieh, sagte der Bauer zum Fuhrmann, als er aus dem umgeworfenen Wagen kroch. ( Oberlausitz. ) 2. Das…

  6. Spezial
    mehr

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +2 Parallelbelege

    mehr adv. 1 (in höherem Grad) plü: er wird mehr geschätzt als sein Bruder ël vëgn plü stimé co so fre 2 (in größeren Men…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit mehr

220 Bildungen · 205 Erstglied · 10 Zweitglied · 5 Ableitungen

mehr‑ als Erstglied (30 von 205)

mehrfach

SHW

mehr-fach Band 4, Spalte 609-610

mehrästig

DWB

mehr·aestig

mehrästig , adj. mehrere äste habend: eine mehrästige ranke. Campe.

Mehrals-Profil

GWB

Mehr-als-Profil die ein geringes Maß über die bloße Seitenansicht hinausgehende bildkünstlerische Darstellung eines Gesichtes [ Kopie von Le…

Mehramplitudenschrift

FiloSlov

Mehramplitudenschrift , f запись , ж , многодорожечная → FiloSlov Mehrfachzackenschrift, f

Mehraspektanalyse

FiloSlov

Mehraspektanalyse , f анализ , м , многоаспектный

mehraufwand

DWB

mehr·aufwand

mehraufwand , m. aufwand von einer gröszeren geldsumme: mit einem mehraufwande von wenigen hundert thalern liesze sich das haus bequem einri…

mehrausgabe

DWB

mehr·ausgabe

mehrausgabe , f. ausgabe, die mehr als der anschlag oder die einnahme beträgt.

mehrbedacht

GWB

mehr·bedacht

mehrbedacht besser beherzigt, stärker berücksichtigt Dieses [ Zettelchen mit einem Spruch ] kam zufällig unter andere ernstere und m-e Blätt…

mehrbedarf

DWB

mehr·bedarf

mehrbedarf , m. gröszerer bedarf als vorgesehen, weiterer bedarf als bisher: der staat musz den mehrbedarf durch eine neue steuer decken; be…

mehrbedenklich

GWB

mehr·bedenklich

mehrbedenklich in stärkerem Maße besorgniserregend, bedrohlich; ‘gleich- und mehrbedenklich’ B23,151,20 Reinhard 14.11.12 [ Zit s v gleichbe…

mehrbedeutet

DWB

mehrbedeutet , part. , mehrfach erwähnt, vergl. mehr 21 sp. 1881: ich wil einen menschen bei nacht .. an der stimme durch ein solches instru…

mehrbegünstigt

GWB

mehrbegünstigt in größerer Gunst (bei einer Person höheren Standes) stehend sich an das Glück m-er Weltbürger mit angereiht zu sehen 36,361,…

mehrbemeldet

GWB

mehrbemeldet im vorstehenden Text (mehrfach) erwähnt, obengenannt; in rechtssprachl Zshg wenn von mehrbemeldten unßern Gegen Vormündern uns …

mehrbenannt

GWB

mehr·benannt

mehrbenannt im vorstehenden Text (mehrfach) erwähnt, obengenannt Gebrüder Boisserée..Nachricht von dem bedeutenden Kupferwerke, welches m-e …

mehrbesagt

DWB

mehr·besagt

mehrbesagt , part. , vgl. mehr 21, sp. 1881: daher machten auch mehrbesagte fragmente jahr und tag nicht das geringste aufsehen im publico. …

Mehrbesser

DRW

mehr·besser

Mehrbesser, m.? wie Mehrschatz (I) dass richtig zinset und zahlt, umb das überwarten aber der verfallnen haubtgüeteren einicher mehrschatz o…

mehrbetrag

DWB

mehr·betrag

mehrbetrag , m. betrag über etwas festgesetztes oder verglichenes hinaus: nach abzug der ausgaben von der einnahme ergibt sich ein beträchtl…

Mehrbietende

GWB

Mehrbietende ein höheres geschäftliches Angebot unterbreitende Person; in Zshg mit einer möglichen späteren Neuauflage von Goethes Ausg letz…

mehrbieter

DWB

mehr·bieter

mehrbieter , m. bieter von mehr geld, namentlich bei einer versteigerung: der edelmann hoffte, ich würde auf seinen papa und seine mama biet…

