Empfindung von 920 Belegen üb die Hälfte in 3, iUz ‘empfinden’(sd) nur knapp ein Zehntel in 4, dafür die ästhetische Verwendung (5) stärker belegt u mit eigenen Bedeutungsnuancen; reicher differenziert auch Punkt 7, insbes mBez auf das ‘empfindsame’ Verhalten (b). — In den Bed 1—5 dominiert der Akt des Empfindens, gelegentl Akzentuierung des empfundenen Inhalts (bes bei 2 u 4), außer 6 u 7 selten als Vermögen od Fähigkeit zu empfinden 1
Wahrnehmung sinnl od körperlich-vitaler Phänomene und Befindlichkeiten a
Verspüren, (unterscheidendes) Gewahrwerden von Sinnesreizen u -qualitäten, mehrf in Betonung der durch das Organ (insbes Auge) geleisteten Vermittlung; meist in der Farbenlehre Auf dem Rückweg nach Sonnenuntergang E. einer starken anwehenden Wärme an gewissen Stellen GWBTgb 12.8.07 Die Farben, die wir an den Körpern erblicken, sind nicht etwa dem Auge ein völlig Fremdes, wodurch es erst zu dieser E. gleichsam gestempelt würde .. Dieses Organ ist immer in der Disposition, selbst Farben hervorzubringen GWBN1,308,11 FlD 760 Das Licht, indem es von einem Körper zurückscheint, wird gemäßigt .. erregt die E. der gelben und ferner der rothen Farbe GWBN1,160,3 FlD 381 Newton behauptet, in dem weißen farblosen Lichte .. seien mehrere farbige (die E. der Farbe erregende), verschiedene Lichter wirklich enthalten, deren Zusammensetzung das weiße Licht (die E. des weißen Lichts) hervorbringe GWBN2,8,21 FlP 17 [
für: sensation] GWBN2,209,22 FlP 456 Gespr(He2,166) Riemer Dez 06 [
für: αἰσθητῶς] GWBN3,35,9 FlH I Theophr
uö als umfassendes, die Einzeleindrücke vereinendes Gefühl eines Fluidums, einer best Atmosphäre Jahres- und Tageszeiten gelingen dem Verfasser besonders .. Nicht allein das Sichtbare daran, sondern das Hörbare, Riechbare, Greifbare und die aus allen sinnlichen Eindrücken zusammen entspringende E. weiß er sich zuzueignen GWB40,300,5 Üb:Hebel,Ged b
Gefühl der körperl(-seel) Verfassung od Gestimmtheit, Verspüren einer best körperl Anwandlung od Begierde; auch für ein best Bewegungsgefühl [
Kur in Eger] ich finde mich viel leichter und heiterer als vor vier Wochen. Möge uns diese E. durch den Winter begleiten GWBB35,324 August 26./27.8.21 K Var Der Cörper .. fühlt eine angenehme E., wenn er im Tanze sich nach gewissen Gesetzen dreht. Diese E. sollte ein Blinder haben der durch ein wohlgebautes Haus geführt würde GWB47,328,3f Baukunst 1795 Plp zum Appetit .. zu der E. [
la sensation], die mir immer gegenwärtig ist GWB45,147,28 RamNeffe Mich aber befiel abermals die unangenehme E. der Seekrankheit GWB31,223,14 ItR GWB22,211,3 Lj V 13 GWB24,277,9 Wj II 3
uö(selten) 2
allg: mentale, seelisch-bewußte Reaktion u Vergegenwärtigung; negiert auch iSv ohne Bewußtsein, leblos [
Erdbeben von Lissabon] Sechzigtausend Menschen .. gehen mit einander zu Grunde, und der glücklichste darunter ist der zu nennen, dem keine E., keine Besinnung über das Unglück mehr gestattet ist GWB26,42,8 DuW 1 [
