Herz vereinzelt Kleinschr (zB GWBT1,294,11
), gelegentl -tz (zB DjG3
1,32,28
); Nom/AkkSg bes in der Frühzeit auch ‘H-e’. — Von insgesamt knapp 3600 Belegen etwa 2600 im literar Werk. Rund 300 Verwendungen in A1 (körperl Organ) mehr als 2700 in B1 (Träger des psychischen Lebens) gegenüberstehend. Davon deutl mehr als die Hälfte in a (Ort menschl Fühlens), bei ca 750 in aζ
(in zwischenmenschl Beziehung). Der wesentl häufigere Gebrauch gegenüber ‘Seele’, ‘Gemüt’ (etwa 1600 u 800 Vorkommen) erklärt sich bes aus dem stark (poet-)metaphor Sinngehalt des Wortes, auch seinem exponierten Rang in der zeitgenöss Kultursprache. Bei den herkömml u topischen Gebrauchsweisen fallen vor allem signifikante (bibl-)christl Prägungen auf, mehrf speziell dem Pietismus zugehörige Bildvorstellungen (wie Tempel, Altar, Schrein, Tür des Herzens, Herz des Herzens), in der ‘Divan’- Epoche bemerkenswerte Anlehnungen an Motive der oriental Poesie (sa DivWb). Charakteristisch außerdem die äußerst vielfältigen, zT spielerisch variierenden Verwendungen von festen Vbdgn u Redensarten. — Für den hohen Stellenwert, den ‘H.’ bei G in der Periode des Sturm u Drang gewinnt, waren mehrere Einflüsse ausschlaggebend: die mystisch-pantheistische Tradition mit ihrer Grundidee eines Einklangs von menschl Inneren u göttl Absoluten; die zeitgenöss empfindsame Literatur mit der Hervorhebung des Gefühlshaft-Individuellen im Menschen; auch die sinnenfrohe, das Liebessujet präferierende Rokokodichtung (der Wortgebrauch bleibt in G-s gesamtem Schaffen eng mit dem Liebesthema verbunden). Eine charakterist Ausprägung erlangt G-s Herz-Verständnis seit dem Straßburger Aufenthalt, unter dem unmittelbaren Einfluß Herders. Das Herz wird als Zentrum der emotional-seelischen Kräfte des Individuums, auch als wichtigster Impulsgeber seines Handelns gefaßt. In G-s Sesenheimer Lyrik, vor allem in ‘Willkommen u Abschied’, erscheint ‘H.’ als Signalwort des gefühlsbestimmten, leidenschaftsvollen Erlebens; im ‘Werther’, dem ersten großen deutschspr Roman seelischer Welterfahrung, ist es einer der prägenden u am häufigsten verwandten Begriffe. In der ‘Prometheus’-Ode repräsentiert das schöpferische Vermögen von ‘heilig glühend H.’ die gegen jede religiöse Außenleitung gerichtete Autonomie des modernen Menschen (vor allem B2b). — Trotz erhebl Vorwaltens der gefühlshaften Komponente bestehen jedoch schon beim jg G deutl Konturen eines ganzheitl Menschenbildes: das Herz wird durchaus auch in Einheit mit dem Kopf, dem Verstand gesehen.1) — Das Belegmaterial veranschaulicht, daß ‘H.’ in G-s gesamtem Werk einen hervorragenden Rang einnimmt. Insbes ist dessen aktives Vermögen mannigfach charakterisiert. Entscheidende ideelle u praktische Funktionen des Menschen — Gefühl, Begehren, Handeln, Sprache, Kunst, Moral, auch Verstehen — werden auf ‘H.’ als deren Träger, Instanz bezogen (Bereich von B1). Dabei läßt sich seit dem ersten Weim Jahrzehnt eine bedeutsame Neuakzentuierung, näml eine spezifische Profilierung der moralischen Komponente erkennen. Gegenüber dem leidenschaftl, auch unsteten, gefährdeten Herzen der Geniephase wird nun vor allem auf inneren Ausgleich, sittl Mäßigung sowie das Ethisch-Substantielle im Menschen abgezielt. Einige prägnante Belege machen den entspr biograph Hintergrund deutl (B1eγ
). Im literar Schaffen stellt insbes ‘Iphigenie’ eine Zäsur dar: Mit dem (naturhaften, reinen) Herzen verbindet sich hier der Gedanke einer untrüglichen, rechtes Verhalten unmittelbar erkennenden (Gewissens-)Instanz, auch einer im humanen Sinne wirksamen ideellen Kraft (s vor allem B1eα
u δ
). In ‘Hermann u Dorothea’ dominiert ebenfalls die Vorstellung intuitiver Herzensgewißheit hinsichtl moralischen Handelns2) (B1eδ
). Bei dem Epos u bes auch in den beiden Hauptwerken ‘Wilhelm Meister’ u ‘Faust’ steht die Thematik des (sittl) Herzens in engem Zshg mit den zeitgenöss sozialen Wandlungsprozessen. Während in ‘Hermann u Dorothea’ noch das harmonische Verhältnis von Herzensgesinnung u -vermögen mit der bürgerl-kleinstädt Ordnung gewürdigt wird, führen die in den ‘Wanderjahren’ geschilderten neuen ökonom u gesellschaftl Möglichkeiten zu der Idee einer komplexeren, intensiveren Einheit von Mensch, Gesellschaft u Natur, zu der Vorstellung von einem ‘erweiterten H-en’ ( GWB25
1,219,25
). Fausts Innewerden des ‘tiefsten H-ens’ eingangs der Szene ‘Hochgebirg’ ( GWBFaust II 10060
) steht bei seiner folgenden Antizipation des Landgewinns — dem Sinnbild naturverändernder bürgerl Praxis — hingegen im Kontext einer Distanzierung, Abkehr von der Herzenswelt3). A
das körperliche Organ 1
im Hinblick auf Funktionen, Regungen; auch iZshg mit emotional-seelischen Vorgängen a
allg als das Lebenszentrum b
verbunden mit physischen Bewegungen, Wahrnehmungen, im (bildhaften) Ausdruck unterschiedl Emotionen u Gemütslagen (zu B übergehend) c
bezogen auf eine Vorspiegelung od Nachbildung 2
in erweiterter Bed für Gegend des Herzens, Brust B
als Träger des psychischen Lebens, für die Seele, das Gemüt, das Innere mit seinen Empfindungen u Kräften 1
in Hinsicht auf best charakteristische Eigenschaften u Zustände, auf Ausdrucks- u Verhaltensweisen a
als Ort, Organ menschl Fühlens u Erlebens b
als Ort, Ausgangspunkt von Verlangen, Handeln, Wirksamkeit c
als Ursprung, Triebfeder od Empfänger (gefühlshafter) verbaler Äußerungen d
als Ort imaginativen, schöpferischen Vermögens e
als Träger, Instanz sittlichen Fühlens u Handelns, ethischer Haltung, Gesinnung f
als Ort, Bereich best (kognitiv-)geistiger Fähigkeiten u Vorgänge g
in metonym Verwendungen 2
auf die (geistig-)seelische Gesamtheit bezogen a
für die (individuelle) Wesensart, den eigentüml Charakter od die innere Person b
in der empfindsamen, genialischen Frühzeit Kern- u Wesensbegriff des fühlenden, kraftvollen (autonomen) Individuums 3
den ganzen (empfindenden, ethisch gesinnten) Menschen einbeziehend od bezeichnend 4
in fester, formelhafter Vbdg: ‘von (ganzem) H-en’, zum Ausdruck inneren Anteils C
das (nach dem herkömml Bildzeichen) handwerkl od künstlerisch gefertigte Herz D
die Mitte, das (belebende) Zentrum, das Inner(st)e von etw 1
örtlich, geogr 2
kulturell 3
seelisch, existentiell 4
iSv das (Fruchtbringend-)Essentielle, Beste E
als natwiss Terminus 1
zool: das pulsierende Rückengefäß bei Insekten 2
botan a
der innere Bereich, das Mark eines Pflanzenstengels b
das innerste, zarte Blatt einer Pflanze, das Herzblatt A
das körperliche Organ 1
im Hinblick auf Funktionen, Regungen; auch iZshg mit emotional-seelischen Vorgängen a
allg als das Lebenszentrum; wiederholt im Vergl [
Dichter zu Euphrosyne/ChBecker:] Nicht der Jüngere schließt dem Älteren immer das Auge, | .. so .. durchdrang mich die tiefe Betrachtung | Als du zur Leiche verstellt über die Arme mir hingst; | Aber freudig seh’ ich dich mir, in dem Glanze der Jugend, | Vielgeliebtes Geschöpf, wieder am H-en belebt
4) GWB1,284 Euphrosyne 90 Sie [
Natalie] erzählte .. daß das Kind [
Mignon] .. von einem Krampf an seinem armen H-en oft heftig und gefährlich leide, daß dieses erste Organ des Lebens, bei unvermutheten Gemütsbewegungen, manchmal plötzlich stille stehe GWB23,156,5 Lj VIII 2 Man hat einen Staat wohl einem lebendigen Körper mit vielen Gliedern verglichen, und so ließe sich wohl die Residenz eines Staates dem H-en vergleichen, von welchem aus Leben und Wohlsein in die einzelnen nahen und fernen Glieder strömt .. Gespr(FfA II 12,681,15) Eckerm 23.10.28 [
Herkules zu Wieland:] Eure Tugend kommt mir vor wie ein Centaur; so lang der vor eurer Imagination herumtrabt, wie herrlich .. Anatomirt ihn und findet vier Lungen, zwey H-en, zwey Mä
gen. Er stirbt im Augenblicke der Geburt, wie ein andres Mißgeschöpf GWB38,33,10 GöttHeldWieland Gespr(He3
1,452) CWolzogen Febr 23
uö in der Formel ‘unter dem H-en’, als Ort der sich entwickelnden Leibesfrucht Ihr seid der Frauen nicht werth! Wir tragen die Kinder | Unter dem H-en, und so tragen die Treue wir auch GWB1,241 Vs 136 RömEleg VI GWB26,217,20 DuW 4 GWBFaust I 3790~GWBUrfaust 1324
uö(selten) mehrf iZshg mit Tötungshandlung, -begehren; auch in signifikanten Bildvorstellungen, einmal als Richtstatt (für den ungetreuen Liebhaber); in Vbdgn wie ‘nach jds H-en zielen’, ‘jds H. durchbohren’ Aus dem Grabe werd’ ich ausgetrieben, | Noch zu suchen das vermißte Gut, | Noch den schon verlornen Mann zu lieben | Und zu saugen seines H-ens Blut GWB1,225 Braut vKorinth 179 Was zog er aus der Taschen? | Ein Messer war scharf u. spitz, | Er stachs seiner Liebe durchs H-e | Dass rothe Blut gegen ihn spritzt DjG
32,39 ElsässVolksl Lied eifersKnaben 15 [
Julia, bei Romeos Leichnam:] O willkommner Dolch, | Die Scheide sei mein H. [
für: This is thy sheath; Schlegel: Dies werde deine Scheide], du roste hier! (Sie ersticht sich) GWB9,273 RomJul 2023 Gehängt, geschleppt, geviertheilt solte nun | Ein solcher Schuft in solchen Armen ruhn! | Geschleppt auf liebes Bret des Schmeichel Auges | Gehängt am schalckschen Augenbrauen zwitscher | Geviertelt [
Korr nach Hs-Autopsie] ihr im H-en
5)! GWB53,430 Plp GWB11,56,19 Clav I
uö bildhaft-hyperbol zum Ausdruck von äußerster Schmerzerfahrung: ‘sich das H. aus dem Leib reißen’, ‘sein H. fressen’; auch im (ikonograph) Motiv des das Herz durchbohrenden Schwertes (nach Luk 2,35) [
Gottfr:] Ich möchte Görgen und Franzen geschlossen sehn! .. Ich wollt nicht weinen .. [
Elisab:] Du würdest dein H. fressen GWB39,121,14 Götz
1 IV [
Gretchen, vor dem Andachtsbild der Mater dolorosa:] Das Schwert im H-en, | Mit tausend Schmerzen | Blickst auf zu deines Sohnes Tod GWBFaust I 3590~GWBUrfaust 1281 GWB39,155,27 Götz
1 V~GWB8,135 Götz
2 uö(selten) in gegenständl, natwiss Betrachtung Nicht die Gefäße machen die Säfte. Nein, die Säfte bringen die Gefäße hervor. So bildet der Urin die Nieren, die Galle die Leber[.] Sodann kommt ein Gefäs vom andern her. Er [
Wolff] zeigt ihre Filiationen und zuletzt kommen sie alle vom H-en her. Das H. dann aber woher? GWBN13,51,13 Üb:CFWolff Plp Drey Systeme im organischen einigermassen vollkommnen Wesen. das empfangende .. das bewegende, das nährende fortpflanzende .. die bewegende Brust innerlich durch H. und Lunge [
gekennzeichnet] äußerlich durch Arme Flügel Beine GWBN13,235,5 Morph Plp [
mBez auf das Filippo Neri zugeschriebene vergrößerte Herz] ein Wahn, was man von einem großen H-en behaupte. Die ärgsten Lumpe hätten immer die größten H-en gehabt. Das eigentliche Leben sei in den Adern, außenhin, und das H. nur, wie bei den Röhrenfahrten, der Punkt, von wo aus die Richtung bestimmt wird Gespr(He2,588) Riemer 13.11.10 GWBN8,21,9 VglAnatomie 4 GWBN6,404,24 Anatomie dSchnecke
uö mit skeptizist Bewertung [
Meph, üb den Gesang der Sirenen:] Das Trallern ist bei mir verloren, | .. zum Herzen dringt es nicht. [
Sphinxe:] Sprich nicht vom H-en! das ist eitel; | Ein lederner verschrumpfter Beutel GWBFaust II 7178 b
verbunden mit physischen Bewegungen, Wahrnehmungen, im (bildhaften) Ausdruck unterschiedl Emotionen u Gemütslagen (zu B übergehend); oft in Vbdgn wie ‘das H. schlägt (bis an den Hals), pocht, klopft’, auch ‘das H. hüpft, bebt, zittert’ uä, einmal ‘das H. lacht im Leibe’ [
Alle:] Wir schweben in Sorge, | In Noth und Gefahr, | .. Es schwanken die Füße, | Es beben die Glieder; | Es pochen die H-en, | Es sträubt sich das Haar GWB11,259 Claud
2 1187 [
Amine:] ich höre dort | Schon die Musik. Es hüpft mein H., mein Fuß will fort GWB9,26 LauneVerl 352 [
Narr:] Lobt man mich weil ich was Dummes gemacht | Dann mir das H. im Leibe lacht GWB13
2,306,2 Götz
3 Plp GWB11,111,10 Clav IV 2 GWB39,22,10 Götz
1 I~GWB8,23 Götz
2 GWB8,198,19 Egm I
uö mit dem Gefühl von Wärme, innerer Glut: ‘das H. brennt, glüht, flammt (für jdn)’ ua [
Metzler, die Ermordung von Adligen schildernd:] Es lief mir so warm über’s H. wie ein Glas Branntwein GWB8,141,7 Götz
2 V [
Lappländerzug zu Anna Amalia:] Wir .. hätten gerne dir zu Ehren | Den schönsten Nordschein mitgebracht. | .. O, stünd’ es jetzt am hohen Himmel, | Wir bäten dich .. | Sieh auf, so brennet unser H. GWB16,189 Maskenzug 30.1.81 Vs 16 GWB13
1,83,24 Was wir bringen GWB9,67 Mitsch
3 409~DjG
31,380 Mitsch
2 398
uö mit den Empfindungen von Ausdehnung od Einengung, von Leichtigkeit od Schwere: ‘das H. quillt auf, schwillt (zur Last), wächst sehnsuchtsvoll’, ‘etw preßt, schnürt das H. ein’ sowie auch ‘mit leichtem, schwerem H-en’, ‘jdm ist leicht, schwer ums H.’, ‘ein Stein auf dem H-en, fällt vom H-en’ uä [
