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grosz

nhd. bis Lex. · 2 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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3 in 2 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

grosz adj.

Bd. 9, Sp. 457
grosz, adj. herkunft und form. das adj. ist rein westgerm.: ahd. grôz, crôz, asächs. grôt, mnl. groot, afries. grât, ags. grêat. die vorform germ. *grauta- ist mit hoher wahrscheinlichkeit etymologisch zu germ. greuta-, ahd. grioz zu stellen; derselbe vocal in anord. grautr brei, vgl. Holthausen anz. f. d. alt. 20, 234; grundbedeutung also 'grobkörnig'; auf sie führt die bedeutungsgeschichte des ags. wortes: grêat urspr. von hagel und salz, erst seit dem 12. jh. in allgemeinerem gebrauch, s. Kluge dtsche sprachgesch. 194; auf sie führt auch die entwicklungsgeschichte des deutschen adj., nur dasz das tempo der entwicklung hier schneller war als im ags. die schriftsprachliche form ist sehr fest: im älteren nhd. vereinzelt grusz geschrieben: grusz wustinunge Diefenbach 225b s. v. Pharan; vgl. mit .. grovssem flysse N. v. Wyle translat. 10, 6 Keller; etwas öfter mit einem unechten umlaut: grosz, groesz vastus Diefenbach 607c; aus grössem zorn Luther 18, 231 W.; ein grössen teil Zwingli v. freiheit d. sp. 7 ndr.; im superlativ wird die form gröszeste noch ende des 18. jhs. von grammatikern gefordert oder zugelassen, vgl. Voigtel wb. 2, 135a; H. Braun wb. 126b; sie wird noch spät im 19. jh. gelegentlich geschrieben: es wäre der gröszeste fehler Bismarck ged. u. erinn. 1, 123 volksausg. bedeutung und gebrauch. nach dem obigen etymologischen ansatz wird es begreiflich scheinen, wenn grosz in bedeutung und verwendung starke berührungen mit grob aufweist, nur dasz bei diesem adj. der maszbegriff nur partielle bedeutung gewann, während er das adj. grosz von anfang an in der ganzen breite seines gebrauchs beherrscht, ohne dasz noch vorstufen der quantitativen bedeutung erkennbar wären, wie etwa bei klein. dies adj. stellt in den allermeisten fällen den gegensatz zu grosz dar, wie denn nach Hildebrands treffender bemerkung (th. 5, 1090) beide adjectiva sich an einander entwickelt haben; auch die ablösung von michel durch grosz hängt mit der von lützel durch klein innerlich zusammen; sie ist ende des 15. jhs., abgesehen vom alem., ziemlich abgeschlossen gewesen; bald danach, im 16. jh., steht grosz auf der höhe seiner ausdehnung, um in den folgenden jahrhunderten wieder an boden zu verlieren; s. u. A; B 1 a β. 1 c α. 2. 3. 4 b; D 1 b. c. d; F 1 c δ. II. adjectivisch. I@AA. vorstufen der hauptbedeutung. I@A@11) das genetisch älteste steckt in der bedeutung 'grobkörnig' (vgl.grob B 1 a): grosz kleyen farrago Diefenbach 226a; grosz melb Tengler laiensp. (1544) 22a; gros oder grob sand arena crassior Bas. Faber thes. 705a; dorsum ein kleiner bühel, von griess oder grossem sand gesammlet Frisius nach Staub - Tobler 2, 801; entsprechend grob D 1 auch von flüssigkeiten als 'dicktheilig': 4 tonnen grosis öls Marienb. tresslerbuch 127, 6 Joachim (gegensatz: 2 tonnen kleynis ölis); diu milch swarzer schâf ist pezzer und grœzer wan an den weizen Konr. v. Megenberg buch d. natur 155, 16; entsprechend grob D 2 auch von der luft: pingues aurae grosser oder dicker lufft Frisius dict. 143b. I@A@22) aus 1 läszt sich die bedeutung 'dick' herleiten; vgl. wieder die parallele von grob (s. d. B 1 b), die in einzelnem bis in die neuere ma. zu verfolgen ist: grosz hören stark taub sein J. S. Vater proben dtsch. volksmaa. 43 (aus Unterkärnten); vgl. Schmeller 1, 1013, wie grob hören sp. 402; vgl. groszhörig. I@A@2@aa) im mhd. die vorherrschende bedeutung, die noch in älteren nhd. glossaren kräftig hervortritt: crassus dick, grosz, mastig, feiszt Frisius dict. 340b; praecrassus gar dick und grosz Calepin xi ling. 1127a; so ist abir der grozzistundir in (den fingern) der nutzzist, ich meine den dovme Milst. genesis 5, 29; später wird der gröszte finger zum längsten, mittelfinger, s. u. B 1 f; wand er (der fisch) was lanc unde grôz Hartm. v. Aue Greg. 3285; diu sper wâren kurz unt grôz 2123; vgl. ein armgrôzez sper unter dick anfang, th. 2, 1073; daz niht der vaden würde grôz Konr. v. Würzburg troj. 15 875, und entsprechend von einem grobfädigen gewand: ir hemde was ein sactuoch gezerret, swarz unde grôz Iw. 4929 (vgl.grob C 2 b); von ayner grossen oder dicken saytten bezogen Virdung musica getutscht J 3b; wen wier die grossen strik oder sunst seil machten Platter 53 Boos; ein grosz seil una corda grossa Kramer teutsch - ital. 1, 568b; er thut so gwaltiglichen liegen, das sich die grossen balcken biegen Eyering proverb. 2, 57; wenne daz ai volprâht ist, sô kümt daz grœzer tail ê ze land 'das dickere ende' Konr. v. Megenberg buch d. natur 195, 13; vgl.thue es (das ei) am grossen ort auff Gäbelkover arzneib. 1, 298; gravigena .. der grosz wangen hat Diefenbach 269b; bliesz die backen so grosz auf, dasz Weise erznarren 118 ndr.; mammosus mit grossen dutten oder brüsten Calepin xi ling. 861b; namentlich vom dicken bauch: corpulentus leibächtig, grosz von leib 339b; sô daz wîp ze grôz wirt zwei dtsche arzneibücher 24, 27 Pfeiffer; das der saw der pauch nit zu gross wurd Luther 7, 271 W.; so bis in die neuere ma.: groszer leib kommt net von kleinen linsen Fischer schwäb. 3, 855; feste verbindungen: herr apt, ir sind gar gross und feiss N. Manuel 4 Bächt.; darumb das dye seel davon .. gros und feth wirt Luther 2, 111 W.; von geschwollenen gliedern: (ein bruder) der eyne zuswollene grose hand hatte Marienb. tresslerb. 105, 9 Joachim; ganz stereotyp in fällen wie: der schlangen bald in zorens qual zur rach ir halsz grosz auffgeschwal H. Sachs 9, 164 K.; (sie) funden den könig an einem bett ligen, grosz geschwollen und ohnmächtig buch der liebe (1587) 267d; entsprechend schon ahd. crozza tumidas (papillas) Graff 4, 336. I@A@2@bb) so in mannigfachen wendungen bis in die neueste zeit von schwangeren (vgl.grob B 1 b): wen si was groz alse ze keminaten solte gan Lucidar. 45, 12 Heidlauf; da war die Feronica so gross, daz der hertzog mainet, es möcht ir ein schad widerfaren Schumann nachtbüchl. 162 Bolte; vgl. unde machte sich grosz mit cleidern unde sprach, sie truge eyn kynt J. Rothe thür. chron. 67 Lil.; die gyngk grosz unde was nahe das sie geligen sulde 200; so noch heute: grōsz gēn schwanger gehn Schmeller 1, 1013; adverbiell: ein wolf ze einer liwen sprach, dô er si grôze tragen sach Boner 28, 2; ebenfalls bis heute: ti khuu trεict krous Lenz Handschuhsh. dial. 29b; gross trägend trächtig Staub-Tobler 2, 803; mein liebe hausfraw Elisabet was grosze ains kinds städtechron. 5, 137; die künigin .., die gros kindes ging 8, 444; sein hawsfraw gieng auch grosz mit aim kind quellen z. gesch. d. bauernkriegs 2, 361 Baumann; grosz mit fleisch gravida Diefenbach 269b; die mit eim kind gadt oder grosz zum kind ist Frisius dict. 1040a; vgl. wo-n-i zum eltesten bueb bin grosses g'sīn Staub-Tobler 2, 803; do er (Joseph) kam und die maget (Maria) sach gross an dem lip gedicht v. Johannes d. täufer 1149 Adrian; dasz Sara grosses leibs worden Abraham a St. Clara etwas f. alle 2, 20; Ciboria, als sie grosz leibs gangen mit dem Juda Judas 1, 1; zum compositum verschmolzen: werend sie mit Henrico groszleibs war F. A. v. Brandis d. tirol. adlers ehrenkräntzel 101; nicht selten tautologisch: das sich die jungkfraw on ir wissen grosz und schwanger fand Arigo decam. (1535) 120b; unangesähen dasz sie grosz und schwanger war Stumpf Schwytzerchron. 219a; diese formel steht deutlich in beziehungen zu der ebenfalls gerade im alem. häufigen wendung grosz schwanger, in der sonach das adv. von haus aus ganz concret als 'dick', nicht rein steigernd als 'sehr' (s. u.D 3 a) zu verstehen sein wird: (sie) do eyns kindes grosz schwanger was Arigo decam. 602 lit. ver.; het er sein weib grosz schwanger hinder im gelassen Wickram 2, 172 lit. ver.; doch zuweilen auch deutlich als steigerung, wie hochschwanger, empfunden: mit sehr und gross schwangerem leyb H. Sachs 2, 12 K.; weitere belege unter schwanger 1 f, th. 9, 2234; vgl. auch grob schwanger unter grob B 2 a. I@BB. hauptbedeutung: grosz als maszbegriff, zur bezeichnung von ausdehnung und menge. I@B@11) in anwendung auf ein concretes ausgedehntes. I@B@1@aa) die vorausliegende bedeutung 'dick' führt zunächst natürlich zu einem masz für körperliche dinge (vgl. die analoge entwicklung von grob, B 1 c); thatsächlich ist der begriff des raummaszes als der eigentliche und ursprüngliche des adj. deutlich wahrzunehmen und als solcher noch heute spürbar: ein groszer baum ist nicht, wie Adelung will, ein hoher, sondern einer, der mit der höhe eine umfängliche krone verbindet; vgl. dero palmon, diu der nidana smal unte rûch ist unte ab obana grôz unte scône ist Williram 121, 6; mit eyme grosen barte Marienb. tresslerb. 253, 29 Joachim läszt noch heute mehr an einen starken als an einen langen denken u. s. f.; erst auf dieser stufe tritt der gegensatz zu klein in seine vollen rechte, mag es sich um eine relative maszangabe handeln, so dasz ein anderes ding gleicher gattung als vergleichsobject vorschwebt, oder um eine absolute, wo ein vergleichsobject anderer gattung zu suchen ist; dieser fall der seltenere, etwa: unmet grot (vom olbundeo gesagt) Hel. 3299; der grosse walfisch Luther 10, 1, 1, 624 W. I@B@1@a@aα) so, als masz räumlich ausgedehnter dinge, in unendlich mannigfaltigem gebrauch, von lebendem und totem, z. b. einen eber grôzen Nib. 881, 1; prägnant: praesepe ein stall für die grossen thier, viechstall Calepin xi ling. 1140a; blöcken .. wird meistentheils dem grossen viehe zugeschrieben Gueintz rechtschreib. 42; sprichwörtlich (mit anspielung auf die bedeutung F 1 c): grosser vogel grosz nest schöne weise klugreden (1548) 43b; die grosse fisch seynd der geringen todt Lehmann florileg. polit. 1, 334; thie groto sten Hel. 5804; bildlich: ist mir ein groszer stein vom herzen Göthe IV 1, 197 W.; die grossen schollen mit dem karst zerschlahen Frisius dict. 156a; ein grosser dreckpatz Luther 34, 1, 84 W.; das gröste stück gilt Friedr. Wilhelm sprichwörterreg. s 2b; bildlich: ich habe immer grosze stücke auf ihn gehalten Eichendorf 3, 104; auch wann du iszt, schneid grosse schnitten Scheit Grob. 3293 ndr.; so auch adverbial 'umfänglicher, dicker': daz si der fürsten brâten snîden grœzer baz dan ê Walth. v. d. Vogelweide 17, 15; ein grosse garben stro H. Sachs 1, 63 K.; grosz fleischächtige kriesen Frisius dict. 210b; bildlich: ein hochfahrender schlingel, der grosze rosinen im sack hat Fontane I 6, 26; dem in groszen schweiszperlen vor ihr stehenden I 5, 134; adverbial: fällt der schnee grosz, breit 'in dicken flocken' W. Körte sprichwörter 543; so bis herauf zu den gröszten körpern: Saturn ist grosz, dem auge fern und klein Göthe 15, 17 W.; die gröszeren erden Klopstock oden 1, 134 M.-P.; desgleichen von künstlich erzeugten gegenständen: groszer hamer marcus Diefenbach 349a; en groet mes 203a s. v. ensarius; grose laterne Marienb. tresslerb. 21, 30 Joachim; wie grobes geschütz, stück (s.grob B 1 d) auch: drei püchsenmeister mit dem grossen werck städtechron. 2, 276; sampt dem grossen geschütz Fronsperger kriegsb. 1, 44a; anstatt der groszen stücke Voigtländer oden u. lieder 36, 6; ein grosses schiff Arigo decam. 74, 12 lit. ver. und so schon Nib. s. 240 Z.; bey grossen öfen ist sich gut wermen Eyering proverb. 1, 179 mit anspielung auf die bedeutung F 1 c; das her dy rothen buchstaben hat gemachet in den grosen brefir Marienb. tresslerb. 97, 16 Joachim; ob grosz und vil bucher machen kunst sey Luther 6, 203 W.; ein groszes dickes historienbuch Caroline 1, 32 Waitz. einiges bedarf besonderer hervorhebung: I@B@1@a@bβ) seit alters vom menschlichen körper und gewissen theilen desselben; doch hat in manchen fällen jüngere sprache andere adjectiva eintreten lassen: humerosus das grosse und breite achsel hat Calepin xi ling. 661b; pectorosus das ein grosse und starcke brust hat 1039b; zwâre ime was sîn houbet grœzer danne eim ûre Iw. 431; bildlich: wer für sich schwülstig ist, dem soll man den kopf nicht grösser machen Lehmann florileg. polit. 1, 464; darumb blybt er ein grobian, das heiszt zuo guottem tütsch ein losz, und blybendt im syn oren grosz Murner narrenbeschw. 41 ndr.; als zeichen scharfen gehörs: auritus der grosse oren hat, oder ein guot gehör Frisius dict. 145b; deshalb: richter sollen grosse ohren und kleine hende haben Petri d. Teutschen weiszheit 2, R r 4b; groszer fusz in jüngerer zeit vielfach bildlich: ein .. jüngling, der in Italien in einem alten schlosse auf groszem fusz gelebt hat Eichendorf 3, 91; genaueres unter fusz I A 5 a, th. 4, 1, 1, 970; auch grosze hand erscheint in eigenartig übertragenem gebrauch: er hat eine grosze hand beim könig Fischer schwäb. 3, 855, wie sonst von der langen hand eines mächtigen die rede ist, s. th. 4, 2, 329 unten; vgl. ihr seit von redlichkeyt, von grosser streitbarer hande Fischart geschichtklitt. 54 ndr.; mit etwas anderer färbung (vgl. unten ζ): gutturosi die grosse auffgeblasene kälen haben Calepin xi ling. 632b; dann sie hond weite grosse kehlen Scheit Grob. 3305 ndr.; Daniel .. deutet desselbigen (ungeheuers) grosses maul Luther 30, 2, 169 W.; heute gern bildlich (vgl.F 1 g, 2 b): in dem heldenthume .., das im volk 'das grosze maul' genannt wird Gutzkow werke 1, 143; weiteres unter maul 7 a, th. 6, 1789; auch elliptisch: die grosze (erg. gusche, klappe) haben, hegen viel reden, prahlerisch, vorlaut sein Müller - Fraureuth 1, 444a; mit anderer syntaktischer formulierung: grôz was er zen brusten Nib. 1672, 2; lacertosus grosz oder starck von armen Calepin xi ling. 786a; superciliosus grosz von augbrawen, in einem anderen glossar: hoverdich vel grois van wymbrauwen Diefenbach 566c; vom ganzen menschen: sîn junger lîp wart beide michel unde grôz Walth. v. d. Vogelweide 27, 5, d. h. lang und stark; im selben sinne grôz gebûre starker bauer Hartm. v. Aue Greg. 2791; doch auch mhd. schon häufiger mit der bedeutung körperlicher länge, siehe unten c β. I@B@1@a@gγ) genauerer betrachtung bedürfen: oculi eminentes grosse augen nomencl. lat. germ. (Hamb. 1634) 191; die zierrath ihrer grossen augen Ziegler asiat. Banise 81; oft mit besonderer note: das kind, das die groszen, verschlafenen augen gegen die ... frühlingssonne aufrisz Storm 1, 48; der alte mann sah mit groszen, theilnehmenden augen zu ihr herüber 1, 209; ich fühlte, wie mir die augen grosz wurden von innerer ergriffenheit 1, 130; namentlich als ausdruck der verwunderung: der jud ... machte demnach grosse augen Happel akad. roman 258; das grosze auge des jungen verrieth, dasz er den älteren nicht verstand Alexis Roland 1, 31; doch auch der bestürzung: der hof macht grosze augen wegen der Türcken zurüstungen la corte stà adombrata Castelli ital.-teutsch 1, 18a; des zornes: und er sieht denjenigen mit groszen augen an, welcher das geringste darwider versieht J. E. Schlegel 5, 181; der begier: die augen seynd immer grösser dann der bauch Lehmann florileg. polit. 1, 63; junge variante: man hätte ein gar grosz gesicht gemacht, wär es ihm im ernst beikommen Alexis Roland 1, 108; älter und häufiger: speyet darumb solchem mohren ein groszen blick in sein angesicht und sagte mit zorn und ungedult Kirchhof wendunm. 2, 254 lit. ver.; der alte warf grosze und grimmige blicke nach der tür Sohnrey im grünen klee 209; ein groszer, verwundernder blick flog auf ihn Stifter 1, 26 Sauer; sehr gern mit dem (elliptisch zu verstehenden) adv., und zwar wieder mit stark schwankender bedeutung: ich sah ihn grosz an, wuszte mich aber seiner nicht zu erinnern Eichendorf 3, 37; zornig: Leonore (sieht ihn grosz an) Schiller 3, 47 G.; Rose — starrt Flamm grosz und entsetzt an G. Hauptmann Rose Bernd (1904) 125; sie sah mich einen moment grosz an, als ob sie über eine wahrhaftige antwort nachdenke L. v. François Reckenburg. (1904) 304; o! und sie im frommen silberhaare, .. die so grosz zurückblickt auf so viele schöne jahre Hölderlin 1, 41 Litzm. I@B@1@a@dδ) ein ähnliches schwanken zeigt die alte wendung das herz ist (wird) grosz, wo sie dem ausdruck von empfindungen dienen soll; die bedeutung des adj. vergleicht sich hier mit A 2 a schlusz 'geschwollen'; vgl. die parallele wendung das herz schwillt th. 9, 2498; zumeist als ausdruck des muthes, der tapferkeit: mîn herze ist grôz unt wart nie swach, daz ez getorste ernenden alsolhe swære minnes. 1, 81a v. d. Hagen; das wort soll mir mein hertz gros machen, ja grosser denn himel und erde Luther 32, 336 W.; klein leut, grosse hertzen Seb. Franck sprichw. 1, 121b; des zornes: Rengnold verstuond die ungeschickten reden wol, so man über inn sagt; darumm er das hertz so grosz hatt das Haimonskinder 84, 32 Bachmann; der rührung: do sy Ruolland gsach, do ward im daz hertz so grosz, das er nut reden mocht Morgant 202, 24 Bachmann; in welcher rede ihm das wasser in die augen schoss und das herz fast gross ward Staub - Tobler 2, 805 aus Vadian; der freude: Ruolland hat das hertz so grosz, darumm daz inn Rengnold gfelt hat Haimonskinder 155, 29 Bachmann; vgl. noch spät: ihm wird das herz in freuden grosz wohl ob dem lieben kränzel E. M. Arndt 5, 13 R.-M.; nicht selten auch als ausdruck der betrübnis: einem das herz grosz machen in sollicitudinem adducere Staub-Tobler 2, 805 (quelle v. 1683); belege unter herz I 4, b, th. 4, 2, 1212 f.; variiert: mach mir itzt den kopf nicht so grosz Staub-Tobler a. a. o.; die wordt syndt ausz grossem, tiffem herczen gegangen 'schwerem' Luther 34, 1, 191 W.; jünger: sein herz wurde grosz bis zur andacht Jean Paul sämtl. w. 7 (1826) 165, wo freilich die bedeutung F 1 f schon stark mitklingt; auf anderer linie liegt ein groszes (edles) herz, s. u.F 1 e α. I@B@1@a@eε) auch bei gewässern in einem gebrauch, der dem von δ entspricht: umb des (sturmes) willen sich daz mere ser betrübet und grosse ward 'schwoll an' Arigo decam. 75 lit. ver.; ward die Limagd so gross, dass si zu Zürich über beid brucken gieng Tschudi chron. helvet. 1, 369a; grosse wasser, grosse kriege inundationes sequuntur magna bella Pistorius thes. paröm. 459; das wasser war grosz heute früh und das floszholz hätte fast die brücke weggerissen Göthe IV 4, 209 W.; einen anderen gebrauch s. u. b α. I@B@1@a@zζ) eine besondere farbe gewinnt die bedeutung öfter neben gewissen begriffen, bei denen das adj. nicht so sehr das masz des concreten dinges als vielmehr das volumen seines raumgehalts bestimmen soll: grosse gläser aussauffen Kramer teutsch-ital. 2, 433c; auch elliptisch: es grosses most ein groszes glas most Staub - Tobler 2, 805; einen groszen korb voll schmutziger wäsche Gerstenberg schlesw. litbr. 145 lit. denkm.; man machet grosse gruben Arigo decam. 7 lit. ver.; und her wîset ûch ein grôz mûshûs bestrowit Beheim evang. buch, Marc. 14, 15; die gewölbte flurhalle, grosz und geräumig, trotz der eichenschränke Fontane I 1, 26; was unten der hausraum zu grosz war O. Ludwig 2, 306; ähnlich auch: das kleid ist ihm zu grosz vestis illi enormis est Steinbach 1, 646. I@B@1@bb) deutlich eine jüngere stufe der bedeutungsentwicklung stellt die heute sehr lebendige anwendung auf flächen dar; erst seit dem nhd. in schwang: amplus weit, breit, grosz Calepin xi ling. 82a; gros und weit amplus Henisch 1750; ältere sprache hat breit oder wît. I@B@1@b@aα) von landflächen: ein grosser anger vel burcz garten viridarium Diefenbach nov. gloss. 