erkennen oft subst, mehrf ‘das Erkannte’, einmal Prät ‘erkennte’ GWB52,112,12 ThS V 3
; häufig zugl prozessual u resultativ, subst gelegentl als Fähigkeit; ein Viertel der etwa 1900 Belege in Bed A 5, fast ein Fünftel in B 2 b. — Beim jungen G ‘erkennen’ noch öfter mit Verben der Empfindung u Zuneigung koordiniert u sowohl das sensible, spontane Bemerken u Verspüren (A 6) als auch best Verständnisweisen der Empathie u des Mitempfindens (bes bei A 2) relativ stark ausgeprägt (hier wie im folgenden immer auch unter Berücksichtigung von ‘Erkenntnis’ u Kompos); mit der ital Reise tritt in der sinnl-ästhet Anschauung ein Korrektiv zu den als unzulängl erfahrenen theoret Betrachtungen u Kenntnissen auf, doch bleiben im Ästhetischen überhaupt (A 3 e) Rezeptionsformen wie ‘Genießen’ u ‘Fühlen’ trotz früher genie-ästhetischer Impulse durchweg auf theoret Einsicht u Interpretation bezogen. — Der alte G warnt wiederholt vor solipsistischer, von der Praxis losgelöster Reflexion u sucht durch eigene Auslegungen des ‘Gnothi seauton’-Postulats eine auch in spät- u nachromant Zeit noch als verhängnisvoll eingeschätzte Denkrichtung zu korrigieren (bei A 2 c). In der natwiss Erkenntnis ist G-s früher Erkenntnisoptimismus der 80er Jahre abgeschwächt u modifiziert auch in späterer Zeit nachweisbar, etwa als Erfaßbarkeit der ‘Totalität’ eines Phänomens durch Versuche od im Vertrauen auf Erkenntnisoptimierung durch wiss Tradition, — dies trotz seiner vielfältigen natwiss Methodenkritik (bei A 3 b), seiner Betonung der (nur) heurist Rolle von Hypothesen u Analogien od der Unaufhebbarkeit best gegensätzl wiss Haltungen. In seinen allg, philos-erkenntnistheoret Äußerungen (A 3 d) vertritt er dagegen eine skept, auch durch Kants Kritizismus begründete Nüchternheit, die das menschl Erkennen auf eine verantwortungsbewußte ‘mittlere’ Reichweite verpflichten möchte. A
wahrnehmen, begreifen, (sich etw) verständl machen 1
sinnl wahrnehmen a
allg: mit den Sinnen erfassen, durch sie bestimmen od als wirklich erfahren; auch idVbdgn ‘durch die Sinne, mit den Sinnen e.’; öfter iGz intellektuellem, insbes begriffl Erfassen Das Copernikanische System beruht auf einer Idee, die schwer zu fassen war und noch täglich unseren Sinnen widerspricht. Wir sagen nur nach, was wir nicht e. noch begreifen. Die Metamorphose der Pflanzen widerspricht gleichfalls unsren Sinnen GWBN13,443,17 MuR(1138) [
betr Versuche zum Phänomen der farbigen Schatten] hier ist .. eine Übereinstimmung verschiedener Erfahrungen deren Mannichfaltigkeit wir durch die Sinne e.; deren Übereinstimmung aber wir mit dem Verstande nicht begreifen GWBB10,120,11 Lichtenbg [etwa 20.10.93] K GWBN6,74,15 Metam Pfl 92
uö b
erblicken, sehen, anblicken; öfter ‘mit den, durch die, mit bloßen Augen e.’ uä α
ansichtig, gewahr werden, auch: (in der Ferne) ausmachen, erspähen [
Julie zu Lucidor:] hier spiegeln wir uns oben [
im Gartensaal] in der großen Glasfläche, man sieht uns dort recht gut, wir aber können uns nicht e. GWB24,166,7 Wj I 9 Das Wetter war sehr hell, wir .. konnten Lausanne e. und durch einen leichten Nebel auch die Gegend von Genf GWBB4,99,11 ChStein 28.10.79 = GWB19,228,18 BrSchweiz II [
Adelh am Fenster:] Ich seh’ ihn [
Franz], wie deutlich [
im Mondlicht] .. Kann er wohl auch e., wenn ich ihm winke? GWB13
1,347,1 Götz
3 V 14 GWBB15,258,19 Sartorius 10.10.01 K GWBN5
1,83,11 ChromatSätze
uö durch Nachschauen finden, entdecken kannst du mit dem Schlüssel .. das erste Schränkchen .. aufmachen, wo du ihn [
einen anderen Schlüssel] bald e. wirst GWBB11,35,7 Christiane 20.2.96 β
(näher, prüfend) betrachten, anschauen od beobachten; auch im Bild [
Lenardo üb Susanne =
Nachodine] mich hatte gleich bei’m Eintritt eine Ahnung befallen daß es die Ersehnte sei .. [
im Gespräch mit ihr] sah mich ein fremdes Gesicht mit so ganz bekannten e-den Augen an, daß ich mich ganz durchdrungen fühlte und mich kaum zu fassen wußte GWB25
1,230,27 Wj III 13 [
Reise in den Harz u nach Göttingen] es wird mir gut thun .. mein Verhältnis von weitem zu betrachten. Die Existenzen fremder Menschen sind die besten Spiegel worinn wir die unsrige e. können GWBB6,195,18 ChStein 9.9.83 GWBFaust II 6443
uö γ
mit geschultem Blick erfassen (u bestimmen), in best Einzelheiten od Merkmalen visuell unterscheiden; überwiegend in natwiss, insbes in opt, auch mikroskopischen Beobachtungen u Demonstrationen, mehrf iUz dem ersten Augenschein u in Berührung mit A3 Rath Grüner .. übt sich in den äußeren [
