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Geist

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GWB
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38 in 31 Wb.
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Eintrag · Goethe-Wörterbuch

Geist

Bd. 3, Sp. 1316
Geisteinmal in B 1 pl -e GWBN6,101,18. Von ca 3500 erfaßten Belegen etwa zwei Drittel iS des menschl Geistes (Pkt I); reiche u differenzierte Entfaltung auch im Bereich des magisch-dämonischen Geisterwesens (Pkt C), wobei die als ‘real’ vorgestellten Gestalten sich überwiegend in dramat u Iyr Texten finden (bis in die 90er Jahre bes in kleineren Bühnenspielen mit entspr Thematik u in Maskenzügen; herausragender Schwerpunkt mit ca 150 Belegen Faust I u II, s C 1), während bildl/übertr Verwendungen stärker in andere Textgattungen (persönl Brief, s C 2) ausgreifen.Die begriffsgeschichtl, bis in die Antike zurückreichenden Wurzeln, aus denen sich G-s Wortgebrauch speist, liegen zum einen im mythol-religiösen Bereich (πνεῦμα/spiritus), zum andern im philos Denken (νοῦς/intellectus). Prägend für den jg G werden vor allem die hermet-myst Vorstellungswelt des 18.Jh u der Pantheismus Spinozas, bes im Licht der panentheist Interpretation Herders, wodurch entsprechende u schon früher vorhandene eigene Ansätze auf ein theoret Fundament gestellt werden. Später ist es die Begegnung mit der Naturphilosophie Schellings, die zur weiteren Profilierung des Begriffs führt, nachdem Kant zuvor mit der Definition des ‘Geistes’ als des “belebenden Princips im Gemüthe” (KdU §49) und der Verankerung des Begriffs in der Ästhetik die Basis für die Ausarbeitung der idealist Geist-Philosophie gelegt hatte. (Bei G hinterläßt allerdings die Kant-Lektüre wie auch die Korrespondenz mit Schiller in dieser Hinsicht nur wenige Spuren.)Die versch Einflüsse vermitteln im Zusammenwirken das Bild einer ihren eigenen, immanenten Gesetzen folgenden Natur, die ebenso von (göttlichem) ‘Geist’ erfüllt u bewegt ist wie der Mensch was sie in der Konsequenz selbst zur wahren u objektivierten Erscheinungsform Gottes macht, die sich in einer Stufenfolge von ‘Geistern’ entfaltet. Der strikt theolog Gehalt dieser Auffassung ist bei G schwer zu greifen; ungeachtet dessen ist es aber seine fundamentale Überzeugung, daß die Natur als ‘natura naturans’ lebendiger, schöpferischer, wenngleich unbewußter Geist ist, und daß der Geist, der sich in der unendlichen Vielfalt ihrer Erscheinungen manifestiert, derselbe ist, der auch dem wahrnehmenden, denkenden u seiner selbst bewußten Menschengeist zugrunde liegt. Damit rückt er in die höchste Position unter allen die organische Welt regelnden Kräften, die nach G-s (u Schellings) Auffassung in polaren Verhältnissen aufzutreten pflegen, darunter als vielleicht umfassendste Polarität diejenige von Geist u Materie (s Pkt K). Zugleich ermöglicht das im Kern identitätsphilos Theorem der Einheit von Natur u Geist, von Denken u Sein die Übertragung der naturphilos gewonnenen Einsichten auf geschichtl u bes ästhet Phänomene: Wie nach Schelling “Die Natur .. der sichtbare Geist, der Geist die unsichtbare Natur seyn [soll]” (‘Ideen zu einer Philosophie der Natur’, 1797), so ist in der klass, am organolog Modell entwickelten Konzeption des ästhet Gegenstandes das Geistige, gleichsam geläutert, im Ideal der natürl Schönheit gefaßt. Mit zunehmendem Alter verdichten sich die versch Einfluß-Elemente bei G dann zu einer sehr eigenen Vorstellung eines universellen geistigen Weltwesens, das sich in ewiger Bewegung fortzeugt u in einzelnen ‘Monaden’ zu höheren Stufen der Vollkommenheit aufsteigt.All dies erscheint bei G weniger als ausgearbeitetes theoret Konstrukt denn als Grundüberzeugung, die in den verschiedensten Bereichen u Zshgn direkt od indirekt zum Ausdruck kommt u immer aus unmittelbarer, lebendiger Anschauung gewonnen ist. Charakteristisch für G ist zudem ein elementares Vertrauen in die überpersönlichen, höheren lenkenden u leitenden Kräfte, wie es der unmittelbar vor dem Aufbruch nach Italien notierte Wunsch ausdrückt: “stehe mir der gesunde Geist der Welt bey!” (B7,254,1) In Äußerungen wie dieser spiegelt sich aber nicht nur G-s individuelle Vorstellungswelt; der gleitende Übergang vom personal gefaßten Geist zum abstrakten (Schicksals-)Begriff entspricht auch genau der histor Situation des ausgehenden 18.Jh, wo eine Fülle überlieferter Geist- u Geistervorstellungen noch wirksam ist, aber gleichsam aufgehoben wird in dem Versuch, neuzeitlich den Geist als Einheit zu denken u zu formulieren.Für das semant Profil des Wortes haben solche Ambivalenzen weitreichende Folgen. Die Offenheit gegenüber den versch tradierten u zeitgenöss Wirkungsmomenten in Verbindung mit einem ausgeprägten sprachspielerischen Element u einer mächtig hervortretenden Bildhaftigkeit, die sich in den zahllosen, oft nur angedeuteten Personifikationen ebenso äußert wie in den (an den alten πνεῦμα-Begriff anschließenden) Vorstellungen des Hauchens, Wehens, Schwebens od in der Licht- u Feuermetaphorik, führt nicht nur zu einer hochdifferenzierten u zugl komplexen Bedeutungsstruktur, sie bewirkt auch ständige Übergänge u Polyvalenzen, die sich einer strikten lexikographischen Zuordnung immer wieder entziehen. Gerade dadurch aber, daß es nicht so sehr feste Bedeutungsmuster erzeugt od repetiert, vielmehr aus den zw Bild u Begriff sich aufbauenden Spannungen ständig neue u originelle Vorstellungsbilder mit zT hoher Suggestivwirkung hervorbringt, gewinnt das Wort seine bes Kraft u Vitalität u wird zum Paradigma eines sich gleichsam selbst generierenden Begriffs.  A Atem, Hauch bzw an solche Vorstellung anknüpfend   1 als belebende, beseelende Substanz; im Schöpfungsmythos mit der Vorstellung der Hauchseele; weiter gefaßt als Träger od Inbegriff des Lebens selbst (auch im Bild des Einhauchens)  Die Elohim zur Nas’ hinein | Den besten G. ihm [Adam] bliesen [vgl 1.Mos 2,7] GWB6,16 Div Erschaffen u Beleben 6  [Grablegung, Chor der Engel:] Heilige Gluthen! | Wen sie umschweben | Fühlt sich im Leben | Selig mit Guten. | Alle vereinigt | Hebt euch und preis’t, | Luft ist gereinigt, | Athme der G.! (Sie erheben sich, Faustens Unsterbliches entführend) GWBFaust II 11824  [Pand:] O, meine arme Mira! .. .. Ihr schönes Haupt entsank, | Er [Arbar] küßte sie tausendmal, | Und hing an ihrem Munde, | Um seinen G. ihr einzuhauchen GWB39,209 PromethFragm 1773 Vs 341   2 Atemstoß (aus innerer Bewegung, gestauter Kraft)  [vom dressierten Bären (=Iyr Ich) in Lilis Menagerie] Dann fängt’s auf einmal an zu rasen, | Ein mächt’ger G. schnaubt aus der Nasen, | Es wildzt die innere Natur GWB2,89 Lilis Park 64   B Essenz, Extrakt, teilw in Anlehnung an ältere (alchimist) Terminologie   1 (bio-) chem: für mehr od minder flüchtige Substanzen, auch ‘flüchtiger G.’; in Absetzung von ‘Kohle’ u ‘Salz’ iSv Säure  In jenen [Thüringer] Waldgegenden hatten sich .. geheimnißvoll nach Recepten arbeitende Laboranten angesiedelt und .. manche Arten von Extracten und G-en [G-ern Var] bearbeitet, deren allgemeiner Ruf von einer ganz vorzüglichen Heilsamkeit .. verbreitet und abgenutzt ward GWBN6,101,18 BotanStudien [1831]  Ew. Königlichen Hoheit danke .. für die mir gegönnten, G. [wohl Extrakt der Herbstzeitlosen] enthaltenden Flaschen; ich bin überzeugt, daß der Genuß desselben gewisse Systeme anregen .. wird GWBB42,23,22 CarlAug 25.1.27  Seine [des untern Cotyledons] Bestandtheile sind mehlige und mandelartige, welche durch Verbindung mit dem Wasser, die in ihren Gefäßen einen flüchtigen G. erzeugt, gedachte [Pflanzen-] Milch hervorbringen GWBN7,21,20 Morph Vorarb 3  da er [der Chemiker] mit Kohlen, Salzen und G-ern zu thun hat, die sich mehr oder weniger verändern oder verflüchtigen GWBB30,185,28 Voigt 19.4.15 ‘rektifizierte G-er’ (für: rectified spirits): durch Destillation gewonnene äthanolhaltige Flüssigkeiten GWBN4,266,2 FlH VI Blair   2 für die flüchtigen Bestandteile in Wein, Champagner, den (alkoholischen) Gehalt; pointiert ‘G. des Weines’ im Hinblick auf seine belebende (auch enthemmende) Wirkung  Abendessen .. wo wir .. mit gar manchen Späßen .. das Essen zu würzen und den G. des Weines zu erhöhen beliebten GWB27,189,6 DuW 8  Trinkt! rief sie [die alte Barbara], nachdem sie ihr schäumendes Glas [Champagner] ausgeleert hatte, trinkt! eh’ der G. verraucht! GWB23,92,8 Lj VII 8 GWB29,90,27 DuW 18 uö(selten) metonym: ‘große G-er’ für Weine herausragender Qualität; idVbdg ‘G-er unterscheiden’ bezogen auf versch Sorten von Wein (in scherzh Anspielung auf 1.Kor 12,10)  Hier schaumt der Most | Die Fässer heraus | .. Sind grose G-er | Gestopelte [bei der Nachlese gewonnene] Meister | Verschnitten dazu! GWB38,8 Concerto dramat 143  Behalten auch zu unsern Zeiten | Die Gabe, G-er zu unterscheiden, Cap und Champagner und Burgunder | Von Hoch-, nach Riedesheim hinunter GWB38,58 Ew Jude 90   3 iSv Duft, Aroma  Nachtviole, dich geht man am blendenden Tage vorüber; | Doch bei der Nachtigall Schlag hauchest du köstlichen G. GWB1,346 VierJahresz 8(655)   C in (mehr od minder) personalen u gestalthaften Vorstellungen: geistiges, geisthaftes Wesen, metaphys Macht; vielfältig charakterisiert, häufig ‘gute, böse G-er’, auch ‘himmlische, zarte, liebliche, gütige, wohlwollende, tätige, wohltätige, unsichtbare, falsche G-er’ ua   1 übersinnl, übernatürl Wesen, Dämon, imaginierte Erscheinung; meist mit magischen, zauberischen Kräften, bes in der Tradition (oft miteinander verflochtener) hermetisch-pansophischer, jüdisch-christl u volkstüml Vorstellungen   a in der Natur, in den Elementen, im Universum waltendes, wirkendes Geisterwesen (Elementar-, Naturgeist); ganz überwiegend in ‘Faust’, speziell auch iZshg magisch-ritueller Beschwörung; meist pl, vereinzelt im kollekt Sg  [Faust, den Mond erblickend:] Ach! könnt’ ich doch auf Berges-Höhn | In deinem liebem Lichte gehn, | Um Bergeshöhle mit G-ern schweben, | Auf Wiesen in deinem Dämmer weben GWBFaust I 394 ~ GWBUrfaust 41  [Faust zu Wagner:] O gibt es G-er in der Luft, | Die zwischen Erd’ und Himmel herrschend weben, | So steiget nieder aus dem goldnen Duft | Und führt mich weg, zu neuem buntem Leben! GWBFaust I 1118  [Faust:] Erst zu begegnen dem Thiere [Pudel], | Brauch’ ich den Spruch der Viere: | Salamander soll glühen, | Undene sich winden, | Sylphe verschwinden, | Kobold sich mühen. | Wer sie nicht kennte | Die Elemente, | Ihre Kraft | Und Eigenschaft, | Wäre kein Meister | Über die G-er GWBFaust I 1282  [Faust:] Und sehe, daß wir nichts wissen können! | .. .. Drum hab ich mich der Magie ergeben, | Ob mir durch G-es1) Kraft und Mund | Nicht manch Geheimniß würde kund .. | Daß ich erkenne was die Welt | Im Innersten zusammenhält GWBFaust I 378 ~ GWBUrfaust 25  [Faust:] Und dieß geheimnißvolle Buch, | Von Nostradamus eigner Hand, | Ist es dir nicht Geleit genug? | Erkennest dann der Sterne Lauf, | Und wenn Natur dich unterweis’t, | Dann geht die Seelenkraft dir auf, | Wie spricht ein G. zum andern G. GWBFaust I 425 ~ GWBUrfaust 72 GWBFaust II 10427 GWBFaust I 428 GWBN3,125,27 FlH II Seneca ‘G-er des Hains’ als antikisierendes literar Versatzstück (innerhalb der späteren Ged-Abteilung ‘Antiker Form sich nähernd’)  Seid, o G-er des Hains, o seid, ihr Nymphen des Flusses, | Eurer Entfernten gedenk, eueren Nahen zur Lust! GWB2,127 LändlGlück 1 im Vergl  Leichte, einzelne Nebel stiegen aus den Felsritzen aufwärts, als wenn die Morgenluft junge G-er aufweckte, die Lust fühlten, ihre Brust der Sonne entgegen zu tragen GWB19,243,3 Br Schweiz II ~ GWBB4,124,26 ChStein 4.11.79  [Wilh] dachte sich selbst so nahe zu ihr [Mariane] hin, daß ihm vorkam, sie müßte nun von ihm träumen. Seine Gedanken waren lieblich, wie die G-er der Dämmerung .. die Liebe lief mit schaudernder Hand tausendfältig über alle Saiten seiner Seele GWB21,111,23 Lj I 17 ~ GWB51,92,12 ThS I 23 für die Erdgeist-Figur, bes in Anrede (attribuiert ‘G. der Erde’, ‘erhabener, hoher, unendlicher, großer, herrlicher G.’ ua; einmal vom Erdgeist selbst mit Bedeutungsverschiebung repliziert); auch als redende Person u in Regiebem  Ideales Streben nach Einwircken und Einfühlen in die ganze Natur. Erscheinung des G-s als Welt und Thaten Genius GWB14,287,2 Faust I Plp  [Faust, das Zeichen des Erdgeists erblickend:] Wie anders wirkt dieß Zeichen auf mich ein! | Du, G. der Erde, bist mir näher | .. .. Ich fühl’s, du schwebst um mich, erflehter G. | Enthülle dich! GWBFaust I 461u475 ~ GWBUrfaust 108u123  Er [Faust] faßt das Buch und spricht das Zeichen des G-es geheimnißvoll aus. Es zuckt eine röthliche Flamme, der Geist erscheint in der Flamme GWBFaust I Regiebem vor 482  [Faust:] Großer herrlicher G., der du mir zu erscheinen würdigtest .. warum an den Schandgesellen mich schmieden ..? GWBFaust I TrübTag 44 ~ GWBUrfaust TrübTag 37 GWBFaust I 3217 GWBFaust I TrübTag 21 ~ GWBUrfaust TrübTag 15 GWBFaust I redPers vor 512 ~ GWBUrfaust vor 159   b Geistwesen jenseitiger Regionen (als auf den Menschen einwirkende, nicht zu fassende Macht)  α höherer, himmlischer (Licht-)Geist, Engel, bes als persönl Helfer, Schutzgeist; auch in Anrufung  [Pater Seraphicus zu den Seligen Knaben:] Steigt hinan zu höherm Kreise, | Wachset immer unvermerkt, | Wie, nach ewig reiner Weise, | Gottes Gegenwart verstärkt. | Denn das ist der G-er Nahrung | Die im freisten Äther waltet, | Ewigen Lebens Offenbarung | Die zur Seligkeit entfaltet GWBFaust II 11922  [Bernardo schildert, wie er sich unterwegs verirrte:] da erscheint mir ein Mann, voll Würde, edlen Ansehens, mit langem weißem Bart .. ich glaubte an Engel und G-er mehr, als jemals, in diesem Augenblick GWB38,87,20 ErwElm1  [Hamlet-Aufführung; Wilh beim Auftritt des Geistes:] Ihr Engel, und himmlischen G-er beschützt uns! GWB22,200,8 Lj V 11  [Weisl:] Mein Pferd scheute wie ich [in Bamberg] zum Schloßthor hinein wollte, mein guter G. stellte sich ihm entgegen, er kannte die Gefahren die mein hier warteten [wohl im Anklang an den Volksaberglauben, daß Pferde Geister sehen2)] GWB8,69,15 Götz2 II GWBHermDor II 44 GWBFaust I 4358 auch im (verdeckten) Vergl  Plato verhält sich zu der Welt wie ein seliger G., dem es beliebt, einige Zeit auf ihr zu herbergen GWBN3,141,12 FlH III  [Ritter, über die Nichte:] Nun versteh’ ich dich, schöne Verführerin .. Wie ein himmlischer G. stand sie vor uns, und die reinsten Wesen schienen durch ihren Mund zu sprechen GWB17,221,11 GrCoph IV 8  [Lotte am Klavier] Sie .. hauchte mit süsser leiser Stimme harmonische Laute zu ihrem Spiele. Nie hab ich ihre Lippen so reizend gesehn .. Ich .. schwur: Nie will ich’s wagen, einen Kuß euch einzudrükken Lippen, auf denen die G-er des Himmels schweben AA107,21 Werth1 II ~ Werth2 iZshg kosmolog-hermetischer Vorstellungen für Geschöpfe Luzifers, des von Gott mit Schöpfungsmacht betrauten ersten Engels  Lucifer .. vergaß .. seines höhern Ursprungs .. Je mehr er sich nun in sich selbst concentrirte, je unwohler mußte es ihm werden, so wie allen den G-ern, denen er die süße Erhebung zu ihrem Ursprunge verkümmerte. Und so ereignete sich das, was uns unter der Form des Abfalls der Engel bezeichnet wird GWB27,219,5 DuW 8 in der dramat Satire ‘Satyros od der vergötterte Waldteufel’ idVbdgn ‘himmlischer G.’, ‘G. des Himmels’ in Qualifizierung des Satyros  [Hermes:] Und zu versühnen den himmlischen G. | Der uns sich so gnädig und liebreich erweis’t, | Wollen wir ihm unsern Tempel weihn | Und mit dem blutigen Opfer erfreun GWB16,97 Satyros 350 GWB16, 100u101 ebd 409u417 im märchenhaften Opernlibretto: ‘großer G. des Lichts’, in figurenspr Anrede Sarastros als des Herrn des Sonnentempels GWB12,197 Zauberfl 305  β teuflischer, den Menschen verführender, schädigender Dämon, auch ‘böser, verdammter G.’, ‘G. der Hölle, der Finsternis’ ua; idWdg ‘den G. bannen’ als Objekt einer rituellen Geisteraustreibung  [Weisl:] Wir Menschen führen uns nicht selbst. bösen G-ern ist Macht über uns gelassen, dass sie ihren Höllischen Muthwillen an unserm Verderben üben GWB39,173,5 Götz1 V ~ GWB8,159 Götz2  Leidenschaft und Übermuth haben ihn [Cellini] auch mit den G-ern der Hölle in Berührung gesetzt GWB44,358,19 CellAnh VII  Faust .. das wunderliche Drama, in welchem die Wesen jedes Ranges vortreten: vom Gott des Himmels bis zu den G-ern der Finsterniß [esprits de ténèbres], von dem Menschen .. bis zu jenen ungestalten Geschöpfen .. GWB412,190,24 Anz:Oeuvres dramat de G  [Raffaels ‘Verklärung Christi’; im untern Bildteil Heilung des mondsüchtigen Knaben] Bild der Transfiguration .. In Abwesenheit des Herrn stellen trostlose Eltern einen besessenen Knaben den Jüngern des Heiligen dar; sie mögen schon Versuche gemacht haben, den G. zu bannen GWB32,172,22 ItR GWBFaust II 11780 GWB39,120,4 Götz1 IV ~ GWB8,119 Götz2 GWB16,347 Epimen Regiebem nach 282 GWB11,247 Claud2 970 im Vergl GWBFaust I 947 für Satan (‘G. der Finsternis’), auch als Figur in Byrons ‘Cain’; ‘abgefallener G.’ speziell bezogen auf den gefallenen Engel Abbadona in Klopstocks ‘Messias’  [Christus, auf die Erde zurückgekehrt, erinnert sich:] Wie sie [die Welt] an iener Stunde lag, | Da sie bey hellem lichten Tag | Der G. der Finsterniss, der Herr der Alten Welt, | Im Sonnenschein ihm glänzend dargestellt [nach Matth 4,8] GWB38,60 EwJude 161  dieser [Christus] wird ihm [Gott] .. die abgewendeten Menschen, ja sogar einen abgefallenen G. wieder zuführen GWB27,297,15 DuW 10 GWB412,98,13 Üb:Byron,Cain in ‘Faust’ für die Figur des Mephisto, bes in Anrede, auch in figurensprachl Selbstprädikation (attribuiert ‘G. des Widerspruchs’, ‘G. der stets verneint’, ‘böser, verräterischer, nichtswürdiger G.’ ua)  [Faust:] wer bist du denn? | [Meph:] Ein Theil von jener Kraft, | Die stets das Böse will und stets das Gute schafft | .. Ich bin der G. der stets verneint! GWBFaust I 1338  [Walpurgisnacht, Meph:] Laß uns aus dem Gedräng entweichen; | Es ist zu toll, sogar für Meinesgleichen | .. Es zieht mich was nach jenen Sträuchen .. [Faust:] Du G. des Widerspruchs! Nur zu! du magst mich führen GWBFaust I 4030  Ich habe .. eine seit zwanzig Jahren ruhende Arbeit wieder aufgenommen: Helena, ein Zwischenspiel zu Faust .. ruhend auf der Fabel: Faust habe vom bösen G. den Besitz der Helena gefordert GWBB41,132,20 Boisserée 26.8.26 GWBFaust I 1730 GWBFaust I TrübTag 9 ~ GWBUrfaust TrübTag 5 ‘Böser G.’ in der Dramenszene, als Personifikation des schlechten Gewissens (iS der kirchl Morallehre) GWBFaust I Regiebem u redPers vor 3776  γ pl für Chor von Geistern (als illusionierende, in eine Scheinwelt entrückende Wesen)  [Meph zu Faust:] Was dir die zarten G-er singen, | Die schönen Bilder, die sie bringen, | Sind nicht ein leeres Zauberspiel .. (G-er.) .. GWBFaust I 1439 u redPers vor 1447   c Geister von Abgeschiedenen, Toten, bes für die unter den Lebenden umgehenden Manen der Vorfahren; gehäuft (modisch-romantisierend) in der Ossianischen Welt  Hoch auf dem alten Thurme steht | Des Helden edler G., | Der, wie das Schiff vorübergeht, | Es wohl zu fahren heißt GWB1,95 Geistesgruß 2  [Meph zu Faust:] noch liegt auf der Stadt Blutschuld von deiner Hand. Über des Erschlagenen Stätte schweben rächende G-er und lauern auf den wiederkehrenden Mörder GWBFaust I TrübTag 68 ~ GWBUrfaust TrübTag 57  Wie gährend stieg aus der Erschlagnen Blut | Der Mutter G. | Und ruft der Nacht uralten Töchtern [Erinnyen] zu: | “Lasst nicht den Muttermörder entfliehn!” GWBIph2 1053 ~ GWB39,361,22 Iph1 III 1  Ossian hat in meinem Herzen den Homer verdrängt. Welch eine Welt, in die der Herrliche mich führt. Zu wandern über die Haide, umsaußt vom Sturmwinde, der in dampfenden Nebeln, die G-er der Väter im dämmernden Lichte des Mondes hinführt. Zu hören .. halb verwehtes Aechzen der G-er aus ihren Hölen AA100,7u10 Werth1 II ~ Werth2  [Colma:] O von dem Felsen des Hügels, von dem Gipfel des stürmenden Berges, redet G-er der Todten [ye ghosts of the dead]! .. Wenn’s Nacht wird auf dem Hügel und Wind kommt über die Haide, soll mein G. [my ghost] im Winde stehn, und trauren den Tod meiner Freunde AA139, 5u17 Werth1 II Ossian ~ Werth2 ~ AAJw3,61,18u30 GesängeSelma GWB11,123,12 Clav V AA144, 13 Werth1 II Ossian ~ Werth2 ~ AAJw3,66,32 GesängeSelma AAJw3,67,11 GesängeSelma mit antik-mythol Hintergrund; auch für die Hades-Gestalten der ‘Odyssee’ (ψυχαί, εἴδωλα), einmal übertr auf verstorbene Literaten  [Scapine:] Hier kommt schon Charons Nachen | .. .. Und trüber und trüber | Vernehm’ ich ein Säuseln, | Ein Ächzen, ein Bellen.- | Sind’s Lüfte? Sind’s Stimmen? | Ja! Ja! Es umgaukeln | Schon die G-er den Kahn GWB12, 152 ScherzLR 729  [Homer-Illustrationen] Ulyß von den G-ern der Unterwelt verjagt, im fratzenhaften recht artig gedacht GWB47,345,18 ÜbFlaxmanWerke Übers GWB51,254 Xen 338 (479) [Schiller] als Bühnenfigur (u Rolle): der Geist von Hamlets Vater  [‘Hamlet’-Aufführung] Der Vorhang riß sich von einander, und, in voller Rüstung, stand der alte König von Dänemark in dem Raume. Ich bin der G. deines Vaters, sagte das Bildniß [zu Wilh] GWB23,124,1 Lj VII 9  [‘Hamlet’-Inszenierung] Die Rollen hatte man schon früher ausgetheilt .. nur wegen des Königs und des G-es war man in einiger Verlegenheit GWB22,164,28 Lj V 5 GWB22,255,27 Lj V 16 ‘verdammte G-er’, in imaginierter Vorstellung des Jüngsten Tages GWB38,4 Concerto dramat 23 im Vergl, wiederholt ‘abgeschiedener G.’  