Mehrbittung

DRW

mehr·bittung

Mehrbittung, f. Klagebegehren um einen höheren als den tatsächlich geschuldeten Betrag [nur bei Unklarheit über die Höhe der Schuld] ist der…

mehrblätterig

GWB

mehr·blaetterig

mehrblätterig aus mehr als einem (Kelch-)Blatt bestehend; in botan-morphol Zshg so finden wir mehrere Narben, z. E. des Crocus, der Zanichel…

mehrblumig

DWB

mehr·blumig

mehrblumig , adj. : mehrere blumen enthaltend oder tragend: ein mehrblumiger quirl, verticillus multiflorus. Campe.

mehrbraten

DWB

mehr·braten

mehrbraten , m. : mehrbraten heiszen die zwei striemen wildpret, die dem hirsch auch den sauen inwendig am federrucken zu beiden seiten über…

mehr als Zweitglied (10 von 10)

Gehtnichtmehr

RDWB1

Gehtnichtmehr (nur in der Redewendung) bis zum ~ idiom. , umg. - дальше некуда идиом. , разг. , до посинения идиом. , разг. , до потери пуль…

Barthel-Nimmermehr

Wander

barthel·nimmermehr

Barthel-Nimmermehr Auf Sanct-Barthel-Nimmermehr – wird dies oder das geschehen, wird z.B. eine Zahlung erfolgen. (S. Nimmerleinstag.)

immermehr

DWB

immer·mehr

immermehr , adv. , das verstärkte immer. schon mhd. tritt zu iemer, als dessen zweiter theil mêr ( vgl. sp. 2068) nicht mehr gefühlt wird, e…

Je mehr

Wander

jem·ehr

Je mehr Je mehr, desto besser. Ist nur von Stockfischen und Heringen wahr, aber nicht von der Bevölkerung eines Landes. Wenn viel Menschen v…

Kannichtmehr

Wander

kannicht·mehr

Kannichtmehr Kannichtmehr liegt auf dem Kirchhof. Als Antwort auf die Aeusserung: Ich kann nicht mehr.

nimmermehr

DWB

nimmer·mehr

nimmermehr , adv. verneintes immermehr ( th. 4 2 , 2076), ein durch nochmaliges mehr verstärktes nimmer, um dadurch den tonlos gewordenen un…

nunmehr

DWB

nun·mehr

nunmehr , adv. zusammengerückt aus nun (nu) mehr, mhd. nû mêre, nun und fortan mehr, nun und weiterhin ( vgl. fortmehr ), oft nur im sinne e…

stimmenmehr

DWB

stimmen·mehr

stimmenmehr , n. , soviel wie das heute gebräuchliche stimmenmehrheit: der verein wählt nämlich aus sich durch stimmenmehr einen vorsteher F…

vielmehr

DWB

viel·mehr

vielmehr , adv. : vilmee, magis pluris Diefenbach nov. gloss. 243 b ; immo, quin potius, ja viel mehr Alberus novum dict. genus (1540) s 7 a…

Ableitungen von mehr (5 von 5)

ermehren

DWB

ermehren , augere, vermehren: kaiser Carle umbgürtet Reinharten das schwert, gab im den ritterlichen streich und sprach 'got wöl dein kraft …

gemehren

DWB

gemehren , verstärktes mehren, mhd. gemêren beliebt, gröszer machen und werden, noch im 16. jh.: ( leute ) welche allein den haufen gemeren.…

vermehren

DWB

vermehren , verb. verstärken an grösze, zahl, bedeutung. zusammensetzung zu mêrôn. die zusammensetzung in den ältern dialekten sehr selten. …

vermehrlich

DWB

vermehrlich , adj. stärkend, kräftigend: deine gnad, lieb und barmhertzigkeit sind uns so süsz und klar, so tröstlich als vermehrlich. Wekhe…

vermehrung

DWB

vermehrung , f. vergröszerung, verstärkung. mnd. ( altköln. ) vgl. Frommanns mundarten 3, 53 a . 1 1) handlung des vergröszerns: da sage nur…

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Cotta, M. (2026). „mehr". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/mehr/dwb
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Cotta, Marcel. „mehr". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/mehr/dwb. Abgerufen 10. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „mehr". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/mehr/dwb.
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