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Campe
Anchors
19 in 19 Wb.
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8 von 16
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Finden trs, trs

Bd. 2, Sp. 80b
Finden, v. regelm. unlängst verg. Zeit, ich fand; gebundene Form, ich fände; Mittelw. d. verg. Zeit, gefunden; Befehlsw. finde. I) ntr. mit haben und meist mit der Fügung eines trs. auf seinem Wege gewahr werden, antreffen, besonders auf eine unerwartete, unbeabsichtigte Art. Ih fand überall, wo ich reisete, gut angebauete Äkker und schönes Getreide. »Ein Löwe fand den Propheten auf dem Wege.« 1 Kön. 13, 24. Jemand in einem traurigen Zustande, in einer gefährlichen Lage finden. Wie ich es gefunden habe (in welchem Zustande) so soll es auch bleiben. Wird der Zustand, in welchem man eine Person oder Sache antrifft, durch ein Aussagewort ausgedruckt, so wird dieses in der Mittelform der gegenwärtigen Zeit oder in der unbestimmten Form gesetzt. Ih fand ihn schlafend oder schlafen. Ih fand ihn lesend. Bei den Jägern findet der Hund, wenn er ein Wild auf der Spur hat und anschlägt. I engerer Bedeutung, von herrenlosen Dingen, über welche das Finden zugleich eine Art von Eigenthumsrecht giebt. Einen Schatz finden. Häufig wird es auch von Dingen, welche man verloren hat oder verloren glaubt und welche man sucht, gebraucht, in welchem Falle es auch nicht als ein wahres trs. betrachtet werden kann, da der Zufall dabei auch immer das Meiste thut. Das Verlorene ist noch nicht gefunden. Suchet, so werdet ihr finden. Ih kann nicht Worte finden, ihnen meine Empfindung zu schildern. Den rechten Weg finden. I engerer Bedeutung, in der Absicht suchen und finden, um zu strafen, sich zu rächen. Ih werde ihn schon zu finden wissen. Gott wird ihn finden. I weiterer und uneigentlicher Bedeutung wird finden gebraucht: 1) Für gewahr werden, antreffen überhaupt. Man findet überall gute und schlechte Menschen. »Die Demuth findet an jedem noch einen Vorzug, den sie nicht besitzet.« Gellert. »Der Menschenfreund schätzt die Verdienste, wo er sie findet.« Sonnenfels. Ih finde in dieser Schrift viele Unrichtigkeiten. 2) Für empfinden. Ih finde keinen Beruf dazu es zu thun. Nur hierin finde ich noch Trost. Ih finde es nicht so kalt, als ich geglaubt habe, daß es sei. Er aß und fand die Frucht vortrefflich von Geschmack. Ders. Vergnügen, Mißvergnügen  an etwas finden. Er findet am Wohlthun seine größte Freude. Ih finde keinen Geschmack daran, kein Wohlgefallen. 3) Für, nach vorhergegangener Prüfung, Erfahrung erkennen, empfinden, befinden. Ih habe gefunden, daß es wirklich so ist. »Wir werden stets finden, daß Gott es besser mit dem Menschen meinet, als es der Mensch mit sich meinen könne.