empfinden von 1200 Belegen ein Drittel in Punkt 4, zwei Fünftel in 3; öfter ‘das E.’, vereinzelt ‘der, die E-de’; häufig koordiniert mit ‘schauen, erleben, genießen’ uä, bei ‘erkennen, denken, einsehen’ meist komplementär u selten (4d) in Konkurrenz dazu. Das Gebrauchsprofil weithin in Übereinstimmung mit ‘Empfindung’ (zu wortartspezif Unterschieden s Vorbem dort): im natwiss Bereich (1) Studienschwerpunkt G-s bei Licht- u Farbreizen (meist in FlH, auch in botan Schr) sowie bei der späten Witterungslehre; frühes erkenntnistheoret Interesse an der sinnl-körperl Grundlage des bewußten Empfindens sowie an transzendentalphilos Begründungen (bei 2); bemerkenswert die Bedeutungsvielfalt für ästhetische Vorgehens- u Verstehensweisen (5) sowie für den Gebrauchsschwerpunkt der ‘empfindsamen’ Gefühls- u Seelenkultur (6b). G-s Distanzierung von der ‘Empfindsamkeitskrankheit’ (sd) schon in gelegentl krit Hieben gegen Eskapismus u Überfeinerung in den FGA-Rez sowie in den kleinen Dramen u Farcen, wie auch umgekehrt nach der exemplarischen satir Abrechnung im ‘Triumph der Empfindsamkeit’ (1777) noch ‘empfindsame’ Bekenntnisse zu finden sind, namentl gegenüb den großen Anregern Rousseau u Sterne 1
sinnlich wahrnehmen; als Organismus auf etw (körperl) ansprechen a
mit den Sinnesorganen aufnehmen, etw spüren, als spezif Sinnesreiz ausmachen, identifizieren; überwiegend mBez auf visuelle Eindrücke od Witterungsphänomene Die Witterung offenbart sich uns .. durch Wärme und Kälte, durch Feuchte und Trockne .. das alles e. wir unmittelbar, ohne weiteres Nachdenken und Untersuchen GWBN12,74,18 Witterungslehre 1825 hiebey eine .. Messerspitze Steinsalz .. wenn du davon den Geschmack auf deiner Zunge empfindest GWBB46,181,17 Zelter 16.12.29 Wenn aus dem Wald, von Stimmen oder Tritten | Den Schall mein lauschend Ohr empfand GWBB1,175,23 FOeser 6.11.68 das Licht kommt zum Auge von vielerlei Farben getränkt, aber nur diejenige, welche vorzüglich wirkt, wird empfunden [ποιοῦν τὴν αἴσθησιν] GWBN3,35,12 FlH I Theophr GWB33,76,12 Camp GWBN1,47,19 FlD 105 GWB31,205,24 ItR
uö als Synästhesie glaubte sie [
eine als Säugling Erblindete] Farben zu unterscheiden, an einem stärkern oder schwächern Wirbeln das sie an den Fingerspitzen empfand .. Bey’m Schwarzen empfand sie .. eine Art Wärme GWBN5
2,38,10f Plp b
etw körperl verspüren, erleiden od an sich bemerken; überwiegend vom gesundheitl Befinden u in Vbdgn wie ‘die Wirkung (von der Kur) e.’; einmal als ganzheitl (vitales) Gefühl Abends Promenade u.sw. nach Haus. Verkältung empfunden GWBTgb 31.8.18 Ein Frauenzimmer .. empfand .. einen heftigen Schmerz, wenn die obere Kinnlade unter dem linken Auge berührt wurde GWBN12,246 PathologPräparat traf sie .. in die Zimmer der Maserkranken und empfand sogleich die Folgen der Ansteckung GWB20,382,20 Wv II 15 da wir den vollkommensten Zustand der Gesundheit nur dadurch gewahr werden, daß wir die Theile unseres Ganzen nicht, sondern nur das Ganze e. GWBN6,296,19 PhysiolPfl GWBB28,190,3 Meyer 21.7.17 GWB27,186,14 DuW 8 GWBTgb 23.2.26
