Natur Kleinschr GWBLA II 7,197,31
. Rund 4300 Archivbelege. - Das reich differenzierte Bedeutungsspektrum dieses Grundbegriffs von Goethes ganzheitlicher Welt- u Daseinsauffassung gliedert sich vom Ganzen der Welt im umfassenden Sinne (1) bis zur einzelnen Gestalt (10e), wobei die Natur als Ganze u deren einzelne Erscheinung ebenso aufeinander bezogen sind wie das Geschaffene (das Naturreich, s 4) u das Schaffende (die sich in allen Erscheinungen manifestierende Kraft, s 6). Die Belegschwerpunkte liegen bei den Bed 4, 6 u 10, wobei sich sowohl im Hinblick auf das Naturreich als Gegenstand des Erlebens (vor allem in der frühen Dichtung u in der Lyrik, s 4c) als auch im Hinblick auf die schöpferische Kraft (6) zahlreiche (weibliche) Personifikationen, vor allem beim frühen Goethe, finden, die für die erstrebte enthusiastische, liebende Verschmelzung von Subjekt u Welt stehen. Die grundsätzliche Polarität von Gestalt u Prozeß der Natur spiegelt sich auch in der teilw gegensätzlichen Deutung als Inbegriff der Gesetzmäßigkeit hier (5) u anarchischer Elementarkraft dort (7), in dezidierter Entgegensetzung vor allem beim späten Goethe. Diese Deutung ist Ausdruck der Stellung des Menschen zugl in der u gegen die Natur. In chiastischer Verschränkung stehen sich menschliche Ordnung versus natürliche Freiheit einerseits sowie natürliche Ordnung versus menschliche Freiheit andererseits gegenüber, was sich auch in der Opposition Natur - Kunst ausdrückt (s 4b). Die Beobachtung u Erforschung des Naturreichs (seit den 1780er, verstärkt seit den 1790er Jahren, s 4d) dient für Goethe dem Zweck, die „wahre” Ordnung der Natur in der Kultur zur Geltung zu bringen. So ist denn auch der normative Naturbegriff (s 11) eine kulturelle Konstruktion. 1
das Ganze der Welt im umfassenden Sinne; Kosmos; All 2
Außenwelt, Objektwelt; Dasein 3
Realität, Wirklichkeit 4
Naturreich a
allg in Betrachtung u Darstellung b
das auf natürlichem Wege Entstandene iUz ‘Kunst’ c
als Gegenstand besonderen Erlebens d
als Objekt der (wiss) Beobachtung, Beschreibung, Klassifizierung, Erforschung e
als Landschaft, Gegend, Umgebung f
als Gegenstand u Vorlage bildkünstlerischer Darstellung g
als Schöpfung Gottes 5
Naturordnung; Weltlauf 6
wirkende Kraft, Energie 7
als zerstörerische Elementarkraft 8
für: Vorsehung, Schicksal 9
Physis 10
Art a
Naturell, angeborene Veranlagung, Charakterzug b
als Menschlichkeit c
Eigenart, Wesen eines Gegenstands od Abstraktums d
iSv Sorte, Klasse e
metonymisch 11
Ursprünglichkeit a
unverbildete Natürlichkeit, Einfachheit b
Originalität c
iSv ursprüngliche Beschaffenheit 1
das Ganze der (sichtbaren u unsichtbaren) Welt im umfassenden Sinne; Kosmos, All; das Seiende überhaupt; mehrfach in Aufnahme monistischer philos u mystischer Vorstellungen, auch mBez auf die Korrespondenz von Mikro- u Makrokosmos; mehrfach ‘Geheimnis(se), Schleier, Rätsel der N.’ uä; einmal ‘allmütterliche N.’ Im eignen Auge schaue mit Lust,|Was Plato von Anbeginn gewußt;|Denn das ist der
N. Gehalt,|Daß außen gilt was innen galt GWB3,355 ZXen VI 1664 Alle deine Ideale sollen mich nicht irre führen wahr zu seyn, und gut und böse wie die
N. GWBB3,33,10 Lavater 22.2.76 die Anschauung der zwei großen Triebräder aller
N.: der Begriff von Polarität und von Steigerung GWBN11,11,4 ErläutergNatur so hat er [
Goethe in den ‘Wahlverwandtschaften’]..eine chemische Gleichnißrede zu ihrem geistigen Ursprunge zurückführen mögen, um so mehr, als doch überall nur Eine
N. ist GWB41
1,34,17 Anz:Wv Poesie deutet auf die Geheimnisse der
N. und sucht sie durch's Bild zu lösen GWBN11,163,1 MuR(1002) 3,106 Und so sag' ich 2u12 A(GJb30,37) Bericht [22.]11.12 K 39,232 Urfaust 337 B9,79,2 FLStolberg 2.2.89
uö in pantheistischer (spinozistischer) Vorstellung u als Medium der Offenbarung Gottes Was wär' ein Gott, der nur von außen stieße,|Im Kreis das All am Finger laufen ließe!|Ihm ziemt's, die Welt im Innern zu bewegen,|
N. in Sich, Sich in
N. zu hegen GWB3,73 Was wär' ein Gott 4 Wer die
N. als göttliches Organ läugnen will, der läugne nur gleich alle Offenbarung GWB42
2,211,20 MuR(810)~N11,163,7 MuR(810) Die
N. ist immer Jehowah|Was sie ist, was sie war, und was sie sein wird GWBN11,373,3 MuR(1304) 3,115 Künstlerlied 17~25
1,18,5 Wj II 8 N11,56,6 BedenkenErgebg B37,2,4 Knebel 2.4.23
uö ‘ganze N.’ mBez auf ästhetische Idealvorstellung Die ganze
N. ist eine Melodie, in der eine tiefe Harmonie verborgen ist GWBDjG
32,25,11 Arianne an Wetty Sentenzen Der Zusammenhang der ganzen
N. würde für uns das höchste Schöne sein, wenn wir ihn einen Augenblick umfassen könnten GWB47,86,5 Üb:Moritz,Nachahmg dSchönen
mBez auf das Kantische „Ding an sich” Ich gebe gern zu daß es nicht die
N. ist die wir erkennen, sondern daß sie nur nach gewissen Formen und Fähigkeiten unsers Geistes von uns aufgenommen wird GWBB13,10,6 Schiller 6.1.98 2
die Außenwelt des Menschen, die Objektwelt; auch iSv Dasein überhaupt; häufig iGz ‘Subjekt, Geist, Mensch’ usw die Wissenschaft, anstatt sich in die Mitte zu stellen zwischen
N. und Subject, geht darauf aus, sich an die Stelle der