mineralog] Kennzeichen, welche durch die Augen zu e. sind GWBTgb 30.6.23 Ich war gewohnt das Gehirn von der vergleichenden Anatomie her zu betrachten, wo schon dem Auge kein Geheimniß bleibt, daß die verschiedenen Sinne als Zweige des Rückenmarks ausfließen und erst einfach, einzeln zu e., nach und nach aber schwerer zu beobachten sind GWB35,202,1 TuJ Parallaxe. Wenn zwei Gegenstände sich decken und sich also zu berühren scheinen, muß man sich nur zur Seite bewegen, um ihre Entfernung zu e. GWBN13,167,8 Morph Plp GWBN7,294 InfusTiere GWBN6,323,8 Zu MetamPfl 15 GWBN9,197,9 Basaltsteinbr c
‘durch’s Gefühl e.’: durch (Ab-) Tasten erfahren, durch den Tastsinn bestimmen Die Oberflächen der Körper .. haben außer ihren Eigenschaften, welche wir durch’s Gefühl e., noch eine .. wir nennen diese Eigenschaft Farbe GWBN5
1,15,15 BeitrOpt I 25
uö 2
sich üb jdn, üb eigene od fremde Probleme u Verhältnisse klar werden; überwiegend okkasionell mBez auf prakt, ethische od gesellschaftl Fragen u oft mit Konsequenzen für jds Verhalten a
jdn, jds Ansichten, Lage uä verstehen, nachvollziehen od -empfinden Ich habe .. in reiferen Jahren große Aufmerksamkeit gehegt, in wiefern andere mich wohl e. möchten, damit ich in und an ihnen .. über mein Inneres deutlicher werden könnte GWBN11,59,27 BedeutFördernis [
Hersilie an Wilh:] Meinen unerklärlichen Zustand vergegenwärtigen Sie sich .. gewiß nicht; denn wie wollte man außerhalb der Verwirrung die Verwirrung e. GWB25
1,295,6 Wj III 17 GWBB25,103,4 Cotta 21.12.14
uö b
(eigene) Mängel, Schuld einsehen, auch: (sich) eingestehen; öfter ‘seine(n) Fehler, Irrtum e.’ Ich schäme mich offt vor Shakespearen, denn es kommt .. vor, dass ich beym ersten Blick dencke, das hätt ich anders gemacht! Hinten drein erkenn ich dass ich ein armer Sünder binn .. dass meine Menschen Seifenblasen sind GWB37,134,12 ShakespTag [
Karl zur Tante:] Ich habe Sie beleidigt .. verzeihen Sie meine Übereilung, ich erkenne meinen Fehler und fühl’ ihn tief GWB18,110,9 Unterhaltungen Tasso 2468 GWBB6,380,4 CarlAug 28.10.84
uö c
reflektierend, durch Introspektion od Besinnung Einsicht u Klarheit üb sich, seine Eigenheiten, Ziele uä gewinnen; überwiegend ‘sich (selbst, selber) e.’, einmal ‘sein Innerstes e.’; öfter in Betonung des unumgängl Praxis- u Weltbezugs Das Höchste wozu der Mensch gelangen kann, ist das Bewußtsein eigner Gesinnungen und Gedanken, das E. seiner selbst, welches ihm die Einleitung gibt, auch fremde Gemüthsarten innig zu erkennen GWB41
1,52,21 Shakesp u kein Ende [
Antonio zu Tasso] Inwendig lernt kein Mensch sein Innerstes | E.; denn er mißt nach eignem Maß | .. Der Mensch erkennt sich nur im Menschen, nur | Das Leben lehret jedem was er sei Tasso 1240u1242 er empfand sein eigenes Selbst nur unter der Form der Freundschaft, er erkannte sich nur unter dem Bilde des durch einen Dritten zu vollendenden Ganzen GWB46,27,20 Winckelm Freundsch GWB41
2,154, 3 MuR(260)
uö im klassischen philos Imperativ; nur in krit od iron Äußerungen daß mir von jeher die große und so bedeutend klingende Aufgabe: erkenne dich selbst, immer verdächtig vorkam .. Der Mensch kennt nur sich selbst, in sofern er die Welt kennt, die er nur in sich und sich nur in ihr gewahr wird GWBN11,59,11 BedeutFördernis das bedeutende Wort .. Erkenne dich selbst .. müssen wir es nicht im ascetischen Sinne [
wie Purkinje] auslegen .. es heißt ganze einfach: Gib einigermaßen Acht auf dich selbst .. damit du gewahr werdest, wie du zu deines Gleichen und der Welt zu stehen kommst GWB42
2,189,22 MuR(657) Erkenne dich! .. | Es heißt: sei nur! und sei auch nicht! | .. ein Spruch der lieben Weisen, | Der sich in der Kürze widerspricht. | Erkenne dich! — Was hab’ ich da für Lohn? | Erkenn’ ich mich, so muß ich gleich davon GWB2,248 Sprichw 556u560f GWBB46,167,22 Rochlitz 23.11.29 3
etw (eine Sache od einen Sachverhalt) in den Grundzügen od Wesensmerkmalen begreifen a
allg: etw voll, in seiner eigentl Bedeutung begreifen; öfter iGz sinnl Wahrnehmen, Empfinden, Ahnen uä, oft adv verstärkt durch ‘wohl, rein, deutlich’; mehrf unter der Bedingung der Gleichheit von Subjekt u Objekt Der erste moralische Blick in die Welt so wenig als der erste phisikalische bringt .. eine deutliche Empfindung; man sieht, eh man weiß, daß das gesehen ist, und .. hernach lernt man e. was man sieht GWBB1,248,17 Hetzler dÄ 28.9.[70] K Ein bedeutendes Factum, ein geniales Aperçu beschäftigt eine sehr große Anzahl von Menschen, erst nur um es zu kennen, dann um es zu e., dann es zu bearbeiten GWBN11,115,21 MuR(696) [