383a; ein groszer garten Steffens was ich erlebte 1, 53; ein groszer platz magnus locus Steinbach 1, 646; durch diese grosse wüsten 5. Mos. 2, 7; die selbig kilch ... suocht nit ... grosz land und lüt under sich ze drucken Zwingli dtsche schr. 1, 140; so schien auch dir dein land schon in noch früher jugend, wie grosz es war, zu eng v. König ged. 3; ein weiser thätiger könig eines groszen groszen reiches Lessing 13, 93 M.; aber in der landschafft desz grossen Teutschlands, welche Westfahlen genandt Bech Agricolas bergwerck buch 218; als die welt wirtschaftlich immer gröszer wurde Riehl dtsche arbeit 42; ähnlich von wasserflächen: kamen an ein grosz tief wasser Pauli schimpf u. ernst 70 lit. ver.; procella ein sturmwind, sonderlich auff grossen wassern Calepin xi ling. 1158a; kein gröszer wasser als die Thur (hatte ich bisher gesehen) U. Bräker schr. 1, 94; den gröszten busen des oceans Mommsen m. gesch.4 1, 3; besonders (und hier wenigstens manchmal gefärbt nach F 2 a β): der fisch unzählich heerde im grossen, wilden meer P. Gerhardt bei Fischer-Tümpel 3, 352a; diese wendung auch appellativ, s. u. f; auch mannigfach sonst: ein grosz lynin tuoch Zwingli v. freiheit d. speisen 5 ndr.; in groszen ölgemälden Kerner bilderb. 1; das grosze kupfer nach Gérard Göthe IV 42, 6 W.; da mein .. briefpapier unerträglich durchschlägt, so will ich mich einmal in gröszerem format vernehmen lassen IV 41, 142; grosze löcher in den strümpfen Moltke schr. u. denkw. 1, 128; ähnlich: rara retia die grosz mäschen habend Frisius dict. 1156b; dann auch geradezu die grossen jägergarn ib.; zu letzt müssen sie (die bundesgenossen) sehen, dasz ... sie in die grosze garn zu bringen angestellt gewesen Lehmann florileg. polit. 1, 129; ein groszes licht, das den tag regiere 1. Mos. 1, 16; bis heute gern übertragen (mit färbung der bedeutung nach F 1 d): sint ... für gröste lichter der kunst gehalten worden N. v. Wyle translat. 18 lit. ver.; genaueres unter licht II 17, th. 6, 876 f.; zuweilen der bedeutung 'breit' nahekommend: es war aber ein grosser bach, der lewe holet aus, sprang uberhin Luther 26, 549 W.; und geh allzeit den grösten weg, zur tugent geht ein schmaler steg Scheit Grob. 1352 ndr. I@B@1@b@bβ) abgesondert sei die mannigfache anwendung auf buchstaben, schrift u. ä.: grosz geschrift im wechsel mit grof scrift Diefenbach 205b s. v. epitaphium; bildlich: (das buch) darynn ich doch .. mit grossen buchstaben habe verzeichent, wozu ich antwort begerd d. h. 'aufs deutlichste' Luther 26, 261 W.; das wort nachahmung mag klein oder grosz gedruckt werden 'fett' Dusch verm. krit. u. satyr. schr. a 4b; anders: mit der groszen und etwas unleserlichen handschrift Carls V. Ranke sämtl. werke2 3, viii; miniatus liber da die grossen buchstaben mit rotther dinthen geferbt seindt Er. Alberus dict. 19b; zum unterschiede eines grossen I Gueintz rechtschreib. 14; wan er .. wol gar das grose D. zuwegen bringt den doctortitel Rompler v. Löwenhalt erstes gebüsch vorr. 8a; adverbial: grot, grof scriven ingrossare Diefenbach 298c; heute anders: mit groszem anfangsbuchstaben schreiben; ist .. ain unversigloter brieffbogen, grosz überschriben, ... gefunden worden städtechron. 23, 354; redensart: groot anschreven wesen bi enem, groot an't bred wesen gut angeschrieben sein, brem.-nieders. wb. 2, 549; sie stehen bei dem manne grosz angeschrieben G. Hauptmann biberpelz (1893) 75. I@B@1@cc) zur bezeichnung linearer ausdehnung: procerus hoch, lang und grosz Calepin xi ling. 1158a; dieser gebrauch erscheint auch im ahd. und mhd. schon; doch ist vielfach fühlbar, wie sich der vorstellung der längenausdehnung die ältere des räumlichen umfanges beimengt. I@B@1@c@aα) stangûn grôza Otfr. IV 16, 21, d. i. eine lange und zugleich starke stange; genau so noch heute: frau Dörr strickte mit groszen holznadeln an einer .. wolljacke Fontane I 5, 135; mit einem grossen stecken Arigo decam. 259 lit. ver.; deshalb in älterer sprache gern von bergen, wo heute hoch gebräuchlich ist: eyn grosz berch Diefenbach 226b s. v. Pharus; grosse berge Jes. 30, 25; bildlich: sie bilden sich .. rechte grosze berge von sich selbst ein Gottsched dtsche schaub. 1, 325; adverbial: weil unser land bürgig und grosz uber die erden erhoben Guarinonius greuel d. verwüst. 765; überhaupt ist dies grosz heute in mancherlei wendungen durch andere adjectiva ersetzt: das wetter schlegt nur in grosse thürn schöne weise klugreden 151b; (der strudel) thät gros wällen da auftreiben Fischart glückh. schiff v. 534 ndr.; nur mundartlich noch: 's grosz holz hoher waldbestand Staub-Tobler 2, 804; die schatten werden gros Jer. 6, 4; wann der schatten am grösten ist, so geht die sonn bald unter Lehmann florileg. polit. 1, 175. I@B@1@c@bβ) so sehr häufig von körperlicher grösze: der grôze rise Iw. 4915 und oft im mhd.; friss du grosser riesse Luther 7, 678 W.; der (sâme) macht ainen grôzen menschen über gemain läut übernormalgrosz Konr. von Megenberg buch d. natur 487; dasz übermäszig groszen individuen etwas an geist abgehe Göthe II 8, 41 W.; die ehemahlige grosze garde in Potzdam Adelung; bis in die neueste zeit gern in paarungen, die ein nachklingen der ursprünglicheren bedeutung des adj. spüren lassen: grosz und statlich bist du von ansehn J. H. Voss Odyssee 41 Bern.; eine heerde buben ..., alle grosz und stark, wie die jungen esel maler Müller 1, 140; aber auch: grosz und hager Kortum Jobsiade 1, 7; grosz und schlank Fontane I 5, 149; so hätte man im mhd. kaum schon sagen können; mit gen.: diz was ein man êrlich gestalt, des lîbes grôz und darzû alt pass. K. 42, 60; ode ich entsitze ein getwerc harter dan iuwern grôzen lîp (von einem riesen) Iw. 5011; auch dies bis ins nhd.: warumb hastu diesem ein grossen leib geben und mir einen klein? Luther 19, 497 W. I@B@1@c@gγ) aus β flieszen verschiedene formen abgeleiteten, z. th. ins uneigentliche übergehenden gebrauches; grosz heiszt 'erwachsen': sô habe ich eine grôze tochter di ist blint myst. 1, 90 Pf.; schämend üch, dass ein kind me kan denn ir all, gross, gstanden man! N. Manuel 191 Bächt.; wenn zuweilen kinder oder auch grosze erwachsene leute hinfällig .. sind J. G. Schmidt rockenphilos. 1, 7; von kindern 'herangewachsen, nicht mehr in den ersten jahren stehend': grosse kinder werden schwärlich zuoentwänen sein Fischart groszm. 4 ndr.; grosse kinder, grosse sorge Lehmann florileg. polit. 1, 191; daher auch: gross schul die oberklasse einer zweiklassigen schule Follmann 218a; Müller-Fraureuth 1, 444a; dû bist dem besmen leider alze grôz, den swerten alze kleine Walth. v. d. Vogelweide 101, 25; sy wär vor sechs jaren grosz genuog gewesen zum heirathen Fortunatus 55 ndr.; neuerdings öfter spielend: im nu drängten sich über 20 männer und weiber ... um uns herum, und ich hatte mühe, die groszen kinder zu befriedigen Hassert reise d. Montenegro 36; von mehreren kindern ist das gröszere das ältere (selbst wenn es an körperlicher grösze hinter dem jüngeren zurücksteht); schon in älterer sprache durchaus gewöhnlich: da Isaac alt war worden, .. rief er Esau seinem grössern son 1. Mos. 27, 1; und hub am grössesten an bis auff den jüngsten 44, 12; etliche kinder .., under den das groste pey acht jaren alt was Arigo decam. 137 lit. ver.; ebenso in heutiger umgangssprache: der grosze bruder, die grosze schwester die älteren Albrecht Leipz. 126a und sonst; mit gen.: daz er der jâre wær sô grôz, daz er wær von reht dem pistuom wol genôz Lohengr. 3228; vgl. da er nun zu gröszern jahren gekommen, ward er aus der deutschen schule genommen Kortum Jobsiade 1, 22; grosz werden kann eigentlich verstanden werden: 'wie grosz du geworden bist', sagte er Storm 1, 18; häufiger im sinne 'heranwachsen': auff der mutter schosz werden die kinder grosz Lehmann florileg. polit. 1, 190; wenn sie grosz würden, so würde sich der verstand schon finden Chr. Reuter ehrl. frau zu Plissine 29 ndr.; nicht nur von menschen: dann lassen sie die stämme wachsen und grosz werden Göthe 24, 4 W.; freiheit ists, worin alles gute gedeihet und grosz wird Kretschmann 1, 18; gelegentlich auch: so wuchs ich grosz 1, 51; mit präpositionen: dasz ich mit den pochjungen grosz geworden bin Göthe 24, 53 W.; sie war in bürokratischen und hofkreisen grosz geworden Bismarck ged. u. erinn. 1, 33 volksausg.; die verhältnisse, unter welchen ich grosz wurde Steffens was ich erlebte 1, 170; ähnlich grosz ziehen 'aufziehen': ihr habt mich wie einen bauren grosz gezogen Shakespeare 4, 159; (ein schäfer, der) lämmer grosz zog Tieck schr. 4, 338; die gurken, melonen und kürbisse weisz mein gärtner ebenfalls grosz zu ziehen d. Leipziger avanturieur 2, 165; Ursus .. wurde von einer bärin grosz gemacht Tieck schr. 1, 148, dies eine nd. formel: hê hed mî grôt mâkd aufgezogen Doornkaat-Koolman 1, 697a; dasz ihn die mutter mit eigener milch grosz säugte Wackenroder herzenserg. 204, auch dies häufiger. I@B@1@c@dδ) 'lang, weit' als abstractes entfernungsmasz: du hast einen grossen weg fur dir 1.n. 19, 7; grosze tagreisen grosse giornate Kramer teutsch.-ital. 1, 568b; ein pferd, so .. ein grosse reisz gethan Lehmann florileg. polit. 1, 86; proferre passus proceros weyt oder grosse schritt thuon Frisius dict. 955b; leicht und kurtz angekleidet gieng sie mit groszen schritten Ramler einleit. in die schön. wissensch. 1, 293; übertragen: da haben sie schon einen groszen schritt aus der welt getahn Göthe IV 1, 186 W.; der einn grossen sprung wil thuon, geht hinder sich schöne weise klugreden 107b; der ziehhund ... in groszen sätzen nach Fontane I 5, 125; dieser abstracte gebrauch scheint erst im nhd. aufzukommen; in fällen wie einen schuz he dô schôz der was sô freislîchen grôz daz Eilhart v. Oberg Trist. 7800, vgl. 7821 dürfte eher 'gewaltig, stark' als 'weit' gemeint sein, s. u. D 1 d. I@B@1@dd) die formel grosz und breit musz ursprünglich rein räumlich gemeint sein; aber frühzeitig anders: ein here groz unde breit Graff 4, 336; vgl. 2 a; in neuerer zeit gewöhnlich mit einem beiklang des sinnes von F 2 c: (ein rittergutsbesitzer) unterschreibt sich grosz und breit mit seinem ganzen major auszer diensten und allen kreuzen, deren inhaber .. er ist Gutzkow ritter v. geiste 2, 353; 'hier darf nicht geraucht werden' stand grosz und breit in den saloppsten kellerlöchern an der wand Gaudy 2, 123; übertragen: das hat der Blücher grosz und breit gezeigt in mancher schlacht Hoffm. v. Fallersleben ges. w. 3, 173; auch hier mit demselben beisinn: des stillen glückes seligkeiten erzählt ihr alle grosz und breit Strachwitz ged. 3; vgl.e groszes un breetes latschen Müller-Fraureuth 1, 444a. I@B@1@ee) bei concreter maszangabe tritt das als masz dienende object in den gen.; wieder lassen die formelhaften fügungen erkennen, dasz die bedeutung des rundumfanges die primäre ist: des was niht berlîn grôz an dir vergezzen j. Tit. 5173; perlin .., die waren einer ziemlichen nusz grosz buch d. liebe (1587) 190c, dies die geläufigste formel; brüstlin wol öpfel gross N. v. Wyle translat. 52 lit. ver; aus einer sunde, die eins mahenkornleins gros ist Luther 32, 26 W.; so bis in die neuere zeit: einer erbse grosz Lichtwer äsop. fabeln 21; einen Minervenkopf in topas, einer starken nusz grosz Göthe 43, 75 W.; vielfach auch in alten recepten mit übergang in die bedeutung des mengenmaszes (s. u. 2): (von dem pulver) nim einer nusz grosz auff einem .. weckenschnittlin Gäbelkover arzneib. 1, 15; nemmet einer haselnusz grosz weisz kupfferwasser Sebiz feldbau 74; auch bei weniger formelhaften vergleichungen bis ins 19. jh. gewöhnlich als räumliches masz: bern grôz wie ein bär minnes. 2, 217b v. d. Hagen; ströherne schäbel eines zimlichen besens grosz Hohberg georg. cur. 2, 83b; auch in den obligaten blättern ist nicht das kleinste nur einer brandblase grosze satyrische extravasat von ausschweifung ersichtlich Jean Paul sämtl. werke 21 (1827), 61; hâres grôz eigentlich 'so dick wie ein haar' (vgl.groszer faden u. ä. oben A 2 a); mhd. häufig in uneigentlichem sinn, z. b.: ern schamte sich niht hâres grôz Wigalois 5430; später wird die formel zerstört: dasz der dieb mir nicht sol ein härlein gros versehren Reinicke fuchs (1650) 59; ebenso: daz ich im wolde iemer sîden grôz vertragen Lohengr. 545, nach Rückerts anm. zur stelle ein lieblingsausdruck hier wie im jg. Tit.; die ring waren wol armes groz Laurin 2009 Schade; dactylis eines fingers dick oder grosz Calepin xi ling. 368b; ist ein kleines fischlin, eines fingers grosz Herold-Forer Gesners fischbuch (1563) 2a; oder hier als längenmasz? in der bedeutung des flächenmaszes erst seit dem nhd. (s. o. b anfang): die sonne were nur eines tellers grosz Schupp schr. 523; mit feueraugen, tellersgrosz Bürger 24a B.; keines groschens grosz Brockes ird. vergn. 6, 442; nebst einem kleinen, etwa eines thalers groszen stückchen papiers Chamisso 5, 7 Hitzig; von ihren forderungen ... nicht nagelsgrosz nachzulassen Mörike w. 2, 102 Maync; ungewöhnlicher: eines fingerringes grosz Rückert w. 4, 29; eines nadelöhrs grosz 4, 29; auch als längenmasz jünger und überhaupt spärlich: einer ellen gros 1. Mos. 6, 16; hetten kinder kein anstösz, so wüchsen sie wol eines baums grosz Lehmann florileg. polit. 1, 191; und wärst du eines kirchthurms grosz! Reithard 110; der acc. des maszes scheint ganz jung: der garten ist zehen quadratruthen grosz Krünitz 20, 127; (das herz) weit bis zum sitz der götter und eine spanne grosz nur in der brust Grillparzer 8, 179; vier ellen gros 1.n. 7, 19 mag noch genetivisch empfunden sein; ganz vereinzelt in älterer sprache mit dat.: einem ey grosz F. Würtz wundarznei (1612) 34; aber auch die anfügung der maszbestimmung durch partikeln ist altgebräuchlich: steyne als gros als eyn houpt Marienb. tresslerb. 212 Joachim; steyne als dy fuoste gros 572; geschwulst .. grosse als die eyer Arigo decam. 3 lit. ver. I@B@1@ff) auszerordentlich ausgebreitet und hier nur in beispielen zu veranschaulichen ist der appellative gebrauch des concret-quantitativen grosz; seit alters der kunstsprache naturbeschreibender disciplinen ebenso geläufig wie volksmäsziger terminologie; botanisch: grosz wolffmilch esula Diefenbach 211a; grote vel stinkende gouwe hirundinaria 278c; grosz kletten personata 430a; der gemein oder grosz steinklee sertula campana Calepin xi ling. 1336b; zoologisch: groz mus sorex Graff 4, 336; grosz flige o. ertbene fucus Diefenbach 250a; grosze bienen, brachvögel Chomel öcon. lex. 4, 1368; groszer falcke, sperber, weiszfisch 1370 f.; anatomisch: grosz ingedärm exta Diefenbach nov. gl. 163a; colon der grosz darm Calepin xi ling. 270a; ulna das gröst bein am arm, die grosz armschinen Frisius dict. 1397b; grosze ellenbogenröhre Chomel 4, 1368; grosze pulsader 1369; grosse seite achillessehne, chorda magna Hippocratis quelle des 17. jhs. bei Hyrtl kunstworte d. anatomie 67; groszes hinterhauptloch 151; groz zehe allux Diefenbach 25a; der grosze finger mittelfinger: drey grosser finger lang Luther 19, 405 W.; anders oben A 2; geographisch: kamen ausz grossen Britannien drey galeen in Schotten an Amadis 1, 84 lit. ver.; aber im 17. jh. schon: Jacobus könig in grosz Britannien Lehmann florileg. polit. 2, 683; die grosze oase in der libyschen wüste; oceanus das hoch meer oder grosz meer Calepin xi ling., onom. 208a; das grosze meer, .. das weltmeer Kramer teutsch-ital. 2, 35b; vgl. schon the groto seo das meer Hel. 4315; der grosze oder stille ocean; der grosze Belt Chomel öcon. lex. 4, 1368; der grosse bach, das mediterranische meer Staub - Tobler 2, 804 (quelle v. 1695), offenbar scherzhaft; vgl. über den groszen bach nach Amerika ib., heute auch: über den groszen teich; gern bei bergnamen: groszer Arber, grosze Sturmhaube u. a.; astronomisch: groszer bär, hund, wagen Chomel öcon. lex. 1367. 70. 71; den grossen bären .., so man den wagen nennet sunst Spreng Il. 264a; der grosze löwe Wolff mathem. lex. (1747) 1, 812; numismatisch: grosse turnes grossus Diefenbach nov. gl. 198a, wo freilich grosse erst durch umdeutung aus grossus Turonensis entstanden ist; genaueres unter groschen II 1; grôze pfenninge Lexer 1, 1094; umb fyer hundert grosser pfenning Eppendorff Plinius 77; grossus Argentoratensis, vulgo ein schilling grosz vocab. rei numm. (1552) A 2a; groszer groschen s.groschen II 1; groszer taler Fischer schwäb. 2, 38; in der technischen sprache der verschiedensten berufe und gewerbe: seemännisch groszer mast, grosze raa u. a. Chomel öcon. lex. 4, 1369; grosze stenge, groszes segel Jacobsson techn. wb. 2, 156b; grosze blinde velum infimum in prora dependens Apinus gloss. nov. 256; groszer hobel der füghobel der tischler, groszes fenster als bautechnischer ausdruck, grosze schaufel in glashütten Jacobsson 2, 156a; das grosze buch, das grosze cassabuch bei kaufleuten und banquiers 5, 739a; dagegen rein flächenhaft verstanden bei formatbezeichnungen: diese englische modeschrift, wie sie hier in grosz 4° .. vor mir liegt Göthe IV 13, 36 W.; deshalb liesz er sein concept in grosz octav .. abdrucken IV 42, 103; auch mannigfach sonst: grôze steine die 'figuren' des schachspiels Heinr. v. Beringen schachged. 2698 lit. ver.; vgl. 9474; grosze wage, stadtwage, hauptwage Kramer teutsch-ital. 2, 1233b; die grosze glocke hauptglocke einer kirche; lutt man sturm mit der grossen gloggen zum münster Platter 76 Boos; daher die redensart: lasz in an die grosz glocken lauffen (weil du sein kleid beschüttet hast) Scheit Grob. 1648 ndr.; heute etwas an die grosze glocke bringen, hängen; das grosze siegel staatssiegel, s. siegel 2 c, th. 10, 1, 897; den tod durch das grosze schwert das scharfrichterschwert Gutzkow ges. werke 5, 139; groszer zeiger auf der uhr; Luther s groszer catechismus, durch die länge vom kleinen unterschieden; ebenso ursprünglich die grosze propheten li profeti maggiori Kramer teutsch-ital. 1, 568b, heute freilich mehr im sinne F 1 d verstanden; grôziu mîle die deutsche meile im gegensatz zur welschen Lexer 1, 2138; miliare Suevicum vel Helveticum ein grosse teutsche meyl, ein vierteyl lenger als ein gemeine teutsche meyl Orsäus nomencl. method. 145; Canopus ... vier grosser teutscher meil von Alexandrien gelegen Calepin xi ling., onom. 74a; auf c γ beruht grosze magd 'diejenige magd, so backen, melken und das grosze vieh bestellen musz, auch auf die küche achtung zu geben hat' Amaranthes frauenz. lex. 694, eigentlich die erwachsene, ältere gegenüber der kleinen magd; ebenso wird auch dem compos. groszknecht (s. d.) ein adjectivisches groszer knecht vorausgegangen sein; vgl. das sprichwort kleiner herr ist besser als groszer knecht Binder 88; hier schafft der grosze hirt mit dem zuhirten Schöpf tirol. 11; groszes wild hochwild Fischer schwäb. 3, 853; entsprechend groszes weidwerck Chomel öcon. lex. 4, 1371. I@B@22) eine andere anwendung von grosz als quantitätsbegriff legt den nachdruck auf die vorstellung der menge; auch auf diesem felde hat das adj. in jüngerer zeit nicht unbeträchtliche einbusze erlitten; es kann die vorstellung beherrschen I@B@2@aa) der begriff der zahl: grosz bedeutet dann 'zahlreich': numerosus grosz an zahl Calepin xi ling. 959b; so besonders bei persönlichem regens, wo jüngere sprache nicht selten viel bevorzugt: siht er ein grosses volck dort stehn Er. Alberus fab. 18 ndr.; wurd ze beiden teilen gross volck erschlagen Tschudi chron. helvet. 