N. zu setzen GWBB36,162,16u17 EHFMeyer 10.9.22 die tiefsten geheimsten Anschauungen, wo sich
N. und Geist im Verborgenen begegnen GWB28,109,17 DuW 12 Suchet in euch, so werdet ihr alles finden, und erfreuet euch, wenn da draußen, wie ihr es immer heißen möget, eine
N. liegt, die Ja und Amen zu allem sagt, was ihr in euch gefunden habt GWB48,204,8 MuR(1080) die Plagen der
N., Dürre, Theurung, Hungersnoth, Fieber, Pestilenz GWB44,338,23 CellAnh X N3,314,7 FlH V 37,210,10u20 FGA Sulzer,SchöneKünste [G/Merck]
uö ‘zweite N.’ für: kulturelle Umwelt Alle mehr oder weniger gebildeten Völker hatten eine zweyte
N. durch Künste um sich erschaffen, die aus Überlieferung, Nationalcharakter und klimatischem Einfluß hervorwuchs GWBB26,221,12 Sack 15.1.16
mBez auf Pflanzen iSv Umwelt, Lebensraum verschiedene Pflanzen in ihrem natürlichen Zustande, andere..wenn sie aus dem Kreise ihrer
N. geruckt werden GWBN7,17,6 Morph Vorarb 1 3
die (empirische, konkrete, auch materielle) Realität, (Lebens-)Wirklichkeit; mehrfach als Korrektiv abstrakter od dogmatischer Auffassungen u neben ‘Leben’; auch präd ‘N. werden’ iSv real erfahrbar werden; ‘in der N.’ auch iSv de facto; einmal ‘nicht ganz N.’ iSv nicht ganz wirklichkeitsgetreu Für die Eifersucht am Ende [
von ‘Alexis u Dora’] habe ich zwey Gründe. Einen aus der
N.: weil wirklich jedes unerwartete und unverdiente Liebesglück die Furcht des Verlustes unmittelbar auf der Ferse nach sich führt, und einen aus der Kunst GWBB11,106,19 Schiller 22.6.96 Ohne die Gegenstände jemals in der
N. erblickt zu haben, erkennen Sie die Wahrheit im Bilde GWB22,94,14 Lj IV 16 Die höhere Empirie verhält sich zur
N. wie der Menschenverstand zum praktischen Leben GWBN6,221,17 MuR(411) Wie wohl wird mir's daß das [
Italien] nun Welt und
N. wird und aufhört Cabinet zu seyn GWBT1,273,17 v 6.10.86 In dieser Jünglingsphysiognomie, welche zwischen Christus und Johannes schwebt, sehen wir den höchsten Versuch, sich an der
N. fest zu halten, da wo vom Überirdischen die Rede ist GWB49
1,245,19 Bossi,Leonardo B1,196,23 FOeser 13.2.69 48,203,16u17 MuR(1076) 37,151,4 Von dtBaukunst 1773 N11,292,10 Tonlehre Schema [1810] 2,186 Kenner u Künstler 8
uö(häufig) sprachrefl die Natur des Lichts wird wohl nie ein Sterblicher aussprechen..Soll aber das Wort
N. hier, wie es wohl die Franzosen brauchen, äußere empirische Bedingungen und Beschaffenheiten bedeuten; so habe ich zwar nichts dagegen aber es kann doch zu nichts führen GWBB21,481 Reinhard 7.10.10 K
mBez auf realistische Darstellung in der Schauspielkunst; auch iSv Realismus, künstlerische Authentizität; wiederholt in negativer Wertung Zunächst bedenke der Schauspieler, daß er nicht allein die
N. nachahmen, sondern sie auch idealisch vorstellen solle GWB40,153,20 Regeln fSchausp [G/Eckerm] die Schauspieler thäten auch nicht im geringsten als wenn Zuschauer gegenwärtig wären..Des Rückenwendens, nach dem Grunde Sprechens ist kein Ende, so gehts mit der sogenannten
N. fort GWBB15,63,5 Schiller 4.[5.]00 40,117,15 ÜbProserp
uö(selten) 4
das Naturreich a
allg in Betrachtung u Darstellung; häufig mit den Aspekten der Mannigfaltigkeit, Unausschöpflichkeit, Unergründlichkeit; mehrfach ‘Gegenstand der N.’ iSv Naturkörper; vereinzelt im Bild daß ein Naturfreund..Gelegenheit und Muße genug finde die
N. im Großen zu betrachten und sich mit den Phänomenen aller Art bekannt zu machen GWB33,32,3 Camp meine unverbrüchliche Neigung zur
N. und ihren Unerforschlichkeiten GWBB48,255,22 Loder 22.6.31 Die
N. ist immer neu und wird immer tiefer, wie ein vorspringender Kies, der sich in einen Fluß erstreckt GWBB47,82,19 Boisserée 31.5.30 Die
N. hat kein System, sie hat, sie ist Leben und Folge aus einem unbekannten Centrum, zu einer nicht erkennbaren Gränze GWBN7,75,4 Probl uErwiderg Die unglaublichen Entdeckungen der Chemie sprechen ja schon das Magische der
N. mit Gewalt aus GWBB23,215,5 Windischmann 28.12.12 B44,198,19 Vienne 14.7.28 K B44,125,18 Carus 8.6.28 22,260,6 Lj VI B7,152,15 Knebel 30.12.[85]
uö(häufig) mBez auf die Zeichenhaftigkeit der Naturphänomene sowie topisch ‘Buch der N.’; einmal ‘Biblia der N.’ für JSwammerdams ‘Biblia naturae’ (posthum 1737/38) [
Montan:] Die
N. hat nur Eine Schrift, und ich brauche mich nicht mit so vielen Kritzeleien herumzuschleppen GWB24,46,16 Wj I 3 Da mir Worte immer fehlen Ihnen zu sagen wie lieb ich Sie habe, schick ich Ihnen die schönen Worte und Hieroglyphen der
N. [
wohl Blumen] mit denen sie uns andeutet wie lieb sie uns hat GWBB4,24,9 ChStein 24.3.79 Wie lesbar mir das Buch der
N. wird kann ich dir nicht ausdrücken GWBB7,229,17 ChStein 15.6.86 Die Lehre der Metamorphose ist der Schlüssel zu allen Zeichen der
N. GWBN6,446,12 Morph Plp N6,268,3 MetamPfl Wirkg 1830 B1,200,11 FOeser 13.2.69 T2,58,4 v 27.2.97
uö in kritischer Auseinandersetzung mit PTh d'Holbachs ‘Système de la nature’ (1770) er [
d'Holbach] mochte von der
N. so wenig wissen als wir..er..verläßt..sie sogleich, um dasjenige was höher als die
N., oder als höhere Natur in der
N. erscheint, zur materiellen, schweren, zwar bewegten aber doch richtungs- und gestaltlosen
N. zu verwandeln GWB28,70,22u24u25u27 DuW 11