Ich war einmal kranck .. Ich schlich in der Welt herum, wie ein G., der nach seinem Ableben manchmal wieder an die Orte gezogen wird, die ihn sonst anzogen GWBB1,191,9 FOeser 13.2.69  Mignon im langen weißen Frauengewande .. hatte Felix auf dem Schoße .. sie sah völlig aus wie ein abgeschiedner G., und der Knabe wie das Leben selbst GWB23,175,3 Lj VIII 3  [betr NatT] ich hatte den .. Fehler begangen, mit dem ersten Theil hervorzutreten, eh’ das Ganze vollendet war .. .. und die geliebten Scenen der Folge besuchten mich nur manchmal wie unstäte G-er, die flehentlich nach Erlösung seufzen GWB35,150,19 TuJ  [in Venedig] Die Baukunst steigt, wie ein alter G., aus dem Grabe hervor GWB30,150,8 ItR ~ GWBT1,289,25 v 10.10.86 GWBB21,170,12 Voigt 14.1.10 in bildhafter Vorstellung von der Werther-Gestalt, zugl für seine literarisch gefaßte Geschichte  Du beweinst, du liebst ihn, liebe Seele, | Rettest sein Gedächtniß von der Schmach; | Sieh, dir winkt sein G. aus seiner Höle: | Sey ein Mann, und folge mir nicht nach GWB19,388 Werth1 II Titelstrophe ~ GWB4,162 Zu den Leiden des jg Werthers 7 GWB1,413,8 RömEleg II Var   d allgemein, unspezifisch für unwirkl, übernatürl Erscheinung, dämonisches Wesen; vornehmlich in volkstüml, volksabergläubischen Vorstellungen, öfter iZshg mit Mantik u Geisterseherei  α Geistererscheinung, Spukgestalt, Gespenst, Schimäre  [Wagner:] Du siehst! ein Hund, und kein Gespenst ist da! .. [Faust:] Du hast wohl Recht; ich finde nicht die Spur | Von einem G., und alles ist Dressur GWBFaust I 1173  Ich wünschte .. die Stimme Ihres unsichtbaren Begleiters zu hören .. Leichtsinn oder Kühnheit, ich weiß nicht was sie vermochte, genug sie ruft dem G-e, und in dem Augenblicke entsteht mitten im Wagen der schmetternde Ton GWB18,139,2 Unterhaltungen Antonelli  [Clav zu den Leichenmännern:] Verschwindet, G-er der Nacht, die ihr euch mit ängstlichen Schrecknissen mir in den Weg stellt - (Geht auf sie los.) Verschwindet! - Sie stehen! .. es sind Menschen wie ich GWB11,119,21 Clav V  [Magus zu Lila:] die G-er haben keine Gestalten; jeder sieht sie mit den Augen seiner Seele in bekannte Formen gekleidet GWB12,60,15 Lila II  Der Ausdruck Trüb .. .. Der Geist der erscheinen will, webt sich eine zarte Trübe, und die Einbildungskraft aller Völker läßt die G-er in einem nebelartigen Gewand erscheinen GWBN51,395,16 FlH 27 [Riemer] GWBFaust I 4146 auch als potentieller Untersuchungsgegenstand  [Abbé:] Es scheint .. daß uns immer die nöthigsten Instrumente abgehen, wenn wir Versuche auf G-er anstellen wollen GWB18,148,26 Unterhaltungen mit (scherzh) Doppelsinn: zugl für Besetzung einer Geister-Rolle  [rätselhaftes Billett an Wilh] Du findest kaum Menschen zu deinem Hamlet, geschweige G-er .. Hast du Vertrauen, so soll zur rechten Stunde der G. erscheinen GWB22,173,1u4 Lj V 6 häufiger im Vergl  Ich erinnere mich ihrer [der Großmutter] gleichsam als eines G-es, als einer schönen, hagern, immer weiß und reinlich gekleideten Frau GWB26,14,19 DuW 1  Heftig drängte er [Eduard] an der Thüre; sie gab nicht nach. O wie hätte er gewünscht als ein G. durch die Spalten zu schlüpfen! GWB20,388,11 Wv II 16  Er [Wilh] verlor sich so weit in diesen sonderbaren und traurigen Betrachtungen, daß er sich selbst manchmal wie ein G. vorkam, und .. sich kaum des Zweifels erwehren konnte, ob er denn auch wirklich lebe und da sei GWB23,247,17 Lj VIII 7 GWBB4,229,15 Lavater 5.6.80 idWdg ‘G-er sehen’ iSv sich etw einbilden GWB9,120,26 Geschw  β übersinnl Wesen, Dämon; durch magische Beschwörung hervorgerufen od gebannt (mehrf ‘G-er (be)rufen, zitieren’ uä, auch in betrügerischer Absicht vorgespiegelt)  Herr, die Noth ist gross! | Die ich rief, die G-er, | Werd’ ich nun nicht los GWB1,218 Zauberlehrling 91  [Graf:] Wißt, ich bin Conte Rostro .. ein Meister aller geheimen Wissenschaften, ein Herr über die G-er GWB17,238,10 GrCoph V 7  [Graf:] Assaraton! Pantassaraton! Dienstbare G-er bleibt an der Thüre, laßt niemand entwischen! .. Uriel! (Pause, als wenn er Antwort vernähme.) So recht! - “Hier bin ich!” das ist dein gewöhnlicher Spruch, folgsamer G.! GWB17,126,8u21 GrCoph I 2 GWB152,191 Faust II Plp GWB17,378 GrCoph Plp in märchenhaft-magischem Zshg  Der G. meiner Lampe, versetzte der Alte, treibt mich und der Habicht führt mich hierher. Sie spratzelt wenn man meiner bedarf GWB18,256,27 Märchen im Vergl  Wie mit G-s Gewalt | Hebet die Gestalt [des Mädchens] | Lang und langsam sich im Bett’ empor GWB1,224 Braut vKorinth 152  [Egm:] Wie von unsichtbaren G-ern gepeitscht, gehen die Sonnenpferde der Zeit mit unsers Schicksals leichtem Wagen durch GWB8,220,21 Egm II  Zustand meiner Seele darinn es aussah wie in einem Pandämonium von unsichtbaaren G-ern angefüllt, das dem Zuschauer .. doch nur ein unendlich leeres Gewölbe darstellte GWBB4,305,6 ChStein 10.10.[80]  am Ende des Lebens gehen dem gefaßten Geiste Gedanken bisher undenkbar auf; sie sind wie selige G-er [Dämonen GWB422,141,7], die sich auf den Gipfeln der Vergangenheit glänzend niederlassen GWB422,326 MuR(258) Var ‘mit G-es Flug und Lauf’ (übergehend zum Kompositum): vom Gedicht, aufsteigend zur himml Sphäre (u damit Unsterblichkeit gewinnend)3)  [Dichter zur Huri:] Was auch, in irdischer Luft und Art, | Für Töne lauten: | Die wollen alle herauf; | Viele verklingen da unten zu Hauf; | Andere mit G-es Flug und Lauf, | Wie das Flügel-Pferd des Propheten, | Steigen empor und flöten | Draußen vor dem Thor GWB6,255 Div Anklang 18 bezugnehmend auf ESwedenborgs Vorstellung, wonach Geisterwesen sich der Sinnesorgane lebender Menschen zur Erkenntnis der irdischen Welt bedienen; meist idVbdg ‘Swedenborgische G-er’ uä, im Vergl abhebend auf die Erweiterung der individuell beschränkten Wahrnehmungs-, Erkenntnisfähigkeit  wünschen wir ihm [Lavater] innige Gemeinschaft mit dem gewürdigten Seher unserer Zeiten [Swedenborg] .. zu dem G-er durch alle Sinnen und Glieder sprachen GWB37,261,15 FGA Lavater,Aussichten  Wenn man nach Art Schwedenborgischer G-er durch fremde Augen sehen will, thut man am besten wenn man Kinder Augen dazu wählt GWBB7,105,14 CEGoethe 3.10.85  Warum kann ich nicht sogleich .. da ich Ihren lieben Brief erhalte, mich wie jene Schwedenborgischen G-er, die sich manchmal die Erlaubniß ausbaten, in die Sinneswerkzeuge ihres Meisters hineinzusteigen und durch deren Vermittelung die Welt zu sehen, auf kurze Zeit in Ihr Wesen versenken GWBB19,235,20 FAWolf 28.11.06 GWBB24,226,20 Schweigger 25.4.14 GWBB5,198,20 ChStein 1.10.81 GWBB38,223,6 dAlton 20.8.24 K ‘Sprache der G-er’, im Hinblick auf das Ideal unbegrenzter Ausdrucks-, Mitteilungsfähigkeit  Wenn .. ein höherer Mensch über das geheime Wirken und Walten der Natur eine Ahndung und Einsicht gewinnt, so reicht seine ihm überlieferte Sprache nicht hin, um ein solches von menschlichen Dingen durchaus Fernliegende auszudrücken. Es müßte ihm die Sprache der G-er zu Gebote stehen Gespr Eckerm 20.6.31  γ erweitert für unheimliche, wilde (auch naturhaft-elementare) Gestalten; in der hyperbol Vbdg ‘verdammte G-er’  [Sick zu Adelh, bei den Zigeunern:] ich find euch wie einen Engel, der sich in eine Gesellschaft verdammter G-er herablies sie zu trösten GWB39,146,13 Götz1 V  [Winter zu Timur:] Bist du der verdammten G-er | Einer [GJones: una es ex infernis animabus], wohl! ich bin der andre GWB6,137 Vs 14 DivTimur   e für in poetischer Gestaltung verselbständigte Märchen-, Sagenwesen, Phantasiegestalten, dichterisch-mythol Figuren  [mBez auf die Märchen- u Feengestalten in Wielands ‘Oberon’] Das kleine Volk, das hier vereint | In luftigem Gewand erscheint, | Sind G-er voller Sinn und Kraft; | Doch wie der Mensch voll Leidenschaft GWB16,268 Maskenz 1818 Festz 297  [Altenstein:] Lila hat ihrem Kammermädchen .. versichert .. es sei ihr offenbaret worden, ihr Sternthal sei nicht todt, sondern werde nur von feindseligen G-ern gefangen gehalten GWB12,53,14 Lila I  [Lila:] Zaudert nicht länger, liebliche G-er! Zeigt euch mir! Erscheinet, freundliche Gestalten! GWB12,62,26 Lila II GWB16,449,20u30 Maskenz PantomimBallett II uö(besonders ebd) in Faust II: im Rückgriff auf antik-mythol Gestalten  [Meph:] Die nordischen Hexen wußt’ ich wohl zu meistern, | Mir wird’s nicht just mit diesen fremden G-ern GWBFaust II 7677  [Chor der Trojanerinnen, sich als Monaden in Nymphen verwandelnd:] Zurückgegeben sind wir dem Tageslicht, | Zwar Personen nicht mehr, | .. Aber zum Hades kehren wir nimmer. | Ewig lebendige Natur | Macht auf uns G-er, | Wir auf sie vollgültigen Anspruch GWBFaust II 9990 GWBFaust II 6554 in der Rittersaal-Szene in schwebender, zw ‘realen’ Bühnenfiguren u phantasmagor Gestalten oszillierender Bed  [gedämpft illuminierter Rittersaal, geheimnisvolle Vorbereitungen zur Geisterinszenierung (Paris u Helena), Einzug der Hofgesellschaft; Meph:] Hier braucht es dächt’ ich keine Zauberworte; | Die G-er finden sich von selbst zum Orte. | [Szenenwechsel] Rittersaal .. [Herold:] Mein alt Geschäft, das Schauspiel anzukünden, | Verkümmert mir der G-er heimlich Walten; | Vergebens wagt man aus verständigen Gründen | Sich zu erklären das verworrene Schalten. | .. Und so, da alle schicklich Platz genommen, | Sind wir bereit, die G-er mögen kommen! GWBFaust II 6376u6378u6390 GWBFaust II Regiebem nach 6563 für die in der allegor Doppelgestalt des Knaben Lenker/Euphorion sich verkörpernde Idee der Poesie  Der Euphorion .. ist kein menschliches, sondern nur ein allegorisches Wesen. Es ist in ihm die Poesie personificirt .. Derselbige G., dem es später beliebt Euphorion zu seyn, erscheint jetzt als Knabe Lenker, und er ist darin den Gespenstern ähnlich, die überall gegenwärtig seyn und zu jeder Stunde hervortreten können Gespr Eckerm 20.12.29   f als imaginierte Erscheinung, zugl Inbegriff einer (im Vorstellungsakt vergegenwärtigten) Person  [Eduard zu Mittler:] Nachts wenn .. die Lampe einen unsichern Schein durch das Schlafzimmer wirft, da sollte ihre [Ottilies] Gestalt, ihr G., eine Ahnung von ihr, vorüberschweben, herantreten, mich ergreifen .. daß ich eine Art von Versicherung hätte .. sie sei mein GWB20,187,23 Wv I 18  [Er, von der Geliebten getrennt:] Mir bleibt der einzige Genuß | Dein holdes Bild mir ewig zu erneuern, | Und fühltest du den Wunsch nach diesem Segen, | Du kämest mir auf halbem Weg entgegen. | [Sie:] Du trauerst daß ich nicht erscheine, | Vielleicht entfernt so treu nicht meine, | Sonst wär’ mein G. im Bilde da. | Schmückt Iris wohl des Himmels Bläue? | Laß regnen, gleich erscheint die Neue, | Du weinst! Schon bin ich wieder da GWB3,29 Äolsharfen 27   2 in bildl u übertr Verwendungen; meist pl   a für Menschen, bes Bedienstete, Gefolgsleute uä, öfter ‘dienstbare, dienstfertige G-er’ (meist im Anklang an Bed C 1 d β); auch mit der scherzh Konnotation von Plagegeistern  Wenn Sie mir [für die mineralog Sammlung] durch irgend einen dienstbaaren G., deren auf Ihren Winck eine Legion wimmelt, etwas aus Ihrer Gegend zusammen tragen liesen GWBB4,278,3 Sophie La Roche 1.9.80  [ChStein unterwegs nach Jena; G schickt ihr durch einen Boten Erfrischungen u vorliegendes Ged] Aus Kötschau’s Thoren reichet euch | Ein alter Hexenmeister | Konfekt und süßen rothen Wein | Durch einen seiner G-er GWB4,216 Aus Kötschaus Toren 4  [Flavio üb die schöne Witwe:] wenn die Gesellschaft weg ist, darf kein Licht gelöscht werden. Sie geht allein in ihren Zaubersälen auf und ab, wenn die G-er entlassen sind, die sie hergebannt hat GWB24,290,5 Wj II 3  durch ästhetische Arbeiten kam ich mit Dichtern und leider auch mit Dichterlingen in Verhältniß, so daß ich nun von allen diesen G-ern keine posttägliche Ruhe habe GWBB26,189,3 Voigt 18.12.15 [Beilage] ‘englischer G.’ hyperbol für geheimnisvoll-faszinierendes weibl Wesen  [Barbier (Erzähler) zu Melusine:] Englisches unwiderstehliches Wesen! rief ich aus .. Fordere was du willst, englischer G.! .. aber bringe mich nicht zur Verzweiflung GWB251, 134,8 Wj III 6 ‘seliger G.’ für einen Verstorbenen (im Anschluß an Bed C 1 b α)  [nach dem Tod der Schwester] nun bleibt mir nichts übrig, als den Schatten jenes seligen G-es nur, wie durch Hülfe eines magischen Spiegels, auf einen Augenblick heranzurufen GWB27,23,20 DuW 6 ‘G-er der Lustbarkeit’ wohl für Gruppe von Musikern GWBB7,18,5 Knebel [27.2.85] in scherzh Anspielung auf den Namen von G-s Schreiber Geist  Der Vorwurf meiner Schreibfaulheit .. ist leider nicht unverdient, meine Dinten und Papierscheue nimmt gleichsam mit jedem Tage zu, umsomehr als ich einen Geist zur rechten Hand habe, der, mit der größten Leichtigkeit, meine Gesinnungen und Einfälle zu Papier bringt GWBB12,152,17 CarlAug 12.6.97   b ‘vegetabile’ u ‘animale G-er’: als Typenbezeichnungen von Geschöpfen, Lebewesen, hier für den Typus des Wissenschaftlers bzw des Poeten (im Anklang an pansoph-myst Vorstellungen, vgl C 1 a)  Vegetabile G-er und animale G-er, etwa wie Pflanzen und Tiere, Weiber und Männer, jene, die gleichsam einen Boden verlangen, in dem sie sich befestigen und ihre Nahrung daraus ziehen, irgendeine Wissenschaft, andere, die herumgehen und alles genießen und zu ihrem Nutzen verwenden wie die Poeten Gespr(He2,548) Riemer [Juli 1810]   c für Vergangenes, Erinnertes (Dinge, Umstände, Personen) in lebendigen Vorstellungsbildern, meist mit entspr Attr: ‘entschwundene, frische G-er’, ‘(gute) G-er jener, vergangener Tage, der alten Zeiten’ uä, öfter mit Verben wie ‘hervorsteigen, hervorrufen, heranbannen, zuzaubern’, auch im Vergl  Bei meiner Mutter Lebzeiten hätt’ ich das Werk [DuW] unternehmen sollen, damals hätte ich selbst noch jenen Kinderscenen näher gestanden, und wäre durch die Kraft ihrer Erinnerungsgabe völlig dahin versetzt worden. Nun aber mußte ich diese entschwundenen G-er in mir selbst hervorrufen und manche Erinnerungsmittel .. zusammenschaffen GWB36,62,13 TuJ  [aus Ilmenau] die G-er der alten Zeiten lassen mir hier keine frohe Stunde, ich habe keinen Berg besteigen mögen, die unangenehmen Erinnerungen halten alles befleckt GWBB5,161,11 ChStein 2.7.81  verfügte .. mich [zur Feier des 28.8.31] mit meinen beiden Enkeln nach Ilmenau, um die G-er der Vergangenheit durch die Gegenwart der Herankommenden auf eine gesetzte und gefaßte Weise zu begrüßen GWBB49,61,13 Reinhard 7.9.31  schicken Sie mir die Kupferstiche, die Sie für mich aussuchen wollten. Ich bedarf solcher guter G-er, die aus dem tiefen Kunstgrunde der Vorzeit hervorsteigen GWBB21,19,17 Meyer 1.8.09 GWBT1,310,24 v 19.10.86 GWBB38,133,3 Nees [7.5.24?] K GWB36,173,3 TuJ GWBB28,320,8 Boisserée 4.12.17   d für (ältere) literar Werke od Gestalten, für dichterische (Phantasie-)Produkte im allg  sehr wunderbar .. ein zwanzigjähriges Manuscript [Wj] .. redigirend abzuschließen. Es erscheint mir als ein wiederkehrender G., freylich jugendlicher und liebenswürdiger als der jetzige Autor und die jetzige Zeit GWBB34,38,3 Boisserée 9.12.20  bin .. mit der neuen Ausgabe meiner Werke beschäftigt, die mich zu wunderlichen Betrachtungen veranlaßt, indem ich genöthigt bin über die abgeschiedenen und immer auf’s neue spukenden G-er Revue zu halten GWBB25,118,15 ChStein 27.12.14  [betr Vorlesung aus Wv bei der Hzgin] Heut Abend führ ich noch zu guter Letzt meine G-er wieder vor GWBB20,318,23 ChStein 28.4.09  [anspielend auf Shakespeares ‘As You Like It’] Wo bin ich? ist’s ein Zaubermährchen-Land? | Welch nächtliches Gelag am Fuß der Felsenwand? | .. Ist es der Jäger wildes Geisterheer? | .. Ist es ein flüchtiger Fürst wie im Ardenner-Wald? | Soll ich Verirrter hier in den verschlungnen Gründen | Die G-er Shakespeare’s gar verkörpert finden? GWB2,143 Ilmenau 54 GWB131,150 NachspIffland,Hagestolzen 287 [Peucer/G] GWBB5,59,23 ChStein 19.2.81   e für Gedankliches, Ideelles, Abstraktes: als Personifikation best Ideen, Projekte; ‘leidige abstrakte G-er’ für unliebsame, obsessive Vorstellungen  [bezogen auf gleichzeitige Beschäftigung mit ‘Nausikaa’ u der Theorie der Urpflanze] Es ist ein wahres Unglück, wenn man von vielerlei G-ern verfolgt und versucht wird! GWB31,147,12 ItR  Sein [Hebels] Talent neigt sich gegen zwei entgegengesetzte Seiten. An der einen beobachtet er mit frischem frohem Blick die Gegenstände der Natur .. und nähert sich der beschreibenden Poesie .. An der andern Seite neigt er sich zum Sittlich-Didaktischen und zum Allegorischen .. und wie er dort für seine Körper einen Geist fand, so findet er hier für seine G-er einen Körper GWB40,297,20 Üb:Hebel,Ged GWBB28,191,19 Knebel 21.7.17 bezogen auf best Handlungs- od Entscheidungsoption  In vierzehn Tagen muß sich’s entscheiden, ob ich nach Sicilien gehe. Noch nie bin ich so sonderbar in einem Entschluß hin und her gebogen worden .. Es streiten sich zwei G-er um mich GWB31,53,16 ItR   f in Personifizierung anonym waltender Kräfte, Mächte  α die Wege, das Geschick des Menschen beeinflussend, lenkend  [Mohammed, als Strom verbildlicht] Seht den Felsenquell .. Über Wolken | Nährten seine Jugend | Gute G-er GWB2,53 Mahomets-Gesang 6  Wie die Götter mit mir stehen weis ich nicht, so viel weis ich: daß sie G-ern Macht über mich gegeben haben, die denn in ihrem Streit mich treten und treiben GWBB3,145,2 ChStein [März 77]  Weltseele komm uns zu durchdringen! | Dann mit dem Weltgeist selbst zu ringen | Wird unsrer Kräfte Hochberuf. | Theilnehmend führen gute G-er, | Gelinde leitend, höchste Meister, | Zu dem der alles schafft und schuf GWB3,81 Eins u Alles 10 GWBB4,300,11 Lavater [20.9.80] GWBB18,21,11 Knebel 30.10.84 wiederholt als persönl Schutzgeist, Genius (zT in Berührung mit C 1 b α)  [CarlAug auf dem Feldzug in Frkr] Wir sind in Sicherheit, | Er in Gefahr; wir leben im Genuß, | Und er entbehrt. - O, mög’ ein guter G. | Ihn schützen! - jedes edle Streben | Ihm würdig lohnen GWB131,164 Prol 15.10.93 Vs 34  [auf der Schweiz-Reise] Den ganzen Weeg den wir machten begleitet von einem guten G-e der überall die Fackel vorträgt hierhin lockt dorthin treibt GWBB4,144,10 Lavater [Ende Nov 79] GWBB2,270,10 Gfin Stolbg 25.7.75 GWBB6,233,2 Lavater [Ende Dez 83] öfter briefl in Wunschformeln (bes ‘alle guten G-er’, einmal ‘G. der Welt’), vornehmlich in späteren Br als Schlußwdg  Schiller .. hat .. einen Vorsatz bey dem ihn alle gute G-er erhalten mögen GWBB14,50,22 Meyer [22.]3.99  [im Blick auf Italienreise] Ich gehe allerley Mängel zu verbessern und allerley Lücken auszufüllen, stehe mir der gesunde G. der Welt bey! GWBB7,254,1 CarlAug 24.7.86  Und hiemit allen guten G-ern befohlen. | treu gesinnt | Goethe GWBB41,117,21 Zelter 8.8.26  Empfohlen den besten G-ern | im Aether und auf Erden! | G[oethe]. GWBB48,187,25 Zelter 24.4.31  [in scherzh Aufnahme der Brief-Thematik] Alle gute G-er | in Gefolg so vieler | Höllischen. | G[oethe]. GWBB46,158,16 Zelter 20.11.29 GWBB22,118,11 Zelter 26.6.11 für die untergründigen, subversiven Kräfte in der ‘moralischen und politischen Welt’  Was die geheimen Künste des Cagliostro betrift, bin ich sehr mistrauisch .. Glaube mir, unsere moralische und politische Welt ist mit unterirdischen Gängen, Kellern und Cloaken miniret, wie eine große Stadt .. das Unterirdische geht so natürlich zu als das Überirdische, und wer bei Tage und unter freyem Himmel nicht die G-er bannt, ruft sie um Mitternacht in keinem Gewölbe GWBB5,150,3 Lavater 22.6.81  β spezieller akzentuiert: inspirierende, die (gedankl-)poetische Kreativität befördernde Kräfte, Wirkungen; auch ‘guter G.’, ‘G. der Erfindung’; ‘gute G-er des Orients’ iZshg mit Abfassung von Div-Gedichten  [betr Gedankenaustausch mit WHumboldt] Es ist noch allerley bey mir vergraben, wir wollen die G-er emsig beschwören, daß sie es an’s Licht lassen GWBB21,173,14 CWolzogen 18.1.10  Daß ich dich nicht besuche wirst du nicht tadeln wenn ich dir sage daß mich ein guter G. anweht und ich an Wilhelm [Meister] schreibe GWBB7,290,18 ChStein [12.3.86 Korr Fränkel2 2,146]  Bekenntnis im Stillen .. daß ich, durch guter G-er fördernde Theilnahme, mich wieder an Faust begeben habe GWBB42,190,6 Zelter 24.5.27  [Stichworte üb Gespr mit G.] Nachtwandlerisches Produzieren, nicht den Mut gehabt, ein schiefliegendes Blatt gerade zu legen, aus Furcht, die G-er zu verscheuchen. Schreibe nachts im Dunkeln Gespr (He5,78) Eckerm undat  Wenn der G. der Erfindung vor mir über streicht GWBB2,125,21 Fahlmer 29.11.73 GWBB5,114,3 ChStein 18.4.81 GWBB5,114,18 ChStein 19.4.81 GWBB26,1,7 Christiane 24.5.15 idWdg ‘mit (den) G-ern reden’ als Ausdruck geistig-imaginativer, schöpferischer Tätigkeit, auch im Zustand enthusiast Erregung  Wie ich von Ihnen an der Treppe abschied nahm, war mirs als wenn ich Sie für diesmal nicht wiedersähe. Ich war zu Hause redete mit den G-ern und ging zeitig zu Bette GWBB7,268,15 ChStein [5.6.80? Korr Petersen 1,241]  [Tasso, nach imaginiertem Dialog mit antiken Dichtern:] Abwesend schein’ ich nur, ich bin entzückt! [Prinzessin:] Ich freue mich, wenn du mit G-ern redest, | Daß du so menschlich sprichst, und hör’ es gern Tasso 562   g in Umschreibung von Wesen, (körperl-) seelischer Anlage, Verfassung des Menschen; bes ‘(jds) guter, böser, dämonischer G.’ ua  α für die ganze Persönlichkeit hinsichtl ihrer wohltuenden Wirkung, Ausstrahlung; pl auch für die positiven Wirkungen, Kräfte selbst  Herder schreibt mit großer Freude wie er Sie [in Italien] empfangen und wie Sie ihm als ein guter G. erschienen GWBB9,47,18 AnnaAm 31.10.88  Friederikens Betragen in der Gesellschaft war allgemein wohlthätig. Auf Spaziergängen schwebte sie, ein belebender G., hin und wieder, und wußte die Lücken auszufüllen, welche hier und da entstehen mochten GWB28,16,7 DuW 11  [Susanne:] Er [Wilh] schied nunmehr und es war als wenn mit ihm alle guten G-er gewichen wären GWB251,240,2 Wj III 13  β für geistig-seel Disponiertheit, bestimmende, lenkende, inspirierende (Trieb-)Kraft  Merck ist nun fort und Herdern erwart ich und ihr geht auch. Adieu lieben alle .. Gott geleit euch. mein Guter G. hat mir ein Herz gegeben auch das alles zu tragen GWBB2,85,21 Kestner [etwa 8.5.73]  Danck Ihrem guten G. goldne Lotte, der Sie trieb mir eine unerwartete Freude zu machen GWBB2,29,23 ChBuff [8.10.72]  Des Menschen Verdüsterungen und Erleuchtungen machen sein Schicksal! Es thäte uns noth, daß der Dämon uns täglich am Gängelband führte und uns sagte und triebe was immer zu thun sey. Aber der gute G. verläßt uns und wir sind schlaff und tappen im Dunkeln Gespr Eckerm 11.3.28  [Mozart] der dämonische G. seines Genies Gespr Eckerm 20.6.31 Gespr Eckerm 8.3.31 in spielerisch-scherzh Verwendung: ‘kleiner böser G.’ für Neigung zur Neckerei, Stichelei  [der Geistliche zu Luise:] so scheinen Sie einem kleinen bösen G., der in Ihnen wohnt .. auf meine Unkosten gewöhnlich einige Entschädigung zu verschaffen GWB18,119,15 Unterhaltungen  γ ‘gute G-er’: iZshg ästhetischer Rezeption für Faktoren der subjektiven Wahrnehmung und entspr emotionale Reaktionen GWBB25,267,17 Zelter 17.4.15  δ für temporären Gemüts-, Seelenzustand; bes mit der Vorstellung von Heimsuchung u Besessenheit (meist ‘böser G.’); einmal für Anfall hypochondrischer Verstimmung  Wen ein guter G. besessen | Hält sich das Gedächtnis rein; | Alles Übel ist vergessen | eingedenk der Lust zu sein! GWB4,48 Vs 1  Sibylle! Furie! rief Wilhelm [an die alte Barbara gewandt] aus .. welche ein böser G. besitzt und treibt dich? GWB23,92,15 Lj VII 8  Nur brauch ich deine Liebe täglich mehr um den bösen G-ern zu widerstehn die mich anfallen GWBB6,89,12 ChStein 13.11.82  gewisse Zeiten .. wo ihn [Gf Thoranc] eine Art von Unmuth, Hypochondrie, oder wie man den bösen Dämon nennen soll, überfiel .. Sobald aber der böse G. von ihm gewichen war, erschien er nach wie vor mild, heiter und thätig GWB26,137,10 DuW 3  Das volle warme Gefühl meines Herzens an der lebendigen Natur, das mich mit so vieler Wonne überströmte .. wird mir jezt .. zu einem quälenden G-e [G. Werth2] AA59,9 Werth1 I für Gefühlsregungen, Emotionen, auch ‘böse G-er der Sorgen, des Mißtrauens’  [Hofrat:] Wenn zwischen leiblichen Geschwistern | Gar oft die schlimmsten G-er flüstern GWB131,147 NachspIffland,Hagest 233 [Peucer/G] GWB52,16,8 ThS IV 2 GWBB49,190,25 CJMSeebeck 3.1.32 uö(selten)  ε pl iSv Lebensgeister: als Personifizierung der körperl od intellektuellen Befindlichkeit, Vitalität, Schaffenskraft  Wilhelm .. erhöhte seine G-er durch den feurigen Trank GWB51,243,15 ThS III 9  Ich habe heute früh schon meine traurigen stockenden G-er im Schnee gebadet ich dencke das soll ihnen frische Sinnen geben GWBB3,207,5 ChStein 12.1.78  Gute Nacht Liebste. Musick hab ich mir kommen lassen die Seele zu lindern und die G-er zu entbinden GWBB4,11,15 ChStein 14.2.