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Minder

mhd. bis spez. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
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17 in 14 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Minder

Bd. 3, Sp. 213
Minder, adj. et adv. welches der Comparativ des im Hochdeutschen veralteten Positivi min ist; Superlativ mindest. Es bedeutet, 1. Kleiner, und im Superlative der kleinste, der körperlichen Größe und Ausdehnung nach; im Gegensatze des groß. 1) Eigentlich; wo es nur noch im Oberdeutschen üblich ist, aber auch zuweilen in der höhern Schreibart der Hochdeutschen vorkommt. Von dem mindern auf das größere schließen. Du bist der mindeste unter uns. Weil eine mindre Stadt Nicht Kunst noch Puder gnug für kluge Hirner hat, Hall. 2) Figürlich. (a) * Jünger, und im Superlative der jüngste; gleichfalls nur noch im Oberdeutschen. Mein minderer Bruder. Meine mindeste Schwester. (b) * Der Würde, dem Vorzuge nach, geringer, und im Superlative geringste; gleichfalls nur im Oberdeutschen. Sich minder schätzen, als andere. Der mindeste unter uns, der geringste. Die Franciscaner-Mönche, welche sich auch Fratres minores nennen, werden im Oberdeutschen häufig mindere Brüder, Minderbrüder, und Minnebrüder genannt, dagegen im Hochdeutschen der Nahme der Minoriten üblicher ist. Die Minorisserinnen, oder vielleicht besser Minorissinnen, sind eine Art Franciscaner-Nonnen von dem Orden der heil. Clara. 2. Der Menge und Intension nach, für weniger, geringer, und im Superlativ wenigste, geringste. Der Comparativ ist auch hier im Oberdeutschen und in der edlern Schreibart der Hochdeutschen üblicher, als in dem gemeinen Sprachgebrauche. Ich habe minder als du. Nicht minder, nicht weniger. Die mindern Flammen, Opitz. Die mindere Zahl, die Zahl der Zehner und Einer von der Jahrzahl, im Oberdeutschen. So ist von 1770 siebzig die mindere Zahl. Der Superlativ kommt indessen im Hochdeutschen öfter vor. Ich habe nicht das mindeste bekommen. Ich dachte nicht im mindesten daran, nicht im geringsten. Am mindesten, aufs mindeste, zum mindesten, am wenigsten, aufs wenigste, zum wenigsten. In werde mir ein Gewissen machen, das mindeste anzunehmen, das geringste. Davon hat er nicht die mindeste Einsicht. Nein, nein, ihr Herz verdient zum mindesten meinen Dank, Gell. Sehr häufig gebraucht man dieses Wort, nach dem Muster der Oberdeutschen, in der edlern Schreibart der Hochdeutschen, so wie weniger, als ein Nebenwort für nicht so viel, oder nicht so. Wenn durch ihr schmetternd Lied Die Lerche minder Kunst verrieth, Gell. Besonders vor Bey- und Nebenwörtern, verkleinernde Comparative zu machen, so wie die Franzosen ihr moins gebrauchen. Die minder mächtigen Stände, die nicht so mächtig sind, als andere. Minder gesellig, minder gelehrt als du. Auf ähnliche Art gebraucht schon Ottfried min gelicho für ungleich. S. Mehr, welches in vergößernder Bedeutung auf eben dieselbe Art gebraucht wird. Anm. Dieser alte Comparativ lautet schon im Isidor, Kero und Ottfried minnir, in der Adverbialform aber beständig min, für minus, und im Superlat. minnista, im Dän. mindre, mindst, im Schwed. so wohl minne als mindre, und in der dritten Staffel minst, im Franz. moindre, und als ein Nebenwort moins; welche insgesammt ihre Verwandtschaft mit dem Latein. minor, minus und minimus nicht verläugnen können. Der längst veraltete Positiv min, klein, wenig, geringe, im Wallis. man, im Griech. μινυος, kommt bey den ältern Oberdeutschen Schriftstellern nicht vor, ist aber noch im Niedersächsischen gäng und gebe, wo min beständig für wenig und geringe gebraucht wird. Dat ist man min, das ist nicht viel; ja der Niedersachse hat kein anderes Wort als dieses, das Hochdeutsche wenig auszudrucken. Eben daselbst wird aber auch min nach Art der alten Oberdeutschen für den Comparativ in der adverbischen Gestalt gebraucht; min of meer, weniger oder mehr. Bey dem Kero und andern ältern Oberdeutschen kommt dieses min theils als ein verneinendes Nebenwort, für minime, theils aber auch als ein Bindewort, für damit nicht, ne, vor.
3819 Zeichen · 55 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    minderAdv.