‘als eine zweite N.’ iSv wie ein Naturphänomen; mBez auf künstlerische u kulturelle Überlieferungen deine Invectiven gegen die Philologen..Die unendliche Schwierigkeit eine große überlieferte Masse als eine zweyte
N. mit Freyheit zu behandeln, ist um so größer, als wir ja der ersten Natur gegenüber, uns..immer unzulänglich fühlen GWBB24,174,11 Zelter 23.2.14 29,135,9 DuW 19 b
das auf natürlichem Wege Entstandene iUz ‘Kunst’ als dem von Menschenhand Geschaffenen u Gestalteten Übersicht über
N. und Kunst. Von der Idee auszugehen, daß beyde Reiche zu isoliren sind GWB47,282,3 Propyl Plp Kunst eine andere
N., auch geheimnißvoll, aber verständlicher, denn sie entspringt aus dem Verstande GWB48,250,1 MuR(1105) Die ewige Lüge von Verbindung der
N. und Kunst macht alle Menschen irre GWBB11,70,19 Meyer 20./22.5.96 Felsen wurden weggesprengt, eben diese Steine zugehauen und Häuser daraus gebaut. Höhlen fand man sehr gelegen und bearbeitete sie zu Kellern..Wenn das nun alles fertig und bewohnbar ist, was läßt sich nun als
N. und was als Kunst ansprechen? GWBB20,87,14 Zelter 22.6.08 kein echter Künstler verlangt sein Werk neben ein Naturproduct, oder gar an dessen Stelle zu setzen; der es thäte, wäre wie ein Mittelgeschöpf aus dem Reiche der Kunst zu verstoßen, und im Reiche der
N. nicht aufzunehmen GWB45,263,8 Diderot,Malerei 4,129 Natur u Kunst 1 N13,432,6 Plp 47,11,28 PropylEinl N6,132,10 MetamPfl Nachtr
uö(häufig) c
als Gegenstand besonderen Erlebens, in Korrespondenz zum menschlichen Gefühl; auch als aktiv (Mit-)Empfindende; mehrfach mBez auf den Wechsel der Jahreszeiten; auch ‘Busen der N.’ uä Wie herrlich leuchtet|Mir die
N.! GWB1,72 Wie herrlich leuchtet 2 Ach es [
Herz] möchte gern gekannt sein, überfließen|In das Mitempfinden einer Creatur,|Und vertrauend zwiefach neu genießen|Alles Leid und Freude der
N. GWB1,77 An Lottchen 29 einen Augenblick wo ich Sie recht lieb habe seh ich die
N. auch schöner, vermag sie besser auszusprechen GWBB3,107,28 ChStein 12.9.76 Reizender ist mir des Frühlings Blüthe|Nun nicht auf der Flur;|Wo du, Engel, bist, ist Lieb' und Güte,|Wo du bist,
N. GWB1,71 An Belinden 20 [
Satyros:]
N. ist rings so liebebang GWB16,84 Satyros 126 14,163 Faust I 3220 AA9,15 Werth
1 I~Werth
2 5
1,35 Ein zärtlich jugendlicher 7 38,88,18 ErwElm
1 B1,83,15 Cornelia 11./15.5.67
uö d
als Objekt der (wiss) Beobachtung, Beschreibung, Klassifizierung, Erforschung, vereinzelt auch des Gebrauchs; öfter mit näheren Bestimmungen eines od mehrerer Bereiche der anorganischen u organischen Welt; vereinzelt im Bild; einmal ‘Erstlinge der N.’ für Pilze u Schwämme so blieb das Resultat von allem meinem Sinnen und Trachten jener alte Vorsatz, die innere und äußere
N. zu erforschen GWB28,149,4 DuW 12 Mit sehr angenehmen Gefühl erinnere ich mich der achtziger Jahre, als die vergleichende Zergliederung mir..die Überzeugung einflößte, daß nur auf solchem Wege Einsicht in die lebende, ja in alle
N., wie sie auch erscheinen möchte, zu erwerben sey GWBB43,22,2 Carus 16.8.27 eine der größten Unformen der organischen
N., den Elephanten GWBB13,5,18 Schiller 3.1.98 Wer von der Färberei in die Farbenlehre kommt..wird..gewahr, daß sich in der mineralischen, vegetabilischen und animalischen
N. drei Farben isoliren und specificiren GWBN4,147,11 FlH VI Die
N. verstummt auf der Folter; ihre treue Antwort auf redliche Frage ist: Ja! Ja! Nein! Nein! Alles Übrige ist vom Übel GWBN11,152,4 MuR(115) N5
2,145,12 Fl Plp N11,149,22 MuR(437) B43,123,22 Zelter 24.10.27 B27,145,19 Nees [Mitte Aug 16?] K
uö(häufig) ‘Freund(e) der N.’: vgl s v Naturfreund 1; öfter neben ‘Freund(e) der Kunst’; auch ‘Liebhaber der N.’ Ich bitte jeden aufmerksamen Freund der
N. bei'm klaren Vollmond diesen leichtanzustellenden Versuch nicht zu verabsäumen GWBN5
1,107,24 FarbSchatt Für das laufende Jahr bleibt unsere Ausstellung geschlossen. Inzwischen gedenken wir uns mit Freunden der Kunst und
N. [
Korr GWB53,537] über die Farben zu unterhalten GWB48,79,12 7.Kunstausstellung 1805 Carlsbad..wo sich gewöhnlich mehrere Liebhaber der
N. zusammenfinden GWBB32,216,5 CarlAug 30.3.[20] K 34
1,103,23 KuARheinMain B45,215,21 Hormayr 22.3.29 K
uö e
als Landschaft, Gegend, Umgebung; mehrfach mit Attr wie ‘frei, offen’ iUz geschlossenen Räumen, einmal im Oxymoron ‘künstliche N.’ mBez auf eine Theaterdekoration Ich wandle auf weiter bunter Flur,|Ursprünglicher
N. GWB2,215 GottGemütWelt 12 die neumodische Parksucht. Der
N. nachzuhelfen, wenn man schöne Motive hat, ist in jeder Gegend lobenswürdig GWBT2,146,12 v 18.9.97 daß ich..Sie glücklich preise, daß die herrliche Dresdner
N. Sie umgiebt GWBB33,88,18 Carus 1.7.20 Die Schweiz liegt vor uns und wir hoffen mit Beystand des Himmels..unsre Geister im Erhabnen der
N. zu baden GWBB4,63,10 ChStein 24.9.79 [
betr Gartengestaltung] Man tastet an der
N., man hat Vorliebe für dieses oder jenes Plätzchen GWB20,33,18 Wv I 3 32,389,11 ItR Plp 14,29 Faust I 414 25
1,216,12 Wj III 12 17,22,21 TriumphEmpfindsamk II N4,317,18 Fl Suppl
uö(häufig) f