mBez auf Rousseaus Darstellungsweise] dadurch wird ja die Gattung der Lebenden und Schreibenden so mannichfaltig, daß ein jeder theoretisch zwischen E. und Irren, praktisch zwischen Beleben und Vernichten hin und wieder wogt GWB28,255,23 DuW 14 Das Auge hat sein Dasein dem Licht zu danken .. erinnern wir uns der alten ionischen Schule, welche .. immer wiederholte: nur von Gleichem werde Gleiches erkannt N1,XXXI,16 FlD Einl N1,XV,21 Fl Vorw
uö emphatisch: ‘das Wahre, die Wahrheit, wahre Natur/Beschaffenheit von etw e.’ uä so begierig der Mensch zu seyn scheint, die wahre Beschaffenheit eines Dings .. zu e., so selten wird’s doch bey ihm unüberwindliches Bedürfniß GWB37,331,23 PhysiognomFragm [
Faust:] Daß ich erkenne was die Welt | Im Innersten zusammenhält GWBFaust I 382 = GWBUrfaust 29 GWBN5
2,375,11 Fl Plp
uö metaspr, mBez auf den unkrit Wortgebrauch [
Wagner:] die Welt! des Menschen Herz und Geist! | Möcht’ jeglicher doch was davon erkennen. [
Faust:] Ja was man so e. heißt! | .. Die wenigen, die was davon erkannt, | Die thöricht g’nug ihr volles Herz nicht wahrten, | Dem Pöbel ihr Gefühl, ihr Schauen offenbarten, | Hat man von je gekreuzigt und verbrannt GWBFaust I 588u590 = GWBUrfaust 236u238 b
in natwiss Untersuchung erforschen, allg die (Gesetze der) Natur begreifen u erklären (können) od konkr die Eigenschaften, Entstehung od Wirkungsweise best Phänomene ermitteln u feststellen, insbes experimentell; gelegentl auch iSv herausfinden, entdecken [
mBez auf G-s mineralog Studien] bin überzeugt, daß bei so viel Versuchen und Hülfsmitteln ein einziger großer Mensch, der mit den Füßen oder dem Geist die Welt umlaufen könnte, diesen seltsamen zusammen gebauten Ball ein vor allemal e. und uns beschreiben könnte GWBB4,311,16 Merck 11.10.80 Er vermannichfaltigt die Versuche abermals, besonders um zu e., auf welchem Wege eine Schattenfarbe in die andere übergeht GWBN4,230,19 FlH VI Hassenfratz Der schönste [
Zweck eines Versuchs] war und bleibt immer der, ein Naturphänomen das uns verschiedene Seiten bietet, in seiner ganzen Totalität zu e. GWBN4,46,25 FlH VI Gegner Newt Seebeck .. fand daß es Gläser gebe, welche die Farbe hervorbringen .. erkannte daß Erhitzung bis zum Glühen und schnelles Abkühlen den Gläsern die entoptische Eigenschaft verleihe GWBN5
1,256,17 EntoptFarb GWBN11,301,11 NatwissEntwicklungsgang 1821 GWBN12,44,9 Üb:Howard GWBB13,137,24 Schiller 5.5.98
uö durch vergleichende Beobachtung ein botan od zool Bildungsgesetz, best Homologien od Analogien bzw den heuristisch leitenden ‘Typus’ uä erfassen Als ich mir .. Fertigkeit erworben, das organische Wandeln und Umwandeln der Pflanzenwelt .. zu beurtheilen, die Gestaltenfolge zu e. und abzuleiten, fühlte ich mich gedrungen die Metamorphose der Insecten gleichfalls näher zu kennen GWBN6,17,13 MorphH Inhalt Saint-Hilaire .. ist .. um die Analogien der Geschöpfe .. bemüht .. eine Voranschauung, Vorahnung des Einzelnen im Ganzen will der Trennende, Unterscheidende, auf der Erfahrung Beruhende [
Cuvier] .. nicht zugeben. Dasjenige e. und kennen zu wollen, was man nicht mit Augen sieht .. erklärt er .. für eine Anmaßung GWBN7,169,9 PrincPhilZool I 1830 GWBN8,30,6 VglAnatomie 7
uö in krit Erörterung der Rolle von Instrumenten, mechanist od überdetaillierter Forschungsabsichten u -prozeduren uä Der Mensch an sich selbst .. ist der größte und genaueste physicalische Apparat .. Und das ist .. das größte Unheil der neuern Physik daß man die Experimente gleichsam vom Menschen abgesondert hat, und blos in dem was künstliche Instrumente zeigen die Natur e., ja was sie leisten kann dadurch beschränken und beweisen will GWBB20,90,22 Zelter 22.6.08 [Beilage] [
Meph zum Schüler:] Wer will was Lebendigs e. und beschreiben, | Sucht erst den Geist heraus zu treiben, | Dann hat er die Theile in seiner Hand, | Fehlt leider! nur das geistige Band GWBFaust I 1936 = Fragm 415 ~ GWBUrfaust 367 GWB42
2,174,10 MuR
uö c
philos umfassend begreifen; idVbdg ‘das philosophische E.’ für das systemat (idealistische, spekulative) Denken [
betr G-s durch Schellings Schr ‘Von der Weltseele’ inspirierte Ged ‘Weltseele’] Es .. schreibt sich aus der Zeit her, wo ein reicher jugendlicher Muth sich noch mit dem Universum identificirte, es auszufüllen, ja .. wieder hervorzubringen glaubte .. wie weit wir auch im philosophischen E., dichterischen Behandeln vorgedrungen seyn mögen, so war es doch .. wie ich tagtäglich sehen kann, anregend .. für manchen GWBB41,36,14 Zelter 20.5.26
‘die Regionen des Schauens und E-s’, in Anspielung auf den kosmos noëtos der Ideenlehre Platons (nach dem Höhlengleichnis) [