[79] GWBB39,87,2 CarlAug 17.1.25   h für (lebendig empfundene) naturhafte Erscheinungen; speziell auch bezogen auf meteorolog Phänomene  daß die ganze physische Gilde in .. hohlen Chiffern zu sprechen gewohnt ist, deren Abracadabra ihnen die G-er der lebendigen Natur, die überall zu ihnen spricht, möglichst vom trocknen dogmatischen Leichnam abhält GWBB26,290,20 Schultz 11.3.16  [Wanderung im Montblanc-Massiv] Was soll ich Ihnen die Namen von denen Gipfeln, Spizen, Nadeln .. vorerzählen .. Merkwürdiger ist’s, wie die G-er der Luft sich unter uns zu streiten schienen .. eine feindselige Gährung in dem Nebel .. der auf einmal aufwärts strich, und uns .. einzuwickeln drohte GWB19,254,6 BrSchweiz II ~ GWBB4,136,3 ChStein 6.11.79  es regnet wie ausgiesend. Wenn die G-er nicht besondere Anstalten machen, kann ich morgen den Felsen von Neideck nicht zeichnen GWBB8,4,17 ChStein 16.8.86 umschreibend für atmosphär Wirkung, Fluidum einer Naturgegend, -situation  Ich weis nicht, ob so täuschende G-er um diese Gegend schweben, oder ob die warme himmlische Phantasie in meinem Herzen ist, die mir alles rings umher so paradisisch macht AA6,8 Werth1 I ~ Werth2  Nachts, wann gute G-er schweifen, | Schlaf dir von der Stirne streifen .. Scheinst du dir entkörpert schon, | Wagest dich an Gottes Thron GWB3,365 ZXen VI 1774 im Ged-Titel pl in komplexer Bedeutungsschichtung: verselbständigt zu poetischen Figurationen von Naturkräften, -erscheinungen, zugl als außerhalb des Ged stehende, seine Thematik (Wasser-Seele-Gleichnis) gleichsam reflektierende Instanz; ursprüngl auch als redende Person; im Br, darauf anspielend, wohl zugl iVbdg mit altem Inspirationstopos  Gesang der G-er über den Wassern [Gesang der lieblichen G-er in der Wüste Var] GWB2,56 Titel  [weitere Titelvar: Vor’m/Am Staubbach] [nachwirkender Eindruck des Staubbachfalls] Von dem Gesange der G-er hab ich noch wundersame Strophen gehört, kann mich aber kaum beyliegender erinnern GWBB4,79,21 ChStein 14.10.79  Erster G. .. Zweiter G.4) GWB2,306 Var redPers vor 1u5 uö(ebd)   D in philos Betrachtung: im Auszug aus MMendelssohns ‘Phädon’ (im 2. Dialog üb die Unsterblichkeit der Seele) für die kleinste, unteilbare, damit unvergängliche geistige Substanz  Die Bestandtheile unsers Körpers müssten also Kräffte haben aus denen im Z[usammengesetzten]. das Verm[ögen]. zu dencken entspringt .. Und endlich müssten wir doch eine Krafft zugeben die alle andern versammelte. Oder wir gäben viele G-er zu da ich nur einen haben will GWB37,106,1 Ephem für höheres Geistwesen, Monade; nur idVbdg ‘höhere G-er’  höhere Naturen, als wir selbst, unter den Monaden .. Die Intention einer Weltmonade kann und wird manches aus dem dunkeln Schoße ihrer Erinnerung hervorbringen, das wie Weissagung aussieht und doch im Grunde nur .. Gedächtnis ist .. durch einen ins Dunkel fallenden Blitz der Erinnerung .. Es würde vermessen sein, solchen Aufblitzen im Gedächtnis höherer G-er ein Ziel zu setzen, oder den Grad .. zu bestimmen Gespr (He2,775) Falk 25.1.13 Gespr Kanzl Müller 24.1.19   E Gottes od göttl (heiliger) Geist   1 im Rahmen od Zshg (theol-)christl, biblischer Vorstellungen   a die inspirierende, schaffende, lebenspendende, stärkende Kraft u Gegenwart Gottes, auch ‘ewiger G.’, öfter ‘heiliger G.’ (als 3. Pers der göttl Trinität); ‘beiderseitiger G.’ bezogen auf den Vater u den Sohn (iS des Dogmas der latein-abendländ Kirche); einmal pl wohl in Anspielung auf die Erscheinungsform des Hl Geistes im Pfingstgeschehen  Was heißt mit Zungen reden? | Vom G. erfüllt, in der Sprache des G-s Geheimnisse verkündigen5) .. Fragt ihr .. Was willst du uns von der Sprache des G-es sagen, wenn du den G. nicht kennst, ist dir gegeben worden mit Zungen zu reden? Darauf antwort’ ich: Ihr habt Moses und die Propheten! .. Der verheißene G. erfüllt die versammelten Jünger mit der Kraft seiner Weisheit. Die göttlichste Empfindung strömt aus der Seel’ in die Zunge, und flammend verkündigt sie die großen Thaten Gottes in einer neuen Sprache, und das war die Sprache des G-es .. .. er [der mit dem Hl Geist begabte Mensch] redete die Sprache der G-er, und aus den Tiefen der Gottheit flammte seine Zunge Leben und Licht GWB37,186,8u14u18u22 u 187,4 u 188,11 Zwo biblFragen  Komm heiliger G., du Schaffender [creator spiritus; Luther: schepffer heyliger geyst], | Komm, deine Seelen suche heim; | Mit Gnaden-Fülle segne sie | Die Brust, die du erschaffen [korr nach GWB53,532] hast .. .. Vom Vater uns Erkenntniß gib, | Erkenntniß auch vom Sohn zugleich, | Uns, die dem beiderseit’gen G. [teque utri(u)sque Spiritum; Luther: beyder geyst] | Zu allen Zeiten gläubig flehn GWB4,329f Veni Creator Spiritus 1u23 GWB37,190,20 Zwo biblFragen GWB19,297,5u12 BrSchweiz II öfter verbunden mit der Vorstellung des Schwebens, (An-)Wehens (im Kontext auch den Eindruck der Unfaßbarkeit, Unbegreiflichkeit Gottes vermittelnd), des Einhauchens uä, ferner des Ausgießens, Überfließens; auch im Vergl  Ganz verwirrt und verdüstert war es unserm Freund [Wilh, bei Gespr üb Erdentstehung] zu Muthe, welcher noch von Alters her den G., der über den Wassern schwebte [vgl 1.Mos 1,2] .. im stillen Sinne hegte GWB251,29,1 Wj II 9  [in Anspielung auf Joh 3,8] Fragt ihr: wer ist der G.? So sag’ ich euch: der Wind bläset, du fühlest sein Sausen, aber von wannen er kommt und wohin er geht, weißest du nicht GWB37,186,14 Zwo biblFragen  Die frische Luft des freien Feldes ist der eigentliche Ort wo wir hingehören; es ist als ob der G. Gottes dort den Menschen unmittelbar anwehte und eine göttliche Kraft ihren Einfluß ausübte Gespr Eckerm 11.3.28  Man hatte [unter den Theologen des frühen 18.Jh] .. angenommen, daß dieses Buch der Bücher in Einem Geiste verfaßt, ja daß es von dem göttlichen G-e eingehaucht und gleichsam dictirt sei GWB27,96,18 DuW 7  Kam .. der G. über eine Seele, so war das Aushauchen seiner Fülle das erste nothwendigste Athmen eines so gewürdigten Herzens. Es floß vom G-e selbst über, der so einfach wie das Licht .. ist GWB37,187,19u22 Zwo biblFragen GWB52,407 Und soll dem Weisen 5 GWB37,167,11 BriefPastors DjG31,46,13 Labores juv [1758] auch als Gegenstand bildkünstlerischer Darstellung (im Symbol der Taube)  ein wunderliches Bild, [fälschlich] Wohlgemuth zugeschrieben. Christus am Kreuz in der Mitte, Gott Vater und der Heilige G. oben drüber GWB342,16,14 KuARheinMain Plp GWB342,19,1 u 23,22 ebd — in freien Verwendungen: zur Bezeichnung einer höheren, göttl Inspirationsquelle  Wir .. Nachpoeten müssen unserer Altvordern, Homers, Hesiods u. a.m., Verlassenschaft als urkanonische Bücher verehren; als vom heiligen G. Eingegebenen beugen wir uns vor ihnen GWBB28,266,22 Creuzer 1.10.17 in scherzh-iron Zshg  Nun aber kommt der heilige G., | Er wirkt am Pfingsten allermeist. | Woher er kommt, wohin er weht, | Das hat noch niemand ausgespäht GWB51,132 ZXen IX 678 GWB53,24 Dreieinigkeit hab ich 3 in redensartl Wdgn  Man begeht doch eigentlich eine Sünde wider den heiligen G., wenn man ihr [Mme de Staël] auch nur im Mindesten nach dem Maule redt GWBB17,14,2 Schiller [14.1.04] GWB53,348 Plp Vs 6 uö(selten) in scherzh-doppelsinniger Verwendung des Namens von G-s Schreiber Geist  Göthe hat einen Bedienten der Geist heißt. In Pyrmont meldete er sich als Göthe Vater, Sohn und G. Da haben die dummen Thorscheiber das Maul aufgesperrt Gespr(Gr5,144) Voß dJ Juni 01   b erweitert od abgeblaßt, auch ‘ewiger G., G. des Ewigschaffenden, des Himmels, (ein) oberer, guter G.’; bes unter dem Eindruck erhabener Natur (auch die Unnahbarkeit, Entzogenheit Gottes akzentuierend); gelegentl als angerufenes, hilfreiches Gegenüber des Menschen  [Christus, auf die Erde zurückgekehrt:] Wo haben sich die Zeugen [Apostel u Märtyrer] hingewandt, | Die weis aus meinem Blut entsprungen, | Und ach wohin der G., den ich gesandt - | Sein Wehn, ich fühls, ist all verklungen GWB38,61 EwJude 171  [anspielend auf 1.Mos 1,2] Ich fühle die ersten festesten Anfänge unsers Daseins .. .. Diese Klippe, sage ich zu mir selber, stand schroffer, zackiger, höher in die Wolken, da dieser Gipfel noch als eine meerumflossne Insel in den alten Wassern dastand; um sie sauste der G., der über den Wogen brütete, und in ihrem weiten Schooße die höheren Berge aus den Trümmern des Urgebirges .. sich bildeten GWBN9,175,15 ÜbGranit  Weit, hoch, herrlich der Blick | Rings in’s Leben hinein, | Vom Gebirg’ zum Gebirg’ | Schwebet [Über Var] der ewige G.6), | Ewigen Lebens ahndevoll GWB2,65 SchwagKronos 17  Vom unzugänglichen Gebürge über die Einöde, die kein Fuß betrat, bis ans Ende des unbekannten Ozeans weht der G. des Ewigschaffenden AA60,12 Werth1 I ~ Werth2  [auf der Dôle (Schweiz)] immer wieder zog die Reihe der glänzenden Eisgebürge das Aug’ und die Seele an sich .. .. iene sind wie eine heilige Reihe von Jungfrauen, die der G. des Himmels in unzugänglichen Gegenden .. für sich allein, in ewiger Reinheit aufbewahrt GWBB4,109,25 ChStein 28.10.79  Vorm Jahr um diese Stunde war ich auf dem Brocken und verlangte vom G. des himmels viel, das nun erfüllt ist GWBB3,261,2 ChStein 10.12.78 AA104, 17 Werth1 II ~ Werth2 GWBFaust I 1228 GWBB45,45,5 Rauch 4.11.28 GWB411,128,5 Geistesepochen GWB16, 213 Maskenz 30.1.09 Vs 12   2 im allg-relig, pantheist Vorstellungskreis  Ihm [Gott] ziemt’s, die Welt im Innern zu bewegen, | Natur in Sich, Sich in Natur zu hegen, | So daß was in Ihm lebt und webt und ist, | Nie Seine Kraft, nie Seinen G. vermißt GWB3,73 Prooemion 20  Vom lebendigen Gott lebendig, | Durch den G., der alles regt, | Wechselt sie [Erde] nicht unbeständig, | Immer in sich selbst bewegt GWB3,361 ZXen VI 1741   3 pl personifizierend, für die aus ‘höheren’ Regionen wirkenden, alles Lebendige durchwaltenden göttl-metaphys Kräfte  Ewig natürlich bewegende Kraft | Göttlich gesetzlich entbindet und schafft; | Trennendes Leben, im Leben Verein, | Oben die G-er und unten der Stein GWB4,47 Wiegenlied dem jg Mineralogen Walter vGoethe 32   4 als Name eines Gasthofs (wohl ursprüngl an Heilig-Geist-Kirche od -Spital gelegen)  Ich war [in Straßb] im Wirthshaus zum G. abgestiegen GWB27,229,12 DuW 9   F belebende, beseelende (schöpferische) Kraft; in bildhaftem Zshg auch personifiziert   1 im Bereich der Natur: als bewegendes, schaffendes, organisierendes Prinzip, als immanenter Schöpfungsgeist; auch: innerer, wesensmäßiger Zusammenhang in einem lebendigen Erkenntnisgegenstand  Doch im Innern [der Geschöpfe] scheint ein G. gewaltig zu ringen, | Wie er durchbräche den Kreis [‘lebendiger Bildung’], Willkür zu schaffen den Formen | Wie dem Wollen; doch was er beginnt, beginnt er vergebens GWB3,90 MetamTiere 33  Die Natur bildet normal, wenn sie unzähligen Einzelnheiten die Regel gibt .. abnorm aber sind die Erscheinungen, wenn die Einzelnheiten obsiegen .. Weil aber beides nah zusammen verwandt und, sowohl das Geregelte als Regellose, von Einem G-e belebt ist, so entsteht ein Schwanken zwischen Normalem und Abnormen GWBN6,174,2 MetamPfl Nachtr  wir möchten .. die Worte Troxlers wiederholen: “Das Skeleton ist überhaupt das wichtigste und gültigste physiognomische Zeichen, welch ein schaffender G. und welch eine geschaffene Welt sich im irdischen Leben durchdrangen.” Wie wollte man nun aber den G. benennen, der sich im Geschlechte Bradypus [Faultier] offenbart? Wir möchten ihn einen Ungeist schelten .. auf alle Weise jedoch ist es ein G., der sich in seiner Haupterscheinung nicht manifestiren kann .. Ein ungeheurer G., wie er im Ocean sich wohl als Wallfisch darthun konnte .. GWBN8,225,23u25 u 226, 1u6 FaultDickh  Die Franzosen haben dem Materialismus entsagt und den Uranfängen etwas mehr G. und Leben zuerkannt; sie haben sich vom Sensualismus losgemacht und den Tiefen der menschlichen Natur eine Entwickelung aus sich selbst eingestanden GWB422,187,10 MuR(647)  [Meph zum Schüler:] Wer will was Lebendigs erkennen und beschreiben, | Sucht erst den G. heraus zu treiben, | Dann hat er die Theile in seiner Hand, | Fehlt leider! nur das geistige Band GWBFaust I 1937 ~ GWBUrfaust 368  G. des Lebens [Notiz zu d’Altons ‘Skelette der Nagetiere’] GWBN13,229,5 Morph Plp als Inbegriff des Lebens (eines jeden Geschöpfs), zugl mit ästhet nobilitierender Wirkung; ‘entflohene G-er’ für das aus den Organismen gewichene Leben  Mendelssohn und andre .. haben versucht die Schönheit wie einen Schmetterling zu fangen, und mit Stecknadeln, für den neugierigen Betrachter festzustecken .. der Leichnam ist nicht das ganze Thier, es gehört noch etwas dazu .. ein sehr hauptsächliches Hauptstück: das Leben, der G. der alles schön macht GWBB1,239,3 Hetzler dJ 14.7.[70] K GWBN8,103,5 ZwKnoch in absol Setzung zum Ausdruck der (unüberschaubaren) sinn- u planvollen Organisation der gesamten Schöpfung  Das einzige, was ich an der Natur auszusetzen habe (es ist Genie, G. genug in ihr vorhanden und zu allen Zeiten), ist, daß das Leben nicht lang genug ist, damit die Erfindung, die Kunst und Wissenschaft tiefere Wurzeln schlagen und sich bei den Nachkommen befestigen kann Gespr(He2,786) Falk 15.3.13   2 im menschl (vereinzelt mythol) Bereich   a als beherrschende, lenkende überpersönl Kraft, bes als (kollektiv erzeugter) Gemeingeist  [in der Päd Provinz; Bereich der bildenden Künstler] es schien als wenn keiner aus eigner Macht und Gewalt etwas leistete, sondern als wenn ein geheimer G. sie alle durch und durch belebte, nach einem einzigen großen Ziele hinleitend GWB251,9,5 Wj II 8  Soll ich Verirrter hier in den verschlungnen Gründen | Die Geister Shakespeare’s gar verkörpert finden? | .. Sie sind es selbst, wo nicht ein gleich Geschlecht! | Unbändig schwelgt ein G. in ihrer Mitten, | Und durch die Roheit fühl’ ich edle Sitten GWB2,143 Ilmenau 57  [das Volk im Amphitheater] sieht .. sich zu einem edlen Körper vereinigt, zu einer Einheit bestimmt, in eine Masse verbunden und befestigt, als Eine Gestalt, von Einem G-e belebt GWB30,60,15 ItR ~ GWBT1,195,16 v 16.9.86  Ein Blatt, die drey Apostel unterschrieben, nach Mich. Angelo von Caravaggio .. von Bausen radirt .. Das Beysammenseyn in einem G-e, dreyer, durch brüderlichste Mannigfaltigkeit karakterisirter, menschenfreundlich-edler alter Köpfe; solch eine Seelenruhe durch eine dämmernde Haltung drüber gehaucht GWB38,348,5 FGA Kupferst Apostel [für:  ταὐτὸν πνεόντες] GWB491,106,17 Philostrat als (kraftvoller) Daseins-, Lebensimpuls  [Faust:] Hier! durch ein Wunder, hier in Griechenland! | Ich fühlte gleich den Boden wo ich stand; | Wie mich, den Schläfer, frisch ein G. durchglühte, | So steh’ ich, ein Antäus an Gemüthe GWBFaust II 7076  [auf der Reise nach Lpz] Hinter Naumburg ging mir die Sonne entgegen auf! .. ein Blick voll Hoffnung Erfüllung und Verheisung .. es ist der Born der nie versiegt. Das Feuer das nie verlischt keine Ewigkeit nicht! beste Frau auch in dir nicht, die du manchmal wähnst der heilige G. des Lebens habe dich verlassen GWBB3,45,11 ChStein [25.3.76] als produktiver, schöpferischer Geist, der jdn ergreift, inspiriert  Gott .. gebe jedem Anfänger einen rechten Meister! Weil denn die nun nicht überall und immer zu haben sind .. so gebe uns Künstler und Liebhaber ein περὶ ἑαυτοῦ [dh Selbstdarstellung] seiner Bemühungen .. des G-s, der in gewissen Augenblicken über ihn gekommen, und ihn auf sein Leben erleuchtet GWB37,214,1 FGA Sulzer,SchöneKünste [G/Merck]  [G-s Frankf Stube] Sie ist mit den glücklichsten Bildern ausgeziert [die] mir freundlichen guten Morgen sagen. Sieben Köpfe nach Raphael, eingegeben vom lebendigen G-e GWBB2,50,11 Kestner [25.12.72]  Es ist nicht zu leugnen, es gibt viele wenigstens original scheinende Menschen in der Welt; aber was sichert uns dafür, daß es nicht bloßer Schein ist? daß das, was wir für Eingebungen eines höheren G-es zu halten geneigt sind, nicht bloß Wirkung einer vorübergehenden Laune ist? Gespr(He5,191) ALEHorn [Jul/Aug 1795]   b als wirkendes, sich mitteilendes inneres Wesen, (aus der Ferne, über den Tod hinaus) ausstrahlende Kraft; mehrf im Bild des Schwebens, auch des Wehens, Einhauchens  Ich ging aus Leipzig und Ihr G. begleitete mich, mit der ganzen Munterkeit seines Wesens GWBB1,193,14 FOeser 13.2.69  Lotte! rief ich aus, indem ich mich vor sie hinwarf, ihre Hände nahm und mit tausend Thränen nezte. Lotte, der Segen Gottes ruht über dir, und der G. deiner Mutter! AA68,13 Werth1 I ~ Werth2  Gemählde von Mantegna .. Was in diesen Bildern für eine scharfe sichere Gegenwart dasteht! Von dieser .. gingen die folgenden Mahler aus .. und nun konnte die Lebhaftigkeit ihres Genies, die Energie ihrer Natur, erleuchtet von dem G-e ihrer Vorfahren .. immer höher und höher steigen GWB30,92,20 ItR ~ GWBT1,240,11 v 27.9.86  [Tasso, der beabsichtigt, nach Rom zu gehen:] Am meisten liegt mir mein Gedicht am Herzen. | .. Ich möchte dort, | Wo noch der G. der großen Männer schwebt, | Und wirksam schwebt, dort möcht’ ich in die Schule | Auf’s neue mich begeben Tasso 3022  nun konnte nach langem Zusammenleben Humanus gar wohl von ihnen [den Rittermönchen] scheiden, weil er jedem seinen G. ungetheilt eingehaucht hat GWB411,450 ÜbGeheimnisse Var [für: esprit] GWB9, 296 Mahomet 457 GWB16,385 Requiem frohstenManne 7 zugl in hist Relikten aufbewahrt (in Überschneidung mit F 3)  [Wilh in der alten Klosteranlage:] Es sollte mich wundern, wenn der G., der vor Jahrhunderten in dieser Bergöde so gewaltig wirkte und einen so mächtigen Körper von Gebäuden, Besitzungen und Rechten an sich zog .. nicht auch aus diesen Trümmern noch seine Lebenskraft auf ein lebendiges Wesen ausübte GWB24,16,19 Wj I 2 auch von einer Gemütslage  Buch Suleika. Dieses .. möchte wohl für abgeschlossen anzusehen sein. Der Hauch und G. einer Leidenschaft, der durch das Ganze weht, kehrt nicht leicht wieder zurück GWB7,145,10 DivNot   3 als bestimmende (ideelle) Substanz in menschl Hervorbringungen, Gestaltungen, auch in kulturellen Entwicklungsphasen  Gemmen des Stoschischen Cabinets .. in den kleinen Räumen dieser Gemmen sind uns offenbar Nachbildungen wichtiger älterer Kunstwerke geblieben und bey ihrer Betrachtung weht ein belebender G. über die endlosen Trümmer GWBB42,274,22 Beuth 23.7.27 K  Und so werden Männer von anerkannter Redlichkeit und geprüfter Einsicht auf’s neue G. und Leben in die Epoche bringen, die wir gegenwärtig vorbereiten GWB341,117,25 KuARheinMain   G abstrakter: zugrundeliegendes wirkendes Prinzip, Richtungssinn, Tendenz, inneres Wesen von etw; in bildhaftem Kontext teilw noch personifizierend   1 als überindividuell wirkendes, Denken, Fühlen, Handeln prägendes Moment, als allg (Zeit-)Stimmung, Atmosphäre  die Mauern verkünden den G. der im Staate regieret GWB50,376 HermDor Plp  Ihre [Anna Amalias] Regentschaft brachte dem Lande mannichfaltiges Glück .. Ein ganz anderer G. war über Hof und Stadt gekommen GWB36,306,9 AndenkAnnaAm 1807  [Weisl:] Es ist nicht genug ihre Person [Sickingen, Selbiz, Götz] auf die Seite zu schaffen, sondern der G. ist zu vertilgen, den das Glück ihrer rebellischen Unruhe umhergeblasen hat GWB39,84,20 Götz1 III  [Frankf Stadtgeschichte] wie der öffentliche G. mit dem Privatgeist sich verband, wodurch ganz allein ein echtes städtisches Wesen hervorgebracht wird, wäre näher zu betrachten GWB341,248,2 ReiseSchweiz 1797 [G/Eckerm]  den allgemeinen G., der die ganze Menschheit zusammen webt GWB38,372,70 FGA Gesch dSelbstgefühls [G?] GWB40,280,12 Üb:Voß,Ged [G/Voß dJ] GWBB24,149,25 Boisserée 14.2.14 GWBN7,86,25 Probl uErwiderg [EMeyer] häufig mit spezifizierenden Attr: Gen-Vbdgn wie ‘G. der Tätigkeit, der Freiheit, der Ordnung, der Reinheit, des Widerspruchs, des Aufruhrs, der Versöhnung’, ‘G. der Betrachtung, Beobachtung, lebendigen Beschauung, des Forschens’ u viele andere  [Werner an Wilh:] ich freue mich, so nahe mit dir verbunden, auch nunmehr im G. der Thätigkeit mit dir vereint zu werden GWB22,146,17 Lj V 2  Luciane schien sich’s zum Gesetz gemacht zu haben .. um den G. des Widerspruchs recht zu üben, manchmal die Fröhlichen verdrießlich und die Traurigen heiter zu machen GWB20,265,6 Wv II 6  Wir erhalten anschauliche Kenntniß, daß der G. der Verneinung auch in Frankreich zu Hause sei GWB45,242,12 RamNeffeNachtr II  [Frankf Sakralbauten] Alles dieses ist durch den G. einer dunkeln Frömmigkeit und Wohlthätigkeit zusammengebracht und errichtet GWB341,242, 13 ReiseSchweiz 1797 [G/Eckerm]  [mBez auf Straßb Münster; Anrede eines imaginären Mitbetrachters] Und du, mein lieber Bruder im G-e des Forschens nach Wahrheit und Schönheit .. komm, genieße und schaue GWB37,147,26 Von dtBaukunst 1773  [Theaterdirektor:] Nur heute schränckt den weiten Blick mir ein | Nur heute laßt die Strenge mir nicht walten | Laßt unser Stück nur reich an Fülle seyn | Dann mag der Zufall selbst als G. der Einhei[t] [WA liest: Freiheit(?) GWB14,288]  schalten GWBFaust I Plp (nach Bohnenkamp 218) GWB38,60 EwJude 141 GWBB20,10,12 Knebel 23.1.08 GWB51,120,20 ThS II 3 GWBN8,219,11 TibiaFibula mehrf mit personifizierender Vorstellung, auch pl  [ChKalb hatte G gebeten, ihr beim Verkauf ‘auf gut Glück u Spekulation’ erworbener Rheinweine zu helfen] Hätte ich doch nicht geglaubt daß meine Freundinn sich vom G-e der Speculation würde anhauchen lassen GWBB10,187,12 ChKalb 29.8.94  Seit einigen Jahren verschwinden .. Pflanzen, die sonst häufig da waren .. Sollte etwa der G. des Aberglaubens noch so gewaltig im Finstern spuken, daß er eine ganze Gegend gewisser Kräuter beraubte? GWBN13,143,13 Morph Plp [G?]  [Breme zum Magister üb Friederike:] bedenkt, daß dieses Mädchen kein Mädchen, sondern ein eingefleischter Satan ist, daß man sie Legion nennen sollte, denn es sind viele tausend aristokratische G-er in sie gefahren GWB18,54,18 Aufgeregten IV 2 GWBB19,516,33 Cotta [24.12.06] GWBB4,284,20 ChStein 8.9.[80] von best wiss, philos Richtungen, von Fachgebieten: ‘mathematisch-astronomischer G.’, ‘Newtonischer, Platonischer G.’, ‘philosophischer G.’ (im Titel, daran anschließend scherzh als Name einer Schenke), ‘G. der Medizin, der Naturlehre’ ua  Die großen Wirkungen, welche Kepler und Tycho Brahe .. hervorgebracht, konnten nicht ohne Folge bleiben .. Marci .. scheint auch durch jenen mathematisch-astronomischen G. angeregt worden zu sein GWBN3,288,18 FlH V Marci  [üb Wieland] Jene frohen reinen Gefilde der goldenen Zeit, jene Paradiese der Unschuld bewohnte er länger als andere .. Cyrus, Araspes und Panthea und gleich hohe Gestalten lebten in ihm auf, er fühlte den Platonischen G. in sich weben GWB36,320,11 Zu brüderlAndenkWielands 1813  Annalen der Philosophie und des philosophischen G-es [hg von LHJakob]. | Zum philosophischen G. schreibt diese Schenke sich. Geist zwar | Dürft ihr nicht suchen, jedoch leidlichen Branntwein und Bier GWB51,292 Xen 158(734)  [Meph zum Schüler:] Der G. der Medicin ist leicht zu fassen GWBFaust I 2011 ~ GWBUrfaust 405 GWBN51,407,1 Fl WarteSteine verbunden mit Zeitbegriffen: ‘G. (und Sinn) des Tages, der Gegenwart, der Vergangenheit, des Augenblicks, des Jahrhunderts’ uä, häufig ‘G. der Zeit(en)’  Vergebens würde ich unternehmen, darstellend oder betrachtend, den eigentlichen G. und Sinn jener Tage [bei Höpfner in Gießen] wieder hervorzurufen GWB28,166,4 DuW 12  der anerkannte Gehalt solcher Werke [älterer Schauspiele] sollte einer Form angenähert werden, die theils der Bühne überhaupt, theils dem Sinn und G. der Gegenwart gemäß wäre GWB40,89,22 Üb dtTheat  [Wanderer zum Säugling:] Du, geboren über Resten | Heiliger Vergangenheit, | Ruh ihr G. auf dir! GWB2,174 Der Wandrer 95  [Wagner zu Faust:] Verzeiht! es ist ein groß Ergetzen | Sich in den G. der Zeiten zu versetzen .. [Faust:] Was Ihr den G. der Zeiten heißt, | Das ist im Grund der Herren eigner Geist, | In dem die Zeiten sich bespiegeln GWBFaust I 571u577 GWBB15,104,22 WHumboldt 15.9.00 K GWBB8,57,18 Knebel 17.11.[86] GWB27,339,4 DuW 10 GWBB40,332,17 Alopeus 15.3.26 K   2 als in best (natürl u kulturell-künstlerischen) Erscheinungen sich konkretisierendes, kundgebendes Wesen von etw; auch iSv Atmosphäre, Aura  Wie sich die einzelnen Farben auf Licht und Finsterniß als ihre erzeugenden Ursachen beziehen: so bezieht sich ihr Körperliches, ihr Medium, die Trübe, auf das Durchsichtige. (Jene geben den G., dieses den Leib der Farbe.) GWBN51,395,8 Fl Nachtr [Riemer]  [Versuche mit dem an Blaublindheit leidenden Gildemeister] könnte man das sonderbare Paradox aufstellen, daß er im Verhältniß gegen die Farben ein Sonntagskind sey und nicht sowohl ihre Körper als ihre G-er, nicht sowohl ihr Seyn als ihr Werden erkenne GWBN52,33,20 Fl Plp  [Liebhaber zum Schüler:] Denn die Natur ist aller Meister Meister! | Sie zeigt uns erst den G. der Geister, | Läßt uns den G. der Körper sehn, | Lehrt jedes Geheimniß uns verstehn GWB16,153 KünstlersApotheose 54f  bey den Griechen ist alles aus einem Stücke, und alles im großen Styl, derselbe Marmor, dasselbe Erz, das einen Zeus, einen Faun möglich macht, und immer der gleiche G., der allem die gebührende Würde verleiht GWB422,468,19 Zu:Eurip,Kyklops  Wie .. angenehm ist es uns .. wenn aus einer menschlichen Wohnung uns der G. einer höhern .. Cultur entgegen spricht GWB22,330,22 Lj VI GWB44,305,4 CellAnh III   3 in usuellen Wdgn wie ‘dem G. und Sinn nach’, auch ‘in einem best G.’  Es war .. schon eine bedeutende Arbeit, beide Bibliotheken [Jenaer Schloß- u Universitätsbibl] dem Körper nach zu vereinigen; sie jedoch dem G. und Sinne nach zu verschmelzen, sie für alle Zeiten brauchbar und zugängig zu machen .. fand gar manche Hindernisse GWBB32,112,20 CarlAug 1.12.19  wenn man Knochenpartien, wie sie gelegentlich auseinander fallen oder zusammenbleiben, willkürlich als ein Ganzes behandelt und die Theile dieser größeren Massen durch Zahlen unterscheidet, wer kann sich, dem Sinn und G-e nach, nur einigermaßen gefördert finden? GWBN8,128,28 ZwKnoch GWB37,285,26 FGA Geßner, Idyllen   H der einem (künstlerisch) Gestalteten, einer zeichenhaften (sprachl) Form verliehene od innewohnende Gehalt, Sinn, das sich zur Geltung bringende Eigentliche, Wesentliche, bes als Indikator für den ästhet Wert; mehrf in bildhaftem Kontext, auch mit steigernder od explizierender Charakteristik: ‘lebhafter, frischer, immediater, wahrer, edler, höherer G.’, ‘Glanz des G-es’ ua   1 im Bereich der Kunst   a von einzelnen Hervorbringungen: in der bildenden Kunst, öfter als (über die reine Deskription hinausgehendes) Qualitäts- u Bewertungskriterium  [‘Faust’-Illustrationen von Delacroix] Beide Blätter sind zwar bloß flüchtige Skizzen .. aber voll G., Ausdruck und auf gewaltigen Effect angelegt GWB412,234,14 LeGlobe Anm  Ein sogenanntes Paradies von Tintorett [im Palast Bevilacqua, Verona], eigentlich aber die Krönung der Maria zur Himmelskönigin .. Leichtigkeit des Pinsels, G., Mannichfaltigkeit des Ausdrucks GWB30,69,19 ItR ~ GWBT1,208,1 v 17.9.86  [betr antike Grabreliefs] hier hat der Künstler .. die einfache Gegenwart des Menschen hingestellt .. Die Kupfer nehmen das offt weg, sie verschönern, aber der G. verfliegt GWBT1,200,18 v 16.9.86  Die Kuppeln und Gewölbe der Marcuskirche .. alles ist bilderreich, alles bunte Figuren auf goldenem Grunde [Mosaiken] .. Es fiel mir recht auf’s Herz, daß doch alles auf die erste Erfindung ankommt, und daß diese das rechte Maß, den wahren G. habe GWB30,134,1 ItR ~ GWBT1,274,24 v 6.10.86  [Margrethe, üb Malerei u Bildhauerei (in der Hierarchie der Künste, aufsteigend bis zur Schauspielkunst):] Auf stummer Leinwand athmet, zart und mild, | In bunter Farben Glanz ein leblos Bild; | Man sieht gebundnen G. und scheinbar Leben | Des rohen Steines edle Form umgeben GWB131,151 NachspIffland,Hagestolzen 310 [Peucer/G] GWB37,141,12 Von dtBaukunst 1773 GWBB5,137,6 Maler Müller 21.6.81 GWBB5,202,6 ChStein 9.10.81 GWBT1,262,6u14 v 4.10.86 in der Musik; auch ‘G. der Komposition, der Arie’  [Gesang der Gondolfieri] Die Melodie .. ist eine Mittelart zwischen Choral und Recitativ, sie behält immer denselbigen Gang .. der G. aber, das Leben davon, läßt sich begreifen wie folgt GWB30,129,21 ItR ~ GWBT1,279,14 v 7.10.86  Ich freue mich daß Sie an dem kleinen Singspiel [‘Scherz, List u Rache’] eine Art von italiänischer Gestalt gefunden haben, geben Sie ihr nun den G. damit sie lebe und wandle GWBB7,47,12 Kayser 25.4.85  [betr musikal Ausdruck] es ist .. der Übergang der Seele in die Finger, welche durch ihr Nachgeben, stärkeres oder schwächeres Aufdrücken und Berühren der Tasten den G. der Composition [des compositeurs Schaubühne 36,13 (G/Wolff)] in die Passage legen GWB40,146,6 Regeln fSchausp [G/Eckerm] GWBB7,129,21 Kayser 28.11.85 ‘aus einem G-e und Guß’  [Mozarts ‘Don Giovanni’] Composition! - Als ob es ein Stück Kuchen oder Biscuit wäre .. Eine geistige Schöpfung ist es, das Einzelne wie das Ganze aus einem G-e und Guß und von dem Hauche eines Lebens durchdrungen Gespr Eckerm 20.6.31 im Bereich der Dichtung (vermittelt durch das Medium der Sprache), bes in Gegenüberstellung zu ‘Wort, Buchstabe’, auch kombiniert mit ‘Ton’  Sei das Wort die Braut genannt. | Bräutigam der G.; | Diese Hochzeit hat gekannt | Wer Hafisen preis’t GWB6,31 DivHafis Motto  [Serlo:] Ich habe .. bei Schauspielern, so wie überhaupt, keine schlimmere Anmaßung gefunden, als wenn jemand Ansprüche an den G. macht, so lange ihm der Buchstabe noch nicht deutlich und geläufig ist GWB22,181,24 Lj V 7  Der Dichter ist angewiesen auf Darstellung. Das Höchste derselben ist, wenn sie mit der Wirklichkeit wetteifert, d. h. wenn ihre Schilderungen durch den G. dergestalt lebendig sind, daß sie als gegenwärtig für jedermann gelten können. Auf ihrem höchsten Gipfel scheint die Poesie ganz äußerlich GWB422,176,10 MuR(510)  Der G. und der Buchstabe GWB51,213 Xen 57(779) Titel GWBB12,167,19 Schiller 22.6.97 GWB22,26,12 Lj IV 3   b von Kunstgattungen od -epochen, auch erweitert zur Vorstellung von innerem Wesen  Ich merckte aus seinen [Kaysers] Briefen .. daß er den G. der komischen Oper wohl gefaßt hatte GWBB7,153,8 Knebel 30.12.[85]  [üb Ges der Arkadier, Ende 16.Jh] Damit .. ihre Zusammenkünfte nicht Aufsehn machen .. möchten, so wendeten sie sich in’s Freie, in ländliche Gartenumgebungen .. Hiedurch ward ihnen zugleich der Gewinn, sich der Natur zu nähern und in frischer Luft den uranfänglichen G. der Dichtkunst zu ahnen GWB32,216,20 ItR  Zu Anfang des sechzehnten Jahrhunderts hatte sich der G. der bildenden Kunst völlig aus der Barbarei des Mittelalters emporgehoben; zu freisinnigen heiteren Wirkungen war sie gelangt GWB32,414,2 ItR Plp  [Bewertungskriterien bei Preisaufgabe] In Hinsicht der Reinheit, Schönheit .. der natürlichen, bündigen, anschaulichen Darstellung, der Erkenntniß des Gebiets der Kunst und ihrer Gränzen, kurz, in dem was den echten G. der Kunst, das wesentlich Nützliche derselben ausmacht GWB48,17,20 Preise 1800  höhere, wo nicht Begriffe, doch Ahnungen der Kunst und des G-es derselben [durch Mengs u Winckelmanns Schriften vermittelt] GWB491,26,8 Neudt relig-patriotKunst [Meyer/G] GWB52,268,9 ThS VI 12 GWBN3,96,11 u 103,24 FlH Kolorit griechMaler [Meyer] ‘der scheidende G.’: wohl das Phänomen der Sinnentleerung in Werken der neueren Kunst beschreibend  Ein Portrait von einem Mahler [JMosnier], der sich jetzt in Hamburg aufhält .. ist von einem unglaublichen Effect; aber auch gleichsam der letzte Schaum, den der scheidende G. in den Kunststoffen erregt GWBB15,62,18 Schiller 4.5.00 iUz ‘Technik’ GWB48,59,17 Preisaufg 1803 personifizierend, einmal pl (in Berührung mit C 2)  Wir haben heute eine neue Operette [Einsiedels ‘Wassergeister’]. Die G-er der Musick werden wenigstens in der Ferne erscheinen GWBB6,387,1 Knebel 11.11.84 GWB52,236,7 ThS VI 9   c auch Geist eines Schriftstellers, Künstlers (in der Manifestation seines Werkes); auch in bildhaftem Kontext, einmal iUz ‘Buchstabe’  es sind .. die schönen Stellen [eines Dramas], aus welchen der reine G. des Dichters gleichsam aus hellen offenen Augen hervorsieht GWB22,170,16 Lj V 6  Indessen du dich in der .. Welt umsiehst ergötzen mich wieder .. angeschaffte Radirungen und Zeichnungen, wo doch immer der G. des Künstlers hervorleuchtet wenn auch seine Thaten viel größer waren GWBB47,116,7 August 29.6.30  [Bossi studiert Kopien des ‘Abendmahls’] er zeichnete von drei Wiederholungen die Köpfe, wohl auch Hände durch, und suchte möglichst in den G. seines großen Vorgängers einzudringen und dessen Absichten zu errathen GWB491,202,12 Bossi,Leonardo  [Landschaft von Carus] Gemäßigtes Licht bei ganz bewölktem Himmel, das düstere dunkle Grün im Waldesdickicht .. erinnern lebhaft an die Gemälde Ruysdaels, dessen Geschmack und G. nicht leicht jemand besser aufgefaßt haben dürfte GWB491,386,4 Üb:Carus,Landschaften [Meyer] GWB412,259,7 Üb:Shakesp,Hamlet   2 bezogen auf Sprache, sprachl Erscheinungen: (lebendiger) geistiger Gehalt, Bedeutung; wiederholt in Opposition zum Wort(körper), ‘Buchstaben’; meist im Problemzshg von Übersetzung u sprachl (schriftl) Überlieferung  Wenig fehlt, daß ich noch arabisch lerne .. In keiner Sprache ist vielleicht G., Wort und Schrift so uranfänglich zusammengekörpert GWBB25,165,17 Schlosser [23.1.15] K  man entfernt sich [bei Übs] nach und nach von dem Original, da es denn geschieht daß der eigentliche Sinn entstellt wird, der durch und durch wehende G. verschwindet GWB53,394,12 SerbGed Plp  Übersetzer, der einem jeden den Weg zum Original entweder dem G. oder den Buchstaben nach trefflich erleichtert AADiv3,128,17 Plp  Und doch ist jede Wortüberlieferung so bedenklich. Man soll sich, heißt es, nicht an das Wort, sondern an den G. halten. Gewöhnlich aber vernichtet der G. das Wort, oder verwandelt es doch dergestalt, daß ihm von seiner frühern Art und Bedeutung wenig übrig bleibt GWBN3,136,9u10 FlH III  ein Kupferstich ist wie eine Übersetzung, man muss die beste wieder in Gedancken übersetzen, um den G. des Orginals zu fühlen GWB37,90,18 Ephem [G?] im Bild  [mBez auf Adelung] Der Sprachforscher. | Anatomiren magst du die Sprache, doch nur ihr Cadaver; | G. und Leben entschlüpft flüchtig dem groben Scalpell GWB51,225 Xen 141(353) [G/Schiller] angewandt auf die math Formelspr  Algebra ist angefangen worden, sie macht noch ein grimmig Gesicht, doch dencke ich es soll mir auch ein G. aus diesen Chiffern sprechen GWBB7,220,2 ChStein 21.5.86   I der menschliche Geist (individuell, allgemein, gattungsbezogen); vereinzelt auch übertr auf mythol u allegor Gestalten, selten auf Tiere; häufig in bildhafter (bes personifizierender) Vorstellung; öfter (auch implizit) in der Körper-Geist-Relation   1 unspezifisch od im weitesten Sinn für die Gesamtheit der geistig-seelischen Kräfte des Menschen   a in allg Aussagen (‘G. des Menschen, menschlicher, unser G.’ uä), auch in personenbezogenen Charakterisierungen; bes mit Betonung von Identität, Ganzheit, Unzerstörbarkeit, von (produktiver, Willens-)Kraft u Wirkung, auch (als adäquates ‘Organ’) in Analogie u Wechselwirkung mit der angeschauten Natur  Wilhelm schien .. bemerkt zu haben, daß der G. des Menschen ein eignes Ganzes ausmache, das sich mit einem andern nie vereinigen, wohl aber an mehr- oder wenigern Puncten sich berühren könnte GWB51,105,14 ThS II 2  Unmuth .. den mir in jüngeren Jahren die Lehre von den untern und obern Seelenkräften erregte. In dem menschlichen G. so wie im Universum ist nichts oben noch unten, alles fordert gleiche Rechte an einem gemeinsamen Mittelpunct GWBN11,74,18 Rez:Stiedenroth  Wenn einer fünf und siebzig Jahre alt ist .. kann es nicht fehlen, daß er mitunter an den Tod denke. Mich läßt dieser Gedanke in völliger Ruhe, denn ich habe die feste Überzeugung, daß unser G. ein Wesen ist ganz unzerstörbarer Natur; es ist ein fortwirkendes von Ewigkeit zu Ewigkeit Gespr Eckerm 2.5.24  Höchst merkwürdig ist, daß von dem menschlichen Wesen das Entgegengesetzte übrig bleibt: Gehäus’ und Gerüst, worin und womit sich der G. hienieden genügte, sodann aber die idealen Wirkungen, die in Wort und That von ihm ausgingen GWB422,241,13 MuR(999)  Die Natur, wenn wir sie recht zu fassen verstehen, spiegelt sich überall analog unserm G-e; und wenn sie nur Tropen und Gleichnisse weckt, so ist schon viel gewonnen GWBB37,217,22 Zauper 10.9.23  Doch so viel Gutes reichlich auch Natur verliehn, | Des Menschen G. verbessert’s immer und erhöht’s GWB131,175 ProlHalle 1811 Vs 89 GWB22,5,15 Lj IV 1 GWB47,173,19 Samml 6 GWBN52,330, 6u11 Fl Plp GWB7,146,9 DivNot als Kategorie innerhalb eines allg Schemas, das auf den 4 Elementen aufgebaut ist, dem Feuer zugeordnet  Feuer .. Jüngling .. Phantasie G. Imagination .. LA I 3,507,12 Fl Plp in expliziter Gegensetzung zu ‘Körper, Leib’, auch ‘Staub’ ua  Ich habe keine Sorge, als mich physisch im Gleichgewicht zu bewegen; alles Andere gibt sich von selbst. Der Körper muß, der G. will, und wer seinem Wollen die nothwendige Bahn vorgeschrieben sieht, der braucht sich nicht viel zu besinnen GWBB48,21,13 Zelter 21.11.30  In krankem Verfall des Körpers, in blühender Gesundheit des G-es, ward sie [Makarie] geschildert, als wenn der Stimme einer unsichtbaren Ursibylle rein göttliche Worte über die menschlichen Dinge .. auszusprechen vorbehalten wäre GWB24,94,27 Wj I 6  Ob ich Ird’sches denk’ und sinne, | Das gereicht zu höherem Gewinne. | Mit dem Staube nicht der G. zerstoben, | Dringet, in sich selbst gedrängt, nach oben GWB6,10 Vs 3 DivSäng GWB6,240 Div Vermächtnis altpersGlaubens 31 kombiniert mit ‘Sinn’, vereinzelt mit ‘Mut’  wenn die Anmuth einer herrlichen Gegend uns lindernd umgibt, wenn die Milde gefühlvoller Freunde auf uns einwirkt, so kommt etwas Eigenes über G. und Sinn, das uns Vergangenes, Abwesendes traumartig zurückruft und das Gegenwärtige .. geistermäßig entfernt GWB24,364,3 Wj II 7  [Pater Seraphicus zum Chor seliger Knaben:] Knaben! Mitternachts Geborne, | Halb erschlossen G. und Sinn, | Für die Eltern gleich Verlorne, | Für die Engel zum Gewinn GWBFaust II 11899 GWB3,108 Die Weisen u die Leute 22 GWBFaust II 7326   b akzentuiert als das eigentlich Lebendige, Belebende, Prägende bzw als das Leben ausströmende (Kraft-)Zentrum einer Person, (künstlerisch) produktiv, gestaltend; einmal betont abgesetzt vom ‘toten Buchstaben’; personifiziert ‘Wille und Sinn des G-es’  [Krönung des Jünglings zum neuen König] als aber der Eichenkranz seine Locken zierte, belebten sich seine Gesichtszüge, sein Auge glänzte von unaussprechlichem G., und das erste Wort seines Mundes war Lilie GWB18,267,25 Märchen  [Lotte sprach üb ihre Mutter] O Wilhelm! wer kann wiederholen was sie sagte, wie kann der kalte todte Buchstabe diese himmlische Blüthe des G-es darstellen AA67,31 Werth1 I ~ Werth2  Brutus .. Welche Gewalt und welche Lieblichkeit! Nur der mächtigste und reinste G. hat diese Bildung ausgewürkt GWB37,356,2 PhysiognFragm  Er [Shakespeare] wetteiferte mit dem Prometheus, bildete ihm Zug vor Zug seine Menschen nach .. und dann belebte er sie alle mit dem Hauch seines G-es, er redet aus allen GWB37,134,3 ShakespTag  [Clär zu Brüsseler Bürgern, nach Egmonts Gefangennahme:] In eurer Mitte will ich gehen! - Wie eine Fahne wehrlos ein edles Heer von Kriegern wehend anführt, so soll mein G. um eure Häupter flammen GWB8,278,13 Egm V GWBN8,41,15 VglAnatomie 7 GWBB44,23,11 CVMeyer 11.3.28 in bibl Anklang (zB Jes 11,2)  [zur Hochzeit von Kestner u ChBuff] Lotten .. biss ich höre daß sie in den Wochen liegt dann geht eine neue Epoche an und ich habe sie nicht mehr lieb sondern ihre Kinder .. und wenn ihr mich zu Gevatter bittet so soll mein G. zwiefältig auf dem Knaben ruhen GWBB2,73,9 Kestner [Ende März 73 Korr B7,376] als Ausdruckswert in bildkünstlerischer Figurendarstellung  [üb Nehrlichs ‘Faust’-Illustrationen] Seine Bilder sind reich an Figuren und Nebenwerken, meist gut erfunden und motivirt. Sehr gelungen ist der Ausdruck; man könnte eine Anzahl der Art wohlgerathener, mit G. und Leben ausgestatteter Köpfe anführen GWB491,346,15 Üb:Nehrlich,Darstellgn aus Faust [G/Meyer]  [üb Aristides] wird von ihm .. bemerkt, sein Hauptverdienst habe nicht in vorzüglicher Anmuth der Behandlung, oder in zartem Colorit, sondern in bewundernswürdigem G. und Lebhaftigkeit des Ausdrucks seiner Figuren .. bestanden GWBN3,84,2 FlH II Kolorit griechMaler [Meyer]   c für das (individuelle) Leben selbst; fast nur mit Ausdrücken des Scheidens, Entweichens (auch ‘der G. entflieht, entschwingt sich’ uä); einmal (in Mephistos Mund) mit christl Seelenvorstellung  [Abbé:] die Geschicklichkeit des Arztes konnte das schöne Leben [Mignons] nicht erhalten .. Aber wenn die Kunst den scheidenden G. nicht zu fesseln vermochte, so hat sie alle ihre Mittel angewandt, den Körper .. der Vergänglichkeit zu entziehen GWB23,256,18 Lj VIII 8  [Orest:] Bald ist der Krampf des Lebens aus dem Busen | Hinweggespült; bald fließet still mein G., | Der Quelle des Vergessens hingegeben, | Zu euch, ihr Schatten, in die ew’gen Nebel GWBIph2 1261 ~ GWB39,369,10 Iph1 III 2  [Herzog, mBez auf Apotheose-Zeremonie im kaiserzeitl Rom:] O weiser Brauch der Alten .. | Des Menschenbilds erhabne Würde, gleich | Wenn sich der G., der wirkende, getrennt, | Durch reiner Flammen Thätigkeit zu lösen GWBNatT 1545  [Benvolio:] O Romeo! der wackre Freund [Mercutio] ist todt. | Sein edler G. [nach Schlegel für: spirit] schwang in die Wolken sich, | Der allzufrüh der Erde Staub verschmäht .. .. [Romeo:] Der G. [nach Schlegel für: soul] Mercutio’s | Er schwebt noch über unsern Häuptern hin, | Und harrt, daß deiner [Tybalts] sich ihm zugeselle GWB9,217 RomJul 815u824  [Grablegung, Meph:] Der Körper liegt und will der G. entfliehn, | Ich zeig’ ihm rasch den blutgeschriebnen Titel; - | Doch leider hat man jetzt so viele Mittel | Dem Teufel Seelen zu entziehn GWBFaust II 11612 GWB8,286,3 Egm V GWB1,282 Euphrosyne 26 ‘den G. aufgeben’: sterben (auch mit kindlich-ernsthafter Übertreibung) GWB27,288,12 DuW 9 ‘der G. kehrt zurück’ GWB18,261,8 Märchen   2 eingeschränkt auf den Komplex vorwiegend intellektueller Kräfte (öfter ‘der menschliche G.’)   a als wahrnehmendes, auffassendes, erkennendes, auch geistig-produktives Vermögen; einmal ‘mit vollem G.’  