anschauen auch ‘-schaun’; von den über 500 Belegen fast zwei Drittel subst (nicht in 1, selten in 2a; beim jg G nur vereinzelt), öfters übergehend zu begriffl Verselbständigung, mehrf idWdgn ‘zum A. bringen, gelangen, kommen’ (vorwiegend in 2b u 4b); ‘sich etw a.’ GWBFaust II 11909 GWBN9,263,20 VerschBekenntn GWBN6,304,8 PhysiolPfl ‘etw mit a.’ GWBB25,63,7 Christiane 16.[10.14] rezipr GWB411,327,5 Ilias Ausz 24 GWBB40,104,7 CHeygendf 19.10.25 K 1 jdn ausdrucksvoll, sprechend anblicken (beim Gegenüber einen Eindruck hervorrufend; affizierend), auch metaphor Ein Tulbend ist’s, der unsern Kaiser schmücket .. | Was ist denn Hoheit? Mir ist sie geläufig! | Du schaust mich an, ich bin so groß als er GWB6,155 Vs 16 DivSuleika ein .. uns ernst und treu a-des Gesicht GWB491,394,24 Collect des portraits hist 1826 Die Blumen .. schauen uns | Mit ihren Kinderaugen freundlich an Tasso 33 die indischen Ungeheuer jedem reinen Gefühle verhaßt, wie gräßlich mögen sie den bildlosen Mahometaner angeschaut haben GWB7,43,13 DivNot uö 2 im Bereich sinnl Wahrnehmung und empir Beobachtung, subjektiven Erfahrens und Erlebens (vom Gegenüber Eindrücke empfangend; reagierend) a ansehen, besehen: nur visuell rezeptiv im Bereich der Optik wie man die Sonne a. könne, ohne geblendet zu werden GWBN3,325,20 FlH V der im Auge bleibende Eindruck eines angeschauten Bildes GWBN3,165,19 FlH III uö interessiert, aufmerksam, musternd; auch abschätzend, beurteilend daß die Ausstellung der freyen Zeichenschule bereit steht von Höchst Demselben angeschaut zu werden GWBB40,360,3 CarlAug [3.9.25] K [Rhein-Main-Reise] Ich habe .. viel gesehen und gelernt und mancherley Zustände angeschaut und durchgeschaut GWBB25,67,9 Knebel 2.11.14 Vier, die allerschönsten Frauen, | Daß, gereizt sie an zu schauen | Huris fürchten zu erblinden GWB6,444 Vs 3 DivParadies Var Schwarz bin ich, doch schön, Töchter Jerusalems .. Schaut mich nicht an [βλέψητε = considerare] dass ich braun bin GWB37,301,12 Hohelied [Doriden zu Nereus:] wir zeigen liebe Gatten | Unserm Vater bittend vor .. | Schau’ die Holden günstig an GWBFaust II 8401 uö ‘schief a.’ GWB2,225 Sprichw 48 bewundernd, mit Empfindung, gesteigert bis zu Hingabe, Versunkenheit daß die .. Zweiglein .. die .. Blumenbüschel in die Klemme brachten und dem A-den, der sie überhängend bewundern wollte, das Vergnügen ihrer Gegenwart entzogen GWBN6,341,22 Bignonia radicans der Astronom .. ließ ihn .. dieses Gestirn [Jupiter] durch ein .. Fernrohr .. als ein himmlisches Wunder a. GWB24,182,24 Wj I 10 So stand ich einst vor dir, dich anzuschauen | Und sagte nichts. Was hätt’ ich sagen sollen? | Mein ganzes Wesen war in sich vollendet GWB2,11 Die Liebende abermals 12 Sie tritt an’s Himmelsthor .. | Hier war das Ziel des innigsten Bestrebens, | Und in dem Anschaun dieses einzig Schönen | Versiegte gleich der Quell sehnsüchtiger Thränen GWB3,21 Elegie 11 Gefühl des Vaters, der entzückt, | In heil’gem Anschaun stille hingegeben | Sich an Entwicklung wunderbarer Kräfte .. freut GWBNatT 1304 uö ‘etw, jd ist .. anzuschauen’ Die Welt durchaus ist lieblich anzuschauen GWB6,196 Vs 1 Div Suleika GWBFaust II 7043 uö Ein Mädchen kam, ein Himmel anzuschauen GWB2,4 Freundl Begegnen 6 GWBFaust II 9058 b