als Gegenstand u Vorlage bildkünstlerischer Darstellung iS der Nachahmungsästhetik (in Berührung mit 3); auch als ästhetische Lehrmeisterin, Erzieherin; häufig ‘Nachahmung, Nachbildung der N.’, ‘nach (der) N. (malen/zeichnen)’ iSv wirklichkeitsgetreu, realistisch sie [
bildende Kunst] hatte sich..von der magern Steifheit jener Byzantinischen Schule losgesagt, und sogleich durch Nachahmung der
N., durch Ausdruck frommer sittlicher Gesinnungen, ein neues Leben begonnen GWB49
1,203,16 Bossi,Leonardo Lieblichste Blumen-Gehänge,|Farbenglanz und -Übergänge|Wie
N. den Künstler belehrt GWB4,25 Der vollkommenenStickerin 10 Absicht, die Rheingegenden von den Quellen herab nach
N. zu zeichnen und herauszugeben GWB49
1,14,15 Anz:KuARheinMain Der Mahler ahmte die
N. offenbar nach; warum der Dichter nicht auch? Aber die
N., wie sie vor uns liegt, kann doch nicht nachgeahmt werden GWB27,78,17u18 DuW 7 die
N. ist aller Meister Meister! GWB16,153 KünstlersApotheose 53 49
1,18,4 Anz:KuARheinMain 4,130 Blätter nach Natur 1 B22,193,21 ChLigne 10.11.11 K 48,190,17 MuR(467)
uö(häufig) g
in biblisch-christlichem u allg relig Sinne als Schöpfung Gottes Gott hat die
N. einfältig gemacht GWBB36,271,16 Sternberg 12.1.[23] dem Reinen ist alles rein, warum nicht die unmittelbare Absicht Gottes in der
N.? GWB25
1,93,6 Wj III 3 Von Gott dem Vater stammt
N.,|Das allerliebste Frauenbild GWB4,273 Von Gott dem Vater 1 26,63,13 DuW 1 11,104,10 Clav IV
uö(selten) 5
die Naturordnung, Gesetzmäßigkeit u Notwendigkeit der Erscheinungswelt, des Naturreichs, des Werdens u Vergehens; Weltlauf; auch abgeblaßt iSv Normalität, Normalzustand; auch ‘Ökonomie der N.’ uä; einmal pleonastisch ‘gewöhnliche N.’ das Aus- und Einathmen der tellurischen Schwerkraft bleibt in gewissen von der
N. vorgeschriebenen Gränzen GWBN12,71,18 BaromSchwankungen überall spricht sich die Wahrheit der
N. und unserer naturgemäßen Darstellung, so wie das Falsche der Newtonischen verkünstelten Vorstellungsart, energisch aus GWBN2,110,2 FlP 184 Es mag nun die Pflanze sprossen, blühen oder Früchte bringen, so sind es doch nur immer dieselbigen Organe welche, in vielfältigen Bestimmungen und unter oft veränderten Gestalten, die Vorschrift der
N. erfüllen GWBN6,91,11 MetamPfl 115 wir denken, die
N. sollte wenigstens eben so vernünftig seyn als wir selbst, die wir doch eigentlich nur dadurch Menschen sind, daß wir unsern Zuständen eine gewisse Folge zu geben trachten GWBB45,31,14 Gf Brühl 23.10.28 das Monstrose kehrt zur
N. zurück GWBN6,335,19 Steigerg innerhMetam N7,52,9 SpiralTend N5
2,421,15 Fl Plp B24,131,16 Walch 6.2.14 K [〈Naturkräfte] GWBN8,81,25 Vortr VglAnatomie 3 N4,350,3 Fl Taf 1
uö ‘die Schuld der N. bezahlen’ iSv sterben GWB22,304,13 Lj VI
‘Bande der N.’ iSv (bluts-)verwandtschaftliche Beziehungen Sie [
ChStein] hat meine Mutter, Schwester und Geliebten nach und nach geerbt, und es hat sich ein Band geflochten wie die Bande der
N. sind GWBB4,299,23 Lavater [etwa 20.9.80] 6
als (positiv) wirkende Kraft, Energie; Prinzip der Schöpfung u Weltgestaltung; auch ‘hervorbringende, gestaltende, ewige, lebendige, schöpferische, waltende N.’, ‘Leben, Urkraft der N.’ ua; ‘höchstes Geschöpf der N.’ für den Menschen; ‘durch N.’ iSv langsam, nicht gewaltsam Alle Schöpfung ist Werk der
N. GWB1,351 VierJahresz 83 [
Faust angesichts des Makrokosmoszeichens:] Ich schau' in diesen reinen Zügen|Die wirkende
N. vor meiner Seele liegen GWB14,30 Faust I 441 wenn wir bedenken daß die
N. von innen heraus arbeitet..um eine Gestalt wie die menschliche hervorzubringen, welche zwar die höchsten innerlichen Vollkommenheiten äußerlich offenbart, das Räthsel aber, wohinter die
N. sich verbirgt, mehr zu verwickeln als zu lösen scheint GWB49
1,212,23 u 213,2 Bossi,Leonardo Das Geeinte zu entzweien, das Entzweite zu einigen, ist das Leben der
N.; dieß ist die ewige Systole und Diastole, die ewige Synkrisis und Diakrisis, das Ein- und Ausathmen der Welt, in der wir leben, weben und sind GWBN1,296,10 FlD 739 Wird uns..nicht..die Urkraft der
N., die Weisheit eines denkenden Wesens, welches wir derselben unterzulegen pflegen, respectabler, wenn wir selbst ihre Kraft bedingt annehmen GWBN7,221,10 AllgVergleichungslehre N7,222,10 ebd 3,91 MetamTiere 57 N1,X,23 Fl Vorw 15
1,222 Faust II 9560 N9,143,21 ZinnwaldeAltenbg
uö(häufig) im engeren Sinne als (inneres, polares) morphol Bildungsgesetz hier hält die
N., mit mächtigen Händen, die Bildung [
des Blattes]|An, und lenket sie sanft in das Vollkommnere hin GWB3,86 MetamPfl Eleg 33 weil..die
N., zwar mit höchster Freiheit wirkend, sich doch von ihren Grundgesetzen nicht entfernen kann GWBN6,173,21 MetamPfl Nachtr Vom Zeugen und Gebähren zum Zeugen und Gebähren vollendet die
N. den Kreislauf des Lebens einer Pflanze GWBN7,274 MorphStudien inItal N6,46,21 MetamPfl 41 N6,326,17 Zu MetamPfl 15
uö personifiziert in der Vorstellung einer mütterlichen (gebärenden) Instanz; auch ‘Mutter N.’, einmal ‘Großmama N.’ Zweck sein selbst ist jegliches Thier, vollkommen entspringt es|Aus dem Schoos der
N. und zeugt vollkommene Kinder GWB3,89 MetamTiere 13 Sind aber doch allzumal Sünder und mangeln des Ruhms den wir vor unsrer Mutter