    Köbler Mhd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    minder , Adv. Vw.: s. minner (1)

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    minderAdj.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    minder , Adj. Vw.: s. minnere (1) L.: MndHwb 2, 982 (minder)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Minder

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Minder , adj. et adv. welches der Comparativ des im Hochdeutschen veralteten Positivi min ist; Superlativ mindest. Es be…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    minder

    Goethe-Wörterbuch

    minder 1 adj; meist attr, selten präd; flekt u unflekt; auch subst a weniger, kleiner an Anzahl, Menge; bei zähl-, meßba…

  5. modern
    Dialekt
    minder

    Schweizerisches Idiotikon · +4 Parallelbelege

    minder Band 4, Spalte 320 minder 4,320

  6. Spezial
    minder

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    min|der I adj. mënder (-dri, -dra), plü pice II adv. (weniger) manco. ▬ minder er Bedeutung d’importanza secundara; de m…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit minder

77 Bildungen · 75 Erstglied · 0 Zweitglied · 2 Ableitungen

Ableitung von minder

mind + -er

minder leitet sich vom Lemma mind ab mit Suffix -er.

Zerlegung von minder 2 Komponenten

min+der

minder setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

minder‑ als Erstglied (30 von 75)

minderimē

Idiotikon

minder-i-mē Band 4, Spalte 369 minder-i-mē 4,369

minderisnǖt

Idiotikon

minder-is-nǖt Band 4, Spalte 320 minder-is-nǖt 4,320

minder

KöblerMhd

minder... , . Vw.: s. minner...

minderausgabe

DWB

minder·ausgabe

minderausgabe , f. ausgabe die weniger beträgt: das geschäft hatte gegen voriges jahr eine beträchtliche minderausgabe.

minderbedarf

DWB

minder·bedarf

minderbedarf , m. bedarf der weniger ausmacht: ein minderbedarf von einigen tausend mark gegen den voranschlag.

minderbemittelt

RDWB1

minder·bemittelt

minderbemittelt geistig ~ - недалёкий; глупый; дурачок; идиот; тупой; туповатый; кто-л. долго соображает; тугодум; ограниченный; дебил груб.

Minderbietende

GWB

Minderbietende jd, der ein niedrigeres Angebot unterbreitet; in der Vbdg ‘Mehr- oder Minderbietender’ B40,238,12 Boisserée 8.1.26~B40,184,10…

Minderchërn

Idiotikon

Minderchërn Band 3, Spalte 467 Minderchërn 3,467

mindereinnahme

DWB

minder·einnahme

mindereinnahme , f. einnahme die weniger beträgt: hier steht eine mindereinnahme gegen eine mehrausgabe.

minderer

DWB

mind·erer

minderer , m. minuens, diminuens, attenuans, exaniens, coangustans. Stieler 1278 ; ausminderer ( bei Frisch 1, 664 a ausminder), einer der b…

minderertrag

DWB

minder·ertrag

minderertrag , m. ertrag der weniger ausmacht: der minderertrag einer steuer gegen den voranschlag; der minderertrag des gutes in diesem jah…

mindereⁿ

Idiotikon

mindereⁿ Band 4, Spalte 321 mindereⁿ 4,321

Minderfuss

RhWB

minder·fuss

Minder-fuss mendərfūt Emmerich m.: F. am Strumpfe, der gemindert (s. d.) ist.

minderhaltig

DWB

minder·haltig

minderhaltig , adj. weniger haltend, geringeren gehalt habend als vorgesehen oder gesetzlich ist: minderhaltige erze; eine minderhaltige mün…

minderheit

DWB

minder·heit

minderheit , f. 1 1) zustand des minderseins ( an zahl, stärke oder würde ): da alles edle nur ein vorwurf ihrer minderheit scheinet. Meyer …

Ableitungen von minder (2 von 2)

mindere

KöblerMhd

mindere , Adj. (Komp.) Vw.: s. minnere

verminderung

DWB

verminderung , f. verringerung, abbruch: gottes allmachtigkeit miszbietung oder verminderung thun. reichstagsabsch. 1512 IV, 1; dieweil wir …