betr die Darstellung der Geschichte der Farbenlehre] wobei ich versuchen würde meine Widersacher so zu behandeln, als wenn wir sämmtlich, aus der Region des Blinzens und Meinens .. in die Regionen des Schauens und E-s übergegangen wären GWBN5
1,329,11 Fl ÄltEinl d
in erkenntnistheoret u -krit Aussagen: als dem Menschen mögliches (adäquates) Erfassen der Realität od (selten) best Gegenstände; auch in transzendentalphilos Erörterungen Der Mensch ist als wirklich in die Mitte einer wirklichen Welt gesetzt und mit solchen Organen begabt, daß er das Wirkliche und nebenbei das Mögliche e. und hervorbringen kann GWB42
2,143,22 MuR(266) die behagliche Sicherheit des Menschenverstandes .. des einem gesunden Menschen angebornen Verstandes, der weder an den Gegenständen und ihrem Bezug, noch an dem eigenen Befugniß, sie zu e., zu begreifen, zu beurtheilen .. zweifelt GWBN11,19,14 GlücklEreign Ich gebe gern zu daß es nicht die Natur ist die wir e., sondern daß sie nur nach gewissen Formen und Fähigkeiten unsers Geistes von uns aufgenommen wird GWBB13,10,6 Schiller 6.1.98 GWBB25,312,3 ChHSchlosser 19.2.15 K [Beilage zum 5.5.15 K]
uö ‘etw früher e.’: in krit Umschreibung von Kants “analyt Urteil a priori” GWBN11,376 Plp
mBez auf das Geistige des Menschen: ‘durch den innern Sinn e.’ wir betrachten uns einmal als ein Wesen, das in die Sinne fällt, ein andermal als ein anderes, das nur durch den innern Sinn erkannt oder durch seine Wirkungen bemerkt werden kann. Die Zoonomie zerfällt daher in zwei .. Theile .. in die körperliche und in die geistige GWBN6,297,9 PhysiolPfl
in (skeptischen) Aussagen G-s üb die Grenzen menschl Erkenntnis; subst auch als Erkenntnisvermögen Wie wir Menschen in allem Praktischen auf ein gewisses Mittlere angewiesen sind, so ist es auch im E. .. Anfang und Ende erreichen wir nie GWBN9,224,15 Rez:d’Aubuisson daß ich da anfange zu glauben wo andere verzweifeln .. die vom E. zuviel verlangen und, wenn sie nur ein gewisses, dem Menschen Beschiedenes erreichen können, die größten Schätze der Menschheit für nichts achten GWBB49,254,1 Boisserée 25.2.32 Das Wahre, mit dem Göttlichen identisch, läßt sich niemals von uns direct e., wir schauen es nur im Abglanz, im Beispiel, Symbol .. wir werden es gewahr als unbegreifliches Leben und können dem Wunsch nicht entsagen, es dennoch zu begreifen GWBN12,74,6 Witterungslehre 1825 GWB37,337,5 PhysiogFragm
uö ‘die deutlich e-de Denkkraft’: das menschl Denkvermögen, der Verstand (nach Moritz) GWB32,304,5 ItR e
ästhetisch wahrnehmen u beurteilen α
in, zu poetischer u bildkünstlerischer Gestaltung (differenziert, einfühlsam) erfassen, konzipieren, auch: sich klar, bewußt machen; überwiegend in Vbdgn wie ‘die Gestalt, die Gesetze, Eigenschaften e.’ [
betr Claud] Es ist schweer so ein Werckchen, nach erkannten Gesetzen, mit Einsicht und Verstand und zugleich mit Leichtigkeit .. zu machen GWBB8,322,8 ChStein 19.1.[88] den Stoff gibt ihm [
dem Dichter] die Welt nur allzufreigebig, der Gehalt entspringt freiwillig aus der Fülle seines Innern; bewußtlos begegnen beide einander .. Aber die Form .. will erkannt, will bedacht sein GWB7,100,9 DivNot GWB47,81,25 Nachahmg,Manier,Stil
uö β
kunstverständig aufnehmen, die Bedeutung, Eigenart od best Gestaltverhältnisse eines Werks (angemessen) auffassen, auch: stilkrit bestimmen; öfter in Einheit od Ergänzung mit ‘empfinden, genießen’ uä, gelegentl (schon beim jungen G) als höherer Akt davon unterschieden daß die schöne Literatur einer fremden Nation nicht erkannt und empfunden werden kann, ohne daß man den Complex ihres ganzen Zustandes sich zugleich vergegenwärtige GWBB46,143,18 Hitzig 11.11.29 Durch Winckelmann sind wir dringend aufgeregt, die Epochen zu sondern, den verschiedenen Stil zu e., dessen sich die Völker bedienten GWB30,264,8 ItR [
vor dem Straßb Münster] Ein ganzer, großer Eindruck füllte meine Seele, den, weil er aus tausend harmonirenden Einzelnheiten bestand, ich wohl schmecken und genießen, keineswegs aber e. und erklären konnte .. diese himmlisch-irdische Freude GWB37,145,13 Von dtBaukunst 1773 GWB37,145,28 ebd GWB49
2,161,28 Von dtBaukunst 1823
uö ‘etw durchdringlich e.’, ‘innig durchdringen und e.’ für die (sensible) Interpretation eines literar Textes od Lebenswerks zu bewundern .. daß mein sinniger Ausleger [
Kannegießer] .. die Eigenheiten des Verhältnisses, die Wesenheit des Zustandes und den Sinn des obwaltenden Gefühls durchdringlich erkannt und ausgesprochen GWB41
1,328,15 ÜbHarzreise GWBB47,26,6 Hotho 19.4.30 K