α  Auf zweierlei Weise kann der G. höchlich erfreut werden, durch Anschauung und Begriff GWB27,164,3 DuW 8  [Faust:] Geheimnisvoll am lichten Tag | Läßt sich Natur des Schleiers nicht berauben, | Und was sie deinem G. nicht offenbaren mag, | Das zwingst du ihr nicht ab mit Hebeln und mit Schrauben GWBFaust I 674  Mein G. hat keine Flügel, um sich in die Uranfänge [der Erdgeschichte] emporzuschwingen GWBN9,180,3 Granit  Die Hauptsache bey allen Wissenschaften ist daß man die Erscheinungen klar und reichlich vor sich habe und daß der G. frey und wohlgemuth darüber walte GWBN52,298,13 Fl Plp  Der Mathematiker ist angewiesen .. auf alles was sich durch Zahl und Maß bestimmen läßt, und also gewissermaßen auf das äußerlich erkennbare Universum. Betrachten wir aber dieses, insofern uns Fähigkeit gegeben ist, mit vollem G-e und aus allen Kräften, so erkennen wir, daß Quantität und Qualität als die zwei Pole des erscheinenden Daseins gelten müssen GWBN11,97,3 MuR(1286) GWB16,178 Geheimnisse 190 in Wdgn wie ‘den G. zuwenden, auf, nach etw richten’, ‘den G. einnehmen, fesseln’ iSv Aufmerksamkeit, Interesse, Zuwendung, auch beobachtende Wahrnehmung  [Pylad zu Iph:] Laß dir diese Freude | Versichern, daß auch ich ein Grieche bin! | Vergessen hab’ ich einen Augenblick, | Wie sehr ich dein bedarf, und meinen G. | Der herrlichen Erscheinung zugewendet GWBIph2 810  jede Betrachtung bestärkt mich in jenem Entschluß: blos auf Werke, sie seyen von welcher Art sie wollen, und deren Hervorbringung meinen G. zu richten und aller theoretischen Mittheilung zu entsagen GWBB14,136,20 Schiller 27.7.99  Glücklicherweise ward mein Tasso noch abgeschlossen, aber alsdann nahm die weltgeschichtliche Gegenwart meinen G. völlig ein GWB33,262,1 Camp GWB48,24,21 Kunst inDeutschld idVbdgn ‘Reich, Regionen des G-es’  Das Reich des G-es hat kein Dasein für sie [Christiane], für die Haushaltung ist sie geschaffen. Hier überhebt sie mich aller Sorgen Gespr(He2,235) Gf Reinhard nach ChReinhard 5.7.07  gehör ich .. zu den redlichsten und beständigsten Verehrern jener [indischen] Dichtkunst, die aus den abstrusesten Regionen des G-es durch alle Stufen des innern und äußern Sinnes uns auf die bewundernswürdigste Weise hindurch führt GWBB39,43,5 AWSchlegel 15.12.24 neben od iUz ‘Gemüt, Herz, Liebe’, auch ‘Sinn’ ua, einmal in Anrede  Und so gewinnt, in dieses Raums [des Theaters] Bezirk, | Gemüth und G. und Sinn, befreit, erhöht, | Was uns von außen fehlt, erwünschten Frieden GWB131,171 ProlLpz 1807 Vs 55  [Forts von Lenardos Tgb] Sie ward .. an Makarien gesandt, welche gewisse Verwicklungen, deren darin gedacht worden, durch G. und Liebe schlichten und bedenkliche Verknüpfungen auflösen sollte GWB251, 128,22 Wj III 5  [Zelter hatte nach erneuter Lektüre von Iph seine Bewunderung ausgedrückt] der schönste Dank .. daß du meine Iphigenia aus Wort und Buchstaben wieder in’s Leben des G-es und Herzens hervorgerufen hast GWBB38,228,18 Zelter 24.8.24  [in Erwartung von Zelters Besuch] sollen dir .. alle Schatzkammern des G-es und Herzens aufgethan seyn GWBB41,65,7 Zelter 17.6.26  O schwaches Menschenherz, o leicht gefangner G., | Du schwillst, du steigst empor, wie dich’s ein Schmeichler heißt GWB53, 148 BelsazarsMonol 17=GWB51,144,18 ThS II 5 GWB131,111 Was wir bringen Halle [1814] Vs 371 [G/ Riemer] in bildhaftem Kontext; auch ‘etw geht, fährt jdm durch den G.’  [Rom] Erstaunend schwer ist es sehen zu lernen ohne selbst Hand anzulegen und doch habe ich keine Zeit dazu, auch würde es mich auf eine Weile beschräncken und zu sehr aufs einzelne führen. Ich spanne alle Seegel meines G-s auf um diese Küsten zu umschiffen GWBB8,157,22 ChStein 1.2.87 ~ GWB30,271,5 ItR  In weltlichen Dingen erwerb ich täglich mehr Gewandtheit, und vom G-e fallen mir täglich Schuppen und Nebel dass ich dencke er müsste zulezt ganz nackend dastehn GWBB5,88,1 Lavater 18.3.[81]  [Er:] Der Teufel hole mich, wenn ich im Grunde weiß, was ich bin. Im Ganzen habe ich den G. [esprit] rund wie eine Kugel, und den Charakter frisch wie eine Weide, niemals falsch, wenn es mein Vortheil ist wahr zu sein, niemals wahr, wenn ich es .. nützlich finde falsch zu sein GWB45,80,28 RamNeffe GWBB47,131,3 August 5.7.30 personifizierend, mehrf iSv innere Stimme; wiederholt in Wdgn wie ‘der G. heißt jdn, befiehlt jdm’, eine innere Verpflichtung, Verantwortung ausdrückend  [Tasso zu Antonio:] Was du dir hier erlaubst, das ziemt auch mir. | Und ist die Wahrheit wohl von hier verbannt? | Ist im Palast der freie G. gekerkert? Tasso 1348  [Alphons:] wenn er [Tasso] den bunten Schwarm | Der Menschen flieht, und lieber frei im Stillen | Mit seinem G. sich unterhalten mag Tasso 247  [Herm:] Ja, mir hat es der G. gesagt, und im innersten Busen | Regt sich Muth und Begier, dem Vaterlande zu leben | Und zu sterben, und andern ein würdiges Beispiel zu geben GWBHermDor IV 95  [betr Schillers ‘Üb naive u sentimental Dichtung’] wegen des Schlusses habe ich noch einige Scrupel, und wenn einen der G. warnt, so soll man es wenigstens nicht verschweigen GWBB10,346,23 Schiller 9.12.95  [Iph:] Es sind nicht Worte, leer und künstlich .. Ich habe nichts gesagt, als was mein G. mich hieß GWB39,338,9 Iph1 I 3 GWB20,146,4 Wv I 13 GWBB7,93,1 Jacobi 11.9.85 GWBHermDor IX 110  β verbunden mit charakterist Eigenschaften, Haltungen, Verhaltensweisen, öfter bildhaft: aufmerksam, gesammelt, konzentriert, einmal (resignativ) mit dem Aspekt des Sich-Verschließens  das Mikroskop wage ich nicht mehr aufzustellen; was der G. in seiner Concentration vermag muß man noch zu hegen und zu üben suchen GWBB44,51,6 Nees 2.4.28  [Kopien neuentdeckter pompejan Malereien] Betrachte sie ja sämmtlich mit G. und Ruhe GWBB43,89,23 Zelter 29.9.27  Kannst du zu der Welt nur Neigung tragen, | Die oft dich trog, | Und bei deinem Weh, bei deinem Glücke, | Blieb in eigenwill’ger starrer Ruh? | Sieh, da tritt der G. in sich zurücke, | Und das Herz - es schließt sich zu GWB1,77 An Lottchen 40 mit Betonung der Aktivität u Beweglichkeit (‘Lebhaftigkeit, Geschäftigkeit; Gewandtheit, Biegsamkeit, Behendigkeit des G-es’ ua), bes die eigene Kraft u Leistungsfähigkeit beweisend, aber auch schwankend, schweifend  [üb Herder] Was in einem solchen G-e für eine Bewegung, was in einer solchen Natur für eine Gährung müsse gewesen sein, läßt sich weder fassen noch darstellen GWB27,308,24 DuW 10  Sein [Langers] Vortrag .. fand bei einem jungen Menschen leicht Gehör, der .. von irdischen Dingen abgesondert, die Lebhaftigkeit seines G-es gegen die himmlischen zu wenden höchst erwünscht fand GWB27,193,17 DuW 8  Niemand hat das Recht einem geistreichen Manne vorzuschreiben, womit er sich beschäftigen soll. Der G. schießt aus dem Centrum seine Radien nach der Peripherie, stößt er dort an, so läßt er’s auf sich beruhen, und treibt wieder neue Versuchslinien aus der Mitte GWB36,22,16 TuJ  [Antonio zu Tasso:] Ich höre, Tasso, dich mit Staunen an, | So sehr ich weiß, wie leicht dein rascher G. | Von einer Gränze zu der andern schwankt Tasso 3360  Lavater .. Die beste Seele wird von dem Menschenschicksaal so innig gepeinigt, weil ein krancker Körper und ein schweiffender G. ihm die kollecktive Krafft entzogen, und so der besten Freude, des Wohnens in sich selbst beraubt hat GWBB2,174,16 Schönborn 8.6.[74] GWBN4,477,19 FlH Plp GWBB10,233,10 Jacobi 2.2.95 GWBN51,301,19 EntoptFarb 33 GWBN6,158,16 MetamPfl Nachtr verbunden mit der Licht- u Feuer-, auch der Flugmetaphorik, Wesen u Wirkungsmächtigkeit des Geistes selbst ausdrückend  Ich fand so viel Charakter in allem was sie [Lotte] sagte, ich sah mit jedem Wort neue Reize, neue Strahlen des G-es aus ihren Gesichtszügen hervorbrechen AA22,21 Werth I  [Omar:] nun erkenn’ ich’s, ja, er [Mahomet] ist geboren | Die Welt zu seinen Füßen zu verwandeln. | Sein G. erleuchtete den meinen [mes yeux, éclairés du feu de son génie], und ich sah ihn | Zum unbegränzten Laufe sich erheben GWB9,288 Mahomet 286  [üb Berliner Künstlerverein] Hier ist Brennmaterial genug, aber weder zu einem Rogus kunst- und sinngemäß geschichtet, noch durch des G-es Flamme fröhlich entzündet GWBB41,47,14 Zelter 3.6.26  Im Namen dessen der Sich selbst erschuf! | .. So weit das Ohr, so weit das Auge reicht | Du findest nur Bekanntes das Ihm gleicht, | Und deines G-es höchster Feuerflug | Hat schon am Gleichniß, hat am Bild genug GWB3,73 Prooemion 9 GWBB9,168,16 AnnaAm 14.12.89 GWB27,125,28 DuW 7 im Hinblick auf Erschöpfung, Lähmung, Stillstand uä; auch im Bild  Wann erst die Mitternacht, um den Tyrannen liegt, | Und seinen müden G. in süße Träume wiegt GWB37,49 Belsazar 12  Kleinlichkeitslust, den G. ertödtend und jede freiere Bewegung desselben hemmend und lähmend GWBN6,166,11 MetamPfl Nachtr  damit .. sein [Wielands] G. in so engen Verhältnissen nicht verkümmerte GWB36,316,19 Zu brüderl AndenkWielands 1813  [Antonio zu Tasso:] Wenn ganz was Unerwartetes begegnet, | Wenn unser Blick was Ungeheures sieht, | Steht unser G. auf eine Weile still Tasso 3292 GWB52,96,5 ThS IV 16 GWB36,171,24 TuJ GWBB10,85,2 Voigt 3.7.93 unter dem Aspekt der Entwicklung, des Reifens (auch ‘Gang des G-es’)  Der G. beschäftigt sich, arbeitet immer, wie er zu einem freien, ganzen, reinen Zustande gelangen könne GWB52,95,17 ThS IV 16  Er [Schiller] mochte sich bei uns, im sichern Port, | Nach wildem Sturm zum Dauernden gewöhnen. | Indessen schritt sein G. gewaltig fort | In’s Ewige des Wahren, Guten, Schönen GWB16,166 EpilSchillersGlocke 29  O glücklich! wen die holde Kunst in Frieden | Mit jedem Frühling lockt auf neue Flur; | Vergnügt mit dem was ihm ein Gott beschieden | Zeigt ihm die Welt des eignen G-es Spur GWB151,345 Faust II Nachl Abschied 28 GWBB10,184,16 Schiller 27.8.94 strebend, ein best (Handlungs- od Erkenntnis-, auch sittl) Ziel verfolgend, nach etw trachtend, insbes als Forscher- u Erkenntnisdrang  derjenige, dessen G. nach einer moralischen Cultur strebt GWB22,338,7 Lj VI SchöneSeele  Freudig war, vor vielen Jahren, | Eifrig so der G. bestrebt, | Zu erforschen, zu erfahren, | Wie Natur im Schaffen lebt GWB3,84 Parabase 2  Siehst du also dem einen Geschöpf besonderen Vorzug | Irgend gegönnt, so frage nur gleich, wo leidet es etwa | Mangel anderswo, und suche mit forschendem G-e, | Finden wirst du sogleich zu aller Bildung den Schlüssel GWB3,90 MetamTiere 42  Irrthum verläßt uns nie; doch ziehet ein höher Bedürfniß | Immer den strebenden G. leise zur Wahrheit hinan GWB1,353 VierJahresz 52(213)  [Faust zu Meph:] Ward eines Menschen G., in seinem hohen Streben, | Von Deinesgleichen je gefaßt? GWBFaust I 1676 mit höchstem, bis ins Unendliche reichendem Geltungsanspruch (vielfach mit ausgeprägter Höhen-, auch Tiefenmetaphorik)  [Faust:] Und was der ganzen Menschheit zugetheilt ist, | Will ich in meinem innern Selbst genießen, | Mit meinem G. das Höchst’ und Tiefste greifen GWBFaust I 1772  [Wilh zu Werner:] Ach, wer mir vorausgesagt hätte, daß die Arme meines G-es so bald zerschmettert werden sollten, mit denen ich in’s Unendliche griff, und mit denen ich doch gewiß ein Großes zu umfassen hoffte GWB21,131,25 Lj II 2 ~ GWB51,128,15 ThS II 3  [Antonio üb Tasso:] Die letzten Enden aller Dinge will | Sein G. zusammen fassen Tasso 2136  Die Rede geht herab, denn sie beschreibt, | Der G. will aufwärts, wo er ewig bleibt GWB3,100 Howards Ehrengedächtnis 52 GWBFaust I 1856 Gespr Eckerm 20.10.28  γ in metaspr Betrachtung, in Gegenüberstellung zu frz ‘esprit’ u ‘âme’  Das französische esprit .. kommt dem nahe, was wir Deutschen Witz nennen. Unser Geist würden die Franzosen vielleicht durch esprit und âme ausdrücken. Es liegt darin zugleich der Begriff von Productivität, welchen das französische esprit nicht hat Gespr Eckerm 21.3.31   b als im engeren Sinn rationales Vermögen  α Kraft, Fähigkeit zu gedankl Erfassen, Begreifen, zu logischem Denken, Urteilen, zu geistig-konstruktivem Hervorbringen; wiederholt iUz ‘Leib, Seele’, öfter zu ‘Gefühl, Gemüt, Sinnlichkeit’ ua; auch in bildhaftem Kontext, vereinzelt pl  Kant hat .. am meisten genützt, indem er die Grenzen zog, wie weit der menschliche G. zu dringen fähig sey, und daß er die unauflöslichen Probleme liegen ließ Gespr Eckerm 1.9.29  [Meph zum Schüler:] Zuerst Collegium Logicum. | Da wird der G. euch wohl dressirt, | In spanische Stiefeln eingeschnürt, | Daß er bedächtiger so fortan | Hinschleiche die Gedankenbahn GWBFaust I 1912 ~ GWBUrfaust 343  habe .. mit aller Aufmerksamkeit die sämmtlichen Erscheinungen [zur Farbenlehre], die mir seit vielen Jahren bekannt geworden, nachdem ich sie erst mit Augen gesehen, im Sinne betrachtet, im G-e geprüft, in meinen didaktischen Kreis aufgenommen GWBN51,325,22 Fl ÄltEinl  [Mercur:] Wenn das Gefühl sich herzlich oft in Dämmrung freut, | So g’nüget heitre Sonnenklarheit nur dem G. GWB131,71,14 Was wir bringen [1802]  Wie wenige fühlen sich von dem begeistert, was eigentlich nur dem G. erscheint. Die Sinne, das Gefühl, das Gemüth üben weit größere Macht über uns aus GWBN6,6,6 MorphH Unternehmen GWBB28,191,4 Meyer 21.7.17 GWB24,129,2 Wj I 8 GWBB8,152,20 Herder 25.1.87 GWBN4,467,13 FlH Plp durch Attr näher bestimmt, vielfach iZshg mit individuellen Charakterisierungen: ‘scharfsinnig, durchdringend’, ‘sondernd, ordnend, regelnd’, ‘beobachtend, überschauend, überlegend, denkend, forschend, urteilend’, ‘methodisch, dialektisch, konstruktiv’, ‘tief, rein’ ua; auch mit weitergehenden Bestimmungen: ‘aus sich selbst wirkend’, ‘eine Welt erschaffend’, einmal ‘der G. synthesiert’  [üb Rousseau] Zur Einsamkeit geneigt fand er für seinen beobachtenden, sondernden, ordnenden G. in denen um ihn her zerstreuten Pflanzengestalten .. das angenehmste Geschäft GWBN13,46,29 Morph Plp  [iZshg mit übersandten Architekturzeichnungen zum Kölner Dom] gewiß das Erhabenste in seiner Art, das denn ganz allein den hinreichenden Maaßstab für alles Verwandte dem überlegenden und urtheilenden G-e darreicht GWBB36,239,18 Boisserée 22.12.22  Herder war von Natur aus weich und zart, sein Streben mächtig und groß .. sodann war er mehr von dialektischem als constructivem G-e GWB36,254,6 Biogr Einzh  [mBez auf Newton] Wäre es nicht etwas ganz begreifliches, daß ein selbständiger, aus sich selbst wirkender, sich eine Welt mit ihren Verhältnissen erschaffender G. nicht eben zum scharfen Beobachter berufen sey? GWBN4,451,27 FlH Plp  Ich lese mit der Frau von Stein die Ethick des Spinoza. Ich fühle mich ihm sehr nahe obgleich sein G. viel tiefer und reiner ist als der meinige GWBB6,387,8 Knebel 11.11.84 GWB422,443,12 Epoche d forciertTalente Schema GWBB49,276,4 CBCotta 15.3.32 GWBN51,334,24 Fl NeuEinl GWBB26,133,13 Schuckmann 4.11.15 GWBB25,96,3 ChHSchlosser 2.[12.]14 K in Gegenüberstellung zu ‘Gefühl’ iS humoristischer Intellektualität  Wenn auch sein [Yoricks/Sternes] G. nicht über den Deutschen schwebte, so teilte sich sein Gefühl um desto lebhafter mit GWB33,208,21 Camp in allg Beschreibung von Anlage, Verfahrens- od Wirkungsweise des menschl Geistes (bes natwiss), auch seiner Autonomie wie seiner Grenzen; öfter in Vbdgn wie ‘Operationen, Funktionen des G-es’, mehrf auf den Organ-Charakter abhebend; im Bild von Systole u Diastole die analytische bzw synthetische Verfahrensweise illustrierend  Um es [das reine Phänomen] darzustellen bestimmt der menschliche G. das empirisch Wankende, schließt das Zufällige aus, sondert das Unreine, entwickelt das Verworrene, ja entdeckt das Unbekannte GWBN11,40,16 ErfahrgWissensch  wie bedeutend ist es die Grenzen des menschlichen G-es immer näher kennen zu lernen, und dabey .. einzusehen daß man nur desto mehr verrichten kann, je reiner und sichrer man das Organ braucht das uns überhaupt als Menschen und besonders als individuellen Naturen gegeben ist GWBB12,34,6 Fstin Gallitzin 6.2.97 K  Streben des menschlichen G-es complicirte Phänomene zu erklären statt sie zu entwickeln. Übereilung durchaus der menschlichen Natur eigen GWBN52,252,4 Fl Plp  sie [Morphologie] hat den großen Vortheil .. daß die Operationen des G-es, wodurch sie die Phänomene zusammenstellt, der menschlichen Natur angemessen und angenehm sind GWBN6,299,2 PhysiolPfl  [mBez auf Kant] Die Erkenntnisse a priori ließ ich mir .. gefallen, so wie die synthetischen Urtheile a priori: denn hatte ich doch in meinem ganzen Leben, dichtend und beobachtend, synthetisch, und dann wieder analytisch verfahren; die Systole und Diastole des menschlichen G-es war mir, wie ein zweites Athemholen, niemals getrennt, immer pulsirend GWBN11,49,17 EinwirkgNeuPhilos GWBN7,188,17 PrincPhilZool GWBB10,120,13 Lichtenberg [etwa 20.10.93] K (vgl B10,385) GWBN13,441,19 Plp u MuR(1276) im aufgenommenen literar Bild  Die alten Sprachen sind die Scheiden | Darin das Messer des G-es steckt7) GWB51,117 ZXenNachl VIII 471 anspielend auf philos Zeitströmungen: mBez auf (idealist) Autonomie u Selbstreferentialität des Geistes; figurensprachl in vulgäridealist Verabsolutierung des Geistigen gegenüber ‘realer’ Erfahrungswirklichkeit  Bey Gelegenheit des Schellingischen Buches [‘Ideen zu einer Philosophie der Natur’, 1797] .. Ich gebe gern zu daß es nicht die Natur ist die wir erkennen, sondern daß sie nur nach gewissen Formen und Fähigkeiten unsers G-es von uns aufgenommen wird .. Der transcendentelle Idealist glaubt nun freylich ganz oben zu stehen GWBB13,10,8 Schiller 6.1.98  [Sammler:] Was ist das mit der Philosophie und besonders mit der neuen für eine wunderliche Sache! In sich selbst hineinzugehen, seinen eignen G. über seinen Operationen zu ertappen GWB47,126,1 Samml 2  [Meph:] Erfahrungsfülle habt ihr wohl gewonnen. [Bakkalaureus:] Erfahrungswesen! Schaum und Dust! | Und mit dem G. nicht ebenbürtig. | Gesteht! was man von je gewußt | Es ist durchaus nicht wissenswürdig. .. GWBFaust II 6759 GWBFaust II 6803 speziell iSv (Selbst-)Bewußtsein, aufgeklärte Vernunft (als Errungenschaft der Frz Revolution)  [Richter:] Als man hörte vom Rechte der Menschen, das allein gemein sei | Von der begeisternden Freiheit und von der löblichen Gleichheit! | .. Wuchs nicht jeglichem Menschen der Muth und der G. und die Sprache? GWBHermDor VI 19 figurenspr (neben ‘Natur’) in engstirniger kirchl-dogmat Bewertung als Gefährdung des wahren Glaubens  [Kanzler:] Natur und G. - so spricht man nicht zu Christen. | Deßhalb verbrennt man Atheisten, | Weil solche Reden höchst gefährlich sind. | Natur ist Sünde, G. ist Teufel, | Sie hegen zwischen sich den Zweifel, | Ihr mißgestaltet Zwitterkind GWBFaust II 4897u4900  β als prakt Lebensklugheit, Gewandtheit, Fähigkeit zu situationsgerechtem Verhalten (auch ‘Elastizität, Versatilität des G-es’)  [aus Trient] daß ich wieder Interesse an der Welt nehme, meinen Beobachtungsgeist versuche .. daß ich mich selbst bediene, immer aufmerksam, immer gegenwärtig sein muß, gibt mir .. eine ganz andere Elasticität des G-es GWB30,34,28 ItR ~ GWBT1, 176,4 v 11.9.86  Im Practischen .. wird eine Versatilität des G-es gefordert, das einfach Erkannte in allen Fällen anwendbar zu machen GWBN7,147,2 Weinbau Allgem 1828 Tasso 2804 ‘Gegenwart des G-es’, ‘gegenwärtiger G.’ iS einer unmittelbaren, spontanen geistigen Wachheit, Präsenz  Sie antwortete ihm mit ihrer gewöhnlichen Gegenwart des G-es GWB18,137,4 Unterhaltungen  [Richter:] Um die Stadt vom Übel zu retten .. das schwache Geschlecht, so wie es gewöhnlich genannt wird, | Zeigte sich tapfer und mächtig, und gegenwärtigen G-es GWBHermDor VI 103 GWB411,187,9 HörSchreibDruckf   c in spezieller Ausprägung: geistige Regsamkeit, Beweglichkeit, Esprit, (zugl) als Eigenschaft, Qualität von (mündl, schriftl, auch literar u künstlerischen) Äußerungen; auch neben ‘Witz, Lebhaftigkeit, Anmut, Heiterkeit, Eleganz’ ua  O Weimar! dir fiel ein besonder Loos! | Wie Bethlehem in Juda, klein und groß. | Bald wegen G. und Witz beruft dich weit | Europens Mund, bald wegen Albernheit GWB16,134 MiedingsTod 41  [üb Diderot] Freunde und Feinde [waren] darin einverstanden, daß niemand ihn, bei mündlicher Unterhaltung, an Lebhaftigkeit, Kraft, G., Mannichfaltigkeit und Anmuth übertroffen habe GWB45,207,13 RamNeffeAnm  [üb Voltaires ‘La vie privée du roi de Prusse’] Charakter aller Voltairischen Witz Produckte .. Kein menschlicher Blutstropfe, kein Funcke Mitgefühl, und Honettetät. Dagegen eine Leichtigkeit, Höhe des G-es, Sicherheit die entzücken. Ich sage Höhe des G-es nicht Hoheit. Man kann ihn einem Luftballon vergleichen GWBB6,289,17f ChStein 7.6.84  Mittag zu dreyen. Betrachtung über das was man G. in der Unterhaltung nennt GWBTgb 21.12.24  Die lieben Deutschen glauben nur G. zu haben, wenn sie paradox, d. h. ungerecht sind GWBB44,229,11 Zelter 27.7.28 GWB251,95,1 Wj III 3 GWB36,324,26 Zu brüderlAndenkWielands 1813 GWB47,142,11 Samml 3   d als Organ od Träger eines Bildungs- u Lernvorgangs, teilw iZshg mit best (personalen od allg-kulturellen) Entwicklungsprozessen; öfter mit Attr: ‘(aus-, höchst)gebildet, offen, erweitert, umfassend’, auch ‘dunkel (iSv noch kindl-unentwickelt), jugendlich-strebsam’ ua; gelegentl mit dem Bild eines zu füllenden Gefäßes  [mBez auf Nicolai] Modephilosophie. | Lächerlichster, du nennst Mode, wenn immer von neuem | Sich der menschliche G. ernstlich nach Bildung bestrebt GWB51,234 Xen 200(272)  sein [Winckelmanns] richtiges Gefühl, sein gebildeter G. dienen ihm im Sittlichen, wie im Ästhetischen, zum Leitfaden GWB46,61,15 Winckelm Charakter  Die Naturschönheit ist den Gesetzen der Nothwendigkeit unterworfen, die Kunstschönheit den Gesetzen des höchstgebildten menschlichen G-es GWB48,137,5 Neue Unterhaltgn übGegenstände bildKunst  wenn der dunkle G. [γνώμη] des Knaben die deutlichen Dinge in sich aufnimmt, so wird er zum Mann und lernt aus dem Gegenwärtigen das Zukünftige erkennen GWB422,186,5 MuR(629)  ich leße jetzt das Leben des Tasso, das Abbate Serassi .. geschrieben hat. Meine Absicht ist, meinen G. mit dem Charackter und den Schicksalen dieses Dichters zu füllen GWBB8,366,15 CarlAug 28.3.88 GWB47,265,10 ÜbWahrh u Wahrscheinlichk dKunstwerke GWB32,160,26 ItR GWBB49,154,24 Soret 25.11.31 GWB40,196,13 LiterarSansclottism   e mit Betonung der Gedächtnis-, Erinnerungsfunktion, wiederholt im Bild der Tafel gefaßt  [betr Aufsatz SHerders üb einen Stollen von der Elbe bis in die Freiberger Gruben] wobey .. der letzte Eindruck jener großen Unternehmung mir im G-e blieb und mich stundenlang beschäftigte GWBB48,91,13 SHerder 19.1.31  Gestern Abend war ich bey Bause wo sich auch eine Menge Menschen einfanden die ich auch auf die Täflein meines G-es aufgezeichnet habe GWBB6,112,3 ChStein 27.12.82  [üb Francis Bacon] Er strich .. die ganze Vergangenheit durch. Er wollte von der Tafel des menschlichen G-es alles Herkömmliche weglöschen und einen reinen Raum gewinnen, und wieder von vorn anfangen GWBN52,262,23 Fl Plp uö(vereinzelt)   3 als Organ od Träger der inneren Anschauung, Wahrnehmung, als (produktive) Imaginationskraft, Phantasie; häufig in (mehr od minder) bildhafter, auch personifizierender Vorstellung, bes idVbdg ‘Augen des G-es’ u entspr Wdgn (‘etw steht, schwebt vor jds G.’ uä), oft auch ‘im G.