« Gellert. Hast du das Herz, mit der du dich verbunden, Dem deinen gleich, der Liebe werth gefunden? Ders. Ehemahls sagte man auch ein Urtheil finden, fällen, daher man auch die Beisitzer eines Gerichtes Finder und Findungsleute nannte. Ih finde es so besser, oder für besser, ich bin der Meinung, ich urtheile, halte dafür, daß es so besser ist. »Man findet seine Blödigkeit angenehm.« Rabener. »Dann kann auch kein Engel unsre Verbindung sträflich finden.« Dusch. Sich beleidigt finden, urtheilen, glauben daß man beleidigt sei. Er findet sich dadurch geehrt und geschmeichelt. Sich willig finden lassen, bei dem Wunsche, der Bitte Anderer Willigkeit zeigen, den Suchenden erkennen lassen, daß man willig sei. 4) Bekommen, erhalten. Gnade bei jemand, oder vor jemand finden. Hülfe, Trost, Ruhe finden. Dies kann nicht Statt finden, dies geht nicht an, kann nicht gestattet werden. »Die Demuth kann nicht ohne Gefühl der Liebe des Schöpfers Statt finden,« ist ohne dasselbe nicht möglich. Gellert. »O du Einzige, in der alle meine besten Wünsche ihr Ende finden.« Dusch. Gut, sprach er, stecht nur immer kühn, Ir findet hier heut euer Grab. Gellert. Diese Nachricht findet keinen Glauben. Ungewöhnlich sind die Ausdrücke: »Das Herz finden,« Herz oder Muth bekommen. 2 Sam. 7, 27. »Gottes Erkenntniß finden.« Sprichw. 2, 5. »Die Gunst finden.« Sprichw. 3, 4. »Das Leben finden.« Sprichw. 8, 35. 5) Auffinden, erfinden, entdecken. Er weiß immer neue Lügen zu finden. Er hat Mittel gefunden, seine Absicht zu erreichen. Aus zwei Zahlen die dritte finden, herausbringen. Daher das Gefundene, die durch Rechnen gefundene Zahl (das Facit). II) rec. Sich finden. 1) Sich unvermuthet zeigen, gefunden werden. Das Verlorne hat sich gefunden. Der Vermißte hat sich wieder gefunden. I der größten Noth fand sich eine nahe Hülfe. Dann für treffen. Finden wir uns hier? 2) Entdeckt, wahrgenommen, erfunden werden. Beim Zählen fand sich, daß mehrere fehlten. Die Wahrheit wird sich finden. Es wird sich schon finden, es wird schon herauskommen  Zuweilen auch so viel als sich entwickeln, geschehen. Zu seiner Zeit wird sich's finden. Uneigentlich heißt es Hiob 21, 4. 6 »die Antwort findet sich unrecht.« 3) Sich in etwas finden, eine Sache nach ihren Gründen einsehen, auch sich darein fügen, danach bequemen. Er weiß sich in Alles gut zu finden! »Ih kann mich gar nicht mehr in ihr Bezeigen finden.« Gellert. Ih kann mich in diesen Beweis nicht finden. Sich in die Menschen zu finden wissen. Wirst du dich auch in dein Glück zu finden wissen. Sich in Zeit und Umstände finden. Sich zurecht finden (sich orientiren). 4) An einem Orte gegenwärtig sein, in einem gewissen Zustande sein und es bemerken. Es finden sich Liebhaber dazu. »Wir fanden uns auf einmahl zwischen Kornspeichern.« Hermes. »Der Eigensinn im Umgange der gemeiniglich den Stolz begleitet, findet sich an dem Demüthigen nicht.« Gellert. — Das Finden. Die Findung. S. d.
5476 Zeichen · 122 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    findensw. M.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    finden , sw. M. Vw.: s. vende (1)