Ankunft der Schauspieltruppe im gräfl Schloß] Um die Küchenfeuer .. sahen sie geschäftige Köche .. eilig kamen Bediente mit Lichtern .. das H. der guten Wanderer quoll über diesen Aussichten auf GWB21,253,11 Lj III 3 [
Hatem:] Nur dieß H., es ist von Dauer, | Schwillt in jugendlichstem Flor; | Unter Schnee und Nebelschauer | Ras’t ein Ätna dir hervor GWB6,168 Vs 5 DivSuleika Sein H. wuchs ihm so sehnsuchtsvoll, | Wie bei der Liebsten Gruß. | Sie sprach zu ihm, sie sang zu ihm; | Da wars um ihn geschehn GWB1,170 Der Fischer 27 [
Jetter üb Albas Soldaten:] Es schnürt einem das H. ein, wenn man so einen Haufen die Gassen hinab marschieren sieht GWB8,245,19 Egm IV Wilhelm fühlte wohl, daß sie [
Mignon] mit ihm zu reisen hoffte, es war ihm ein neuer Kummer und ein Stein auf dem H-en GWB52,47,6 ThS IV 9 GWB1,392 Jägers Abendlied 12 Var GWB9,335 Mahomet 1311 GWB8,260,9 Egm IV GWBReinF IV 198u288
uö bei Ausdruck von Verwundung, des Sichumwendens, einer Loslösung aus den Herzensbändern6) Albert .. der .. ihr [
Lotte] spizze Reden gab, die Werthern durch’s H. giengen AA131,10 Werth
1 II [
Gretchen üb Meph:] Es hat mir in meinem Leben | So nichts einen Stich in’s H. gegeben, | Als des Menschen widrig Gesicht GWBFaust I 3474~GWBUrfaust 1166 [
Buenco:] Mein H. wirft sich mir im Leib herum bei dem Gedanken: Er [
Clav] soll diesen Engel [
Marie] noch besitzen, den er so schändlich beleidigt, den er an das Grab geschleppt hat GWB11,84,16 Clav III [
Ferdinand in Egmonts Kerker:] O welche Stimme reichte zur Klage! Welches H. flösse nicht aus seinen Banden vor diesem Jammer? GWB8,299,21 Egm V GWB18,54,6 Aufgeregten IV 2
uö mit der Vorstellung von Zerbrechen, Zerstörung, Stillstand; idVbdgn ‘das H. bricht, birst, zerspringt, erstickt’, ‘etw, jd verbrennt, zerreißt das H.’, ‘das H. scheint zu stocken’ uä; einmal in komisch-sentimentalisierender Wiederholungsfigur [
Natalie, die herbeigeeilte Mignon im Arm:] Böses Kind .. ist dir nicht alle heftige Bewegung untersagt? Sieh, wie dein H. schlägt? Laß es brechen, sagte Mignon, mit einem tiefen Seufzer, es schlägt schon zu lange GWB23,203,18 Lj VIII 5 [
bei Lottes Klavierspiel] mir durch die Seele gehn ein Trostgefühl und eine Erinnerung all des Vergangenen, all .. der fehlgeschlagenen Hoffnungen .. mein H. erstikte unter all dem AA112,15 Werth
1 II~Werth
2 [
Faust:] ziehe schon an die zehen Jahr, | Herauf, herab und quer und krumm, | Meine Schüler an der Nase herum - | Und sehe, daß wir nichts wissen können! | Das will mir schier das H. verbrennen GWBFaust I 365~GWBUrfaust 12 [
der vom wilden Tanz der Hofdamen aufgeschreckte Prinz, singend:] Ja ihr seid’s Erinnyen, Mänaden! | Ohne Gefühl für Liebe, | Ohne Gefühl für Schmerz! | Ich hofft’ im Arm der Grazien zu baden, | Und ihr zerreißt mein H.! | Mein H.! mein H.! | Zerreißt mein leidend H.! GWB17,32,28ff TriumphEmpfindsamk III GWB16,356 Epimen 443 GWB18,254,1 Märchen
uö c
bezogen auf eine Vorspiegelung od Nachbildung α
als in der Flamme geschautes (Ab-)Bild [
Nichte, eine visionäre Wahrnehmung vortäuschend:] Stehet denckend am Camine | Still gelehnt das Götterbild [
die Prinzessin]. | Und im Camine | .. Ein glühend H-e | Schwebt in der Flamme | Es zischt und sprudelt | Und zehrt sich auf. [
der in die Prinzessin verliebte Abbé:] Ach dieß H.! Es ist das meine | Glühend roht von eignem Feuer [
Graf:] O an dem gebratnen H-en | Gleich erkennet sich der Thor GWB17,390 GrCoph Plp Vs 87,91u93 β
als (‘papierne’) Imitation, bei Persiflierung der Kultur der Empfindsamkeit [
Mana, nachdem die Maske der falschen Mandandane gefallen ist:] Eine Puppe! [
Sora:] Eine ausgestopfte Nebenbuhlerin! [
Lato:] O ein schönes Gehirn! [
Mana:] Wenn sie eben so ein H. hat? .... [
Andrason:] O du liebliche, holde, geflickte Braut .. möge dein papiernes [
aus empfindsamer Literatur bestehendes] H., deine leinenen Gedärme so viel Kraft haben, den hoch und fein empfindenden Prinzen an sich zu ziehen GWB17,53,24 u 58,26 TriumphEmpfindsamk V 2
in erweiterter Bed für Gegend des Herzens, Brust a
in (usuellen) Vbdgn u Wdgn, vor allem iZshg mit Liebe, Glück; ‘an jds H.(-en)’, ‘H. an H.’, ‘jdn an sein H. drücken’ uä Spät entschlummert unter Scherzen, | Früh erwacht nach kurzer Rast, | Findet sie an ihrem H-en | Todt den vielgeliebten Gast GWB1,229 Gott u Bajadere 58 [
Gretchen:] Komm an mein H.! du bist | Du bist willkommen! [
Faust:] O welchen süßen Schatz, | Hab ich genommen! | So sey denn H. an H. | Sich hoch willkommen! GWB14,319f Faust I Plp Vs 15u19 Wenn du sie [
Lotte] nur einmal, nur einmal an dieses H. drükken könntest AA101,9 Werth
1 II~Werth
2 [
Phorkyas üb Euphor:] völlig wie ein kleiner Phöbus | Tritt er wohlgemuth zur [
Felsen-]Kante .. wir staunen. | Und die Eltern vor Entzücken werfen wechselnd sich an’s H. GWBFaust II 9622 GWB12,247 UnglHausgenossen 491
uö bei hindeutender od ausdrucksvoller Geste, auch jäher Berührung; ‘auf das H. deuten’, ‘die Hand/Hände auf das H. legen, ans H. drücken’, ‘nach dem H-en fahren’, ‘das H. (fest)halten’ uä [
Lila:] Ich schwanke im Schatten, habe keinen Theil mehr an der Welt. (Auf Kopf und H. deutend.) Es ist hier so! und hier! daß ich nicht kann, wie ich will und mag GWB12,57,10 Lila II Regiebem Mignon hatte die rechte Hand auf das H. gelegt und machte .. eine Art von spanischem Compliment GWB51,236,28 ThS III 8 DjG
35,78,23 Stella
1 II GWB21,228,9u13 Lj II 14~GWB52,97,6u11 ThS IV 16
uö b
im bildhaften Ausdruck von persönl Nähe, Vertrautheit, Wertschätzung, Obhut od von Abkehr, Trennung, Tod; ‘jdn, etw an sein H. schließen, nehmen’, ‘jdn, etw am H-en hegen, halten, tragen’, ‘jdn von seinem H-en stoßen, entfernen’ sowie ‘ein H. wird von einem H-en gerissen’ ua [
Müllerin u Jüngling:] So lange die Quelle springt und rinnt, | So lange bleiben wir gleichgesinnt, | Eins an des andern H-en GWB1,198 Der Müllerin Reue 77 Nehmen Sie das Mädgen [
Ms ‘Stella’] an Ihr H., es wird euch beiden wohlthun .. Stella ist schon Ihre, wird durch das Schreiben immer Ihrer GWBB2,244,9 Fahlmer [März 75] ich habe noch aus Elsaß zwölf Lieder mitgebracht .. sie bisher als einen Schatz an meinem H-en getragen GWBB2,2,14 Herder [Herbst 71] [
Brackenb üb Clär:] Sie hat mich verworfen, hat mich von ihrem H-en gestoßen GWB8,200,28 Egm I GWB41
1,346,13 Carmagnola GWB3,150 Für Sie 6 GWB23,149,17 Lj VIII 2
uö ‘die Hand ans, aufs H. legen’, ‘an sein H. schlagen’ iSv aufrichtig sein, in sich gehen [
betr Mißstände im öffentl Buchverleih] Möge .. jeder Bibliothekar seine Hand an’s H. legen und sich freuen, wenn es in seinen Schatzkammern anders aussieht GWB41
2,371,11 Üb:Livre des Cent-et-un [
Luise zum Alten:] Wenn sie .. unsern Geist, unser Herz bilden wollen, so .. geben Sie uns [
literar] Familiengemählde .. wir werden uns .. darin erkennen, und wenn wir uns getroffen fühlen, desto gerührter an unser H. schlagen GWB18,191,8 Unterhaltungen GWB34
1,199,10 KuARheinMain
in anthropomorphisierender Bildlichkeit, von Gott, Natur Ich .. sehe noch durch die stürmenden vorüberfliehenden Wolken einzelne Sterne des ewigen Himmels! Nein, ihr werdet nicht fallen! Der Ewige trägt euch an seinem H-en, und mich AA154,20 Werth
1 II~Werth
2 die Bäche von den Bergen | Jauchzen ihm [
dem Fluß] und rufen: .. nimm die Brüder mit, | Mit zu deinem alten Vater, | Zu dem ew’gen Ocean .... so trägt er seine Brüder, | Seine Schätze, seine Kinder, | Dem erwartenden Erzeuger | Freudebrausend an das H. GWB2,55 Mahomets-Gesang 68 GWBN11,7,12 Natur [Tobler?] B
als Träger des psychischen Lebens, für die Seele, das Gemüt, das Innere mit seinen Empfindungen u Kräften; öfter personifiziert od zur Personifikation neigend 1
in Hinsicht auf best charakteristische Eigenschaften u Zustände, auf Ausdrucks- u Verhaltensweisen a
als Ort, Organ menschl Fühlens u Erlebens α
in allgemeiner Charakterisierung ein Geist des Widerspruches .. der mich von Betrachtung und Schilderung des menschlichen H-ens, des jüngsten, mannichfaltigsten, beweglichsten, veränderlichsten, erschütterlichsten Theiles der Schöpfung zu der Beobachtung des ältesten .. unerschütterlichsten Sohnes der Natur geführt hat GWBN9,173,7 ÜbGranit β
in Kennzeichnung der empfindsamen Veranlagung, Wesensart eines Menschen; mehrf in (sentenzhaft-)allg Aussage bzw mit krit od iron Akzentuierung; öfter ‘gefühlvolles, fühlendes, leichtbewegtes, empfindliches, sensibles, zartes H.’ uä, auch ‘Fühlbarkeit des H-ens’, einmal ‘ein zu weiches H. haben’ [
Wilh, bezügl Melinas u seiner Geliebten:] Eine angenehme Gestalt, eine wohlklingende Stimme, ein gefühlvolles H.! Können Schauspieler besser ausgestattet sein? GWB21,77,16 Lj I 14 Ein leichtbewegtes H. | Ist ein elend Gut | Auf der wankenden Erde
7) GWB4,185 3.OdeBehrisch 66 Ach alles trüg ich noch viel ehr | Wenn nur mein H. nicht zu sensibel wär GWB38,447 HanswurstsHochz Plp Wie herrlich ist dem die Welt dessen Sinne biß in’s H. reichen KatStargardt 622,30 Stammbucheintr 17.3.75 GWBB10,57,11 Jacobi 2.5.93 [
für: cœur] GWB40,240,28 Staël,Dichtgn GWB39,170,4 Götz
1 V~GWB8,17 Götz
2 uö γ
seltener mit Hervorhebung von Gefühllosigkeit, Starrheit; mit den Merkmalen ‘blind, taub, trocken, tot’, einmal redensartl ‘kühl bis ans H.’, auch bibelsprachl ‘des H-ens Härtigkeit’ [
Eduard:] Verlasse mich jeder, der trocknen H-ens, trockner Augen ist! Ich verwünsche die Glücklichen, denen der Unglückliche nur zum Spectakel dienen soll GWB20,190,17 Wv I 18 [
Faust, beim Beschauen des Zeichens vom Makrokosmos:] Jetzt erst erkenn’ ich was der Weise spricht: | “Die Geisterwelt ist nicht verschlossen; | Dein Sinn ist zu, dein H. ist todt! | Auf, bade, Schüler, unverdrossen | Die ird’sche Brust im Morgenroth!” GWBFaust I 444 GWBB2,274,26 Gfin Stolbg 3.8.[75] GWB1,169 Der Fischer 4 GWBB2,179,21 EJacobi 21.7.74 [
Zit s v Härtigkeit]
uö δ
in Beschreibung von freudiger, unbeschwerter, gehobener Stimmung, Gemütsverfassung, vereinzelt wechselnder Seelenlagen; meist in Vbdgn, Wdgn wie ‘Freude, Jubel des H-ens’, ‘das H. geht einem auf, ergießt sich’, mit den Attribuierungen ‘vergnügt, froh, heiter’ [
nach kindgerechtem Verhalten Lottes gegenüber Malchen] konnt ich nicht umhin, in der Freude meines H-ens den Vorfall .. zu erzählen AA39,23 Werth
1 I~Werth
2 [
Carneval:] Mich ergetzen viele Lichter, | Mehr noch fröhliche Gesichter; | Mich ergetzen Tanz und Scherz, | Mehr noch ein vergnügtes H. GWB16,192 Maskenz Aufz dWinters 46 [
der wiedergekommene Christus:] Sey, Erde, tausendmal gegrüsst! | .. Zum ersten mal mein H. ergiesst | Sich nach drey tausend Jahren wieder, | Und wonnevolle Zähre fliesst | Vom nimmer [
Korr 53,535] trüben Auge nieder GWB38,59 EwJude 132 O Gustgen! Wird mein H. endlich einmal in ergreifendem wahren Genuss und Leiden, die Seeligkeit die Menschen gegönnt ward, empfinden, und nicht immer auf den Wogen der Einbildungskrafft und überspannten Sinnlichkeit, Himmel auf und Höllen ab getrieben werden GWBB2,293,18 Gfin Stolbg 18.9.75 GWB38,113,13 Claud
1 GWB13
2,301,7 Götz
3 Plp
uö in Bibelzitat u -anspielung (Ps 104,15 u nach Sacharja 10,7, Apostelgesch 2,26 ua) [
aus einer Fastenpredigt] Der Mißbrauch aber schließt den Gebrauch nicht aus. Stehet doch geschrieben: der Wein erfreuet des Menschen H.! GWB34
1,25,23 Rochusf [
Gottfr zu Weisl:] ich hab euch lang nicht zugetruncken. Ein fröhlig H.! GWB39,28,17 Götz
1 I~GWB8,29 Götz
2 [
aus Rom] Wie manches Gute werd’ ich mitbringen, wenn ich mit meinem Schiffchen zurückkehre, doch vor allem ein fröhliches H. GWB32,82,24 ItR GWB39,10,21 Götz
1 I~GWB8,12 Götz
2 uö ε
bei bedrückter, trauriger od sonst negativer Gestimmtheit, Gefühlslage; ‘Kummer unterm, Not im H-en’, ‘etw untergräbt das H.’, mit Charakterisierungen wie ‘bang, betrübt, traurig, bedrängt, krank’, auch ‘blutend’ [
Marktschreier:] ach! wir [
Schauspieler] scheinen oft zu scherzen, | Und haben viel Kummer unter’m H-en GWB16,11 JahrmPlund
2 48 [
Sopir:] jugendliche Gluth erregt nicht mehr | Mein traurig H. [
cœur], erdrückt von Zeit und Jammer GWB9,280 Mahomet 76 Arm am Beutel, krank am H-en, | Schleppt ich meine langen Tage GWB1,181 Schatzgräber 1 [
bei der Rede gegen die üble Laune] Mein ganzes H. war voll in diesem Augenblikke, die Erinnerung so manches Vergangenen drängte sich an meine Seele, und die Thränen kamen mir in die Augen AA37,15 Werth
1 I~Werth
2 [
physiognom Deutung eines Brutus-Kopfes] In einer Welt voll Freyheit edler Geschöpfe würd’ er in seiner Fülle seyn. Und daß das nun nicht so ist, schlägt im H-en, drängt zur Stirne, schließt den Mund, bohrt im Blicke! GWB37,358,6 PhysiognFragm GWBB2,34,5 Kestner [Anf Nov 72] GWB3,30 Ungeduld 6 GWBIph
