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Eintrag · Goethe-Wörterbuch

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Bd. 7, Sp. 1028
sehen häufig synkopiert ‘sehn’ od apokopiert ‘seh(')’ uä, gelegentl aber auch mit Sproßvokal od epithetischem -e, zB ‘er siehet’, ‘ich sahe’; PartPrät einmal (figurensprachl) ‘gesehe’ GWB16,37 Vs 579; vereinzelt Zusammenschr: im Präpositionalgefüge (zB ‘vor sich hinsehend’ GWB9,188 vor Vs 312) sowie im erweiterten Inf ‘zusehen’ (zB GWB18,471, auch kombiniertsie hierzusehen’ GWBB6,148,2); abgekürzts. für ‘siehe’ GWB342,112,8u13. Die große Zahl von weit über 11000 Archivbelegen (bei teilw selektiver Exzerption, bes im naturwiss Bereich) bezeugt nicht nur die Affinität des „Augenmenschen” Goethe zu allen Bereichen u Phänomenen visueller Wahrnehmung, sondern ebenso den hohen umgangssprachl Gebrauchswert des Wortes, der sich nicht zuletzt seiner Anwendbarkeit bzw Übertragbarkeit auf Formen der inneren Anschauung, Gedankengänge, Vorstellungen u dgl verdankt. Eine signifikante Zuspitzung erfährt der Wortgebrauch in der ‘Italienischen Reise’, wo ‘sehen’ zur geradezu emphatischen Bezeichnung für den Akt bewußter, reflektierter Welt-Wahrnehmung wird (s bes B1c). In naturwiss-phil Hinsicht steht das Sehen in unmittelbarem Zshg mit dem exorbitanten Stellenwert, den Goethe dem Auge als Licht-Organ beimißt (s den Artikel1Auge’, bes auch die Vorbem ebd). Im Rückgriff auf Platonische Vorstellungen (inneres Feuer im Auge, aus dem die Sehkraft hervorströmt, vgl zB ‘Politeia’ 508b-d od ‘Timaios’ 45b-46c) stellt auch für Goethe das Auge die ultimative Verbindung von Innen u Außen dar u wird selbst ‘sonnenhaft’ genannt (vgl WA I 3,279 ZXen III 724 bzw II 1,XXXI,20 FlD Einl). Pointiert spricht er mehrf vom Sehen mit ‘Geistes-Augen’ iUz den konkr ‘Augen des Leibes’ u analog von ‘innerem’ u ‘äußerem Licht’, die in dynamischer Wechselwirkung stehen. Selbst diese begrifflichen Ausdifferenzierungen verbleiben aber in einem eigentümlichen Schwebezustand zwischen unterschiedlichen, vielfach sich überlagernden Bedeutungsebenen, der den Wortgebrauch - goethespezifisch wie gemeinsprachl - über weite Strecken kennzeichnet. Entspr hoch ist der semantische Differenzierungsgrad, der sich lexikographisch kaum vollständig abbilden läßt, wobei die Nuancen sich häufig erst im aktuellen Gebrauchskontext herausbilden. Die Vielzahl bildh u übertr Verwendungen verteilt sich auf die Pkte B2 u B3 dergestalt, daß sich erstere unmittelbar u selbsterklärend aus der konkr Bed ableiten, während unter B3 usuelle Phraseologismen versammelt sind. Noch weiter vom ursprünglichen Wortsinn abstrahierte Verwendungen finden sich unter einem separaten Pkt D. Die Grenzen sind aber, wie so oft in diesem Wortfeld, fließend. A organisch: Sehfähigkeit besitzen, sehen können B physiol: mit den Augen wahrnehmen, rezipieren, visuell erfassen 1 konkr 2 bildh 3 übertr, meist phraseologisch C mit dem inneren Auge erblicken 1 als konkr Vorstellungsbild 2 als intuitive, imaginäre od visionäre Wahrnehmung D stärker abstrahiert als Bezeichnung des rezeptiven Vermögens überhaupt bzw einer bestimmten Haltung, Einstellung 1 erkennen, begreifen, gedanklich od gefühlsmäßig realisieren 2 allgemeiner: etw (als Faktum) wahrnehmen, registrieren, konstatieren 3 betrachten, das Augenmerk, die Aufmerksamkeit darauf richten od konzentrieren E schauen, (drein)blicken, einen bestimmten Ausdruck in den Augen haben F iSv aussehen, ausschauen, einen bestimmten Eindruck erwecken, wirken G unpersönlich ‘es sieht mit etw’: es steht od verhält sich so damit, ist so darum bestellt H iSv zusehen, dafür sorgen, darauf hinwirken, sich dafür einsetzen od darum kümmern (daß/wie..) usuell-abgeblaßt, als Ausruf, kommunikatives Signal, meist formelhaft in direkter Anrede A organisch: die Sehfähigkeit besitzen, sehen können; ‘gut/schlecht s.’: über ein intaktes bzw eingeschränktes Sehvermögen verfügen; auch ‘scharf s.’, ‘trüb s. uä, teilw in Überschneidung mit Bed B1c, mitunter bildh [Landschaftseindruck entspricht nicht der Erwartung] vielmehr finde ich gerade das Umgekehrte, und mich dünkt ich sehe gut GWB18,368,28 ReiseMegapr [Versuche mit dem blaublinden Gildemeister] Seine Augen sind grau und haben etwas mattes..Er sieht weit, gut, kann kleinen Druck bey Nacht lesen GWBN52,29,19 Versuche mGildemeister 19.11.98 Doch giebt es einen gewißen hohlen Fleck im Gehirn das heißt einen solchen in welchem sich die Gegenstände nicht abspiegeln können, wie denn im Auge ja selbst ein Punct ist der nicht sieht GWBN11,376 Plp StudSpinoza [1784/85] Plp~GWB422,144,1 MuR(266) Verliebte Augen s. schärfer, als die Augen des Herrn GWBB1,102,12 Behrisch [Anf Okt 67] Liebe und Haß sind gar nah verwandt, und beyde machen uns trüb s. GWBB1,244,3 JGHetzler 24.8.[70] K GWB35,89,8 TuJ 1801 GWBN1,49,18 FlD 113 GWBN3,3,1u7 FlH I Emped GWBN3,10,22 FlH I Aristot [Riemer?] GWB51,213 Xen 55(777) B physiol: mit den Augen wahrnehmen, rezipieren, visuell erfassen 1 konkr; vielfach in präp Fügungen wie ‘auf, in, durch, nach etw s.’, ‘etw vor sich s.’, ‘vor sich hin, um sich (her) s. usw, öfter auch verstärkend ‘mit (eigenen) Augen s.’, ‘etw vor Augen s. uä; wiederholt im Vergl, vereinzelt vom Auge selbst a in eine bestimmte Richtung schauen, die Augen, den Blick auf etw richten; ansehen, anblicken Ich ging, du standst und sahst zur Erden,|Und sahst mir nach mit nassem Blick GWB1,69 Willk u Abschied 29 [Natalie gratuliert Wilhelm zur geplanten Heirat mit Therese] Wilhelm verstummte und sah vor sich hin. Natalie sah ihn an; sie bemerkte, daß er blaß ward GWB23,182,4 Lj VIII 4 [Wilhelm, mBez auf die zentrale Spiel-im-Spiel-Szene bei der ‘Hamlet’-Aufführung:] Es wird eine sehr große Wirkung thun, wenn in diesem Augenblick Hamlet nach dem Geiste und die Königin nach dem Bilde sieht GWB22,188,11 Lj V 9 wir sahen einander|In die Augen, und mir ward vor dem Auge so trüb GWB1,268 Alexis u Dora 89 ein wunderliches Familienbild..So s. denn..die Kinder aus dem Bilde heraus und vor sich hin, eben als wenn sie weder dem Vater noch sich einander angehörten GWBB41,106,6 Kanzl Müller 3.8.26 GWB1,169 Der Fischer 3 GWB4,30 Du Schüler Howards 2 GWBN1,52,9 FlD 123 GWBN1,78,16 u 79,5 FlD 188u190 GWBN1,172,9 FlD 415 uö(häufig) akzentuiert iS eines gezielten, fokussierten Hinguckens, visuellen Fixierens; wiederholt ‘scharf s. [Mutter zu Merkur] (ihm scharf in's Gesicht s-d) GWB131,76,1 was wir bringen [1802] Regiebem [Goethe hat - krank vor Eifersucht - Käthchen Schönkopf im Theater in vertrautem Umgang mit einem anderen Verehrer beobachtet] Ha! Dencke mich! Dencke mich! auf der Gallerie! mit einem Fernglaß — das sehend!..Es kamen mir Tränen in die Augen, aber sie waren vom scharfen S., ich habe diesen ganzen Abend noch nicht weinen können GWBB1,138,9 Behrisch 10.[11.]67 [Schüler, beim Kopieren eines Bildes:] Und wenn ich dann nicht weiter kann,|Steh' ich wie ein genestelter [hier iSv zeugungsunfähig, impotent gemachter] Mann,|Und sehe hin und sehe her,|Als ob's gethan mit S. wär' GWB16,151 KünstlersApotheose 12 GWB47,230,15 Üb:Raffael,Christus u 12Apostel ‘jdn durch und durch s.’: ihn prüfend (mißtrauisch) mustern, mit Blicken durchbohren; im Vergl [Jetter über Albas Soldaten:] Es schnürt einem das Herz ein, wenn man so einen Haufen die Gassen hinab marschiren sieht..Und wenn sie auf der Schildwache stehen und du gehst an einem vorbei, ist's als wenn er dich durch und durch s. wollte GWB8,245,24 Egm IV b erkennen (können), als sichtbare Erscheinung wahrnehmen; öfter übergehend zur (stärker abstrahierten) Bed D, gelegentl auch mit imaginativem Einschlag (vgl C) Das Zimmer war dunkel, nur eine Kerze dämmerte hinter dem grünen Schirm, man sah wenig, man hörte nichts GWB24,318,7 Wj II 5 Neumond ist eben vorbei, und neben der zarten Mondsichel konnte ich die ganze dunkle Scheibe fast mit bloßen Augen, durch's Perspectiv ganz deutlich sehn GWB30,275,20 ItR~GWBB8,203,15 ChStein 19.2.87 [zur Entstehung der ‘Farbenlehre’] so habe ich..die sämmtlichen Erscheinungen, die mir seit vielen Jahren bekannt geworden, nachdem ich sie erst mit Augen gesehen, im Sinne betrachtet, im Geiste geprüft, in meinen didaktischen Kreis aufgenommen GWBN51,325,21 Fl ÄltEinl [Reisiger:] Das Gefecht wird immer stärker, man sieht's am Staube GWB131,274,10 Götz3 III 11 [Georg über Weislingen, dem er eine Botschaft von Götz überbringen sollte:] Er ward bestürzt, ich sah [ sahe GWB8,71,3 Götz2 II] das Geständniss seines Lasters in seinem Gesicht, er hatte kaum das Herz mich anzusehen GWB39,77,3 Götz1 II GWBN8,322 Morph Plp GWBN52,327,15u16 Fl Plp GWB14,59 Faust I 1156u1163 GWB14,63 Faust I 1247 GWB20,141,8 Wv I 13 prägnanter: etw als solches überhaupt od allererst wahrnehmen, im Anschauen realisieren; auch in bildh Zshg [Vater u Sohn auf nächtlichem Ritt] Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht? —|Siehst, Vater, du den Erlkönig nicht?|Den Erlenkönig mit Kron' und Schweif? —|Mein Sohn, es ist ein Nebelstreif GWB1,167 Erlkönig 6 [Pedro, unter dem Eindruck der ohnmächtig gewordenen u für tot gehaltenen Claudine:] Uns so fürchterlich verderben!|Sieht denn Gott nicht unsre Noth? GWB38,192,21 Claud1 Weiß - was thut denn dieß? verschluckt also alle Strahlen: wie unterscheidet sichs denn da von Schwarz. Und Schwarz wenn es alle Strahlen verschluckt, wie könnte es denn gesehen werden? GWBLA II 5A,30 M17,26 FlP Plp Daß der Stein fällt ist Factum, daß es durch Attraction geschehe ist Theorie, von der man sich innigst überzeugen, die man aber nie erfahren, nie s., nie wissen kann GWBN51,170,23 ÜbNewt DivRefrangib GWB35,80,18u19 TuJ 1798 GWBN52,425,2 Verz optInstr GWBN1,233,1 FlD 583 GWB3,332 ZXen V 1397 GWBN11,38,21 ErfahrgWissensch auch: den (freien, unverstellten) Blick auf etw haben, es (gut) erkennen od überschauen können [Landhaus im Elsaß] von wo man die Vorderseite des [Straßburger] Münsters und den darüber emporsteigenden Thurm gar herrlich s. konnte GWB28,82,14 DuW 11 [Faust plant einen Ausguck in den Bäumen] Die Linden wünscht' ich mir zum Sitz..