1, 30; vgl. schon grot folc Judeono Hel. 3783, ähnlich grot gumscipi 4128; alsus si mit im riten mit vil grôzem her Tristan als mönch 1401; ein vil grôze schar Nibel. 1969, 1; grosser hauff W. Schmeltzl zug in d. Hungerland A 1b; aber wie die unverstendigen gemeinlich den grössesten hauffen an der zahl machen F. Würtz wundarznei (1624) 28; grôz gesinde Nib. 833, 4; (die kaufleute) in grosses gesind wider komen waren Arigo decam. 67 lit. ver.; (sie) hielten grossen hoffe von meiden und knechten 66; (Kriemhild) machet ein grossen hof Laurin s. 91 Schade; von einem groszen gefolge begleitet Fr. M. Klinger 3, 74; neben substantiven wie den letzten neigt die bedeutung leicht zu E 2; bauchknecht ist das gröste geschlecht Lehmann florileg. polit. 1, 66; grosz ist in Unterwalden meine freundschaft Schiller 14, 302 G.; (er wird sterben) mit hinterlassung einer groszen familie W. Raabe Horacker 68; et macht ein grosse schule, quia tum fuerunt Hierosolymis mher denn hundert dreissig taussent Luther 34, 1, 481 W.; solche grosse versamlung der menschen Fronsperger kriegsbuch 1, vorr. a 2b; es were zu grosze werlt zu Erffort zuviel leute Stolle thür. chron. 21 lit. ver.; ein grosse welt von allerlei leuten Staub-Tobler 2, 805 (quelle v. 1625); ganz anders unten F 1 c δ; mit grosser geselschaft von münchen und dienern Arigo decam. 67 lit. ver.; dazu wurde eine landpartie .. in gröszerer gesellschaft verabredet Storm 1, 8. I@B@2@bb) der begriff des quantums; grosz bedeutet dann 'reichlich', copiosus; heute vielfach durch viel abgelöst: bis das es (das predigen) .. grosse frucht bracht hat Luther 26, 539 W.; tantzt ein alter, so macht er grossen staub Lehmann florileg. polit. 1, 15; da ward vergossen groszes blut volkslieder d. Deutschen 2, 203 Erlach; kommen nirgens anders her dann von grosem und kalten wasser trincken Sebiz feldbau 153; so wohl auch: sprichstu, 'ich sauff ein grossen wein', daher kanstu nicht edel sein Er. Alberus fab. 61 ndr., schwerlich schon mit der qualitätsbedeutung von F 2 e; groses goldes wert Sebiz feldbau 252; auch nd.: dat was grotes goldes wert Schiller-Lübben 2, 155a aus Korner; ein grosses har B. Waldis Esopus 2, 233 Kurz; noch heute schweiz. e grosses hār langes und dichtes haupthaar Staub-Tobler 2, 804; wie überhaupt das alem. zu diesem gebrauch zu neigen scheint; völlig fest ist: (das schaf) kumpt nit in die wäld dann bey grossem schnee Herold-Forer Gesners thierbuch 68a; durch eingefallnen groszen schnee U. Bräker 1, 178; auf einer anderen linie: grosz guot wil haben starcken muot schöne weise klugreden 154b; ein groszes vermögen Göthe 45, 16 W.; ein gut vrunt is beter dan ein grot schat Tunnicius sprichw. nr. 1216; grôziu gâbe Nib. 1263, 4; brachten grosz almusen und opfer Warbeck Magelone 91b Bolte; grosz presentz schöne weise klugreden 24a; auch bei entsprechenden verbalsubstantiven: die frawe in grosse schankung tet Arigo decam. 72 lit. ver.; nicht umb der greffin grosz verheissen willen 231; einen bettler berahten gibt ihm offt mehr nutzen als grosse zusage Lehmann florileg. polit. 1, 6; wieder auf anderer linie (heute in concurrenz mit hoch): âne grôze miete Walth. v. d. Vogelweide 56, 24; üwer lon ist vil oder grosz in den himmlen Zwingli dtsche schr. 1, 85; dasz sie mehr auf gute behandlung als grossen gehalt sehe Brentano 5, 65; ein grossen kosten haben Frisius dict. 38b; grosz auszgab Lehmann florileg. polit. 1, 259; sind deine schulden so grosz? Schiller 3, 15 G.; durchaus fest ist grosz noch im 18. jh. neben geld, was sich aus einem nachwirken der ursprünglichen bedeutung 'entgelt' erklären mag: was hilfft nu das grosse gelt, so von allen landen geschunden ward Luther 19, 412 W.; du hast auf diese reise zu groszes geld verwendet Göthe 43, 291 W.; ich verzehre hier groszes geld Iffland theatral. werke 3, 79; vgl.geld 4 e, th. 4, 1, 2, 2900; das mhd. kennt auch einen entsprechenden adverbialen gebrauch: dar zuo sô nam ir Marke war, sô grôze und alsô rîche, daz si alle rîlîche lebeten unde wâren vrô Gottfr. v. Straszburg Trist. 607; swer alsô grôze bringet, der sol willekomen sîn Ortnit 254, 3; do her an seyme totbette lagk unde seyne almoszen grosz usz richte Rothe thür. chron. 192 Lil. I@B@2@cc) ähnlich bei den reinen abstracten von zahl und menge (wo die bedeutung gelegentlich mit D 1 c verrinnt): eine grosze fremdenzahl Göthe IV 41, 142 W.; mit einer grossen mengen wol gewopendes volks K. Stolle thür. chron. 1 lit. ver.; ob schon der widerredenden ein grosse vile ist Zwingli dtsche schr. 1, 50; etliche gar ein grosse sum köstlicher wahren bey sich hetten Spreng Il. 93a; neben erlegung einer grossen summa gelts J. Wetzel söhne Giaffers 35 lit. ver.; ouch wonte sîner frouwen mite hôher tugent ein grôzez teil Konr. v. Würzburg Engelh. 653; den grössten teyle meines guotz Arigo decam. 24 lit. ver.; in die sprachen, welcher sich das grösser theil gebraucht die meisten menschen Scheit Grob. s. 3 ndr.; adverbial: ich kenne den satan von gotts gnaden ein gros teil Luther 26, 500 W.; befind ich mich um ein grosz teil leichter Göthe IV 5, 13 W.; ging auch das .. familiengefühl .. groszen theils zu grabe Herder 17, 22 S.; in neuerer sprache auch gern superlativisch grösztentheils; von dieser wendung aus zu verstehen: weil sie (die farben) dem auge theils völlig, theils grösztens zugehören Göthe II 1, 1 Weim.; das gröszere oder kleinere maasz (von stolz), das man bey ihnen zu bemerken glaubt Archenholz England und Italien 1, 1, 49; in älterer sprache mit einer art elliptischen gebrauchs: ein frölich pylgram, der den grosten weg gangen Hutten 2, 190, d. h. das gröszte stück des weges (lat. confecto prope itinere); hierher auch aus mathematischer sprache: dasz das gantze grösser sey als sein theil; (die) gröszere verhältnisz .. ist, wo der exponente in einer verhältnisz gröszer als in der andern ist; (das) gröszte gemeine maasz der zahlen Wolff mathem. lex. (1747) 1, 609 und anderes dergleichen. I@B@2@dd) auch dies grosz vielfältig in appellativem gebrauch: die grosze armada Philipps II., die grosze armee Napoleons gegen Ruszland: bevor der untergang der groszen armee sich entschied Treitschke deutsche gesch. im 19. jh. 1, 398; von da aus auf das heer der toten übertragen: zur groszen armee abgehen, abberufen werden; der grosze rat im gegensatz zum engeren, aus weniger personen bestehenden: auff disen tag ist hie der gantz grosz rat zuo ainander versamlet worden städtechron. 23, 324; wir, der burgermeister, rat und der grosz rat, so man nämt die zweyhundert der statt Zürich Zwingli dtsche schr. 1, 115; danach gebildet: schiffsbauer und groszer rathsherr Göthe 41, 1, 149 W.; kleiner und groszer ausschusz im würtemb. landtag Fischer schwäb. 1, 512; de groote school eine stadtschule, daran viele lehrer sind Dähnert 163a; auf der linie b liegend: am selben tage, an welchem diese (arbeit) mit dem groszen preise gekrönt wurde Ebner-Eschenbach 4, 260; wenn ich das grosze loos gewinne Arnim 15, 60; vgl.los 10, th. 6, 1156. I@B@33) grosz als masz von zeitbegriffen: otium altum grosse weyl Frisius dict. 78b; namentlich: wan als grôz zeit die müeter verzerent ob den kinden, als grôz zeit verzerent diu kint ob den müetern Korn. v. Megenberg buch d. natur 175, 20; grosse zeit vieler monate Schupp schr. 404; Philoktet, der .. ihn (den schmerz) eine grosze zeit selbst dem Neoptolem verbergen will Herder 3, 14 S.; die freuden der liebe blieben ihm die gröszte zeit seines lebens unbekannt Göthe 23, 30 W.; auch adverbial: wenn ich einem ein unschöne wort mein lebetage grosz gesaget habe Chr. Reuter Schlamp. krankheit u. tod 93 ndr.; heute durchweg lang; am ehesten ist auch heute noch grosz möglich in fällen wie: groszes schweigen Schiller 3, 39 G.; meine frau fand ich in groszer angst über mein groszes ausbleiben vor W. Frh. v. Richthofen biogr. 1, 88; auch dies gelegentlich appellativ: groszer horn januar gegenüber dem kleinen horn februar, s. th. 4, 2, 1821; etwas anders (mit färbung nach F 2 a): im groszen kriege legt' ihn des frommen königs (Gustav Adolfs) hand auf eines kriegerkindes wiege Gerok auf eins. gängen 20199; das grosze gebet das 48 tage und nächte dauert Staub-Tobler 2, 805. I@B@44) auch sonst in buntester mannigfaltigkeit zur quantitätsbezeichnung von inconcretem. I@B@4@aa) dabei kann jeder der unter 1—3 behandelten maszbegriffe mehr oder weniger plastisch die vorstellung bestimmen oder färben: haustus magnus groisz drunck Diefenbach 273c; den plan der gröszern gedichte Kretschmann 1, 35; das pensum war zu grosz Göthe IV 8, 10 W.; vgl. hüte dich für grosser arbeit und schmalem imbisz Scheit Grob. s. 25 ndr.; unsinnlicher: (sie) mit einander grosse rede und gespreche hetten Arigo decam. 175 lit. ver.; prägnanter: si (die merker) habent mich âne schuldein eine grôze rede brâht minnes. frühl. 13, 17; solhes im, auch uns, gross wort und nachrede brächt privatbr. d. ma. 1, 47 Steinhausen; den groszen ruf, den er sich erworben hatte Göthe 43, 257 W.; der bauch wurde yhm bersten fur grosser kunst Luther 26, 318 W.; auch in den frawen grosse vernunft sein musz Arigo decam. 39 lit. ver.; alle grosze hoffnungen, die ich mir von ihm gemacht, alle grosze erwartungen, die mir sein heldenmuth einflöszte Lenz 1, 78 Tieck; da man sich von demselben (heere) und dessen feldherrn grosze dinge versprochen hatte Archenholz England u. Italien 1, 1, 46; auf anderer linie: nach grossem befehlen sol niemands engstiglich streben Friedr. Wilhelm sprichw. reg. c c 1a; (helden) die gott mit sondern hohen tugenden begabt, grosze regiment durch sie zu faszen Kirchhof wendunm. 2, 20 lit. ver.; eine grosze conversation .. nach allen weltgegenden hin Göthe IV 34, 130 W.; eine grosze allgemeine gastlichkeit E. M. Arndt 1, 34 R.-M.; mit anklang an F 2 b: in grossen weitleuffigen hendeln schöne weise klugreden 102b; auch der künig in vil prauchet in seinen grossen gescheften Arigo decam. 73 lit. ver.; (Philipp II.) behielt das übergewicht bei jeder groszen verhandlung Schiller 4, 92 G.; halbtechnisch: tagesgemäsz ist gegenwärtig ja blosz die grosze politik Riehl dtsche arbeit 1; wieder auf besonderer linie: und schlug sie mit sehr groser schlacht H. Sachs 1, 222 K.; die schluogen die feind mit grosser niderlag Seb. Franck chron. Germ. (1538) 82a; durch grosze kämpfe ... eine glorreich berühmte stadt E. M. Arndt 1, 55 R.-M.; in einen groszen krieg verwickelt Fr. M. Klinger 3, 7. I@B@4@bb) auch hier wieder hat das adj. in jüngerer sprache mancherlei einbuszen erlitten, besonders zu gunsten des adj. hoch: es ist keim zuoseher kein spil zu grosz schöne weise klugreden 37b; und so noch: wir hätten bei ihm vortrefflich gegessen, groszes spiel gespielt Göthe 45, 17 W.; groszes amt, grosze sorg Aler dict. 1, 988a; die hoffnung zu groszen ehrenstellen J. E. Schlegel 3, 346; es kommt der gröszte fall von hohen orten her Hoffmannswaldau nach Steinbach 1, 646; die neuere ma. kennt noch er hat es grosz vor Albrecht Leipz. 126a, wo höhere sprache sagt er will hoch hinaus; vgl. auch es zu grosz anfangen imporla troppo alta, voler volare troppo alto Jagemann 546. I@B@4@cc) mannigfach in technischer verwendung: noch halbconcret: der puls ist grosz, wenn die schlagader voll und die kraft des herzens zugleich wirksam ist Blancard 2, 641b; juristisch: groszer frevel oder (groszer) blutfrevel Fischer schwäb. 2, 1758; so sprech' ich aus hiermit den groszen bann ob Jason Grillparzer 5, 171; wenn sie nicht eine welt von neuigkeiten mitbringen, so belegen wir sie mit dem groszen bann Fontane I 5, 167; nach den grundsätzen der groszen haverei handelsgesetzb. f. d. dtsche reich § 635; ein stein ze stossen, 22 pfd schwer des grossen gewichts Staub-Tobler 2, 805 aus Vadian; (das) grosze einmal eins Wolff math. lex. (1747) 1, 610; vielfältig in der sprache der musik: gehe ich weiter von .. f ins nah-gelegene g und überhüpfe das zwischen-liegende fis, so heiszet ein solches intervall .. eine grosze secunde oder ein gantzer groszer ton Mattheson kl. generalbasschule 116; die ordnung des groszen und kleinen tons, wie sie itzund auf unsern claviaturen .. befindlich, da c—d ein groszer, d—e ein kleiner, f—g ein groszer ... ton, das heiszt, wie ein groszer ton gestimmet ist vollk. capellmeister 51; so höret er den zusammenklang des groszen halben tons, z. e. e—f 50; die grosze tertz, sext, septime 47. 48. 49; in den groszen ton-arten (durtonarten) ist die septime von sich selbst grosz kl. generalbasschule 139. I@CC. für sich steht eine spielart des quantitätsbegriffes, bei der der nachdruck liegt auf der vorstellung des zusammenfassenden, ungegliederten gegenüber dem einzelnen, dem detail. I@C@11) heute groszes geld, d. h. geldstücke oder -scheine, die ein vielfaches kleiner scheidemünze enthalten, gegensatz kleines geld th. 4, 1, 2, 2902; (das) grosze singen (der ganzen gemeinde im verhältnis zur stimme des einzelnen) Jean Paul sämtl. w. 54 (1828), 25; (wenn, jüngling,) dein name noch unerhöht mit der groszen fluth fleuszt Klopstock oden 1, 118 M.-P.; so namentlich in einigen festen formeln: ein wald thut in einiger entfernung schon als grosze einförmige masse unserm auge wohl Göthe II 5, 1, 3 W.; denn ... der grosse hauffe keret sich an gottes wort nicht Luther 19, 642 W.; der grosze haufe (nennt) alles poesie, was in verse gebracht ist Ramler einl. in d. schön. wissensch.2 1, 123; der grosze haufen ist zu ungründlich, liederlich (in Frankreich) Görres 2, 26; einen solidern beifall .., als der des groszen publicums sei Göthe 21, 162 W.; es ist so manches daraus .. vor das gröszere publikum gebracht worden A. W. Schlegel Europa 2, 3; etwas anders: das interesse der groszen gesellschaft will es augenscheinlich, dasz man die grundgeseze eines staats nicht ungestraft verlezen lasse Schiller 4, 98 G.; ich bin ein aussatz an der groszen menschheit J. Mosen 4, 428. I@C@22) seit dem 18. jh.: das grosze ganze (einer dichtung) Gerstenberg schlesw. lit. br. 221 liter. denkm.; so ein groszes ganze die kriegsgeschichte war, so ein groszes und eignes ganze ist auch die geschichte des westphälischen friedens Schiller 8, 414 G.; die ... beziehungen .. zwischen dem innern leben des einzelnen .. und dem groszen ganzen Justi Winckelmann 2, 1, 5; selten: im ganzen groszen, wo des einen nachteil des andern vorteil wird Grillparzer 8, 233; auch parallelisiert: wie kann das grosze und ganze .. auf eine höhere stufe bürgerlicher glückseligkeit erhoben werden Fr. Delbrück sinnverw. wörter (1796) 1, 133; besonders mit im: so trägt doch (in der griech. dramatik), im groszen und ganzen betrachtet, alles nur einen einzigen durchgehenden character Göthe gespräche 6, 123; die ... tiefere bewegung des geistes, die ihr (der abendländ. christenheit), im ganzen und groszen angeschaut, zugeschrieben werden musz Ranke sämtl. werke2 1, 4; diese reihenfolge früher sehr gewöhnlich: ob denn, da alles in der welt seine philosophie und wissenschaft habe, nicht auch ... die geschichte der menschheit im ganzen und groszen eine philosophie und wissenschaft haben sollte? Herder 13, 7 S.; je später je mehr zum adv. verblassend: dasz diese gliederung (der laute) im ganzen und groszen mit Brückes system übereinstimmt W. Scherer kl. schr. 1, 406; er bekannte sich zwar im ganzen und groszen zu den lehren des calvinismus Treitschke hist. u. polit. aufs. 1, 15; umgekehrt: welchen vortheil oder nachtheil die europäische gesellschaft im groszen und im ganzen dabey mag geärntet haben Schiller 8, 414 G.; in einer zeit, wo man im groszen und ganzen ... nicht gerade weichlich ist Bismarck pol. reden 4, 330; da uns .. hievon im groszen ganzen noch wenig bekannt ist Herder 13, 266 S. I@C@33) ähnlich: etwas in groszen umrissen darstellen; er fand die umständliche geschichte seines lebens in groszen scharfen zügen geschildert Göthe 23, 142 W.; mein gedächtnis ist wie ein sieb, nur die groszen züge bewahrt es, nicht die kleinen feinheitenú Seidel vorstadtgesch. 45: all dies wurde übrigens in kurzen groszen sätzen erledigt Fontane I 6, 24. I@DD. vielfach geht die bedeutung aus dem quantitativen ins intensive über; das adj. hat die function, eine verstärkung des in dem regierenden wort gegebenen begriffes auszudrücken. I@D@11) mit sächlichem subject; nur vereinzelt in anwendung auf ein concretum: (die rade) kan für ein grosses unkraut nicht gerechnet werden, dan brantewein daraus gebrant wird Gueintz rechtschreib. 111. I@D@1@aa) so in anwendung auf eigenschaften, affecte, empfindungen, innere und äuszere zustände des menschen; hier hat sich bis in die neueste zeit der sprachgebrauch wenig verändert: mit grôzen triuwen Nib. 566, 4; grosz manheit Laurin 2555 Schade; mit grosser danckbarkeit Riederer spiegel d. wahr. rhet. a 3a; grosze fälle von schönheit und höflichkeit Campe aus Lavater; sollich lieb ... was dem manne ein grosze freude A. v. Eyb dtsche schr. 1, 9; wie er grosse lust hett sie schlaffende an zuo schawen Warbeck Magelone 60a Bolte; groszer wille s. th. 14, 2, 150 f.; mit groszem behagen Göthe 46, 63 W.; (worte) die mich .. grosses leyte haben tragen machen Arigo decam. 43 lit. ver.; der aller grœziste haz Nib. 1858, 4; in vil grôzem zorne s. 237 Z.; in grossen unwillen und verdrusz Carbach Livius 49b; nah groszer ubermuote Graff 4, 336; grôzara angusti Otfr. II 4, 36; diu grôze vorhte gotes Rud. v. Ems Barlaam 371, 35; grosser sorg wirt liederlich rath schöne weise klugreden 95a; ausz grosser liebe Warbeck Magelone 25b Bolte; in grosser andacht 80a; mit groszer inbrunst Göthe 2, 143 W.; in grosser gehorsame Frisius dict. 896b; darumb gehöret grosse gedult dazu Luther 30, 2, 634 W.; sein grosser glaube mitten ynn der sunden 19, 199; die dinge der welt mit groszer seelenruhe anzusehen Ranke reform. gesch. 1, 63; ir grôzen danc si niht versweic Parz. 196, 4, die bis ins 19. jh. herrschende formel: das nahm ich nun .. zu groszem danck an Götz v. Berlichingen lebensbeschr. 91 Bieling; groszen dank, bursche! Shakespeare 9, 107; grossen hunger Luther 30, 2, 551 W.; vgl. schon unmet grot hungar Hel. 4329; grossen durst Hätzlerin 271b; grossen wehtag Sebiz feldbau 183; ein wasser für grosses hauptwehe Gäbelkover 1, 1; von dem nebel kümt oft grôzer siechtum Konr. v. Megenberg buch d. natur 96, 4; im 61. jahr .. habe ich grosz gefährliche krankheit ... ausgestanden Schweinichen denkw. 14 Österley; fiel er in grosse und schwere melancholey Amadis 1, 30 lit. ver. I@D@1@bb) weiter neben abstractis verschiedenster art: von dem im ê was geschehn .. grôz heil und michel ungemach Iw. 3929; wer kein sorg hat, der hat grosz glück Lehmann floril. polit. 2, 743; grosse not Laurin 1942 Schade; grosz gefahr Scheit Grob. 2200 ndr.; von grôzzoren êren Milst. gen. 74, 15; grosse wirde, grosse bürde Eyering proverb. 1, 333; mit grossen deinen schanden Arigo decam. 159 lit. ver.; daz wer mir ein grozzer trost privatbr. d. ma. 1, 4 Steinhausen; das bringt grosse hülff Gäbelkover arzneib. 1, 265; grôzan scadon Otfr. IV 24, 34; ein groszer übelstand eurer sprache A. W. Schlegel im Athen. 