2 78~GWB39,326,6 Iph
1 I 2 GWB37,98,11 Ephem [G?]
uö bildhaft ‘Wurm, Stachel im H-en’, ‘jdm einen Stachel ins H. senken’, ‘der Wurm nagt am H-en’8) Ein Dichter der so manches litt, | Fährt her, begafft von Leuten, | .. Doch kommt ein Wurm im H-en mit | Und läßt ihn vieles leiden GWB4,165 Man lauft, man drängt 9 GWB25
2,107,3 Wj Plp
uö ‘etw fällt einem aufs Herz’ iSv löst jähe Betroffenheit aus [
Niklas zum Vater, um Dortchen besorgt:] Habt ihr nichts schreien gehört? .. Es schrie wahrhaftig. Mir fiel’s unter’m Singen so auf’s H., und ich wollte schwören, ich hörte was GWB12,100,29 Fischerin ζ
häufig in zwischenmenschl Beziehung, meist iZshg von Liebe, Zuneigung, Freundschaft; wiederholt in allg Betrachtung; öfter in Fügungen wie ‘Liebe, Neigung, Leidenschaft des H-ens, im H-en’, ‘das H. neigt sich jdm zu, bindet sich’, ‘das (ganze) H. hängt an jdm’, auch ‘jd geht das H. nahe an’, ‘Angelegenheit des H-ens’, ferner ‘jds H. rühren’ iSv bei ihm Liebe hervorrufen, mBez auf die Wesensart ‘liebevolles, treues, freundschaftliches, sympathetisches H.’ ua [
Herm zu Dor:] ach! mein schüchterner Blick er konnte die Neigung | Deines H-ens nicht sehn; nur Freundlichkeit sah er im Auge GWBHermDor IX 218 [
Clav zu Marie:] Zu der Zeit .. da ich in meinem H-en eine unüberwindliche Leidenschaft für Sie fühlte, war’s da Verdienst an mir? GWB11,87,13 Clav III [
Marthe zu Meph:] Sagt g’rad’, mein Herr, habt ihr noch nichts gefunden? | Hat sich das H. nicht irgendwo gebunden? | .. ward’s nie Ernst in eurem H-en? GWBFaust I 3154u3159~GWBUrfaust 1002u1007 [
Eduard zu Charlotte:] Betrachten wir es genauer .. so handeln wir beide thöricht .. zwei der edelsten Naturen [
Ottilie u den Hauptmann], die unser H. so nahe angehen, in Kummer und im Druck zu lassen GWB20,19,17 Wv I 2 [
Amine:] Ein H., das Einen liebt, kann keinen Menschen hassen. | Dieß zärtliche Gefühl läßt kein so schrecklichs zu, | Zum wenigsten bei mir GWB9,24 Laune Verl 318 GWB27,284,7 DuW 9 GWB51,242,22 ThS III 9 DjG
31,383 Mitsch
2 437
uö ‘Freund(in), Dame des H-ens’; einmal bezogen auf die Nachtigall Man kam überein, Juliette sollte mit Wilhelm fahren und Felix als Page seinen ersten Ausritt der Dame seines jungen H-ens [
Hersilie] zu verdanken haben GWB24,96,5 Wj I 6 GWB38,142,18 Claud
1 GWBB2,146,17 Bürger 12.2.74
mit (traditionellen) Bildvorstellungen wie der von Gefäß, Altar, Tür, Garten, auch iZshg mit Amors Pfeil, gelegentl topisch (nach Hohelied 5,2): das wachende Herz (der, des schlafenden Liebenden) in ihrem [
Ottilies] H-en war kein Raum mehr; es war von der Liebe zu Eduard ganz gedrängt ausgefüllt GWB20,248,27 Wv II 5 goß ich auf dieß H-e, | Das schon längst dein Altar ist, | Von dem Becher | Güldne Flammen, und ich glühte, | Und mein Mädchen ward geküßt GWB4,92 An Venus 11 Sie [
Philine] sah .. Wilhelmen .. mit einem Blick in die Augen, dem er nicht wehren konnte, wenigstens bis an die Thüre seines H-ens vorzudringen GWB21,158,10 Lj II 4 Um Mitternacht, ich schlief, im Busen wachte | Das liebevolle H. als wär’ es Tag; | Der Tag erschien, mir war als ob es nachte, | .. Sie fehlte ja GWB4,107 Der Bräutigam 2 Sezze mich wie ein Siegel auf dein H. [σφραγῖδα ἐπὶ τὴν καρδίαν σου;
signaculum super cor tuum; Luther: Siegel auf dein Hertz], wie ein Siegel auf deinen Arm GWB37,310,5 Hohelied [
für: cœur] GWB7,242,11 DivNot GWB1,54 Novemberlied 8 [
für: ἡ καρδία μου ἀγρυπνεῖ;
cor meum vigilat; Luther: mein Hertz wacht] GWB37,306,6 Hohelied
uö die Bewegtheit, Affektion des liebenden Herzens, die Harmonie der Liebenden mehrf in musikal, physikal od biolog Metaphorik vorgestellt, wiederholt mit dem Motiv der aus dem Herzen wachsenden Blume(n), auch selbst als Rose gedacht; ‘Melodien, Lied des H-ens’, iron ‘Elektrizität zärtlicher H-en’ ua [
an die Nachtigall] Dich hat Amor gewiß, o Sängerin, fütternd erzogen; | Kindisch reichte der Gott dir mit dem Pfeile die Kost. | So, durchdrungen von Gift die harmlosathmende Kehle, | Trifft mit der Liebe Gewalt nun Philomele das H. GWB2,128 Philomele 4 [
Wilh, in Gedanken:] Ach! zwei liebende H-en, sie sind wie zwei Magnetuhren; was in der einen sich regt, muß auch die andere mit bewegen, denn es ist nur Eins, was in beiden wirkt, Eine Kraft, die sie durchgeht GWB21,110,7 Lj I 17~GWB51,90,26 ThS I 23 hier noch [
in diesem Leben] muss ich Gustgen sehn .. Das einzige Mädgen deren H. ganz in meinem Busen schlägt GWBB2,291,20 Gfin Stolbg 16.9.75 Liebe steht ihr [
der Geliebten] gar zu schön, | Schönres hab’ ich nie gesehn! | Bricht ihr doch ein Blumenflor | Aus dem H-en leicht hervor GWB3,37 Juni 37 [
Saadi zum Knaben:] mein H. brach auf gegen dir als eine Rose, die zu blühen beginnt GWB7,149,13 DivNot KünftDiv GWB21,111,27 Lj I 17~GWB51,92,16 ThS I 23 GWB17,29,6 TriumphEmpfindsamk III
uö im Ausdruck der seelisch-ideellen (gestalthaften) Präsenz des geliebten Menschen; öfter in (redensartl) Wdgn wie ‘jdn ins H. schließen, seinem H-en einverleiben’, ‘etw, jd prägt sich ins H., ist einem ins H. gewachsen, geschrieben’, ‘jdn im H-en (herum)tragen’, ‘jds H. ist nicht mehr frei’; auch mit den Bildern von Schatz, Burg, Spiegel, Schrein Reicher Blumen goldne Ranken | Sind des Liedes würd’ge Schranken, | Goldneres hab’ ich genossen | Als ich euch in’s H. geschlossen GWB4,20 An Willemer 4 [
Faust, dem Gretchen erstmals begegnet ist:] Der Lippe Roth, der Wange Licht, | .. Wie sie die Augen niederschlägt, | Hat tief sich in mein H. geprägt GWBFaust I 2616~GWBUrfaust 468 [
Faust, die Gestalt Gretchens im ‘Nebelstreif’ wahrnehmend:] Täuscht mich ein entzückend Bild, | Als jugenderstes, längstentbehrtes höchstes Gut? | Des tiefsten H-ens frühste Schätze quellen auf .. GWBFaust II 10060 nur Momente darfst dich unterwinden | Ein Luftgebild statt ihrer fest zu halten; | In’s H. zurück, dort wirst du’s besser finden, | Dort regt sie sich in wechselnden Gestalten; | .. So klar beweglich bleibt das Bild der Lieben, | Mit Flammenschrift, in’s treue H. geschrieben. | In’s H., das fest wie zinnenhohe Mauer | Sich ihr bewahrt und sie in sich bewahret GWB3,22f TrilogLeid Eleg 45u54f Wenn ich .. vor’m Spiegel stehe, | .. Gleich guckt, eh’ ich mich versehe, | Das Liebchen mit heraus .... [
Suleika:] Ja, mein H. es ist der Spiegel, | Freund, worin du dich erblickt; | Diese Brust, wo deine Siegel | Kuß auf Kuß hereingedrückt
9) GWB6,194 Vs 9 DivSuleika Gespr(He5,162) EStengel undat GWB27,110,14 DuW 7 GWB1,347 Vs 36 VierJahresz 18(662) AA135,9 Werth
1 II~Werth
2 uö im Akt des Darbietens, Schenkens wie des Gewinnens, (Ein-)Nehmens, auch in jds Besitz befindlich; einmal im bildhaften Vergl; in Wdgn wie ‘jdm sein H. darbringen, schenken’, ‘H. und Hand anbieten, zusagen, reichen’ (als Eheversprechen) sowie ‘jds H. gewinnen, angeln, entwenden, rauben, an sich ziehen, reißen’, ferner ‘jds H. haben’ Hör’ mich, bringe dein H. | Der Schönen dar. | Welche ohne Geschmeid’ | Die Schönste ist AADiv3,65,31 Plp [
Altoum üb Turandot:] Freundlich reicht | Sie dem Bewerber Kalaf H. und Hand GWB16,297 Maskenz 1818 Festz 852 [
das Fräulein zu Adelh:] gnädge Frau, ihr habt sein [
Weislingens] H. geangelt und wenn er sich losreisen will verblutet er GWB39,64,14 Götz
1 II~GWB8,65 Götz
2 Wer wild ist, alle Mädgen flieht, | Sich unempfindlich glaubt, | Dem ist, wenn er ein Mädgen sieht, | Das H-e gleich geraubt GWB37,41 Annette Pygmalion 60 Ich habe mein H. einem Raubschlosse verglichen das Sie nun in Besiz genommen haben, das Gesindel ist draus vertrieben, nun halten Sie es auch der Wache werth GWBB5,70,25 ChStein 8.[3.81] GWB12,31,18 JeryBätely GWB4,357 Jetzt fühlt 2 GWBB2,143,13 EJacobi [Anf Febr 74] GWB11,85,18 Clav III
uö zu der geliebten Person strebend od bei ihr gegenwärtig; bes ‘das H. eilt, rennt, fliegt zu jdm, springt jdm entgegen’ uä; wiederholt iZshg des Sujets der poetisch-geistigen (Orient-)Reise; auch in frei wiedergebender od deutl anspielender Bezugnahme auf Matth 6,21 bzw Luk 12,34 (meist in Briefen an ChStein) Bist du von deiner Geliebten getrennt | Wie Orient vom Occident, | Das H. durch alle Wüsten rennt; | Es gibt sich überall selbst das Geleit, | Für Liebende ist Bagdad nicht weit
10) GWB6,171 Vs 3 DivSuleika Sprich! unter welchem Himmelszeichen | Der Tag liegt | Wo mein H., das doch mein eigen, | Nicht mehr wegfliegt? | Und, wenn es flöge, zum Erreichen | Mir ganz nah liegt? | Auf dem Polster, dem süßen, dem weichen, | Wo mein Herz an ihrem liegt GWB6,287 DivNachl Vs 3 Ja wohl ist mein H. und Geist immer da wo mein Schatz ist, wenn mich gleich die bösen Weltlichen Dinge trennen GWBB6,256,18 ChStein 25.3.84 GWB1,375 VerschEmpfindungen 4 Var GWB6,47 DivLiebe Motto GWBB6,5,11 ChStein 12.7.82
uö iZshg innerer Unruhe, widersprüchl Seelenlage, Leiderfahrung; mehrf bildhaft verstärkt; auch ‘das H. verzehrt sich in Sehnsucht nach jdm, weint um jdn’, ‘die Eifersucht nagt das H.’, ‘erkältetes, verwelktes H.’ H., mein H., was soll das geben? | Was bedränget dich so sehr? | Welch ein fremdes neues Leben! | Ich erkenne dich nicht mehr. | .. Fesselt dich die Jugendblüthe, | Diese liebliche Gestalt .. ? GWB1,70 Neue Liebe neues Leben 1 Wenn dir’s in Kopf und H-en schwirrt, | Was willst du Bess’res haben! | Wer nicht mehr liebt und nicht mehr irrt, | Der lasse sich begraben GWB2,282 Das Beste 1 Jeder Zweifel von dir erregt ein Erdbeben in den innersten Festen der Tiefe meines H-ens GWBB6,22,17 ChStein [Ende Jul 82] Ich litt und liebte, das war die eigentliche Gestalt meines H-ens GWB22,259,17 Lj VI SchöneSeele [
Tod Eduards] so lag denn auch dieses vor kurzem zu unendlicher Bewegung aufgeregte H. in unstörbarer Ruhe
11) GWB20,416,16 Wv II 18 GWBB7,100,3 ChStein 25.9.85 GWB37,48 Annette An meine Lieder 7 GWB9,36 LauneVerl 497 GWB41
2,146,9u15 SerbLieder
uö bei Abneigung, Haß u ähnlichen negativen Gefühlen, Haltungen, vereinzelt bloßer Lieblosigkeit; meist im bildhaften Zshg od in Vbdgn, Wdgn wie ‘Groll, Haß im H-en (empfinden)’, ‘sein H. gegen jdn verhärten’, ‘das H. ist jdm abgeschworen’ [
Nereus, von Thales u Homunc aufgesucht:] Sind’s Menschenstimmen, die mein Ohr vernimmt? | Wie es mir gleich im tiefsten H-en grimmt! | Gebilde, strebsam Götter zu erreichen, | Und doch verdammt sich immer selbst zu gleichen GWBFaust II 8095 [