uö c
etw (am eigenen Leibe) zu spüren bekommen od erfahren; einmal absol; auch im Bild [
Übersetzungsübung] Wenn sie aber ungehorsam [und] faul sind, so e. sie [
sentiunt] meinen Zorn und die Ruthe als die beste Arzen[
e]y DjG
31,5,12 Labores juv [1757] [
Prometh zu Phileros:] Unbänd’ger .. | Ich halte dich! — An diesem Griff der starken Faust | Empfinde, wie erst Übelthat den Menschen faßt, | Und Übelthäter weise Macht sogleich ergreift GWBPand 432 [
Hirte zum Pferd:] Meine Sporen sollst du e. [
Reinke de Vos: schaltu volen de sporen] GWBReinF X 148 [
Görge:] Er soll mir kommen. (Dringt auf Schnaps ein.) .. Du sollst e.! GWB17,293,5 Bürggeneral 10 GWB18,106,9 Unterhaltungen GWBB44,157,22 Ottilie 27.6.28 K
uö d
abgeblaßt iSv bemerken, wahrnehmen die berühmte Zaberner Steige .. Schlangenweis .. führt eine Chaussee .. so leise bergauf, daß man es kaum empfindet GWB27,324,28 DuW 10 ihr Berliner euch dem Leviathan gleichstellt, welcher den Strom verschlingt .. schicke ich doch .. einen Bissen, und wenn ihr ihn auch im Schlunde nicht e. solltet GWBB33,322,10 Zelter 26.10.20 GWBB19,76,23 Cotta 25.11.05 2
allg als seelische Aktivität: im Sinn haben, bewußt od innerl beteiligt erleben, sich einer Sache oder seiner selbst bewußt sein; überwiegend negiert od eingeschränkt [
Lotte beim Tanz] sie ist so mit ganzem Herzen und mit ganzer Seele dabey, ihr ganzer Körper, eine Harmonie, so sorglos, so unbefangen, als wenn .. sie sonst nichts dächte, nichts empfände AA24,22 Werth I Die Feinde wichen seinem Arm .. | Doch er empfand von seinem Ruhme nichts [
insensible à sa gloire] GWB9,438 Tancred 1656 GWB21,298,15 Lj III 9 = ThS V 8
uö(selten) mBez auf best seelische Konfliktsituationen auch iSv Lebensregungen haben od (refl) sich als existent erleben [
Stella:] Wie ich nur noch e. kann! — Wie die schrecklichen Augenblicke mich nicht getödtet haben! — Es [
ihr totes Kind] lag vor mir! GWB11,151,7 Stella II [
Lila:] süßer Tod! komm .. | Ich schwinde, verschwinde, | Empfinde und finde | Mich kaum. | Ist das Leben? | Ist’s Traum? GWB12,57,17 Lila II 2 GWB20,221,18f Wv II 3
uö in Erörterung der (Un-)Abhängigkeit von der Sinneswahrnehmung [
G in seiner Wiedergabe von MMendelssohns Bearb von Platons ‘Phädon’] Kann die Seele ohne Sinn e.? Sie wird die erhabne, heilige, geistische Gefühle von Schönheit, Ordnung und also von Gott haben GWB37,103,28 Ephem Wir können uns vom Körper nicht trennen und der e-de, der denkende Theil in uns muß sich wohl mit den Eindrücken .. behelfen, wie sie der körperliche Theil ihm zubringt GWB45,369 Diderot,Malerei Plp
in Schellings transzendentalphilos Terminologie: als objektloses Erfahren der ‘Beschränktheit’ des ‘inneren Sinns’; auch in kategorialer Bestimmung durch die Reflexion GWBN13,451,3u12 u 454,10 Plp 3