Sperata] genoß nur wenige Speisen, und ihr Geist machte sich nach und nach auch von den Banden des Körpers los. Auch fand man sie zuletzt unvermuthet erblaßt und ohne E., sie .. war, was wir todt nennen GWB23,280,19 Lj VIII 9
im Kant- u Schellingexzerpt für fundamentale (hinsichtl der Objektivierung unterschiedl beurteilte) Wahrnehmungsmodi [
Ausz aus KrV] Alle Anschauungen sind extensive Größen. | Anticipationen der Wahrnehmung | Princip. In allen Erscheinungen hat das Reale, was ein Gegenstand der E. ist, eine intensive Größe,
d. i. einen Grad GWBN13,463,8 Plp [
Schema nach ‘System des transzendentalen Idealismus’, 1800] Selbanschauung potentirt. 1. Des sich selbst begränzens. 2. Anschauen der Begränztheit. blos empfindend. Kennt kein Objeckt. ist bloß E. der Beschräncktheit GWBN13,451,4 Plp 3
Gefühl, Regung, Leidenschaft, Gemütsbewegung od Stimmung; bes in Br oft in Vbdgn wie ‘(jdm) eine vergnügliche, verdrießliche E. erregen, geben, machen’, fast nur in der Dichtung ‘seinen (eigenen) E-en nachhängen’, ‘sich einer E. ergeben’ uä; auffällig oft in der floskelhaften Vbdg ‘(un)angenehme E.’ [
üb ‘De l’influence des passions ..’ von FrvStaël] man sieht eine sehr leidenschaftliche Natur, die .. von den Leidenschaften schreibt und das Gewebe der menschlichen E-en und Gesinnungen trefflich übersieht GWBB11,275,4 Meyer 5.12.96 Wie [
beim Menschen] über den Kiefern alle E-en auf- und absteigen und sich auf den Lippen versammeln! GWB37,346,25 PhysiognFragm [
Wilh üb seine Puppen:] mit welcher überirdischen E. entdeckte ich, daß darin [
in Kästen der Speisekammer] meine Helden- und Freudenwelt auf einander gepackt sei? GWB21,23,3 Lj I 5 ~ GWB51,17,3 ThS I 5 Verzeihung .. Es ist mir unerträglich dir auch nur im geringsten eine unangenehme E. zu machen GWBB6,88,15 ChStein 10.11.82 eins der Grimmischen Kindermährchen [
‘Von einem, der auszog ..’] .. der naturfeste Bauerjunge, der immer von Schaudern .. hört .. neugierig, was denn das eigentlich für eine E. sei GWB42
2,89,26 Üb:Scott,Supernatural GWB20,195,25 Wv I 18 GWBB1,211,12 KSchönkopf 1.6.69
uö(sehr häufig) Neigung, Liebesleidenschaft, sinnl Erregung; öfter ‘die heißeste, zärtlichste, süßeste E.’, mehrf ‘E.(-en) für jdn’, einmal ‘E. an jdm’ für Werthers Liebe Friedrickens Reden .. hatten nichts Mondscheinhaftes .. es war nichts darin was eine E. angedeutet oder erweckt hätte, nur bezogen sich ihre Äußerungen mehr als bisher auf mich GWB27,355,12 DuW 10 Konnt ich dafür, daß .. eine Leidenschaft in dem armen Herzen [
Leonore] sich bildete! Und doch .. Hab ich nicht ihre E-en genährt? AA3,13 Werth I [
Merkulo:] die zärtlichste E. in einer Laube wird oft durch eine herabfahrende Spinne gestört GWB17,19,7 TriumphEmpfindsamk II Ich habe so viel und die E. an ihr verschlingt alles, ich habe so viel und ohne sie wird mir alles zu nichts AA102,26 Werth
2 II GWB51,244,5 ThS III 9 GWB22,217,3 Lj V 13 GWB28,211,5 DuW 13
uö(fast nur in der Dichtung) unter oft erörterten Aspekten wie Verworrenheit u Mischung von Gefühlen, Wiederaufleben u Verblassen So fuhr sie fort den Vater .. zu loben, und eine sehr gemischte E. von Zufriedenheit und Eifersucht in dem Herzen des jungen Mannes hervorzubringen GWB24,288,13 Wj II 3 [