|Dort wollt' ich, weit umher zu schauen,|Von Ast zu Ast Gerüste bauen,|Dem Blick eröffnen weite Bahn,|Zu sehn was alles ich gethan,|Zu überschaun mit einem Blick|Des Menschengeistes Meisterstück GWB151,299 Faust II 11246 [der Förster hatte Goethe von der Brockenbesteigung abgeraten] Die Berge waren im Nebel man sah nichts, und so sagt er ists auch iezt oben, nicht drey Schritte vorwärts können Sie sehn GWBB3,200,26u28 ChStein 11.[12.77] [über das neue Lauchstädter Theater] jedermann ist mit dem Hause zufrieden. Man sitzt, sieht und hört gut und findet..immer noch einen Platz GWBB16,97,1 Schiller 5.7.02 [Verona] in einigen Strasen wo Kaufmannsläden und Handwercks Boutiquen an einander sind, sieht es recht lustig aus. Denn da ist nicht etwa eine Thüre in den Laden oder das Arbeitszimmer, nein die ganze Breite des Hauses ist offen, man sieht alles was drinne vorgeht GWBT1,202,3 v 16.9.86 GWB38,62 EwJude 220 GWB30,82,13 ItR GWBB4,96,13 ChStein 26.10.79 GWB4,318 Canzonetta Romana 14 c als optischen Eindruck aufnehmen, auf sich wirken lassen, verarbeiten; bes im Ausdruck unmittelbaren Erlebens, häufig als imperativische Interj (‘sieh nur’, ‘seht!’ uä) [Einfahrt nach Palermo] Mit keinen Worten ist die dunstige Klarheit auszudrücken, die um die Küsten schwebte..die Harmonie von Himmel, Meer und Erde. Wer es gesehen hat, der hat es auf sein ganzes Leben GWB31,91,20 ItR [nach dem Besuch in Paestum] ich pries den Genius, daß er mich diese so wohl erhaltenen Reste mit Augen s. ließ, da sich von ihnen durch Abbildung kein Begriff geben läßt.. GWB31,72,12 ItR Herr Canzler v. Müller hat uns, aus Italien zurückkehrend, viel Gutes zu erzählen..Mit seiner Art zu s. und aufzufassen hat er wirklich Wunder geleistet GWBB46,210,14 Zelter 12.1.30 [Alexis, in wehmütiger Erinnerung an die Zeit mit Dora:] War es möglich, die Schönheit zu sehn und nicht zu empfinden?|Wirkte der himmlische Reiz nicht auf dein stumpfes Gemüth? GWB1,266 Alexis u Dora 23 [Mephisto zum Herrn:] Verzeih, ich kann nicht hohe Worte machen..|Von Sonn- und Welten weiß ich nichts zu sagen,|Ich sehe nur wie sich die Menschen plagen GWB14,20 Faust I 280 GWBB9,252,18u19 Jacobi 20.3.91 GWBB8,57,20 Knebel 17.11.[86] GWB492,45,18 Igeler Monument [G/Meyer] GWBN11,18,2 GlücklEreign GWB11,179,9u10 Stella IV uö(häufig) prägnant als Akt bewußter, aufgeschlossener, intensivierter Wahrnehmung od visueller Orientierung, dabei auch das phänomenale Erfassen des Wesens in der Erscheinung implizierend (im Übergang zu D); auffallend gehäuft in der ‘Italienischen Reise’, einmal in synästhet Zshg [Vicenza] Ich gehe nur immer herum und herum und sehe und übe mein Aug und meinen innern Sinn GWBT1,219,28 v 21.9.86 [Castel Gandolfo] meine ganze Neigung ist auf die Kunst gerichtet. Jeden Tag geht mir ein neues Licht auf, und es scheint als wenn ich wenigstens würde s. lernen GWB32,109,20 ItR [aus Rom] Ich spreche nicht aus wie glücklich ich bin, daß ich da zu s. anfange, wo ich Zeitlebens nur getappt habe GWBB8,323,25 ChStein 19.1.[88] Froh empfind' ich mich nun auf klassischem Boden begeistert;|Vor- und Mitwelt spricht lauter und reizender mir..|Und belehr' ich mich nicht, indem ich des lieblichen Busens|Formen spähe, die Hand leite die Hüften hinab?|Dann versteh' ich den Marmor erst recht..|Sehe mit fühlendem Aug', fühle mit sehender Hand GWB1,239 Vs 102 RömEleg V Die menschliche Gestalt kann nicht bloß durch das Beschauen ihrer Oberfläche begriffen werden, man muß ihr Inneres entblößen..und man darf wohl hier, wie in andern Fällen, den wahren Spruch anbringen: Was man weiß, sieht man erst! GWB47,13,26 PropylEinl Indem wir..gute Künstler bilden wollen, setzen wir in unsern Schülern ein mäßiges Naturell voraus, ein Auge, das die Gegenstände rein sieht, ein Gemüth, das geneigt sey sie zu lieben.. GWBB18,67,8 Schiller [8./19.10.94] K [Korr Gräf/Leitzm 1,21] GWBB8,66,20u24 ChStein 24.11.86 GWBB8,157,18 ChStein 1.2.87 GWB30,213,9 ItR~GWBB8,48,20 ChStein 7./11.11.86 GWB47,21,16 PropylEinl GWB51,275 XenNachl 45(169) bes im Zshg der Farbenlehre elementar für den Vorgang od die Fähigkeit optisch-visueller Perzeption überhaupt, öfter unter Akzentuierung des subjektiven Faktors; ‘s-des Organ’ für das Auge; gehäuft subst, auch ‘Bedingungen, Gesetze des S-s’, ‘subjektives S.’ ua Diese Farben, welche wir billig obenan setzen..welche das Fundament der ganzen Lehre machen.. ..Wir haben sie physiologische genannt, weil sie dem gesunden Auge angehören, weil wir sie als die nothwendigen Bedingungen des S-s betrachten, auf dessen lebendiges Wechselwirken in sich selbst und nach außen sie hindeuten GWBN1,2,5 FlD 3 [über Farbenblinde] Sie nennen den Himmel rosenfarb und die Rose blau, oder umgekehrt. Nun fragt sich: s. sie beides blau, oder beides rosenfarb? s. sie das Grün orange, oder das Orange grün? GWBN1,49,3u4 FlD 110 Fragt man..nach den Farben als einem Abgesonderten von der übrigen Natur, so wird man sie nie begreifen. Die Farben sind die ganze Natur dem Organ des Auges offenbart und recht s. heißt recht seyn GWBN1,384 FlD Var Ich weiß recht gut zu unterscheiden, was ich sehe, denke und sage; das S. ist ein Zusammenfaßen unendlicher Mannigfaltigkeit, das Denken ein Versuch des Zerlegens.. GWB492,234,15 Mantegna,Triumphzug Plp [Arianne:] Der kältste Sinn ist das S., Erkänntniss ist sein Gefühl, und drum behaupte ich, dass man das nie mit einem zärtlichen Herzen lieben kann, was allein Ansprache macht unsern Augen zu gefallen..Und so..halt ich das S. für eine Vorbereitung der übrigen Sinne denn der Geruch ist Genuss und das Gehör und der Geschmack, das S. nicht GWB37,62,3u15u18 Arianne an Wetty GWBN1,28,18 FlD 60 GWBN1,77,1u4u14 FlD 185u186 GWBN11,226,22 Optik GWBN11,356 Optik Var (Einschub nach 228,6) im hist Teil der ‘Farbenlehre’ unter wissenschaftsgeschichtl Aspekt Demokritus und Epikurus sagen, das S. geschehe dadurch, daß Bilder von den Gegenständen sich absondern und in's Auge kommen.. GWBN3,5,19 FlH I DemokrEpikur Nach Chrysippus Meinung geschieht das S., indem die Luft zwischen dem Gegenstande und uns sich erstreckt, getroffen von dem zum S. bestimmten Pneuma, das von der Seele aus bis in die Pupille dringt.. GWBN3,6,19u21 FlH I Chrysipp Wäre das Auge Feuer, wie Empedokles behauptet..und geschähe das S., indem das Licht, wie aus einer Laterne, (aus den Augen) herausgehe; warum in der Finsterniß sieht nicht das Auge?..Demokritus hingegen, so fern er behauptet das Auge sei Wasser, hat Recht; so fern er aber meint, das S. sei eine Emphasis (Spiegelung), hat er Unrecht. Denn..eine Emphasis findet nicht statt im Gegenstande, sondern im Sehenden.. GWBN3,11,3u27 FlH I Aristot [Riemer?] Zum erstenmal wird [bei Athanasius Kircher] deutlich..ausgeführt, daß Licht, Schatten und Farbe als die Elemente des S-s zu betrachten; wie denn auch die Farben als Ausgeburten jener beiden ersten dargestellt sind GWBN3,281,1 FlH V Kircher Waring [RWDarwin] erkennt..daß wohl alles S. von der Thätigkeit der Netzhaut abhängen möchte.. GWBN4,244,3 FlH VI Darwin d (plötzlich) erblicken, (spontan) gewahr werden, auch: erspähen Sah ein Knab' ein Röslein stehn.. GWB1,16 Heidenröslein 1 Hab' ich den Markt und die Straßen doch nie so einsam gesehen!.. GWB50,189 HermDor I 1 [zügige Überfahrt mit dem Schiff] Geschwinde! Geschwinde!|..Es naht sich die Ferne;|Schon seh' ich das Land! GWB1,66 GlücklFahrt 10 Dich sah ich, und die milde Freude|Floß von dem süßen Blick auf mich;|Ganz war mein Herz an deiner Seite|Und jeder Athemzug für dich GWB1,68 Willk u Abschied 17 Von der Lage der Stadt [Neapel] und ihren Herrlichkeiten..kein Wort. Vedi Napoli e poi muori! sagen sie hier. Siehe Neapel und stirb! GWB31,23,8 ItR GWB1,224 Braut vKorinth 147 GWB14,32 Faust I 487~GWB39,224 Urfaust 135 GWB10,253 NatT 139 GWB9,132,10 Geschw GWBAA153,17 Werth1 II~GWBWerth2 e iSv bemerken, registrieren, entdecken Ich..beguckte meine Finger, als wäre daran etwas zu s. gewesen GWB26,80,3 DuW 2 [Mephisto zur Hexe:] Erkennst du mich?..|Erkennst du deinen Herrn und Meister?|..[Hexe:] O Herr, verzeiht den rohen Gruß!|Seh' ich doch keinen Pferdefuß GWB14,121 Faust I 2490 Ich sehe, daß am Ohr, um Hals und G'nicke [der Geliebten] |Der flüchtigen Röthe Liebesblüthe waltet GWB52,347 Das Tagebuch 61 [Wilhelm im Aufbruch] Sie [Mignon] stand vor ihm und sah seine Unruhe GWB21,227,23 Lj II 14=GWB52,96,21 ThS IV 16 Ich habe, indem ich meinen ruhigen und kalten Weg des Beobachtens, ja des bloßen S-s ging, sehr bald bemerkt daß die Rechenschaft, die ich mir von gewissen Gegenständen gab, eine Art von Sentimentalität hatte.. GWBB12,243,8 Schiller 16./17.8.97 GWBN9,250,9 GebirgsGestaltg GWBN8,105,12 ZwKnoch GWB17,145,7 GrCoph II 2 GWB33,40,12 Camp GWB422,252,3 MuR(1060) f (prüfend) beobachten, in Augenschein nehmen, inspizieren, nachsehen; auch in Überschneidung mit B1e [Lynceus, der Türmer:] Zum S. geboren,|Zum Schauen bestellt,|Dem Thurme geschworen|Gefällt mir die Welt.. GWB151,302 Faust II 11288 Man erzählt, daß gewisse Blumen im Sommer bei Abendzeit gleichsam blitzen, phosphoresciren..Dieses Phänomen selbst zu s. hatte ich mich oft bemüht, ja sogar..künstliche Versuche angestellt GWBN1,23,19 FlD 54 Das Teleskop folgt hierbey. Es war eine Zeit, wo man den Mond nur empfinden wollte, jetzt will man ihn s. GWBB15,54,13 Schiller 10.4.00 [Cellini erhält den Auftrag zu einer Herkules-Statue] Ich schritt zum Werke, und Michelagnolo Buonarroti kam meine Arbeit zu s. GWB43,118,25 Cell I 8 [Zigeunerhauptmann, der Geräusche des heranreitenden Götz vernimmt, zu seinen Gesellen:] Horch, ein Pferd! Geht! Seht was ist GWB8,153,21 Götz2 V GWBDjG31,417 Mitsch2 932u933u934~GWB9,107 Mitsch3 896u897u898 GWB28,187,18 DuW 13 GWB51,230 Xen 172(179) GWB43,235,11 Cell II 5 auch iSv durchsehen, sichten Donnerstag d. 29. S[eptember] ..Zu Hause, noch einiges gesehen. Zu Paulus, zu Frau v. Humbold GWBB25,46,28 Christiane 29.9.[14] ‘auf, in etw s.’: einen (prüfenden) Blick auf od in etw (namentlich schriftliche Dokumente) werfen; öfter imperativisch als gezielter Verweis: ‘siehe..’ [betr Einrichtung des 8. Bandes der ‘Schriften’] Gleichfalls hat der Setzer..mit Überlegung zu handeln..Laßen Sie doch einen klugen Korrecktor auch darauf s. GWBB18,30,13 Göschen 24.9.88 [Reineke zu Bellyn, der dem König Briefe überbringen soll:] laßt euch, mein Neffe, nicht etwa gelüsten|In die Briefe zu s.; es wäre schädliche Neugier GWB50,84 ReinF VI 321 Abends große Gesellschaft, siehe Verzeichniß GWBT10,179,5 v 30.3.26 5. Nov. [1757] Schlacht bey Rosbach Geringschätzung der Fr[anzösischen] Nation nach dieser Schlacht und weiterhin in diesem Kriege. Siehe Voltaires Corresp. der Jahre 55-60ff GWB26,350,32 DuW Schema GWB30,72,28 ItR GWBB8,107,18 ChStein 30.12.86 GWBT13,210,9 v 24.1.32 redensartl: ‘kommen, s. und siegen’, in Anlehnung an Caesars Diktum ‘veni, vidi, vici’ Da nicht Jedermann, wie Napoleon, sagen kann, welchen Tag er kommen, s. und siegen will; so ergebe ich mich darein, daß.. GWBB19,116,19 Zelter 22.3.06 g etw (als Objekt) anschauen, besichtigen; intr auch: zuschauen, (still, heimlich) beobachten; auch ‘sich (an etw) müde s. Durch deine Beschreibungen wird mir Florenz wieder lebendig, das ich nicht so ausführlich und gründlich gesehen habe wie du GWBB47,260,5 August 17.9.30 K [Kaiserkrönung Josephs II in Frankfurt; Gretchen interessiert sich für die Reichskleinodien] Ich versprach ihr, daß wir diese wo möglich zusammen s. wollten GWB26,312,3 DuW 5 [betr Abfolge der Einzelbilder im Kupferstich-Zyklus ‘Caesars Triumphzug’ nach Mantegna] so legen wir dieses Blatt [Nr 11] unmittelbar hinter den Triumphwagen Cäsars, wodurch denn, wenn die zehn Blätter hinter einander gesehen werden, für den geistreichen Kenner und Liebhaber das anmuthigste Schauspiel entsteht GWB491,288,9 Mantegna,Triumphzug [aus Karlsbad] Die Gesellschaft ist zahlreich und gut..Ich habe nur gesehen und geschwätzt, was sonst werden und gedeihen wird muß abgewartet werden GWBB10,276,9 Schiller 8.7.95 [Schaffhausen, am Rheinfall] Mir fiel die Art wieder auf, an den Häusern Erker und Fensterchen zu haben..Guckscharten durch die Mauern zu bohren und sich eine Aussicht, die niemand erwartet, zu verschaffen. Wie nun dieses die Lust anzeigt, unbemerkt zu s. und zu beobachten, so zeigen..die vielen Bänke an den Häusern..von einer zutraulichen Art nachbarlichen Zusammenseyns GWBT2,150,26 v 18.9.97 GWB32,161,2 ItR GWBB11,73,22 Meyer 20./22.5.96 GWB491,163,17 Anz:Zahn,Pompeji GWB32,227,12 ItR RömKarn GWBB19,235,23 FAWolf 28.11.06 spezieller im theatralischen Zshg: eine Inszenierung anschauen, einer Aufführung beiwohnen; ‘jdn s. (als)..’: jdn als Schauspieler (in einer bestimmten Rolle) erleben Ich gehe manchmahl in die Comödie..Neulich sah ich Tartüffen. Top! GWBB1,26,15 Cornelia [9. od 10.12.65 Korr GB12,42] dieses herrliche Stück [‘Wallenstein’] ..hab ich..in zwanzig Jahren nicht gesehen und nicht gelesen GWBB44,139,18 Carlyle 15.6.28 [Mephisto:] Mit vielen Namen glaubt man mich zu nennen —|Sind Briten hier?..|Sie zeugten auch: Im alten Bühnen-Spiel|Sah man mich dort als old Iniquity GWB151,115 Faust II 7123 Es ist mißlich, über Schauspieler, besonders über die, die noch gegenwärtig gesehen werden..öffentlich zu urtheilen GWB53,182,23 Üb verschZweige hiesigerTätigk [1795] GWBB1,194,21 Friederike Oeser 13.2.69 GWBB9,323,23 Reichardt 29.7.92 GWB52,158,3 ThS V 9 GWB4,216 Aus Kötschaus Toren 21 auch zum Ausdruck von Schaulust, Freude am optischen Spektakel [Theaterdirektor zu Dichter u Lustiger Person:] Besonders aber laßt genug geschehn!|Man kommt zu schaun, man will am liebsten sehn.|Wird vieles vor den Augen abgesponnen,|So daß die Menge staunend gaffen kann,|Da habt ihr in der Breite gleich gewonnen,|Ihr seid ein vielgeliebter Mann GWB14,11 Faust I 90 GWB21,37,10 Lj I 7~GWB51,31,26 ThS I 9 h stärker kontemplativ: schauen, beschauen, betrachten; einmal ‘sich gesund s. [mBez auf die eigene Handzeichnung ‘Einsamste Wildnis’1)] Ich sah die Welt mit liebevollen Blicken|Und Welt und ich wir schwelgten im Entzücken;|So duftig war, belebend, immer frisch,|Wie Fels, wie Strom, so Bergwald und Gebüsch GWB3,131 Vs 1 Zu meinen Handzeichnungen I [Widmungsgedicht für den Chemiker u Pharmazeuten JWDöbereiner] Wenn wir dich, o Vater, s.|In der Werkstatt der Natur,|Stoffe sammeln, lösen, binden,|Als seist du der Schöpfer nur.. GWB4,259 Wenn wir dich 1 [Postmeisterin, über die erwartete Kammerjungfer:] Mann kann sie nicht sehn, ohne sie zu lieben GWBDjG³5,68,6 Stella¹ I GWB30,230,13 ItR~GWBB8,71,17 Weim Freunde 2.12.86 GWBB13,44,9 Hirt 25.12.97 K (vgl B13,380) GWBB37,341,15 Knebel 22.6.23 Var i ein eher passives Erleben od Zuteilwerden ausdrückend: jds od einer Sache ansichtig werden, etw vor Augen geführt, gezeigt od überhaupt zu Gesicht bekommen [die Nixe lockt den Fischer ins Wasser] Sie sprach zu ihm, sie sang zu ihm;|Da war's um ihn geschehn:|Halb zog sie ihn, halb sank er hin,|Und ward nicht mehr gesehn GWB1,170 Der Fischer 32 [Faust, nach der ersten Begegnung mit Gretchen:] Bei'm Himmel, dieses Kind ist schön!|So etwas hab' ich nie gesehn GWB14,128 Faust I 2610 Daß ich Sicilien gesehen habe, ist mir ein unzerstörlicher Schatz auf mein ganzes Leben GWBB8,221,22 CarlAug 27.5.87 [mBez auf die Drucklegung der ‘Lehrjahre’] Leider werden Sie die Beyden ersten Bücher nur s. wenn das Erz ihnen schon die bleibende Form gegeben..Die folgenden werden Sie noch im biegsamen Manuscript s. und mir Ihren freundschaftlichen Rath nicht versagen GWBB10,212,4u8 Schiller 6.12.94 Im funfzehnten Jahrhundert..hatten die Künstler..von der Kunst einen hohen Begriff und bequemten sich nicht leicht Erfindungen anderer zu wiederholen, deßwegen sieht man aus jener Zeit keine eigentlichen Copien GWB491,222,20 Bossi,Leonardo Abendmahl GWB30,275,24 ItR~GWBB8,203,18 ChStein 19.2.87 GWBB8,183,17 ChStein 13.2.87 GWB30,143,22 ItR GWBB40,175,22 Rauch 16.12.25 uö(häufig) gehäuft ‘(jdn) etw s. lassen’: (jdm) den Anblick gewähren, etw zeigen od präsentieren; ‘etw läßt sich s.’: etw erscheint, zeigt sich, ist sichtbar, wahrnehmbar [Apostelzyklus MRaimondis (nach Raffael?) in der Hauptkirche der Abtei Tre Fontane, Rom] Gewand [Christi] , das von unten heraufgezogen ist, in schönen Falten das Knie s. läßt GWB47,231,19 Üb:Raffael,Christus u 12Apostel Laß mir nur eine Zeile von deiner Hand s., eher geht mein Tag nicht an GWBB6,89,14 ChStein 14.11.82 [mBez auf Newton] die Experimente sind einseitig, man läßt den Zuschauer nicht alles s., am wenigsten das, worauf es eigentlich ankommt GWBN4,127,5 FlH VI Fontenelle:LobredeNewt [Georg:] Es sind bedenkliche Zeiten. Schon seit acht Tagen läßt sich ein fürchterlicher Komet s., und ganz Deutschland ist in Angst, es bedeute den Tod des Kaisers GWB8,138,8 Götz2 IV so will ich denn auch hier abermals wiederholen, daß die Bedingungen, unter welchen die Farbe sich s. läßt, gränzenlos sind GWBN52,399,2 Fl Plp GWBB8,238,11 ChStein [28.7.87] GWBB15,51,13 AWSchlegel 2.4.00 GWB14,204 Faust I 4063 GWBN1,191,19 FlD 463 2 bildh od in bildh Zshg; teilw in Überschneidung mit C od D Warum gabst uns, Schicksal, die Gefühle,|Uns einander in das Herz zu sehn,|Um durch all die seltenen Gewühle|Unser wahr Verhältniß auszuspähn? GWB4,97 Warum gabst du uns [14.4.76 an ChStein] 6 Heut ist mir alles herrlich; wenn's nur bliebe!|Ich sehe heut durch's Augenglas der Liebe GWB6,196 Vs 6 DivSuleika In das Farbenreich bin ich nach und nach soweit hineingerückt, daß ich fast den Ort nicht mehr sehe, von dem ich ausgegangen bin GWBB10,172,20 Sömmerring 16.7.94 Bearbeitung des Cellini..ich sehe das ganze Jahrhundert viel deutlicher durch die Augen dieses confusen Individui als im Vortrage des klärsten Geschichtschreibers GWBB11,55,3 Meyer 18.[4.]96 [über Epochen, deren Bild mehr vom Eindruck ‘außerordentlicher Individuen’ od ‘seltsamer Begebenheiten’ geprägt ist als von umfassender Kenntnis] Die historischen Zeiten erscheinen uns im vollen Tag. Man sieht vor lauter Licht keinen Schatten, vor lauter Hellung keinen Körper, den Wald nicht vor Bäumen, die Menschheit nicht vor Menschen GWBN3,131,16 FlH III GWB10,72 Iph2 1661~GWB39,383,21 Iph1 IV 4 GWBB14,63,5 Schiller 2.4.99 GWBB13,33,16 Schiller 24.1.98 GWB37,130,26 ShakespTag bes auch im Kontext einer ausgeprägten Entfernungs- bzw Tiefen- od (selten) Höhenmetaphorik: ‘weiter, tiefer s.’, ‘einer Sache auf den Grund s. [Breme:] ich weiß es besser als der Advocat, denn ich sehe weiter GWB18,21,26 Aufgeregten I 7 [mBez auf den sog Pariser Akademiestreit zwischen GCuvier u GdeSaint-Hilaire] mich haben manche Sendungen, Zeitungs- und Journal-Artikel noch tiefer in die Sache s. lassen GWBB49,31,20 Varnhagen [2.8.31] Die dioptrischen Fernröhre werden verbessert, Newtons Irrthum anerkannt und doch ist die Gewalt der Gewohnheit so groß, daß niemand der Sache auf den Grund sieht GWBN4,478,9 FlH Plp Lydie..schaute zu ihrer Wohlthäterin [Makarie] mit reiner Heiterkeit. Wie geschieht mir! sagte sie..Der schwere lästige Druck..ist auf einmal von meinem Haupte weggehoben, ich kann nun frei in die Höhe s., meine Gedanken in die Höhe richten GWB251,267,22 Wj III 14 GWBB1,8,19 Cornelia 12.10.65 GWB11,165,16 Stella2 III GWB2,247 Sprichw 534 GWBB23,369,14 Riemer 20.6.13 GWBB5,138,28 u 139,3 Maler Müller 21.6.81 gelegentl mit personifiziertem Sachsubj; im Zshg einer Lagebeschreibung auch iSv auf etw ausgerichtet, darauf hin orientiert sein [Abenddämmerung] Schon stand im Nebelkleid die Eiche,|Ein aufgethürmter Riese, da,|Wo Finsterniß aus dem Gesträuche|Mit hundert schwarzen Augen sah GWB1,68 Willk u Abschied 8 [Orest, mBez auf den Fluch über dem Geschlecht der Tantaliden:] So mag die Sonne denn|Die letzten Gräuel unsers Hauses sehn! GWB10,53 Iph2 1224~GWB39,368,3 Iph1 III 1 Seit der Trauung meiner Schwester sah [ sah' Var] dem Oheim die Freude aus den Augen GWB22,340,3 Lj VI SchöneSeele Mächtig erhebt sich der deutsche Rhein und mächtig die deutsche|Kunst, nur den Ocean hat keines von beiden gesehn GWB51,275 XenNachl 40(125) Die Klippen des Barenberges, die in's Thal s., sind Jaspisschiefer GWBN9,161,14 Harzreise 1784 GWB1,254 Vs 325 RömEleg XV GWB10,27 Iph2 586~GWB39,344,5 Iph1 II 1 GWB20,222,4 Wv II 3 GWBB3,89,22 ChStein 22.7.76 GWB27,49,14 DuW 6 3 übertr, meist phraseologisch: iSv (praktisch) erleben, erfahren, kennenlernen, auch: etw gewärtigen, mit etw konfrontiert sein; teilw in Berührung mit od übergehend zu D [Brief des Gehülfen] ich habe nie gesehen, daß Ottilie etwas verlangt, oder gar um etwas dringend gebeten hätte GWB20,62,24 Wv I 5 Er [der frz Sprachmeister] war nicht ein leichtsinniger Empiriker, nicht ein trockner Grammatiker; er hatte Wissenschaften, er hatte die Welt gesehen GWB22,264,5 Lj VI SchöneSeele [die Hoffnung, mBez auf die Befreiung von der napoleonischen Unterdrückung:] Heil! daß wir den Tag gesehn,|Da wir wieder um Ihn [den preußischen König Friedrich Wilhelm IV] stehn|Seinem Willen hingegeben GWB16,549 Epimen Var Von Jahr zu Jahr s. wir neue Entdeckungen und überzeugen uns daß hier ein gränzenloses Feld sei GWBN6,159,9 MetamPfl Nachtr [Reineke, über seine Flucht vor dem König:] Niemals war ich in größerer Noth, noch schlimmer geängstigt,|Nein! ich wünsche mir solche Gefahr nicht wieder zu s. GWB50,81 ReinF VI 244 GWB8,236,15 Egm III GWBB1,167,13 Käthchen Schönkopf 1.11.68 GWBGB21,192,10 Johanna Fahlmer 24.5.75 GWBB45,30,3 Gf Brühl 23.10.28 GWB26,49,8 DuW 1 uö(häufig) iSv eruieren, herausfinden, in Erfahrung bringen, sich vergewissern, überprüfen [Götz will Georg als Kundschafter einsetzen:] er mag nach Bamberg reiten und s. wie's steht GWB8,62,10 Götz2 II [Mephisto zum Schüler:] Der Geist der Medicin ist leicht zu fassen..