(-e) (etw sehen, vorstellen, auch: tun)’, ‘vor dem G. (stehen)’, ‘vor den G. (kommen, stellen)’, ‘dem G.(-e) nach’, ‘mit dem G.(-e)’   a in der Lebens- u Erfahrungswelt, bes voraussehend od erinnernd  [Faust:] Nun schaut der G. nicht vorwärts, nicht zurück, | Die Gegenwart allein - [Helena:] Ist unser Glück GWBFaust II 9381  [Abschied von Friederike] Nun ritt ich .. gegen Drusenheim .. da überfiel mich eine der sonderbarsten Ahnungen. Ich sah nämlich, nicht mit den Augen des Leibes, sondern des G-es, mich mir selbst, denselben Weg, zu Pferde wieder entgegen kommen GWB28,83,25 DuW 11  [Fausts Vision der Landgewinnung] Da faßt’ ich schnell im G-e Plan auf Plan: | Erlange dir das köstliche Genießen | Das herrische Meer vom Ufer auszuschließen GWBFaust II 10227  Ja ich habe die Furca, den Gotthard bestiegen! Diese erhabenen unvergleichlichen Naturscenen werden immer vor meinem G-e stehen GWB19,204,18 BrSchweiz I  [Dienerin zu Suleika:] Schau’! Im zweifelhaften Dunkel | Glühen blühend alle Zweige .. Doch dein G. ist allem fern [beim Geliebten] GWB6,190 Div Vollmondnacht 13 GWB1,265 Alexis u Dora 7 GWB21,68,2 Lj I 13 GWBNatT 2797 GWB4,188 Felsweihegesang 29 GWBB34,229,6 Schultz 12.5.21 über physische od mentale Beschränkungen hinausgreifend, sich erhebend, insbes als Schweben od Flug gedacht  Oft sitz’ ich heiter in der Schenke | Und heiter im beschränkten Haus; | Allein sobald ich dein gedenke, | Dehnt sich mein G. erobernd aus. | Dir sollen Timurs Reiche dienen GWB6,156 Vs 8 DivTimur  [Tasso, allein:] Wo sind die Stunden hin, | Die um dein Haupt mit Blumenkränzen spielten? | Die Tage, wo dein G. mit freier Sehnsucht | Des Himmels ausgespanntes Blau durchdrang? Tasso 2196  [Faust, am Meeresufer:] Da herrschet Well’ auf Welle kraftbegeistet, | Zieht sich zurück und es ist nichts geleistet, | Was zur Verzweiflung mich beängstigen könnte! | Zwecklose Kraft unbändiger Elemente! | Da wagt mein G. sich selbst zu überfliegen; | Hier möcht’ ich kämpfen, dieß möcht’ ich besiegen GWBFaust II 10220  Unmöglich ist’s den Tag dem Tag zu zeigen, | Der nur Verworrnes im Verworrnen spiegelt .. Da ist’s den Lippen besser daß sie schweigen, | Indeß der G. sich fort und fort beflügelt GWB3,163 Heut u ewig 6 GWB131,161 Epil 11.6.92 Vs 7 GWBFaust I 1090 GWBB2,275,11 Gfin Stolbg [3.8.75]   b im Bereich natwiss Erkennens, als Organ aktiven Vorstellens, Imaginierens  Wir lernen mit Augen des G-es sehen, ohne die wir, wie überall, so besonders auch in der Naturforschung, blind umher tasten GWBN8,37,21 VglAnatomie 7  [Refraktion] Es ist von Erscheinungen die Rede, die man vor den Augen des Leibes und des G-es gegenwärtig haben muß GWBN1,99,20 FlD 242  Wenn wir einen Gegenstand in allen seinen Theilen übersehen, recht fassen und ihn im G-e wieder hervorbringen können; so dürfen wir sagen, daß wir ihn im eigentlichen und im höhern Sinne anschauen GWBN11,164,9 Polarität GWBN8,131,20 ZwKnoch [1819]   c im künstlerisch-ästhet Bereich  α als rezeptives Vermögen, anschauende Vorstellungskraft  [Leonore zu Antonio üb Tassos Dichtkunst:] ein Verdienst, das außerirdisch ist, | Das in den Lüften schwebt, in Tönen nur, | In leichten Bildern unsern G. umgaukelt, | Es wird denn auch mit einem schönen Bilde, | Mit einem holden Zeichen [Lorbeer] nur belohnt Tasso 2027  bey einem gleichzeitigen, sinnlich vor Augen stehenden Werke [der bildKunst] ist das überflüssige weit auffallender, als bey einem [literarischen] das in der Succession vor den Augen des G-es vorbeygeht GWBB12,85,6 Schiller 8.4.97 GWBB17,38,13 Schiller 28.1.04 GWBB35,179,25 Schubarth 19.11.21  β als schöpferisches Vermögen, als prägende, konzipierende, formgebende Kraft, speziell auch den rezeptiven Akt der Anschauung mit dem produktiven Akt der Gestaltung vermittelnd u dabei die eigentliche ästhetische Transformation leistend; einmal mit Akzentuierung des naturhaften Charakters des Geistes; auch ‘wirkender, schaffender G.’  Die bildende Kunst soll, durch den äußern Sinn, zum Geiste nicht nur sprechen, sie soll den äußern Sinn selbst befriedigen. Der Geist mag sich alsdann hinzugesellen und seinen Beifall nicht versagen. Der Skizzist spricht aber unmittelbar zum G-e .. Ein glücklicher Einfall .. nur gleichsam symbolisch dargestellt, eilt durch das Auge durch, regt den G., den Witz, die Einbildungskraft auf, und der überraschte Liebhaber sieht was nicht da steht .. ein Schein von allem tritt an die Stelle. Der Geist spricht zum G-e GWB47,203,3u6 u12 Samml 8 Skizzisten  daß nicht allein die Gegenstände der Kunst sondern schon die Gegenstände zur Kunst eine gewisse Idealität an sich haben, denn indem sie bezüglich auf Kunst betrachtet werden, so werden sie durch den menschlichen G. schon auf der Stelle verändert GWBB12,450,30 Schiller 25.10.97 K ~ GWB341,439,8 ReiseSchweiz 1797 [G/Eckerm]  Gold und silberne Gefäße von Calf .. Man muß dieses Bild sehen um zu begreifen, in welchem Sinne die Kunst über der Natur sey und was der G. des Menschen den Gegenständen leiht, wenn er sie mit schöpferischen Augen betrachtet GWB47,349,22 StädelschKabinett  der Stoff [zu ‘Wallenstein’] war nicht zu übersehen und zerfiel dem wirkenden und schaffenden G-e [Schillers] .. gegen seinen Willen in mehrere Theile GWB412,66,17 Üb:Hermann,Tetralogie Griech  [Anwalt zum Zuschauer:] Ein vollkommenes Kunstwerk ist ein Werk des menschlichen G-es, und in diesem Sinne auch ein Werk der Natur .. GWB47,265,6 ÜbWahrh u Wahrscheinlichk dKunstwerke GWB48,188,17 MuR(452) GWB6,40 Vs 5 DivHafis GWB37,140,7 Von dtBaukunst 1773 GWB35,251,3 TuJ GWB24,94,3 Wj I 6 in pointiertem Bezug zu ‘Form’  Danke, daß die Gunst der Musen | Unvergängliches verheißt, | Den Gehalt in deinem Busen | Und die Form in deinem G. GWB3, 80 Dauer iWechsel 40 von einer allegor Gestalt  [Pathos:] Wo ich hintrete, verwandelt sich alles! Und wenn mein G. das Wirkliche umschaffen könnte; so müßte dieser Raum zum Tempel werden GWB131,52,24 Was wir bringen [1802]   4 als Organ höheren Erkennens, Wahrnehmens, visionären Schauens, Ahnens; auch ‘Augen des G-es’  am Ende des Lebens gehen dem gefaßten G-e Gedanken auf, bisher undenkbare; sie sind wie selige Dämonen, die sich auf den Gipfeln der Vergangenheit glänzend niederlassen GWB422,141,6 MuR(258)  [Faust zu Chiron:] Den Arzt, der jede Pflanze nennt, | Der Wurzeln Kraft am allertiefsten kennt | Des Sehers G. der vor und rückwärts strebt [Den Seher Geist der innre Kräfte schafft andere Var] | Umfaß ich hier in seiner höchsten Kraft GWB152,49 Faust II 7347 Var  [Chor, an Mignons Sarg:] seht die schöne, die würdige Ruh! .. Schaut mit den Augen des G-es hinan! in euch lebe die bildende Kraft, die das Schönste, das Höchste hinauf, über die Sterne das Leben trägt GWB23,254,21 Lj VIII 8  Makarie befindet sich zu unserm Sonnensystem in einem Verhältniß, welches man auszusprechen kaum wagen darf. Im G-e, der Seele, der Einbildungskraft hegt sie, schaut sie es nicht nur, sondern sie macht gleichsam einen Theil desselben .. .. alle Fähigkeiten wurden an ihr lebendig .. dergestalt daß .. ihr G. ganz von überirdischen Gesichten erfüllt war GWB251,280,4 u 281,11 Wj III 15 Gespr Eckerm 7.10.27 uö(vereinzelt) im Verbund mit ‘Gemüt’ als Medium intuitiv-emotionaler Naturerfassung (mBez auf Plato)  Plato und Aristoteles [traten] .. als befugte Individuen vor die Natur: der eine mit G. und Gemüth, sich ihr anzueignen, der andere mit Forscherblick und Methode, sie für sich zu gewinnen GWBN11,151,1 MuR(663)   5 den Aspekt des Gemüthaften, Seelischen umfassend od akzentuierend: in Berührung od Überschneidung mit Gemüt, Sinn, Seele, zur Bezeichnung von (situativer) Gestimmtheit, Befindlichkeit (‘trüber, verdüsterter, angstumschlungener, enger, unruhiger, erregter’, auch ‘froher, beglückter G.’, ‘Ruhe, Heiterkeit, Freiheit des G-es’ ua); vornehml in der Dichtungssprache, vereinzelt personifiziert, auch pl  Unmuth und Unlust hatten in Werthers Seele immer tiefer Wurzel geschlagen, sich fester untereinander verschlungen und sein ganzes Wesen nach und nach eingenommen. Die Harmonie seines G-es war völlig zerstört AA116,25 Werth2 II  Die Leidenschaft bringt Leiden! - Wer beschwichtigt | Beklommnes Herz das allzuviel verloren? | .. Trüb’ ist der G., verworren das Beginnen; | Die hehre Welt wie schwindet sie den Sinnen! GWB3,27 TrilogLeid Aussöhnung 5  Es bringt der West den Fluß hinab | Ein leises Lebewohl. | Und der Schmerz ergreift die Brust, | Und der G. schwankt hin und her, | Und sinkt und steigt und sinkt GWB51,67 Auf den Auen 7  Er [Wilh] war stumm und ohne Sprache [üb den Tod Mignons] .. .. in seinem G-e war es öde und leer; nur die Bilder Mignons und Nathaliens schwebten wie Schatten vor seiner Einbildungskraft GWB23,205,22 Lj VIII 5  Mein G. war ein verzehrend Feuer, | Mein ganzes Herz zerfloß in Gluth [> In meinen Adern welches Feuer! | In meinem Herzen welche Gluth!] GWB1,384 Willk u Abschied 15 Var  Und wie ich sprach, sah mich das hohe Wesen [die Wahrheit] | Mit einem Blick mitleid’ger Nachsicht an .. | Sie lächelte, da war ich schon genesen, | Zu neuen Freuden stieg mein G. heran GWB1,6 Zueignung 78 GWBFaust II 8720 GWBIph2 6 [Seele GWB39,323,8 Iph1 I 1] GWB24,321,5 u 322,6 Wj II 5 GWBB6,110,10 ChStein [24.12.]82 GWBB38,229,21 Zelter 25.8.24 ‘des G-es Flutstrom’ für höchste Erregung, Anspannung aller geistigen u psych Kräfte (im Ringen um die Todesentscheidung) GWBFaust I 698 [Zit s v Flutstrom] idVbdg ‘spanischer G.’ für Temperament (als Volksmentalität)  [Marie:] manchmal kann ich ihn [Clav] hassen! manchmal, wenn der spanische G. über mich kommt GWB11,56,4 Clav I 2 ‘den G. erhöhen, erheben’ uä: in Gefühlsäußerung od (häufiger) im Beschreibungszshg ästhetischer Wahrnehmung od kontemplativer Betrachtung  [Orlando u Isabella im Liebesduett:] Wie fühl’ ich meinen G. erhöht! | Wie mir der Busen wallt! | Ihr Götter! was so schnell entsteht, | Das ende nicht so bald! GWB53,106 TheatrAbenteuer 73  Eine vollkommene Nachahmung der Natur ist in keinem Sinne möglich, der Künstler ist nur zur Darstellung der Oberfläche einer Erscheinung berufen. Das Äußere des Gefäßes, das lebendige Ganze, das .. unsern G. erhebt .. dahin ist der Künstler angewiesen GWB45,255,1 Diderot,Malerei  Zu allgemeiner Betrachtung und Erhebung des G-es eigneten sich die Schriften des Jordanus Brunus von Nola GWB36,77,27,TuJ GWB51,114 ZXen Nachl VIII 420 GWB4,146 Gebildetes fürwahr genug! 11 GWB411,347,18 Carmagnola ‘seinen G. in etw baden’, bezogen auf Naturerleben  [aus Speyer] Die Schweiz liegt vor uns und wir hoffen mit Beystand des Himmels in den grosen Gestalten der Welt uns umzutreiben, und unsre G-er im Erhabnen der Natur zu baden GWBB4,63,10 ChStein 24.9.79 ‘berauschter G.’, im Zustand der Trunkenheit GWB51,246,12 ThS III 9 ohne Attr iS einer ausgeglichenen, positiven Gemütsverfassung  [vermuteter Verlust persönlicher Habe beim Rückzug] Hatte ich das alles nun recht umständlich und peinlich durchgedacht, so stellte sich der G. aus dem unerträglichen Zustande bald wieder her GWB33,119,27 Camp GWBB9,19,9 Herder 4.9.88 uö(vereinzelt)   6 als naturgegebene, jdm eigentüml Anlage, besondere Befähigung   a Charakter, Veranlagung, Wesens-, Sinnesart od einzelner Wesenszug; häufig attribuiert ‘altertümlicher, ausschweifender, schalkischer, sophistischer, wahrheitsliebender, männlicher, eingeborener G.’, ‘Hoheit des G-es u der Gesinnung’ ua; mehrf bildhaft  [Marie:] er [Gottfr] gab mir immer viel Schuld an des Knabens [Karl] Gemüthsart .. [Elisab:] Jetzo sieht er deutlich ein das es G. beym Jungen ist nicht Beyspiel GWB39,69,21 Götz1 II  Ihr könnt seinem [Werthers] G. [G-e Werth2] und seinem Charakter eure Bewunderung und Liebe .. nicht versagen AA2,5 Werth1 I Vorw  [üb Winckelmann] Hatte er nun im Leben einen wirklich alterthümlichen G., so blieb ihm derselbe auch in seinen Studien getreu GWB46,24,18 Winckelm  [Faust, in Gretchens Zimmer:] Ich fühl’, o Mädchen, deinen G. | Der Füll’ und Ordnung um mich säuseln GWBFaust I 2702 ~ GWBUrfaust 1165  Vielleicht hat man nicht genug zu schätzen gewußt, was an Poesie und Wahrheit in Goethe’s Drama sich findet; durch das Ganze athmet Tasso’s G. [le génie du Tasse respire partout], und von Zeit zu Zeit entwickeln sich Wohlgerüche Italiens, welche entzücken GWB412,264,25 Üb:Duval,LeTasse GWB4,12 Herrn Abbate Bondi 6 GWB21,91,9 Lj I 15 GWB33,98,7 Camp GWBB25,275,22 CarlAug [22.4.15] K mit personifizierender Vorstellung  Gräfin Caroline .. die, nach dem höchst verständigen und liebenswürdigen G-e, der sie bewohnt, mir das Merkwürdigste .. geschrieben hat GWBB39,55,3 Knebel 24,12.24  wohl unsern G-ern daß sie sich gleichen GWBB2,189,1 Jacobi 21.8.[74] GWBB13,18,15 Knebel 12.1.98 als hervorstechendes, beeindruckendes Wesensmerkmal einer Gesamtpersönlichkeit  Lausanne .. Abends .. zu Mad. Branconi. Sie kommt mir so schön und angenehm vor dass ich mich etlichemal in ihrer Gegenwart stille fragte, obs auch wahr seyn möchte .. Einen G.! ein Leben! einen Offenmuth! dass man eben nicht weis woran man ist GWBB4,92,26 ChStein 23.10.79 ‘welches G-es’, ‘wes G-es Kind’ (im Anklang an Luk 9,55), einmal übertr auf Gegenständliches  [Vater:] Denn an der Braut, die der Mann sich erwählt, läßt gleich sich erkennen, | Welches G-es er ist, und ob er sich eigenen Werth fühlt GWBHermDor IX 83  Was das Langensalzer Horn [Mammutzahn, in der Unstrut gefunden] betrift, so wirst du aus dem Merkur .. näher gesehen haben weß G-es Kind es ist GWBB6,81,6 Merck [Nov 82] Gespr(He32,70) Eckerm nach Bülow [Sept 1826] häufiger auch für eine best Volksmentalität: ‘G. eines Volkes, der Nation’  Wenn wir .. uns den Geschmack einer gewissen Zeit, Sinn und G. eines Volks an einem Beispiel vergegenwärtigen können GWB411,354,23 Üb:Calderon,Tochter dLuft  Geistliches dialogisirtes Lied .. dem G-e der Nation und den Grundsätzen des katholischen Glaubens angemessener ist die Bearbeitung der Unterhaltung Christi mit der Samariterin zu einem dramatischen Liede GWB32,353,18 ÜbItal Volksgesang  Mr. Lemarquand .. Er wird während seiner Arbeit [frz ‘Faust’-Übs] mit uns beständig conferiren und das Resultat wird immer höchst merkwürdig seyn, weil der französische und deutsche G. vielleicht noch niemals einen so wunderbaren Wettstreit eingegangen haben GWBB20,228,10 Cotta [2.12.08] K  der gewandtere G. der Italiener GWB44,342,3 CellAnh X  Ihr [der Griechen] kühner G. [genius] war immer auf das Erhabene gerichtet GWB46,188,16 Hackert TgbKnight GWBB12,264,16 Schiller 24.8.97 GWB341,74,23 KuARheinMain   b natürl Begabung, Talent, Ingenium; mehrf ‘jd von G.’, ‘G. haben’, auch neben u in Beziehung gesetzt zu Begriffen wie ‘Geschmack, Klugheit, Genie, Talent, Gemüt, Naturell’ sowie neben ‘Kraft, Tätigkeit, Fleiß’ ua  Die deutschen Dichter .. genossen in der bürgerlichen Welt nicht der mindesten Vortheile .. Ein armer Erdensohn, im Gefühl von G. und Fähigkeiten, mußte sich kümmerlich in’s Leben hineinschleppen und die Gabe, die er allenfalls von den Musen erhalten hatte .. vergeuden GWB27,295,8 DuW 10  Oeser war hier. Ich lerne ihn erst recht kennen. Ein Mann voll Geschmack und G. und stiller Künstler und Weltmanns Klugheit GWBB6,98,11 Knebel 21.11.82  Von der ideellen Seite steht das Theater sehr hoch, so daß ihm fast nichts was der Mensch durch Genie, G., Talent, Technik und Übung hervorbringt, gleichgestellt werden kann GWB36,278,16 BiogrEinzh Theat 1815  Gemüth wird über G. gesetzt, Naturell über Kunst, und so ist der Fähige wie der Unfähige gewonnen. Gemüth hat jedermann, Naturell mehrere; der G. ist selten, die Kunst ist schwer GWB36,266,20u23 BiogrEinzh LetzteKunstausstellg 1805  [iZshg mit ETAHoffmann] Wer keinen G. hat, glaubt nicht an Geister und somit auch nicht an geistiges Eigentum der Schriftsteller Gespr Kanzl Müller 15.5.23 GWB32,52,14 ItR GWBB36,26,6 Rochlitz 22.4.22 GWB45,211,19 RamNeffeAnm GWB4,129 Natur u Kunst 7 GWBN11,255,6 ErfindenEntdecken in qualifizierenden Umschreibungen: ‘arm am/an G-e’ (in Anlehnung an Matth 5,3), ‘schwach am G-e’, auch ‘vom G-e begünstigt’ uä; einmal im Wortspiel einen Zustand der Erschöpfung bezeichnend  Der Verfasser [eines Beitrags zur ‘Neuen Dt Monatsschrift’] scheint zu den Armen am G-e zu gehören GWB40,476,17 Bem zu Monatsschr 1794/95  [an ChStein] Arm an G-e kommt heut spät dein Geliebter vor dich, | Arm an Liebe kommt er weder frühe noch spät GWB4,121 Vs 1  zwar gibt es Schmerzen, die aus Fehlern des Charakters entspringen, aber wie viele kommen nicht aus einer Superiorität des G-es [de l’esprit] oder aus einer Fühlbarkeit des Herzens GWB40,240,27 Staël,Dichtgn GWBB38,5,20 LTieck 2.1.24 GWBB19,477,27 FAWolf [16.12.07] in iron Hyperbel  Unsre Poeten sind seicht, doch das Unglück ließ’ sich vertuschen, | Hätten die Kritiker nicht, ach! so unendlich viel G. [wohl mBez auf FSchlegel] GWB51,250 Xen 307(210) speziell als kreative Begabung, ingeniöse Gestaltungskraft, Potenz (‘eminenter, höchster G.’); auch im Hinblick auf inspirierenden Einfluß  [betr Verarbeitung von ‘Faust’-Elementen in Byrons ‘Manfred’] Er [Byron] hat alle Motive auf seine Weise benutzt, so daß keins mehr dasselbige ist, und gerade deshalb kann ich seinen G. nicht genug bewundern GWBB28,278,4 Knebel 13.10.17  [betr Darstellung des um Daphne trauernden Flußgottes Peneus durch Giulio Romano] Der eminente G. des Julius Roman zeigt sich auch hier in seiner Glorie GWB491,138,16 PhilostratNachtr  Wenn man doch nur die Frömmigkeit .. von der Kunst sondern wollte, wo sie, eben wegen ihrer Einfalt und Würde, die Energie niederhält und nur dem höchsten G-e Freyheit läßt sich mit ihr zu vereinigen, wo nicht gar sie zu überwinden GWBB46,17,18 Zelter 19.7.29  [Muse zum Künstler:] Sieh diesen Jüngling, wie er glüht, | Da er auf deine Tafel sieht! | In seinem Auge glänzt das herrliche Verlangen, | Von deinem G. den Einfluß zu empfangen GWB16,160 KünstlersApotheose 198 auch (personifizierend) iSv Genius  Der Flügel in der Carita [Venedig] .. muß uns deßhalb von so hohem Werthe sein, weil der Künstler [Palladio] freie Hand hatte und seinem G. unbedingt folgen durfte GWB30,126,7 ItR ~ GWBT1,268,25 v 5.10.86  der G. führte mir das Argument [=die Grundlagen, den Stoff] der Iphigenia von Delphi vor die Seele GWB30,167,14 ItR GWB38,55 EwJude 20 uö(nicht oft) für praktischen Kunst-, Gestaltungssinn (im Rahmen kunsthandwerkl Fertigkeiten)  Pausias .. der Mahler, war als Jüngling in Glyceren .. verliebt, welche Blumenkränze zu winden einen sehr erfinderischen G. hatte [Plinius: amavit .. Glyceram .. inventricem coronarum] GWB1,272,6 Der neuePausias Vorbem  Wie vor allen Menschen Phäacische Männer verstehen | Schiffe zu führen durch’s Meer, so wissen die Frauen der Insel [Scheria] | Herrlich zu weben, zu sticken, es lehrte sie Pallas Athene | Mit verständigem G. [φρένας ἐσθλάς] fürtreffliche Werke vollenden GWB4,327 Aus Odyssee 7 Vs 30 uö(selten)   7 Gesinnung, Einstellung, Denken; häufig attribuiert: ‘hoher, allgemeiner, wohlwollender, ungewisser, unabhängiger, freier, kühner, revolutionärer, heiterer, williger G.’ ua  [Bischof zu Weisl:] Was für ein G. regierte dich? GWB39,62,8 Götz1 II=GWB8,62 Götz2  [Tasso zu Antonio:] Du lästerst, du entweihest diesen Ort, | Nicht ich .. | Dein G. verunreint dieses Paradies, | Und deine Worte diesen reinen Saal, | Nicht meines Herzens schwellendes Gefühl, | Das braus’t, den kleinsten Flecken nicht zu leiden. [Antonio:] Welch hoher G. in einer engen Brust! Tasso 1390u1394  [Lehrbrief] Die Worte sind gut, sie sind aber nicht das Beste .. Der G., aus dem wir handeln, ist das Höchste GWB23,125,15 Lj VII 9  Die beiden Grafen Stolberg, Bürger, Voß, Hölty und andere waren im Glauben und G-e um Klopstock versammelt GWB28,139,11 DuW 12  [Kaiser:] Die Menge schwankt im ungewissen G., | Dann strömt sie nach wohin der Strom sie reißt GWBFaust II 10381 GWBFaust I 578 ~ GWBUrfaust 225 [Zit s unter G 1] GWB7,220,18 DivNot GWBB31,236,24 Welden [17.?7.19] K GWB30,168,15 ItR [im Anklang an Matth 26,41] ‘in jds G. (und Sinn)’ uä: nach jds Intention, in Übereinstimmung mit seiner Gesinnung od Geistesart  Man würde unfehlbar im G-e des Stifters [Senckenberg] mehr handlen, wenn das mit der Stiftung verschwisterte Krankenhaus von seinem Überfluß .. einen kleinen Theil abgäbe GWB341,136,24 KuARheinMain Frankf  In dem G-e und Sinne wie ich Sie handeln sehe, können Sie mir nichts thun, was nicht auch mir .. wünschenswerth scheinen sollte GWBB8,360,12 CarlAug 18.3.88  eine im G. und Geschmack des alten Wunderthäters [Beireis] erfundene Legende GWB35,225,9 TuJ GWB4,82,26 AufklBem   8 in metonym Verwendungen   a für Mensch, Person; mehrf für Freunde, Vertraute, Angehörige od allg für treffliche Persönlichkeiten (wiederholt ‘gute G-er’)  Auf heut Abend ists bestellt .. laden Sie einige gute G-er ein. Es wäre artig wenn man den Prinzen hohlte .. Lucken und Staffen könnte mans auch sagen. Dass es nur Menschen giebt GWBB5,19,13 ChStein [21.12.80]  [Egm, allein im Gefängnis:] Wird an der Spitze deiner Freunde Oranien nicht wagend sinnen? Wird nicht ein Volk sich sammeln und .. den alten Freund erretten? O haltet, Mauern, die ihr mich einschließt, so vieler G-er wohlgemeintes Drängen nicht von mir ab GWB8,283,1 Egm V  [bevorstehende Einladung zu Tisch] Da fehlt nun freylich, außer euch, Adele [Schopenhauer] und Lina [Caroline Gfin Egloffstein] und wir müssen die abgeschiedenen [=abwesenden] G-er durch andere ersetzen GWBB31,180,11 August 14.6.19 [für: esprit] GWB9,287 Mahomet 244 im bes Hinblick auf intellektuelle, auch künstlerische Eigenschaften, Fähigkeiten, Interessen, namentl der herausragende, seine Zeit od andere Menschen prägende Geist  Dieser G., der so entschieden auf mich wirkte .. war Spinoza GWB28,288,6 DuW 14  Auch manche G-er, die mit ihm [Schiller] gerungen, | Sein groß Verdienst unwillig anerkannt, | Sie fühlen sich von seiner Kraft durchdrungen GWB16,168 EpilSchillersGlocke 89  Prometheus [Hymnus, 1773] .. ich getraue mir kaum ihn drucken zu lassen, so modern-sansculottisch sind seine Gesinnungen; wie wunderlich dieß alles seit so vielen Jahren in den G-ern hin- und widerwogt! GWBB32,134,20 Seebeck 30.12.19  Betrachtung, daß .. es jedem Geschichtsfreunde .. nicht unangenehm sein muß .. zu erfahren, wie es in unsern Tagen ausgesehen und welche G-er darinnen gewaltet GWB422,59,16 Vorschlag  Gewinnt aber .. in der Wissenschaft das Falsche die Oberhand, so wird doch immer eine Minorität für das Wahre übrig bleiben, und wenn sie sich in einen einzigen G. zurückzöge GWB251,270,25 Wj III 14 GWB411,224,3 Üb Ballade GWB26,188,16 DuW 4 für den schöpferischen Genius  Deinem Unterricht dank’ ich’s, Genius, daß .. in meine Seele ein Tropfen sich senkt der Wonneruh des G-es, der auf solch eine Schöpfung herabschauen, und Gott gleich sprechen kann: es ist gut! GWB37,147,8 Baukunst 1773 kontrastiv gegen ‘garstiges Gespenst’, ‘Genius der Zeit’ gesetzt  [Meyer kopierte Gemälde in der Dresdner Galerie] Dancken Sie Gott daß Sie dem Raphael und andern guten G-ern .. gegenüber sitzen und das Spucken des garstigen Gespenstes, das man Genius der Zeit nennt .. nicht vernehmen GWBB10,174,15 Meyer 17.7.94 in spezielleren Charakterisierungen wie ‘tätig, denkend, scharfsinnig, originell, theoretisch’, ‘heiter, hell, zart, edel, schön, ungebunden, frei’ ua; ‘bildender G.’ für Künstler; idVbdg ‘eine Welt von G-ern’ für höhere, von Gott begünstigte menschl Naturen als Wegbereiter in seinem Schöpfungsplan  Dresden .. die dortigen Umgebungen verschaffen einem thätigen, denkenden, urtheilenden G-e so mancherley Prämissen daß er weniger irren und stocken kann GWBB31,410,12 Schubarth [24.8.19] K Var  die Alchymisten .. darunter wenig originelle G-er, hingegen viele Nachahmer GWBN3,207,4 FlH IV  Nisami .. Ein zarter, hochbegabter G., der .. die lieblichsten Wechselwirkungen innigster Liebe zum Stoffe seiner Gedichte wählt GWB7,56,3 DivNot  So ist’s mit aller Bildung auch beschaffen: | Vergebens werden ungebundne G-er | Nach der Vollendung reiner Höhe streben. | Wer Großes will muß sich zusammenraffen; | In der Beschränkung zeigt sich erst der Meister GWB4,129 Natur u Kunst 10 ~ GWB131,84,13 Was wir bringen [1802]  Zu Anfang des sechzehnten Jahrhunderts .. suchten edlere schönere G-er sich von der Gewalt der allbeherrschenden Kirche loszulösen [im Hinblick auf PhNeri] GWB32,414,13 ItR Plp  Spuren ordnender Menschenhand | Zwischen dem Gesträuch! | .. Von dem Moos gedeckt ein Architrav! | Ich erkenne dich, bildender G.! | Hast dein Siegel in den Stein geprägt GWB2,171 Der Wandrer 32 GWB421,101,28 AndenkByrons GWB7,53,14 DivNot GWBB45,314,22 Schultz 29.6.29 GWBB44,59,19 Boisserée 7.4.28 Gespr Eckerm 11.3.32 ‘schöner G.’ (nach frz ‘bel esprit’): für empfindsame, feinsinnige Literaten od Liebhaber von Kunst u Lit; auch superl, einmal positiv abgegrenzt gegen ‘Schöngeist’; meist in abschätzigen Wertungen bezugnehmend auf Oberflächlichkeit, Dilettantismus, auch auf modisch-empfindsame Attitüde  Französische Akademisten .. Dilettanten .. Schöne G-er. Diese bearbeiten wissenschaftliche Materien rhetorisch oder allgemein gefällig. Das eigentliche Wahre ist ihnen ganz gleichgültig .. Dieser Einfluß der Redner und Schöngeister entspringt aus der Verbreitung der Cultur, weil Jedermann mitreden will GWBN4,468,24 FlH Plp  Yorik-Sterne war der schönste G., der je gewirkt hat; wer ihn lies’t, fühlt sich sogleich frei und schön GWB422,197,1 MuR(742)  Der schöne G. und der Schöngeist. | Nur das Leichtere trägt auf leichten Schultern der Schöngeist, | Aber der schöne G. trägt das Gewichtige leicht GWB51,305 Tab vot 2 [Schiller]  unsere schönen G-er, genannt Philosophen, erdrechseln aus protoplastischen Mährchen Principien und Geschichte der Künste bis auf den heutigen Tag GWB37,142,3 Von dtBaukunst 1773  [Lato:] Ach! er [der Prinz] ist ein schöner G. von der neuen Sorte, die sind alle grob GWB17,51,4 TriumphEmpfindsamk V [für: un bel esprit] GWB45,55,24 RamNeffe wiederholt ‘außerordentlicher G.’ für eine hervorragende, aber auch außerhalb von Norm u Konvention agierende (genialische) Einzelpersönlichkeit  vollendet bringt ein groß gedachtes Meisterwerk erst jene Wirkung hervor, welche der außerordentliche G. beabsichtigte: das Ungeheuere faßlich zu machen GWB341,81,19 KuARheinMain  [üb Newtons Experimente] ein Muster von sophistischer Entstellung der Natur .. das nur ein außerordentlicher G. wie Newton, dessen Eigensinn und Hartnäckigkeit seinem Genie gleich kam, aufstellen konnte GWBN2,132,15 FlP 230  Wir alle sind so bornirt, daß wir immer glauben, Recht zu haben; und so läßt sich ein außerordentlicher G. denken, der nicht allein irrt, sondern sogar Lust am Irrthum hat GWB422,130,1 MuR(186) GWB27,314,9 DuW 10 in allg qualifizierenden, die Begabung, das Talent bewertenden Vbdgn wie ‘guter, trefflicher, vorzüglicher, großer, begünstigter, mittlerer, kleiner, beschränkter G.’  Man kann sich nicht verläugnen, daß die deutsche Welt, mit vielen, guten, trefflichen G-ern geschmückt .. sich auf historischem, theoretischem und praktischem Wege immer mehr verirrt und verwirrt GWB422, 243,20 MuR(1013)  so haben vorzügliche G-er öfters die Eigenheit, eine Art von Scheu vor dem wirklichen Leben zu empfinden GWB46,20,7 Winckelm  Die Urzeit der Welt, der Nationen, der einzelnen Menschen ist sich gleich .. Indeß die Autochthonenmenge staunend ängstlich umherblickt, kümmerlich das unentbehrlichste Bedürfniß zu befriedigen, schaut ein begünstigter G. in die großen Welterscheinungen hinein .. und spricht das Vorhandene ahnungsvoll aus GWB411,128,9 Geistesepochen nach Hermann  im Deutschen Merkur eine weitläufige wohlgemeinte Recension [zu ‘Götz’], verfaßt von irgend einem beschränkten G-e GWB28,203,13 DuW 13 GWBB40,264,9 Naumann 18.1.26 K GWBB2,25,25 Röderer 21.9.[71 Korr DjG32,321] ‘widersprechende G-er’ als imaginäre Gesprächspartner GWB28,208,7 DuW 13 sg in erweiterter Bed für geistige Schicht, Intellektuelle  als man Kriegssteuern ausschreiben muß, kommt man endlich auf den glücklichen Gedanken, auch den G., an den man bisher nicht gedacht hatte, contribuabel zu machen GWB35,52,13 TuJ GWB412,52,11 Möser   b pointiert als Inbegriff geistiger Persönlichkeit, Individualität, auch gesteigert zur Entelechie-Vorstellung  [Der Herr zu Meph:] Zieh diesen G. [Faust] von seinem Urquell ab, | Und führ’ ihn, kannst du ihn erfassen, | Auf deinem Wege mit herab GWBFaust I 324  [Plutus zum Knaben Lenker:] Wenn’s nöthig ist daß ich dir Zeugniß leiste | So sag’ ich gern: Bist G. von meinem G-e [vgl 1.Mos 2,22f]. | Du handelst stets nach meinem Sinn, | Bist reicher als ich selber bin GWBFaust II 5623  [Prometheus, zu seinen Statuen gewandt:] Hier meine Welt, mein All! | Hier fühl’ ich mich .. | Meinen G. so tausendfach | Getheilt und ganz in meinen theuren Kindern GWB39,199 PromethFragm 1773 Vs 94  Hoffnung .. daß ein solcher G. [Makarie], wenn er an die Gränze der Wirkung unsrer mächtigen Sonne gelangt ist .. in seiner Spirale zurückgezogen und in das irdische Leben .. wieder werde hereingenöthigt werden [wir hoffen daß eine solche Entelechie sich nicht ganz aus unserm Sonnensystem entfernen .. werde GWB251,284,13 Wj III 15] GWB252,203 Wj Var  Die Überzeugung unserer Fortdauer entspringt mir aus dem Begriff der Thätigkeit; denn wenn ich bis an mein Ende rastlos wirke, so ist die Natur verpflichtet, mir eine andere Form des Daseyns anzuweisen, wenn die jetzige meinem [sic] G. nicht ferner auszuhalten vermag Gespr Eckerm 4.2.29 GWB40,64,1 Üb:Piccolom GWB36,332,11 Zu brüderlAndenkWielands 1813 GWB1,355 VierJahresz 69(631) ‘erschaffener G.’ iUz göttl Geist  [als Zit aus AvHallers Lehrged ‘Die Falschheit der Tugenden’] “In’s Innre der Natur .. Dringt kein erschaffner G. .. Glückselig! wem sie nur | Die äußre Schale weis’t!” GWB3,105 Allerdings 3 ~ GWBN6,244,24 FreundlZuruf ‘verjüngter G.’: anknüpfend an islam Paradiesvorstellungen für die in die Ewigkeit eingegangene Seele  So gefallen schöne Gärten, | Blüm’ und Frücht und hübsche Kinder, | Die uns allen hier gefallen, | Auch verjüngtem G. [im Paradies] nicht minder GWB6,264 Div Höheres uHöchstes 16   c in personifizierender Vorstellung (zugl mit PossPron), bes in Br an ChStein u bevorzugt um 1780: als imaginärer Vermittler, Bote, Gesprächspartner, auch als Inspirationsquelle, zugl den Eindruck intimer Vertrautheit bewirkend; wohl im Rückgriff auf die hermet-pietist Überzeugung vom harmonischen Gleichklang verwandter Seelen auch über Entfernungen hinweg (‘actio in distans’)  Da ich mich entschliese zu Hause zu bleiben, eilt zuförderst mein G. mit einem Morgengruse zu dir GWBB5,213,17 ChStein 14.11.81  Adieu liebste und kommen Sie meinem G-e entgegen, der nicht zum Himmel aufsteigen kan, weil er an Ihrer Wohnung drüben auf dem Hügel immer aufgehalten wird GWBB5,86,1 ChStein 18.3.81  Ich möchte gerne wissen was mir heute von dir bevorsteht. Wie deine Gesellschafft sich präsentirt hat und ob dein G. zu mir herausgeschlichen ist GWBB7,280,9 ChStein [Apr 86 Korr Fränkel2 2,149]  darum schick ich dir Iphigenien .. daß sich mein G. mit dem deinigen unterhalte, wie mir das Stück .. vier Wochen eine stille Unterhaltung mit höheren Wesens war GWBB6,92,8 Jacobi 17.11.82  habe mir eine Feder geschnitten um recht viel zu schreiben. Dass meine G-er biss zu Lotten reichen hoff ich GWBB2,103,3 Kestner 15.9.[73] GWBB5,226,19 ChStein 2.12.81 GWBB5,85,12 ChStein 17.3.81 GWBB7,232,8 ChStein [vor 12.6.86 Korr Fränkel2 2,157] GWBB4,127,4 ChStein 4.11.79   9 der menschliche Geist als Ganzes; bes in seiner (Entwicklungs-)Geschichte, neben dem fortschreitenden öfter auch das zyklische od retardierende Moment hervorhebend  Alles was hier [im Verhältnis versch Wiss zueinander] .. gelobt und getadelt, gewünscht und abgelehnt worden, deutet doch auf das unaufhaltsam fortschreitende Wirken und Leben des menschlichen G-es, der sich aber vorzüglich an der That prüfen sollte GWBN11,89,9 MathMißbr  Unbeschadet des Glaubens an eine fortschreitende Cultur, ließ sich, wie in der Weltgeschichte, so in der Geschichte der Wissenschaften .. bemerken, daß der menschliche G. sich in einem gewissen Kreis von Denk- und Vorstellungsarten herumbewege GWBN9,265,25 VerschBekenntn  flüchtigen Entwurf zur Geschichte der Farbenlehre .. Sie werden dabey auch schöne Bemerkungen über den Gang des menschlichen G-es machen können, er dreht sich in einem gewissen Kreise herum, bis er ihn ausgelaufen hat GWBB13,32,11 Schiller 20.1.98  Geschichte der Wissenschaften .. es entwickelt sich wirklich alles aus den vor- und rückschreitenden Eigenschaften des menschlichen G-es, aus der strebenden und sich selbst wieder retardirenden Natur GWBB13,33,19 Schiller 24.1.98  Fortschritte des menschlichen G-es, der nicht aufhörte zu beobachten, zu schließen, zu dichten GWB40,282,1 Üb:Voß,Ged [G/Voß dJ] GWBT1,247,5 v 29.9.86 GWBB13,57,9 WHumboldt [7.2.98] K GWBN3,147,13 FlH III GWB422,191,16 MuR(668)   J absolut gebraucht, in objektivierender Setzung: iSv Geistigkeit, Geist an sich; auch kombiniert mit Parallel- od Gegensatzbegriffen wie ‘Liebe, Kunst, Schönheit’  Der höchste Charakter orientalischer Dichtkunst ist, was wir Deutsche Geist nennen, das Vorwaltende des oberen Leitenden .. Der G. gehört vorzüglich dem Alter, oder einer alternden Weltepoche. Übersicht des Weltwesens, Ironie, freien Gebrauch der Talente finden wir in allen Dichtern des Orients .. Jene .. beziehen die entferntesten Dinge leicht auf einander, daher nähern sie sich auch dem was wir Witz nennen; doch steht der Witz nicht so hoch, denn dieser ist selbstsüchtig, selbstgefällig, wovon der G. ganz frei bleibt, deßhalb er auch überall genialisch genannt werden kann und muß GWB7,76,3u6u17 Div Not  Mir ist für die Franzosen in keiner Hinsicht bange .. sie stehen auf einer solchen Höhe welthistorischer Ansicht, daß der G. auf keine Weise mehr zu unterdrücken ist Gespr Eckerm 9.7.27  Fassest du die Muse nur bei’m Zipfel, | Hast du wenig nur gethan; | G. und Kunst, auf ihrem höchsten Gipfel, | Muthen alle Menschen an GWB3,118 Begeisterung 3  [Empfang von Geburtstagsgaben] Hier gilt wieder in vollem Maaße: daß Liebe Liebe, G. G. erzeuge; möchten doch beyde überall zusammen wirken GWBB33,265,19 Lehne 28.9.20  Schwärmer prägen den Stempel des G-s auf Lügen und Unsinn; | Wem der Probierstein fehlt hält sie für redliches Gold GWB1,321 Vs 283 Ven Epigr 56 GWB3,109 Die Weisen u die Leute 40f GWBB15,62,7 Schiller 4.[5.]00 uö(vereinzelt) als geschichtl Erscheinung (zugl eine Epoche qualifizierend)  [üb schlechten Geschmack des Theaterpublikums] Die Zeit in welcher Aeschylus, Sophocles und Euripides schrieben, war freilich eine ganz andere: sie hatte den G. hinter sich und wollte nur immer das wirklich Größte und Beste. Aber in unserer schlechten Zeit, wo ist denn da das Bedürfniß für das Beste? Gespr Eckerm 20.12.26  denken Sie sich eine Stadt wie Paris, wo die vorzüglichsten Köpfe eines großen Reiches auf einem einzigen Fleck beisammen sind .. in welchem seit drei Menschenaltern durch Männer wie Moliere, Voltaire, Diderot .. eine solche Fülle von G. in Cours gesetzt ist, wie sie sich auf der ganzen Erde .. nicht zum zweiten Male findet Gespr Eckerm 3.5.27 in pointierter (sprachspielerischer) Wdg als ein letztes, äußerstes, das Leben selbst durchwaltendes u seinem höchsten Begriff zuführendes Prinzip  Ach! Wie schmeichelt’s meinem Triebe, | Wenn man meinen Dichter preis’t. | Denn das Leben ist die Liebe, | Und des Lebens Leben G. GWB6,169 Vs 8 DivSuleika im ästhet Bereich; überwiegend mit konkr Bezug als Qualitäts- u Wesenskennzeichnung  Der plastische Künstler hält sich zunächst an die physische Erscheinung, der Dichter läßt in seinen Werken auch das Unsichtbare, G., Gefühl, Sitten und Phantasie, doch immer auch nach seiner Weise gestaltet, auftreten GWB48,59,3 Preisaufg 1803  Wielands Verse wollen mit einer prächtigen Lebendigkeit vorgetragen sein .. Es ist ein unvergleichliches Naturell, was in ihm vorherrscht. Alles Fluß, alles G., alles Geschmack! Gespr(He2,766) Falk 25.1.13  Soll ich aufrichtig gestehen so ist mein Antheil an der neueren Kunst jetzt ganz eigentlich symbolisch, ich sehe immer mehr worauf die Arbeiten hindeuten, als was sie sind. Ob auf G.? that is the question GWBB47,272,22 Varnhagen [3.10.30] GWB48,196,9 MuR(633) als Atmosphäre (ausströmende Wirkung einer Person)  [Tragödie, zur anwesenden russ Kaiserin Maria Feodorowna:] Wie G. und Liebe diesen Saal durchwehen, | Dem Fühlenden Gefühl be gegnet .. | Gelinge lieblich zu enthüllen | Uns GWB16,257 Maskenz 1818 Prol 174 ‘Gaben des G-es’; auch als Figur im Maskenzug  Die Gaben des G-es sind überall zu Hause, die Geschenke der Natur über den Erdboden sparsam ausgetheilt GWB24,97,24 Wj I 6 GWB16, 195 Maskenz Aufz vierWeltalter Regiebem vor 5 [vgl GWB16,440 Progr] in (iron) Personifizierung  G. und Schönheit im Streit. | Herr Geist, der allen Respect verdient, | Und dessen Gunst wir höchlich schätzen, | Vernimmt, man habe sich erkühnt | Die Schönheit über ihn zu setzen .. GWB3,189 Palinodien 2 Titel u Vs 1 GWB3,190 ebd Vs 19u21f   K als Gegen- bzw Komplementärkategorie zu ‘Materie’ (auch zu ‘Natur, Welt’ ua)   1 für die im gesamten Kosmos (entelechisch) wirkende, gestaltbildende Potenz (in Berührung mit F 1), auch zugl als subjektiver Faktor in der Subjekt-Objekt-Relation  Die Erfüllung aber, die ihm [dem Aufsatz ‘Die Natur’] fehlt, ist die Anschauung der zwei großen Triebräder aller Natur: der Begriff von Polarität und von Steigerung, jener der Materie, insofern wir sie materiell, diese ihr dagegen, insofern wir sie geistig denken, angehörig; jene ist in immerwährendem Anziehen und Abstoßen, diese in immerstrebendem Aufsteigen. Weil aber die Materie nie ohne G., der G. nie ohne Materie existirt und wirksam sein kann, so vermag auch die Materie sich zu steigern, so wie sich’s der G. nicht nehmen läßt, anzuziehen und abzustoßen GWBN11,11,10u12 ErläutergNatur  [iZshg mit Äußerung üb Jacobi] Wem es nicht zu Kopfe will, daß G. und Materie, Seele und Körper, Gedanke und Ausdehnung .. die nothwendigen Doppelingredienzien des Universums waren, sind und seyn werden, die beyde .. zusammen wohl als Stellvertreter Gottes angesehen werden können .. der hätte das Denken längst aufgeben .. sollen GWBB22,321,20 Knebel 8.4.12  Jacobi hatte den G. im Sinne, ich die Natur, uns trennte was uns hätte vereinigen sollen .. .. Wer das Höchste will, muß das Ganze wollen; wer vom G-e handelt, muß die Natur, wer von der Natur spricht, muß den G. voraussetzen, oder im Stillen mit verstehn GWB36,268,19 u 269,5u6 BiogrEinzh Jacobi  Alles was wir Erfinden, Entdecken im höheren Sinne nennen, ist eine bedeutende Ausübung, Bethätigung eines originellen Wahrheitsgefühles .. Es ist eine aus dem Innern am Aeußern sich entwickelnde Offenbarung, die den Menschen seine Gottähnlichkeit vorahnen läßt. Es ist eine Synthese von Welt und G., welche von der ewigen Harmonie des Daseins die seligste Versicherung gibt GWBN11,128,14 MuR(562)  es haben die Freunde und Bekenner der Wissenschaften auf’s genaueste zu beachten, daß man versäumt, die falschen Synthesen .. zu prüfen .. in’s Klare zu setzen, und den G. in seine alten Rechte sich unmittelbar gegen die Natur zu stellen, wieder einzusetzen GWBN11,68,19 AnalyseSynth GWBN3,314,3 FlH V Gespr Eckerm 2.8.30 uö(nicht oft)   2 in Gegenüberstellung zu ‘Licht’  Licht und G., jenes im Physischen, dieser im Sittlichen herrschend, sind die höchsten denkbaren untheilbaren Energien GWBN11,157,1 MuR(1299)   3 als Zustandsform reiner (göttl-menschl) Idealität, iGz ‘das Feste’  Was kann der Mensch im Leben mehr gewinnen, | Als daß sich Gott-Natur ihm offenbare? | Wie sie das Feste läßt zu G. verrinnen, | Wie sie das Geisterzeugte fest bewahre GWB3,94 Im ernsten Beinhaus 33   L ‘Hegels G.’, für dessen Begriff bzw Philosophie des ‘Geistes’, hier in Anwendung auf das dialekt gedachte Verhältnis von Augenblick u Ewigkeit  Glücklicher Weise ist dein Talent-Charakter auf den Ton, d. h. auf den Augenblick angewiesen. Da nun eine Folge von consequenten Augenblicken immer eine Art von Ewigkeit selbst ist, so war dir gegeben, im Vorübergehenden stets beständig zu seyn und also mir sowohl als Hegels G., insofern ich ihn verstehe, völlig genug zu thun GWBB49,266,6 Zelter 11.3.32   GWBAhndungsgeist GWBAllgemeingeist GWBAusbreitungsgeist GWBBardengeist GWBBeobachtungsgeist GWBBerggeist GWBDichtergeist GWBElementargeister End- GWBErdgeist GWBErdengeist GWBErfindungsgeist GWBErhaltungsgeist GWBEroberungsgeist GWBFehdegeist GWBFeuergeist GWBForschungsgeist GWBFrauengeist GWBFreigeist GWBFreiheitsgeist GWBGemeingeist GWBGesellschaftsgeist GWBGottesgeist GWBHandelsgeist GWBHandwerksgeist GWBHarngeist GWBHausgeist GWBHeldengeist GWBHermannsgeist GWBHöllengeist GWBIrrgeist GWBJammergeist GWBKarnevalsgeist GWBKastengeist GWBKatzengeist GWBKaufmannsgeist GWBKerngeist GWBKleinigkeitsgeist GWBKörpergeist GWBKräutergeist GWBKunstgeist GWBKünstlergeist GWBLandgeist GWBLebensgeister GWBLügengeist GWBMalergeist GWBMenschen- GWBMineral- GWBNachahmungs- GWBNacheiferungs- GWBNacht- GWBNational- GWBNatur- GWBOrdnungs- GWBOriginal- GWBPartei- GWBPlagegeist Plaggeist GWBPolter- GWBPrivat- GWBPropheten- GWBPustrichs- GWBQuäl- GWBRate- GWBRepräsentations- GWBRiesen- GWBSalz- GWBSammlungs- GWBSchön- GWBSchöpsen- GWBSchutz- GWBSchwindel- GWBSeher- GWBSekten- GWBSpekulations- GWBSpiel- GWBTages- GWBTaten- GWBTheater- GWBTraum- GWBUn- GWBUnterdrückungs- GWBUnternehmungs- GWBUntersuchungs- GWBVerfolgungs- GWBVerknüpfungs- GWBVernichtungs- GWBWahrsager- GWBWarn- GWBWasser- GWBWein- GWBWelt- GWBWider- GWBWidersprechungs- GWBWiderspruchs- GWBZeichen- GWBZeichner- Zeit(en)- Zwischen- GWBFreigeisterei GWBSchöngeisterei GWBHeiligengeistordenSyn zu A GWBAtem GWBOdem zu A 1 GWBHauch zu B 1 u 2 GWBAuszug GWBEssenz GWBExtrakt zu B 3 GWBDuft zu C GWBDämon GWBErscheinung GWBGespenst GWBWesen zu C 1 b α GWBGenius GWBSchutzgeist zu C 1 c GWBManen GWBSchatten(erscheinung) zu C 1 d α GWBHirngespinst GWBPhantom GWBScheinbild GWBTrugbild zu C 2 d GWBHirngeburt zu C 2 e GWBGedanke GWBIdee GWBVorstellung zu C 2 f GWBGenius GWBSchutzgeist zu C 2 g ε GWBLebensgeister(L-er) zu D GWBEntelechie Monade Monas Natur Wesen zu E 1 u 2 GWBGenie Spiritus zu F GWBKraft zu F 1 GWBLebenskraft zu G Richtung Sinn Tendenz Wesen zu H GWBCharakter GWBGehalt Sinn Wesen zu I 2 GWBdenken(das D.) GWBGedanke(G-en) GWBIntellekt zu I 2 b GWBDenksinn GWBDenkvermögen GWBDenkungsart GWBDenkungsweise GWBDenkweise GWBVernunft GWBVerstand zu I 2 c GWBesprit zu I 2 e GWBErinnerung GWBGedächtnis zu I 3 GWBPhantasie zu I 3 u 4 GWBEinbildungskraft GWBEinbildung GWBImagination GWBVorstellung(skraft -svermögen) zu I 5 GWBGemüt GWBSinn zu I 6 a GWBCharakter GWBDämon GWBWesen(sart) zu I 6 b GWBesprit GWBGenie GWBGenius GWBIngenium GWBTalent zu I 7 GWBdenken(das D.) Einstellung GWBGesinnung GWBSinn zu I 8 GWBMensch GWBKopf 1) Zum Verhältnis dieses Geist-Begriffs zu den unterschiedl magisch-spirituellen Denkweisen des 16. (u 18.) Jh vgl UGaier, G-s Faust-Dichtungen, Bd 1: Urfaust, 1989,284f 2) vgl Hwb des dt Aberglaubens 6,1620 3) vgl DivWb 4) Ged in Abschriften (Original-Hs nicht überliefert) als Wechselgesang zweier Geister angelegt (vgl auch FfA I 1,1030ff), in Anlehnung an Typus des antiken Chorliedes mit Strophe u Gegenstrophe? 5) in Aufnahme des (von Paulus krit akzentuierten)Zungenredens nach 1.Kor 14,2, hier bezogen auf die Sprache des unmittelbaren Gefühls 6) auch interpretierbar im Hinblick auf den im Moment höchster Selbstgewißheit sich gottähnl fühlenden genialischen Menschen 7) nach Luther (wörtl: “Die Sprachen ..”), in ‘An die Ratsherren aller Städte deutsches Landes ..’, 1528 Nikolaus LohseN. L.
151315 Zeichen · 1751 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 9.–12. Jh.
    Altsächsisch
    geistst. M. (a)