Ottilie] glaubte die Stimme des Gehülfen aus der Pension zu hören. Eine wunderliche E. ergriff sie .. Wie im zackigen Blitz fuhr die Reihe ihrer Freuden und Leiden schnell vor ihrer Seele vorbei GWB20,274,17 Wv II 6 GWB20,351,19 Wv II 12
uö moral Gefühl, Gewahrwerden des ethisch od sozial Gebotenen, auch als Bestrebung; öfter in Qualifikationen wie ‘die höchste, eine edle E.’, einmal ‘jds innere E.’ iSv Stimme des Gewissens Eine richtige E. legte ihm auf, den Oheim so wie die Nichte zu unterhalten GWB47,158,5 Samml 5 die edelste von unsern E-en, die Hoffnung, auch dann zu bleiben, wenn das Schicksal uns zur allgemeinen Nonexistenz zurückgeführt zu haben scheint GWB37,129,3 ShakespTag Wilhelm stand ganz erstaunt, denn seiner E. nach war er eigentlich der beleidigte Theil; er hatte sich zu beschweren ..! GWB52,14,1 ThS IV 2 [
nach dem Diebstahl] Je mehr ihm seine innere E. widersprach, desto mehr häufte Ferdinand künstliche Argumente auf einander GWB18,200,26 Unterhaltungen GWB18,208,11 Unterhaltungen GWBB28,308,3 Rochlitz 24.11.17
uö Gefühl des Erhabenen Mir machte der Zug durch diese Enge [
Gebirgspaß] eine große ruhige E. Das Erhabene gibt der Seele die schöne Ruhe, sie wird ganz dadurch ausgefüllt, fühlt sich so groß als sie sein kann GWB19,224,13 BrSchweiz II = GWBB4,70,21 ChStein 3.10.[79] Der Audienzsaal des Rathhauses [
in Padua] .. daß der ungeheure überwölbte Raum eine eigene E. gibt. Er ist ein abgeschlossenes Unendliches .. drängt uns, auf die gelindeste Weise, in uns selbst zurück GWB30,93,7 ItR GWB37,145,9 Von dtBaukunst 1773
uö 4
sensible, nuancierte Erfahrung od Vergegenwärtigung komplexer Bezüge u Sachverhalte a
(noch undeutl, unreflektierte) Vorstellung od Auffassung, Anmutung, Eindruck, bes ‘dunkle, unwillkürliche, natürliche E.(-en)’; gelegentl iSv (spontane) Überzeugung, Gewißheit, Ansicht wenn sie [
die Philosophie] .. unsere ursprüngliche E. als seyen wir mit der Natur eins, erhöht, sichert und in ein tiefes, ruhiges Anschauen verwandelt .. ist sie mir willkommen GWBB15,280,25 Jacobi 23.11.01 wenn wir uns dem Alterthum gegenüber stellen .. so gewinnen wir die E., als ob wir erst eigentlich zu Menschen würden GWB42
2,190,21 MuR(660) die gelbe Farbe .. Durch eine geringe .. Bewegung wird der schöne Eindruck des Feuers und Goldes in die E. des Kothigen verwandelt, und die Farbe der Ehre und Wonne zur Farbe der Schande GWBN1,312,2 FlD 771 die dunkeln E-en und Ahnungen des unendlichen Zusammenhangs der Geister- und Körperwelt (Mystik) Gespr(He2,272) Riemer 6.12.07 GWB4,66 Erst Empfindung, dann Gedanken 1
uö(selten) b