Gräfin:] Wie der Fels vom Gebirgshaupt | Ab sich löst .. | So vom H-en reißt sich die Wuth los | Gäh hinab stürzt sie GWB12,424 LöwenstuhlDrama Plp [
Weisl zu Adelh:] kam der Teufel mit einem Tröpfgen höllischen Feuers, das wir mit einem Schwachen Wort Haß nennen .. Und warfs in dein H. GWB39,427 Götz
1 V Plp [
Beaum, beim sterbenden Clav:] Wie sein fließendes Blut alle die glühende Rache meines H-ens auslöscht! .. Stirb, ich vergebe dir! GWB11,123,4 Clav V Wilhelm, was ist unserm H-en die Welt ohne Liebe! Was eine Zauberlaterne ist, ohne Licht AA43,25 Werth
1 I~Werth
2 GWBB2,183,4 Jacobi 14.8.74 Achilleis 11 GWBB8,79,28 ChStein 9.12.86
uö η
im Verhältnis zur Natur u Welt; in allg Betrachtung auch als Analogon od Wesen der universellen Seinsordnung vorgestellt Anmuthig Thal! du immergrüner Hain! | Mein H. begrüßt euch wieder auf das beste GWB2,141 Ilmenau 2 Nur wenn das H. erschlossen, | Dann ist die Erde schön GWB5
1, 108 ZXenNachl VIII 357 Sie [
die Natur] hat keine Sprache noch Rede, aber sie schafft Zungen und H-en durch die sie fühlt und spricht GWBN11,8,25 Natur [Tobler?] Denkt nicht wir scherzen! | Ist nicht der Kern der Natur | Menschen im H-en?
12) GWB3,106 Und so sag’ ich 13 [
Faust zu Gretchen:] Wölbt sich der Himmel nicht dadroben? | Liegt die Erde nicht hierunten fest? | .. drängt nicht alles | Nach Haupt und H-en dir .. ? | Erfüll’ davon dein H., so groß es ist, | Und wenn du ganz in dem Gefühle selig bist, | Nenn’ es dann wie du willst, | Nenn’s Glück! H.! Liebe! Gott! | Ich habe keinen Namen | Dafür! Gefühl ist alles GWBFaust I 3448,3451u3454~GWBUrfaust 1140,1143u1146 B51, 41 Langer 29.4.70 GWB11,311 ErwElm
2539 GWBFaust II 9693
uö in kulturhist Erörterung: ‘Naturstand des H-ens’ die Aufklärung über griechisches und römisches Alterthum brachte .. die Sehnsucht nach einem freieren, anständigeren .. Leben hervor. Sie wurde aber nicht wenig dadurch begünstigt, daß das H. in einen gewissen einfachen Naturstand zurückzukehren und die Einbildungskraft sich zu concentriren trachtete GWB42
2,191,22 MuR(668) θ
in Beziehung zu Gott, Gottheiten, bei Hinwendung od Erfülltsein; auch ‘das H. zum Barmherzigen kehren, zu Vater Zeus wenden’ [
Elmire:] Gebet, thränenvolles Gebet, das mich auf meine Knie wirft, wo ich mein ganzes H. drinne ausgießen kann, ist das einzige Labsal meines gequälten Herzens GWB38,85,20 ErwElm
1 Die gerade Richtung meines H-ens zu Gott, den Umgang mit den beloved ones hatte ich gesucht und gefunden, und das war was mir alles erleichterte GWB22,305,5 Lj 6 SchöneSeele [
Böser Geist:] Wie anders, Gretchen, war dir’s, | Als du noch voll Unschuld | Hier zum Altar trat’st, | .. Halb Kinderspiele, | Halb Gott im H-en! GWBFaust I 3782~GWBUrfaust 1317 GWB8,162,9 Götz
2 V GWB40,107,28 ÜbProserp GWB22,350,5 Lj VI SchöneSeele
uö als Empfänger (u Mittler) göttl Einwirkung, Inspiration; ‘an die H-en predigen’ (vom hl Geist), ‘jds H. erleuchten, erquicken’ ua [
Iph, zu Thoas’ Heiratsbegehren:] dank’ ich den Göttern, daß sie mir | Die Festigkeit gegeben, dieses Bündniß | Nicht einzugehen, das sie nicht gebilligt. [
Thoas:] Es spricht kein Gott; es spricht dein eignes Herz. [
Iph:] Sie reden nur durch unser H. zu uns GWBIph
2 494~GWB39,339,21 Iph
1 I 3 [
bezügl der Frage ‘Was heißt mit Zungen reden?’] Kam .. der Geist über eine Seele, so war das Aushauchen seiner Fülle das erste nothwendigste Athmen eines so gewürdigten H-ens. [
beigefügte Anm:] A.[
postel]G.[
geschichte] 19,6 GWB37,187,21 Zwo biblFragen Ich weiß nicht, ob man die Göttlichkeit der Bibel einem beweisen kann der sie nicht fühlt .. wenn Ihr fertig seid, und es antwortet Euch einer wie der Savoyische Vicar [
in Rousseaus ‘Emile’, 4.Buch]: es ist meine Schuld nicht, daß ich keine Gnade am H-en fühle, so seid Ihr geschlagen GWB37,161,5 BriefPastors GWB37,168,22 ebd GWBFaust II 11889
uö b
als Ort, Ausgangspunkt von Verlangen, Handeln, Wirksamkeit α
iZshg mit Wünschen, Begehren; charakterisiert als ‘bedürftig, unersättlich’ u in Vbdgn, Wdgn wie ‘Wunsch, Begierde, Drang, Trieb des H-ens’, ‘das H. ist zu etw geneigt, bedarf, lechzt (nach) etw’, ‘Wünsche im H-en nähren, hegen, bewegen’, ‘nach H-ens Wunsch’ Ich habe nichts als ein H. voll Wünsche GWBB2,82,7 Kestner [15.4.73 Korr DjG3,39] [
der Doktor:] das H. ist unersättlich! | Es sperrt die Augen ganz gewaltig auf GWB12,131 ScherzLR 277 immer sehnt sich fort das H. GWB6,118 Vs 3 DivSprüche dein H. hat viel und groß Begehr, | Was wohl in der Welt für Freude wär’, | Allen Sonnenschein und alle Bäume, | Alles Meergestad’ und alle Träume, | In dein H. zu sammeln mit einander GWB2,191 Sendschreiben 27u31 Es betriegt sich kein Mensch, der in seiner Jugend noch so viel erwartet. Aber wie er damals die Ahnung in seinem H-en empfand, so muß er auch die Erfüllung in seinem H-en suchen, nicht außer sich GWB42
2,240,18f MuR(993) GWB20,192,15 Wv I 18 GWB17,132,13 GrCoph I 3 GWB52,277,24 ThS VI 13 GWBB3,6,10 Lavater [22.]12.[75]
uö öfter in den (zT variierten) usuellen Wdgn ‘etw liegt einem am H-n’, ‘etw auf dem H-en haben’, bildhaft ‘etw (Begier) brennt einem auf dem H-en’ [
Wilh zu Angela:] Hier nun liegt mir etwas auf dem H-en, auf dem ganzen innern Sinn, worüber ich aufgeklärt zu sein wünschte .. ein ganz eigenes Verhältniß Makariens zu den Gestirnen GWB24,190,20 Wj I 10 [
Eduard zu Charlotte:] Da wir denn ungestört hier allein sind .. so muß ich dir gestehen, daß ich schon einige Zeit etwas auf dem H-en habe .. Es betrifft unsern Freund, den Hauptmann GWB20,5,13 Wv I 1 [
Sora:] Mir brannt’ es auf dem H-en zu wissen, wie’s im Zimmer wohl sein möchte, wenn die schönen Sachen alle spielten GWB17,50,16 TriumphEmpfindsamk V GWB46,240,4 Hackert Achilleis 94 Var GWB40,177,5 Dt Theat
uö β
bezogen auf Streben, Tätigkeit; einmal mit dem Bild vom sich drehenden Rad Gebt mir zu thun, | Das sind reiche Gaben! | Das H. kann nicht ruhn, | Will zu schaffen haben GWB2,245 Sprichw 498 [
Göttin der ‘Wahrheit’ zum Dichter:] Erkennst du mich, die ich in manche Wunde | Des Lebens dir den reinsten Balsam goß? | Du kennst mich wohl, an die, zu ew’gem Bunde, | Dein strebend H. sich fest und fester schloß GWB1,4 Zueignung 38 [
Wilh an Mariane:] die Bewegung des Rades, das sich in meinem H-en dreht, sind keine Worte vermögend auszudrücken GWB21,101,1 Lj I 16~GWB51,88,5 ThS I 22 GWB13
1,157 Prol 1.10.91 Vs 5
uö γ
verbunden mit Eigenschaften wie Mut, Stärke, auch Allmacht, Unendlichkeit; wiederholt iZshg des Vermittelns, Übertragens von Kräften; ‘starkes H.’, ‘Kraft des Geistes und H-ens’ ua [
Egm, im Kerker:] O haltet, Mauern, die ihr mich einschließt, so vieler Geister wohlgemeintes Drängen nicht von mir ab; und welcher Muth aus meinen Augen sonst sich über sie ergoß, der kehre nun aus ihren H-en in meines wieder GWB8,283,3 Egm V [
Mönch zu Eugenie:] So ziehe denn hinüber [
in die Verbannung]! Trete frisch | In jenen Kreis der Traurigen .. | Durch mächt’ges Wort, durch kräft’ge That errege | Der tiefgebeugten H-en eigne Kraft GWBNatT 2760 Hätte L. für den empfindenden Theil der Menschen zu singen, sich zum Seher berufen gefühlt, er hätte übel gethan, diese [
verstandesmäßig argumentierenden] Briefe zu schreiben .. Er hätte empfunden für alle. Die aus seinem H-en strömende Kraft hätte alle mit fortgerissen GWB37,260,23 FGA Lavater,Aussichten Es gibt Werke, wie .. Werther .. die neue Heloise, deren größtes Verdienst in der Beredsamkeit der Leidenschaften besteht .. gewinnen wir doch eigentlich nur dadurch den Begriff von der Allmacht des H-ens [
toute-puissance du cœur] GWB40,239,24 Staël,Dichtgn [
Crugant:] wer sich einmal ins Vagiren einläßt .. kein Ziel mehr hat und keine Gränzen; denn unser H. — ach! das ist unendlich, so lang ihm Kräfte zureichen GWB38,188,15 Claud
1 GWBB14,32,23 Schiller 6.3.99 GWB9,144,6 Geschw
uö redensartl ‘etw (nicht) übers H. bringen (können)’ [
Werner:] Hast du etwas von deinen Schriften hier bei der Hand .. [
Wilh:] Wenn du es nicht Schriften nennen willst, sondern dem Kinde den rechten Namen gibst, will ich es wohl über mein H-e bringen, mich vor dir lächerlich zu machen GWB51,116,11 ThS II 3 GWB12,13,22 JeryBätely
uö c
als Ursprung, Triebfeder od Empfänger (gefühlshafter) verbaler Äußerungen; speziell in Hinsicht auf Bedürfnis, Drang nach Artikulation, Ausdruck; oft in (redensartl) Wdgn wie ‘etw muß vom H-en’, ‘sich etw vom H-en schaffen’, ‘etw vom H-en haben’, ‘aus ganzem, vollem H-en reden, sprechen’; einmal ‘etw von frischem H-en sagen’ iSv direkt, ohne Umschweife [
Leonore zur Prinzessin:] Drängt mich doch das volle H. | Sogleich zu sagen was ich lebhaft fühle; | Du fühlst es besser, fühlst es tief und — schweigst Tasso 86 Er kommt! Er naht! — Wie fühlt bei diesem Schalle | Die Seele gleich sich ahnungsvoll bedingt! | Doch schon befreien sich die H-en alle | Durch Leberuf, davon der Fels erklingt GWB16,323 DemKaiser vÖsterr 3 [
Marianne:] ich .. wartete eine gute Stunde ab, wenn mir’s nicht gleich vom H-en müßte: Ein- für allemal: ich kann Fabricen nicht heirathen GWB9,140,19 Geschw kein Argument .. bringt mich so aus der Fassung, als wenn einer mit einem unbedeutenden Gemeinspruche angezogen kommt, da ich aus ganzem H-en rede AA54,15 Werth
1 I~Werth
2 GWBB20,16,12 Kleist 1.2.08 DjG
35,78,20 Stella
1 II GWB42
2,31,2 Üb:Hiller,Ged
uö stärker bildhaft idWdgn ‘das H. erleichtern, ausschütten’, ‘dem H-en Luft machen’, ‘die Last vom H-en loshaben’, ‘das H. schwebt auf der Zunge’, ‘das H. in der Hand tragen’, sprichwörtl ‘weil das H. voll ist, geht der Mund über’ (nach Matth 12,34 u Luk 6,45) uä die schöne Unkluge .. ihrem H-en [
ame] Luft machend [ihr H. ausschüttend
Var]: Leben Sie wohl! .. lieber Revanne .. erhalten Sie die Grundsätze der Aufrichtigkeit GWB24,90,25 Wj I 5 PilgTörin [
der an den Königshof gerufene Reineke zu Grimbart:] Laßt mich beichten! höret mich an! kein anderer Pater | Ist in der Nähe zu finden; und hab’ ich alles vom H-en [vom H-en die Last los
Var], | Werd’ ich nicht schlimmer darum vor meinem Könige stehen GWBReinF III 262 [