|Besonders lernt die Weiber führen..|Und fasset sie, mit feurig schlauen Blicken,|Wohl um die schlanke Hüfte frei,|Zu sehn, wie fest geschnürt sie sei GWB14,95 Faust I 2036~GWB39,236 Urfaust 430 GWB11,153,4 Stella2 II GWB16,69 PaterBrey 231 speziell bezogen auf die Rezeption von Texten, insbes Neuerscheinungen: aufnehmen, zur Kenntnis nehmen, lesen bzw zur Ansicht od prüfenden Lektüre erhalten; auch: sich näher damit befassen Haben Sie die Abhandlung über den Styl in den bildenden Künsten im Aprilmonat des Merkurs gesehen? Das worüber wir alle einig sind ist recht gut und brav gesagt.. GWBB10,257,8 Schiller 14.5.95 Wenn Sie die drey ersten Stücke der Propyläen gesehen haben, so wissen Sie womit ich mich vorzüglich das letzte Jahr beschäftigte GWBB14,151,10 MJacobi 16.8.99 K In der Art..wie du mein botanisches Werckchen [‘Die Metamorphose der Pflanzen’] wirst gesehen haben setze ich meine Betrachtungen über alle Reiche der Natur fort GWBB9,253,3 Jacobi 20.3.91 Ich freue mich sehr darauf etwas von Ihrem Wallenstein zu s., weil mir auch dadurch eine neue Theilnahme an Ihrem Wesen möglich wird GWBB13,4,9 Schiller 3.1.98 Ihre letzten Aufsätze über Laokoon habe ich noch nicht gesehen..ich bin für den Moment himmelweit von solchen reinen und edlen Gegenständen entfernt, indem ich meinen Faust zu endigen..wünsche GWBB13,46,4 Hirt 25.12.97 K (vgl B13,380) GWBB30,160,7 Cotta [16.11.10] K GWBB10,27,6 Knebel 27.9.92 GWBB19,283,10 Knebel 14.3.07 GWBB19,181,24 FAWolf 24.8.06 ‘jdn s.’: jdm begegnen, jdn treffen od aufsuchen, auch: jdn (in einer bestimmten Verfassung od Situation) antreffen, erleben sowie überhaupt jds Anwesenheit, sein Vorhandensein aufmerksam wahrnehmen (auch ‘jdn um sich, bei sich, vor sich s.’, ‘jdn näher s. ua); einmal mit unterschwellig sexueller Konnotation; ‘sich s. lassen’: vorbeischauen, seine Aufwartung machen; ‘jd ist gern gesehen’: jd ist willkommen; vereinzelt auch mit Sachsubj Um fünfe seh ich Sie, kann Ihnen iezt nichts von mir sagen GWBB3,25,1 ChStein 29.1.76 so schmeichle ich mir mit der Hoffnung Sie einmal näher zu s. und mit Ihnen manche Knoten zu lösen die die Menschen verwirren GWBB9,259,2 Schuckmann 14.[5.]91 [Alcest, beim Versuch, Sophie in sein Schlafgemach zu locken:] Nun gut, entschließe dich, mich heute Nacht zu s. ..Ein Wort! Um Mitternacht, Geliebte, bin ich da! GWB9,57 Mitsch3 291~GWBDjG31,372 Mitsch2 279 [Gerichtsrat zu Eugenie:] Dich zu verlieren..|Erscheint mir unerträglich. Dich zu s.,|Dir nah zu sein, für dich zu leben, wäre|Mein einzig höchstes Glück GWB10,380 NatT 2895 in einem Alter von mehr als sechszig Jahren wird es ihm [Cellini] erst klar, daß es löblich sei, eheliche Kinder um sich zu s. GWB44,362,23 CellAnh XIII LetzteLebensj Wollen Sie wohl..sich heute Mittag oder sonst einmal s. lassen. Die Abgesondertheit, wie die Nacht, ist keines Menschen Freund GWBB46,82,20 Eckermann 19.9.29 GWB14,23 Faust I 350 GWB23,174,16 Lj VIII 3 GWB17,120,1 GrCoph I 1 GWB20,7,10 Wv I 1 GWB152,201 Helena Plp 1,70 uö(häufig) ‘nach jdm/etw s.’: (sich dorthin begeben u) jds Wohlergehen od allg einen Zustand feststellen; auch (zugl) dafür sorgen, sich darum kümmern, darauf achtgeben [Lucie zur Postmeisterin:] Schläft meine Mutter?..Ich muß doch nach ihr sehn GWB11,140,23 Stella I [anrückende Feinde; Götz zu Georg:] Seht nach dem Thor, nach den Riegeln, verrammelt's mit Balken und Steinen! GWB131,291,17 Götz3 IV 8~GWB8,109,7 Götz2 III GWB11,272 Claud2 1431 GWBB15,283,17 Johanna Schlosser 24.11.01 K GWB8,166,1 Götz2 V GWBN12,75,6 Witterungslehre 1825 ‘nach etw s.’: nach etw suchen, forschen, Ausschau halten [betr Maßnahmen gegen die Häufung sinnentstellender Fehler in dt Druckwerken] Ein bedeutender Schritt wäre schon gethan, wenn [literarisch versierte] Personen..sich die Mühe nehmen wollten, bei jedem Werke nach den Druckfehlern zu s. und zu bezeichnen: aus welchen Officinen die meisten incorrecten Bücher hervorgegangen GWB411,187,26 HörSchreibDruckf ‘klar, deutlich s.’, ‘mit offenen Augen s.’: mit ungetrübtem, unverstelltem Blick bzw unvoreingenommen, also realistisch erfassen [Charlotte zu Eduard:] Lehne..den guten Rath nicht ab..In trüben Fällen muß derjenige wirken und helfen der am klarsten sieht GWB20,168,4 Wv I 16 [mBez auf die herausragenden Schriftsteller des Jhs] so wird, wer klar sieht und billig denkt, dasjenige was ihnen gelungen ist, mit Ehrfurcht bewundern, und das was ihnen mißlang, anständig bedauern GWB40,198,28 LiterarSansculottism es wäre doch schön wenn wir noch manches mit offnen Augen s. könnten, was wir der Nachwelt vielleicht hinterlassen müssen zu thun, wenn wir sie zuschließen GWBB11,80,20 Voigt 31.5.96 GWBB6,302,22 ChStein 17.6.84 GWBB48,86,23 Zelter 17.1.31 ‘etw durch und durch s.’: etw (völlig) durchschauen Ein beschränkter ehrlicher Mensch sieht oft die Schelmerei der feinsten Mächler (faiseurs) durch und durch GWB422,128,12 MuR(174) GWBB44,289,21 Zelter 26.8.28 ‘etw außer sich s.’: etw (ursprünglich Eigenes) in objektivierender Distanz, dh losgelöst, als eigene Entität wahrnehmen Ich habe mich die Zeit über an den Götz [Neubearbeitung für die Bühne] gehalten und hoffe ein rein Manuscript und die ausgeschriebnen Rollen zu haben eh die Schauspieler wiederkommen; dann wollen wir es ausser uns s. und das weitre überlegen GWBB17,164,8 Schiller 25.7.04 GWBB17,188,10 Zelter 8.8.04 ‘etw kommen, vor sich s.’: es vorausahnen, erwarten od (noch) vor sich haben; ‘etw hinter sich s.’: es hinter sich gebracht, erledigt, überstanden haben [Goethe war in Jena erkrankt] Der Hauptfehler war, daß ich in den letzten vier Wochen, da ich das Übel kommen sah, nicht öfters kleine Dosen Carlsbader Salz..genommen habe GWBB20,323,18 Christiane 3.5.09 Ich sehe einen arbeitsamen Tag vor mir und einen glücklichen Abend.. GWBB5,120,18 ChStein 7.5.81 [jugendliche Gespräche über Lebensperspektiven] jeder fing..an zu erzählen, was er schon vermöge, thue, treibe, welchen Weg er zurückgelegt und was er zunächst vor sich sehe GWB26,276,19 DuW 5 [mBez auf die erfolgte Drucklegung des zweiten ‘Propyläen’-Stücks] die Zufriedenheit, die man etwa haben mag so etwas wieder hinter sich zu s., wird durch die böslichen Druckfehler gestört GWBB14,7,10 Schiller 17.1.99 GWBB11,85,17 Schiller 10.6.96 GWBB9,265,5 Sömmerring 31.5.91 ‘etw/sich s. lassen’: etw/sich zu erkennen geben, preisgeben, offenbaren, auch: sich zeigen, sich erweisen als [Wilhelm trifft auf zwei junge Theaterenthusiasten] Er ließ die beiden Freunde s., wie sehr er sie schätze GWB22,184,10 Lj V 8 [Sopir über Palmire:] Ihr Antlitz, edler Unschuld Bild,|Läßt alle Reinheit ihres Herzens s. GWB9,280 Mahomet 92 [mBez auf zwei Porträtdarstellungen des Grafen Schulenburg] der auch hier als ein wohl Gebildeter, frei Gewachsener, kühn Beweglicher sich s. ließ GWB412,112,16 Üb:Varnhagen,BiogrDenkm GWB21,263,22 Lj III 4~GWB52,121,1 ThS V 4 GWB27,227,23 DuW 9 GWBB2,182,22 Jacobi 13.[8.74] ‘nach etw s.’: sich daran orientieren; ‘um sich (her) s.’, ‘hin und her s.’, ‘bald hierhin, bald dorthin s.’: sich (aufgeschlossen, wißbegierig od suchend, forschend) umschauen [mBez auf die Übersendung eines ‘Götz’-Exemplars] Schicke dir hier in altem Kleid|Ein neues Kindlein wohl bereit..|Wir Neuen sind ia solche Hasen,|Sehn immer nach den alten Nasen GWBB2,9,15 Merck [1. Hälfte Feb? 74 Korr GB21,73] nichts kann schrecklicher sein, als der gewöhnliche Fremde in Rom..Solche nach ihrem engen Maßstab urtheilende, nicht um sich her s-de, vorübereilende, anmaßliche Fremde verwünscht Winckelmann mehr als einmal GWB46,64,8 Winckelm Indem ich nun immer in meinen Briefen..etwas neues von Ihnen suche und erwarte; so sehe ich um mich her, ob ich denn nicht auch etwas erfreuliches für Sie wüßte GWBB20,40,17 Zelter [Anf Apr 08] [Eduard zu Mittler über sein Verhältnis zu Ottilie] Da ich ihr nahe war, träumte ich nie von ihr; jetzt aber in der Ferne..erscheint mir ihr Bild im Traum, als wenn sie mir sagen wollte: siehe nur hin und her! du findest doch nichts Schöneres und Lieberes als mich GWB20,188,5 Wv I 18 GWB422,188,5 MuR(650) GWB46,66,17 Winckelm ‘etw nicht s. wollen’: etw nicht zur Kenntnis nehmen od wahrhaben wollen GWB50,147 ReinF X 370 ‘etw mit andern Augen s.’: etw anders einschätzen, bewerten; ‘weder rechts noch links s.’: sich nicht ablenken, durch nichts beirren lassen Alle Schulen und Secten beweisen, daß man lernen könne mit andern Augen s. GWB45,316,26 Diderot,Malerei Jetzt bin ich fleißig..und darf weder links noch rechts s. GWBB21,149,9 Marianne Eybenberg 21.12.09 GWB8,132,21 Götz2 IV GWB20,21,1 Wv I 2 GWBB24,77,6 CarlAug 30.12.13 K ‘etw kann, darf sich s. lassen’: etw hat eine respektable od gar beachtliche Qualität; ‘jd kann sich s. lassen’: jd kann sich in der Öffentlichkeit präsentieren, ist gesellschaftsfähig [mBez auf Maskenzug-Inszenierung zum Geburtstag der Herzogin] Es ist in mehr als einem Sinne nothwendig, daß wir dießmal etwas zusammen bringen, das sich darf s. lassen GWBB21,178,3 Caroline Egloffstein [22.1.10 Korr B30,274] [im Hinblick auf einen bevorstehenden Besuch Augusts in Karlsbad] August soll nicht viel mitnehmen, aber doch Schuhe und Strümpfe und einen saubern Rock, daß er sich kann in ehrbarer Gesellschaft s. lassen GWBB19,383,28 Christiane 10.8.07 GWB45,192,22 RamNeffeAnm Palissot,Philos ‘auf etw s.’, ‘dahin s. (daß)’: auf etw halten, achten, Wert legen, das Augenmerk richten, auch: sich auf etw fokussieren od konzentrieren [mBez auf opt Versuche] Wir haben..bei einem jeden Prisma nur auf diesen Winkel, welcher gewöhnlich der brechende..genannt wird, zu s. GWBN51,21,3 BeitrOpt I 38 [betr Revision gedruckter Werke für die Ausg.l.H.] Wollten Sie daher die drey Bände Wahrheit und Dichtung übernehmen, wobey..ein scharfsinniger Corrector allein auf Druck- und Sinnfehler zu s. hat GWBB39,109,16 Schubarth 6.2.25 In der Composition der Landschaften ist hauptsächlich dahin zu s., daß alles grandios sei, wie solches Nicolaus und Caspar Poussin, Caracci und Dominichino geleistet haben GWB46,369,21 HackertNachtr ÜbLandschMalerei [Hackert/G] [aus Rom] Übrigens werden alle Künste mit großem Eifer getrieben..Ich habe..in Kenntniß und Übung zugenommen, so wenig es auch ist, wenn man aufs ächte sieht, und sich nicht vom Scheine blenden läßt GWBB8,254,20 Seidel 18.8.