best (stereotype) Gefühle od Stimmungen haben, von best (auch intellektuellen) Leidenschaften, Impulsen u Begierden erfaßt werden, sein, auf etw emotional reagieren; meist mit AkkObj: ‘Freude (üb etw), Langeweile, eine Art von Heimweh, (ein entschiedenes) Verlangen e.’, einmal ‘Methodenscheu e.’; auch ‘es/etw übel, unangenehm, schmerzlich e.’ uä Hilarie empfand auf einmal ein unwiderstehliches Verlangen .. die Wöchnerin zu begrüßen GWB24,327,25 Wj II 5 eine behagliche Stimmung .. die ich in Ihrer Gegenwart empfand GWB47,121,9 Samml 1 daß ich Seekazen seinen Kaffee .. auf die Schwelle setzte; da er denn von seiner Arbeit aufstehen .. mußte, welches er so übel empfand, daß er mir fast gram geworden wäre GWB26,141,10 DuW 3 einen bescheidnen iungen Mann [
Batsch], der innerlichen Trieb zu seiner Wissenschafft empfindet GWBB7,176,21 JFFritsch 4.2.86 GWBN3,229,1 FlH IV BacoVer GWBB10,126,6 Jacobi 18.11.93 GWB20,328,1 Wv II 10
uö(sehr häufig) von Liebesgefühlen, zärtl od sexuellen Regungen; öfter ‘für jdn e.’ od absol; mehrf mit der Nuance des Prüfenden, Sichvergewissernden [
Mutter zum Vater:] Wünschtest du nicht .. er möchte heiter und lebhaft | Für ein Mädchen e.? .. | .. er hat gefühlt und gewählt, und ist männlich entschieden GWBHermDor V 50 Laß nur für Eine dich entzünden, | .. Empfinde, Jüngling, und dann wähle | Ein Mädgen dir DjG
31,294 Der wahre Genuß 33 Erhabne Gros Mama! | Des Jahres erster Tag | Erweckt in meiner Brust ein zärtliches E., | Und heist mich ebenfals Sie ietzo anzubinden | Mit Versen GWB37,2 Neujahrswunsch 1757 Widm [
Alcest:] die iugendlichen Stunden, | Einst in Sophiens Arm. Ich hatte nichts empfunden, | Biss mir der Druck der Hand, ihr Blick, ihr Kuss entdeckt’, | Wie’s einem Neuling ist, wenn er die Wollust schmeckt DjG
31,324 Mitsch
1 180 GWBFaust I 3059 ~ GWBUrfaust 912 GWB9,318 Mahomet 936
uö(fast nur in der Dichtung) ‘Reue, etw als Pflicht, Respekt vor jdm, Ehrfurcht für jdn/etw e.’ uä; einmal ‘etw empfindet sich’ [
Briefschuld] Ihr Brief .. läßt mich eine Beschämung e., die mir noch peinlicher seyn müßte, wenn ich nicht leider .. schon abgehärtet wäre GWBB23,173,2 Eskeles [26.11.12] K daß man .. nicht genug Ehrfurcht für das, was uns von alter und neuerer Zeit übrig ist, e. kann GWBB9,7,10 Heyne 24.7.88 Erfüllte Pflicht empfindet sich immer noch als Schuld, weil man sich nie ganz genug gethan GWB42
2,178,11 MuR(522) GWB22,329,26 Lj VI GWBB34,41,11 Knebel 17.12.20
uö in förml, floskelhaften briefl Beteuerungen insbes der Dankbarkeit u Verehrung, öfter PartPrät attr (superl), auch iSv aufrichtig; in rhetorisch verhüllenden, umschreibenden Bekundungen der Verbundenheit [
betr Stielers G-Porträt] Für diese höchste abermals mir erwiesene Gunst mich zu dem empfundensten Dank bekennend GWBB44,123,22 Ludw I vBayern 27.5.28 K Der ich mit empfundenster Hochachtung mich zu unterzeichnen die Ehre habe GWBB26,347,23 Niebuhr 27.4.16 Das heutige Fest [
Geburtstag der Adressatin] erlaubt mir auszusprechen was ich alle Tage meines Lebens empfinde. Jedes Glück das Ew. Königlichen Hoheit widerfährt ist auch das meine GWBB29,33,10 Grhzgin Louise 30.1.18 K GWBB31,30,9 Uwarow 21.12.18