N. haben sollten GWBB2,302,27 Bürger 18.10.75 Laßt mir die jungen Leute nur|Und ergetzt euch an ihren Gaben!|Es will doch Großmama
N.|Manchmal einen närrischen Einfall haben GWB2,234 Sprichw 255 B8,181,9 ChStein [7./10.]2.87
uö im Hinblick auf pflanzliche, mineralische ua Erzeugnisse von Wachstum u Entwicklung; mehrfach ‘Geschenke, Gaben der N.’ Ich sehe hier, wie man nach langer Reise|Im Vaterland sich wieder kennt,|Ein ruhig Volk in stillem Fleiße|Benutzen, was
N. an Gaben ihm gegönnt GWB2,147 Ilmenau 169 Die Gaben des Geistes sind überall zu Hause, die Geschenke der
N. über den Erdboden sparsam ausgetheilt GWB24,97,25 Wj I 6 weil..das Praktische eben in verständiger Benutzung und klugem Gebrauch desjenigen besteht was uns die
N. darbietet GWBN5
1,315,16 EntoptFarb 42 36,370,7 RedeEröffnBergbIlmenau 1784 N3,126,28 FlH II 5
2,177 Die erstenErzeugn dStotternhSaline Var
uö als heilendes Prinzip Eine Bleikugel ist in den Zahn eingedrungen, und die
N. hat die Zerstörung, die auf der Oberfläche angerichtet worden, beinahe wieder geheilt GWBN12,127,21 KrankhElfenb Der Herzog schläft, und alle Diener stehen,|Von seinem Schmerz durchdrungen, stumm gebeugt.|..Das Übermaß der Schmerzen lös'te sich|In der
N. balsam'scher Wohlthat auf GWB10,301 NatT 1156 der Chirurgus..ließ die
N. walten, und so war der Patient bald auf dem Wege der Besserung GWB22,57,16 Lj IV 9 2,74 Adler u Taube 11 23,267,25 Lj VIII 9 21,119,23 Lj II 1~51,100,4 ThS II 1
uö 7
als zerstörerische Elementarkraft; auch in Kontrast zur Kultur als ihrer Beherrschung u Bezwingung [
betr Erdbeben von Lissabon] so behauptet von allen Seiten die
N. ihre schrankenlose Willkür GWB26,42,14 DuW 1 [
Eine Flüchtende:] Du, dessen heil'gen Tempel ich..hinanstieg..|Warum verbirgst du..deiner Sterne strahlende Heiterkeit?|..Sind es der
N.|Unbänd'ge taube Kräfte, dir im Widerstreit,|Dein Werk zerstörend, uns zerknirschend GWB13
1,28 Vorsp EröffnWeimTheat 1807 Vs 75 den Menschen..der eigentlich auf seiner höchsten Stelle da ist, um der
N. zu gebieten, um sich und die Seinigen von der gewaltthätigen Nothwendigkeit zu befreien GWB42
2,167,16 MuR(445) 49
1,258,28 Mantegna,Triumphzug B21,345,23 SZiegesar 4.7.10
uö 8
für: Vorsehung, Schicksal; einmal im bildhaften Vergl mBez auf Napoleon Der Künstler wird geboren. Er ist eine von der
N. privilegirte Person GWB47,322,32 ÜbDilettantism weitSchema Freigebigkeit ist eine Tugend die dem Mann ziemt, und Festhalten ist die Tugend eines Weibes. So hat es die
N. gewollt GWB18,302,14 GutWeiber wenn ich bis an mein Ende rastlos wirke, so ist die
N. verpflichtet, mir eine andere Form des Daseins anzuweisen, wenn die jetzige meinem Geist nicht ferner auszuhalten vermag GWBGespr(FfA II 12,301,4) Eckermann 4.2.29 Heil dir, junger Mann! deine Lehrjahre sind vorüber; die
N. hat dich losgesprochen GWB23,127,13 Lj VII 9 der ungeheure Anblick von Bächen und Strömen, die sich, nach Naturnothwendigkeit, von vielen Höhen und aus vielen Thälern, gegen einander stürzen und endlich das Übersteigen eines großen Flusses und eine Überschwemmung veranlassen..Man sieht in dieser ungeheuern Empirie nichts als
N. und nichts von dem was wir Philosophen so gern Freyheit nennen möchten. Wir wollen erwarten ob uns Bonapartes Persönlichkeit noch ferner mit dieser herrlichen und herrschenden Erscheinung erfreuen wird GWBB16,49,13 Schiller 9.3.02 B37,290,8 Neuburg 21.12.23 K B31,12,26 Reinhard 16.11.18 B49,301,2 GAChKestner 29.7.31 K
uö 9
Physis a
körperliche Beschaffenheit, Konstitution; mehrfach mBez auf gesundheitliches Befinden u Genesungsprozesse; einmal verdeutlichend ‘physische N.’; wiederholt ‘Forderung der N.’ Seine [
Lotharios] Wunde verlangt Ruhe und Gelassenheit, ob sie gleich bei seiner guten
N. nicht gefährlich ist GWB23,31,28 Lj VII 4 ich ward..von einer solchen Erkältung angegriffen, daß die schlimmsten Folgen daraus entstanden, vorzüglich weil ich sie anfangs ohne ernste gegenwirkende Cur vernachlässigte; indem der mit meiner
N. wohlbekannte Hausarzt zu gleicher Zeit gefährlich krank ward GWBB37,278,6 Boisserée 12./13.12.23 Ich bin..noch ein Gefangener der Krankheit..es scheint, als wenn der Winter meiner
N. mit diesem Winter einerley Epoque haben sollte GWBB1,203,11 Oeser 14.2.69 die Tollheit..indem ich auf mancherlei unsinnige Weise in meine physische
N. stürmte, um der sittlichen etwas zu Leide zu thun GWB27,112,9 DuW 7 Es ist eine Forderung der
N., daß der Mensch mitunter betäubt werde ohne zu schlafen, daher der Genuß im Tabakrauchen, Branntweintrinken, Opiaten GWB42
2,119,1 MuR(99) N12,75,16 Witterungslehre 1825 27,187,4 DuW 8 B34,97,23 ChAKestner 13.1.21 K Gespr(He2,273) Riemer 6.12.07
uö iSv (nackte) Gestalt die Herrlichkeit der äußern menschlichen
N. in jugendlichen Körpern beiderlei Geschlechts GWB35,139,27 TuJ 1802 Sie fing an sich auszukleiden; welch eine wunderliche Empfindung, da ein Stück nach dem andern herabfiel, und die
N., von der fremden Hülle entkleidet, mir als fremd erschien GWB19,217,27 BrSchweiz I b
Sinnlichkeit, auch Geschlechtlichkeit, Geschlechtstrieb Ich gehöre nicht den Freuden
an.|..Durch der guten Mutter kranken Wahn,|Die genesend schwur:|Jugend und