mit Betonung der sinnl-wirkl Unmittelbarkeit: mit Augen (an)sehen (auch im sinnfälligen Abbild), meist als Voraussetzung für das naturgemäße Erfassen u künstlerische Gestalten der Wirklichkeit, oft in Gegenüberstellung zu sprachl, begriffl, gedankl Vermittlung; häufig im Bereich der bild Kunst u Natwiss (teilw Berührung mit 3) Die unwiderstehliche Begierde nach unmittelbarem A., die in dem Menschen durch Nachrichten von entfernten Gegenständen erregt wird, das Bedürfniß allem demjenigen, was wir geistiger Weise gewahr werden, auch ein sinnliches Bild unterzulegen, sind ein Beweis der Tüchtigkeit unsrer Natur, die .. das Innere durch’s Äußere, das Äußere durch’s Innere zu ergänzen strebt GWB48,83,6 Polygnot Um von Kunstwerken eigentlich .. zu sprechen, sollte es .. nur in Gegenwart derselben geschehen. Alles kommt auf’s A. an GWB47,26,22 PropylEinl Wie .. alles Bestreben, einen Gegenstand zu fassen, in der Entfernung vom Gegenstande sich nur verwirrt .. immerfort eine Rückkehr zur Quelle des A-s in der lebendigen Gegenwart fordert GWB35,41,10 TuJ Wenn man sich [der Kindheit] erinnern will .. kommt man oft in den Fall .. was wir von andern gehört, mit dem zu verwechseln, was wir wirklich aus eigner a-der Erfahrung besitzen GWB26,12,9 DuW 1 ich würde nie wagen einen solchen Gegenstand [Weltreise] zu behandeln, weil mir das unmittelbare A. fehlt und mir in dieser Gattung die sinnliche Identification mit dem Gegenstande, welche durch Beschreibungen niemals gewirkt werden kann .. unerläßlich scheint GWBB13,65,19 Schiller 14.2.98 meinen Arbeiten .. daß sie alle .. im unmittelbaren A. irgend eines Gegenstandes verfaßt worden GWB411,329,18 Üb:Harzreise in Berlin .. ich guckte nur drein wie das Kind in Schön-Raritäten Kasten. Aber du weißt, wie ich im Anschaun lebe GWBB3,239,20 Merck 5.8.78 Ich bin .. einer der Ephesischen Goldschmiede, der sein ganzes Leben im A. und Anstaunen und Verehrung des wunderwürdigen Tempels der Göttin .. zugebracht hat, und dem es unmöglich eine angenehme Empfindung erregen kann, wenn irgend ein Apostel seinen Mitbürgern einen .. formlosen Gott aufdringen will [vgl Apostelgesch 19,24ff] GWBB23,7,8 Jacobi 10.5.12 Das unmittelbare A. der Dinge ist mir alles, Worte sind mir weniger als je GWBB48,154,2 Boisserée 22.3.31 wenn in natürlichen Dingen nicht der Augenschein überwiese .. will mich .. kurz .. fassen, weil durch bloßes A. .. eine .. Behauptung geschwinde beurtheilet werden kann GWBN8,94,5 ZwKnoch 1784 müßte sie [Darstellung entopt Phänomene] mündlich geschehen bei Vorzeigung aller Versuche .. denn Wort und Zeichen sind nichts gegen sicheres, lebendiges A. GWBN51,254,14 EntoptFarb Ansprache 1820 Für denjenigen, der die Idee .. gefaßt hat, wird es dieses Versuchs nicht bedürfen. Doch ist es in den physischen Dingen sehr gut wenn man alles mögliche zum A. bringen kann GWBB15,22,16 Steinhäuser 31.1.00 dem Künstler .. begreiflich zu machen daß man zu einer Idee .. nicht erst ein Bild suchen müsse, welches sie .. ausdrückte, sondern daß .. eine Gestalt .. für sich fürtrefflich seyn müsse, wenn sie uns das was mit Worten nicht auszusprechen mit Begriffen nicht zu fassen mit Ideen nicht zu erreichen ist, zum A. bringen .. sollen GWB47,396 Propyl Einl Var GWBB28,296,18 Preen 29.10.17 GWB33,214,10 Camp GWBN8,120,4 ZwKnoch 1784 uö ‘mit (seinen) eigenen Augen a.’ GWBB44,282,26 Knebel 18.8.28 GWB16,447 PantomimBallett I in bes subst Verwendungen: übergehend zur Bed von sinnl Wahrnehmungsvermögen, meist in Gegenüberstellung zu ‘Einbildungskraft’, ‘Gefühl’ uä wie herrlich sie [Gestalten der nord Sage] mir auch die Einbildungskraft anregten, entzogen sie sich doch ganz dem sinnlichen Anschaun GWB28,143,16 DuW 12 zerfällt dieses Bild .. vor unserm A., unserm Gefühl, unserer Imagination in viele Theile GWB48,44,11 Kunstausstellg 1801 uö objektiviert: das Angeschaute, der Anschauungsgegenstand; auch konkretisiert iSv Anschauungsmaterial [der Physiker] soll sich eine Methode bilden, die dem A. gemäß ist; er soll sich hüten, das A. in Begriffe, den Begriff in Worte zu verwandeln, und mit diesen Worten, als wären’s Gegenstände, umzugehen GWBN1,285,9f FlD 716 Künftig weiter über die Gegenstände der alten Kunst, in so fern davon A. [Anschauung GWB47,43,17] oder Nachricht übrig geblieben GWB47,285,31 PropylAnz Schema uö 3 im Bereich method Beobachtung, sinnl-geistiger Betrachtung der sichtbaren Erscheinungen als Manifestationen von Ideen u Gesetzen; mehrf in (polem) Gegenüberstellung zu einseitig verstandesmäßigen, theoret Erkenntnisweisen wie zur einseitig empir-induktiven Methode a vom Naturforscher [anläßl Schelling-Lektüre] daß sie [die Natur] nur nach gewissen Formen .. unsers Geistes von uns aufgenommen wird .. mag es freylich sehr viele Stufen des A-s geben .. daß man uns diese .. deutlich vorlegte .. begreiflich machte, was man für die höchste hält .. Mir will .. dünken daß wenn die eine Partey von außen hinein den Geist niemals erreichen kann, die andere von innen heraus .. schwerlich zu den Körpern gelangen wird, und daß man .. wohl thut .. von seiner ungetrennten Existenz .. Gebrauch zu machen GWBB13,10,12 Schiller 6.1.98 Da bei meinen physikalischen und naturhistorischen Arbeiten alles darauf ankommt: daß ich das sinnliche Anschauen von der Meinung .. reinige .. so ist mir jede Belehrung .. willkommen .. um so mehr, als das An- schauen, insofern es diesen Namen verdient (denn es ist von dem Ansehen, wie billig, sehr zu unterscheiden), selbst wieder subjectiv und manchen Gefahren unterworfen ist GWBB10,344,21u24 WHumboldt [3.12.95] [Heinroth] bezeichnet meine Verfahrungsart als eine eigenthümliche: daß nämlich mein Denkvermögen gegenständlich thätig sei, womit er aussprechen will .. daß die Elemente der Gegenstände, die Anschauungen in dasselbe eingehen und von ihm auf das innigste durchdrungen werden; daß mein A. selbst ein Denken, mein Denken ein A. sei GWBN11,58,12f BedeutFördernis [gegen FBacons Methode] die Hauptsache ist, daß der Mensch sich das A., zu dem er einmal genöthigt ist, bequem mache, und das thut er durch den Begriff .. Durch alles dieses erhebt er sich aber nicht zur Idee GWBN52,259,9 FlH Plp Daß uns die Betrachtung der Natur zum Denken auffordert, daß uns ihre Fülle mancherley Methoden abnöthigt .. darüber ist man .. einig; daß aber beim A. der Natur Ideen geweckt werden .. von denen wir uns dürfen leiten lassen, sowohl wenn wir suchen, als wenn wir das Gefundne ordnen, darüber scheint man nur in einem kleinern