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    findenst. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    finden , st. V. Vw.: s. vinden

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Finden

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Finden , verb. irreg. act. Imperf. ich fand; Conj. ich fände; Mittelw. gefunden; Imperat. finde. I. In eigentlicher und …

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    finden

    Goethe-Wörterbuch

    finden finite Formen auch synkopiert bzw apokopiert: 2.SgPräs ‘findst’ 4,203 Gehab’ dich wohl 6 39,142,25 Götz 1 V uö, 3…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Finden

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Finden , William und Edward , Kupfer- und Stahlstecher, Brüder, der erstere geb. 1787 in London, gest. daselbst 1852, de…

  6. modern
    Dialekt
    finden

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    finde n [fentə Str. Wörth Betschd. ; feə K. Z. Prinzh. Wh. Rauw. ] ; Part. gfunde n , gfunge n , gfung, fùng W. finden.…

  7. Sprichwörter
    Finden

    Wander (Sprichwörter)

    Finden 1. Dos fingt (findet) sich, sagt der Bauer. ( Görlitz. ) 2. Du findest nirgend cin'n, der nicht wollte klüger als…

  8. Spezial
    findenv

    Dt.-Russ. phil. Termini · +2 Parallelbelege

    finden , v находить/найти , гл

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit finden

33 Bildungen · 2 Erstglied · 25 Zweitglied · 6 Ableitungen

Zerlegung von finden 2 Komponenten

fin+den

finden setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

finden‑ als Erstglied (2 von 2)

findenisse

KöblerAfries

finde·nisse

findenisse , st. F. (jō) nhd. Erfindung ne. invention Vw.: s. in- Hw.: s. fundenisse; vgl. mhd. vintnisse Q.: W, AA 118 E.: s. finda, *-niss…

Findenswerth

Campe

finden·s·werth

Findenswerth , — er, — este , adj . u. adv . werth, daß man es finde. »Leibnitz findet es sogar findenswerth , daß Christus (Kristus) im Zei…

finden als Zweitglied (25 von 25)

pfinden

KöblerMhd

*pfinden , sw. V. Vw.: s. en- E.: s. vinden W.: nhd. DW-

abfinden

DWB

abfinden , pacisci cum aliquo, einen befriedigen, zufrieden stellen: seine gläubiger abfinden; einen mit hundert thalern abfinden; doch gabs…

Affinden

Wander

affin·den

Affinden Ik hebb mi mit em affunden. – Dähnert, 4 b . Ich hab' mich mit ihm abgefunden, ich habe ihm seine Forderung bezahlt, auch: ich hab'…

aufbefinden

DWB

auf·befinden

aufbefinden , n. habitus, status, valetudo: ich habe B. gebeten, dasz er von meinem aufbefinden ihnen mündlich nachricht geben möchte. Raben…

auffinden

DWB

auf·finden

auffinden , adinvenire: wo sichs versteckte, wust ers aufzufinden. Göthe; er zerarbeitete sich den kopf, um etwas aufzufinden, das er lernen…

ausfinden

DWB

aus·finden

ausfinden , invenire, reperire, herausfinden, nnl. uitvinden: bis ich deines worts geheimnus recht ausfind. Weckherlin 261 ; und so entdeck …

befinden

DWB

befinden , n. conditio, status: wie ist dein befinden? mein befinden ist gut, schlecht; nach befinden der sache, der umstände; nach meinem b…

einfinden

DWB

ein·finden

einfinden , sich, praesto esse, convenire in unum, sich einstellen, an den bestimmten ort, zur gesetzten stunde, ein gefüges, der ältern spr…

empfinden

DWB

empfinden , sentire, percipere, ahd. infindan, mhd. enphinden ( wb. 3, 319 b ), alts. antfindan, ags. onfindan; kein goth. andfinþan, kein n…

enpfinden

KöblerMhd

enpfinden , st. N. nhd. „Empfinden“, Empfindung, Wahrnehmung, Wahrnehmungsvermögen Q.: HvNst, EckhV, Gnadenl (FB enphinden), Berth (um 1275)…

entfinden

DWB

ent·finden

entfinden , was empfinden: das ist ungewonlich speis essen, so man etwan speis macht alein dasz sie seltsam seind, als oliven, da nichts guo…

erfinden

DWB

erfinden , invenire, reperire, ahd. arfindan, irfindan, mhd. ervinden, ags. âfindan. 1 1) unterschied zwischen entdecken und erfinden sp. 50…

gutbefinden

DWB

gut·befinden

gutbefinden , vb. , gelegentliche zusammenrückung aus der formel etw. für gut befinden ( vgl. sp. 1240), wohl unter einflusz des subst. gutb…

gutfinden

DWB

gut·finden

gutfinden , n. , substantivierung des vorigen, im 17. jh. aufkommend, vgl. gutbefinden , n.; als ' das, was geziemend, rätlich, passend ersc…

hinausfinden

RDWB1

hinaus·finden

hinausfinden ich finde schon allein hinaus - я сам найду дорогу, я сам найду выход, не трудитесь меня провожать