1, 14; durch grôze fîntschaft Nib. 1552, 4 B.; amicitia ampla ein grosse und eerliche freundtschafft Frisius 88a; grôzer sünde erlôst Walther v. d. Vogelweide 124, 40; wie so grosz unrecht faul seyn sey P. Gerhardt bei Fischer-Tümpel 3, 377a; gros wunder mus ich sagen fry Fischart glückh. schiff 34 ndr.; nam ir fur, in grossem geheim ir liebe ... zuo offenbaren irer ammen Warbeck Magelone 17a Bolte; in grôzer vinster Konr. v. Megenberg buch d. natur 151, 27; mit grosser stille zu des münchs zellen ginge Arigo decam. 37 lit. ver.; kam mit grosser eyl ein hertzog buch d. liebe (1587) 91c; mit groszer bestimmtheit Mommsen m. gesch.4 1, 10; das in der feldarbeyt ... ein grose ungleichheit sich erhält Sebiz feldbau 1; dasz zwischen unserer seele .. und zwischen dem flachs- und hanfbau eine grosze ähnlichkeit herrsche Lenz 1, 72 Tieck; (d. fries. sprache) welche .. nichts anderes war, als eine abzweigung des niederdeutschen in groszer verwandschaft mit dem angelsächsischen Allmers marschenb. 1, 188; es ist ein grosser underscheid zwischen Miriam, Davids und der .. welt tantzen Ambach vom tantzen (1543) b 2a; doch greift die verwendungsmöglichkeit dieses intensiven grosz in älterer sprache noch wesentlich weiter als heute: welcher .. gemein man hat nit ein grosser gewissen, so er an eins apostel abent ... fleisch esse, den ob ... Luther 7, 796 W.; wo nicht durch grosse gewonheit ein natürlicher brauch ausz embsigem essen .. gemacht Scheit Grob. s. 8 ndr.; obtinet magnum locum in medicaminibus haec herba ist in grossem brauch Frisius dict. 900b; was groser rechnung miessen dy eltern got .. geben H. Gebweiler beschirm. des lobs Marie 32a; helt ene in groter bewaringe Schiller-Lübben 2, 155a; wiwol nün gemälte exempel und bewerüng fast grosz und glaubhafftig sein Schwartzenberg Cicero 62b; er muosz grosse ursach haben, sonst thett ers gewiszlich nit Vogelgesang heiml. gespräch 31 ndr.; und ähnlich noch spät: dies sind die gröszten gründe, dasz der Rhein .. wieder deutsch werden musz E. M. Arndt schr. für u. an s. l. Deutschen 2, 33; oder auch als intensivierung verbaler begriffe: auch waren sie von wegen der grossen flucht noch schnauffend und müde buch d. liebe 28c; als bald der könig erfähret, dasz ihr entlauffen seyt, so wirdt grosses nachsuchen werden 91a; begert demnach mitt grosser bitt 'inständiger' J. Wetzel söhne Giaffers 19 lit. ver., dies sehr häufig im älteren nhd.; von manchem ritter gar küne ward do gar grosse frag gethan 'eifrige frage' Laurin 89 Schade; eigenartig, mit steigerung einer prägnanten bedeutung des subst.: des moht in dunken grôziu zît 'hohe zeit' Erec 2866; es ist zu essen grosse zeit H. Sachs 2, 62 K.; ewrn sun ..., der nun in den künsten weiter fürzuoschreiten und höher zekommen grosse zeit hätte, auff die löbliche hoheschuol ... zuoschicken M. Pegius von dienstbarkeiten (1558) 117b; alem. bis heute gebräuchlich, Staub-Tobler 2, 805. I@D@1@cc) neben unbestimmten maszbegriffen: und alles volck .. sind leut von grosser lenge Züricher bib., 4. Mos. 13 D; also das ein grosse praiten darzwischen war Dürer tageb. 55; auf der groszen höhe war der himmel meistentheils rein von dünsten Göthe II 1, 34 W.; in grosser meng sie (die quellen) mit gedreng wie pfeil von felsen ziehlen Spee trutznacht. 35; vgl. hierzu B 2 c; ständig in älterer sprache neben alter, wo heute hoch steht: wie es denn seinem grossen alter und eisgrawen kopff .. gemes war 2. Macc. 6, 23; wer einem grosz alter wündscht, der wündscht ihm viel ungemach Lehmann florileg. polit. 1, 15; in seinem groszen alter Weidner nach Sanders 1, 631a; was ein grosses alter der zeit mit sich führet aus recht alter zeit stammt Schupp schr. 778; gelegentlich sogar: dieser grosse alte (dieser hochbetagte) disputirte bisz in seinen todt 817; mit ganz anderer form der steigerung neben fixen maszbegriffen: südwest von Rusor eine grosse halbe meil zur see ist eine .. klippe Manson seebuch 8; wieder sasz ich eine grosze halbe stunde Fr. H. Jacobi 1, 13; heute 'gut' oder 'stark'; nur neben concretis noch heute in ähnlicher function: das ist ein groszes brot, d. h. übernormalgrosz; dieselbe bedeutung technisch: ein groszes hundert eine zahl von 120, ein groszes tausend eine zahl von 1200 Krünitz 20, 129; groszes dutzend, 'd. h. 12 dutzend zusammen' Rumpf gemeinnütz. wb. 146; annus magnus vel annus mundanus das grosse jahr, haltet neun und viertzig tausent gemeiner jar Golius (1585) 27; das bey des vogels (des phönix) leben die umbkerung des grossen jars fürgeen soll Eppendorff Plinius 138. I@D@1@dd) weiterhin neben begriffen, die sich dem concreten mehr oder minder nähern; gerade hier greift die jüngere sprache meist zu adjectiven, die die intensivierung ausdrucksvoller bezeichnen, stark, heftig, kräftig, schwer u. a.: mit slegen grozzen Graff 4, 336; die schlugen im zween grosse schleg buch d. liebe 100a; mit solchem grossen puff Luther 19, 203 W.; (das schiff) von dem grausamen mere der grossen stösse .. nicht mer erleyden mochte Arigo decamer. 106 lit. ver.; aber auch: under euer lincken bruste, do ich eyn grossen kusz hin getan hab 262; szo yhr aber auff dem sandt stehet, wirtt euch eyn schwinder grosser fall begegen Luther 8, 482 W.; nit mit schlechten, sunder mit grossen martern Judas Nazarei v. alten u. neuen gott 8 ndr.; das wort gottes ist nie on grosse straf übersehen Zwingli dtsche schr. 1, 37; vgl.durch daz sult ir grôzere gerichte intfân, d. h. strengeres gericht Beheim evang. buch, Matth. 23, 14; wer dir der bosz zu grob und grosz Scheit Grob. 3065 ndr.; auch ir sere zuo herczen gangen was das grosse weynen Arigo decam. 62 lit. ver.; die grossen seufczen 125; nach vil grossem lachen 58; so sagte er mit groszem lachen zum cardinal Göthe 44, 6 W.; mit groszem schnaufen Mörike 1, 187 Göschen; ein tieffer grosser schlaaf alta quies Frisius dict. 1107b; der mohn läst wegen seines grossen glantzes die sternen nit sehen Äg. Albertinus zeitkürzer 2b; bildlich: da mit er seyner gifft eynen grossen scheyn und ansehen mache Luther 18, 181 W.; ähnlich: es kömmt darauf an, sie (die folgerung) noch weiter auszuführen und in ein gröszeres licht zu setzen Ramler einl. in d. schön. wissensch. 1, 50; ein grosser und häfftiger geschmack vastitas odoris Frisius dict. 1348a; und ist sein smack (des amomum) grœzer wan der rauten smack Konr. v. Megenberg buch d. natur 356, 31; ervant er von dem gîre sô grôz ercenîe so kräftige, zwei dtsche arzneibücher 47, 26 Pfeiffer; dar umb tuot man in zuo grôzen starken erzneien Konr. v. Megenberg a. a. o. 370, 21; vgl. 364, 12; auf derselben linie liegt: wolten aber sie ez ze grozz machen und wolten die lut verderben es zu stark treiben, weisth. 6, 99. I@D@1@ee) so besonders auch von elementarischen und witterungserscheinungen; doch hat sich hier das adj. besser gehalten: grossen frost Scheit Grob. 2666 ndr.; je grösser die hitz ist Ercker beschr. aller mineral. ertzt 8a; eyn grosse truckenhait Reynmann wetterbüchl. 7; dô wart daz weter alsô grôz Iw. 2537; nach sonnenschein kompt gemeiniglich ein grosz wetter Lehmann florileg. polit. 1, 233; gros ungewitter Sebiz feldbau 9; der herr liesz donnern einen groszen donner über die Philister Züricher bib., 1.n. 7 B; ist ain solicher grosser regen gewest Knebel chron. v. Kaisheim 87 lit. ver.; in einem grossen hagel Mathesius Sarepta 56b; ein grôzer sturm diut. 3, 62; wann .. grosse wind wähen Sebiz feldbau 529; grandior aura ein grosser wind oder ein starcker lufft Frisius dict. 143b; ich glaube aber, dasz es (das augenleiden) eher vom viellen weinen kompt, alsz von der groszen lufft E. Ch. v. Orleans br. 3, 134 lit. ver.; doch kann gr. luft auch etwas anderes meinen, s. o. A 1; ähnlich auch: den winter uber, der dieses jahrs grosz und hefftig war Rätel Curäi chron. 199; was so grot en winter, dat men ... Schiller-Lübben 2, 155a aus Korner; vgl. noch spät: nun brach der grosze winter ein, der schauervollste den ich erlebt habe U. Bräker 1, 196. I@D@1@ff) bei der anwendung auf klänge und geräusche kann die bedeutung 'stark, kräftig' in 'laut' übergehen: wer ain grôzen stimme hât, der ist küen Konr. v. Megenberg buch d. natur 46, 31; welche eine grobe und grosse stimme haben, die helt man für verläumbder J. B. Porta physiogn. (1601) 275; die stimm ist grösser dann der man schöne weise klugreden 146b; hörte er hinter sich eine grosze stimme Jung-Stilling 3, 30; anders unten F 2 e; lere fesser geben grossen don Petri d. Teutschen weiszheit 2, M m 4b; da Martin mit groszem laut seinem hauszgesind' ankündet dasz Reinicke fuchs (1650) 101; gros geschrey, wenig wolle Friedr. Wilhelm sprichw. reg. s 2a; auch uneigentlich: ein groszes geschrei von etwas, über etwas machen oder erheben mehr davon sprechen als es verdient Campe; grôzen schalle Nib. s. 145 Z.; (alle) fielen zu mit grossem schall: nu haben wir den rechten könig funden Luther 26, 548 W.; mit groszem lärmen Arnim 1, 29; mit solchem grossen knall Rompler v. Löwenhalt 1. gebüsch 72; ein thuren fellt mit grossem krachen Spreng Il. 48b; hierher auch fälle wie: sein stimm (war) wie ein grosz wasserrauschen Züricher bibel, Apoc. 1 C; taub und gehörlosz ... von wegen des grossen rauschens und getümmels desz wassers Äg. Albertinus hirnschleifer 53. I@D@1@gg) hervorzuheben sind gewisse formen superlativen gebrauchs: de grötteste winter Dähnert 163a, d. h. die höhe des winters; vgl. der gröst winter würt von mitten des winters, bisz dasz tag und nacht im früling sich vergleichen M. Herr feldbau 22b; ebenso im gröszten sommer Kompert am pflug 1, 111 nach Sanders; die kornschütten .. sollen .. zum grösten tagliecht offen stehn Sebiz feldbau 27; ganz anderer art, aber ebenfalls von dem intensiven grosz aus zu verstehen und auf diese sonderbedeutung des adj. beschränkt ist ein elativer gebrauch der superlativform: die grösseste kälte, hitze un freddo, un caldo estremo Kramer teutsch-ital. 1, 569b; ihr köntet ins gröszeste unglück dardurch kommen ib.; mit der gröszten versicherung, dasz er recht habe Göthe 22, 89 W.; betragt euch mit der gröszten ruhe und sicherheit 45, 106; sieht man ihn im gröszten négligé gespr. 1, 34; zu ihrer gröszten verwunderung Brentano 5, 46; dem sag i die gröszten grobheiten hin Karl Stieler ged. 2, 43 Recl.; ähnlich: dann Eulenspiegel liesz das brot mit fleisz fallen ins gröste kot Fischart 2, 50 Hauffen; im gröszten moder (kampieren) Sulzer bei Körte br. d. Schweizer 328; diese heute sehr verbreitete ausdrucksweise scheint sich erst im 18. jh. auszubreiten; doch früher schon ähnliches: gerüst mit seiten und prustwehren von gedörrten .. würsten, .. die sie zur grösten zier umb den tisch hencken Fischart geschichtklitt. 78 ndr. I@D@22) gánz ebenso auch bei persönlichem subject; mit begreiflicher vorliebe neben verbalsubstantiven: under dem schein der erberkeit grose verfürer H. Gebweiler beschirm. des lobs Marie 28b; er was ein grosser schelter und flucher gotz Arigo decamer. 20 lit. ver.; die grossen sauffer 23; grosser spiler Schwartzenberg Cicero 146b; fürstellung desz grossen creutztragers Hiobs Schupp schr. reg. )( 1a, d. h. der ein schweres kreuz zu tragen hatte; apotecker sind die grösten wucherer Lehmann florileg. polit. 1, 62; in neuerer ma.: ein groszer eiler kommt nit weit u. ähnl. fügungen Fischer schwäb. 3, 855; aber auch sonst: sind wir ketzer, so sind sie noch grösser ketzer Luther 26, 533 W.; dasz die Frankfurter grosze patrioten sind Solger nachgel. schr. 1, 21; so wäre ich das gröszte ungeheuer auf erden Pfeffel pros. vers. 2, 68; das adj. bevorzugt bei diesem gebrauch ganz bestimmte begriffsgruppen: dich solchen grossen esel Boltz Terenz 45a; das ich h. Georgen fur einen grossen narren hielte Luther 30, 2, 33 W.; yhe grosser schalck, yhe besser gluck 19, 556; artzebove, de grotteste bove s. v. archischurro Diefenbach nov. gl. 32a; in allen winckeln thet sichs paren (ich glaub eins theils grosz huren waren) M. Mangold marckschiff b 3a; ein grosser heimlicher dieb Arigo decam. 20 lit. ver., ein erzdieb, anders unten F 1 c α; (diese menschen) grosse rauber und mörder waren 59; das er auch ein grosser mechtiger mörder würde Luther 30, 2, 126 W.; denn wie wol ich ein grosser, schwerer, schendlicher sunder bin gewest 26, 508; und was als ein grosser liebhaber götlicher kunst erste dtsche bibel 3, 14; von ... dem groszherzog, einem groszen freunde der pflanzenkunde Göthe IV 28, 3 W.; er war ein groszer musikfreund Ranke werke2 3, 46; (Senacherib) ein groser gottesfeind H. Sachs 1, 226 K.; ein unruwiger mann und grosser viend keisers Barbarossae Tschudi chron. helvet. 1, 92; der was des von Branndis grosser und threwer freunt J. A. v. Brandis landeshauptl. v. Tirol 24; auff herren Eberhard Möllers, seines grössesten freundes, bildnisz Rist n. teutscher Parnasz 517. I@D@33) am anschaulichsten ist die intensive bedeutung bei dem recht ausgebreiteten gebrauch als adverb. I@D@3@aa) neben adjectiven nur in beschränkter verwendung: grosz kreffticlich violenter Diefenbach 621b; nit dasz ich sollichs grosz nothwendig zusein vermeint J. Wetzel söhne Giaffers 5 lit. ver.; szo weren alle sunde unschedlich, ja gros forderlich Luther 2, 95 W.; hatte Petrus hie nicht gros recht? 18, 311; comparativisch: dei filius .. der ist grosser heilig quam X praecepta 34, 1, 475; und ist noch vil gröser lutherisch worden, dan er vor gewest ist städtechron. 23, 155; auch nd.: syn puls is grot slicht unde drade Schiller-Lübben 2, 155b; alem. noch heute: das wasser ist nüd gross heiss Staub-Tobler 2, 806. I@D@3@bb) um so häufiger im verbalen gefüge; schon altsächsisch: uuas mi grotun tharf Hel. 4425; mhd. ganz gewöhnlich, s. Lexer 1, 1094; auch dem älteren nhd. noch sehr geläufig: wir haben uns versündet grosz H. Sachs 1, 39 K.: welchen wir so grosz verdammen Vogelgesang heiml. gespräch 18 ndr.; dasz wirs grosz vergessen Paracelsus opera (1616) 2, 318; darab sich der kaiser grosz verwundert städtechron. 23, 324; ebenso auch in der häufigen wendung es nimmt mich grosz wunder, in der das wort freilich anscheinend auch adjectivisch verstanden werden konnte: vom Agricola .. nimpt michs nit grosz wunder Vogelgesang heiml. gespräch 17 ndr.; mich nimpt gross wunder, ... daz ir .. Nas antipap. eins u. hundert 2, C 2b; antwurt im herr Albrecht, es nem in das gröszest wunder, das .. zimm. chron. 1, 112; er fröwe sich des als grosz als wer es im selber Fischer schwäb. 3, 854 (quelle v. 1486); vgl. noch spät: wie sitzt mir das liebchen? was freut sie so grosz? Göthe 3, 56 W.; darvon etlich grosz brochen vehementer vomuerunt Fischer schwäb. 3, 854 (17. jh.); das geschach gross wider iren willen U. Füetrer baier. chron. 154 Spiller; das was gros wuder die lutterischen und iren brediger Fischer schwäb. 3, 854 (16. jh.); auch nd.: de weren vormanet unde grot bedrowet Schiller-Lübben 2, 155a; se reden grot eme, dat he volghede 155b; comparativisch: wye woltest du nun grosser getrost werden, dan so du ein sulchen hulffer findest Luther 9, 149 W.; do ward der ritter noch grosser erfrawedt Warbeck Magelone 29a Bolte; verschiedenartig gesteigert: du waist, wie seer und grosz ich brinn N. v. Wyle translat. 47 lit. ver.; weil sie weisz, dasz euch sehr grosz darmit gedienet ist Happel akad. roman 248; bistu so mächtig gros erfaren Fischart glückh. schiff s. 42 ndr.; wo die heutige sprache noch adverbiales grosz ähnlich verwendet, ist das ethos anders: er war so gut, so stark, .. dasz das leidvolle geschöpf grosz aufatmete H. Böhlau Isebies (1911) 370. I@D@3@cc) ebenso auch in negativen fügungen: ihr hülff beger ich mir nicht gros Hayneccius Hans Pfriem 44 ndr.; wir kommen nicht grosz aus, und was rechtes kommt nicht zu uns Chr. Reuter ehrl. frau zu Pliss. 40 ndr.; die rechnung kann nicht grosz bezweifelt werden Staub-Tobler 2, 806; in älterer sprache ist häufig: auch ist nit gros dran gelegen, ob Luther 6, 203 W.; ligt euch .. nit grosz an in Schwartzenberg büchl. vom zutrinken 22 ndr.; doch kann hier grosz auch nominal empfunden sein (vgl. II 2 a): pluma haud interest es ist nit einer feddern gros dran gelegen Bas. Faber thes. 628a; vereinzelt geradezu: im muosz freylich grosses daran gelegen sein Wickram 1, 5 lit. ver.; bis in die neuere ma.: nicht grosz nach einem fragen sich nicht viel aus ihm machen Albrecht Leipz. 126a; ik sî der nitt grôt op Woeste westf. 86a; auch: et het em nitt grôts hulpen ib.; nich groots nicht sehr Stürenburg 76b; doch macht sich in dieser negativen fügung je später, je stärker eine besondere sinnesfärbung geltend, insofern sich neben der intensiven bedeutung die ursprüngliche quantitative wieder vorschiebt: wir aber wollen, woher ihr eigentlich der nahme kommen, nicht grosz streiten Rist n. teutscher Parnasz 68, d. h. 'nicht umständlich, mit groszem aufwand'; doch aber dieser ist so grosz nicht zu beklagen Rachel satyr. ged. 62 ndr.; ich habe nicht erst grosz sortiert keine besondere auslese gehalten Müller-Fraureuth 1, 444a; diese bedeutung ist bis in die neueste sprache durchaus lebendig, aber wesentlich nur neben einigen ganz bestimmten verbalen begriffen: zwar weisz ich wol, dasz .. meiner poetischen aufwartung nicht grosz nöhtig gewesen Neumark fortgepfl. musik.-poet. lustw. 1, 234; dass die tragödie der sitten nicht grosz bedürfe Lessing 10, 193 M.; sie achten auch uff unser schyssen nit grosz Balth. Springer merfart (1509) c 1b; doch hätte ich mich endlich auch nicht grosz an das verschweren gekehret Chr. Reuter Schelm. 13 ndr.; allerhand neuerungen, um die sich Jochen zwar nicht grosz kümmerte W. v. Polenz Grabenhäger 1, 270; niemand hatte grosz acht auf ihre abfahrt E. Zahn helden des alltags 27; es kommt hier auf ein menschenleben nicht grosz an Storm 5, 228. I@D@3@dd) diese bedeutungsspielart auch ohne negatioṇ, aber wesentlich beschränkt auf ganz bestimmte syntaktische fügungen: wer bekümmerte sich grosz umb den armen Lazarum? Schupp schr. 427; wie sollen wir grosz staunen Brentano 4, 121; was würde es dem ursprung der lügen grosz geschadet haben Lohenstein Armin. 2, 1606b; ach! sagte Petz, was fragst du grosz Lichtwer äsop. fab. 75; auf dieselbe linie gerathen schlieszlich wendungen, die ursprünglich wohl anders construiert sind: ist gott dein freund und deiner sachen, was kan dein feind, der mensch, grosz machen? P. Gerhardt bei Fischer-Tümpel 3, 423b; der wehre wohl ein narr, der es nicht thete? aber was ist es gros? Schoch com. v. stud. leben D 8a; was thut's so grosz, dasz ihr mal flausen macht? Tieck schr. 3, 468; die zu grunde liegende construction bricht noch spät gelegentlich durch: was hast du denn groszes an uns auszusetzen? 4, 47; vgl. aus heutiger ma.: na, hebb' ick nu jrosz wat davon? G. Hauptmann biberpelz (1893) 20; wat is do graut te vertellene! Bauer - Collitz 200a; auszerhalb solcher syntaktischen verbindungen ungleich seltener: ich achte unnötig zu seyn, dasz ein musicus uber dem einfeltigen urtheil .. sich grosz bekümmern sol Königsb. dichterkr. 