Zirkel sich zu verstehen GWBB15,235,8 Steffens 29.5.01 K höhere .. Gesetze, die sich aber nicht durch Worte und Hypothesen dem Verstande, sondern .. durch Phänomene dem A. offenbaren. Wir nennen sie Urphänomene, weil nichts in der Erscheinung über ihnen liegt GWBN1,72,18 FlD 175 es glückte mir Anno 1788 in Sicilien die Metamorphose der Pflanzen, so im A. wie im Begriff, zu gewinnen GWBN11,12,2 ErläutergNatur 1828 daß alle solche Versuche, die Probleme der Natur zu lösen .. Conflicte der Denkkraft mit dem A. sind. Das A. gibt uns auf einmal den vollkommenen Begriff von etwas Geleistetem; die Denkkraft .. möchte .. auslegen, wie es geleistet werden konnte .. ruft sie die Einbildungskraft zu Hülfe, und so entstehen .. Gedankenwesen .. denen das .. Verdienst bleibt, uns auf das A. zurückzuführen, und uns .. zu vollkommenerer Einsicht hinzudrängen GWBN9,91,14u23 Kammerbg [1808] scheinen .. die nackten Gebirge .. dem natürlichen Auge etwas Unerfreuliches zu haben. Dem Auge deß, der Kenntniß besitzt, offenbaren sie das Innere .. Genuß, Empfinden, Wissen, Erkennen, Wissenschaftliches A. Wiederkehrender Genuß GWBN9,274,14 BildgErde Laß den Augen nicht gelüsten! | Sphinx-Natur, ein Ungeheuer, | Schreckt sie dich mit hundert Brüsten .. | Anschaun, wenn es dir gelingt, | Daß es erst in’s Innre dringt, | Dann nach außen wiederkehrt, | Bist am herrlichsten belehrt GWB4,137 Genius,dBüste dNatur enthüllend 9 Wenn wir einen Gegenstand in allen seinen Theilen übersehen, recht fassen und ihn im Geiste wieder hervorbringen können; so dürfen wir sagen, daß wir ihn im eigentlichen und im höhern Sinne a., daß er uns angehöre, daß wir darüber eine gewisse Herrschaft erlangen GWBN11,164,11 Polarität [1805] Gewöhnliches Anschauen, richtige Ansicht der irdischen Dinge ist ein Erbtheil des allgemeinen Menschenverstandes. Reines A. des Äußern und Innern ist sehr selten. Es äußert sich jenes .. im unmittelbaren Handeln; dieses symbolisch, vorzüglich durch Mathematik .. durch Rede, uranfänglich, tropisch GWB422,180,7 MuR(533) Nur im Höchsten und im Gemeinsten trifft Idee und Erscheinung zusammen; auf allen mittlern Stufen des Betrachtens und Erfahrens trennen sie sich. Das Höchste ist das A. des Verschiednen als identisch; das Gemeinste ist die That GWBN13,441,12 MuR(1137) wer kann .. sagen, daß er wissenschaftlich in der höchsten Region des Bewußtseins immer wandele, wo man das Äußere mit größter Bedächtigkeit .. betrachtet, wo man zugleich sein eigenes Innere .. mit bescheidener Vorsicht walten läßt, in geduldiger Hoffnung eines wahrhaft reinen, harmonischen A-s? GWBN11,20,4 GlücklEreign GWB29,28,24 DuW 16 GWBN11,371 MuR(1150) GWB35,244,24 TuJ uö ‘a-des Auge’ GWBN13,430,26 Naturlehre ‘a-der Mann’ GWB35,205,6 TuJ b vom Künstler das lebendige Ganze, das zu allen unsern geistigen und sinnlichen Kräften spricht .. dahin ist der Künstler angewiesen .. .. Seine Kraft besteht im A., im Auffassen eines bedeutenden Ganzen, im Gewahrwerden der Theile GWB45,257 14 Diderot, Malerei eine allgemeine Kenntniß der organischen Natur unerläßlich .. Die menschliche Gestalt kann nicht bloß durch das Beschauen ihrer Oberfläche begriffen werden .. wie derjenige der ein kurzes Gesicht hat, einen Gegenstand besser