N.|Sei dem Himmel künftig unterthan GWB1,221 Braut vKorinth 55 Meine größte Sorge, die ich zu Hause habe ist Fritz [
vStein]. Er tritt in die Zeit wo die
N. sich zu regen anfängt und wo leicht sein übriges Leben verdorben werden kann GWBB8,335,24 CarlAug 25.1.88 44,362,8 CellAnh XIII
uö(selten) c
euphem für: (entblößtes) Geschlechtsteil der Junge erschrickt, gleitet aus, fällt rückwärts, seine Schürze schlägt zurück und der Präsidentin fällt seine
N. so auf wie ihm vorher die ihrige GWBT3,260,6 v 16.8.07 10
die Art von jdm/etw a
Naturell, angeborene Veranlagung, Charakterzug eines Menschen, einer Gruppe/Sozietät od (selten) Gottes; mehrfach ‘in jds N. liegen’; auch ‘etw ist bei jdm N.’; einmal pl im Sinne von Wesen(-sarten) jeder wird seine eigene
N. nur desto mehr ausbilden, je mehr er sich von ihr zu entfernen scheint GWB47,30,12 PropylEinl [
über ‘Wilhelm Meisters Lehrjahre’] Der Fehler, den Sie mit Recht bemerken, kommt aus meiner innersten
N., aus einem gewissen realistischen Tic, durch den ich meine Existenz, meine Handlungen, meine Schriften den Menschen aus den Augen zu rücken behaglich finde GWBB11,121,14 Schiller 9.7.96 Gott erhalte Sie, insofern er von einem Diplomaten nach seiner allerheiligsten
N. Notiz nehmen darf GWBB51,357 Sartorius 24.7.14 Bei der Erziehung..behauptet Tyche ihre wandelbaren Rechte..der Dämon freilich hält sich durch alles durch, und dieses ist denn die eigentliche
N., der alte Adam GWB41
1,218,3 Üb:Urworte die Einsicht..wie der Mensch dergestalt gebaut sei, daß er so viele Eigenschaften und N-en in sich vereinige GWBN8,67,2 Vortr VglAnatomie 1 20,281,22 Wv II 7 42
2,525,2 MuR(1351) Plp B11,263,23 Schiller 15.11.96 B5,257,20 Knebel 3.2.82 44,343,22 CellAnh X
uö(häufig) von Nationalitäten u Volksgruppen bzw der Menschheit überhaupt, mBez auf die Zuschreibung kollektiver Eigenschaften; auch in negativer Bewertung gemäß der christlichen Erbsündenlehre Könnte das Stück [
CGozzi, ‘Turandot’] irgendwo in seinem vollen Glanz erscheinen, so würde es..manches aufregen, was in der deutschen
N. schläft GWB40,84,26 WeimHoftheat ein alter blinder Betteljude..in dem höchsten Elend..dem aber die zähe orientalische
N. ..gut nachhalf GWB29,32,22 DuW 16 wie der Deutsche, der seiner
N. nach das Ausland nicht entbehren kann, sich dem Charakter nach immer dagegen gewehrt hat GWBB24,203,15 Radlof 20.3.14 da das poetische Talent durch die ganze menschliche
N. durchgeht, so kann es sich überall manifestiren GWB41
2,69,17 Üb:SpanRomanzen Ein Theil [
der Christen] behauptete, daß die menschliche
N. ..dergestalt verdorben sei, daß..nicht das mindeste Gute an ihr zu finden GWB28,305,3 DuW 15 B22,22,16 Reinhard 22.1.11 27,389,14 DuW Schema N10,93,17 ErratBlöcke
uö ‘von N.’ iSv von sich aus, von Haus aus, von vornherein; auch iUz ‘durch Erziehung’, einmal mBez auf Bienen Es gibt wohl zu diesem oder jenem Geschäft von
N. unzulängliche Menschen GWBN11,144,12 MuR(422) Der Deutsche, gut- und großmüthig von
N., will niemand gemißhandelt wissen GWB28,195,19 DuW 13 Wenn der Mensch nicht von
N. zu seinem Talent verdammt wäre, so müßte man sich als thörig schelten, daß man sich in einem langen Leben immer neue Pein und wiederholtes Mühsal auflastet GWBB44,70,16 Zelter 22.4.28 42
2,352,7 MuR Plp 32,194,4 ItR LA II 9B,53 M50 SchemaBienenstaat
uö ‘zur anderen N. werden’, ‘als eine zweite N. hervortreten’ iSv zur Gewohnheit, Wesensart werden Die entelechische Monade muß sich nur in rastloser Thätigkeit erhalten; wird ihr diese zur andern
N., so kann es ihr in Ewigkeit nicht an Beschäftigung fehlen GWBB42,95,14 Zelter 19.3.27 33,250,28 Camp
topisch ‘Licht der N.’ für die eingeborene menschliche Vernunft in wiefern das Licht der
N. uns in der Erkenntniß Gottes, der Verbesserung und Veredlung unserer selbst zu fördern hinreichend sei GWB27,95,26 DuW 7 27,318,6 DuW 10 b
als (angeborene bzw als Postulat in der Humanität begründete) Menschlichkeit, Erkenntnis der Verwandtschaft der Menschen; iSv (Gefühl für) das ethisch Gebotene, moralisch bzw rechtlich Richtige; auch ‘Stimme, Forderung der N.’ sobald man den Menschen von Haus aus für gut annimmt, so ist der freye Wille das alberne Vermögen aus Wahl vom Guten abzuweichen..Nimmt man aber den Menschen natürlich als bös
an..so ist alsdann der freye Wille freylich eine vornehme Person, die sich anmaßt aus
N. gegen die Natur zu handeln GWBB14,140,8 Schiller 31.7.99 so kann man den Schauspieler gewiß ehrwürdig preisen, der uns die Stimme der
N. an's Herz legt GWB51,50,22 ThS I 15 Willkürlich handeln ist des Reichen Glück!|Er widerspricht der Fordrung der
N.,|Der Stimme des Gesetzes, der Vernunft GWB10,282 NatT 777 B4,316,5 Lavater 13.10.80 9,431 Tancred 1521
uö c
Eigenart, Wesen, auch: Bestimmung eines Gegenstands od Abstraktums; häufig mit Gen u als adv Bestimmung Die Schäfchen des Cirro-cumulus scheinen..ihrer Gestalt nach zu dem Cumulus zu gehören, sind aber ihrer
N. nach mehr dem Cirrus verwandt GWBN12,222 Met Plp Dass jedes iunge, unschuldige Herz, unbesonnen, leichtgläubig, und desswegen leichtzuverführen ist, das liegt in der
N. der Unschuld GWBB1,207,11 FOeser 8.4.69 Die Oper ist ihrer