gläubiges, andächtiges, ehrfürchtiges Gefühl od relig Erlebnis; vereinzelt als Begeisterung, Erweckung, Inbrunst, insbes beim Phänomen des Zungenredens; öfter pl; auch in Spezifizierungen wie ‘religiose, göttlichste E.(-en)’ in dem Augenblicke wußte ich, was Glauben war .. Bei diesen E-en verlassen uns die Worte .. sie waren ganz ohne Phantasie, ohne Bild, und gaben doch eben die Gewißheit eines Gegenstandes, auf den sie sich bezogen, als die Einbildungskraft, indem sie uns die Züge eines abwesenden Geliebten vormahlt GWB22,317,3 Lj VI SchöneSeele Luther hatte die Schwärmerei zur E. gemacht, Calvin machte die E. zu Verstand GWB37,164,4f BriefPastors Der verheißene Geist erfüllt die .. Jünger mit der Kraft seiner Weisheit. Die göttlichste E. strömt aus der Seel’ in die Zunge GWB37,187,1 Zwo biblFragen GWB37,189,10 ebd GWB39,190,3 MahometFragm GWBN5
2,235,16 Fl Plp
uö c
für Anteilnahme Ich freue mich sehr Ihrer Theilnahme an meinen Arbeiten und kann versichern daß die E. wechselseitig ist GWBB12,379,15 AWSchlegel 16.12.97 d
(sachl) Einsicht, annähernd genaue Kenntnis od gedankl Vorstellung, insbes ‘deutliche, nähere E.’ Der erste moralische Blick in die Welt so wenig als der erste phisikalische bringt unserm Kopf oder unserm Herzen eine deutliche E. .. nur sehr lange hernach lernt man erkennen was man sieht GWBB1,248,15 Hetzler dÄ 28.9.[70] K [
betr Steuereinziehungen] die Cammer .. gleichfalls die nähere E. hat was es heisst vor eine Casse zu stehn und wie sehr man sich vor einer ieden neuen Einrichtung bei einer solchen zu hüten hat A1,78,27 Ausarbeitg übSteuereinziehg [11.6./3.7.79] GWB22,74,6 Lj IV 13 ~ GWB52,232,14 ThS VI 8
uö(selten) 5
im ästhetischen Bereich a
schöpferisch sich verwirklichende künstlerische Wahrnehmung u Vorstellung, Inspiration; vereinzelt ‘malerische, bildende E.’ od (mBez auf die charakteristisch prägende Gestaltung) ‘Eine E.’ Ösers tiefe E., die im Portrait mehr den Charakter als den Menschen bildet GWB38,387,17 FGA Kupferst Schubart Ich saß [
Kinder zeichnend] ganz in mahlerische E-en [E. Werth
2] vertieft .. auf meinem Pfluge wohl zwey Stunden AA14,21 Werth
1 I Alles was du denkst und sinnest, | Was du der Natur und Kunst | Mit E. abgewinnest, | Druckst du aus durch Musengunst GWB2,160 Alles was 3 zog sie [
Aurelie] .. alle Schleusen ihres individuellen Kummers auf .. eine Darstellung, wie sie sich kein Dichter in dem ersten Feuer der E. hätte denken können GWB22,252,3 Lj V 16 laßt diese Bildnerei [
der Wilden] aus den willkürlichsten Formen bestehen, sie wird ohne Gestaltsverhältniß zusammenstimmen, denn Eine E. schuf sie zum charakteristischen Ganzen GWB37,149,7 Von dtBaukunst 1773 GWBB2,175,14 Schönborn 10.6.[74]
uö bei der schauspielerischen od musikal Darbietung: beseelender, dem Werk angemessener Ausdruck, getreue Auffassung; auch in Kritik einer falschen, ausdrucks- u wirkungsbetonenden Tendenz in der bildKunst [
Serlo zu Wilh:] Lassen Sie uns .. ja nicht zu sehr auf Geist und E. dringen! Das sicherste Mittel ist, wenn wir [
den Schauspielern] .. den Sinn des Buchstaben erklären .. Wer Anlage hat, eilt alsdann selbst dem geistreichen und empfindungsvollen Ausdrucke entgegen GWB22,181,15 Lj V 7 und so führten beide [
Charlotte u der Hauptmann] mit E., Behagen und Freiheit, eins der schwersten Musikstücke zusammen auf GWB20,93,28 Wv I 8 feine Talente, nur sind sie auf dem sentimental-theatralen Wege .. wenn man E. statt der Anschauung geben will und eine fremde Kunst zum Muster .. macht GWB48,22,21 Kunst inDeutschld GWB22,239,19 Lj V 16