[87] [über die Mitglieder der Schloßbaukommission] es ist sehr angenehm mit diesen drey Männern etwas verhandeln, sie s. auf die Sache, wollen das Rechte.. GWBB9,101,2 CarlAug 6.4.89 GWBB8,279,4 Göschen [27.10.87] GWB47,141,8 Samml 3 GWBB32,60,8 RitterLandsch Mecklenb 7.10.19 GWBB28,15,2 Kirms 11.3.17 ‘etw (nicht) gern(e), (nicht) ungern s. uä: etw begrüßen, schätzen od mißbilligen; ‘etw am liebsten s.’, ‘nichts lieber s. (als)’: etw ganz besonders schätzen; ‘etw nicht (mehr) s. können’: den Anblick von bzw die Begegnung, Konfrontation mit etw nicht ertragen Eigenheit..die mich in meinem Leben so viel gekostet hat, daß ich nämlich gern sehe, wenn jüngere Wesen sich um mich versammeln und an mich anknüpfen, wodurch ich denn..zuletzt mit ihrem Schicksal belastet werde GWB28,91,16 DuW 12 Ich glaube..nicht, daß man irgend eine Epoche einer Literatur im Ganzen loben oder tadeln könne; besonders sehe ich nicht gerne, wenn man gewisse Talente, die von der Zeit hervorgerufen werden, so hoch erhebt..andere dagegen schilt und niederdrückt GWB28,161,23 DuW 12 Wenn du dich selber machst zum Knecht,|Bedauert dich niemand, geht's dir schlecht;|Machst du dich aber selbst zum Herrn,|Die Leute sehn es auch nicht gern.. GWB2,280 Keins von allen 4 Ich lege..ein Täfelchen bei..Sie finden darin vor Augen gestellt wohin Sie zu jeder Jahrszeit Ihre Briefe zu senden haben; am liebsten s. wir's durch sichere Boten GWB24,379,9 Wj II 7 [Stella zu Fernando, der vor ihr niedergekniet ist:] Auf, Bester! Steh auf! Ich kann dich nicht knieen s. GWB11,156,20 Stella2 III GWBB1,19,13 Cornelia 6.12.65 GWB14,71 Faust I 1434 GWB48,53,3 Preisaufg 1802 GWB3,49 Im Vorübergehn 8 GWBB2,4,18 Herder [Ende Sept/Anf Okt 71 Korr GB11,218] ‘nur etwas Bestimmtes s.’: nur dafür Augen haben, die ganze Aufmerkamkeit darauf richten Ich habe nun wieder auf der ganzen Redoute nur deine Augen gesehn - Und da ist mir die Mücke um's Licht eingefallen GWBB3,34,17 ChStein [24.]2.[76] GWBB20,28,12 Jacobi 7.3.08 ‘Licht s.’: metaphor iSv das Ende eines dunklen Weges, dh eines entbehrungsreichen, quälenden od ungewissen Zustands erkennen (können) Leben Sie recht wohl..und gedencken Sie mein. Sobald ich in meinen Arbeiten Licht sehe bin ich bey Ihnen und hoffe Sie vergönnen's auf einige Zeit GWBB21,12,9 Silvie Ziegesar 25.7.09 [Rom] Ich habe immer neue Gedanken..Von vielen Wegen rückt alles gleichsam auf Einen Punct zusammen, ja ich kann sagen, daß ich nun Licht sehe, wo es mit mir und meinen Fähigkeiten hinaus will GWB32,76,3 ItR ‘jdm auf die Finger s.’: jn genau beobachten, kontrollieren; zugl im Spiel mit der wörtlichen Bed, einmal bezogen auf den ‘Taschenspieler’ Newton Die Abdrücke der Kupfertafel sind recht gut. Lassen Sie dem Mann [einem Jenaer Drucker] nur auch bey den folgenden recht auf die Finger s., damit er im Guten verharre GWBB17,123,11 Eichstädt 14.4.04 GWBN4,461,4 FlH Plp GWBB13,75,20 Schiller [21.]2.98 ‘(jdm) durch die Finger s.’: (bei jdm) großzügig über etw hinwegsehen, Nachsicht üben [mBez auf die polit Situation Weimars innerhalb der Rheinbund-Staaten] Was uns betrifft, so erkennen wir mit Bescheidenheit, daß man uns in manchen Stücken durch die Finger sieht und unsere kleine Localität für eine Art von Asylchen gelten läßt. Doch hüten wir uns eben deswegen, daß nichts zur Sprache komme GWBB22,102,19 Gf Reinhard 8.6.11 GWBB9,101,14 CarlAug 6.4.89 ‘die Früchte von etw s.’: den Ertrag od Erfolg einer Bemühung, eine positive Entwicklung feststellen (können) [Goethe ersucht den Adressaten, sich des jungen Malers PCornelius anzunehmen] Vielleicht sehe ich schon übers Jahr die Früchte Ihrer Einwirkung GWBB16,351,9 RLanger 21.11.03 ‘sich an etw satt s.’: etw ausgiebig u erschöpfend betrachten; ‘sich an etw nicht satt s. (können)’: vom Anblick einer Sache nicht genug bekommen (können) [Venedig] so werde ich eine Zeit lang bleiben..bis ich mich am Bilde dieser Stadt satt gesehen [ satt gesogen GWBT1,242,12 v Sept 86] habe GWB30,98,7 ItR [sog Gartenzimmer im Frankfurter Elternhaus] Dort war, wie ich heranwuchs, mein liebster..sehnsüchtiger Aufenthalt..Dort lernte ich..gewöhnlich meine Lectionen, wartete die Gewitter ab, und konnte mich an der untergehenden Sonne..nicht satt genug s. GWB26,16,9 DuW 1 die östreichische Batterie..feuerte unausgesetzt in Prellschüssen auf dem Wasser..An diesem Schauspiel konnt' ich mich nicht satt sehen..es folgte Schuß auf Schuß, immer wieder neue mächtige Fontainen, indessen die alten noch nicht ganz verrauscht hatten GWB33,291,25 BelagergMainz GWB26,267,19 DuW 5 GWBB8,179,12 Merck 10.2.87 ‘(etw) schwarz s.’: eine Sache negativ od pessimistisch beurteilen; einmal abstufend iUz ‘grau s. [vor dem Hintergrund diplomatisch-polizeilicher Verwicklungen beim erneuten Einrücken der Franzosen in Weimar] ich dachte mir unsre Fürsten und das Land von..Ihrem Beystand entblöst und sah alles so schwarz daß ich mich kaum freuen konnte, persönlich so großen Übeln entgangen zu seyn GWBB23,413,11 Voigt 26.7.13 [Goethe beklagt den „Provinzial-Sinn” der Deutschen u ihre Unfähigkeit zu polit koordiniertem Handeln] Da nun dieses Mißverhältniß in der nächsten Zeit immer zunehmen muß..so muß der Conflict immer wilder, und die Deutschen..wo nicht in Anarchie, doch in sehr kleine Parteien zersplittert werden. Verzeihen Sie mir, daß ich so grau sehe; ich thue es, um nicht schwarz zu s.; ja manchmal erscheint mir dieses Gemisch farbig und bunt. Gebe uns das gute Glück eine feste politische Lage.. GWBB24,153,3u4 Bucholtz 14.2.14 ‘den Wald vor Bäumen nicht s.’: vor lauter Details das Ganze nicht mehr erfassen, den Überblick verlieren; redensartl (nach Wieland, Musarion 2,142) Die Herren blendt gar offt zu vieles Licht,|Sie sehn den Wald vor lauter Bäumen nicht GWB52,396 Die Herren blend't 2 [Wieland] uö(selten) ‘jdm/einem vergeht Hören und S.’ uä: jd weiß nicht mehr, wie ihm geschieht, ist wie betäubt [Alpenüberquerung auf dem Weg nach Italien] Die Postillons fuhren, daß einem S. und Hören [ Hören und S. GWBT1,173,14 v 11.9.86] verging GWB30,32,15 ItR [kindliches Spiel mit Zinnsoldaten; fließende Grenze zwischen Phantasie u Wirklichkeit] Meine Gegnerin..sprang auf mich los und gab mir eine Ohrfeige, daß mir der Kopf summte. Ich, der ich immer gehört hatte, auf die Ohrfeige eines Mädchens gehöre ein derber Kuß, faßte sie bei den Ohren und küßte sie zu wiederholten Malen..in dem Augenblick wußte ich nicht wie mir geschah. Der Boden unter mir fing an zu beben und zu rasseln..Ich fürchtete jeden Augenblick gespießt zu werden..mir verging Hören und S. GWB26,95,13 DuW 2 Der neueParis [Söller, der das nächtliche Rendezvous zwischen Alcest u Sophie belauscht hatte:] das schlimmste war, ich konnte gar nicht wehren,|Je mehr ich hört und sah, verging mir Sehn und Hören GWBDjG31,414 Mitsch2 884~GWB9,103 Mitsch3 848 GWB50,22 ReinF II 170 GWBB32,50,20 Zelter 7.10.19 C mit dem inneren Auge erblicken 1 als konkr (von bestimmten Umständen, Faktoren evoziertes) Vorstellungsbild [mBez auf die biblische Darstellung Moses] In dem traurigsten Zustande, in welchem ein trefflicher Mann sich nur befinden mag..s. wir ihn einsam in der Wüste, stets im Geiste beschäftigt mit den Schicksalen seines Volks GWB7,161,23 DivNot Israel iWüste [mBez auf Reiseberichte Hzg Bernhards über Nordamerika] Der Reisende erscheint durchaus im Gleichgewicht..Man sieht einen überall willkommenen Welt- und Lebemann..Ferner s. wir ihn bey öffentlichen Gelegenheiten beredt aus dem Stegreife, in der Conversation unterhaltend.. GWBB41,93,1u6 CarlAug 20.7.26 K GWBB17,135,7 Eichstädt 19.5.04 2 als intuitive, imaginäre od visionäre Wahrnehmung, auch iSv voraussehen, ahnen od rückblickend erinnern, zT mit dem Akzent subjektiver (auch halluzinatorischer) Projektion, Einbildung, Täuschung; einmal von der Poesie [Egmont, im Gefängnis:] O ja..sie [seine Anhänger, das Volk der Niederländer] kommen! stehen mir zur Seite!..Und steigt zu meiner Rettung nicht ein Engel nieder; so seh' ich sie nach Lanz' und Schwertern greifen GWB8,283,8 Egm V [Tasso zur Prinzessin, die sein neues Werk ‘Das befreite Jerusalem’ gelobt hatte:] Welch einen Himmel öffnest du vor mir,|O Fürstin! Macht mich dieser Glanz nicht blind,|So seh' ich unverhofft ein ewig Glück|Auf goldnen Strahlen herrlich niedersteigen GWB10,149 Tasso 1117 [Faust hat das Bild Helenas im Spiegel erblickt u gerade den Zaubertrank zu sich genommen; Mephisto, leise:] Du siehst, mit diesem Trank im Leibe,|Bald Helenen in jedem Weibe GWB14,127 Faust I 2603 [Cellini, mBez auf verschiedene Erscheinungen:] ein Zeichen, daß Gott mich losgesprochen, und mir seine Geheimnisse selbst offenbaret hat. Denn seit der Zeit, daß ich jene himmlischen Gegenstände gesehen, ist mir ein Schein um's Haupt geblieben GWB44,8,6 Cell III 1 Ach, so viele tausend Menschen kennen,|Dumpf sich treibend, kaum ihr eigen Herz..