sieht, von dem er sich wieder entfernt .. weil ihm das geistige Gesicht nunmehr zu Hülfe kommt, so liegt eigentlich in der Kenntniß die Vollendung des A-s GWB47,14,4 PropylEinl das ist .. das Künstlergenie .. daß es anzuschauen, festzuhalten, zu verallgemeinen .. weiß .. daß es eine Methode besitzt, nach welcher es die Gegenstände behandelt GWB45,299,21 Diderot,Malerei Das Gefühl dieser Farbe des gesunden Fleisches, ein thätiges A. derselben, wodurch der Künstler sich zum Hervorbringen von etwas Ähnlichem geschickt zu machen strebt, erfordert so mannichfaltige .. Operationen des Auges sowohl als des Geistes und der Hand GWB45,296,22 ebd [Leonardo] ein die Natur unmittelbar a-d auffassender, an der Erscheinung selbst denkender, sie durchdringender Künstler GWB36,123,23 TuJ Albrecht Dürern förderte ein höchst inniges realistisches A. .. Ihm schadete eine .. form- und bodenlose Phantasie GWB48,208,17 MuR(1089) [Drama ‘Die Friedensgefangenen’ von Lawrence] ein barockes Bild .. von einem geistreich a-den Leidensgenossen concipirt GWB36,108,27 TuJ GWB45,310,3 Diderot,Malerei uö c vom Kunstbetrachter der gemeine Liebhaber .. behandelt ein Kunstwerk wie einen Gegenstand, den er auf dem Markte antrifft, aber der wahre Liebhaber .. fühlt, daß er sich zum Künstler erheben müsse, um das Werk zu genießen .. mit dem Kunstwerke wohnen, es wiederholt a., und sich selbst dadurch eine höhere Existenz geben müsse GWB47,265,23 ÜbWahrh uWahrscheinlichk dKunstw Ein echtes Kunstwerk bleibt, wie ein Naturwerk, für unsern Verstand immer unendlich; es wird angeschaut, empfunden; es wirkt, es kann aber nicht eigentlich erkannt, viel weniger sein Wesen .. mit Worten ausgesprochen werden GWB47,101,3 Laokoon Das Andenken merkwürdiger Menschen, so wie die Gegenwart bedeutender Kunstwerke, regt von Zeit zu Zeit den Geist der Betrachtung auf .. Jeder Einsichtige weiß recht gut, daß nur das A. ihres besondern Ganzen einen wahren Werth hätte, und doch versucht man immer auf’s neue durch Reflexion und Wort ihnen etwas abzugewinnen GWB46,19,8 Winckelm Einl Der Glanz der größten Kunstwerke blendet mich nicht mehr, ich wandle nun im A., in der wahren unterscheidenden Erkenntniß GWB32,160,1 ItR GWBB49,384,4 Haydon 1.12.31 K uö ‘ins A. fassen’ GWB491,117,4 Philostrat 4 im Bereich des Denkens, der Einbildungskraft, der geistigen Schau a betrachten: aufmerksam, reflektierend, beurteilend [betr Helena-Akt] Die rechte Art, ihm beyzukommen .. es .. in Gesellschaft .. zu betrachten .. Überhaupt ist jedes gemeinsame A. von der größten Wirksamkeit; denn indem ein poetisches Werk für viele geschrieben ist, gehören auch mehrere dazu, um es zu empfangen; da es viele Seiten hat, sollte es auch .. vielseitig angesehen werden GWBB43,167,7 Knebel 14.11.27 sind hie und da die Betrachtungen brav .. doch auch die bravsten wollten wir entbehren. Solche Sprüche sind fürs kalte A. der Theile. Wir wünschten die Empfindung durch die heilige Größe des Ganzen durchdrungen .. zu sehen AAJw3,105,5 FGALavater,HistorLobrede auf Breitinger [mBez auf Napoleon] wie diese .. Angelegenheiten über den Canal herüber angeschaut worden oder wie man dort will daß sie angeschaut werden sollen GWBB43,267,21f Reinhard 28.1.28 uö im transzendentalen