uö ‘sich (selbst) e.’: sich frei u selbstbewußt, stolz, in voller Kraft fühlen u erleben daß in einer großen Stadt, in einem weiten Kreis auch der Ärmste, der Geringste sich empfindet, und an einem kleinen Orte der Beste, der Reichste sich nicht fühlen, nicht Athem schöpfen kann GWB32,84,5 ItR GWB4,18 An Lord Byron 9 Gespr Eckerm 3.1.27
uö 4
etw auf best, emotional differenzierte Weise erfassen, gewahr werden, sich sensibel aneignen a
sich von etw berühren lassen, von etw beeindruckt od durchdrungen werden, etw Bestimmtes (undeutl) herausspüren od an sich erleben, insbes in Vbdgn wie ‘den Einfluß, die Einwirkungen e.’ Abschied aus Rom .. stand der volle Mond am klarsten Himmel, und ein Zauber .. so oft empfunden, ward nun auf’s eindringlichste fühlbar GWB32,336,5 ItR [
nach Vesuv-Besuch] Der herrlichste Sonnenuntergang .. doch konnte ich e., wie sinneverwirrend ein ungeheurer Gegensatz sich erweise. Das Schreckliche zum Schönen .. beides hebt einander auf GWB31,66,28 ItR noch zur Zeit habe ich wenig über Shakespearen gedacht; geahndet, empfunden wenns hoch kam GWB37,130,17 ShakespTag er sollte noch im Herbst seiner Jahre den Einfluß des Zeitgeistes e. und .. eine neue Jugend beginnen GWB36,336,10 Zu brüderlAndenkWielands 1813 GWB20,164,6 Wv I 16 GWBB42,57,7 Loos 14.2.27
uö(häufig) ‘die zart E-de’ für eine (hysterische) Gemütskranke Flüstern, Köpfezusammenstecken .. Die zart E-de ertrug das nicht. Sie entwich unter fürchterlichem Schreien GWB20,266,24 Wv II 6
mBez auf best emotionale Qualitäten der Farben (nach G-s Lehre von der ‘sinnlich-sittlichen Wirkung der Farbe’) daß die einzelnen Farben besondre Gemüthsstimmungen geben .. Diese einzelnen bedeutenden Wirkungen vollkommen zu e., muß man das Auge ganz mit einer Farbe umgeben GWBN1,309,9 FlD 763 Ich hatte die Ohnmacht des Blauen sehr deutlich empfunden, und seine unmittelbare Verwandtschaft mit dem Schwarzen bemerkt GWBN4,290,13 FlH VI Konfess dVerf GWBN5
2,196,5 Fl Plp b
Dasein, Anteilnahme eines göttl Wesens verspüren od gläubig (verzückt) erleben, erfahren1); öfter erotisch gefärbt; auch in theol-philos Kontroversen üb eine adäquate Erfahrbarkeit Den teleologischen Beweis vom Dasein Gottes hat die kritische Vernunft beseitigt .. Was aber nicht als Beweis gilt, soll uns als Gefühl gelten .. Sollten wir im Blitz, Donner und Sturm nicht die Nähe einer übergewaltigen Macht, in Blüthenduft .. nicht ein liebevoll sich annäherndes Wesen e. dürfen? GWB42
2,211,15 MuR(808) [
Mahomet:] unter jedem blühenden Baum begegnet er mir in der Wärme seiner Liebe .. er hat meine Brust geöffnet .. dass ich sein Nahen e. kann GWB39,190,22 MahometFragm [
zu Bettina, im erot Gleichnis:] Gott umfaßt die Welt, und ich bin der selige Gott, den es durchdringt, daß er von seiner Welt empfunden wird, wenn er sie umfaßt Gespr(He2,555) Bettina Aug 10 unsre Kirche hat sich nicht allein mit der reformirten gezankt, weil die zu wenig empfindet, sondern auch mit andern ehrlichen Leuten, weil sie zu viel empfanden GWB37,168,12f BriefPastors GWBFaust I 3435 ~ GWBUrfaust 1127 GWB43,364,8f Cell I 13