68 ndr.; damit wär mir auch wol grosz gedient, wenn ich noch kinder dazu bekäme Lenz 1, 77 Tieck; besonderen sinnes: thu du noch grosz dein maul auf Anzengruber 3, 138. I@EE. gewisse gebrauchsweisen haben das gemein, dasz der quantitätsbegriff, der immer noch die grundbedeutung abgiebt, mehr oder minder stark gefärbt ist durch einen beisinn, der sich in anderen fällen (s. u.F) zum hauptsinn gemacht hat. I@E@11) in sehr mannigfaltiger verwendung mit einem beiklang der bedeutung, die als 'bedeutend, wichtig, wesentlich' auch selbständig auftritt (s. u.F 2 a): eine grosze reise zu thun ist für einen jungen mann äuszerst nützlich Göthe 23, 237 W., d. h. nicht schlechthin eine lange, sondern eine solche, die überdies bedeutendes sehen und erfahren läszt; und schon ist der neue chausseebau fest beschlossen, der uns mit der groszen strasze verbindet 50, 209 W., die nicht allein grosz nach ihrer räumlichen anlage, sondern bedeutend als verkehrsweg ist; entsprechend: grosser hof wil vil gsind schöne weise klugreden 132a; grosze städte, grosze sünden Chr. Weise d. drey klügsten leute (1675) 176; ein paar grosze handelsstädte Göthe 21, 53 W.; du hast nun einige grosze weltliche höfe ... gesehen Fr. M. Klinger 3, 216; vgl. schon: wurden ir die grôzen höve benomen Walth. v. d. Vogelweide 65, 29; die groszen werkstätten der literatur, die deutschen universitäten Ranke werke2 1, 161; eine macht ..., wie sie seit der zeit der groszen herzogthümer nicht bestanden 1, 50; die rechtsgeschichte der einzelnen groszen culturvölker Riehl dtsche arbeit 10; dasz Preuszen ... unter den groszen mächten nur feinde gefunden hätte Bismarck ged. und erinn. 2, 26 volksausg.; etwas anders (mit anklang an C): Africa einer ausz den drey grossen theilen des erdbodens Calepin xi ling., onom. 17b; ähnlich: die culturgeschichte .. in ihren vier groszen entwickelungsstadien Mommsen m. gesch.4 1, 3; auf anderer linie: die fursten schreben ouch den hantwergen .. zu Erffort grosze und vil breffe unde clagiten ubir den rad K. Stolle thür. chron. 148 lit. ver., d. h. nicht blosz lange, sondern gewichtige; nun folgt der grosze merkwürdige brief des apostels Johannis selbst Jung-Stilling 3, 22; vielleicht wirckt diese possierliche apothecker-büchse ... mehr, als wenn ich den Catonem mit grossen commentariis hätte auflegen lassen Chr. Weise erznarren 3 ndr.; ich schreibe jede that .. ins grosze buch, aus dem einst engel richten Klopstock oden 1, 102 M.-P.; halbtechnisch: Tancred. grosze heroische oper von Rossini. grosz ist sie, wenn dieses so viel heisst als lang aus einer kritik bei Börne 2, 92; er wird alle stücke tragen, in denen er eine grosze rolle hat Gutzkow werke 7, 241; vielfach auch uneigentlich: streitigkeiten, in denen ... der gegensatz ... eine grosze rolle spielte Ranke werke2 1, 11; vgl.rolle 1 c β, th. 8, 1139; ich hab eine grosze unterredung mit meinen bäumen gehabt Göthe IV 5, 18 W., d. h. lang und zugleich bedeutsam; jene grosze philosophische bewegung, die durch Kant begonnen I 46, 55; ganz anders, aber mit gleicher zwiespältigkeit der bedeutung: die drei schwarzen masken treten mit groszen bewegungen näher Schiller 3, 20 G., d. h. raumgreifend und ausdrucksvoll; sie stürzte sich auf ihre kleinere, zierliche gefährtin und begrub sie in einer groszen, mütterlichen umarmung H. v. Kahlenberg Eva Sehring 83. I@E@22) oder mit dem beisinn von aufwand und pracht: ze sô grôzem antpfange Nib. 583, 3 B.; grôze hôchgezîte 504, 4; grosse feste und hochzeit Arigo decam. 72 lit. ver.; in dem grossen schieszen Fortunatus 157 ndr.; dasz heute ... in Kösen ... der grosze holzmarkt gefeiert wird Göthe IV 29, 92 W.; etwas anders: vor dem hause des Kaiga-ma war grosze musik Bücher arbeit u. rhythmus4 262; pancket .. (ist) ein grosses mahl Gueintz rechtschreib. 35; der reiche herr ober uns giebt grosze tafel Nestroy 1, 9; auch durch andere weg als durch götlich menschen und heilige person grosser gotzdinst verpracht warde (während der pest) Arigo decam. 3 lit. ver.; eine grosze leiche funus amplum Frisch 1, 376b; und so noch heute in niederer sprache ganz gewöhnlich: da solls wohl eine grosze leich geben? O. Ludwig 2, 163; an so 'nem groszen begräbnisfest G. Hauptmann weber (1892) 50; grosze aufwartung apparitura solemnis Apinus gloss. nov. 256; grosze aufwartung 'heiszt am wienerischen hofe, wenn nebst den abgesandten und rittern des güldenen vlieszes alle hofämter ihre verrichtung leisten' Chomel öcon. lex. 4, 1367; der in der groszen livree der Wittekinds harrende diener Gutzkow zauberer von Rom 1, 286; da erschien frau Kurzmichel in groszem staate Ebner-Eschenbach 4, 34; ähnlich auch adverbial: bey ihm muss es grosz hergehen bey solchen gelegenheiten Fr. M. Klinger 1, 73, heute 'hoch hergehen'; grosz leben vivere alla grande, splendidamente Jagemann 546; hierher vielleicht auch: (sie hat) es auf dem freiherrlichen .. schlosz auch beim herrn und der gnädigen frau gar grosz Kortum Jobsiade 2, 182; vgl. aus neuerer ma. grosz gehn groszen aufwand treiben Follmann lothr. 218a; möglicherweise ist auch grosz stēn (werden) zu gevatter stehen (im henneberg. stolz sein) Schmeller 1, 1013 ähnlich zu verstehen. I@E@33) oder mit dem beiklang eines gefühlstones wie 'erhaben, gewaltig', auch 'furchtbar, drohend' u. ä. (s. u.F 2 a, d): wenn gleich zerfällt das grosze weltgebäude Paul Gerhardt bei Fischer-Tümpel 3, 365a; (gott läszt nicht ab) die grosse welt-öconomiam noch immerdar mit schönster ... ordnung unaufhörlich zu bestellen Hohberg georg. cur. 1, vorr. a 2b; so erblickt denn Luther in dem alten und neuen testament das symbol des groszen sich immer wiederholenden weltwesens Göthe IV 27, 234 W.: schwächer in der altererbten wendung: ihr durchstudirt die grosz' und kleine welt I 14, 94 (Faust 2012); vgl.grosz wernt macrocosmus Diefenbach 342a; (gottes) grosse ewige wonder niemant verlaugnet Arigo decam. 10 lit. ver.; herr wie sind deine werck so gros Hennenberger preusz. landtafel 1; nach dem grossen sünden-flusse setzte gott den gnaden-bogen Logau sinnged. 154 lit. ver.; die darstellung des letzten akts jenes groszen weltgeschichtlichen schauspiels Mommsen m. gesch.4 1, 4; die jüngere sprache kennt auch formen leiserer modulierung des quantitätsbegriffes: die bäume führten bergauf in einer langen ansteigenden prozession. grosz, ernsthaft, hundertjährig H. v. Kahlenberg Eva Sehring 36; 'herr graf!' fuhr der landrath auf und richtete sich grosz in die höhe Gutzkow werke 2, 299, nicht 'hoch', sondern 'wuchtig-drohend'; vgl. selbst: der pfaffe machte mir eine grosze faust nach Schubart leben u. gesinn. 2, 2. I@E@44) oder, indem der quantitätsbegriff eine ganz besondere, weniger concrete form räumlicher vorstellung gewinnt, wieder mit mehr oder minder starken gefühlsmäszigen beiklängen: (Wilhelm) erfreute ... sich der groszen gebirgsansicht Göthe 24, 9 W.; wenn sie uns .. hinausführen in die freie grosze natur Fr. Schlegel 5, 195; mit eigenem ton: man kann nicht immer grosze natur schwelgen Fontane I 5, 140; auf anderer linie: menschen die ein groszes und bewegtes leben führen Göthe IV 8, 292 W.; im fortgange der menschheit findet er .. sein daseyn gröszer und freier Herder 17, 5 S.; wie ist diesz in einem so groszen complicirten zustande (wie es ein aufenthalt in Berlin ist) denkbar? Göthe IV 33, 55 W.; wieder anders: alles geht nach einem groszen plane Rückert 1, 30; mittlerweile deine leblosen werke, sonne, mond und sterne, ihren groszen gang fortgehn U. Bräker 2, 223; weil sie (die natur) nach ihrem groszen gange tausend zwecke auf einmal befördert Herder 13, 54 S.; dasz das leben der staaten einen groszen gesetzmäszigen verlauf habe Justi Winckelmann 1, 210; nach ewigen, ehrnen, groszen gesetzen Göthe 2, 84 W.; noch entsinnlichter: der grosze und freie blick, mit welchem sonst jeder sein vaterland und seinen staat ansah Solger nachgel. schr. 1, 43; sich zu dem zu erheben, was die blume aller geschichtlichen forschung ist, zu den groszen und allgemeinen ansichten des ganzen Göthe 46, 97 W. I@E@55) technisch: grosz malen (peindre largement) ... breite pinseldrucke geben und die gegenstände durch grosze massen vertheilen Jacobsson technol. wb. 2, 155b; wenn man sagt, die gliedmaszen müssen grosz seyn, versteht man dadurch nicht, dasz sie gröszer und dicker als ihr maasz ist .. seyn sollen; sondern .. dasz man sie eher stark als kleinlich und eher fett als mager machen soll ib.; dafür auch grosze manier 156a; es sind die starken völligen gesichter im groszen stil, aus welchen man drei vier gesichter, oder vielmehr hübsche gesichtchen .. scheint schnitzeln zu können E. M. Arndt schr. für u. an s. l. Deutschen 1, 218; doch entfernt sich gerade diese formel gern noch weiter vom sinnlichen: sie (die erste venezian. oper) ist grosz im style Schubart ästh. d. tonkunst 38; in die bedeutung F 1 f übergehend: in diesen werken (griech. bauten) kann man den reinen groszen und soliden styl kennen lernen, in welchem jene glücklichen menschen arbeiteten Göthe IV 12, 45 W.; vgl. auch F 2 e. I@FF. schlieszlich löst sich die bedeutung von dem sinnlich-quantitativen ausgangspunkt und legt das schwergewicht auf den ausdruck innerer maszverhältnisse; gerade hier läszt sich die fülle der verwendungen und bedeutungsabschattungen nur andeuten. I@F@11) von menschen; die grösze bestimmt sich I@F@1@aa) nach besitz und schaffenskreis; hier spricht in gewissen verbindungen noch am ehesten die concrete grundbedeutung mit: der grosz meyer mit fünfftzig haupt vihe schöne weise klugreden 94a; der gros reich landmeyer Cato Sebiz feldbau 4; nach jenen ausgedehnten gütern des groszen landbesitzers Göthe 24, 61 W.; in den händen der groszen grundbesitzer Mommsen m. gesch. 1, 189; vgl. groszgrundbesitzer; Wilkens, ein groszer bauer O. Ludwig 3, 10; magnarius ein grosser gewerbsmann, der mit grossen kauffmanschatzen umbgeht Calepin xi ling. 854b; mer grosser kauffleut und unterkäufel Arigo decam. 31 lit. ver.; vgl. groszkaufmann; solt einer doch lieber ein schinder sein den ein grosser reicher pfaff Luther 19, 275 W.; ähnlich, aber erweitert durch den begriff politischer macht: an den grozzen grauffen von Ungern städtechron. 4, 78; ein groszer, sich dem kaiser gleichstellender fürst Göthe IV 33, 64 W.; vgl. schon mhd.: ez heten hie bevor die grôzen fürsten niht gelogen Walth. v. d. Vogelweide 107, 14; offt ist ein stand grosz und mächtig Lehmann florileg. polit. 1, 374; zu werden reich und gros durch krieg und krieges-waffen Grimmelshausen 3, 5 Keller; damit Cäsar Borgia grosz werde, musz sein bruder bluten Fr. M. Klinger 3, 227; etwas anders, zum folg. hinüberführend: und Mose war seer ein grosser man in Egyptenland fur den knechten Pharao 2. Mos. 11, 3; gewonheit ist die gröste frau, beherrschet alle welt Logau sinnged. 533 lit. ver.; an c grenzend: die herzöge, fürsten, groszen beamten Ranke werke2 1, 13; ähnlich auch als feste titulatur: soll die messigung zu der kais. maj. grossen hoffmeister oder in seinem abwesen zu einem andern hoffmeister .. steen dtsche reichstagsacte, jg. reihe 2, 140 (a. d. j. 1520); ein grosser hoffmeister wolte, sein herr solt nur landkinder zu dienst und emptern befürdern Lehmann florileg. polit. 1, 19. I@F@1@bb) nach ansehen und geltung: dô wart her gar grôz under deme volke (ob seiner wunderthaten) myst. 1, 193 Pf.; wer wênistu der der grôzere ist in dem rîche der himele? Beheim evang. buch, Matth. 18, 1; es gilt in Christi reich nicht grosz, sondern klein werden Petri der Teutschen weiszh. 1, C 1b; das solche ding wurden offentlich alda gesagt von dem grossen man (Simeon) ynn dem offentlichen, heyligen ort Luther 10, 1, 1, 381 W.; du (Moses Freudenstein) wirst ein groszer mann werden unter den fremdlingen Raabe hungerpastor 1, 177; wo ich meint die gröst ritterin worden sein, die in allem künigreiche was Arigo decam. 81 lit. ver.: die gröszten weiber, wo im städtle sind O. Ludwig 2, 55; ganz ähnlich in der häufigen formel: von dem aufgang der sunen unz auf iren undergang ist grosz mein name unter den heiden erste dtsche bib. 3, 28; doch mit nichten der meynung, einigen ruhm oder grossen nahmen damit zu suchen Götz v. Berlichingen lebensbeschreibung 4 Bieling; die schlacht von Marignano .. hatte ihm .. einen groszen namen gemacht Ranke werke2 1, 242. I@F@1@cc) nach geburt und stand. I@F@1@c@aα) die groszen menschen Diefenbach 343b s. v. magnas; gros geporen, gros vrey geborn ib.; aber auch: grosz von stadt magnatus ib.; jo hoger unde groter van state, jo he otmodiger sal syn Tunnicius sprichw. nr. 1128; grosz am stande und herrlichkeit Stieler 707; also 'hochgeboren, hochgestellt, vornehm': ich sag iu, daz die boten grôz wâren und fürsten genôz Lanz. 8731; an sîner geburt was er grôz Wigalois 137, 13 Pf.; dieweil sie .. grosse freund und sipschafft im land hatten Amadis 1, 14 lit. ver.; was kan grossen leutten löblicher sein, als wann sie sich von ihrer hochheit ... herunder lassen Moscherosch insomn. cura 8 ndr.; sollen sie den tod grosser häupter und vornehmer leute andeuten Prätorius winterflucht 360; meinen patronen und grossen gönnern J. Riemer polit. maulaffe, widm.; ich habe allen respect vor einen so groszen und vornehmen mann wie du bist Apinus gloss. nov. 466; es müssen auch diener und dienerinnen ... seyn, damit der geringere dem grössern auf den dienst warte Hohberg georg. cur. 3, 84a; da die geseze auch die grösten unsrer mitbürger angehn Klopstock gelehrtenrep. 28; so scheint ursprünglich auch das sprichwort von den groszen und kleinen dieben verstanden zu sein, bei dem man heute an 'diebe im groszen' denkt: die kleinen dieb henckt mann, gegen den grossen zeucht mann die kappen ab schöne weise klugreden 144a; auch manche anderen varianten des sprichwortes legen das nahe, s. th. 2, 1088; doch hânt mich grôze frouwen ie ir werden handelunge erlân Parz. 403, 2; grosz frawen geberen in dreien monaten (mit bezug auf Livia und die geburt des Tiberius) schöne weise klugreden 140b; des zucht und tugent einer iglichen grossen edelen frawen wirdig sein Arigo decam. 71 lit. ver.; heute mit besonderer färbung: die grosze dame wird ihr spielzeug bald satt H. v. Kahlenberg Eva Sehring 136; mundartlich: een graut mann ein vornehmer mann Strodtmann osnabr. 76; dat is man vör grote lüde das können nur vornehme sich halten Dähnert 163a; älterer sprache sehr geläufig als epitheton von fürsten, zumal in der anrede: der grosz durchleuchtig fürst und herr H. Sachs 2, 22 K.; grosz und mächtiger keyser, ich habe .. schausp. engl. comöd. 26, 3 Creizenach; o grosser prinz! v. König ged. 4; vernimm es, groszer könig Schiller 13, 8 G.; vgl. bereits iu enbiutet an den Rîn getriwelîchen dienestder grôze voget mîn Nib. 1133, 2. I@F@1@c@bβ) einige besonders entwickelte formeln; groszer herr: in dem selben lande nie dehein (sc. hôchzît) sô wünneclîche ergie und von herren alsô grôz Erec 10 059; scriver, eyn de groter heren sake vor steyt Diefenbach nov. gl. 332a s. v. scriba; es ist bösz, mit grossen herren kirschen essen Höniger narrenschiff (1574) 358; an grosser herren und potentaten geburts-tagen Prätorius saturnalia 4; es ist gar hübsch von einem groszen herrn, so menschlich mit dem teufel selbst zu sprechen Göthe 14, 23 W. (Faust 352); der gröszte herr, den die dörfler ... zu sehen bekommen, ist der pfarrer Stifter 5, 1, 200 Sauer; vgl. auch: des berühmten und grossen herrn vicekanzlers Strube Zimmermann einsamkeit 1, x; ungemein verbreitet, namentlich im 16. jh., ist groszer hans: herr Georg von Rosenberg und herr Georg truchsäsz von der Au und viel grosser hannsen mehr Götz v. Berlichingen lebensbeschr. 31 Bieling; auch die grossen hansen, so man die rethe zu hofe nennet Luther 30, 2, 559 W.; vgl. 19, 335; 23, 11 u. ö.; (das podagra) spricht hingegen wolbedächtlich bei den grossen hansen zu J. Grob dichter. versuchg. 30; gross und klein hansen bei den landsknechten Fronsperger nach Fischer schwäb. 3, 855, woselbst zahlreiche weitere belege; später verschiedentlich verändert: der grosze hans, ach wie so klein! läg', hingeschmolzen, ihr zu füszen Göthe 14, 134 W. (Faust 2727); wenn in den wind man treuer eltern warnung schlägt und selbst ein groszer hans sein will Chamisso Fortunati glückseckel 38 lit. denkm.; vom 16. jh. bis heute groszes thier: nach R. M. Meyer 400 schlagworte 3 findet sich bestia magna als scheltwort für einen äuszerlich vornehmen und protzenhaften, aber innerlich leeren gesellen in einem um 1516 verfaszten lat. mahngedicht Kaspar Scheits; gott ist ein grosser koch, .. drumb mestet er grosse thier, das ist mechtige könige und fursten Luther 19, 383 W.; worausz etliche urtheilen, dasz ein magister weyland ein grosses thier gewesen Happel akadem. roman 868; weiteres unter thier 4 b th. 11, 375 und bei Ladendorf histor. schlagwörterb. (1906) 111; vgl.dasz ich irgend ein groszes kalb (einen angesehenen schriftsteller) ins aug geschlagen (beleidigt) haben werde Wieland in: br. an Merck (1835) 247 Wagner. I@F@1@c@gγ) appellativ: der grosse herr, nemlich der grosz-türck il gran signore, il sultano Kramer teutsch-ital. 1, 568a; vgl. der grosse herr oder grosz-sultan Frisch 1, 376c; da der groysse here der zoldayn hoff heldet v. Harff pilgerfahrt 2; doch kreuzt hier die bedeutung a herein; dasz der grosze welt-herr hierdurch eure begierde zur freundschafft erwecken wil Chr. Weise polit. redner 39; ebenso bei: in Indien bey den grossen mogol Chr. Reuter Schelm. 5 ndr.; da läszt sich drauf schlafen, vergnügter als der grosze mogul Lenz 1, 44 Tieck; 'in Östreich bekommt die älteste erzherzogin, auch wenn sie noch in der wiege liegt, den titel grosze frau' Krünitz 20, 131; vgl. der groszen frau zu Zürch bin ich vereidet Schiller 14, 332 G., gemeint ist die äbtissin eines frauenklosters. I@F@1@c@dδ) mit sächlichem regens: dirre Anthonius was von grôzeme und von kunclîcheme geslechte myst. 1, 60 Pf.; geboren von eim solchen grossen geschlecht Boltz Terenz 92a; von einer vornehmen familie, die mit den grössesten häusern in Rom verwandt war Ramler einl. in d. schön. wiss. 3, 119; kutschen .., die durch die bedienten-livreyen die groszen familien zu erkennen gaben Archenholz England u. Italien 1, 1, 25; grosze zunft patricierzunft Fischer schwäb. 3, 853 (quelle von 1525); entsprechend groszer zunftmeister ib.; die grosze welt vornehme personen Adelung; ein mistfinke wird sich niemals in die grosse welt schicken Heinse 2, 136 Schüddekopf; in der verderbten groszen welt von Madrid A. v. Arnim 8, 24; ähnlich auch neben abstracteren begriffen: eines tags kam und begert ein mann groszes und sonderlichs ansehens, mich anzureden Kirchhof wendunm. 2, 382 lit. ver.; der sein sollende grosze ton, der doch mitunter merklich ins rüstike sank J. G. Müller d. herren v. Waldheim (1787) 1, 51; dadurch sie ire eigne vorfarn und groszväter, grosses stands und adels .. mit solchem geticht beruchtigen Vogelgesang heiml. gespräch 3 ndr.; doch kann hier die vorstellung 'vornehm' auch durch die mehr quantitative 'hoch' vertreten werden, wie denn in jüngerer sprache des öfteren dies adj. eingetreten ist: keiner sol sich eines grossen herkommens rühmen Friedr. Wilhelm sprichw. reg. c 2a; daz sie von grossem adell und reiche were Arigo decam. 70 lit. ver.; besser adelisch leben, und sich nicht grosses adels berhümen Friedr. Wilhelm sprichw. reg. b 2a (diese verbindung aber auch von D aus zu verstehen); ähnlich: die herren sollen der grossen tittel nicht achten g 1a; Prisca: .. gefelts ewer gnade? Martha: .. warum gebt ir ire so grosse titel? Vogelgesang heiml. gespr. 27 ndr.; etliche kommen zum ampt .. per nominativum, dasz sie grosse namen haben Lehmann florileg. polit. 