|Nur uns armen liebevollen Beiden|Ist das wechselseit'ge Glück versagt,|Uns zu lieben, ohn' uns zu verstehen,|In dem andern sehn was er nie war,|Immer frisch auf Traumglück auszugehen GWB4,97 Warum gabst du uns [14.4.76 an ChStein] 18 GWB23,235,5 Lj VIII 7 GWB38,91,10 ErwElm1 GWB14,6 Faust I 31 GWB16,339 Epimen 93 GWBB36,246,14 CarlAug 26.12.22 wiederholt bildh-pointiert ‘mit den Augen des Geistes s. (bes auch iGz ‘Augen des Leibes’) sowie ‘etw im Geiste, in geistiger Anschauung s. [Abschied von Friederike] Nun ritt ich auf dem Fußpfade gegen Drusenheim, und da überfiel mich eine der sonderbarsten Ahnungen. Ich sah nämlich, nicht mit den Augen des Leibes, sondern des Geistes, mich mir selbst, denselben Weg, zu Pferde wieder entgegen kommen.. GWB28,83,23 DuW 11 Das menschlich interessanteste was ich auf der [Italien-] Reise fand, war die Republick Venedig, nicht mit Augen des Leibs sondern des Geists gesehen GWBB8,45,1 Weim Freunde 7.11.86 daß aber ein großer Theil von diesem sogenannten todten Liegenden..porphyrartig sei, davon wird sich derjenige leicht überzeugen können, der mit den Augen des Geistes und des Leibes zugleich zu s. gewohnt ist GWBN10,12,25 Porphyrartig [betr gattungstypische Ausbildung der Extremitäten] Die fünf Finger sind bei dem Pferde in einen Huf geschlossen, wir s. dieß in geistiger Anschauung GWBN7,201,28 PrincPhilZool II [Sickingen zu dem skeptisch-resignierenden Götz:] Ich seh ich seh im Geiste, meine Feinde, deine Feinde niedergestürtzt, und uns über ihre Trümmern, nach unsern Wünschen hinaufsteigen GWB39,132,22 Götz1 IV~GWB8,130,19 Götz2 IV GWBB11,54,12 Meyer 18.[4.]96 GWBN8,37,21 VglAnatomie 7 GWBN2,43,6 FlP 76 GWBB23,418,23 Gfin Fritsch 27.7.13 GWB39,116,2 Götz1 III~GWB8,114,9 Götz2 III ‘Gespenster s.’: sich irrealen, unbegründeten Vorstellungen, Einbildungen, Befürchtungen hingeben [Jakob:] Ich weiß nicht wie mir ist, es treibt mich etwas fort. Ich habe eine Art von Ahnung. [Friederike:] Du siehst doch sonst nicht Gespenster GWB18,67,10 Aufgeregten IV 6 GWBB2,137,27 EJacobi [31.12.73] D stärker abstrahiert als Bezeichnung des rezeptiven Vermögens überhaupt bzw einer bestimmten (intellektuellen od intuitiven) Haltung, Einstellung; zT unmittelbar anschließend an Bed B 1 erkennen, begreifen, gedanklich od gefühlsmäßig realisieren; nuanciert auch iSv durchschauen, einsehen, verstehen [Leonore zu Tasso:] Willst du, theurer Freund,|Von deinem Sinn [der unversöhnlichen Haltung gegenüber Antonio] nicht lassen, seh' ich kaum|Wie du am Hofe länger bleiben willst GWB10,200 Tasso 2354 [Faust:] Heiße Magister, heiße Doctor gar,|Und ziehe schon an die zehen Jahr..|Meine Schüler an der Nase herum -|Und sehe [ seh GWB39,219 Urfaust 11] , daß wir nichts wissen können!| Das will mir schier das Herz verbrennen GWB14,27 Faust I 364 [Beaumarchais, nachdem er den Brief des Gesandten gelesen hat:] Marie! Marie! du bist verrathen!..Ich sehe nichts, nichts! keinen Weg, keine Rettung! GWB11,113,18 Clav IV [Götz zu Weislingen:] Meint ihr, ich komm' erst heut auf die Welt, daß ich nicht s. soll, wo alles hinaus will? GWB8,33,16 Götz2 I [aus Leipzig, nach der Wiederbegegnung mit Käthchen Schönkopf (inzwischen verheiratete Kanne)] Was das Schicksaal mit mir vorhaben mag! Wie viel Dinge lies es mich nicht auf dieser Reise in bestimmtester Klarheit sehn! GWBB3,48,12 ChStein [31.]3.76 GWB30,90,4 ItR GWBN51,148,18 ElementeFl 40 GWB52,63,26 ThS IV 12 GWB23,242,13 Lj VIII 7 GWBN11,159,5 MuR(1206) uö(häufig) vielfach zum Ausdruck subjektiv wertender Einschätzung iSv (in einer bestimmten Weise) auffassen, empfinden, beurteilen (können) [Faust hadert mit dem Erfolg seines bisherigen Gelehrtendaseins; Mephisto:] Mein guter Herr, ihr seht die Sachen,|Wie man die Sachen eben sieht;|Wir müssen das gescheidter machen,|Eh' uns des Lebens Freude flieht GWB14,86 Faust I 1816u1817 [Jarno zu Wilhelm:] Ich hab' es oft mit Ekel und Verdruß gesehen, wie Sie..Ihr Herz an einen herumziehenden Bänkelsänger und an ein albernes zwitterhaftes Geschöpf [den Harfner u Mignon] hängen mußten GWB21,312,13 Lj III 11~GWB52,163,11 ThS V 10 [Tasso zu Antonio:] Dein eigen Schicksal läßt dich unbesorgt;|An andre denkst du, andern stehst du bei..So seh' ich dich GWB10,155 Tasso 1256 Ich sizze offt unter meinem Himmel in Gedancken an Sie, Sie helfen mir abwesend zeichnen, und einen Augenblick wo ich Sie recht lieb habe seh ich die Natur auch schöner GWBB3,107,28 ChStein 12.9.76 Je älter ich werde, seh ich mein Leben immer lückenhafter, indem es andere als ein Ganzes zu behandeln belieben und sich daran ergötzen GWBB49,47,27 Zelter 20.8.31 GWB11,83,11u12 Clav III GWB23,178,9 Lj VIII 3 GWBB50,141,10 Arnim 14.11.08 GWB27,272,21 DuW 9 GWBN12,75,26 Witterungslehre 1825 in Vbdgn wie ‘etw als/für etw s.’, ‘etw möglich s. für: ansehen, erachten, halten; auch ‘etw recht s.’, ‘über etw klar s. Das Verhältniß der Natur zu dem Menschen ist nach seinen verschiedenen Zuständen verschieden. Als das schönste lebendigste Ganze sahen sie die Dichter des Alterthums GWBN52,244,10 Fl Plp Daher man für räthlich sah, folgenden Weg zu Erreichung des beabsichtigten Zwecks einzuschlagen GWBB51,219 Sartoris 24.5.07 Ich bin ganz leise fleisig, ich möchte nun Egmont so gar gerne endigen, Und seh es möglich GWBB5,282,5 ChStein [17.3.82] GWB36,323,2 Zu brüderlAndenkWielands 1813 GWBAA50,6u7 Werth2 I ‘aus etw s. (daß)’: an etw erkennen, ablesen od daraus entnehmen (können) [Georg:] Ich sagte: es gäb nur zweyerley Leut, Ehrliche und Schurcken, und dass ich ehrlich wäre, säh er daraus dass ich Gottfried von Berlichingen diente GWB39,77,23 Götz1 II Daß der Patriotismus derer von Longwy nicht allzu kräftig sein mochte, sah man daraus, daß die Bürgerschaft den Commandanten sehr bald genöthigt hatte, die Festung zu übergeben GWB33,15,19 Camp GWBB20,2,24 Voigt 7.1.08 GWBB21,20,13 ChSchiller 1.8.09 2 allgemeiner: etw (als Faktum) wahrnehmen, registrieren, konstatieren; vielfach in (refl) PartPrät-Konstruktionen (‘sich genötigt, betrogen, gerettet s. usw) [Theaterdirektor:] Der Worte sind genug gewechselt,|Laßt mich auch endlich Thaten sehn GWB14,15 Faust I 215 [Seide:] im Innern fühlt' ich mich,|Wie von geheimer Macht, zu ihm [Sopir] gezogen,|Und unsern Feind konnt' ich in ihm nicht sehn GWB9,314 Mahomet 854 drei echte Naturformen der Poesie..Epos, Lyrik und Drama..Im älteren griechischen Trauerspiel s. wir sie..alle drei verbunden, und erst in einer gewissen Zeitfolge sondern sie sich GWB7,118,11 DivNot Es hat sich vor meiner Seele wie ein Vorhang weggezogen..Himmel und Erde und all die webenden Kräfte um mich her! Ich sehe nichts, als ein ewig verschlingendes, ewig wiederkäuendes Ungeheuer GWBAA61,14 Werth1 I~GWBWerth2 [Lucie:] Wenn man so oft unterzugehen fürchtet, und sich immer wieder gerettet sieht, das gibt ein Zutrauen! GWB11,143,4 Stella2 I GWB39,32,5 Götz1 I GWB7,158,8 DivNot Israel iWüste GWB35,69,23 TuJ 1796 GWBAA145,32 Werth1 II~GWBWerth2 GWBAA22,30 Werth1 I~GWBWerth2 GWBB20,9,24 Zelter 22.1.08 uö(häufig) in Vbdgn wie ‘wir wollen/müssen/werden s. für: feststellen, eruieren, zur Kenntnis nehmen bzw (mit stärker futurischem Akzent) abwarten, weitersehen; auch formelhaft-abgeblaßt: ‘(wie) ich sehe’, ‘wie man sieht’, ‘man hat (ja) gesehen’, ‘man sehe’ [mBez auf die Frz Revolution] diese Neuheit unterhielt jedermann, und gewiß der größte Theil von Deutschland war geneigt sie gewähren zu lassen und allenfalls zu s., was aus diesem Experiment herauskommen möchte GWB33,377,13 Camp Plp Es ist sehr sonderbar daß meine Lage, die im allgemeinen genommen nicht günstiger sein könnte, mit meiner Natur so sehr im Widerstreite steht. Wir wollen s., wie weit wirs im Wollen bringen können GWBB14,32,2 Schiller 6.3.99 [Münster im Wallis; geplanter Gotthard-Aufstieg hängt von günstigerem Wetter ab] Wir müssen..also..morgen mit Anbruch des Tages selbst recognosciren und s., wie sich unser Schicksal entscheidet GWB19,286,10 BrSchweiz II Im Ganzen aber, wie man sieht,|Im Weltlauf immer doch etwas geschieht.|Was Kluges, Dummes auch je geschah|Das nennt man Welt-Historia GWB3,296 ZXen IV 956 Man sehe, wie Baco das Mathematische geistigen und geistlichen Dingen annähern will durch ein anmuthiges heiteres Zahlenspiel GWBN3,159,16 FlH III RBacon GWBB1,135,14 Behrisch 10.[11.]67 GWB32,109,28 ItR GWBB10,189,16 Schiller 4.9.94 GWB26,116,16 DuW 2 GWBB1,166,27 Familie Schönkopf [Korr DjG31,248,1] 1./3.10.68 prägnant: mit offenem, unverstelltem od analytischem Blick erfassen [über Shakespeare] seine Stücke, drehen sich alle um den geheimen Punckt, |:den noch kein Philosoph gesehen und bestimmt hat:| in dem das Eigenthümliche unsres Ich's, die prätendirte Freyheit unsres Willens, mit dem nothwendigen Gang des Ganzen zusammenstösst GWB37,133,7 ShakespTag Herders zwey neue Bände [der ‘Briefe zu Beförderung der Humanität’] habe ich auch mit großem Antheil gelesen. Der siebente besonders scheint mir vortrefflich gesehen, gedacht und geschrieben GWBB11,95,26 Schiller 14.6.96 Soll ich aufrichtig gestehen so ist mein Antheil an der neueren Kunst jetzt ganz eigentlich symbolisch, ich sehe immer mehr worauf die Arbeiten hindeuten, als was sie sind GWBB47,272,21 Varnhagen [3.10.30] [mBez auf Wielands hellsichtige, auch kleinste Andeutungen erfassende Kommentierung der Aufzeichnungen zur Schweizreise von 1779] Wieland sieht ganz unglaublich alles was man machen will, macht und was hangt und langt in einer Schrifft GWBT1,115,8 v 2.4.80 [Mariane will, nach der Lösung von Norberg, das Verhältnis zu Wilhelm wieder anknüpfen] Mein Geliebter soll mich heute wie das erstemal s., ich will ihn so zärtlich und mit mehr Freiheit an mein Herz drücken, als damals.. GWB23,99,10 Lj VII 8 GWB40,199,18 LiterarSansculottism GWBB6,302,28 ChStein 17.6.84 GWBB5,229,20 Lavater 3.12.81 GWB40,248,13 Üb:Grübel,Ged GWB411,367,15 Teiln Wj umfassend zum Ausdruck einer bestimmten Welt-Anschauung, Weltsicht Die Schriften die uns unter dem Namen Hippokrates zugekommen waren, gaben das Muster, wie der Mensch die Welt anschauen und das Gesehene..