Wilh üb Ophelia:] Zuletzt, da ihr jede Gewalt über sich selbst entrissen ist, da ihr H. auf der Zunge schwebt, wird diese Zunge ihre Verrätherin GWB22,92,2 Lj IV 16~GWB52,250,19 ThS VI 11 GWB33,310,7 BelagergMainz GWB41
1,55,24 Shakesp u kein Ende GWBT1,294, 11 v 11.10.86
uö im Hinblick auf Echtheit, Adäquatheit der Aussage; in Vbdgn, Wdgn wie ‘jdm sein (tiefstes, ganzes) H. eröffnen, enthüllen, entdecken, vertrauen, zeigen’, ‘aus dem/ von H-en reden, sprechen’, auch ‘jdm geht das H. auf’, ferner bildhaft ‘des H-ens geheimste Fächer öffnen’, ‘die Falten des H-ens entwickeln’ [
Iph, die Thoas ihre Herkunft u ihre Wünsche offenbarte:] Nicht Worte sind es, die nur blenden sollen; | Ich habe dir mein tiefstes H. entdeckt GWBIph
2 453 wie man ihm [
Lavater] gleich Rätsel und Mysterion spricht, wenn man aus dem in sich und durch sich lebenden und würckenden H-en redet GWBB2,174,23 Schönborn 8.6.[74] jenes freche .. Wort [
Philines in Lj]: Wenn ich dich liebe, was geht’s dich an? mir recht aus dem H-en gesprochen GWB28,288,28 DuW 14 [
Faust zu Wagner, bezügl der Rhetorik:] Bewunderung von Kindern und Affen, | Wenn euch darnach der Gaumen steht; | Doch werdet ihr nie Herz zu Herzen schaffen, | Wenn es euch nicht von H-en geht
13) GWBFaust I 545~GWBUrfaust 192 [
Hofmstrin zu Eugenie:] Wann öffnen wir, zufriednen Mädchen gleich, | Die ihren Schmuck einander wiederholt | Zu zeigen kaum ermüden, unsres H-ens | Geheimste Fächer, uns bequem und herzlich | Des wechselseit’gen Reichthums zu erfreuen? GWBNatT 934 DjG
35, 95,17 Stella
1 III GWB9,54 Mitsch
3252 GWB8,114,21 Götz
2 III GWB8,272,9 Egm IV [
Zit s v Falte 4]
uö iZshg der Problematik von Aussprechen u Verschweigen; wiederholt in Selbstaussage; meist mit Bildvorstellung [
Iph zu Thoas:] ein lang verschwiegenes | Geheimniß .. | Einmal vertraut, verläßt es ohne Rückkehr | Des tiefen H-ens sichre Wohnung, schadet, | .. oder nützt GWBIph
2 304~GWB39,334,15 Iph
1 I 3 [
der sterbende Gottfr, Elisab u Lerse bei ihm:] Verschliesst eure H-en sorgfältiger als eure Tühren. Es kommen die Zeiten des Betrugs, es ist ihm Freyheit gegeben GWB39,185,21 Götz
1 V~GWB8,169 Götz
2 sobald man in Gesellschaft, nimmt man vom H-en den Schlüssel ab, und steckt ihn in die Tasche — die, welche ihn stecken lassen, das sind Dummköpfe Gespr(He1,96) Lavater 26.6.74 [
aus Berlin] Wenn ich nur könnte bey meiner Rückkunft Ihnen alles erzählen wenn ich nur dürfte. Aber ach die eisernen Reifen mit denen mein H. eingefasst wird treiben sich täglich fester an dass endlich gar nichts mehr durchrinnen wird GWBB3,225,12 ChStein 19.[5.78] Sie bitten, bitten .. um ein Wort aus meinem H-en .. O mein H. — Soll ich’s denn anzapfen, auch dir Gustgen, von dem Hefetrüben Wein schencken! GWBB2,273,8u11 Gfin Stolbg 3.8.[75] GWBB2,285,13 JFahlmer [11.9.75] GWB8,51,4 Götz
2 I
uö — als Zielpunkt, Empfänger von Rede; ‘zu jds H-en sprechen’, ‘etw dringt zu H-en, zwingt die H-en, hallt im H-en wider’ ua [
Suleika:] West[
wind]. | Eile denn zu meinem Lieben, | Spreche sanft zu seinem H-en; | Doch vermeid’ ihn zu betrüben | Und verbirg ihm meine Schmerzen GWB6,187 Vs 14 DivSuleika [
Brackenb zu Clär:] Wenn wir nach Hause gingen! .. Dort an der Ecke seh’ ich Alba’s Wache; laß doch die Stimme der Vernunft dir zu H-en dringen GWB8,279,11 Egm V Sie [
Corona Schröter] öffnet ihren Mund, und lieblich fließt | Der weiche Ton, der sich um’s H. ergießt GWB16,140 MiedingsTod 198 [
Orbassan zu Amenaide:] Sprich, offen ist mein H. [
cœur] GWB9,395 Tancred 772 GWBFaust I 537~GWBUrfaust 184 GWB16,174 Geheimnisse 92 GWBB4,74,2 Lavater 8.10.79
uö d
als Ort imaginativen, schöpferischen Vermögens α
als Quellbereich künstlerischen Schöpfertums; ‘das H. erzählt, ergießt sich’, ‘etw fließt aus dem H-en, quillt aus Sinn und H. hervor’, ‘aus dem Grunde des H-ens singen’, ‘des H-ens Fülle spricht sich aus’ ua Ihr naht euch wieder, schwankende Gestalten, | Die früh sich einst dem trüben Blick gezeigt. | Versuch’ ich wohl euch dießmal fest zu halten? | Fühl’ ich mein H. noch jenem Wahn geneigt? | Ihr drängt euch zu! nun gut, so mögt ihr walten GWBFaust I Zueignung 4 [
an Hafis gerichtet] Du bist der Freuden echte Dichterquelle, | Und ungezählt entfließt dir Well’ auf Welle, | .. Ein Brustgesang der lieblich fließet, | .. Ein gutes H. das sich ergießet GWB6,39 Div Unbegrenzt 12 Ach, wie du ruhtest neben mir, | Und schmachtetest mich an, | Und mir’s vom Aug’ durch’s H. hindurch | Zum Griffel schmachtete GWB2,180 Künstlers Morgenlied 55 [
aus Ilmenau] ich hab nur für dich gezeichnet. Zwar wenig, aber mein H. drinne GWBB3,91,20 ChStein 2.8.76 [
wohl Lenz’ Ged ‘Nachtschwärmerey’ gemeint] ein Zweig aus Lenzens Goldnem h-en [<Garten] GWBB2,238,15 Fahlmer [Anf März 75] GWBB2,58,2 Sophie La Roche 19.[1.73] GWBB5,94,21 ChStein [25.3.81] GWB36,15,18 TuJ 1807 GWBB4,156,26 Kayser 29.12.79
uö in (bildh-)allg Aussage was soll das Reale an sich [
in der Kunst]? .. der eigentliche Gewinn für unsere höhere Natur liegt doch allein im Idealen, das aus dem H-en des Dichters hervorging Gespr(FfA II 12,210,8) Eckerm 18.1.27 Der einzelne Künstler kann sich freylich nicht isoliren, und doch gehört Einsamkeit dazu um in die Tiefe der Kunst zu dringen und die tiefe Kunst in seinem eignen H-en aufzuschließen GWBB14,208,26 WHumboldt 28.10.99 K Der Tempel ist euch aufgebaut, | Ihr hohen Musen all’, | Und hier in meinem H-en ist | Das Allerheiligste GWB2,178 Künstlers Morgenlied 3 GWB45,321,20 Diderot,Malerei GWB2,16 Sonette XIV 2u5 GWBFaust I 141 [
Zit β]
uö β
als (empfindsames, sensibles) Aufnahmeorgan von Kunst; bes (allg) bezügl des ästhetischen Effekts der Erschütterung, Läuterung; auch ‘das H./des H-ens innigsten Grund bewegen’, ‘das H. geht über, schmilzt’, ‘jdm in das H. hinein reden, singen’, ‘rein am H-en fühlen’, ‘Erhebung des H-ens’ uä [
der Dichter:] Der Dichter .. | Wodurch bewegt er alle H-en? | Wodurch besiegt er jedes Element? | Ist es der Einklang nicht, der aus dem Busen dringt, | Und in sein Herz die Welt zurücke schlingt? GWBFaust I 138 [
die Tragödie:] Mit nachgeahmten hohen Schmerzen | Durchbohr’ ich spielend jede Brust, | Und euren tiefbewegten H-en | Sind Thränen Freude, Schmerzen Lust GWB16,192 Maskenz Aufz dWinters 37 Höchster Zweck der Kunst: .. Aufgeschlossene H-en, Unbekannte ja Feinde umarmen sich GWB13
2,201,23 ProlBln 1821 Schema Könnt ich gegen Ihnen über sizzen und es [
das Drama ‘Stella’] selbst in Ihr H. würcken GWBB2,242,10 Gfin Stolbg [8./9.]3.[75] seine [
Horatios] ganze Seele schien bloß über den [
Geigen-] Saiten zu schweben .. [
es] schmolzen die H-en seiner Zuhörer GWB52,236,11 ThS VI 9 GWB1,94 Bergschloß 42 GWB21,34,19 Lj I 7~GWB51,29,18 ThS I 9 GWB11,296 ErwElm
2 190 GWBB2,200,9 Kestner uFr [Okt 74]
uö abschätzig im Ausruf Mit Botanik gibst du dich ab? mit Optik? Was thust du? | Ist es nicht schönrer Gewinn, rühren ein zärtliches Herz? | Ach, die zärtlichen H-en! Ein Pfuscher vermag sie zu rühren GWB1,325 Vs 355 VenEpigr 77 —
mBez auf Lektüre theolog Schriften Herders: ‘auf die Knie meines H-ens’ (nach dem apokryphen Gebet Manasses Vs 11), im Ausdruck tiefer Bewunderung Deine Art zu fegen — und nicht etwa aus dem Kehrigt Gold zu sieben, sondern den Kehrigt zur lebenden Pflanze umzupalingenesiren, legt mich immer auf die Knie meines H-ens GWBB2,262,25 Herder [etwa 12.5.75 Korr DjG5,29] e
als Träger, Instanz sittlichen Fühlens u Handelns, ethischer Haltung, Gesinnung α
in Hinsicht auf moralisch Gutes, Wertvolles; öfter iZshg mit Mitleid u Nächstenliebe; wiederholt im Bild od in allg Betrachtung; mit Bestimmungen wie ‘gut, redlich, aufrichtig, edel, groß, weit, schön, menschlich’, ‘Güte, Wärme, Lauterkeit, Edelmut, Großheit’, ferner ‘zu H-en gehen’, ‘jds H. zum Mitleid stimmen’ od im Appell ‘nehmt es zu H-en!’, einmal in der Redensart ‘das H. auf dem rechten Fleck (haben)’ Sie lindert geschäftig geheuchelte Leiden. | Der Göttliche lächelt; er siehet mit Freuden | Durch tiefes Verderben ein menschliches H. GWB1,228 Gott u Bajadere 33 [
Herm zu Dor:] Lange wünschte die Mutter .. sich ein Mädchen im Hause, | Das mit der Hand nicht allein, das auch mit dem H-en ihr hülfe GWBHermDor VII 65 endlich pfeift Musketen- Blei | Und trifft, will’s Gott, das Bein, | .. Man schleppt uns gleich hinein | Zum Städtchen .. | Da thut sich H. und Keller los, | Die Küche darf nicht ruhn GWB1,135 Kriegsglück 33 Die Güte des H-ens nimmt einen weiteren Raum ein als der Gerechtigkeit geräumiges Feld GWB42
2,521,19 MuR Plp(1318) [
Graf, Kenntnisse abfragend:] Haben diese beiden Pole [
‘die Liebe des Nächsten’ u ‘die Liebe der Weisheit’] eine Achse? [
Ritter:] Freilich .. Diese Achse geht durch unser H., wenn wir rechte Schüler der Weisheit sind, und das Universum dreht sich um uns herum GWB17,131,20 GrCoph I 3 GWB18,252,3 Märchen GWB46,396,2 Winckelm Plp GWB38,119,2 Claud
1 uö mit Betonung der sittlich-seelischen Reinheit; mehrf charakterisiert als ‘rein, unbefleckt, unschuldig, selig’; überwiegend bezogen auf weibl Gestalten in G-s Dichtung (bes Iphigenie, Mignon, Eugenie); einmal iron ‘keusche H-en’ iZshg mit Sexualmotivik [
Iph zu Thoas:] Laß mich mit reinem H-en, reiner Hand, | Hinübergehn [
in die griech Heimat] und unser Haus entsühnen GWBIph
2 1968~GWB39,395,14 Iph
1 V III [
Iph:] Ganz unbefleckt genießt sich nur das H. [ist nur die Seele ruhig GWB39,383,13 Iph
1 IV 4] GWBIph
2 1652 Wasser holen geht die reine | Schöne Frau des hohen Bramen, | .. Aber wo ist Krug und Eimer? | .. Seligem H-en, frommen Händen | Ballt sich die bewegte Welle | Herrlich zu krystallner Kugel GWB3,10 PariaLegende 9 [
erster Oberrichter:] Ihr Richter des heimlichen Gerichts .. Sind eure H-en rein, und eure Hände, so hebt die Arme empor, und ruft über die Missetähter Wehe! Wehe! .. [
vgl Ps 24,4] GWB39,178,18 Götz
1 V~GWB8,163 Götz
2 [
Meph, nach einer ordinären Gebärde:] Man darf das nicht vor keuschen Ohren nennen, | Was keusche H-en nicht entbehren können GWBFaust I 3296 GWB23,158,20 Lj VIII 2 GWBNatT 1903 GWB22,314,27 Lj VI Schöne Seele [
vgl Ps 51,12]
uö bei Hervorhebung der inneren Freiheit er [