1, 20; er kannte ihr geschlecht, ihren grossen namen Fr. M. Klinger 1, 219; doch hat groszer name meist einen anderen sinn, s. o. b. I@F@1@dd) nach können und leistung. I@F@1@d@aα) ist das Jhesus, der grosse man, der so grosse wunder hat getan? passionssp. aus Tirol 96 Wackernell; es ist eine wollust einen groszen mann zu sehen Göthe 8, 17 W.; nicht jeder grosze mann ist ein groszer mensch Ebner-Eschenbach 1, 48, das letztere zu e; Schiller ist ein groszer kerl Schubart br. bei D. Fr. Strausz w. 9, 32; sprichwörtlich: in kleiner heut stecken grosz leuth schöne weise klugreden 178a; vor eigennamen: sam der grôz Basilius spricht Konr. v. Megenberg buch der natur 160, 3; der grosse Alexander Luther 19, 589 W.; als der grosz keiser Karolus 47 jar regiert hat Judas Nazarei v. alten u. neuen gott 27 ndr.; dies die vorstufe zu: keyser Karl der grosz Fischart geschichtklitt. 39 ndr.; khaiser Otto der erst, genannt der grosse J. A. v. Brandis landeshauptl. v. Tirol 11; doch hält sich die ältere ausdrucksweise lange, um erst in jüngerer zeit die farbe zu verändern: meinem .. kayser, könige und herren, dem grossen Leopold Butschky Pathmos, einführ. 5a; wer ist an majestät dem grossen Friedrich gleich Rachel satyr. ged. 5 ndr.; wie der grosze Alexander, als er noch ein kleiner junge war Kästner verm. schr. 1, 217; die ... feinde des groszen Friedrich E. M. Arndt 1, 8 R.-M.; schlummerte nicht zuweilen der grosze Homer? Ramler einl. in d. schönen wiss. 21, 31; Basilius, der grosze kirchenvater Schubart leb. u. gesinn. 1, xi; die palmen welcken in der enge, und grosse fürsten im gedränge Besser schr. 1, 4 König; fehlt es uns nicht an männern, die alsdenn an die stelle der grossen ausländer und der noch grössern alten treten müszten Lessing 8, 14 M.; genau so gemeint ist ursprünglich die bezeichnung groszer unbekannter, zuerst auf Walter Scott bezüglich, vgl. Büchmann 22 29; dagegen neigt in anderen ähnlichen prägungen das adj. zu der intensiven bedeutung (s. o. D 2): der grosze heide für Göthe ib. 622; Ladendorf hist. schlagwörterb. 109; der grosze schweiger für Moltke 110; prädicativ nicht gleich geläufig: aber das ist dar inn (beim disputieren) das böst, das yederman wer gern der gröst Brant narrensch. 29 Z.; die heyligen seyen wie gross sie wollen Luther 10, 1, 1, 584 W.; auf derselben linie: bewunderung groszer exempel Ramler einl. in d. schön. wiss. 21, 135; ein groszes muster weckt nacheiferung Schiller 12, 6 G.; ein bild der völcker, welche früher als Rom in Italien grosz waren Niebuhr m. gesch. 1, 19; appellativ: die grosze nation gab ein groszes schauspiel Herder 23, 14 S., als übersetzung von la grande nation; heute gewöhnlich ironisch. I@F@1@d@bβ) wenn das subst. eine speciellere fähigkeit bezeichnet, kann sich die bedeutung des adj. nach D 2 hin färben: Leonardus Aretinus der gröst und beste redner und dichter N. v. Wyle translat. 8 lit. ver.; der grössten feldherrn jenes jahrhunderts wird gedacht Göthe 40, 6 W.; dasz er der gröszte und genialste klavierspieler seiner zeit war O. Jahn Mozart 4, 3; ein grosser acteur samml. v. schausp. (1764 ff.) 1, vorber. 6; dasz einer von den freunden .. ein groszer landwirt im kleinen war Lenz 3, 94 Tieck; ähnlich: (die) Kriechin was ein grosse meisterin gift zemachen Arigo decam. 269 lit. ver.; etwas anders, aber auch hierher: von dem grossen meinster Galieno 8; die wysen grossen doctores und raboni Judas Nazarei v. alten u. neuen gott 62 ndr.; es kan eyn bawr so wol eyn weisz wort reden als eyn grosser doctor Tappius adag. (1539) 159a. I@F@1@d@gγ) ähnlich von göttlichen wesen: erschrecklich ist der herr und sehr gross Grimmelshausen 2, 389 Keller; der allmächtige, grosze, starke gott! maler Müller 1, 108; rasen meine stolzen feinde, grosser gott! so segne du Neukirch ged. 57; bey'm groszen gott des himmels Schiller 12, 215 G.; in jüngerer zeit zum ausruf abgeschwächt: groszer gott, ich begreife nur nicht, was ihr herz so zusammen zieht Göthe IV 3, 25 W.; (ein geschöpf) das der grosze geist .. führte durch wüste Caroline 1, 23 Waitz; groszer brama, herr der mächte! Göthe 3, 9 W.; im jahr 1392 sandte die grosze frau im himmel einen engel aus Grimm dtsche sagen 1, 229; grosze Venus, mächt'ge göttin! Göthe 4, 92 W.; megalesia die fästtag ... der grossen göttin Cybeles Calepin xi ling. 878b; ähnlich: grosze vorsehung, ich will es dir vergeben Schiller 5, 38 G.; weiter ab steht: das grosze eherne schicksal .. regiert auch sie Lenz 3, 290 Tieck; dagegen vergleicht sich der grôze tiufel Lucifer Stricker bei Docen miscell. 2, 220. I@F@1@ee) nach gemüthlichen und geistigen qualitäten: grosz vom leibe und gemüthe sein et animo magnum et corpore esse Steinbach 1, 646; es giebt menschen, die innerlich beynahe grosz, äuszerlich beynahe klein sind, bestäubte, mit koth bedeckte ... edelsteine Lavater handbibl. (1793) 2, 109; der gütige Humboldt, der grosze, der weise B. v. Arnim d. buch gehört d. könig 1, viii; den herzog von Braunschweig, dessen grosse eigenschaften er zu würdigen wusste Göthe 46, 68 W.; doch lassen sich neben solchen fällen allgemeineren gebrauchs auch speciellere bedeutungen aussondern, wenngleich ihre grenzen stark verflieszen. I@F@1@e@aα) mit vorliebe von seelischer grösze: wie grosz, wie edel .. hat sich bei der ... theurung nicht manches herz zeigen können! J. Möser 2, 40; mein herz .. zu grosz zum neide Göthe 1, 48 W.; wars klein von mir, ihn (den fehler) hitzig zu begehen, so ist es grosz, ihn zu bereun Gellert (1789) 2, 64; aber grosz ist nicht, wer viele wie ein Xerxes überschifft, grosz ist, wer zu heil'gem ziele mit gerechtem wurfe trifft Brentano 2, 37; es giebt grosze gedanken, die in der brust eines höflings nicht raum genug finden; die freigebung Napoleons ist ein solcher Börne 6, 96; Turgot, immer grosz gesinnt, liesz den schriftsteller frei walten Dahlmann gesch. d. franz. revol. 83; wenn er fähig wäre gross zu fühlen Fr. M. Klinger 3, 122; und reden konnt' er, grosz und fürstlich reden! Grillparzer 6, 105; ähnlich, aber nicht ohne differenzierungen, die im 18. jh. in schwang kommende formel grosze seele: ich kenne die macht der dankbarkeit über grosze seelen samml. v. schausp. (1764 ff.) 1, 25; den unwissenden sind die geschäfte grosser selen unsichtbar stets und verdekt gewesen Klopstock oden 1, 28 M.-P.; ich weisz es, dasz ich einer so groszen seele, wie die deinige, alles entdecken darf Wieland Agathon 1, 256; es war eine selbstständige, grosse seele (Friedrich d. gr.) Herder 17, 32 S.; die ältere zeit hat in ähnlichem sinne: der fürste der tochter grosses gemüte wol vername Arigo decamerone 253 lit. ver.; (der poet) musz .. ein grosses unverzagtes gemüte haben Opitz dtsche poeterei 12 ndr.; bezeichnen ein recht grosz und königlich gemüthe v. König ged. 33; (das gefängnis) sein grosses hercze und edel gemüt im nicht gemindert het Arigo decam. 99 lit. ver.; grosses herz! ach zürne nicht Neukirch ged. 16; eigenartig: sie (die damen) alle diemütig von grossem diemütigen herczen und milte sein Arigo decam. 18 lit. ver.; ein gross gemüte pflegt in demut sich zu zeigen Rachel satyr. ged. 5 ndr. I@F@1@e@bβ) in anderen fällen liegt der schwerpunkt im sittlichen: die ehre ist ein sporn .., wordurch grosse geister zur tugend angespöret ... werden S. v. Birken ostländ. lorbeerhayn vorr. )( 2b; der mensch kann grosz, ein held, im leiden sein H. v. Kleist 2, 100 E. Schmidt; Rom war grosz, es war das unsterbliche und göttliche Rom, als es seine Furier, Decier und Fabricier hatte E. M. Arndt schr. für u. an s. l. Deutschen 2, 55; glückt uns nicht Brutus that — auch Catos tod war grosz Ayrenhoff 1, 81; adverbial: so in des vaterlandes groszer sitte lebt Claudia, die Römerin, auch grosz Brentano 2, 490; und soll das messenische volk einst fallen, so falle es grosz! Fr. M. Klinger neues theater 1, 7; etwas anders: vollende grosz, was weise begonnen (an Alexander v. Ruszland bei dem krieg gegen Napoleon) Stägemann kriegsges. 7; zu sterben ... sei aller loos; grosz zu handeln, nur weniger auserwählten Fr. Schlegel 4, 141. I@F@1@e@gγ) von geistiger überlegenheit: die groszen köpfe, .. die den plan zu einem epischen gedichte entwarfen Ramler einl. in die schön. wissensch. 22, 51; sodasz es nur eines groszen kopfes .. bedurfte, um ... das gebäude der geistlichen herrschaft zu vollenden Raumer gesch. der Hohenst. 1, 21; sanct Bernhart ist eyn man von grossem geyst gewesen Luther 15, 40 W.; mein churfürst, diesz hat dein verstand, dein groszer geist allein erfunden Gottsched ged. (1751) 1, 41; gern persönlich genommen: dasz ... kein grosser geist sich findet ohne einen gran von narrheit Göthe 45, 13 W.; ein groszer geist ist froh, auch andre grosz zu finden; er sucht sogar noch gröszre geister auf J. A. Ebert episteln u. verm. ged. 58; das .. raffinement (in E. T. A. Hoffmanns Don Juan), welches die gemeine sinnlichkeit mit der zerrissenheit und weltverachtung sogenannter groszer geister decorirt O. Jahn Mozart 4, 327. I@F@1@ff) nach höhe und weite des schauens und empfindens: dann erglüht nicht selten sein (Winckelmanns) grosser, den alten verwandter geist Göthe 46, 75 W.; und alle seine innern, seine äussern verhältnisse zur welt (wurden) mit so grossem sinne dargestellt als angeschaut 23; ich bin ... so für Michel Ange eingenommen, dasz mir nicht einmal die natur ... schmeckt, da ich sie doch nicht mit so groszen augen wie er sehen kann IV 8, 71; die ansichten sind grosz und rein IV 22, 41 bei der besprechung eines geschichtswerkes; ein lieblingsausdruck des späteren Göthe; wie wahr und grosz die empfindung! Solger nachgel. schr. 1, 2; die du dem fühlenden sänger grosze empfindungen schenkst Schubart ged. 2, 158; er lächelte grosz Hölderlin 2, 76 Litzm.; ähnlich auch von künstlerischem schaffen: die künstler hatten das idealische gefasst, ... sie arbeiteten grosz und leicht Niebuhr m. gesch. 2, 486; ich will zuletzt nichts, als dasz man das grosze recht grosz nehme Solger nachgel. schr. 1, 362; vgl. 2 d. I@F@1@gg) schlieszlich noch eine in oberd. maa. auftretende sonderbedeutung: groass grosz, stolz, aufgeblasen Lexer kärnt. 124; dàs ist a~ groasser! ein prahlhans ib.; grosz dran sin prahlhansig, hochmüthig sein Staub-Tobler 2, 804; literarisch nur vereinzelt zu belegen: sie aber war gross, dass sie auch eine mussqueten bekommen Fischer schwäb. 3, 856 (ca. 1700). I@F@1@hh) einige der unter a—g behandelten bedeutungsspielarten treten auch in der verbindung mit präpositionen auf; besonders d, und zwar neben in: der jude in seinem gelauben und judischen gesecze ein grosz meister und raby was Arigo decam. 30 lit. ver.; nun war er in den wissenschaften der gröszte mann Göthe 43, 279 W.; häufiger ohne subst.: und leuchte künftig, (unter der glänzenden gekrönten reihe deiner ahnherrn grosz in den künsten der triumphirer, in allen friedenskünsten der grössere) Ramler lyr. ged. 158; charactere, die grosz in übelthaten .. sind Gerstenberg recensionen 116 lit. denkm.; (die priester) ein geschlecht, welches immer und überall in frommen verfälschungen gross war Fr. Schlegel pros. jugendschr. 1, 240 Minor; dagegen scheint mehr quantitativ empfunden: wenn aber eyn gott viel gibt odder gros ym geben ist Luther 17, 1, 432 W.; dieselbe zwiespältigkeit bei von: der herr grosz von that, von rath weisz Joh. Förster bei Fischer-Tümpel 1, 56b; dagegen deutlich quantitativ, an a erinnernd: dieweil ich nicht von adel noch grosz von mitteln bin Chr. Weise d. grün. jugend überfl. gedanken 156 ndr.; godt de almechtige unde de groth van erbarminge ys Rotmann restit. 8 ndr.; an scheint jünger: o höchster! öffne deinen schoosz und mache die an wohlfahrt grosz, die .. Gottsched ged. (1751) 1, 63; ihr vater, grosz und reich an gütern .. Bürger 1, 164b Bohtz, ungewöhnlich ist zu: der niemahl satte frasz, ohn seinen got bauchlosz, und gotlosz ohn den bauch, allein zu schwelgen grosz Weckherlin ged. 2, 148 lit. ver.; selten und nur in älterer sprache auch mit einem gen. qualitatis: Marîa, hôch drîvaltec slôz, der tugende grôz Frauenlob 291, 2 Ettmüller; die engel, die doch der sterck und krefft grösser sind Luther 14, 48 W. I@F@22) bei dinglichem subjectsbegriff; die grösze bestimmt sich I@F@2@aa) nach kraft und gehalt. I@F@2@a@aα) und wünsch dir damit, nit .. ein fröliche sanffte ruo, sonder grosze ernstliche dapfere und arbeitsame geschäfft Hutten 1, 449 Böcking; ein ehrliches gemüth nimpt ime grosse ding für Friedr. Wilhelm sprichw. reg. k 1b; möchte ich doch auf Fausts mantel getragen mich ins opernhaus zu deiner groszen function niederlassen Göthe IV 29, 77 W.; weise leut thun selten grosse thaten Lehmann florileg. polit. 2, 899; wenn die neuere englische geschichte voller groszen thaten ist Archenholz England u. Italien 1, 1, 49; ähnlich spricht man von einer groszen tradition, geschichte; diese rückkehr zu seinen grossen überlieferungen sollte dem staate eine schreckliche demüthigung bringen Treitschke dtsche gesch. im 19. jh. 1, 238; auf den tapeten mag er da die schlachten der groszen zeit bequemlichstens betrachten Göthe 15, 79 W. (Faust 6384); (antike bildwerke) die zu gröszerer zeit, durch mehrvermögende menschen hervorgebracht wurden IV 40, 257; auf anderer linie: eine menge groszer und erschütternder situationen Gerstenberg schlesw. litbr. 114 lit. denkm.; ich bin weit entfernt, den plan dieses stücks zu tadeln, ich glaube vielmehr, dasz kein gröszerer ersonnen worden sei Göthe 22, 89 W.; ich halte diese popularität (bei Fichte) für eine annäherung der philosophie zur humanität im wahren und grossen sinne des worts Fr. Schlegel im Athen. 2, 31; das ist im gröszern sinne motivierung O. Ludwig 5, 413. I@F@2@a@bβ) auch einige prägnantere bedeutungen treten auf: 'furchtbar, schrecklich': und bedencken wurden, wer doch das grosse mort begangen het (einen fürstenmord) Arigo decam. 115 lit. ver.; ach waffen dess grossen mordes, den die fraw unwissentlich .. begienge buch der liebe 106d; so schon Nib. 1898, 4; diese gefaste einbildung (dasz der krieg dauern werde, so lange die erde steht) kommet uns grosz und schröcklich für Schupp schr. 781; es ist eine grosse sache, zu einer ewigen gefängnisz geboren zu werden Reinicke fuchs (1650) 133; im älteren nhd. öfter 'schwer, schwierig': das grosz schwer gebot ist unsz uffgetrochen durch die romanisten Eberl. v. Günzburg 1, 19 ndr.; niemant weisz, wie grosz es ist, got allein trawen, dan wer es anfehet und mit wercken vorsucht Luther 6, 234 W.; es ist ein grosser kampf mit sig mit dem glück kempfen schöne weise klugreden 140b; gab sich da usz für ein grossen meister, zuo berichten grosse fragen, dy sunst ander meister nit usz legen .. kunten Eulenspiegel 42 ndr.; die sach (das schreiben des buches) ist grosz und wirt mir saur Scheit Grob. v. 101 ndr.; vgl. schon: gote ist niht ze swære noch ze grôz sîner kraft Wigalois 177, 10 Pf.; 'verantwortungsvoll': darumb ist es grosz, zubesitzen das ampt der artzney, und nicht so leicht wie etliche vermeinen Paracelsus op. (1616) 1, 37 B. I@F@2@bb) nach bedeutung und wichtigkeit. I@F@2@b@aα) und hat nichts so gros in dem hause, das er fur mir verholen habe 1. Mos. 39, 9; meister, welch ist das grôzste gebot in der ê? Beheim evang. buch, Matth. 22, 36; von wegen derselben hohen bedeytung ist die ee genent ain gros sacrament Berth. v. Chiemsee teutsche theol. 682; die zeitung, die du bringst, muss gross und wichtig seyn Gottsched dtsche schaub. 1, 237; ich habe grosze neuigkeit zu verkünden Arnim 6, 247; vom Franken ein gesandter! grosz ereignisz Göthe 4, 332 W.; es ist eine grosz bemerkung, dasz die Franzosen ... die ersten waren, die es wagten, den mollton zum herrschenden zu machen Schubart ästhetik der tonk. 261; ein groszer (wichtiger) satz Kant (1838 ff.) 8, 36 H.; in den grössten wichtigsten puncten .. mag man Winckelmann keck vertrauen Göthe 46, 78 W.; hie hebt sich eine grosse (bedeutsame) frage Luther 24, 27 W.; nicht durch reden oder majoritätsbeschlüsse werden die groszen fragen der zeit entschieden Bismarck polit. reden 2, 30; der mann von genie, der einen allgemeinen irrthum verschreit, oder einer grossen wahrheit eingang verschafft Göthe 45, 13 W.; du sprichst ein groszes wort gelassen aus 10, 15; im volke ... regte sich noch kaum eine ahnung von dem grossen sinne des krieges Treitschke dtsche gesch. im 19. jh. 1, 245; sie (die kleinen heidelbeerbüsche am wege) standen wie dinge, die ein groszes amt erfüllen H. v. Kahlenberg Eva Sehring 35; anders: wenigstens für die geschichte ihrer religion lassen sich einige grosze (fundamentale) thatsachen gewinnen Scherer lit. gesch. 8; im älteren nhd. sehr häufig: wie kleyn glaub auff ander leuth zusetzen sei in grossen sachen schöne weise klugreden 75a; es seyen gross und wichtig sachen, darum mir jetzundt wöllen sprachen Endinger judenspiel 27 ndr.; so grosse sachen des glaubens und götlicher schrifft Vogelgesang heiml. gespräch 11 ndr.; es ist gar zu ein grosz ding um den ehstand heut zu tage Göthe IV 1, 185 W.; vgl. schon that is grôtara thing that man bisorgon scalsêolun managa Heliand 1865. I@F@2@b@bβ) in gewissen, z. th. formelhaften verbindungen gewinnt die bedeutung α in jüngerer zeit deutlich einen eigenen klang: 'von grundlegender, entscheidender bedeutung': das ist der grosze fehler fast aller theoretiker, dasz sie .. Gerstenberg recens. 193 lit. denkm.; ist dies musz nicht eine grosse lehre? Herder 5, 176 S.; die grosze frage: ist Jehovah der wahre gott? Jung-Stilling 3, 123; der groszen wahrheit voll, dasz alles eitel sey Wieland I 7, 164 akad. auf anderer linie: wem der grosze wurf gelungen, eines freundes freund zu seyn Schiller 4, 1 G.; ihr wankendes ansehn durch einen groszen schlag .. zu erneuen Ranke werke 21, 185; wieder anders: (sie werden) dir einen um den andern listig stehlen, bis, wenn der grosze erdstosz nun geschieht, der treulos mürbe bau zusammenbricht Schiller 12, 212 G.; gerüstet zum geschäft der groszen rache Mich. Beer 28. I@F@2@b@gγ) neben zeitbestimmungen; groszer tag alte geläufige bezeichnung für das jüngste gericht: Christo auff den grossen tag seiner erscheinung entgegen zu gehen Ambach v. zusauffen b 4a; barmhertziger gott, der du .. rechnung forderen wirst an deinem grossen tag Moscherosch insomn. cura 103 ndr.; wenn ihr dereinst am groszen tage steht, umgeben von den engeln eurer thaten Grillparzer 6, 211; von da aus vereinzelt auch: meine kinder verhungern sehn! und dann verhungern! das ist das grosze gericht Gerstenberg Ugolino 245 d. nat. lit.; erst seit dem 18. jh. im sinne 'festlich-bedeutungsvoll': hundert jahre können dich, grosser tag! uns neu gewähren Neukirch ged. 18; und so entlass' ich euch, damit den groszen tag, gesammelt, jedermann sich überlegen mag Göthe 15, 286 W. (Faust 10975); das war ein groszer tag (der communionstag) Anzengruber 3, 12; vgl.der grosze tag festlichkeit, familienfest Staub-Tobler 2, 805; anders: diess sey der grosse tag, wo man das treffen wagt Gottsched dtsche schaub. 1, 7; doch der grosze morgen (der vergeltung) wird ja kommen! Gerstenberg Ugolino 247 d. nat. lit.; als die grosze nacht sich hellte, jene heilnacht (der geburt Christi) Schubart ged. 2, 93; weiter appellativ von gewissen zeiten und tagen des christlichen kalenders: in der grossen wochen, so man auch die heilig nennet Bebels facetien deutsch (1558) m 4a; auch von einzelnen tagen der charwoche: der gros drüstag in der vasten quelle von 1362 bei Grotefend zeitrechn. 