überliefern sollte. Allein niemand bedachte, daß wir nicht s. können wie die Griechen, und daß wir niemals wie sie dichten, bilden und heilen werden GWB28,339,17 DuW 15 GWB48,206,8u9 MuR(1098) uö(selten) auch iSv wähnen, mutmaßen, unterstellen bzw zu erkennen od wahrzunehmen glauben, für evident halten [Alphons über Tassos Mißtrauen:] Begegnet ja,|Daß sich ein Brief verirrt, daß ein Bedienter|Aus seinem Dienst in einen andern geht,|..Gleich sieht er Absicht, sieht Verrätherei|Und Tücke, die sein Schicksal untergräbt GWB10,117 Tasso 321 [naturwiss Aktivitäten 1798] Schellings Weltseele beschäftigte unser höchstes Geistesvermögen. Wir sahen sie nun in der ewigen Metamorphose der Außenwelt abermals verkörpert [ ..und schien sich in ewigen Umwandlungen der Außenwelt zu verkörpern Var] GWB35,79,17 TuJ 1798 [die Schöne Seele:] Wie gerne sah ich nunmehr Gott in der Natur, da ich ihn mit solcher Gewißheit im Herzen trug GWB22,350,4 Lj VI SchöneSeele Der Skizzist spricht..unmittelbar zum Geiste..Ein glücklicher Einfall..eilt durch das Auge durch, regt..die Einbildungskraft auf, und der überraschte Liebhaber sieht was nicht da steht GWB47,203,7 Samml 8 Skizzisten GWB37,230,8 FGA ZweiMärlein [G?] GWB35,62,16 TuJ 1795 GWB19,282,27 BrSchweiz II GWB27,103,3 DuW 7 abgeblaßt: beachten, sich klarmachen, vergegenwärtigen [der Sohn des Adressaten hatte sein Studium in Jena aufgenommen] Ich werde nicht unterlassen ihn zu beobachten und schreibe nur flüchtig dich zu beruhigen. Siehe mehr den Sinn dieses Briefes als die Ausdrücke.. GWBB10,109,5 Jacobi 9.9.93 [Omar, als Unterhändler Mahomets, zu Sopir:] Dem Helden fall zu Füßen, den du einst|Zu unterdrücken dachtest!..|Sieh was wir waren, siehe was wir sind.|Für große Menschen ist das schwache Volk|Geboren. Glauben soll's, bewundern und gehorchen GWB9,289 Mahomet 306 GWB341,132,3 KuARheinMain Frankf 3 betrachten, das Augenmerk, die Aufmerksamkeit darauf richten od konzentrieren Jeder, siehst du ihn einzeln, ist leidlich klug und verständig,|Sind sie in Corpore, gleich wird ein Dummkopf daraus GWB51,247 Xen 288(425) doch kann man, sagte Montan, da Kinder die Gegenstände nur oberflächlich s., mit ihnen vom Werden und vom Zweck auch nur oberflächlich reden GWB24,43,26 Wj I 3 uö(selten) E in Vbdg mit Modalbestimmung: schauen, (drein)blicken, einen bestimmten Ausdruck in den Augen haben; je einmal vom Auge selbst u vom Blick; auch in Überschneidung mit B1 od B2 sowie mehrf in schwebendem Übergang zu F [Adelheid zu Franz:] Was hast du? du siehst so kummervoll GWB39,169,3 Götz1 V=GWB8,134,1 Götz2 IV [Zigeunerin:] Das ist mein Sohn!..Augen wie's Irrlicht auf der Haide..Wie er stolz und wild sieht GWB39,144,27 Götz1 V Binn ich bey Mädgen launisch froh;|So sehn sie sittenrichtrisch sträflich,|Da heisst's: der Herr ist wohl aus Bergamo?|Sie sagen's nicht einmal so höflich GWBB1,173,22 Friederike Oeser 6.11.68 [Rugantino, heimlich zu Lucinde:] Ach, ich bin im Paradiese,|Wenn dein Auge freundlich sieht GWB11,253 Claud2 1091 [mBez auf den Dichter] Halb scheel, halb weise sieht sein Blick|Ein bißchen naß auf euer Glück|Und jammert in Sentenzen GWB4,87 Zueignung [1769] Vs 13 GWB2,6 Sonette IV 1 GWB9,5 LauneVerl 34 GWB38,39,17 AnekdoteWerth F iSv aussehen, ausschauen, sich ausnehmen, einen bestimmten Eindruck erwecken, wirken; einmal in der unpersönlich-refl Formulierung ‘es sieht sich hübsch’ iSv es ist hübsch anzuschauen; bei Personenbezug mitunter nicht klar von E abzugrenzen; einmal zugl mit der Vorstellung der Blickrichtung [Verona] Straßen, wo Kaufläden und Handwerksbuden an einander stoßen..die Werkstätten machen einen Theil der Straße. Abends, wenn Lichter brennen, sieht es recht lebendig GWB30,73,11 ItR~GWBT1,202,6 v 16.9.86 Ich besitze..einen guten Abguß [der Medusa Rondanini] , aber der Zauber des Marmors ist nicht übrig geblieben..Der Gyps sieht immer..kreidenhaft und todt GWB30,239,3 ItR~GWBB8,100,25 ChStein 20./23.12.86 [Nacht, vor Gretchens Haus; Faust:] Wie von dem Fenster dort der Sacristei|Aufwärts der Schein des ew'gen Lämpchens flämmert|Und schwach und schwächer seitwärts dämmert,|Und Finsterniß drängt ringsum bei!|So sieht's in meinem Busen nächtig GWB14,185 Faust I 3654~GWB39,306 Urfaust 1402 [Schildwache zu Freund Hain:] Er sieht so hager und so bleich,|Eher einem Todten als einem Lebenden gleich GWB51,38 Gespr zw Schildwache u Freund Hain 4 [Crugantino, anspielend auf Don Sebastians Aussehen:] Eure Habichtsnase sieht freilich in eine alte Familie; aber mein Blut darf sich gegen dem eurigen nicht schämen GWB38,185,18 Claud1 GWB131,230,20 Götz3 II 7 GWB37,50 Lügner 6 GWB9,260 RomJul 1729 GWBB2,215,13 Henriette Magdalene Knebel 13.12.74 GWBB51,42 Langer 29.4.70 ‘jdm/etw ähnlich, gleich s.’: Ähnlichkeit mit einer Person od Sache aufweisen, ihr im Aussehen gleichen; wiederholt im bildh Vergl, einmal in syntaktischer Syllepse Ich lese sehr gern Romane, sagte sie [Friederike] ; man findet darin so hübsche Leute, denen man wohl ähnlich s. möchte GWB28,18,6 DuW 11 [Einquartierung des Gf Thoranc in Goethes Elternhaus] Der Graf übte die strengste Uneigennützigkeit..das Geringste was einer Bestechung hätte ähnlich s. können, wurde mit Zorn, ja mit Strafe weggewiesen GWB26,134,28 DuW 3 [Kaiser Maximilian zu Weislingen:] Ich binn unmutig..Und wenn ich auf mein vergangnes Leben zurücksehe, mögt ich verzagt werden, so viel halbe, so viel verunglückte Unternehmungen..Teutschland, Teutschland, du siehst einem Moraste ähnlicher als einem schiffbaaren See GWB39,82,13 Götz1 III [nach Lektüre von Kants ‘Anthropologie in pragmatischer Hinsicht’, 1798] ich habe es [das Werk] gelesen, indem Kinder um mich spielten, und da mag es auch noch hingehen, denn von der Vernunftshöhe herunter sieht das ganze Leben wie eine böse Krankheit und die Welt einem Tollhaus gleich GWBB13,347,17 Voigt [Ende Dez 98] K [Korr B50,221] GWB31,32,11 ItR GWBN4,457,11 FlH Plp GWBN4,3,18 FlH VI G unpersönlich ‘wie sieht es mit etw?’: wie verhält es sich, wie steht es mit etw?; einmal ‘es sieht mit etw’ Wie hat meine liebe geschlafen? was macht das Kopfweh und wie siehts mit unsrer Morgenden Parthie? GWBB5,226,10 ChStein [Ende Nov 81] GWBB5,49,16 ChStein 10.2.81 GWB2,202 In der Wüsten 8 GWBB8,110,12 Herder 29.12.86 H umgangssprachl iSv zusehen, dafür sorgen, darauf hinwirken, sich dafür einsetzen od darum kümmern [Venedig] Das Meer ist doch ein großer Anblick! Ich will s., in einem Fischerkahn eine Fahrt zu thun; die Gondeln wagen sich nicht hinaus GWB30,138,4 ItR~GWBT1,272,14 v 6.10.86 [Rom] Diese Woche ist mit Zeichnen zugebracht worden, da es mit der Dichtung nicht fort wollte, man muß s. und suchen alle Epochen zu nutzen GWB32,156,17 ItR [Mephisto verweist den Schüler auf die Metaphysik:] Da seht daß ihr tiefsinnig faßt,|Was in des Menschen Hirn nicht paßt GWB14,92 Faust I 1950~GWB39,234 Urfaust 381 Eines schickt sich nicht für alle!|Sehe jeder wie er's treibe,|Sehe jeder wo er bleibe,|Und wer steht, daß er nicht falle! GWB1,65 Beherzigung 10u11 GWB8,216,8 Egm II GWB24,151,20 Wj I 9 GWBB32,179,17 Boisserée 6.3.20 usuell-abgeblaßt, als Ausruf, kommunikatives Signal, meist formelhaft in direkter Anrede: ‘sieh(e)/seht!’, ‘sieh da’, ‘ei sieh!’ Von Augusten ist noch kein Brief da. Das gute Mädgen..Sieh, ich habe sie lieb, ob ich gleich ihr zu Liebe nicht das Fieber kriege GWBB1,143,25 Behrisch [14.11.]67 [Götz zu Faud:] Nun sieh da! Wieder zurück, alter Getreuer? GWB131,236,19 Götz3 II 10 [Clavigo zu Carlos:] Sieh ich begreife den Menschen nicht. Ich liebte sie [Marie] wahrlich, sie zog mich an, sie hielt mich..Und nun, Carlos! GWB11,52,4 Clav I Wie..mag ich dich, mein Herz, versöhnen,|Daß ich im wicht'gen Fall dich nicht befrage?|Wohlan! Komm her! Wir äußern unsre Klage|In liebevollen, traurig heitern Tönen.|Siehst du, es geht!..|Du denkst es kaum und sieh! das Lied ist fertig;|Allein was nun? GWB2,5 Sonette III 9u12 Arabesken [Titel] In der Schönheit Gebiet sind wir die freiesten Bürger,|Doch da wir sonst nichts sind, sehet, so sind wir nicht viel GWB51,287 XenNachl 126(527) GWBB1,28,24 Cornelia [9. od 10.12.65 Korr GB12,42] GWBB2,228,4 JG u CHerder 18.1.75 GWB14,189 Faust I 3726 GWB36,21,1 TuJ 1807 GWB8,78,15 Götz2 II GWBab- GWBan- GWBauf- GWBaus- GWBbe- GWBbevor- GWBdarüberhin- drauf- GWBdrein- durch- GWBein- GWBempor- GWBentgegen- GWBer- GWBgleich- GWBherab- GWBherauf- GWBheraus- GWBherein- GWBher- GWBherüber- herum- GWBherunter- GWBhervor- GWBhierher- GWBhinab- GWBhinauf- GWBhinaus- GWBhindurch- GWBhinein- GWBhin- GWBhinüber- GWBhinunter- GWBhinweg- GWBnach- GWBnieder- GWBrot- GWBrückwärts- GWBrum- satt- GWBüberein- GWBüber- GWBumher- GWBum- GWBver- GWBvoraus- GWBvorbei- GWBvorher- GWBvor- GWBvorwärts- GWBweg- GWBweiter- GWBwieder- GWBzurück- GWBzu- GWB*Ab- GWBAn- GWBAuf- GWBAus- GWBBesser- GWBBunt- GWBDoppel- GWBEin- GWBGeister- GWBNicht- GWBRot- GWBSelbst- GWBUnter- GWBVer- GWBWieder- GWBAuf-und-GWBNiedersehen GWBHin-und-GWBHer-GWBSehen GWBWieder-GWBWiedersehen GWBallsehend GWBfernsehend GWBhellsehend scheelsehend GWBzusehends GWBSchwachsehende GWBangesehen GWBunversehen GWBunversehens GWBhalbgesehen GWBniegesehen GWBungesehen GWBweitgesehen GWBwohlgesehen GWBGutgesehene Unbegrenzt-Gesehene GWBAnsehung GWBVorsehung GWBübersehbar GWBunabsehbar GWBansehnlich GWBunabsehlich GWBübersehlich GWBBesichtigung GWBGesicht Sicht GWBsichtbar GWBsichten GWBsichtlich GWBSichtung Syn zu B GWBblicken GWBgucken GWBschauen zu B1a GWBanblicken GWBanschauen GWBansehen GWBhinblicken GWBhinschauen GWBhinsehen zu B1b-c GWBerkennen GWBwahrnehmen zu B1d GWBerblicken zu B1e GWBbemerken GWBentdecken GWBfinden GWBwahrnehmen zu B1f GWBbeobachten GWBdurchbesehen GWBdurchgehen GWBdurchmustern GWBdurchsehen GWBdurchsichten GWBinspizieren GWBmustern GWBnachsehen GWBsichten zu B1g-h GWBanschauen GWBbeschauen GWBbesehen GWBbesichtigen GWBbetrachten zu B1i GWBansichtig(a. werden/sein) GWBerblicken GWBgewahr(g. werden) zu GWB‘etw/sich s. lassen’ erscheinen hervorscheinen präsentieren(sich p.) zeigen(sich z.) zu B3 aufnehmen erfahren erleben feststellen kennenlernen nachsehen prüfen zu ‘jdn s. aufsuchen begegnen besuchen treffen zu ‘etw durch und durch s. durchschauen zu ‘etw kommen, vor sich s. h2nahn(d)en vorausahnden vorausahnen zu C erblicken gewahren schauen zu D wahrnehmen zu D1 abwarten ansehen auffassen begreifen durchschen einsehen empfinden erachten erfassen erkennen fassen fühlen greifen verstehen zu D2 beachten erfassen eruieren(sd) feststellen konstatieren vergegenwärtigen(sich v.) zusehen zu E dreinblicken dreinschauen dreinsehen zu F aussehen machen(sich m.) zu G aussehen(es sieht so mit etw aus) stehen(es steht so mit/um etw) verhalten(es verhält sich so mit etw) zu H zusehen 1) Original nicht erhalten, nur der danach gefertigte Kupferstich, s FfA I 2, Abb 10 Nikolaus LohseN.L.
69992 Zeichen · 872 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    sëhenstn.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +8 Parallelbelege