uö c
mitfühlend verstehen, jds Lage, Verhalten od (selten) Beweggründe nachvollziehen, auch iUz bloßem Vorstellen; öfter verstärkt in Vbdgn wie ‘es selbst, etw mit (jdm) e.’, ‘selbander e.’, auch in Betonung einer höheren Gemeinsamkeit [
Herm:] Wahrlich, dem ist kein Herz im ehernen Busen, der jetzo | Nicht die Noth der Menschen, der umgetriebnen, empfindet GWBHermDor IV 73 [
Alonzo:] Heut bin ich zu beneiden, | Wie’s kaum sich denken läßt. [
Lucinde:] Heut seid ihr zu beneiden, | Wie sich’s e. läßt GWB11,200 Claud
2 20 [
Arsir zu seiner Tochter:] wenn ich dein Unglück | Aus Irrthum selbst verschuldet, wenn ich’s ganz | Mit dir empfunden und getragen [
je les ai partagés] GWB9,440 Tancred 1703 [
Epimeth:] Wer von der Schönen zu scheiden verdammt ist .. | Fasse sie wieder! Empfindet selbander | Euer Besitzen und euren Verlust! GWBPand 773 GWBB34,201,10 Tischbein 21.4.21 GWBB40,205,7 Beust 28.12.25
uö(bes in Kondolenzbr) d
sich üb einen best Sachverhalt klar werden, etw in seiner Bedeutung begreifen, zu würdigen wissen; häufig als prakt Problembewußtsein u in Vbdgn wie ‘die Schwierigkeiten, den Umfang, Wert von etw, jds Verdienst e.’; auch in Konkurrenz zu ‘bemerken, einsehen, erkennen’, insbes als umfassendes od schlagartiges Gewahrwerden die Weimarische Pinakothek .. Die Schwierigkeiten eines solchen Unternehmens haben Sie selbst empfunden GWBB47,133,14 Quandt 7.7.30 Ich eilte nach Rudolstadt um die beiden Köpfe der Colossen von Monte Cavallo zu sehen .. mußte .. leider e. daß unser anschauendes Gedächtniß das Erhabene so wenig als das Schöne festzuhalten vermag GWBB28,282,19 Boisserée 17.10.17 [
Tasso üb Alphons:] Und so ist er mein Herr, und ich empfinde | Den ganzen Umfang dieses großen Worts Tasso 933 Wer ist der glücklichste Mensch? Der fremdes Verdienst zu e. | Weiß und am fremden Genuß sich wie am eignen zu freun GWB4,125 Wer ist 1 Hausgeschäfte .. Ottilie hatte schnell die ganze Ordnung eingesehen, ja was noch mehr ist, empfunden GWB20,66,6 Wv I 6 GWB28,275,6 DuW 14
uö in natwiss u -philos Erörterungen: theoret Möglichkeiten u Mängel (intuitiv) erfassen, methodisch-krit Gespür insbes für höhere Gesichtspunkte, Zusammenhänge u Erkenntnisprinzipien haben od entwickeln; einmal im Appell, die Bedeutung einer best Beobachtung nachzuvollziehen empfindet er, daß noch andre Arten von Erklärungen, Ableitungen möglich und zulässig wären GWBN3,324,15 FlH V Boyle eine reine methodische Analogie, wodurch Erfahrung erst belebt wird, indem das Abgesonderte .. verknüpft .. und das eigentliche Gesammtleben der Natur auch in der Wissenschaft nach und nach empfunden wird GWBN5
1,293,8 EntoptFarb 29 1820 Thierschädel [
Zeichnungen] .. An allen bemerke man den schweren und übermäßig breiten Hinterkiefer, und empfinde, wie die Begierde des Kauens und Wiederkauens da ihren Sitz hat GWB37,349,6 PhysiognFragm GWBN3,111,28 FlH II FarbBehandl dAlt GWBN13,40,34 Morph Plp