N. nach von dem Schauspiel durchaus unterschieden GWBB20,255,8 Voigt 9.12.08 So ist..nicht genug daß eine Figur kolossal sey..ihre
N. muß kolossal seyn, sie muß mir nicht durch ihr Maas, sie muß mir durch ihre Existenz imponiren, daß ich nicht an sie reiche, wenn ich mich auch selbst vergrößre GWBT1,284,2 v 8.10.86 Die Säule..ihre
N. ist, freizustehn GWB37,143,12 Von dtBaukunst 1773 42
2,146,14 MuR(279) B21,392,12u17 Reinhard 7.10.10 B33,114,6 CarlAug 13.7.20 K
uö(häufig) abgeblaßt ‘in der N. (von etw) liegen’: (bei etw/mBez auf etw) selbstverständlich, unausweichlich sein Daß Geburtstage..froh..gefeiert wurden, liegt in der
N. solcher Verbindungen GWB29,49,4 DuW 17 daß durch die vielen Tagesblätter und Wochenhefte gar manches Gute verschlungen und mit dem Geringern in's Gleiche gestellt wird, dieß liegt in der
N. der Sache und ist nun einmal nicht zu ändern GWBB25,205,8 Cotta 20.2.15 34
1,160,27 KuARheinMain 7,23,5 DivNot
uö d
iSv Sorte, Klasse Curt Sprengel, dessen Briefe über die Botanik ich..gelesen, ist eine eigne
N. von Verstandsmenschen GWBB16,100,27 Schiller 5.7.02 e
metonymisch α
für: Person, Mensch, auch: Persönlichkeit, Charakter; auch mit Attr wie ‘schön, groß, poetisch, antik’; mehrfach in Selbstaussagen; einmal ‘höhere N.’ iSv übermenschliches, göttliches Wesen Verzeihen Sie..wenn meine nach so viel Seiten hin und her gedrängte
N. ohne äußere Veranlassung stumm ist und selbst die werthesten Freunde manchmal zu vergessen scheint GWBB13,236,2 Prz August [Ende Juli 98] K Recht gut wissen wir, daß in einzelnen menschlichen N-en gewöhnlich ein Übergewicht irgend eines Vermögens, einer Fähigkeit sich hervorthut GWBN11,74,26 Rez:Stiedenroth Himmlisch weibliche N-en|Wandeln da im luftgen Hayne,|Abends immer sind sie Huren,|Jungfraun mit des Morgens Scheine GWB53,36 DivNachtr Jesus auch er 5 Die Kinder, als strebende N-en, wählen sich gewöhnlich im Hause das Beispiel dessen, der am meisten zu leben und zu genießen scheint GWB18,193,3 Unterhaltungen die Hand..muß [
beim Handwerk] eine
N. für sich sein, ihre eignen Gedanken, ihren eignen Willen haben GWB25
1,223,11 Wj III 12 23,177,24 Lj VIII 3 B29,220,3 Zelter 28.6.18 21,342 Lj II 11 Var [Person GWB21,202,15] GWB44,367,19 CellAnh XIV 2
uö β
für: Gebilde; Naturkörper; meist pl; ‘organische N-en’ auch iSv Organismen; auch ‘tierische, materielle, unorganische, mineralische N-en’ ua Die höchsten Kunstwerke, die wir kennen, zeigen uns: Lebendige, hochorganisirte Naturen GWB47,102,7 ÜbLaokoon Wer will gewissen Menschen die Zweckmäßigkeit der organischen N-en nach außen ausreden, da die Erfahrungen selbst täglich diese Lehre auszusprechen scheinen..Sie wissen wie sehr ich am Begriff der Zweckmäßigkeit der organischen N-en nach innen hänge GWBB13,10,20u25 Schiller 6.1.98 Muntern wir..den Künstler auf, auch von unorganischen N-en einige Kenntniß zu nehmen, so können wir es um so eher thun, als man sich gegenwärtig von dem Mineralreich bequem und schnell unterrichtet GWB47,15,6 PropylEinl Schimmel auf Pflanzen und Thierkörpern Infusions Thiere Intermediäre N-en GWBLA II 9B,40,4 M36 Morph Plp Niemals muß er [
der Künstler] eine verstümmelte
N. nachahmen; sogar wenn er kranke und sterbende
N. nachahmt, muß er auch hier das Schöne zu finden wissen GWB46,363,19u20 HackertNachtr [Hackert/G] 20,51,5 Wv I 4 N13,316,6u8u11 MinGeol Plp N12,244 Morph Plp
uö 11
Ursprünglichkeit a
unverbildete (anthropologische) Natürlichkeit, Einfachheit; (archaischer, primitiver, vorzivilisatorischer) Urzustand; häufig in naturrechtlicher Perspektive u in Zshg mit rousseauistischen Vorstellungen; in positiver od negativer Wertung; auch iSv unzivilisierte Welt; wiederholt ‘Kind(er) der N.’ für unkultivierte(n) Menschen im Naturzustand; ‘Töchter der N.’ mit ironischem Bezug auf zeitgenössisch als anstößig empfundene Mode die Geschichte des Rechts und dessen Herankommen aus den früh'sten Zuständen, aus jenen der rohen und einfachen
N. ..blieb von jeher der Gegenstand meiner angelegentlichsten Betrachtungen GWBB40,156,18 JurFak Jena 24.11.25 Die jungen Wesen..drangen ohne poetisches Vehikel in die ersten unmittelbarsten Zustände der
N. Sie sahen die Kohlenbrenner an Ort und Stelle, Leute, die das ganze Jahr weder Brot noch Butter noch Bier zu sehen kriegen und nur von Erdäpfeln und Ziegenmilch leben GWBB49,61,18 Reinhard 7.9.31 der Architekt hatte gesorgt, die reichen Falten des weißen Atlasses mit der künstlichsten
N. zu legen GWB20,255,13 Wv II 5 Emil [
von Rousseau] war sein [
FMKlingers]..Grundbuch..auch er war ein Kind der
N., auch er hatte von unten auf angefangen GWB28,254,10 DuW 14 Töchter der Natur, so möchte ich einstweilen diejenigen Mädchen nennen, die..Arme, Nacken, Busen ganz entblößt und den übrigen Körper nur durchsichtig bekleidet zeigen GWB47,357,10 Üb:Frz satirKupferst 27,186,11 DuW 8 38,154,16 Claud
1 42
2,489,10 Zur Gesch d frzLit
uö b
Originalität, ästhetische Natürlichkeit (als normative Gesetzmäßigkeit, auch mBez auf die Antike); auch sprachrefl in kulturkritischer Akzentuierung; einmal im Polyptoton ‘natürlichste N.’ iSv Idealzustand Und was will sich unser Jahrhundert unterstehen von