    sëhen stn. das sehen. daʒ ir unêret verlogenen munt und twerheʒ sehen Walth. 59,27. mit sehn gewan er künde Parz. 398,22…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Sehen

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Sehen , verb. irregul. ich sehe, du siehest, (siehst), er siehet, (sieht); Imperf. ich sahe, Conj. sähe; Mittelw. gesehe…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    sehen

    Goethe-Wörterbuch

    sehen häufig synkopiert ‘sehn’ od apokopiert ‘seh(')’ uä, gelegentl aber auch mit Sproßvokal od epithetischem -e, zB ‘er…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Sehen

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Sehen nennt man das Wahrnehmen äußerer Gegenstände mittelst des Auges; s. Auge. Von jedem Punkte eines sichtbaren Gegens…

  5. modern
    Dialekt
    sehenst.

    Pfälzisches Wb. · +3 Parallelbelege

    sehen st. : 1. a. 'mit den Augen wahrnehmen; fähig sein zu sehen', siehn (sīn) [verbr. SWPf äußerste WPf u. NWPf vereinz…

  6. Sprichwörter
    Sehen

    Wander (Sprichwörter)

    Sehen 1. All, was du siehst, urtheile nicht; all, was du hörest, glaube nicht; all, was du weisst, sage nicht; all, was …

  7. Spezial
    Sehenn

    Dt.-Russ. phil. Termini · +2 Parallelbelege

    Sehen , n зрение , ср

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit sehen

147 Bildungen · 12 Erstglied · 128 Zweitglied · 7 Ableitungen

sehen‑ als Erstglied (12 von 12)

sëhende

Lexer

seh·ende

sëhende part. adj. ib. s. ansëhende u. dazu Msf. 33,5. Lanz. 923 ( bei den zwei andern cit. lies 3714. 7454). Exod. D. 149,7.

Sehenêrve

Adelung

sehen·erve

Der Sehenêrve , des -n, plur. die -n, Nerven, welche in das Auge gehen, und das Sehen verursachen; Gesichtsnerven.

Sehenervenloch

Campe

sehenerve·n·loch

Das Sehenervenloch , — es, Mz. — löcher , in der Zerglk., ein Loch welches durch den obern Flügel des Keilbeines gehet, dicht am Körper dess…

sehenlich

DWB

sehen·lich

sehenlich , adj. : sehen-, sehent-, senlich, visibilis Dief. 623 a ; es läuteret das gesicht und sehenliche geister wunderbarlich. Tabernaem…

sehenswert

SHW

sehens-wert Band 5, Spalte 957-958

sehenswert

DWB

sehen·swert

sehenswert , adj. Corvinus fons lat. (1660) register; ihm wird ein hofgepräng, in lichtervollen zimmern, weit sehenswerther seyn, als wenn d…

sehenswürdig

DWB

sehen·s·wuerdig

sehenswürdig , adj. : das schlosz ist sehenswürdig; ah schön! schön! sehenswürdig! Schiller Fiesko 1, 4 . dazu sehenswürdigkeit, f.: die seh…

Sehenswürdigkeit

Pfeifer_etym

sehenswuerdig·keit

sehen Vb. ‘mit dem Gesichtssinn wahrnehmen’. Mit ahd. sehan (8. Jh.), mhd. sehen, asächs. sehan, mnd. sēn, mnl. sien, nl. zien, afries. sia,…

sehen als Zweitglied (30 von 128)

anegesehen?

KöblerMhd

*anegesehen? , (Part. Prät.=)Adj. nhd. angesehen Vw.: s. un- E.: s. anegesehen (1), anesehen (1) W.: nhd. DW2-

besehen?

KöblerMhd

*besehen? , st. N. nhd. Besehen Vw.: s. vore-*, vüre-* Hw.: vgl. mnd. besēn (2) E.: s. besehen (1) W.: nhd. Besehen, (subst. Inf.=)N., Beseh…

hantsehen?

KöblerMhd

*hant·sehen

*hantsehen? , V. nhd. „Hand sehen“ Hw.: s. hantsehen (2); vgl. mnd. hantsēn E.: s. hant, sehen W.: nhd. DW-

liepsehen?

KöblerMhd

*liepsehen? , st. V. nhd. zuneigen E.: s. liep, sehen W.: nhd. DW-

sternensehen

KöblerMhd

*sternen·sehen

*sternensehen , st. V. nhd. „sternsehen“ Hw.: s. sternensehen (2), sternsehende E.: s. stern, sehen (1)

sternsehen?

KöblerMhd

*sternsehen? , st. V. nhd. „sternsehen“ Hw.: s. sternsehen (2), sternsehende E.: s. stern, sehen (1)

versehen?

KöblerMhd

*versehen? , (Part. Prät.=)Adv. nhd. erwartet Vw.: s. un- E.: s. versehen (1)

vorebesehen?

KöblerMhd

*vorebesehen? , (Part. Prät.=)Adj. Vw.: s. un- E.: s. vorebesehen (1)

voresehen?

KöblerMhd

*voresehen? , (Part. Prät.=)Adj. Vw.: s. un- E.: s. voresehen (1)

Ansehen

RDWB1

Ansehen n (kein Bezug zu "видеть") авторитет, репутация, реноме hohes ~ genießen fest. - пользующийся уважением, авторитетом; авторитетный; …

Aufsehen

RDWB1

Aufsehen n ~ erregen fest. - привлечь (всеобщее) внимание, привлечь внимание общественности, обратить на себя внимание, заставить говорить о…

Nimmerwiedersehen

RDWB1

Nimmerwiedersehen n (Lakune) auf ~: расставаться, прощаться, зная, что никогда больше не увидишься пожелание никогда больше не встречаться

Versehen

RDWB1

Versehen n aus Versehen - случайно, по случайности, по ошибке, нечаянно, по недомыслию, по оплошности, по недоразумению

abesehen

KöblerMhd

abe·sehen

abesehen , st. V. nhd. absehen, hinabsehen Hw.: vgl. mnd. absēn Q.: Lanc (1240-1250), MerswNF E.: s. abe, sehen (1) W.: nhd. absehen, st. V.…

abgesehen

RDWB1

abgesehen ~ von - не говоря (уже) о (а не "невзирая на")

absehen

DWB

abs·ehen

absehen , nnl. afzien, gleichsam sehen ab, von, mit den augen ( des sehenden ), ersehen, visu contingere, oculis metiri, zielen; doch begegn…

ane sëhen

Lexer

anes·ehen

ane sëhen BMZ tr. ansehen, ansichtig werden; berücksichtigen Chr. 2. 75,20 ; einen an s. mit ihm nachsicht haben ib.

angesehen

DWB

anges·ehen

angesehen , adv. habita ratione, nnl. aangezien, it. considerando, franz. considérant, attendu, bei Luther noch mit dem acc., dann aber mit …

angesên (sehen)

MNWB

angesen·sehen

*° ~angesên (-sehen), ppt. , m. dat außerdem in Anbetracht daß ... (Lüb. Urt. 2, 259; 4, 379). —

Ankîken (angucken, ansehen)

Wander

Ankîken (angucken, ansehen) Ankîken (angucken, ansehen). 1. Wat kickst mir an? Ick hab mien Mann, wörscht ähr gekame, hät öck die gename. ( …

ansehen

DWB

ans·ehen

ansehen , n. nnl. aanzien, nach den verschiednen bedeutungen des ansehens, 1 1) aspectus, forma: ihr neues ansehn war beinah nicht der sterb…

aufsehen

DWB

auf·sehen

aufsehen , n. aufschauen, s. aufgesehe . 1 1) sinnliches blicken und schauen: die hübschen frewlin, die so ein grosz ufsehen haben uf iren l…

ausersehen

DWB

auser·sehen

ausersehen , deligere, auserlesen: der einst den frommen knaben Isais, den hirten sich zum streiter ausersehen. Schiller 452 a .

aussehen

DWB

aus·sehen

aussehen , n. prospectus, aussicht: euer mehrste aussehen, läden und fenster solt ihr gegen aufgang uber den garten richten. Sebiz 30 ; von …

besehen

DWB

bese·hen

besehen , conspicere, aspicere, circumspicere, goth. bisaihvan, ahd. pisehan ( Graff 6, 119 ), mhd. besehen, nnl. bezien, ags. beseon, engl.…

Dareínsehen

Campe

darein·sehen

Х Dareínsehen , v. intrs. unregelm. ( s. Sehen), Acht auf etwas haben, es zu verhindern, zu bestrafen. Gott, siehe darein. Das Dareinsehen.

darzuosehen

KöblerMhd

darzuo·sehen

darzuosehen , st. V. nhd. dazusehen Q.: Ot (1301-1319) (FB darzuo sehen) E.: s. darzuo, sehen W.: s. nhd. dazusehen, V., dazusehen, DW2- L.:…

Ableitungen von sehen (7 von 7)

besehen

DWB

besehen , conspicere, aspicere, circumspicere, goth. bisaihvan, ahd. pisehan ( Graff 6, 119 ), mhd. besehen, nnl. bezien, ags. beseon, engl.…

entsehen

DWB

entsehen , goth. andsaihvan, mhd. entsëhen, nnl. ontzien. 1 1) das goth. verbum bedeutet nur betrachten, ansehen. 2 2) ahd. intsëhan steht n…

ersehen

DWB

ersehen , videre, conspicere, cognoscere, goth. ussaihvan, ahd. ersëhan, mhd. ersëhen. sehen drückt das dauernde, anhaltende sehen aus, erse…

gesehen

DWB

gesehen , n. , substantivischer infinitiv des vorigen. 1 1) sehkraft, gesicht: Theodos, ein römischer gepiter, .. verlos sein gesehen. gesta…

Mißsehen

Campe

Mißsehen , v. intrs . unregelm. ( s. Sehen ), Mittelw. d. verg. Z. mißgesehen (* missesehen ) falsch sehen, nicht recht sehen. »Habe ich dar…

versehen

DWB

versehen , n. , der infinitiv wird im entwickelten neuhochd. völlig als substantiv empfunden, die bedeutung ist aber durchaus auf die beim v…

versehenlich

DWB

versehenlich , versehentlich adj. und adv. , vgl. versehlich. ags. forsewenlîce, contemptibly, ignominioosly. Bosworth-Toller, vgl. versehen…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „sehen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/sehen/gwb
MLA
Cotta, Marcel. „sehen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/sehen/gwb. Abgerufen 10. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „sehen". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/sehen/gwb.
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