Sinne, nach Schelling Die Reflexion geht aufs Subject als | A-d | Categorie der Quantität [daneben:] Empfindend | der Qualität GWBN13,454,10 Plp uö kontemplativ, anbetend wenn sie [die Philosophie] unsere ursprüngliche Empfindung als seyen wir mit der Natur eins, erhöht, sichert und in ein tiefes, ruhiges A. verwandelt, in dessen immerwährender συγκρισις und διακρισις wir ein göttliches Leben fühlen GWBB15,280,27 Jacobi 23.11.01 Ist somit dem Fünf der Sinne | Vorgesehn im Paradiese, | Sicher ist es, ich gewinne | Einen Sinn für alle diese. | Und nun dring’ ich aller Orten | Leichter durch die ew’gen Kreise .. | Bis im Anschaun ew’ger Liebe | Wir verschweben GWB6,266 Vs 43 Div Paradies Nun beharr’ ich anzuschauen | Den, der einzig wirkt und handelt GWB3,16 Paria Dank 11 uö ‘von Angesicht zu Angesicht a.’, mBez auf die Urphänomene wenn wir zu den Urphänomenen gelangen, welche wir in ihrer unerforschlichen Herrlichkeit von Angesicht zu Angesicht a. und uns .. wieder .. in die Welt der Erscheinungen wenden, wo das in seiner Einfalt Unbegreifliche sich in tausend .. Erscheinungen bei aller Veränderlichkeit unveränderlich offenbart GWBN9,195,12 Nose [1820] b etw imaginieren, sich vorstellen, vergegenwärtigen; sich ein Bild, einen vollkommenen Begriff von etw machen, insbes als Tätigkeit der ‘produktiven Einbildungskraft’ des Wissenschaftlers u Dichters wollen wir sie [die Naturforschenden] eintheilen in: Nutzende Wissende A-de und Umfassende .. Die A-den verhalten sich schon productiv, und das Wissen .. fordert .. das A. .. so sehr sich auch die Wissenden vor der Imagination kreuzigen .. müssen sie doch .. die productive Einbildungskraft zu Hülfe rufen .. nehmen die Wissenden .. ihre Zuflucht zu den A-den .. [zB bei der genet Betrachtungsweise] Wenn ich eine entstandne Sache vor mir sehe, nach deren Entstehung frage .. werde ich .. Stufen gewahr, die ich .. mir in der Erinnrung zu einem gewissen idealen Ganzen vergegenwärtigen muß .. mir die Folge einer ununterbrochenen Thätigkeit als ein Ganzes anzuschauen .. daß zuletzt die Erfahrung aufhören, das A. eines Werdenden eintreten, und die Idee zuletzt ausgesprochen werden muß GWBN6,301,25—304,15 PhysiolPfl höheres A. N1,XXXIV,16 FlD Einl mich .. zum geistigen A. jener großen Monumente des Alterthums zu erheben, die uns der Lauf der Zeiten misgönnt hat GWBB20,360,13 Hirt 9.6.09 K Nicht zerstückeltes buchstäbliches Wissen war sein Ziel, sondern er drang bis zum A., bis zum unmittelbaren Ergreifen der Vergangenheit in ihren wahresten Verhältnissen GWB40,281,18 Rez:Voß, Ged [G/Voß dJ] was ich ahnete, ward mir klar, und was ich meinte, lernte ich a. GWB23,39,9 Lj VII 5 [betr Lavaters physiogn Beobachtungen] Jener Seher that dieß .. um sich von dem, was er so klar anschaute .. Rechenschaft zu geben .. Wer eine Synthese .. in sich fühlt .. hat .. das Recht zu analysiren, weil er am äußeren Einzelnen sein inneres Ganze prüft GWB29,138,6 DuW 19 daß nicht leicht jemand, der sein inneres A. aussprach, den Leser in höherm Grade mit in das Bewußtsein der Welt versetzt GWB411,53,13 Shakesp u kein Ende GWB422,192,16 MuR(672) GWBB33,224,17 Schreibers 15.9.20 K uö mBez auf die sprachl gestaltete u durch sprachl Gestaltung evozierte Anschauung; vorwiegend subst [betr ‘Von dt Baukunst .. 