uö(überwiegend in natwiss Schr) iSv durch Nachsinnen (findig) herausbekommen, aushecken [
Meph zu den Teufeln:] Ihr wißt wie wir, in tiefverruchten Stunden, | Vernichtung sannen dem Geschlecht; | Das Schändlichste was wir empfunden [erfunden GWBFaust II 11691] | Ist ihrer Andacht ganz gerecht GWB15
2,160 Faust II Var 5
in ästhetischer Produktivität u Aneignung a
in künstlerischer Gestaltung u Anschauung nuanciert erfassen, inspiriert darstellen, schaffen; öfter in Vbdgn wie ‘sein Werk, einen best Kontrast, Charakter, eine Stellung (meisterhaft, fürtrefflich) e.’, auch ‘aus seinem innern Selbst e.’; mehrf ‘der e-de Künstler’, einmal als bes mimetisches Verhalten idVbdg ‘sich an den Gegenständen e.’ Schönheit .. Sie erscheint uns wie im Traum, wenn wir die Werke der großen Dichter und Mahler, kurz, aller e-den Künstler betrachten .. ein schwimmendes glänzendes Schattenbild GWBB1,238,16 Hetzler dJ 14.7.[70] K Geßners Figuren .. die edelsten, schönsten Formen; ihre Stellung so ausgedacht, so meisterhaft empfunden .. nach der Antike gewählt GWB37,286,19 FGA Geßner,Idyllen [
Muse:] dein Werk .. | Das du in deinen reinsten Stunden | Aus deinem innern Selbst empfunden, | Mit Maß und Weisheit durchgedacht GWB16,159 KünstlersApotheose 188 wenn wir uns früher an den Gegenständen empfanden, Freud’ und Leid .. auf sie übertrugen, wir nunmehr bei gebändigter Selbstigkeit ihnen .. Recht widerfahren lassen .. Jene Art des Anschauens gewährt der künstlerische Blick, diese eignet sich dem Naturforscher GWB35,244,18 TuJ 1806 GWB47,23,10 PropylEinl GWBB18,85,2 Meyer [Ende Jul 01 Korr SchrGG34,139] K Gespr(He3
1,362) ASchopenhauer 27.11.21
uö gelegentl (bes PartPrät attr) in Betonung der Beseeltheit u Gefühlstiefe eines Kunstwerks, insbes beim jungen G Ein Blatt .. von Caravaggio .. solch eine Seelenruhe durch eine dämmernde Haltung drüber gehaucht. Es ist das empfundenste Kunstwerk, das uns seit langer Zeit vor die Augen gekommen GWB38,348,8 FGA Kupferst Apostel [
Romane der Mutter der Adressatin] ihre so geist- und geschmackreichen als bis in’s Einzelne tief empfundenen Werke GWBB42,173,13 Hzgin Rauzan 30.4.27 K leicht verbindende Zwischenzüge .. bedeutende Transpositionen .. alles meisterhaft, geistreich und empfunden, alles zu Erwärmung des Gefühls, zu Aufklärung des Anschauens GWB41
2,256,13 Üb:Shakesp,Hamlet GWB38,355 FGA Kupferst Richter GWBB41,124,12 FJFrommann 20.8.26 K
uö in der schauspielerischen Belebung einer Rolle In der gefühlvollen Darstellung unsers Graff .. was er sprach, war empfunden und kam aus dem Innersten GWB40,64,17 Üb:Piccolom diese [
Odoards Kinder] .. sprachen falsch, keine Gebärde war mehr richtig, sie übertrieben wie Schauspieler die nichts e. GWB25
1,194,12 Wj III 10 GWB27,290,22 DuW 9 b
kunstverständig aufnehmen, die Schönheit, Bedeutung, Formgebung uä eines Werks innig, einfühlend erfassen u entfalten; einmal idVbdg ‘schön empfundenes Urteil’ (eines Kunstkritikers) Ich habe sie [