Mitfinden

Wander

mit·finden

Mitfinden Mitgefunden, mitgebunden; mitgefangen, mitgehangen. – Gartenlaube, 1860, 179 a .

nachempfinden

DWB

nach·empfinden

nachempfinden , verb. nachfühlen. 1 1) intransitiv mit dativ: der gute mann! wie ich ihm nachempfinden kann! Chr. Stolberg 1, 80 . 2 2) tran…

nacherfinden

DWB

nacher·finden

nacherfinden , verb. dieselbe erfindung nach einem andern machen: der wissenschaftslehrer sei der künstler, der das kunstwerk des bewusztsei…

Schatzfinden

DRW

schatz·finden

Schatzfinden, n. Aufspüren eines Schatzes (IV) vgl. Schatzgraben des landes fürsten regalia bei der stadt L. sind collaturen, fundationes un…

stattfinden

Pfeifer_etym

statt·finden

Statt f. ‘Ort, Platz, Stelle’. Die mit dem Suffix ie. -ti- gebildeten i-Stämme ahd. stat f. (8. Jh., in den flektierten Kasus steti), mhd. s…

vorfinden

DWB

vor·finden

vorfinden , verb. , erst dem nhd. angehörig: vorfinden et fürfinden, offendere, deprehendere, reperire, praesentem et adstantem videre Stiel…

wi(e)derfinden

DWB

wieder·finden

wi(e)derfinden , vb. , unfeste zss. zu finden teil 3, 1641. einen verlorenen gegenstand finden, zurückerlangen; etwas an anderer stelle, in …

wohlbefinden

DWB

wohl·befinden

wohlbefinden , n. , substantivierter inf., seit dem 18. jh. viel gebraucht, besonders in mündlichen und brieflichen höflichkeitsformeln. la …

zurechtfinden

DWB

zurecht·finden

zurechtfinden , v. , regelmäszig als refl. vom finden des rechten wegs bis zu dem des rechten thuns, verhaltens, denkens: so kan er sich dur…

zurückfinden

DWB

zurueck·finden

-finden , v. : warte, warte, ob ob ich den faden z. kann Lessing 3, 381 M.; so wird er sich bald auf den rechten weg z. Göthe 25, 30 W.; das…

Ableitungen von finden (6 von 6)

befinden

DWB

befinden , n. conditio, status: wie ist dein befinden? mein befinden ist gut, schlecht; nach befinden der sache, der umstände; nach meinem b…

empfinden

DWB

empfinden , sentire, percipere, ahd. infindan, mhd. enphinden ( wb. 3, 319 b ), alts. antfindan, ags. onfindan; kein goth. andfinþan, kein n…

entfinden

DWB

entfinden , was empfinden: das ist ungewonlich speis essen, so man etwan speis macht alein dasz sie seltsam seind, als oliven, da nichts guo…

erfinden

DWB

erfinden , invenire, reperire, ahd. arfindan, irfindan, mhd. ervinden, ags. âfindan. 1 1) unterschied zwischen entdecken und erfinden sp. 50…

gefinden

DWB

gefinden , verstärktes finden: thu fleisz, ob du mögest gefinden, das er sei mein bruder. A. v. Eybe Menächmi 105 b ; s. sp. 1614.

verfinden

ElsWB

verfinde n [fərfentə Su. Str. Ingenh. ; fərfntə Dunzenh. ; fərfintə Gimbr. ] verfeinden; refl. Feinde bekommen durch irgend etwas. I ch ver…