in Wiedergabe u krit Aufnahme der antiintellektualist Ästhetik KPhMoritz’ Der höchste Genuß des Schönen läßt sich nur in dessen Werden aus eigner Kraft empfinden. Das Schöne kann nicht erkannt, es muß empfunden oder hervorgebracht werden GWB47,87,13 Üb:Moritz,Nachahmg dSchönen Ein echtes Kunstwerk bleibt .. für unsern Verstand immer unendlich; es wird angeschaut, empfunden; es wirkt, es kann aber nicht eigentlich erkannt, viel weniger sein Wesen .. mit Worten ausgesprochen werden GWB47,101,5 ÜbLaokoon GWB32,468,24 ItR
uö in Verschränkung mit der visuellen Wahrnehmung; bes während G-s Italienaufenthalt dringe ich nur drauf, daß mir [
in der bildKunst] nichts Name, nichts Wort bleibe. Was schön, groß, ehrwürdig gehalten wird, will ich mit eignen Augen sehn und e. GWB32,28,11 ItR Mein Gemüth ist nun durch das viele Sehen und E. so ausgeweitet, daß ich mich auf irgend eine Arbeit beschränken muß GWB32,118,9 ItR GWBB8,123,5 JGSchlosser 11.1.[87]
uö f
als relig, gläubiges od philos inspiriertes Erleben u Gewahrwerden: ‘Gott, ein göttliches Wesen, das Höchste e.’ uä [
die beschenkte Wöchnerin zu Herm:] Der Glückliche glaubt nicht, | Daß noch Wunder geschehn; denn nur im Elend erkennt man | Gottes Hand und Finger GWBHermDor II 51 [
betr Jacobis Schr ‘Über die Lehre des Spinoza’] Vergieb mir daß ich so gerne schweige wenn von einem göttlichen Wesen die Rede ist, das ich nur in und aus den rebus singularibus erkenne, zu deren .. tiefern Betrachtung niemand mehr aufmuntern kann als Spinoza selbst GWBB7,63,9 Jacobi 9.6.85 GWB2,243 Sprichw 448 GWB3,191 Palinodien 3,22
uö 4
entnehmen a
schließen, ableiten (aus); überwiegend ‘etw an etw e.’ u bei leicht durchschaubarer Sachlage, gelegentl mit prognost Charakter Wie von später Formation dieser [
Brandschiefer] aber sei, läßt sich daran e., daß sich Larven von Wasserinsecten .. darin entdecken lassen; Blätterartiges aber nicht GWBN9,102,21 ProdBöhmErdbrände bin ich in Jena .. Riemer ist nach Weimar nachdem der letzte Bogen die Revision passirt, woraus Sie e. daß wir diese Last für diesmal abgeschüttelt haben GWBB21,287,7 Reinhard [9. od 10.5.10] [
Übs aus Hippokrates’ Schr περὶ διαίτης] wenn der dunkle Geist des Knaben die deutlichen Dinge in sich aufnimmt, so wird er zum Mann und lernt aus dem Gegenwärtigen das Zukünftige e. [γινώσκει] GWB42
2,186,8 MuR(629) GWBN9,39,6 JMüllerSammlg [1807/32] GWBN8,258,8 Lepaden
uö ‘an, bei etw e., daß’ iSv die Lehre aus etw ziehen (können) Die .. Freyberger haben ihren Werner lebendig nach Dresden geschickt und ihn zwar mit großen Ehren [
als Geologe] aber doch todt zurück erhalten. Daran sollen die Lebenden e., daß sie so lang .. als möglich unter einander in Verbindung bleiben sollen GWBB28,183,20 Trebra 17.7.17 K [
für: conoscere] GWB44,145,3 Cell IV 1
uö b
ersehen (aus): fast nur ‘etw aus etw e.’ ein .. schätzbares Blättchen .. woraus ich erkenne daß Ihro .. Durchl. mein in Gnaden gedenken wollen GWBB25,219,11 Haake 5.3.15 K ein Täfelchen .. woraus Sie den beweglichen Mittelpunct unsrer Communicationen e. werden. Sie finden darin vor Augen gestellt wohin Sie .. Ihre Briefe zu senden haben GWB24,379,7 Wj II 7
uö 5
identifizieren od wiedererkennen; häufig ‘jdn od etw an, aus etw (als, für etw) e.’ a
aufgrund neuer Informationen od Gegebenheiten jdn od eine Sache richtig, anders einordnen, beurteilen od bestimmen, etw Unbekanntes identifizieren (können) [
G verteidigt Spinoza] so schien man ganz das evangelische Worth [
Matth 7,16] vergessen zu haben: an ihren Früchten sollt ihr sie e. GWB29,8,26 DuW 16 Herrn Manzoni habe ich an seinen Inni sacri schon als einen gebornen Poeten erkannt GWBB32,210,6 Cattaneo 5.3.20 K die in früherer Zeit häufigen, aber nicht erkannten Blitzröhren bei Massel GWB36,209,5 TuJ GWBB44,289,3 Zelter 26.8.28
uö(sehr häufig) auf-, entdecken, entlarven, jdn, jds Praktiken od wahre Ansichten u Absichten durchschauen, herausfinden; jds Identität, auch: seine verborgenen Qualitäten enthüllen [
Andrason zu den Mädchen:] Seht ihr nicht, daß, wenn wir diese Papiere [
Bücher im Innern der Mandandane] verbrennten, der Zauber aufhören, und er [
der Prinz] seine Geliebte als ein hohles Bild der Phantasie gleich e. würde? GWB17,58,22 TriumphEmpfindsamk V [
anonymer Beitrag G-s in Ottilies Zs ‘Chaos’] Will ich dir in Reimen sagen, | Was ich gern in Prosa sagte, | Wenn es dir, nach mir zu fragen, | Nur im mindesten behagte. | Du allein kannst mich e. [> entdecken], | Du allein wirst mich verstehen GWB5
2,182 Ist das Chaos doch 13 Var GWB40,186,18 MuR(741) GWB15
2,19 Faust II Var GWBFaust I 2418 = Fragm 881