Iph] gestern der Angelika vorgelesen .. die gute Art wie sie das Gedicht empfand [
vgl Die zarte Seele Angelica nahm das Stück mit unglaublicher Innigkeit auf GWB30,267 ItR] GWBB8,204,10 ChStein 19.2.87 er [
Herder beim Vorlesen] wartete nicht ab, bis der Zuhörer einen gewissen Theil des Verlaufs .. gefaßt hätte, um richtig dabei e. und gehörig denken zu können GWB27,344,24 DuW 10 Ein echtes Kunstwerk bleibt, wie ein Naturwerk, für unsern Verstand immer unendlich; es wird angeschaut, empfunden; es wirkt, es kann aber nicht eigentlich erkannt .. werden GWB47,101,4 ÜbLaokoon [
Aquarelle] Die große Wahrheit, die treue Behandlung der Theile, die anmuthige Übereinstimmung des Ganzen, alles wurde [
in G-s Kreis] allgemein empfunden und sodann bemerkt GWBB45,282,13 Reutern 3.6.28 GWBB13,224,6 Schiller 21.7.98 GWBB1,208,21 FOeser 8.4.69 [
für: ressentir] GWB49
2,159,21 Von dtBaukunst 1823
uö im sinnl Nacherleben poetischer Darstellung Vor Sonnenaufgang aufgestanden. Vollkommene Klarheit des Thales. Der Ausdruck des Dichters: heilige Frühe ward empfunden GWBTgb 18.8.28 Der unterirdische Pilger | [
Volkslied] .. Müßte in Schächten, Stollen und auf Strecken gesungen und empfunden werden. Über der Erde wird’s einem zu dunkel dabei GWB40,349,5 Üb:Wunderhorn c
für natürl Schönheit od allg ästhet Reize empfänglich sein, sie bewundernd betrachten Menschen .. welche eine Landschaft ohne Gefühl ansehen können. Das kommt .. daher, daß sie weder die Schönheit der Natur e. noch die des Gemähldes, welches jene vorstellt GWB46,375,19 HackertNachtr GWB18,39,14 Aufgeregten II 4 GWBN5
1,12,21 BeitrOpt I 19
uö 6
auf charakteristische, individuell od kollektiv ausgeprägte Weise seelisch erleben a
in Vbdgn wie ‘jds Art zu e. (und zu denken)’, ‘jugendlich e.’: umfassend für die seelische Eigenart, Erlebnisfähigkeit od Mentalität; öfter subst ein solcher auf sich gestellter rücksichtsloser Mensch .. immerfort alles nur nach seiner eigenen Norm empfindet und aufnimmt GWB42
2,31,16 Üb:Hiller,Ged [
mBez auf eine von G erbetene ‘Geschichte Ihres bisherigen Lebens und Bestrebens’] mit freudiger Anerkennung Ihrer .. Darstellung Ihres E-s und Denkens GWBB33,170,9 Schubarth 22.8.20 die mittäglichen Völker sind reicher an Ideen, ausgesprochener und glühender in der Art zu e. [
sentir] GWB41
1,16,7 Übs:JvMüller,Friedr II [G/Riemer] GWBN5
1,6,22 BeitrOpt I 7 GWB37,274,13 FGA Charakteristik europNationen [G/Merck/Schlosser] GWB44,355,17 Cell Anh XII
uö b
‘empfindsam’ sein, sich den Normen der verfeinerten Gefühlskultur des 18. Jh gemäß verhalten, insbes in typischen2) Erscheinungsformen wie einer rasch wechselnden u erschütternden Emotionalität, dem gerührten Nachempfinden literarischer Situationen, dem Gemeinschaftserleben von Seelenfreunden; Betonung der Eigenständigkeit u Exklusivität in Vbdgn wie ‘der e-de Teil der Menschen, e-de Wesen’; einmal iSv sich rühren lassen Yorick empfand, und dieser [