1, 77a; der grosse donstag, der grosse mitwuche Frisch 1, 376b aus Tschudi; der grosse sonntag palmsonntag Staub-Tobler 2, 805; grosse fasten 'allgemeine bezeichnung der frühjahrsfasten von aschermittwoch an' Grotefend 1, 58a; auch von anderen tagen: grosser fastelabend estomihi oder montag und dienstag danach 1, 57a; grosse fassnacht invocavit 1, 55b; item in dem selven jar was der gros fastabent of sant Petters dag städtechron. 14, 925; grosser sonntag estomihi oder invocavit Grotefend 1, 77b; groszes neujahr epiphanias Fischer schwäb. 3, 853; diesen umgang hält sie (frau Holle) bis zum groszen neujahr Grimm dtsche sagen 1, 5; grosser maitag 1. mai Grotefend 1, 77b, wo noch anderes dergleichen; si contingebat in festa sabbatum illud, szo hiesz er doch der grosse sabbath Luther 34, 1, 259 W.; als der August zu Rom das grosse stuffen-jahr .. sein drey und sechzigstes, im vierten überstiegen Besser schr. 1, 7 König. I@F@2@cc) nach anspruch und aufmachung. I@F@2@c@aα) groszthuerisch, prunkend: mit guten thaten erlanget man basz ein gedechtnis, dann mit grossen uberschrifften der greber Friedr. Wilhelm sprichw. reg. b b 1b; grosse prechtige tittel thun nichts zur sachen t 2a; ist sonsten nichts zu fangen, als mit den tituln nur und grossen briefen prangen Rachel sat. ged. 122 ndr.; so vor allem: grosze wort, pracht der worte magniloquentia H. Decimator thes.; grosse wort und nichts darhinder Friedr. Wilhelm sprichw. reg. t 1a; die wort sind grösser als der mann Lehmann floril. polit. 3, 50; von ihren weitläuftigen geschäfften und ihrer amtsmässigen zerstreuung ein paar grosse worte zu seufzen Rabener 6, 171; die neigung der jugend zum geheimnisz, zu ceremonien und groszen worten ist auszerordentlich Göthe 23, 211 W.; etwas anders in der häufigen formel: der wirth war .. burgermeister, darumb sasz er auch unter seinen gästen und hatte das grosse wort allein Chr. Weise d. drei klügsten leute (1675) 167; wo eine betschwester oder ein müssiggänger das grosse wort führen Rabener 5, 26; Ghiberti, der .. gewohnt war, in sachen der kunst das grosze wort zu führen H. Grimm Michelangelo 1, 33. I@F@2@c@bβ) ähnlichen klanges: grandiloquus der hoch einher redt, der von grossen dingen redt, herrliche wort braucht Calepinus xi ling. 625a; sy (die hochmüthigen) reden grosse hefftige ding Albr. v. Eyb spiegel d. sitten (1511) 8a; auf anderer linie, aber ebensowenig schlechthin quantitativ: auch soltu ausz einr kleinen sachen allzeit ein grossen handel machen Scheit Grob. 3721 ndr.; man macht auch kein grosz werck darvon, fleisch in der fasten .. zuessen Fischart bienenkorb a 5a; (dein weib) wirt dir ein langen text daher .. und ein grosse histori machen Scheit Grob. 4016 ndr.; besonders: (dein weib wird) machen erst ein grosses wesen und dir ein lang register lesen 3998; man schwätzet mir viel vor, man macht ein grosses wesen Rachel sat. ged. 141 ndr.; was groszes wesen ist ein kusz Königsberger dichterkr. 103 ndr.; nicht gesonnen, grosze umstände zu machen O. Ludwig 2, 358; et is ken graut roǖmens derfan te māken Bauer-Collitz 86a; vgl. schon mhd.: wâ mite machet irz sô grôz? so viel aufhebens davon Erec 8034. I@F@2@dd) nach innerer weite und erhabenheit: es ist alles so grosz um mich, wie wenn gott durch die nacht ginge Jean Paul sämtl. w. 7 (1826) 274 R.; zuweilen mit stärkerem anklingen der quantitativen grundbedeutung: drinnen (im dom), wie grosz nimmt uns das auf. wie strömt das beklommene herz in eine unendliche weite Gutzkow werke 11, 99; jene mythen, wahrhaft grosz, stehen in einer ernsten ferne respectabel da Göthe IV 23, 25 W.; die religion ist schlechthin grosz wie die natur Fr. Schlegel im Athen. 1, 2, 92; von künstlerischen schöpfungen: das gröszte werck der innern groszheit nach die rotonde (in Rom) Göthe IV 8, 45 W.; vier kleine lieder, die sie (die sängerin) dergestalt grosz zu machen wuszte, dasz die erinnerung daran mir noch thränen auspreszt IV 37, 189; das tutti kehrt wieder, wie ein riese hehr und grosz schreitet das unisono fort E. Th. A. Hoffmann 1, 13 Gris.; das lied ging fort und wurde grosz und fromm, erschütternd einfach, wie im kirchenstyle vorgetragen Stifter 1, 145 Sauer; kometen winken, die stund' ist grosz Göthe 16, 372 W. I@F@2@ee) endlich in einem gebrauch, der einem qualitätsurtheil nahe kommt, aber nur in einigen wendungen neuerer sprache: man spricht von schöner klangwirkung einer groszen stimme; ein groszer wein; in der sprache des sports: das pferd lief ein groszes rennen, gewann in groszem stil, war in groszer form u. ä. I@GG. eine reihe verbaler verbindungen ist gesondert zu behandeln, weil sie z. th. mehrere der unter A—F entwickelten bedeutungen übergreifen. I@G@11) grosz machen, in stark schwankender bedeutung: I@G@1@aa) zunächst in dem ursprünglichen, rein quantitativen sinne: groszmachen oder weitern, mehren ampliare Decimator thes.; daz der herre hat groszgemachet sein derbarmd cod. Tepl. 79 var.; das sind alles wort einer grundlichen rewe, die da gros macht und viel die gnade gottes, ynn dem das sie gros und viel macht yhre sunde Luther 18, 499 W.; an der zweiten stelle aber schon in dem besonderen sinne 'verbis augere', und so nicht selten: es scheinet .. nicht, das so grosse fahr ... daran lige. aber s. Paulus machets warlich gros, das es nicht gelte geld noch gut 34, 2, 388; und ob schon ettliche thorechte pfäfflein .. grosz machen das fasten gebot Eberlin v. Günzburg 1, 20 ndr.; dann hilft ihr aufschneiden und groszmachen so viel, dasz man sie thut auslachen Opel-Cohn dreiszigj. krieg 422; ein ding mit worten grösser machen als es ist Kramer teutsch-ital. 1, 569b; seinen schaden, seine schmerzen gröszer machen (vorstellen) als er ist Adelung; vgl. schon grosser machen maiorare Diefenbach 344a; anders 'prahlerisch erheben' (vgl. b): grosz machten sie den (sieg) mit schriften und geschrei P. Eschenloer gesch. d. st. Breslau 2, 46; die groszmachende stimm Augusti .., welcher .. sprache ..: Rom hab ich von ziegelstein empfangen, ich verlasz sie euch von marmel Schupp schr. 742; sehr häufig im älteren nhd. als magnificare: und machten grosz gott der Israhel erste dtsche bib. 1, 60 var.; des feindes lob macht den uberwinder desto grösser Friedr. Wilhelm sprichw. reg. g 1a; mein sel macht grosz den herren Berth. v. Chiemsee teutsche theol. 193; in dieser bedeutung bisweilen zum festen compositum verwachsen: mein seel grossmachet den herrn Tauler serm. (1508) 192b; ich lobe und groszmache dich herzmaner 11a; dar dorch men godt laven, benedyen unde groitmaken mach B. Waldis verl. sohn 3 ndr.; weiter im sinne von F 1 a: die herren machen die offt gros, welche ihnen am ungetreuesten sein Friedr. Wilhelm sprichw. reg. g 1a; diese bedeutung in neuerer zeit herrschend: will mit gold ihn überhäufen, .. grosz ihn machen, grosz und reich Grillparzer 7, 149; aber nicht die federfuchser haben Preuszen grosz gemacht Fontane I 5, 161; etwas anders: allein ... es fehlt ihnen (den italien. componisten) im ganzen, was Mozart grosz macht über alle O. Jahn Mozart 4, 274. I@G@1@bb) reflexiv 'prahlen, sich brüsten': grosz machen sich selbst semet augere Kirsch corn. 2, 159b; ich bitt mengklichen, dass wir uns nit durch unser gross machen verfüerind Staub - Tobler 2, 804 (quelle von 1470); alldieweilen solch volck sonst nichts mehr weisz, als nur mit dem maule sich grosz zumachen J. Riemer polit. maulaffe, vorr. 8a; ohne mich eben grosz zu machen, ich bin ein ehrlicher bedienter Cronegk schr. 1, 40; er macht sich noch grosz er rühmt sich noch (s. dummheit) Follmann 218a; auch mit präpos.: sich mit etwas grosz machen Kramer teutsch-ital. 1, 568c; um sich damit bei andren grosz zu machen und rühmen E. Francisci traur-saal (1665) 1, 902; alle künste, womit wir uns so grosz zu machen pflegen Wieland (1794 ff.) 1, 86; etwas anders, milder: hier macht ein mägdgen sich mit einem kätzgen grosz Henrici ernst-, scherzh. u. sat. ged. 1, 289; vgl. damit sich der ... grosz gesehen macht sich ein groszes ansehen gibt Fischer schwäb. 3, 855 (quelle von 1562); im selben sinne: da er auf eine so dumme art den grossen machen wollte Petrasch lustsp. 2, 575; so noch heute im schweiz.: den grossen, sich grosz machen Staub-Tobler 2, 804. I@G@22) grosz thun, erst seit dem späten 17. jh. bezeugt; zunächst anscheinend 'prunken, protzen': grosz thun ostentare Stieler 2352; paradiren, eine parade machen, grosz thun, sich prächtig sehen lassen cur. bauern-lex. (1728) 129; wenn unsre mandarine der wissenschaft .. darben, indesz die unwissenden .. verschwenden und groszthun Herder 23, 553 S.; so lange die leute noch im wohlstand waren, wollten sie groszthun Zschokke 14, 203; und so mundartlich noch heute: der tut grösser als er ist Fischer schwäb. 3, 855; de nig groot doon kann, möt groot praalen Dähnert 162b; dann auch 'mit worten prahlen, sich brüsten': Tasso ist so gut als fertig. noch aber darf ich nicht grosz thun Göthe IV 9, 121 W.; für einen zwerg thust du gewaltig gross Pfeffel poet. vers. 7, 189; ich hab immer gesagt, was ich für einer wär, und hab grosz gethan O. Ludwig 2, 381; mit präpositionen: stöcke ... womit sie (die handwerker) durch die stadt groszthun B. Mayr päckch. sat. 68; zwar thut Saxo gegen das ausland noch auszerdem mit einer ganz besonderen .. quelle grosz Dahlmann gesch. v. Dänem. 1, 11; reflexiv: und hab ich gleich mit mir ein biszgen grosz gethan Henrici ernst-, scherzh. u. sat. ged. 4, 146; ich weis nicht, worauf sie grosz thut P. A. Schrader scherze (1762) 1, 195; will man aber mit dem briefe auftreten und noch grosz darauf thun Göthe IV 14, 66 W.; vgl. I 16, 20; (eine) die mit den göttern eifert und gegen sie grosz thut Schleiermacher Platon 6, 181; seltener mit reflexivem acc.: von dem kaltsinn so vieler menschen, die sich mit dem namen christen groszthun Lavater handbibl. 5 (1791) 58; und wenn sies nun wüszt ... und thät sich grosz damit, der Holders-Fritz ... thut, was ich will O. Ludwig 2, 131. I@G@33) grosz reden, sprechen u. ä. seit dem 16. jh.: es war gros geredt, quod ex semine Abrahae sol Christus etc. Luther 29, 34 W.; de ok grötspreken dorsten, helt me klöcker vor den forsten städtechron. 16, 155; (er) fängt an vortrefflich grosz zu sprechen Henrici ernst-, scherzh. u. sat. ged. 3, 482; namentlich mit von: denn bey dir, bey meinem sohne, musz es mir erlaubt seyn, von dieser sache grosz zu sprechen Garve Cicero von den menschl. pflichten 1, 59; sprachen gegeneinander grosz von sich und ihren thaten Droysen gesch. Alexanders 131; nicht selten auch als compositum geschrieben und empfunden: ei! so musz hr Klotz nicht groszsprechen Herder 3, 421 S.; wenn er recht log oder groszsprach L. Schefer ausgew. w. 7, 114; mit objectsatz: dahero nachmahls die Römer ohne grund groszsprachen, dasz ... Lohenstein Armin. 2, 1210a; groszprahlen Kramer teutsch-italien. 1, 570a; du schämst dich nicht, damit grosz zu prahlen? Schiller; du zwingst mich groszzuprahlen O. Ludwig 4, 366; selten; dagegen ist das part. groszprahlend sehr geläufig, s. sp. 575; von seinen zauberlaternen schwatzte er sehr grosz Z. C. v. Uffenbach merkw. reisen 1, 51; ein ... tyriacksman, der rühmet grosz von seinem tyriack, .. wie kräfftig derselbe were Kirchhof wendunm. 2, 166 lit. ver.; entsprechend: ein groszer sprecher grandiloquus Diefenbach 268c. I@G@44) etwas grosz achten, halten, schätzen: magnificare groszachten Diefenbach 343b; multifacio hoch oder gross achten Calepin xi ling. 918b; dass man die heyligen sacrament gross acht, sie yn ehren habe Luther 2, 686 W.; so .. dich dise allweg allein grosz hat geachtet Boltz Terenz 9b; er den Epigenem als einen kriegsgeübten mann grosz geachtet Xylander Polybius 289; diese von andern grossgeachte wollüsten .. der welt Grimmelshausen 4, 668 Keller; auch mit besonderen sinnesfärbungen: dasz wir lernen erschrecken für den greueln der papisten, dieselben lernen grosz achten Opel - Cohn dreiszigj. krieg 300; aber es wird jetz für gross geachtet, wo einer nur ein theil seiner ersten andacht ... behalten möchte Joh. Arnd Thom. a Kempis 13; sehr beliebt als negative wendung: aber das du mich liebhAvst, das acht ich nit grosz N. v. Wyle translat. 36 lit. ver.; und dörftends wol nit grösser achten, als wenn sy hett bissen ein lusz H. R. Manuel weinsp. 3769 ndr.; ob ich einmahl wein trincke oder nicht, ich achte ihn auch eben so grosz nicht Chr. Reuter ehrl. frau zu Plissine 23 ndr.; etliche weiber sollens auch nicht grosz achten, wenn sie von ihren männern .. getödtet werden v. Mandelslo morgenl. reisebeschreib. (1696) 95a Olearius; die formel gerieth theilweise unter den einflusz des intensiven grosz (s. o. D 3 b): denn die Lacedemonier nit grosz zärtlicher speisz und prechtiger essen achten Cyr. Spangenberg jagteuffel, theatr. diabol. (1569) 293b. — der jenigen, so gottes wunderwerck sehen, gros halten, loben und rhümen Luther 16, 277 W.; diser .. tyrannisch gwesen ist fürnemlich gegen denen, die Athanasium gross hielten C. Hedio chron. germ. 155b; dass die astronomey von den alten gross gehalten ist worden Paracelsus opera (1616) 2, 341; anders: der uff den sieg Juliani wartet und sein tröwen groszhielte (auf s. drohen viel gab) C. Hedio chron. germ. 184a; mit reflexivem casus: und sie, die sich von solchem hüpschem edlem jüngling gefreyet sahe, sich das grosz hielt Lindener rastbüchl. 38 lit. ver.; men sal sik nicht to grôt holden, men wet nicht, wat noch komen kan Tunnicius sprichw. nr. 387; verändert nach F 1 c: dasz er (der kurfürst) sich nicht zu grosz gehalten, kleine winkelzüge zu brauchen Lessing 12, 240 M.selten ist: groszschatzen magni pendere Decimator thes.; da ist ... alles ..., was die welt gross schätzet Dannhawer catech. milch 1, 259; ein dapfer gemüt schetzet sich auch gros Friedr. Wilhelm sprichw. reg. o 1a; später entstellt: grosz, ja übertrieben wurden die äuszerlichkeiten einer besser geglaubten vorzeit werthgeschätzt Göthe 49, 38 W.; nur lexicalisch: grosz wyegen vel achten magnipendere Diefenbach 343c. I@G@55) grosz halten, denken von etwas: Balbum quanti faciam .. wie gros ich vom Balbo halte Bas. Faber thes. 243b; der aber gschwind finantzen kan, der ist der man, von dem man grosz musz halten G. Forster frische teutsche liedl. 147 ndr.; auch reflexiv: die gros geystlichen .. können nicht anders denn yhn selbs wolgefallen .., gros von sich halten Luther 18, 484 W.; die andern stolzen heiligen, die viel und grosz von sich selbs halten sämmtl. w. I 6, 4 2Erlang. ausg.; hier scheint deutlich, dasz grosz zunächst object war (= groszes), um erst später adverbial empfunden zu werden; im selben sinne ursprünglich grosz denken: Altfranken .. die grosz vom vaterlande denken Klopstock w. 12 (1817 Göschen) 100; der hochselige hat immer grosz gedacht von euer gnaden fürtrefflichem verstand und feldherrngaben Schiller 12, 218 G.; doch färbt sich diese wendung nach F 1 e: von seinem fürsten edel und grosz zu denken 1, 14; man musz den phalanx der männer verstärken, die über das grosze grosz denken K. Fr. Cramer Neseggab 3, 5. I@G@66) sich grosz wissen, dünken: diejenigen für stümper zu schelten, die sich grosz damit (mit dem beifall des pöbels) wissen Liscow samml. sat. u. ernsth. schr. 480; mag doch also der gelehrte musicus sich damit grosz düncken Ramler einl. in d. schön. wissensch. 21, 214; so däuchte er sich in seiner bosheit grosz Sal. Gessner 2, 50. I@HH. die alte formel grosz und klein ist ebenfalls für sich zu stellen, weil sie über ihr ursprüngliches geltungsgebiet hinausgegriffen hat. I@H@11) von haus aus in der bedeutung B 1; frühzeitig im sinne einer zusammenfassenden formel 'von verschiedenem gröszenmasz': dâ nâch chômen steinegrôzze und chleine Milst. exod. 144, 26; daz (laken) schein des nachtes .. von dem edelin gesteine grôz unde cleine, daz dar allenthalben ane stunt graf Rudolf 2, 4; es sein auch darinnen (in Schlesien) viel fischreiche wasser, gros und klein Rätel Curäi chron. 275; in jüngerer sprache nicht mehr so verbreitet wie ehedem: gröszere und kleinere feste Göthe IV 32, 50 W.; häufiger in der bedeutung 'alle insgesamt': dô îlte er (Noah) ûz lâzencleinez unde grôzez Vorauer gen. 13, 13; sie zalden mîn gebeine beide grôz und cleine Hesler ev. Nicod. 1620; (es) warden von got erschaffen ... vögel und visch, grosz und klein Albr. v. Eyb dtsche schr. 1, 40; alle geschöpf grosz unde klein H. Sachs 1, 436 K.; vgl. kein thier auf erden so grosz, so klein, es geht niemahls allein maler Müller 1, 84; sächlich und substantiviert: wen undir einandir vechten di steine, daz si rîzen grôz und kleine Brun v. Schönebeck 10 971; auch flectiert: all dies einrichtungsmaterial, kleines und groszes Fontane I 5, 20; zu F 2 gehörig: halt immer dich an den natursinn: in ihm hat grosz und kleines sitz Grillparzer 3, 212; ungewöhnlich in adverbialer verwendung: weiszt du nicht heute abend klein und grosz mir zu erzählen, was sich hier begab 7, 26. vgl. im groszen und kleinen II 2 d. I@H@22) am häufigsten auf personen bezogen im sinne 'alle insgesamt' und so bis in unsere zeit voll lebendig: dô rifen die juoden gemeine beide grôz und cleme Christ. u. Pil. 18 bei Kraus dtsche ged. d. 12. jhs., dazu die anm. s. 247, woselbst zahlreiche nachweise fürs mhd.; so sehr formelhaft, dasz der ursprüngliche sinn darüber vergessen werden konnte, z. b.: 'nu habe wir diz getân', sprâchen si algemeine grôz unde cleine Straszb. Alex. 4093 Kinzel, wo höchstens 'ritter und knappen' gemeint sein können; erst in jüngerer sprache wieder anschaulicher: sie sassen da alle gross und klein (= die ganze familie) Jung-Stilling 1, 290; gross und klein, alt und jung, alles kam, euch zu sehn Babo schausp. 1, 16; weitere belege unter klein th. 5, 1090; auch nach präpositionen unverändert: und wird von gross und klein gefragt Günther ged. 128; ein kräftig ja, ein freundlich nein macht dich beliebt bei grosz und klein Ulr. Hegner schr. 5, 215; die umgekehrte reihenfolge mhd. höchstens aus reimgründen gelegentlich, z. b. Straszburg. Alex. 5217 Kinzel; im älteren nhd. aber häufiger: der tod nimpt gleych hin die armen und die reychen, klein und grosz Frisius dict. 1227b; frauwen .. die .. durch ihre tugendt viel ehr und gnaden von klein und grosz uberkommen haben buch der liebe 286b; sollen die kinder ynn der musica geübet werden, alle, klein und gros Luther 26, 237 W.; vor klein und grosz zu schustern Grimmelshausen 3, 432 Keller; als diese .. suppe aufgetragen war, setzte sich klein und grosz ... darumb her 410; flexion ist nicht häufig: der patriarche dô gebôt grôzen und cleinen allen gemeinen, daz si sungen gote zu êren graf Rudolf 15, 21; 'â', sprâchens al gemeine grôze unde kleine Gottfr. v. Straszburg Trist. 3266; lasz groszen und auch kleinen die gnadensonne scheinen P. Gerhardt bei Fischer-Tümpel 3, 333b; eine ländliche festlichkeit ist geeignet die gemüther der kleinen und der grossen in allarm zu bringen S. Brunner erzähl. u. schr. 1, 41. I@H@33) seit dem nhd. nicht selten auch in einem abgeleiteten sinne; besonders 'hoch und niedrig' (s. o. F 1 c): wie denn auch viel ynn deutschen landen beyde gros und kleyn mein reden und schreiben ... verfolgen Luther 15, 27 W.; dass kein person, klein oder gross, in .. Österreich .. gerichtszwang üben .. sölle Tschudi chron. helvet. 