uö b
im Kunstwerk wirkendes, es belebendes emotionales Element od Moment, (dominierende) Stimmung od Gefühlslage zu deinen Ausarbeitungen .. Geschichte des Mr. Ruse .. eine nackte Erzählung ohne E. .. die ich .. nicht recht begreifen kann GWBB1,111,5 Cornelia [12.]10.67 ein dramatisches Werk .. Am Ende soll die E., in der Mitte die Vernunft, am Anfange der Verstand vorwalten und alles gleichmäßig durch eine lebhafte Einbildungskraft vorgetragen werden GWBB40,167,10 Elsholtz 11.12.25 ~ GWB42
2,251,2 MuR(652) sprang er auf und rief: Das Lied [
‘Des Jägers Abendlied’ von Reichardt] singst du schlecht! .. Der erste Vers sowie der dritte müssen markig .. vorgetragen werden, der zweite .. weicher; denn da tritt eine andere E. ein Gespr(Bi2,294) EGenast [Jan 15] GWBB11,13,15 Wranitzky [24.1.96] GWB24,260,7 Wj II 3
uö c
in ästhetischer Rezeption: Gefühls-, Erlebniseindruck, Regung, auch Phantasievorstellung, Assoziation; überwiegend pl; oft in Erörterung der stimulierenden Kraft, Verbindlichkeit u des Realitätsbezugs dieser Eindrücke Je schönere Formen nun der Künstler den Figuren gibt, je edler und zarter er ihre Gefühle zu halten versteht, desto .. schönere E-en wird er in uns erregen GWB48,224,1 Zur Preisverteilg 1799 hat die bildende Kunst den großen Vortheil, daß sie .. uns zu sich herannöthiget, ohne unsere E-en heftig anzuregen .. Ein Gedicht dagegen macht einen weit vageren Eindruck, es erregt die E-en und bey Jedem andere, nach der Natur und Fähigkeit des Hörers Gespr Eckerm 5.7.27 [
Shakespeare-Lektüre] So saß Wilhelm, und mit unbekannter Bewegung wurden tausend E-en und Fähigkeiten in ihm rege, von denen er keinen Begriff und keine Ahnung gehabt hatte GWB21,299,1 Lj III 9 ~ ThS V 8 GWB22,189,3 Lj V 9 GWB37,131,21 ShakespTag
uö Sg: (charakterist) Gesamteindruck, Stimmung od (gattungsspezif) Illusion, auch das gedämpfte ästhetische Wohlgefallen wenn das leidige Ungeheuer [
Schauspieler Bendel] .. durch Mißtöne und Mißgebärden das Publicum aus der Harmonie der E. herausnöthigen würde GWB52,18,12 ThS IV 3 [
Anwalt:] Sie möchten also die E., in welche Sie durch eine Oper versetzt werden, nicht gerne Täuschung nennen? [
Zuschauer:] Nicht gern, und doch ist es eine Art derselben GWB47,260,24 ÜbWahrh u Wahrscheinlichk dKunstwerke die Gruppe des Laokoon .. ein Muster .. von .. Gegensätzen und Stufengängen, die .. bei dem hohen Pathos der Vorstellung eine angenehme E. erregen und den Sturm der Leidenschaft durch Anmuth und Schönheit mildern GWB47,105,7 ÜbLaokoon GWB47,163,3 Samml 5 GWB27,341,23 DuW 10
uö kunstkrit Gefühl, Überzeugung od Auffassung, vereinzelt pl für jds Ansichten; als prononciertes Urteil insbes ‘nach meiner E.’, ‘meine E.(-en) darüber’ durch den Zug der Kraniche würde alles ganz in’s Natürliche gespielt und nach meiner E. die Wirkung erhöht GWBB12,260,4 Schiller 22.8.97 [
Übersendung des ‘Götz’] keine Rechenschaft geb’ ich Ihnen .. von meiner Arbeit, noch sag’ ich Ihnen meine jetzige E-en darüber GWBB2,10,23 Herder [Anf 72 Korr DjG