N. zu urteilen? Wo sollten wir sie her kennen, die wir von Jugend auf alles geschnürt und geziert an uns fühlen GWB37,134,6 ShakespTag Und so sind denn diese Lieder anzusehen als unmittelbar vom Volke ausgegangen, welches der
N., und also der Poesie, viel näher ist als die gebildete Welt GWB42
1,306,17 NationDichtk LitauVolksl Plp Hier sind denn meine Lieder [
‘Neue Lieder’] ..Die Geschichte meines Herzens in kleinen Gemählden! Wenn je Gedichte nicht unter Batteux Grundsaz gegangen sind, so sind's diese, nicht ein Strich Nachahmung, alles
N. GWBB51,37 Langer [2. Hälfte Okt 69? Korr GB1
1,178] Die Antike gehört..zur natürlichsten
N., und diese edle
N. sollen wir nicht studiren, aber die gemeine! Denn das Gemeine ists eigentlich was den Herren
N. heißt! GWB48,250,6u8 MuR(1103u1104) Rousseau's Pygmalion..Symptom der Hauptkrankheit jener Zeit, wo Staat und Sitte, Kunst und Talent mit einem namenlosen Wesen, das man aber
N. nannte, in einen Brey gerührt werden sollte, ja gerührt und gequirlt ward GWBB23,190,10 Zelter 3.12.12 B45,184,10 WHumboldt 1.3.29 K 10,228 Tasso 3032
uö mBez auf die reine, nicht temperierte Tonleiter Bestimmung der Tonverhältnisse. - Mit der
N. und gegen dieselbe GWBN11,293,19 Tonlehre Schema [1810] c
iSv ursprüngliche Beschaffenheit; meist ‘von N.’; ‘der N. nach’ iSv ursprünglich, eigentlich die Folge von Gebirgs- und Gangarten in ihrer
N., dann aber durch's Feuer verändert GWBB37,146,3 Grüner 28.7.23 da es lange nicht geregnet, waren von dickem aschgrauem Staube die von
N. immergrünen Blätter überdeckt GWB31,29,1 ItR Den Körpern werden auf mancherlei Weise die Farben entzogen, sie mögen dieselben von
N. besitzen, oder wir mögen ihnen solche mitgetheilt haben GWBN1,236,15 FlD 593 Ihr Geist..wird sich gewiß zu einer Anstalt [
JALZ] neigen, die nicht sowohl Zerstreutes versammeln, als das was von
N. zusammen gehört, vereinigen möchte GWBB16,294,10 AWSchlegel 5.9.03 B36,136,18 Sternberg 26.8.22 31,195,15 ItR
uö natura
lat 1
adv u in präp Vbdgn a
‘in n.’: in Wirklichkeit, leibhaftig, als solche; auch mBez auf Geldbeträge iSv in bar Die Pferde bringe ich nicht in
N. aber in Kopfstücken mit. Ich habe sie da das eine lahm geworden, noch glücklich genug in Tepliz verkauft GWBB23,427,24 Christiane 11.8.13 Wenn sie [
Mannheimer Bühne] 20 Ducaten in
n. schicken, so soll..eine saubere und correcte Abschrift des Götz erfolgen GWBB21,374,19 Kirms 20.8.10 B42,85,1 Reinhard 12.3.[27]
uö iSv als Sachmittel (iUz Geld) ich will..sorgen, daß Sie..ein bestimmtes Taschengeld empfangen. Was ich in
n. schicken kann, als Papier, Federn, Siegellack..will ich auch thun GWBB4,45,8 Krafft 13.7.79 b
iSv aus Trieb, triebhaft Lieben heißt leiden. Man kann sich nur gezwungen (
n.) dazu entschließen, das heißt man muß es nur, man will es nicht GWBGespr(He2,546) Riemer 11.7.10 c
‘praeter n-m’: an der normalen Entwicklung vorbei GWBN8,110,20 ZwKnoch 1819 [Blumenbach] 2
das Naturreich; im Genitivus objectivus Ich habe eine neuentdeckte Harmoniam naturae vorzutragen GWBB6,386,8 Herder [11.11.84] Die Sammlung [
Landschaften von Claude Lorrain]..führt den Titel Liber veritatis, sie könnte eben so gut liber naturae et artis heißen GWBGespr(FfA II 12,356,26) Eckermann 13.4.29 B4,113,12 Lavater 28.[10.79]
uö 3
wirkende, schöpferische Kraft; im Genitivus subjectivus Nun erinnerst du dich wohl, daß ich mich der kleinen Terz..angenommen und mich geärgert habe, daß Ihr theoretischen Musikhansen sie nicht wolltet als ein donum naturae gelten lassen GWBB48,169,11 Zelter 31.3.31 N9,277,19 BildgErde [
Zit s v lusus]
uö(selten) ‘n. naturans’: die schaffende Natur (in der spinozistischen Tradition) ältere und neuere Gedichte [
Goethes], wie sie sich auf
n. naturans beziehen GWBB35,165,19 Riemer [1.11.21] K B35,176,14 Boisserée 18.11.21 4
‘Naturae furiosi’ (Constructio ad sensum): leidenschaftliche Charaktere; mBez auf FARitgen u JBWilbrand GWBN13,409,24 NatH Plp nature
frz ‘Directeur de la n.’ als Übs von ‘Naturmeister’ (sd) GWB17,20,10 TriumphEmpfindsamk II
→ Adels- und GWB
Hof- GWB
Blatt- GWB
*Doppel- GWB
Erden- GWB
Farben- GWB
Froh- GWB
Gott-N. GWB
Grund- GWB
Halb- GWB
Helden- GWB
Hirsch- GWB
Hof- GWB
Jünglings- GWB
Kinder- GWB
Komödianten- GWB
Kunst- GWB
*Mädchen- GWB
Mägde- GWB
Mannes- GWB
Menschen- GWB
Original- GWB
Palmen- GWB
Pferde- GWB
Pflanzen- GWB
Porträt- GWB
Reise- GWB
Rhein- GWB
Schafs- GWB
Schneider- GWB
Sphinx- GWB
Tier- GWB
Un- GWB
Wunder- GWB
Zwie- GWB
genaturt Syn zu 1
All Ganze,das Welt zu 2 Außenwelt Dasein Erscheinung Existenz Leben Umwelt Welt Wirklichkeit zu 3 Existenz Leben Realität Wirklichkeit zu 4 Naturreich Schöpfung zu 8 Schicksal Vorsehung zu 9a Gesundheit Konstitution zu 10a und c Anlage Art Beschaffenheit Eigenheit Eigenschaft Eigentümlichkeit Wesen zu 10a Charakter Dämon Existenz Form Herz Individualität Naturell Persönlichkeit selbst(S.) zu 10e Gebilde Geschöpf Gestalt zu 10eα Dasein Erscheinung Existenz Geist Individualität Individuum Mensch Person Persönlichkeit Wesen zu 10eβ Körper Naturkörper zu 11a und b Natürlichkeit Ursprünglichkeit zu 11b Originalität Bernd HamacherB.H.