Luther] gab dem H-en seine Freiheit wieder, und machte es der Liebe fähiger GWB37,163,17 BriefPastors [
Elisab zu Götz, von den Getreuen:] Einige sind erstochen, einige liegen im Thurn .. Lieber Mann, schilt unsern himmlischen Vater nicht. Sie haben ihren Lohn, er ward mit ihnen geboren, ein freies [groses GWB39,121,3 Götz
1] edles H. Laß sie gefangen sein, sie sind frei! GWB8,119,19 Götz
2 IV so eingeschränkt er [
der Mensch] ist, hält er doch immer im H-en das süsse Gefühl von Freyheit, und daß er diesen Kerker verlassen kann, wann er will AA12,1 Werth
1 I~Werth
2 uö(selten) mit iron Einschlag Herr Jakobi und sein gutes H.; das gute H. und der Herr Jakobi; die ein großer Theil des Publicums mit uns von Herzen satt ist .. Wir wünschten, Herr Jacobi .. ließe uns nur mit seinen Tugenden unbehelligt GWB37,288,24 FGA ÜbHausen Gotter ist ein schielender Mensch .. Sein gutes H. — Ja die guten H-en! Ich kenn das Pack auch GWBB2,33,11f Kestner [27.10.72] Gespr(He2,56) HMeyer [nach 8.2.06] β
im Hinblick auf sittlich Negatives od Problematisches; mit Charakterisierungen wie ‘böse, schlecht, kalt, hart, schwach, verdorben, stolz, übermütig, verräterisch’, ‘Tücke, Unredlichkeit, Eitelkeit’, ferner ‘kein H. haben’, ‘das H. verrät jdn’; gelegentl mit Bildvorstellungen, auch der des einwohnenden Ungeheuers [
Elmire, die von Erwin selbstgezogene Pfirsiche erhalten hatte:] Ich dankt’ ihm leicht .. und gleich | Bot ich sie der Gesellschaft freundlich hin; | Er trat zurück, erblaßte .. Ach, daß mein H. | So stolz und kalt und übermüthig war! GWB11,297 ErwElm
2 219 [
Stella, Fernandos Gemälde in den Händen:] Du konntest meine Unschuld, mein Glük .. so zum Zeitvertreib pflüken, und zerpflüken .. Meine Jugend! .. Und du trägst die tiefe Tüke im H-en! DjG
35,110,25 Stella
1 V [
in Lavaters Umgang] geht mir recht klar auf in was für einem sittlichen Todt wir gewöhnlich zusammen leben, und woher das Eintrocknen und Einfrieren eines H-ens kommt das in sich nie dürr, und nie kalt ist GWBB4,150,11 ChStein 30.11.79 [
Gerichtsrat:] Uneigennütz’ge Liebe kann der Mund | Mit Frechheit oft betheuern, wenn im H-en | Der Selbstsucht Ungeheuer lauschend grins’t GWBNatT 2933 [
Alphons zu Tasso:] Es liegt um uns herum | Gar mancher Abgrund .. | Doch hier in unserm H-en ist der tiefste, | Und reizend ist es sich hinab zu stürzen. | Ich bitte dich, entreiße dich dir selbst! Tasso 3075 GWB39,77,19 Götz
1 II~GWB8,71 Götz
2 [
für: cœur] GWB9,286 Mahomet 213 GWB1,143 Rechenschaft 84
uö in bibl Reminiszenz (nach Jer 17,9) [
üb Sternes ‘Sentimental Journey’] man könne durchaus nicht besser ausdrücken, wie des Menschen H-e ein trotzig und verzagt Ding ist Gespr (He
32,632) FMendelssohn [Jun 1830] GWBN3,212,13 FlH IV γ
hinsichtl der inneren Bildung, Entwicklung, vor allem einer sittlich-geistigen Mäßigung u Befriedung; wiederholt in Selbstaussagen der frühen Weim Zeit (insbes bezügl der Rolle ChSteins), einmal im Gleichnis des Schlackenaustreibens; auch ‘Bildung des H-ens’, ‘bildsames H.’ sowie (mBez auf zeitgenöss soziale Entwicklungen) ‘erweitertes H.’ Die Offenheit und Ruhe meines H-ens die du mir wiedergegeben hast, sey auch für dich allein, und alles Gute, was anderen und mir draus entspringt sey auch dein GWBB5,97,13 ChStein 27.3.81 Da ich der ewige Gleichnißmacher bin, erzählt ich mir .. gestern, Sie seyen mir was eine Kayserliche Kommission den Reichsfürsten ist. Sie lehren mein überall verschuldetes H. haushältischer werden, und in einer reinen Einnahme und Ausgabe sein Glück finden GWBB5,71,9 ChStein 8.[3.81] Ich habe unsäglich ausgestanden .. Es scheint als wenn es eines .. gewaltigen Hammers bedurft habe um meine Natur von den vielen Schlacken zu befreyen, und mein H. gediegen zu machen GWBB6,93,7 Jacobi 17.11.82 [
Odoardo, bei der Erläuterung seines Siedlungsplans:] Das Jahrhundert muß uns zu Hülfe kommen, die Zeit an die Stelle der Vernunft treten, und in einem erweiterten H-en der höhere Vortheil den niedern verdrängen GWB25
1,219,25 Wj III 12 GWB22,306,15f Lj VI SchöneSeele GWB22,266,15 ebd GWB39,51,3 Götz
1 I~GWB8,51 Götz
2 uö(selten) δ
als naturhaft-moralische (Gewissens-)Instanz; meist in Fügungen wie ‘jds H. sagt, lehrt, befiehlt etw, gibt Gesetze’, ‘Stimme, Wink des H-ens’, ‘sein H. fragen’ [
Thoas:] Du weißt, daß du mit einem Barbaren sprichst, und traust ihm zu, daß er der Wahrheit Stimme vernimmt! [
Iph:] Es hört sie jeder unter jedem Himmel, dem ein edles H., von Göttern entsprungen, den Busen wärmt GWB39,394,18 Iph
1 V 3 [
Herm, der den Flüchtlingen Gaben brachte:] Ob ich löblich gehandelt? ich weiß es nicht; aber mein H. hat | Mich geheißen zu thun, so wie ich genau nun erzähle GWBHermDor II 11 [
Herm:] so still ich auch bin und war, so hat in der Brust mir | Doch sich gebildet ein H., das Unrecht hasset und Unbill ebd IV 131 Sie hören von den Lehrstühlen der Philosophen, daß in dem Menschen die Selbstbestimmung zum Guten zu suchen sei. Daß kein äußeres noch so weises, selbst kein göttliches Gebot, sondern daß ihm sein eigen H. das Rechtthun empfehle und befehle GWBA(53,286,24) Votum [Jan 92] K [
der Sammler zu Julie:] das Gute, das Edle, das Schöne .. Wo käme es denn her, wenn es nicht aus uns selbst entspränge? Fragen Sie Ihr eigen H.! ist nicht die Handelsweise zugleich mit dem Handeln ihm eingeboren? GWB47,177,12 Samml 6 GWB23,66,15 Lj VII 6 GWB16,178 Geheimnisse 193 GWB8,276,12 Egm V [
für: cœur] GWB9,433 Tancred 1555
uö spezieller iSv Gewissen; einmal ‘jdm schlägt das H.’ [
Cäcilie, zu Stellas Selbstmord:] Mir wirft mein H. nichts vor. Guter Wille ist höher als aller Erfolg GWB11,193,15 Stella
2 V [
Amenaide, die zum Tode verurteilt wurde:] meinem Vater, meinem Vaterland | Erschein’ ich als Verrätherin! .. | So kann mir denn in dieser Schreckensstunde | Mein eigen H. [
cœur] allein das Zeugniß geben GWB9,398 Tancred 828 GWB25
1,80,1 Wj III 2
uö(selten) f
als Ort, Bereich best (kognitiv-)geistiger Fähigkeiten u Vorgänge α
in Hinsicht auf (Voraus-)Ahnung, Erinnerung, (intuitives) Wissen; auch ‘das H. ahnt, ist gewiß’ sowie bildhaft ‘Ahndungen krabbeln wie Spinnen übers H.’, ferner redensartl ‘etw, jdn in einem feinen H-en bewahren, behalten’ uä (nach Luk 8,15) [
Orest:] Wer bist du, deren Stimme mir entsetzlich | Das Innerste in seinen Tiefen wendet? [
Iph:] Es zeigt sich dir im tiefsten H-en an: | Orest, ich bin’s! Sieh Iphigenien! GWBIph
2 1172~GWB39,366,11 Iph
1 III 1 Ach, du warst in abgelebten Zeiten | Meine Schwester oder meine Frau. | .. von allem dem schwebt ein Erinnern | Nur noch um das ungewisse H. | Fühlt die alte Wahrheit ewig gleich im Innern, | Und der neue Zustand wird ihm Schmerz GWB4,98 Warum gabst du uns [14.4.76 an ChStein] 46 Sie [
Lotte] gab das unglükliche Gewehr dem Knaben .. ging in ihr Zimmer in dem Zustand des unaussprechlichsten Leidens. Ihr H. weissagte ihr alle Schröknisse AA152,13 Werth
1 II~Werth
2 [
zu einer Profil-Darstellung von Lips] Mir scheint es am meisten einen gefühlvollen Denker zu bezeichnen, dessen H. lange schon einer Wahrheit ahndend entgegen schlug, und worüber sich in seiner Stirne Glauben und Zweifel wechselweise bewegten GWB37,337,16 PhysiognFragm GWB13
1,70,3 Was wir bringen [1802] GWBIph
22081u2093~GWB39,401,14 Iph
1 V 6 GWBB3,218,10 ChStein 13.4.78 GWBB8,214,14 Seidel 15.5.87 [
Zit u Weiteres s v fein 4b]
uö charakterisiert als allgemeines (unmittelbares) Erkenntnisvermögen Jede Form, auch die gefühlteste, hat etwas Unwahres; allein sie ist ein- für allemal das Glas, wodurch wir die heiligen Strahlen der verbreiteten Natur an das H. der Menschen zum Feuerblick sammeln GWB37,314,15 Aus G-s Brieftasche β
bezogen auf Reflexion, Erwägung, Entscheidung; auch ‘etw geht einem durch Kopf und H.’, ‘etw in Sinn und H. wälzen’, ‘etw im tiefsten H-en beschließen’ [
Herm:] Zwiespalt war mir im H-en, | Ob ich mit eilenden Rossen das Dorf erreichte, die Speisen | Unter das übrige Volk zu spenden, oder sogleich hier | Alles dem Mädchen [
Dor] gäbe, damit sie es weislich vertheilte. | Und ich entschied mich gleich in meinem H-en, und fuhr ihr | Sachte nach .. GWBHermDor II 61u65 [
Iph zu Thoas:] Ich wende im H-en auf und ab [Auf und ab steigt in der Brust GWBIph
2 1913] ein kühnes Unternehmen [
die Preisgabe des Fluchtplans] .. euch leg’ ich’s auf die Knie GWB39,393,18 Iph1 V 3 zuletzt stand er da, fest ganz der lezte einzige Gedanke: ich will sterben! .. und Morgens, in all der Ruh des Erwachens, steht er noch fest, noch ganz stark in meinem H-en: ich will sterben! AA132,23 Werth
1II~Werth
2 GWBB3,25,11 ChStein 29.1.76 [
für: cœur] GWB9,299 Mahomet 521 GWBHermDor IV 103
uö ‘sich etw zu H-en nehmen’ uä iSv sich mit einer Sache eingehend geistig befassen Herr Matthisson .. sprach mit Antheil von Helena und hatte sich besonders die Schlußchöre zu H-en genommen GWBTgb 15.6.27 GWBB51,275 HAFritsch 14.2.10
uö ‘im (stillen) H-en’ iSv im Geiste, im Stillen [
Marie:] der ruhige kalte Blick, den er [
Clav] über mich herwarf an der Seite der glänzenden Donna; da ward ich Spanierin in meinem H-en, und griff nach meinem Dolch, und nahm Gift zu mir, und verkleidete mich .. Alles in Gedanken versteht sich GWB11,56,10 Clav I [
Tasso, bezügl Antonios Lob für Ariost:] Tröstlich | Ist es für uns, den Mann gerühmt zu wissen, | Der als ein großes Muster vor uns steht. | Wir können uns im stillen H-en sagen: | Erreichst du einen Theil von seinem Werth, | Bleibt dir ein Theil auch seines Ruhms gewiß Tasso 785 GWB17,100,20 Vögel
uö γ
vereinzelt als Sphäre verborgener Einsichten, unbewußter seelischer Prozesse Wissen Sie wohl, daß das H. Geheimnisse hat, wovon der Verstand nichts weiß? Gespr(He1, 378) SGDittmar Jul 86 Seit jener Überraschung, die ihn [
Wilh] auf das Theater brachte, hatte er noch nicht Zeit gehabt, zu sich selbst zu kommen. Die heimlichen Wirkungen jenes Schrittes gingen immer in seinem H-en fort, ohne daß er sich dessen bewußt war GWB52,93,24 ThS IV 16
uö(selten) g
in metonym Verwendungen α
für Empfinden, Gefühl(svermögen); in den (redensartl) Wdgn ‘seinem H-en folgen’, ‘sich seinem H-en überlassen’, ‘wenn es nach dem H-en geht’, ‘sein H. verbergen’ uä; auch ‘Geschichte des (menschlichen) H-ens’14) Ich habe mich gewöhnt bey meinen Handlungen meinem H-en zu folgen und weder an Misbilligungen noch an Folgen zu dencken GWBB3,123,8 Einsiedel [Ende Nov 76] [