Sternes dt Nachahmer JHSchummel] setzt sich hin zu e.; Yorick wird von seiner Laune ergriffen, weinte und lachte in einer Minute, und durch die Magie der Sympathie lachen und weinen wir mit GWB37,214,23 FGA EmpfindsameReisen [G?] nach Veway, ich konnte mich der Thränen nicht enthalten, wenn ich .. die ganze Pläzze vor mit hatte, die der ewig einsame Rousseau mit e-den Wesen bevölckerte [
Schauplätze der ‘Nouvelle Héloïse’] GWBB4,93,7 ChStein 23.10.79 Hätte L. für den e-den Theil der Menschen zu singen .. er hätte .. empfunden für alle. Die aus seinem Herzen strömende Kraft hätte alle mit fortgerissen GWB37,260,19u22 FGA Lavater,Aussichten daß in keiner einzigen dieser Idyllen die handlenden Personen wahres Interesse an und mit einander haben .. und wenn denn einmal zwei zusammen e., empfindet’s einer wie der andre GWB37,287,10 FGA Geßner,Idyllen Wenn das alles aufgeschrieben wäre .. was ich an Sie gedacht habe, da ich .. alle Abwechselungen eines herrlichen Sommertags .. genoß; Sie würden mancherley zu lesen haben, und manchmal e., und offt lachen GWBB1,235,7 Fabricius [?] 27.6.[70] K DjG
34,34 Empfunden! und gearbeitet! 1f
uö mit spezif, charakterist Obj Das Teleskop folgt hierbey. Es war eine Zeit, wo man den Mond nur e. wollte, jetzt will man ihn sehen GWBB15,54,12 Schiller 10.4.00
in (satir) Darstellungen einer falschen, gefühlsschwelgerischen Seelenhaltung, Bereitschaft zur Ergriffenheit, einmal idVbdg ‘unnennbare Empfindungen e.’ [
Andrason, nach Entdeckung der empfindsamen Bücher in der Puppe Mandandane:] möge die Kraft aller lügenhaften Träume auf dich herabsteigen! möge dein papiernes Herz .. so viel Kraft haben, den hoch und fein e-den Prinzen an sich zu ziehen GWB17,58,28 TriumphEmpfindsamk V [
Rosette zu Flavio:] Der Baronesse Günstling | Ist ein Poete [
von ihr ‘Immersüß’ genannt] .. | .. an ihm ist unerträglich | Daß alles auf ihn wirkt, wie er es nennt, | Daß er zu jeder Zeit empfindet. | .. Kein Baum darf unbewundert grünen oder blühen GWB12,231 UnglHausgenossen 166 GWB12,232 ebd 177
→ GWB
abempfinden GWB
aufempfinden GWB
durchempfinden GWB
herausempfinden GWB
hinempfinden GWB
hineinempfinden GWB
hinüberempfinden GWB
mit- GWB
nach- GWB
vor- GWB
voraus- GWB
Selbst- GWB
tiefempfindend GWB
wohlempfindend GWB
zartempfindend GWB
tiefempfunden GWB
unempfunden GWB
wohlempfunden GWB
Anempfinderin Syn GWB
aufnehmen GWB
bemerken GWB
fühlen GWB
gewahren GWB
(ver)spüren GWB
wahrnehmen zu 1 a
GWB
auffassen GWB
empfangen zu 2
GWB
bewußt(b. sein) zu 3 GWB
erleben zu 4 h2nahn(d)en GWB
apercevieren GWB
auffassen GWB
begreifen GWB
fassen GWB
gewahr(g. werden) GWB
herausfinden GWB
(ver)merken zu 4a
GWB
herausahnen GWB
herausfühlen zu 5b
GWB
aneignen(sich a.) GWB
zueignen(sich z.) 1) zur myst u (nur schwach dokumentierten) pietist Tradition des Worts s ALangen,Der Wortschatz des dt Pietismus, 1954,252f 2) vgl die einschlägigen Beitr in: Das weinende Saeculum, Hg. Arbeitsstelle 18.Jh,1983. — Ein Überblick in: Europäische Schlüsselwörter, 2,1964,167ffHorst Fleig H.
F.