    Köbler Anfrk. Wörterbuch

    geist , st. M. (a) nhd. Geist ne. spirit ÜG.: lat. spiritus MNPs Hw.: vgl. as. gêst (1), ahd. geist Q.: MNPs (9. Jh.) I.…

  2. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    geist

    Althochdeutsches Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    geist O 2,22,21 s. gangan.

  3. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    GEISTstm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +7 Parallelbelege

    GEIST ( Gr. 1,665. 2,199. Graff 4, 269 ) stm. geist. — der plural geiste; die geister Frl. FL. 14,30. übliu geister MS. …

  4. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    geistF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    geist , F. Vw.: s. gēst (1)

  5. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Geist

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Geist , des -s, plur. die -er, ein buchstäblich nach dem Lat. Spiritus gebildetes Wort, von welchem es auch seine Be…

  6. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Geist

    Goethe-Wörterbuch

    Geist einmal in B 1 pl -e N6,101,18. Von ca 3500 erfaßten Belegen etwa zwei Drittel iS des menschl Geistes (Pkt I); reic…

  7. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Geist

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Geist , bezeichnet im allgemeinen den Gegensatz zum Körper, näher das übersinnliche, selbstbewußte Etwas in uns, welches…

  8. modern
    Dialekt
    Geist

    Elsässisches Wb. · +8 Parallelbelege

    Geist [Kait O. Str. Ndhsn. ; Kæit K. Z. Han. Betschd. ; Kát Bühl Ndrröd. Saarunion ; Kǽt Wh. ; Pl. –ər] m. 1. Gespen…

  9. Sprichwörter
    Geist

    Wander (Sprichwörter)

    Geist 1. Alle guten Geister loben Gott den Herrn. – Eiselein, 216; Simrock, 3186. Im Morgenlande bestimmt man das näher …

  10. Spezial
    Geistm

    Dt.-Russ. phil. Termini · +1 Parallelbeleg

    Geist , m дух , м

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit geist

941 Bildungen · 817 Erstglied · 116 Zweitglied · 8 Ableitungen

Ableitung von geist

ge- + ist

geist leitet sich vom Lemma ist ab mit Präfix ge-.

geist‑ als Erstglied (30 von 817)

Geist(s)tauff

Idiotikon

Geist(s)tauff Band 12, Spalte 561 Geist(s)tauff 12,561

geistabstumpfend

GWB

geistabstumpfend die g-en Curtage [ in Karlsbad ] B29,275,20 Tomaschek 1.9.18 Josef Mattausch J. M.

geistabwürdigend

DWB

geistabwürdigend , den geist herabwürdigend, geistabwürdigender zwang Schubart bei Campe.

geistader

DWB

geist·ader

geistader , f. arteria, als lebensader ( s. geist 2): arteriae, gaistaudern. Mones anz. 8, 495 (15. jh. ), mhd. geistâder bei Megenberg, nl.…

geistähnlich

DWB

geist·aehnlich

geistähnlich , dem geist ähnlich: als dasz ein stoff entständ' aus tausend myriaden von unbeschaulichen geistähnlichen monaden. Wieland natu…

geistängster

DWB

geist·aengster

geistängster , m. von beichtigern, die in der beichte nur den geist ängstigen: aber wo das geschehe, so würde den seelmordern und geistengst…

gêⁱstakker

MNWB

gêⁱstakker , -acker , gê(i)ste- , m. , auf der Geest liegender Acker.

geistanregend

DWB

geist·anregend

geistanregend , den geist anregend, z. b. unterricht, im gegensatz zu geistlähmend, geisttödtend u. ä.

geistarm

DWB

geist·arm

geistarm , an geist arm, ursprünglich im gegensatz zu solchen, die sich des geistes ( eig. heiligen geistes ) und damit ihren eignen geist r…

Geistarmer

Wander

geist·armer

Geistarmer Einn geystarmen macht eyn yeder zinss reich. – Franck, I, 116 b .

geistaufgeben

DWB

geist·aufgeben

geistaufgeben , n. ' den geist aufgeben ' ( sp. 2627) als subst.: das unsern helden zwei ganze tage quälte, so schrecklich quälte, dasz weni…

geistaufgebend

DWB

geistaufgebend , bei Fischart : der auch also lacht, dasz im der geistaufgebend nestel zersprang. Garg. 156 b ( Sch. 289), dasz er sich todt…

geistbegabt

DWB

geist·begabt

geistbegabt , mit geist begabt ( Campe ): gern reihen wir diesen beiden geistbegabten männern noch den liebenswürdigen Claudius an. Fr. Schl…

geistbeherzt

DWB

geist·beherzt

geistbeherzt , durch geist beherzt (geist als lebenskraft sp. 2667): ein merklicher unterscheid zwischen einem welt- und geistbeherzten mens…

geistberauscht

DWB

geistberauscht , von begeisterung berauscht: da ergreifet Rosadora geistberauschet ihre harfe. Brentano 3, 261 .

geistblitzend

DWB

geistblitzend , von geist blitzend ( vgl. geistsprühend): Schleiermacher fand ich wunderbar verändert .. seine geistblitzenden scharfen züge…

geistbēst

KöblerMnd

geist·bēst

geistbēst , N. Vw.: s. gēstbēst L.: MndHwb 1/2, 91 (gê[i]stbêst)

geistbȫrde

KöblerMnd

geistbȫrde , Sb. Vw.: s. gēstbȫrde

geistchen

DWB

geist·chen

geistchen , n. kleiner geist: morgen bin ich bei euch, und die liebe Meyern hat versprochen mir ihr geistgen zu schicken mich abzuhohlen. Gö…

geistdank

DWB

geist·dank

geistdank , m. geistiger dank oder dank im geiste: sagen sie dem .. Böttiger für das mir gemachte vergnügen meinen geistdank. Gleim in Bötti…

geistdurchdrungen

DWB

geist·durchdrungen

geistdurchdrungen , von geist durchdrungen: dieses kleine wesen ( eine spinne ) war freudedurchdrungen oder geistdurchdrungen, so lang mein …

geist als Zweitglied (30 von 116)

Freigeist

RDWB1

Freigeist m вольнодумец устар. , свободолюбивый, (человек) известный своим свободомыслием, не признающий авторитетов (а не "свободный дух")

Gemeingeist

RDWB1

Gemeingeist m дух коллективизма совет. , солидарность, чувство локтя идиом. , дух сопричастности

Gemeinschaftsgeist

RDWB1

Gemeinschaft·s·geist

Gemeinschaftsgeist m (Lakune) стремление участвовать в общей жизни, дух причастности к общественной жизни, дух коллективизма совет.

Korpgeist

RDWB1

Korpgeist m товарищеский дух устойч. , (мужская) солидарность устойч. , чувство локтя идиом. , соборность книж.

Lebensgeist

RDWB1

Lebensgeist m j-s ~er wieder wecken idiom. - пробудить кого-л. к жизни идиом.

Quälgeist

RDWB1

Quälgeist m (kein Bezug zu "дух") мучитель

Schöngeist

RDWB1

Schöngeist m (kein Bezug zu "дух" и "красивый") любитель искусств, ценитель искусства, эстет

Teamgeist

RDWB1

Teamgeist m чувство локтя идиом. ; чувство товарищества идиом. , совет. ; коллективизм совет. ; умение жить в коллективе; умение работать в …

Alaungeist

Adelung

alaun·geist

Der Alaungeist , des -es, plur. inus. in der Chymie, ein aus dem Alaune destillirter Vitriolgeist.

armehilligegêⁱst

MNWB

armehilligegêⁱst , armehillegê(i)st , n. , Spital (z. hlg. Geist).

Bleygeist

Adelung

bley·geist

Der Bleygeist , des -es, plur. inus. ein brennender Liquor von herben Geschmacke, welchen man erhält, wenn man Bleysalz in einer Retorte des…

Bū(w)geist

Idiotikon

Bū(w)geist Band 2, Spalte 489 Bū(w)geist 2,489

Carmelīter-Geist

Adelung

carmelit·er·geist

Der Carmelīter-Geist , des -es, plur. inus. in den Apotheken, ein zusammen gesetztes Melissenwasser, welches aus Melissen, Citronenschalen, …

eifergeist

DWB

eifer·geist

eifergeist , m. zelus: und der eivergeist enzündet in. 4 Mos. 5, 14 . 30.

Êssiggeist

Adelung

essig·geist

Der Êssiggeist , des -es, plur. inus. in der Chymie, die durch die Destillation erhaltene geistige Säure des Essiges; destillirter Essig.

feldgeist

DWB

feld·geist

feldgeist , m. daemon campestris: Zihim werden sich da lagern und ire heuser vol Ohim sein und strauszen werden da wonen und feldgeister wer…

flattergeist

DWB

flatter·geist

flattergeist , m. homo vagus, levis: ich hasse die fladdergeister ( var. weblinge) und liebe dein gesetze ( vulg. iniquos odio habui, LXX πα…

fluobargeist

AWB

fluobargeist st. m. ; ae. fróforgást. — Graff IV, 270 s. v. geist. fluobar-geist: nom. sg. T 171,1. Beistand, Helfer, Tröster, Paraklet, Bez…

Freygeist

Adelung

frey·geist

Der Freygeist , des -es, plur. die -er, ein freyer Geist, eine Person, welche frey, d. i. ohne Vorurtheile, denkt und handelt. Am häufigsten…

Ableitungen von geist (8 von 8)

begeisten

DWB

begeisten , inspirare, divino spiritu afflare: durch eigne, lebhafte kraft begeistet werden. Lohenst. Arm. 1, 1116 ; laszt euch einen gott h…

entgeisten

DWB

entgeisten , spiritu privare, gegentheil von geisten ( mhd. wb. 1, 497 a ) spiritu implere: dar umbe hât got sîn nâturlich bilde, sînen sun,…

ergeisten

Lexer

er-geisten swv. mit geist erfüllen, begeistern. got in irgeiste mit sô gnâdinrîchir vlût Jer. 147 d .

geiste

DWB

geiste , f. handvoll, s. gäuste, gaufe .

ungeist

DWB

ungeist , m. , gegenstück zu geist. als neubildung bei Campe und danach in den wbb. des 19 . jhs.; nicht von Göthe ( s. unten die stellen au…

ungeistlich

DWB

ungeistlich , adj. adv. , gth. von geistlich; mhd. ungeistlich; mnl. ongeestelijc. vgl. ungeistig, aber-, übergeistlich; mhd. nihtgeistlîche…

urgeist

DWB

urgeist , m. , erst im letzten viertel des 18. jhs. auftretend, noch von Adelung der gemeinspr. abgesprochen (' ein nur bey den mystikern un…

vergeisten

DWB

vergeisten , verb. die zusammensetzung hat dieselben bedeutungen wie das einfache zeitwort ( theil 4, 1 2 , 2743), jedoch intensiver. 1 1) z…