Wilh, üb den Schauspieler:] sein Thun und Lassen und jede Gebärde sollte er in den verschiedenen Proben .. durchdenken, um sich dadurch des Mechanischen zu versichern, daß er bei der Aufführung sich ganz seinem H-en, seiner Laune und dem Glück überlassen könnte GWB51,222,14 ThS III 6 Eine gewisse Cultur, die vom H-en ausgeht, ist daselbst [
im nördl Deutschld] einheimisch wie vielleicht nirgends .. es zeugt für die gute Natur jener Gegenden, daß man ihn [
Hiller] .. einen Naturdichter nannte GWB42
2,27,2 Üb:Hiller,Ged Hier sind denn meine Lieder [
die Gedichtsammlung ‘Neue Lieder’]. Die Geschichte meines H-ens in kleinen Gemählden! Wenn je Gedichte nicht unter Batteux Grundsaz gegangen sind, so sind’s diese, nicht ein Strich Nachahmung, alles Natur GWBB51,37 Langer [Okt 69?] Ein geistreicher Mann sagte, die neuere Mystik sei die Dialektik des H-ens und deßwegen mitunter so erstaunenswerth .. weil sie Dinge zur Sprache bringe, zu denen der Mensch auf dem gewöhnlichen Verstands-, Vernunfts- und Religionswege nicht gelangen würde .... Der Mysticismus ist die Scholastik des H-ens, die Dialektik des Gefühls GWB42
2,155,20 u 161,3 MuR(339u369) GWBB1,204,21 Oeser 14.2.69 GWBHermDor IV 120 GWB40,224,28 Staël,Dichtgn
uö neben ‘Geist’, ‘Verstand’, ‘Witz’, ‘Kopf’, ‘Sinn’ uä; meist in wertender Gegenüberstellung od hinsichtl Vereinigung, Einheit; einmal in metaspr Bemerkung [
Aurelie:] zum Lichte des Verstandes können wir immer gelangen; aber die Fülle des H-ens kann uns niemand geben GWB22,95,28 Lj IV 16 Der Philosoph ist geputzt und steht nun an mit wem er den Reyen eröffnen soll, sein [H.] *Wiz wird ihn einen Ausweg lehren, da er seinem H-en nicht folgen kann. [
Anm:] *Sie haben hier wieder ein weites Feld mich zu necken, dass ich in den Fall komme H. in Wiz zu korrigieren GWBB3,253,11,12u15 ChStein 31.10.[78] Die alles ausgleichende Ruhe Spinoza’s contrastirte mit meinem alles aufregenden Streben .. Geist und H., Verstand und Sinn suchten sich mit nothwendiger Wahlverwandtschaft, und durch diese kam die Vereinigung der verschiedensten Wesen zu Stande GWB28,289,10 DuW 14 Wenn die Hoffnungen sich verwirklichen, daß die Menschen sich mit allen ihren Kräften, mit H. und Geist, mit Verstand und Liebe vereinigen und von einander Kenntniß nehmen, so wird sich ereignen, woran jetzt noch kein Mensch denken kann GWBN11,101,26 MuR GWB2,263 Totalität 1 GWB3,45 Zw beidenWelten 3
uö auch bezogen auf die gesamte (weibliche) Person; einmal ‘ganz H. werden’ Verstand und Vernunft sind ein formelles Vermögen, das H. liefert den Gehalt, den Stoff. Wenn man die Männer als Verstand und Vernunft ansehen kann, so sind sie Form; die Weiber, als H., sind Stoff Gespr (He2,502) Riemer 15.1.10 [
Stella üb Fernando:] Biss in’s innerste Mark fachte er mir die Flammen die ihn durchwühlten. Und so ward das Mädgen von Kopf biß zu’n Solen ganz H., ganz Gefühl DjG
35,81,21 Stella
1 II
in spezielleren Schattierungen: idVbdg ‘nach jds H-en’ iSv Sinn, Geschmack [
Präsentation des Modells für einen Zierbrunnen] Kaum hatte der König so viel Geduld mich ausreden zu lassen, als er mit lauter Stimme sprach: Wahrlich, in dir habe ich einen Mann nach meinem H-en [
curore] gefunden! GWB44,72,23 Cell III 6 GWB25
1,261,5 Wj III 14
uö ‘wie/wenn es einem ums H. ist’ iSv wie einem zumute ist, wenn einem nach etw der Sinn steht [
Gesinnungswandel gegenüber Narziß] Ich zog die Maske ab und handelte jedesmal, wie mir’s um’s H. war GWB22,292,23 Lj VI SchöneSeele [
Sophie:] wenn es uns auch nicht um’s H. wäre, wir sollten doch tanzen und springen, daß wir die andern nur ein bißchen lustig machten GWB12,41,19 Lila I GWB25
1,230, 25 Wj III 13
uö β
für Zuneigung, Liebe; auch ‘jdm sein H. bewahren’ [
mBez auf ein Medaillon mit einer Locke Mariannes] Ach, ich kann sie nicht erwidern, | Wie ich auch daran mich freue; | G’nüg’ es dir an meinen Liedern, | Meinem H-en, meiner Treue GWB6,299 Vs 4 DivNachl [
alte Barbara üb Wilh:] er ist unglücklicherweise von jenen Liebhabern, die nichts als ihr H. bringen, und eben diese haben die meisten Prätensionen GWB21,65,4 Lj I 12 GWBHermDor IX 275
uö(selten) γ
für Mut, Zuversicht; in den (redensartl) Wdgn ‘(sich) ein H. fassen, nehmen’, ‘(das) H. zu etw (nicht) haben’, ‘nicht genug H. haben’, ‘jd von wenig H.’, ‘jdm H. machen’ [
Meph, Faust den Weg zu den ‘Müttern’ weisend:] Ein glühnder Dreifuß .. | Bei seinem Schein wirst du die Mütter sehn | .. Da faß ein H., denn die Gefahr ist groß, | Und gehe g’rad’ auf jenen Dreifuß los GWBFaust II 6291 [
Vansen:] Wenn jetzt einer oder der andere H. hätte, und einer oder der andere den Kopf dazu; wir könnten die spanischen Ketten auf einmal sprengen GWB8,204,25 Egm II [
Flußüberquerung auf schmalem Steg] ein Notarius .. der seine französische Natur nicht ablegen konnte, sagte mir .. ich sei ein Mann von wenig H. [
di poco animo], hier sei gar keine Gefahr GWB43,294,16 Cell II 9 [
Martin, auf Breme deutend:] Nicht wahr, das ist ein Mann! [
Albert:] Er kann einem recht H. machen GWB18,58,15 Aufgeregten IV 2 GWB16,277 Maskenz 1818 Festz 456 GWB39,172,25 Götz
1 V GWB22,156,21 Lj V 4
uö δ
für Gesinnung, Einstellung; auch ‘jds H. wenden, prüfen’, ‘mit welchem H-en’ uä Die Welt seiner Jäger und Förster kennt der Verfasser recht gut, doch hat er manche Eigenthümlichkeiten derselben nicht genug herausgehoben .. Überhaupt möchte man sagen, er sei nur mit den Augen und nicht mit dem H-en ein Jäger GWB40,327,20 Üb:Geburtstag [
beabsichtigte Brockenbesteigung] Die Berge waren im Nebel man sah nichts, und so sagt er [
der Förster] ists auch iezt oben .. Und wer nicht alle Tritte weis pp. .. Ich war still und bat die Götter das H. dieses Menschen zu wenden und das Wetter GWBB3,201,5 ChStein 11.[12.77] Wenn Sie wüssten liebe Frau mit welchem H-en und welchen Worten wir offt Ihrer erwähnt haben, Sie würden sich zu uns gesehnt haben GWBB2,144,4 EJacobi [Anf Febr 74] [
für: sentimens] GWB9,319 Mahomet 957
uö 2
auf die (geistig-)seelische Gesamtheit bezogen a
für die (individuelle) Wesensart, den eigentüml Charakter od die innere Person; öfter als Gegenstand von Betrachtung u Erkenntnis; auch im Bild [
Eugenie zur Hofmstrin:] Du warst es, der ich dieser Worte Sinn | Zuerst verdanke, dieser Sprache Kraft | Und künstliche Verknüpfung; diese Welt | Hab’ ich aus deinem Munde, ja, mein eignes H. GWBNatT 2374 [
in ein Exemplar des ‘Werther’ geschrieben] In iammervolle Seelenfreuden | Sey bey des Armen Noth entzückt, | Ihm schuf sein H. die bittre Leiden | Deins mache Doron dich beglückt GWB5
2,359 In jammervolle 3 Manchmal sag’ ich mir: Dein Schicksal ist einzig .. so ist noch keiner gequält worden; dann lese ich einen Dichter der Vorzeit, und es ist mir als säh’ ich mein eignes H. AA107,29 Werth
2 II Hier [
in der Gestalt Hamlets] ist die Menschheit zu studiren in diesem so wunderlichen und doch so wahren H-en GWB40,129,7 EnglSchausp GWB36,72,9 TuJ 1811
uö in Wdgn wie ‘jdm, einander (tief) ins H. sehen, blicken’, ‘sich in seinem H-en umsehen’, auch ‘jds (ganzes) H. fühlen, kennen’ Warum gabst uns, Schicksal, die Gefühle, | Uns einander in das H. zu sehn, | Und durch all die seltenen Gewühle | Unser wahr Verhältniß auszuspähn? GWB4,97 Warum gabst du uns [14.4.76 an ChStein] 6 [
Tasso zu Antonio:] Es ist genug! | Ich blickte tief dir in das H. und kenne | Für’s ganze Leben dich Tasso 1317 [
üb die frühere Freundin] ich habe das H. gefühlt, die große Seele, in deren Gegenwart ich mir schien mehr zu seyn als ich war AA9,9 Werth
1 I~Werth
2 [
Faust:] Ach wenn in unsrer engen Zelle | Die Lampe freundlich wieder brennt, | Dann wird’s in unserm Busen helle, | Im H-en, das sich selber kennt GWBFaust I 1197 GWB17,182,8 GrCoph III 5 [
für: cœur] GWB9,294 Mahomet 420
uö allgemein: ‘Kenner, Kenntnis des (menschlichen) H-ens’; in dem Ausruf ‘was ist das H. des Menschen!’ auf das Eigenartige, Inkommensurable deutend [
bei Schönemanns] Man traute mir aus meinen Schriften Kenntniß des menschlichen H-ens, wie man es damals nannte, zu GWB29,37,6 DuW 17 AA3,2 Werth
1 I~Werth
2 GWB23,289,22 Lj VIII 10
uö in weiteren generalisierenden Vbdgn; in Hinsicht auf Geschlechter(rollen) od Lebensabschnitte; ‘das H. eines Vaters, einer Mutter, einer Frau, eines Mädchens’, auch ‘H. der Jugend’, attribuiert ‘weibliches, mütterliches, männliches, väterliches, kindliches, jugendliches H.’ [
die Schöne:] Wahrlich! mein Mann war verständig und klug, und kannte das H. einer Frau GWB18,186,24 Unterhaltungen Niemals noch hat die Kälte der mütterlichen Lehren ein weibliches H-e so zu Eise gehärtet, daß es der alles erwärmende Hauch der Liebe nicht hätte zerschmelzen sollen GWB37,21,3 Annette Kunst Spröden zu fangen I Schöne Kinder tragt ihr, und steht mit verdeckten Gesichtern, | Bettelt: das heißt, mit Macht reden an’s männliche H. GWB1,314 Vs 144 VenEpigr 30 [
Iph zu Orest:] Verzeih mir, Bruder! doch mein kindlich H. | Hat unser ganz Geschick in seine [
Thoas’] Hand | Gelegt. Gestanden hab’ ich euern Anschlag | Und meine Seele vom Verrath gerettet GWBIph
2 2005~GWB39,397,20 Iph
1 V 4 AA68,30 Werth
1 I~Werth
2 GWB23,79,19 Lj VII 7 GWB4,158 Liebe u Tugend 13 DjG
34,308,1 RAnw [28.10.74]
uö mBez auf Gesellschaft, Nationalität; ‘H. des Volks’, ‘H. der Deutschen’, redensartl ‘deutsches H.’15) Das Unglück ist geschehn, das H. des Volcks ist in den Koth getreten, und keiner edeln Begierde mehr fähig GWB39,1 Götz
1 Vorspr [Haller] Willst du noch die Teufel bannen | Mit dem Fluch aus deutschem H-en, | Da Tyrannen nach Tyrannen | Mark erdrücken und verscherzen? GWB5
1,127 ZXenNachl 610 GWB13
2,275,12 Götz
3 Plp
uö(selten) b
in der empfindsamen, genialischen Frühzeit Kern- u Wesensbegriff des fühlenden, kraftvollen (autonomen) Individuums; wiederholt iZshg der (ideellen) Vereinigung mit der göttl Allnatur; charakterisiert als ‘stürmisch, unstet, (heilig) glühend’ (auch in Anrede), mehrf ‘dieses H.’ ; öfter deutl im Anschluß an A1b Es schlug mein H. [Mir schlug das H.