32,70,31] GWBB4,115,14 Lavater 2.11.79
uö 6
Sensibilität, (individuelles) Vorstellungs- od Urteilsvermögen, insbes in Reihung mit ‘Verstand, Phantasie, Einbildungskraft’; fast nur mBez auf Lit u bildKunst In dem Briefe .. schreibst du deine Meinung darüber [
LauneVerl] die deiner E. viel Ehre macht GWBB1,112,19 Cornelia [12.]10.67 Man stellt gar oft ein Bild, das unsere E., unsere Phantasie bei Gelegenheit eines Kunstwerks erschuf, an den Platz des Werkes selbst GWB47,37,23 PropylAnz Wirkung schlechter und guter Kunstwerke auf E. und Einbildungskraft GWB47,4,11 PropylEinl InhVerz GWBB2,57,13 SLaRoche 19.[1.73 Korr DjG
33,19,25] GWBB10,336,13 Schiller 21.11.95
uö 7
für das Individuum od ein Kollektiv charakterist-verbindl Gefühlskultur od Erlebnisweise a
allg als Gemütsverfassung, (zeittypische) seel Haltung od Norm, gelegentl bloß rollen- od situationsbezogen; öfter in Vbdgn wie ‘Stufe der E.’, ‘individuelle Gesinnungen und E-en’, ‘E-en einer best Weltepoche, der Urzeit’ Clärel .. schön wie Lissel .. auf einer höhern Stufe der E., des Gedankens und Ausdrucks GWB41
1,150,13 Üb:Arnold,Pfingstmontag Auch Nala [
Episode aus dem Epos ‘Mahabharata’] studirte ich .. und bedauerte nur, daß bei uns E., Sitten und Denkweise so verschieden von jener östlichen [
indischen] Nation sich ausgebildet haben GWB36,193,7 TuJ das vergebne Aufstreben nach einer E., die .. bei gewissen Völkern .. das Resultat vieler .. zusammentreffender Umstände war und ist .. Römerpatriotismus! Davor bewahre uns Gott GWB37,270,21 FGA Sonnenfels die bildende Kunst .. uns unmittelbar in die Zustände, die Gesinnungen, E-en, Fähigkeiten und Fertigkeiten der Weltepoche versetzt, worin das Product entstanden GWBB43,10,19 Kronprinz Friedr WilhvPreuß 14.8.27 K GWBB5,145,1 Voigts 21.6.81
uö b
‘empfindsame’, sich dem Gegenstand hingebende, seine Reize nuanciert, erfassende u sich darin genießende leidenschaftl Erfahrung od Einstellung, auch als einzelne Emotion; das sympathet Ideal bes in Vbdgn wie ‘ganz E. sein’, ‘jds schmachtende E.’ Noch nie war .. meine E. an der Natur, bis auf’s Steingen, auf’s Gräsgen herunter, voller und inniger AA45,14 Werth I das schöne Thal .. O es ist mit der Ferne wie mit der Zukunft! Ein grosses dämmerndes Ganze ruht vor unserer Seele, unsere E. verschwimmt sich darinne, wie unser Auge, und wir sehnen uns, ach! unser ganzes Wesen hinzugeben
1) AA30,27 Werth
1 I ~ Werth
2 er schuf sich .. Gestalten aus seiner schmachtenden E. und erhöhten Phantasie, staffirte seine Gemählde damit, und so wurden seine Idyllen GWB37,285,24 FGA Geßner,Idyllen [
Papagei zur Nachtigall:] Beseelerin der Nächte .. Wecke, rufe hervor jedes schlummernde Gefühlchen! .. mache mich von der Kralle bis zum Schnabel ganz zur E.! GWB17,90,18 Vögel AA103,22 Werth II Gespr(Gr4,151) Gerning Jun 95