uö ‘durch Divination e.’: intuitiv erraten Zwei liebende Paare .. unterhalten .. sich Charaden aufzugeben. Gar bald wird nicht nur eine jede .. sogleich errathen, sondern zuletzt sogar das Wort, das der andere denkt und eben zum Worträthsel umbilden will, durch die unmittelbarste Divination erkannt und ausgesprochen GWB7,127,27 Div Not b
wiedererkennen, an bekannten (körperl) Merkmalen ua Anzeichen erfahren u wissen, wen od was man vor sich hat; öfter in Erkennungsszenen (auch rezipr) u mBez auf Porträts; mehrf metonym ‘jds Hand, Stimme uä e.’ Er [
der nach längerer Einkerkerung verstorbene Rochus] wurde auch noch an dem rothen Kreuz, so er auf der Brust mit auf die Welt gebracht hatte, erkannt GWB34
1,33,10 Rochusf Amor und Ganymed, dieser an der phrygischen Mütze, jener an Bogen und Flügeln leicht zu e. GWB49
1,94,26 Philostrat ich erkannt’ ihn [
einen Garten] ganz deutlich für denselben, wo wir uns früh mit Küchenwaaren versehen hatten GWB33,115,23 Camp als der [
von Wilh gerettete] Jüngling .. Wilhelmen scharf ansah und rief: Wenn ich leben soll, so sei es mit dir! Mit diesen Worten fiel er [
Felix] dem e-den und erkannten Retter um den Hals und weinte bitterlich GWB25
1,297,15 Wj III 18 AA69,21 Werth I GWB22,125,25 Lj IV 19 GWB17,169,12 GrCoph III 1 GWB24,267,8 Wj II 3
uö(sehr häufig, bes in der Dichtung) ‘jdn an etw e.’ iSv etw sieht jdm ähnlich [
Eudora:] Mein Mann ward Knecht in seiner eignen Wohnung, | Und Ihro borst’ge Majestät [
Satyros] sah zur Belohnung | .. Mein Ehbett für einen Rasen an, | Sich drauf zu tummeln [
Einsiedler:] Ich erkenn’ ihn dran GWB16,99 Satyros 389 [
betr vermutl Vorschlag zur Salpetergewinnung] Ein Monstrum absurditatis, woran Sie wohl den jüngern Göchhausen e. werden GWBB11,97,14 Voigt 14.6.96 GWB22,195,12 Lj V 10
uö bei (emotionaler) Identifikation mit Geistes- u Wesensverwandtem, bes ‘sich in, an etw e.’, einmal iS des ‘Fabula-docet’ [
Luise üb die Erzählungen:] Muß denn alles in Italien und .. im Orient geschehen? .. geben Sie uns .. Familiengemählde, und wir werden uns desto eher darin e., und .. desto gerührter an unser Herz schlagen GWB18,191,7 Unterhaltungen [
Schlußverse:] Wer sich erkennt im Knaben gut, | Der sei vor Füchsen auf seiner Hut GWB2,205 Dilettant u Kritiker 23 GWB28,28,22 DuW 11
uö refl iSv sich auskennen, zurechtfinden, wissen, was (einem) geschehen ist Zu seinem Erwachen .. zu seiner Verwunderung sich nicht mehr zu e., wäre eine analoge, ahndungsvolle Instrumentalmusik wünschenswerth GWB16,502,2 Epimen Progr
‘sich wieder vom Tode e.’ iSv sich im Leben wiederfinden, wieder zu sich kommen [
Iph zu Thoas:] Sie [
Diana] .. hüllte rettend | In eine Wolke mich; in diesem Tempel | Erkannt’ ich mich zuerst vom Tode wieder GWBIph
2 429 6
(be)merken, (spontan) zur Kenntnis nehmen, gelegentl auch mit der Nuance (ver)spüren, empfinden; je mehrf ‘etw sogleich, leicht, beim ersten/flüchtigen (An)Blick e.’ [
betr G-s Singspiel ‘Die Fischerin’, das Lieder aus Herders ‘Volkslieder’-Sammlung enthält] Dieß kleine Stück gehört .. | Zur Hälfte dein, wie du bei’m ersten Blick | E. wirst GWB4,220 An Herder 3 so hatte er [
Lessing] sich .. in das Gefolge des Generals Tauentzien begeben. Man erkennt leicht, wie genanntes Stück [
‘Minna von Barnhelm’] zwischen Krieg und Frieden, Haß und Neigung erzeugt ist GWB27,107,15 DuW 7 Aber die Bande [
Hephästos’ Netz] | Schlangen sich über sie her .. | Sie erkannten [γίνωσκον
; Voß; merkten es] sogleich, es sey die Flucht nun unmöglich GWB5
2,386 Aus Odyssee 8 Vs 29 GWB37,316,14 Falconet GWBN6,119,14 BotanStudien
uö 7
kennenlernen, erkunden, mit etw bekannt od vertraut werden; einmal auch iSv bewußt erleben u erfahren daß du nicht etwa Leipzig zum Schluß [
der Reise] als eine Schnurre ablaufen lassest, sondern daß du daselbst auch dein .. Theil dahin nimmst, weil ich sowohl das Theater als anderes durch dein Medium e. möchte GWBB31,366 August 10.6.19 K [
betr G-s Lektüre von Leonhards ‘Charakteristik der Felsarten’] Von manchem erwarb ich mir schon früher unmittelbare Anschauung, anderes aber sondert sich ab, wornach ich mich noch umzuthun hätte; neue Namen werden erkannt, die Zweifel des Augenblicks sorgfältig bemerkt GWBN9,215,18 Rez: Leonhard Den neuen .. Ankömmling [
einen Sohn CarlAug-s] habe ich gesehen, er .. verspricht zu leben. Möge er wenn er einst die Welt erkennt sie lustiger finden als sie uns nun erscheint! ich bin zu alt ihn einzuführen GWBB19,200,1 CarlAug [25./26.12.06 Korr B30,267]
uö(sehr selten) 8
idVbdgn ‘zu e. geben, e. lassen’ a
intentionslos: offenbaren, hervortreten lassen, verdeutlichen, auch: auf etw hindeuten, etw anzeigen findet man .. sie [