1773’] Das Innere dieser würdigen Gebäude wagte ich nur durch poetisches A. und durch fromme Stimmung zu berühren GWB28,99,10 DuW 12 [üb Hölderlins Ged ‘Der Wanderer’] ist die Afrikanische Wüste und der Nordpol weder durch sinnliches noch durch inneres A. gemahlt, vielmehr sind sie beyde durch Negationen dargestellt GWBB12,171,5 Schiller 28.6.97 wenn sie [oriental Dichter] nach .. immer entfernteren Tropen haschen .. höchstens bleibt zuletzt .. der allgemeinste Begriff .. der Begriff der alles A., und somit die Poesie selbst aufhebt GWB7,103,10 DivNot Die Welten, welche zum A. gebracht werden sollen GWB412,222,7 Epische u dramatDichtg [‘Geschichte der neuern Kunst’ von Fiorillo] Wenn man darinn liest, so erfährt man etwas, aber man schaut nichts an GWBB11,201,6 Meyer 15.9.96 GWBTgb 6.7.29 GWBN1,306,3 FlD 757 uö ‘a-der Begriff’ uä vgl ‘anschaulicher Begriff’ ist der a-de Begriff dem wissenschaftlichen unendlich vorzuziehen. Wenn ich auf, vor oder in einem Berge stehe .. und man mit dem lebhaften Anschauen so ist’s einen dunklen Wink in der Seele fühlt so ist’s erstanden! GWBB5,26,3 Ernst II 27.12.80 [der Seele] den höchsten a-den Begriff von Natur und Kunst geben. Ich will .. nicht .. ruhen, bis mir nichts mehr Wort und Tradition, sondern lebendiger Begriff ist GWB32,7,17 ItR Zuerst sollte das Phänomen in seiner ganzen Einfalt erscheinen .. [beim 3. Versuch] verbirgt sich nun schon das wahre Naturverhältniß .. aber wenn man .. nicht schon fundirt ist, so wird man schwerlich rückwärts zur wahren a-den Erkenntniß gelangen GWBN51,286,20 EntoptFarb 26 uö ‘a-de Urteilskraft’, ‘a-der Verstand’ nur mBez auf Kant, Kritik der Urteilskraft § 77 A-de Urtheilskraft [Titel] .. “.. Verstand .. der .. vom synthetisch Allgemeinen, der Anschauung eines Ganzen .. zum Besondern geht ..” .. daß wir uns, durch das Anschauen einer .. schaffenden Natur, zur geistigen Theilnahme an ihren Productionen würdig machten. Hatte ich doch .. auf jenes Urbildliche, Typische rastlos gedrungen GWBN11,54,1 Intuitiver Verstand (Kants) auf Metamorphose der Pflanze bezüglich .. A-der Verstand GWBTgb 10.9.17 GWBN13,22,18 Morph Plp idVbdgn ‘an- und durchschauen’ u ‘An- und Überschauen’ GWBN2,267,5 FlP 600 GWBB17,219,11 Windischmann 23.11.04 subst iSv Einbildungskraft, Anschauungsvermögen, als menschl Anlage schlechthin u als bes Fähigkeit dasjenige was ich im Allgemeinen aufgestellt, dem Begriff, dem inneren A. in Worten übergeben hatte, nunmehr einzeln .. dem Auge darzustellen [durch Abb] GWBN6,171,14 MetamPfl Nachtr Alle Kräfte .. alle Wissenschaft, Scharfsinn, alles A., alles tiefe Gefühl der Menschheit .. die Lavater in einem so hohen Grade besitzt GWB422,6,13 Üb:Lavater,Pilatus uö c nur subst: für Traumvision und relig Offenbarung [mBez auf Fausts Leda-Traum] Faust .. von dem höchsten A. ganz durchdrungen GWB152,201 Faust II Plp in dem Augenblicke wußte ich, was Glauben war .. Ich suchte nun meiner Empfindung, meines A-s gewiß zu werden GWB22,316,27 Lj VI Schöne Seele GWB23,280,10 Lj VIII 9 → GWBUr- GWBWieder- vgl GWBanblicken GWBansehen GWBbeobachten GWBbeschauen GWBbetrachten GWBeinsehen GWBerkennen GWBgewahr(g. werden) schauen vergegenwärtigenRose UnterbergerR. U.