uö im elitären, oft unter Tränen genossenen seel (Gemeinschafts-)Erlebnis; auch als Bedürfnis, sich aufgewühlt u unverstellt zu offenbaren Wir traten an’s Fenster .. ich sah ihr Auge thränenvoll, sie legte ihre Hand auf die meinige und sagte - Klopstock! Ich versank in dem Strome von E-en, den sie in dieser Loosung über mich ausgoß .. neigte mich auf ihre Hand und küßte sie unter den wonnevollsten Thränen AA28,25 Werth
1 I ~ Werth
2 die Freundin meiner Jugend .. ich habe das Herz gefühlt, die große Seele .. War unser Umgang nicht ein ewiges Weben von feinster E., schärfstem Witze ..? AA9,16 Werth
1 I ~ Werth
2 Seit den ersten unschätzbaaren Augenblicken, die mich zu Ihnen brachten, seit ienen Scenen der innigsten E., wie offt ist meine ganze Seele bey Ihnen gewesen GWBB2,39,7 SLaRoche [etwa 20.11.72] Ich zwinge mich, Ihnen in der ersten E. zu schreiben. Weg Mantel und Kragen! Ihr Niesewurzbrief .. Mein ganzes Ich ist erschüttert .. Spanische Tracht und Schminke! Herder .. Bin ich bestimmt, Ihr Planet zu sein, so will ichs sein GWBB1,264,1 Herder [etwa Okt 71 Korr DjG2,116] GWB37,216,27 FGA Jägerin GWB17,18,5 TriumphEmpfindsamk II
uö in krit u polem Bewertung: rührselige, schwächl u morbide Stimmung od Gemütsbewegung, Empfindelei; insbes in best (feierl) Situationen, einmal ‘zur Stunde der E.’ [
bezieht sich wohl auf JGJacobi, den Verf des Ged ‘Der Schmetterling’] dass so ein Schmetterling die E-en und Gedancken woran unser einer den Arsch wischt .. dem Publikum vor marcktschreiert GWB38,483,27 Späne Mußten Sie denn das Wort (.. wenn’s zur Stunde der E. gesagt war, desto schlimmer) .. : ‘Wenn ich todt bin, müssen Sie mein Leben beschreiben ..’ für eines Mannes strengstes Ernstwort nehmen? GWB37,280,20 FGA Leben uCharakter Klotzens Stiller Rückblick aufs Leben .. Wie des Thuns, auch des Zweckmäsigen Denckens und Dichtens so wenig, wie in zeitverderbender E. und Schatten Leidenschafft gar viele Tage verthan GWBTgb 7.8.79 GWB37,148,16 Von dtBaukunst 1773 GWB17,29,10 TriumphEmpfindsamk III
uö → GWB
Familienempfindung GWB
Frühlingsempfindung GWB
Hautempfindung GWB
Jugendempfindung GWB
Kindergehirnempfindung GWB
Liebesempfindung GWB
Lieblingsempfindung GWB
Mit- GWB
Nach- GWB
Neben- GWB
Religions- GWB
Sinnes- GWB
Total- GWB
Vor- Syn GWB
Gefühl zu 1
,2
,4u5
GWB
Wahrnehmung zu 1
,3
,4u5
GWB
Eindruck zu 1 a
GWB
Apperzeption GWB
Sensation GWB
Sinneswahrnehmung zu 2
GWB
Besinnung GWB
Bewußtsein zu 3
GWB
Gemütsbewegung GWB
Bewegung GWB
Leidenschaft GWB
Neigung GWB
Stimmung zu 4
GWB
h2nAhn(d)ung GWB
Aperçu GWB
Auffassung GWB
Aufnahme GWB
Begriff GWB
Bewußtsein GWB
Einsicht GWB
Vorstellung zu 4a
GWB
Anmutung zu 4c
GWB
Teilnahme zu 5
GWB
Kunstgefühl GWB
Kunstsinn zu 5 b und c
GWB
Stimmung zu 5 c
GWB
Empfindungszustand zu 6
GWB
Empfänglichkeit GWB
Empfindensvermögen GWB
Empfindlichkeit GWB
Empfindsamkeit GWB
Sensibilität GWB
Zartgefühl zu 7 a
GWB
Auffassung GWB
Empfindungsweise GWB
Gemütsart GWB
Gemüt GWB
Sinnesart GWB
Vorstellungsart 1) zu Werthers “Drang nach Lebensganzheit” s PMog,Ratio und Gefühlskultur, 1976,122ff. Zur “Weltsüchtigkeit von Werthers Geist” u einer “Gefühlserfüllung von außen” vgl die Belege bei RChZimmermann,Das Weltbild des jungen G,2,1979,168ffHorst Fleig H.
F.