die Gleichnisse in der ‘Ilias’] hier in ihrer ganzen Fülle .. so beschäftigen sie unsere Aufmerksamkeit und lassen nunmehr als Hauptsache ihren ganzen Werth e. GWB41
1,508,16 EntwEinl Ilias Ausz 1821 Clemens VII., von Cellini .. Sie [
die Medaille] ist verguldet und ob sie gleich dadurch .. an ihrer Schärfe verloren, so giebt sie .. genugsam das Verdienst des Künstlers zu e. GWBB23,250,28 DFriedländer 15.1.13 [
betr ‘Odysseus in der Unterwelt’] jene Gesellschaft vergeblich Bemühter [
wie Sisyphos u Tantalos], die uns eigentlich den Ort zu e. gibt, wo wir uns befinden GWB48,116,14 Polygnot GWB33,238,19 Camp
uö ‘sich zu e. geben als’: sich entpuppen, herausstellen, kenntlich werden od erweisen als [
eine vom Adressaten zugesandte ‘Jupiterbüste’] Die Herme wie sie vor uns steht, giebt sich als bärtiger Bacchus zu e. .. Sie ist ohne Hinterhaupt und war ursprünglich eine Doppelherme GWBB23,224,4 DFriedländer 4.1.13 GWBB47,21,27 ECotta 14.4.30 K b
idVbdg ‘(jdm) zu e. geben’: bewußt zum Ausdruck bringen, jdm zu verstehen geben, durchblicken lassen; öfter durch Mimik u Gestik, in schriftl Äußerungen überwiegend (abgeblaßt) iSv kundtun, jdm mitteilen, auch: (förml) aussagen wie ein anmaßlicher Politiker eine Zeitung faßt und durch das Zerknittern des Papiers schon im Voraus sein Urtheil über die Weltbegebenheiten zu e. gibt GWB20,268,22 Wv II 6 Bei dem erfreulichen Anbruche des 1757. Jahres | wolte Seinen | .. Gros Eltern | Die | Gesinnungen Kindlicher Hochachtung und Liebe | durch Folgende Segens Wünsche | zu e. geben GWB37,1 Neujahrswunsch 1757 Widm 8 die Feldmesser Rudolph und Ludwig, legten [
der Wegebaukommission] ihre Arbeiten vor und gaben auf Befragung zu e. ad 1. Das Fehlende .. würde sich sogleich erledigen A(Gr3,379) Protokoll 12.4.91 GWB29,24,5 DuW 16 GWBB1,206,13 FOeser 8.4.69 GWB32,235,26 ItR
uö(häufig) c
‘sich (jdm) zu e. geben (als)’: seine Identität enthüllen, sein Inkognito lüften; mehrf abgeschwächt iSv sagen, wer man ist, auch: sich jdm zeigen od vorstellen Priamos fragt, wer er sei? Hermes gibt sich für einen Myrmidonen aus .. gibt sich zu e. und entfernt sich GWB41
1,326,7 Ilias Ausz 24 [
betr Woltmanns anonyme Rez von DuW] will ich .. dem Verfasser .. danken, daß er sich mir zu e. gegeben GWBB25,241,12 Woltmann 31.3.15 Sie [
Angela] gab sich [
Wilh] als unmittelbare Gesellschafterinn Makariens zu e., ihn stellte sie vor als Physiker GWB25
2,53 Wj Var GWB39,360,26 Iph
1 III 1 = GWBIph
2 1022 GWB26,377,16 DuW Plp
uö B
(er)achten 1
befinden, (be)urteilen; überwiegend ‘e. als, für’ a
halten für, ansehen als; gelegentl zugl iSv entscheiden wie ich diesen eingeschlagnen Weeg für den besten erkenne A1,266,7 Votum 5.12.83 Ew. Wohlgeb. vor meiner Abreise noch ein freundliches Wort zu vermelden, erkenne als eine angenehme Pflicht GWBB23,315,6 Bertuch 16.4.13 [
betr Anfrage wegen einer Taufschale aus dem MA] Sollte für gut erkannt werden, dieses Denkmal mit entscheidender Erklärung zu den Acten der Societät zu bringen; so erbiete mich .. eine .. lithographische Nachbildung zu besorgen GWBB32,221,11 Büchler [1.4.]20 K GWB36,369,17 RedeEröffnBergbIlmenau 1784 GWB17,98,2 Vögel
uö b
(förml, feierl, offiziell) erklären (zu, für), bes mBez auf Preisaufgaben; auch refl indem sie [
die Freiheit] ihm andeutet, daß sein Tod den Provinzen die Freiheit verschaffen werde, erkennt sie ihn als Sieger und reicht ihm einen Lorbeerkranz GWB8,303,27 Egm V 4 Regiebem Diejenige [
Zeichnung], welche für die beste erkannt wird, erhält einen Preis von 20 .. Dukaten GWB47,48,5 PropylAnz Ew. Wohlgeboren muß noch ganz besonders mich verpflichtet e. für die Neigung, die Sie mir und meinem Thun zuwenden wollen GWBB33,67,6 Büchler 14.6.20 K [
für: prysen] GWBReinF X 90 GWB41
2,172,24 Plato Mitgenosse christl Offenb
uö rechtsspr: als Richter urteilen od befinden, entscheiden, insbes ‘jdn (einer Sache, für) schuldig e.’, einmal ‘über etw e.’; gelegentl iSv gerichtl festsetzen bittet unterschriebener .. daß .. nunmehro in der Sache gerechtest erkandt werden möge DjG
35,396,28 RAnw [2.10.75] [
Silva:] Kraft besonderer .. Gewalt .. E. wir, nach vorgängiger genauer gesetzlicher Untersuchung, Dich .. Egmont .. des Hochverraths schuldig, und sprechen das Urtheil GWB8,292,15 Egm V 4 uns ist schon .. von des Hrn. Burgermeisters Wohlgeb. dieselbe [
Geldschuld] zu befriedigen, bedeutet, in omnem eventum aber die Execution gegen uns erkannt werden wollen DjG
33,364,24 RAnw [26.10.72] GWB13
1,253,21 Götz
3 III 4 GWBReinF XI 55
uö c
zuerkennen, zusprechen [
Zeichnung] Perseus und Andromeda .. Hummeln .. war der Preis zu e.