Var], geschwind zu Pferde! | Es war gethan fast eh’ gedacht GWB1,68 Willk u Abschied 1 Ich will nicht mehr geleitet, ermuntert, angefeuret seyn, braust dieses H. doch genug aus sich selbst .. Wie oft lull ich mein empörendes Blut zur Ruhe, denn so ungleich, so unstet hast du nichts gesehn als dieses H. AA7,5u9 Werth
1 I~Werth
2 schäzt er [
der Fürst] meinen Verstand und Talente mehr als dies H., das doch mein einziger Stolz ist, das ganz allein die Quelle von allem ist, aller Kraft, aller Seligkeit und alles Elends. Ach was ich weis, kann jeder wissen. — Mein H. hab ich allein AA89,7u10 Werth
1 I~Werth
2 ich .. der ein H. hatte, eine ganze Welt liebevoll zu umfassen AA103,23 Werth
1 II~Werth
2 [
Prometh zu Pand:] Wenn [
in entgrenzender Hingabe] aus dem innerst tiefsten Grunde | Du ganz erschüttert alles fühlst | Was Freud’ und Schmerzen jemals dir ergossen, | In Sturm dein H. erschwillt, | In Thränen sich erleichtern will, | Und seine Gluth vermehrt, | .. Und du, in inner eigenstem Gefühl, | Umfassest eine Welt: | Dann stirbt der Mensch GWB39,212 PromethFragm 1773 Vs 405 Hast du nicht alles selbst vollendet, | Heilig glühend H.? | Und glühtest jung und gut, | Betrogen, Rettungsdank | Dem Schlafenden da droben? GWB2,77 Prometh 33 AA75,5 Werth
1 II~Werth
2 GWB39,189,13 MahometFragm
uö 3
den ganzen (empfindenden, ethisch gesinnten) Menschen einbeziehend od bezeichnend [
Amor:] Erschein’ ich — H-en sind entglommen, | Gesellig finden sie sich ein; | Verschwind’ ich, jeder steht allein GWB14,242 Zu Faust I Zwei Teufelchen 17 ein junges H. hängt ganz an einem Mädchen, bringt alle Stunden seines Tags bey ihr zu AA13,25 Werth
1 I~Werth
2 Mir wird ie länger ie mehr das Treiben der Welt und der H-en unbegreiflich GWBB2,297,6 Lavater [28.9.75 Korr B3,327] GWBB3,65,8 Gfin Stolbg 18.5.[76] GWB6,137 Div Der Winter u Timur 12
uö im Ausdruck von Hochschätzung, Neigung, Zärtlichkeit, meist in Anrede der Geliebten (bes in Briefen an ChStein u Christiane); einmal in ironisiertem Zshg; attribuiert ‘edel, groß, gut, treu, lieb, süß’ ua [
Prinzessin:] Ist meine Schwester von Urbino glücklich? | Das schöne Weib, das edle große H.! Tasso 1788 [
Erzähler zu Melusine, hinsichtl ihres Größenwandels:] Bestes H. .. laß uns bleiben und sein wie wir gewesen sind. Könnten wir’s beide denn herrlicher finden! GWB25
1,145, 11 Wj III 6 [
aus Ilmenau] Wie schweer ward es mir dich zu verlassen, du gutes, treues, einziges H. GWBB7,115,8 ChStein [7.]11.85 Da läs’ ich [
Bettine vArnim, als Briefadressatin] was mich mündlich sonst entzückte: Lieb Kind! Mein artig H.! Mein einzig Wesen! GWB2,12 Sonette X 9 [
Meph:] Ihr Mann ist todt und läßt Sie grüßen. [
Marthe:] Ist todt? das treue H.! O weh! GWBFaust I 2917 GWBB10,280,17 Christiane 25.7.95 GWBB8,22,21 ChStein 2.9.86
uö in emphat Selbstaussage einer literar Figur, im Hinblick auf Mut, Leidensbereitschaft [
Tierfreund:] Halte dich wohl! .. und wenn du Schläge [
von den Vögeln] kriegst, so denke, daß sie dem Tapfern wie dem Feigen von den Göttern zugemessen sind. [
Hoffegut:] Ich bin ein lebendiges H. GWB17,96,5 Vögel 4
in fester, formelhafter Vbdg: ‘von (ganzem) H-en’, zum Ausdruck inneren Anteils, auch iSv (sehr) herzlich, innig od aufrichtig; ‘sich von H-en freuen’, ‘von H-en lachen, närrisch sein’, ‘etw von H-en satt haben’, auch ‘jdn von (ganzem) H-en lieben, ehren, verachten, hassen, bedauern’, ‘jdm von H-en gram sein’, ‘etw tut einem von H-en leid’, weiterhin ‘jdm von H-en Glück wünschen, danken, etw gönnen’, gelegentl ‘von H-en gern’, ‘von H-en willkommen!’, ‘von H-en anhänglich’ (als Briefschluß) uä Eingeborne Hirten reichen ihm [
Perseus, nach der Errettung Andromedas] Wein .. ein fremder lustiger Anblick diese Äthiopier schwarz gefärbt zu sehen, wie sie zähnebleckend lachen und von H-en sich freuen [οὐκ ἄδηλοι χαίρειν] GWB49
1,104,5 Philostrat [
an Kestner gerichtet] Wenn einst nach überstandnen Lebens Müh- und Schmerzen | Das Glück dir Ruh und Wonnetage gibt, | Vergiss nicht den, der — ach! von ganzem H-en, | Dich, und mit dir geliebt GWB4,194 Vs 3 möcht’ ich auch der guten, längst verehrten Stadt | Und ihren wohlgesinnten Bürgern Glück und Heil | Von H-en wünschen GWB13
1,173 ProlHalle 1811 Vs 42 [
Stumpf zu den aufrührerischen Bauern:] Ihr könnt nicht verlangen daß ich euer Hauptmann sein soll .. Ich bin ein Pfalzgräfischer Diener .. Ihr würdet immer wähnen ich thät nicht von H-en GWB8,143,8 Götz
2 V GWBB16,287,2 Voigt 1.9.03 GWB23,107,23 Lj VII 8 GWB12,16,5 JeryBätely GWB39,139,25 Götz
1 IV~GWB8,122 Götz
2 uö C
das (nach dem herkömml Bildzeichen) handwerkl od künstlerisch gefertigte Herz; wiederholt im (ikonograph) Motiv des flammenden Herzens ein Körbchen mit H-en und Blumen [
von Amor der Hzgin überreicht] GWB16,452 Pantomim Ballett III das grösere [
Pfefferkuchen-]H. GWBB4,36,19 ChStein 13.5.79 [
Dichter:] bis ich mir erlangt | Daß mein Nam’ in Liebesflammen | Von den schönsten H-en [dem schönsten H-en
Var] prangt
16) GWB6,254 Div Einlaß 28 GWB16,49 NeuestePlund 134 GWBB51,589 Meyer undat
uö wortspielerisch-mehrdeutig [
mBez auf geschenkten goldenen Kettenanhänger] Flieh’ ich, Lili, vor dir! Muß noch an deinem Bande | Durch fremde Lande, | .. wallen! | Ach Lili’s H. konnte so bald nicht | Von meinem Herzen fallen GWB1,96 An ein goldnesHerz 8 D
die Mitte, das (belebende) Zentrum, das Inner(st)e von etw 1
örtlich, geogr hätte ich .. gern über den Canal gesehen, um zu erfahren, wie es in dem H-en des Gartens beschaffen sei GWB26,85,10 DuW 2 Der neueParis [
Übersetzungsübung:] die Aetolier von welchen Livius schreibt, daß sie das Hertz [
=umbilicus] von Griechen Land bewohnten DjG
31,32,28 Labores juv [1757] GWB39,123,17 Götz
1 IV~GWB8,138 Götz
2 uö 2
kulturell Wittenberg .. das H. des Protestantismus GWBB46,159,11 Zelter 20.11.29 3
seelisch, existentiell; idVbdgn ‘H. im/des Herzen(s)’ iSv innerster Kern, tiefstes Lebenszentrum; einmal in Berührung mit 4 Niemand ahnet, daß von Schmerzen | H. im Herzen | Grimmig mir zerrissen ist GWB1,91 An Mignon 23 scheiden soll die Mutter, wie, | Von ihrem Liebchen schön und süß? | Warst du nicht ihres Herzens H. [
the jewel of her heart], | Der Puls der ihm das Leben gab? GWB3,211 Klaggesang 17 4
iSv das (Fruchtbringend-)Essentielle, Beste; auch in parodist Gedicht Umschwebt mich, ihr Musen, | Ihr Charitinnen! | .. Ihr seid rein, wie das H. der Wasser
17), | Ihr seid rein wie das Mark der Erde GWB2,68 WandrersSturmlied 34 Dein Wohl ist unser Stolz, dein Leiden unser Schmerz, | Und Händels Tempel ist der Musensöhne H.
18) GWB37,58 Kuchenbäcker Händel 18 E
als natwiss Terminus 1
zool: das pulsierende Rückengefäß bei Insekten; nur ‘das sogenannte H.’ [
bei Untersuchungen zur Metamorphose des Schmetterlings] Das sogenannte H .. .Es scheint ein langer feiner Kanal zu sein der aber nicht rund sondern flach wie ein Band aufliegt .. kleine Gefäße .. in denen sich ein weißer fettlicher Saft absetzt .. GWBN6,414,23 MetamIns Langes durchsichtiges Gefäß bei der Hummel, das den ganzen Rücken hinuntergeht (Ist das sogenannte H. der Inseckten.) und sehr lebhaft pulsirt .. Es pulsirte 3 bis 4 Stunden, so lange bis alle Feuchtigkeit vertrocknet war .. GWBN6,444,7 EntomologStudien N6,445,8 ebd 2
botan a
der innere Bereich, das Mark eines Pflanzenstengels [
Beobachtungen an Pflanzen in Blumentöpfen] die äußern Blätter verwelkt, doch waren aus den H-en wieder andere hervorgedrungen GWBN7,322 Versuche übWachstum dPfl Nicotiano paniculata .... Hatte sich gut gehalten .. eine zweite Pflanze dieser Art hatte aus den H-en bleiche Blätter und einen Ansatz von Blüthe getrieben GWBN7,326 ebd b
das innerste, zarte Blatt einer Pflanze, das Herzblatt; im Vergl u im Bild [
Carlos, Clav von Heirat Maries abratend:] brich du einer Pflanze das H. aus, sie mag hernach treiben und treiben unzählige Nebenschößlinge .. aber der stolze königliche Wuchs des ersten Schußes ist dahin .. denke nur nicht daß man diese Heirath bei Hofe gleichgültig ansehen wird GWB11,96,28 Clav IV Durch Gretchens Entfernung war der Knaben- und Jünglingspflanze das H. ausgebrochen; sie brauchte Zeit, um an den Seiten wieder auszuschlagen GWB27,40,23 DuW 6
→ GWB
Blütenherz GWB
Bruderherz GWB
Dichterherz GWB
Engelherz GWB
Königsherz GWB
Künstlerherz GWB
Mädchenherz GWB
Männerherz GWB
Menschen- GWB
Mittel- GWB
Mutter- GWB
Papier- GWB
Ritter- GWB
Schlangen- GWB
Vater- GWB
Allherzerweiternde GWB
beherzigen GWB
Beherzigung GWB
beherzt Syn zu A2
GWB
Brust GWB
Busen zu B1
GWB
Brust GWB
Busen GWB
Gemüt GWB
Innere GWB
Seele στῆθος zu B1eδ
GWB
Gewissen zu B1gα
GWB
Empfindung GWB
Gefühl GWB
Geschmack GWB
Sinn zu B1gβ
GWB
Liebe GWB
(Zu-)Neigung zu B1gγ
GWB
Courage GWB
Kühnheit GWB
Mut GWB
Zuversicht zu B1gδ
GWB
Gesinnung GWB
Sinnesart GWB
Sinnesweise zu B2a
GWB
Charakter GWB
Natur(ell) GWB
Wesen zu B4
(‘von H-en’) GWB
aufrichtig GWB
herzlich GWB
innig zu D
GWB
Innere GWB
Kern GWB
Mitte GWB
Zentrum zu E2a
GWB
Mark 1) Entsprechend charakterisiert G die Werther-Gestalt in einem Brief an GFESchönborn vom 1.6.[74] als “mit einer tiefen reinen Empfindung und wahrer Penetration begabt” (WA IV 2,171,20f). Die theoret Grundlagen des Sturm u Drang zu einem (geschichtsphilos-)anthropolog Konzept des ganzen Menschen sind in Herders Schrift ‘Übers Erkennen u Empfinden in der menschl Seele’ ausgeführt (darin im Anschluß an Hippokrates Herz und Kopf als die zwei “Lebenspunkte” des Menschen gefaßt). S auch die Einleitung zu ‘Sturm u Drang. Weltanschaul u ästhet Schriften’, ed PMüller, 1, 1978,bes LXff. 2) S hierzu LStockinger, ‘Herz’ in Sprache u Lit der Goethezeit. G-Novalis-Hauff (spezielles Kap üb ‘Hermann u Dorothea’). In: Das Herz im Kulturvergleich, ed von GBerkemer u GRappe, 1996,185ff 3) nähere, weiterführende Darlegungen bei WHeise, Dichtung u geschichtl Wandel. ‘Faust’, Zweiter Teil, 4. Akt, ‘Hochgebirg’. In: Ders, Die Wirklichkeit des Möglichen, 1990,512ff 4) zum autobiogr Bezug (eine nicht fingierte Situation während einer Theaterprobe) s Gespr(He1,507) Genast 1791 5) zu G-s Übertragung der Stelle aus Shakespeares ‘King John’ (II. Akt, 1. Szene, Vs 504ff) s ChDill, ‘Gehängt, geschleppt, geviertheilt .. ’. JbFDH, 1992,95ff 6) vgl DWb 4.2 s v Herz, Sp 1210 und s v Herzbendel 7) wohl in Anlehnung an Rousseaus ‘Nouvelle Héloïse’ (1. Teil, 1. Abt, 26. Brief): “O Julie! que c’est un fatal présent du ciel qu’une âme sensible!” 8) zur volkstüml Vorstellung des Herzwurms s Hwb des dt Aberglaubens, 3, Sp1811f 9) zur Quelle s DivWb 187, Anm 8 10) zur Quelle s ebd, Anm 10 11) mit Anklang an Augustinus: “inquietum est cor nostrum, donec requiescat in te (Gott)” (Confessiones I,1); vgl AHenkel, Beim Wiederlesen von G-s ‘Wahlverwandtschaften’. JbFDH, 1985,18 12) GSimmel, G u Kant, 1918,31: “Goethe meint nicht, wie Kant, daß das geistige Innere des Subjekts das Zentrum der Natur sei; sondern daß dieses letztere, wie und weil überall, so auch im Menschengeist zu finden sei. Beides sind gleichsam parallele Darstellungen des göttlichen Seins, das sich in der Natur, dem Äußeren, mit derselben Realität entwickelt, wie in der Seele .. ” 13) vgl Wander 2,612 (Nr278) 14) feste zeitgenöss Prägung, wohl vor allem durch die freie Titelwiedergabe bei der Erstübers von Fieldings ‘The history of Tom Jones, a foundling’ verbreitet: ‘Historie des menschlichen Herzens, nach den Abwechselungen der Tugenden und Laster in den sonderbaren Begebenheiten Thomas Jones, eines Fündlings .. ’ (1750/51) 15) vgl Wander 2,616 (Nr376) 16) geschnitzte od gezeichnete Herzen; vgl DivWb 187 (einschl Anm 14) 17) Motiv auf Jacob Böhme zurückgehend, vgl ‘Aurora od Morgenröthe im Aufgang’. In: Ders, Die Urschriften, ed WBuddecke, 1, 1963,33 (2. Kap, § 27): “der Himmel ist das Hertze des wassers | gleich wie in allen Creaturen | So wol in alle dem was da ist in diser weld | das wasser Sein Hertze ist | und bestehed nichts ausser dem wasser | .. So ist in allen dingen das wasser der kern oder das Hertze”. RChZimmermann, Das Weltbild des jg G, 2, 1979,112 geht allerdings von einer direkten Anlehnung G-s an zeitgenöss Hermetiker aus. 18) in Parodierung des Schlußverses von ChAClodius’ prunkhaftem Gedicht ‘Rede, am Friedrichstage in Leipzig .. gehalten’: “Friedrichs Tempel ist des Unterthanen Herz”; s GJb 8, 1887,225ff Michael SchilarM.S.