1) GWB35,140,4 TuJ 2
anerkennen, achten a
akzeptieren, gelten lassen, überwiegend mBez auf Macht- u Rangverhältnisse od moral Instanzen [
Egm zu Clär:] Kette und Zeichen geben .. die edelsten Freiheiten. Ich erkenne auf Erden keinen Richter über meine Handlungen als den Großmeister des Ordens [
vom goldenen Vließ] GWB8,240,6 Egm III 2 [
Schlange zum Mann:] Leider nöthiget mich der Hunger, ich kann mir nicht helfen; | Noth erkennt kein Gebot [
Reinke de Vos: noet bryckt dat recht], und so besteht es zu Rechte GWBReinF IX 242 [
Haman zu Ahasverus:] Du kennst das Volk, das man die Juden nennt, | Das außer seinem Gott nie einen Herrn erkennt GWB16,21 JahrmPlund
2 269 GWBN1,297,11 FlD 741 GWB7,324,19 DivNot Plp
uö b
in seinem Wert (zu) schätzen (wissen), freudig begrüßen od gutheißen; gelegentl iSv (jdm) Sympathien entgegenbringen, mögen; öfter in Berührung mit A 3 [
Clär:] Egmont verurtheilt! .. Wäre Bosheit mächtig genug den allgemein Erkannten schnell zu stürzen? GWB8,284,8 Egm V 3 Ich komme mit allem .. gut zu Stande .. Daß du das Mögliche thust weiß ich und erkenn es, fahre so fort GWBB23,360,17 Christiane [6.]6.13 Können Sie mir vor dem Frost noch von gutem alten Franzwein etwas überschicken, so werde ich es dankbar e. GWBB17,206,16 Meyer 10.10.04 GWBB46,246,24 Reichel 18.2.30 K GWBB48,109,27 Mylius 3.2.31 K
uö(sehr häufig) c
bibl nach 1.Kor 8,3: ‘von Gott erkannt werden’ [
Exzerpt aus einer kath Bibel-Übs] Das Wissen bläset auf: | Aber die Lieb erbaut. | .. So aber jemand Gott liebet, | Derselbige wird von ihm erkannt GWB53,361,8 DivNachtr Das Wissen Doch das Wissen blähet auf. | .. Soll das Rechte zu dir ein, | Fühl’ in Gott was Rechts zu sein: | Wer von reiner Lieb’ entbrannt | Wird vom lieben Gott erkannt
2) GWB6,75 Div Märkte reizen 12 C
‘ein Weib, eine Frau, einen Mann e.’: mit einer Frau, einem Mann Geschlechtsverkehr haben3) die Arkadierin Auge .. hat unter allen Weibern, welche Herkules erkannt, den vaterähnlichsten Sohn geboren GWB48,93,24 Polygnot was heißt ewige Jugend anders als keinen Mann, keine Frau erkannt zu haben. Hier wäre .. die Unschuld. Eine Madonna, die Mutter und Jungfrau
4) zugleich ist, ist nichts Gespr(He2,849) Riemer 12.11.13
→ GWB
aberkennen GWB
anerkennen GWB
wieder- GWB
zu- GWB
unerkannt GWB
wohlerkannt Selbsterkennung GWB
Wiedererkennung Syn zu A
1—A
7
GWB
begreifen GWB
bemerken GWB
gewahren GWB
wahrnehmen zu A 1
GWB
auffassen GWB
aufnehmen GWB
empfangen GWB
empfinden zu A 1 b
GWB
anblicken GWB
bemerken GWB
betrachten GWB
entdecken GWB
erblicken GWB
schauen GWB
sehen GWB
vergegenwärtigen zu A 1 b α
GWB
erspähen GWB
gewahr(g. werden) zu A 1 b β GWB
anschauen GWB
beobachten GWB
beschauen GWB
einsehen zu A 1 b γ GWB
auffinden GWB
beachten GWB
bestimmen unterscheiden zu A 2 u 3 GWB
anschauen GWB
auffinden GWB
ausmachen GWB
ausmitteln GWB
betrachten GWB
beurteilen GWB
einsehen GWB
entdecken GWB
erblicken GWB
erdenken GWB
ergrübeln GWB
ergründen GWB
erklären GWB
ermessen GWB
herausfinden offenbaren vergegenwärtigen verstehen zu A 2 GWB
empfinden zu A 2 a nachempfinden zu A 2 b GWB
anerkennen GWB
bekennen GWB
eingestehen zu A 3 GWB
beschauen GWB
feststellen GWB
gewahr(g. werden) zu A 3 a GWB
aufklären GWB
auflösen GWB
ausmessen GWB
durchdenken GWB
durchdringen GWB
durchschauen GWB
enthüllen GWB
enträtseln schauen zu A 3 b GWB
aufdecken GWB
ausmitteln GWB
beobachten GWB
bestimmen GWB
durchfrschen GWB
einordnen GWB
erforschen GWB
ermitteln GWB
eruieren zu A 3 e GWB
empfinden zu A 3 e α GWB
aussinnen GWB
konzipieren zu A 3 e β GWB
deuten GWB
erforschen GWB
interpretieren nachempfinden rezipieren zu A 3 f h2nahn(d)en GWB
empfinden zu A 4 GWB
entnehmen zu A 4 a GWB
ableiten GWB
abnehmen GWB
folgern GWB
herleiten schließen zu A 4 b GWB
ersehen zu A 5 GWB
entdecken GWB
identifizieren zu A 5 a GWB
aufdecken GWB
durchschauen GWB
enthüllen GWB
entlarven GWB
enträtseln GWB
herausbringen sondieren zu A 5 b wiedererkennen zu A 6 h2nahn(d)en GWB
beachten GWB
bemerken GWB
empfinden GWB
fühlen GWB
gewahren GWB
Kenntnis(K. nehmenvon) (ver)spüren zu A 7 GWB
aufnehmen GWB
erkunden GWB
kennenlernen zu A 8 a u b GWB
ausdrücken, ausdrucken GWB
bedeuten GWB
bezeichnen GWB
hindeuten(h. auf) GWB
manifestieren verdeutlichen zu A 8 a GWB
anzeigen GWB
deuten(d. auf) GWB
hervortreten zu A 8 b GWB
andeuten verstehen(zu v.geben) zu A 8 c GWB
entdecken(sich e.) GWB
enthüllen(sich e.) vorstellen(sich jdmv.) zu B 1 a u b GWB
befinden zu B 1 a GWB
ansehen(a. als/für) GWB
auffassen GWB
erachten GWB
halten(h. für) nehmen(n. für) zu B 1 b GWB
entscheiden GWB
erklären(e. für) urteilen zu B 1 c zuerkennen zusprechen zu B 2 GWB
achten GWB
anerkennen zu B 2 a GWB
akzeptieren GWB
gelten(g. lassen) zu B 2 b GWB
begrüßen GWB
gutheißen respektieren schätzen würdigen zu C GWB
beschlafen 1) verkürzt statt ‘zuzuerkennen’? Vgl freilich DRWb3,213 (‘erkennen’ id Bed ‘jdm etw zusprechen’) 2) zu G-s Quelle (Olearius) vgl JA5,352; vgl auch Maier DivKomm,174ff 3) zur bibl Herkunft (nach hebr Urtext u gr bzw lat Übs) vgl Paul/Betz,176 sowie Trübner 2,226 4) vgl Matth 1,25Horst Fleig H.
F.