1, 79; oh, das bei groszen und kleinen verehrung des kaisers, fried' und freundschaft der nachbarn ... bewahrt würde Göthe 13, 1, 299 W.; weiteres unter klein th. 5, 1098; 'bedeutend und unbedeutend' (s. o. F 1 b): die übrigen ausländer, grosz und klein, thaten ... ein gleiches Fr. M. Klinger 10, 156; von fürsten und staaten (s. o. F 1 a): doch grosz und klein ist gegen mich, und ich musz kämpfen Grabbe 3, 139 Bl. I@H@44) im mhd. ist auch der entsprechende negative gebrauch reich entfaltet: so ist der tier denn kain, weder groz noch klain, es pisse sich und grimm zs. f. dtsch. alt. 1, 121; noch horn deheinezgrôz noch chleinez Milst. exod. 137, 22; der wind nehete neheine maht, grôze noh cleine Pilatus 217; daz weder under in genas der grôze noch der cleine Konr. v. Würzburg troj. 12881; er het nit acht ir kaines, weder grosses noch klaines pfarrer v. Kalenberg 47 ndr.; substantivisch im sinne 'nichts': daz sî kleine noch grôz mohten gevâhen Hartm. v. Aue Greg. 950; entsprechend adverbial: weder klein noch grôzzespurt er nu den bracken j. Tit. 1257, 1; men he roghede sik nicht klein noch groet Reinke de vos 183 Prien; nhd. nur in einzelnen nachklängen: veracht mein rhat nicht grosz noch klein H. Sachs 19, 25 K.-G. IIII. substantivisch. II@11) persönlich. II@1@aa) im sinne der bedeutung I B 1 c γ: mei groszer, de grusze der älteste sohn, die älteste tochter Müller-Fraureuth 1, 444a; der grosze (von zwei brüdern) der ältere Bruns volksw. d. prov. Sachsen 26b; wohl allgemein in ma. und umgangssprache; die älteren schulkinder heiszen die groszen Fischer schwäb. 3, 854; de groten möten de klenen nagewen wird zu älteren kindern gesagt Dähnert 163a; (Thiel) hörte den groszen ihre schulaufgaben ab G. Hauptmann bahnwärter Thiel (1892) 16; den kleinen gebt die rute, die groszen steckt ins loch Gerok auf eins. gängen 20111; der, die grosze oberknecht, groszmagd Fischer schwäb. 3, 854 (vgl.grosz I B 1 f); meist elliptisch zu verstehende ausdrücke; ebenso auch: der, die grosze groszvater, -mutter Hertel Thür. 110; lux. ma. 156; grôssen groszmutter Staub-Tobler 2, 806; häufiger deminutiv: grōsi m.; grōsi, grōsseli f. und n. ib.; grosel groszmutter, überhaupt alte frau Schmidt Straszb. 45a; vgl. Follmann 218b; Autenrieth 57 und sonst; nd. groszke groszmutter, alte frau Frischbier 1, 255b; grootje groszmütterchen Stürenburg 76b; beschränkter anwendung ist groszchen für groszkind zs. f. d. w. 2, 329. II@1@bb) in literarischem gebrauch gewöhnlich im sinne der uneigentlichen bedeutung I F 1; erst in jüngerer zeit gelegentlich nach F 1 d oder e: noch denken wir mit den gedanken jener groszen und weisen Herder 16, 36 S.; die einzelnen groszen stehen weniger isolirt unter den Griechen und Römern Fr. Schlegel im Athen. 2, 68; ich weisz heute, dasz ich nicht zu den groszen gehöre Schnitzler Anatol (1901) 77; zumeist aber nach F 1 c; hier tritt substantivischer gebrauch schon im älteren nhd. auf, doch festigt sich die ausgesprochene substantivierung im sinne 'optimates' erst mit dem späteren 17. jh.: die wenigen und die grossen und die reychen und die armen erste dtsche bibel 2, 503; fande (er) von den höchsten grösten und kleinsten gemeiniglichen alle in unzucht Arigo decam. 31 K.; was für .. schändliche fehler begehen etliche, sonderlichen die grössere Schupp schr. 756; solches aber zu verhüten, machten die grossen in Meden ihnen kein gewissen A. U. v. Braunschweig Octavia 1, 48; Clotharius II. hatte Arnulpho, Pipino und einigen andern groszen ... zu dancken Hahn einleit. zu der keiserhist. 1, 5; die liberalität der römischen groszen gegen die unteren stände Jhering geist des römischen rechts 2, 1, 256; mit präpos.: dasz er keine freunde unter den groszen im kriegs - departement hatte Bode Thomas Jones 3, 151; der charakter der groszen in der nation Kästner verm. schr. 2, 52; häufiger mit gen.: die grossen des hoffes Ziegler asiat. Banise 87; den groszen der erde Archenholz England u. Italien 1, 1, 5; beruht auf: wie der name der groszen auf erden 2. Sam. 7, 9; variiert: es haben die groszen dieser welt sich der erde bemächtiget Göthe 21, 53 W.; vgl. was sind wir groszen auf der woge der menschheit 8, 184; auch mundartlich: die grossen die durch vermögen und sociale stellung hervorragenden Staub-Tobler 2, 804; ein groasser ein fürst, ein vornehmer Schöpf 216; vgl. Müller-Fraureuth 1, 444a; ich hab's von eme grosze Askenasy Frankf. 177, hier besonders von personen des stadtregiments. II@22) sächlich. II@2@aa) von der concreten grundbedeutung aus zu verstehen: vele kleine maken ein grot Tunnicius sprichw. nr. 1041; das klein wird gestohlen, dasz grosz genommen Lehmann florileg. pol. 1, 331; zudem ist die natur in dem kleinen eben so grosz .. als in dem groszen Breitinger crit. dichtk. 1, 120; auch noch: die arme meines geistes .., mit denen ich ins unendliche griff und .. ein groszes zu umfassen hoffte Göthe 21, 131 W.; gewöhnlich unsinnlicher im sinne der bedeutung I F, und zwar in vielfältigen modulationen; gern in sprichwörtern: it is ein gek, de grôt annimt sunder hulpe Tunnicius sprichw. nr. 1342; wem das wenige verschmahet, dem wird das grosser nicht Luther fabeln 17 ndr.; wer das geringe nicht achtet, der ist desz grossen nit werth Lehmann florileg. pol. 1, 289; im geringen sicht man, was einem in grossem zu trawen 1, 344; es gibt offt einer etwas geringers, dasz er ein grossers davon bringe Petri d. Teutschen weish. 2, z 8a; in kleinem fänget man an, in groszem höret man auf Chr. Wolff gedanken von der menschen thun 628; so fern er .. im grossen wie im kleinesten trew, fleissig und fürsichtig ist Mathesius Sarepta 7a; in jüngerer sprache nähert sich diese formel adverbialem gebrauch, s. u. d schlusz; ganz entsinnlicht: ich bitt nit grosses N. v. Wyle translat. 33 lit. ver.; mich truckt ein grössers, lieber sun! H. Sachs 6, 150 K.; ich wer dir wol geneigt in dem und noch vil grosserem zuo willfarn Seb. Virdung musica getutscht a 4b; anders: dasz das groszes zu bedeuten (hat) Grillparzer 4, 86; doch in dieser wendung gewöhnlich etwas gr., s. u.c; es gehe nichts am hofe vor, weder groszes noch kleines Mörike 3, 20; das grosze an der sache ist die wissenschaftliche verwertung Schnitzler Anatol (1901) 17; es ist das grosze nicht das hat nicht viel zu sagen Albrecht Leipz. 126a; neuerdings häufiger: dasz ich der graf P** aus M— und zu groszem berufen sei E. Th. A. Hoffmann 6, 23 Gris.; du bist zum gröszten bestimmt Laube 2, 136; etwas anders: er ist einer von denen, die die natur zum groszen geschaffen F. M. Klinger 3, 37; ebenso jung sind wendungen wie: wer groszes will, musz sich zusammenraffen Göthe 4, 129 W.; begierig nach vergnügen, ungeneigt nach groszem zu trachten Gervinus gesch. d. dtsch. dichtung 45, 10; ein held ist, wer das leben groszem opfert Grillparzer 5, 67; die formel das grosze (als begriffliche abstraction der bedeutungen I F 2 a und d) ist eine schöpfung der klassischen periode; mit verschiedenartig gefärbtem sinn: und es ist eben so wahr, dasz das grosze, das edle, das gute ... in der metaphysik unsrer begriffe was anders ist, als die grösze, der adel, die güte Herder 4, 303 S.; weil dieses garstige gezücht das schöne, edle, grosze herunterzieht Göthe IV 38, 171 W.; ein lebendiges gefühl für das grosze und schöne Gaudy 13, 11; aber das sittliche grosze lag .. auszerhalb dem gebiethe der poesie Fr. Schlegel 4, 70; Horaz hat .. vielleicht am meisten sinn für das heroisch grosze 1, 86; dasz das grosze, das schreckliche .. besser auf uns wirkt als das artige, das zärtliche Lessing 8, 42 M.; das einfach grosze und stille ihres charakters (von gebirgsgegenden) Göthe 24, 367 W.; im sinne der bedeutung I C: A. v. Humboldt .. deutete auf ein streichungsgesetz im groszen des erdbaues hin Ritter erdk. 1, 35; ähnlich in der formel: alle weissagungen, die auf das grosze und ganze der erlösung des menschlichen geschlechts .. abzielen Jung-Stilling 3, 422; vgl. I C 2; auf anderer linie, eine eindeutschung von frz. gros: meistens für das grosze in Deutschland Herder 1, 286 S.; vgl. 2gros schlusz. II@2@bb) auch etwas groszes vielfältig im sinne von I F: wer etwas grosz will bitten, der musz dargegen etwas schencken Lehmann florileg. pol. 1, 80; wenn jemand würt etwas grosses geschenckt, so vergandt es im jederman sch. w. klugr. (1548) 75a; enger (vgl. I F 1 b): ist diesz nicht puppen-werck, wer etwas grosses heissen und seinen lorbeer-krantz mit golde zieren wil Chr. Weise d. grün. jugend überfl. gedanken 172 ndr.; ähnlich: es mit der zeit .. zu etwas groszem in der welt zu bringen Eichendorf 3, 15; nach I F 2 b: dasz sich gemeiniglich, nach dem sich diese fisch sehen lassen .., etwas wichtiges und grosses am Bodensee zutrage fischbüchl. 158; ist in der politischen welt Europens kaum etwas groszes und merkwürdiges geschehen, woran die reformation nicht ... antheil gehabt hätte Schiller 8, 3 G.; seit alters in einigen wendungen besonderen klanges: (die scheinheiligen) zuo bant in zorn fallen, als were wider die nature was gar grosses geschehen Arigo decam. 165 K.; was war denn auch so groszes an dem ring? Tieck schr. 3, 352; s'ist gar was groszes um 'ne unze blut Müllner dram. werke 3, 12; auf anderer linie: mainend, sy thuoend etwas gross mit irem fasten Eb. v. Günzburg 1, 17 ndr.; jungkfraw, soll es seyn etwas grosz, dasz du herprangen thust zu rosz Spreng Äneis 235b; sie bilden sich was groszes ein auf etwas, was in ihrem kopfe sitzen soll E. Th. A. Hoffmann 10, 16 Gris., hier an die quantitative bedeutung von f streifend. II@2@cc) ins grosze ist in seiner ältesten verwendung zurückzuführen auf das kaufmannswort en gros, das als fremdwort in der 2. hälfte des 17. jhs. aufgenommen worden ist, s. Schulz fremdwb. 172a; seit dem ende des jhs. eingedeutscht und im sinne von I C verstanden: handel-häuser, .. in welchen die frembde kauffleute eingehen und ihre wahren ins grosz verhandeln Olearius persian. reisebeschr. 234; ins grosz verkauffen in solidum vendere Stieler 707; in grosz handeln Kramer teutsch-ital. 1, 569a; grossirer .. ist ein kaufmann, der ins grosze handelt Sperander 283a; preiss-courant von allerhand fein- und groben wahren ins grosz und klein Casselische ztg. 1731, notific. 3; auch eine reihe jüngerer gebrauchsweisen scheint sich aus dieser wurzel herzuleiten: die büchermacherei wird mir noch bei weitem nicht gehörig ins grosze getrieben Novalis 2, 8 Minor; denn er war hutfabrikant und trieb die sache sehr ins grosze G. Freytag ges. w. 6, 23; o, der treibt die unglücksmacherei schon ins grosze Nestroy 3, 66; ein beschränkter kaufmannsgeist, der es nicht wagt, sich ins grosze auszudehnen Fr. M. Klinger 3, 73; da die bestellung ins grosze geht Göthe IV 41, 19 W.; dasz er sie .. auszer stand gesetzt hat, thorheiten ins grosze zu begehen IV 10, 36 W.; selbwachsen ist die formel in wendungen wie: die zeichnung brauchte nur in kleinem format zu seyn, ich würde sie hier schon ins grosze übertragen lassen IV 12, 123 W.; Glimour ist beschäftigt, ein miniaturporträt .. ins grosze zu mahlen Babo schausp. 1, 179; auch bildlich: man hat von dem dichter verlangt, dasz er die fehler der jünger mehr ins grosze hätte malen sollen Gerstenberg recens. 124 lit. denkm.; eine begebenheit in einer einzigen oder in ein paar figuren, und dieses in grosz gezeichnet, vorzustellen Winckelmann (1808 ff.) 1, 243; anders: in diesen künsten, die so ganz dafür gemacht sind, ins grosze .. zu arbeiten Europa 2, 29 Schlegel; mundartlich: ' t is watt in't groote es ist was auszerordentliches Stürenburg 76b. II@2@dd) im groszen, mehr oder minder adverbial gebraucht, ist eine junge formel; in gewissen wendungen ebenfalls von en gros abhängig: ein guter materialienhändler im groszen Göthe 45, 16 W.; indem er holz im groszen kauft III 2, 103; die freiheit .., auf diesem markte im groszen zu verkaufen Möser 1, 101; die treiben holzhandel im groszen G. Hauptmann weber (1892) 56; (der garnträger) tauscht .. garn ein .., und überläszt es dann wieder mit einigem profit im gröszern an die .. fabricanten Göthe 25, 109 W.; andere gebrauchsweisen sind selbständig: 'im groszen arbeiten .. grosze gemälde verfertigen, deren figuren in ganzer oder wenigstens in halber lebensgrösze sind' Jacobsson techn. wb. 2, 156a; im groszen gemahlet dipinto in grande, in grandezza naturale Jagemann (1799) 546; der treffliche mann nimmt seine sache (die landwirthschaft) ganz im groszen Varnhagen v. Ense tageb. 1, 39; ein westindischer pflanzer hat dort seine pflanzungen angelegt und im groszen betrieben Ritter erdk. 1, 339; bey solcher gelegenheit geht alles im groszen, da wird mehr verschleppt und ruinirt, als genossen Meisl theatral. quodlibet 1, 55; auf anderer linie (vgl. I C): wärt ihr, philister, im stand, die natur im groszen zu sehen Schiller 11, 170 G.; die viehgeschichte bedarf noch ihres universalhistorikers, der die thiere im groszen zu greifen und zu malen verstünde Fr. Arndt bei E. M. Arndt schr. für u. an s. l. Deutschen 1, 73; die aufgabe des platonischen staates, und also der gesammten menschlichen thätigkeit im groszen betrachtet, sei keine andre Schleiermacher Platon 6, 43; ähnlichen sinnes wie im groben (s.grob E 2 schlusz): ich überlasse ew. wohlgeb., ob sie etwa .. eine zeichnung der vier jahreszeiten im groszen voraus entwerfen wollten Göthe IV 14, 70 W.; man .. mache einmal einen überschlag im groszen E. M. Arndt schr. für u. an s. l. Deutschen 1, 399; anders, 'im allgemeinen': hielt ich dasjenige vor unzulänglich, was ich an diesem gedichte im groszen und überhaupt gerühmet hatte Bodmer abhandl. v. d. wunderb. 433; 'in groszem umfange, maszstabe': reste einer furchtbaren bewegung .., die .. die oberfläche der erde im groszen verändert hatte Steffens was ich erlebte 1, 234; dagegen neben substantiven 'in vergröszertem maszstabe': das theater françois ist .. das theater Faydeau im groszen Solger nachgel. schr. 1, 54; schreitet ihnen eine gestalt entgegen, nuszknacker im groszen Immermann 1, 57; ähnlich, nur abstracter: barometer-beobachtungen .., die .. Pfaff .. durch ihre anwendung im groszen für die lehre von den climaten .. fruchtbar zu machen wuszte Ritter erdk. 1, 42; gern mit hinzufügung des gegensatzes: wie im groszen und in natura, so dienten mir diese stadtthürme .. auch nachgemacht und im kleinen oft zum spielzeuge Kerner bilderb. 10; es wiederholte sich nun im groszen, was ich im kleinen so genau wuszte Göthe 23, 59 W.; verblaszt, 'in jeder beziehung': wenn ich nicht wüszte, wie thätig sie für ihre freunde im groszen und kleinen sind IV 22, 75; zu im groszen (und) ganzen vgl. I C 2. II@2@ee) von besonderem interesse ist ein substantivisch gebrauchtes, unflectiertes neutr. grosz, das im mhd. und älteren nhd. nicht selten als mengenbegriff (vgl. I B 2 b) in ähnlicher function wie viel auftritt: dem gib der erzenîe alsô grôz same zwô welhesch nuz zwei dtsche arzneibücher 26 Pfeiffer; daz ich nicht goldes âne list sô grôz næme sô du bist (so viel wie du grosz bist) Stricker Karl 5398; vgl. auch das absolute grosz mit dem gen. des maszes, nim einer nusz grosz u. ä., als mengenangabe I B 1 e; ganz wie vil auch als zahlbegriff mit abhängigem gen.: (so dasz man) nie gesach noch nimmer mêr wirt sehende sô grôz ûf einer plânie der houbt, den man sî fursten namen jehende j. Tit. 1810, 4; Italia armentosissima vychreych, die grosz vych erneert Frisius dict. 120b; vgl. noch spät: zu messen, wie grosz ganzes er an seiner kleidung habe Gotthelf nach Staub-Tobler 2, 804; auch das in älterer sprache stereotype grosz neben kosten wird von hier aus zu verstehen sein: er liess auch zu Prag anfahen ein hohe schul und liess sich das gross kosten städtechron. 3, 156; wenn sie der krigk grosz gekost hatte Rothe thür. chron. 618 Lil.; unde heft grot gekostet Schiller-Lübben 2, 155b; selbst in fällen wie den folgenden glaubt man noch einen nachklang des alten grosz 'viel' zu verspüren: von der witwen, die mit eynem cleinen opfer grosz verdienet erste dtsche bibel 1, 432; verhyesz im grosz zu schencken Fortunatus 90 ndr.; gross gäben din vorfaren drumb, das sie mich hätten vor geläsen Eb. v. Günzburg 1, 35 ndr.; mit vil verbunden als tautologische formel: wan ir trehene vil unde grôz, die sie in die wunden gôz Tristan als mönch 1872; doch seind allweg der frösch vil und grosz im bach sch. w. klugr. 104b; (ein frauenminner ist) des hâr vil und grôz ist Konr. v. Megenberg buch d. natur 52, 10; und im ouch von früntschaft wegen des kaisers stetz grosz und vil geschenckt war N. v. Wyle translat. 24 lit. ver.; comparativisch: daz nuor ûwir gerechtikeit werde grôzir und mêrre dan der scrîbêre Beheim evang. buch, Matth. 5, 20 (lat. nur: plus quam scribarum); das unsser her der keyser durch die gnade gottis grosser und mehr wircken mag zu gotis ehre H. v. Cronberg schr. 9 ndr. II@2@ff) seit dem 16. jh. wird dieses grosz abgelöst durch ein groszes = viel: dann ein groszes daran gelegen ist Fronsperger kriegsb. 1, 106a; darob man sich ein groszes versprechen können Leibniz dtsche schr. 1, 329; mit der versicherung, dasz es ein groszes zu weiterer aufnahme .. ihrer blätter .. beytragen würde d. vernünft. tadler. 1, 410; dasz sie dadurch schon ein groszes über ihn gewonnen hatten Wieland Agathon 2, 216; sehr gern ganz concret von einer hohen summe geldes: das es ihm zu schwere wurde, ihre sendeboten .. weiter zu erhalten, den die zeit her ein gross auf sie gegangen Grunau preusz. chron. 3, 193; dasz darin alle jahr ein grosses auf die armen spendiret werde Schupp schr. 329; vgl. 330; es hat mich ein groszes gekostet; ich wolte ein groszes drum geben Kramer teutsch-ital. 1, 569a; noch Frisch erläutert: ein groszes magna summa pecuniae; aber auch: res magni pretii, magni momenti 1, 376c; die letztere bedeutung (vgl. I F 2 b) macht sich frühzeitig geltend in der beliebten wendung es ist ein groszes, die aber von haus aus auch nur quantitativ zu verstehen ist: das ist auch an ym selbs ein grosz, daz einer den willen hat selig zuo werden (lat.: et hoc multum est: velle servari) Mich. Herr sittl. zuchtbücher (1536) 87b; es ist ein grosz .. mit dem glück kempfen, noch ein grössers, hie nit erligen sch. w. klugr. 58b; ey köndt ihr dasz, das wer ein grosz Ayrer 2, 1426 K.; es ist ein groszes, die welt zu überwinden Auerbach schr. 5, 193; selten ohne artikel: wer dann nit recht eelich geboren ist, der mag mein gemelt nit wol sehen. der landtgraff sprach: meister, das wer groszes Eulensp. 40 ndr.; auch negiert: darumb ist auch kein grosses (macht es nicht viel aus), ob sich auch seine diener verstellend zuo prediger von der gerechtikeit Andr. Althamer v. d. erbsünde (1525) a 2b; adverbial: würde sich dieselbe (traurigkeit) ein groszes vermehren schausp. engl. comöd. 158 Creizenach; dasz mir die logik .. ein groszes gefruchtet Leibniz dtsche schr. 1, 377; im selben sinne auch um ein gr., je später, je häufiger: (die Ulmer) erweiterten sie (ihre stadt) auch umb ein grosz Seb. Franck Germ. chron. (1538 im augst) 171b; hierinnen ward er umb ein grosses bestärcket, als Ziegler asiat. Banise 41; seine naturgaben waren eben nicht von der ersten klasse. sie waren aber durch .. erziehung um ein groszes ausgebildet Bode Thomas Jones 1, 256; das haben sie denn freylich ... um ein groszes besser Göthe IV 29, 9 W.; um wie ein groszes würde die wahrscheinlichkeit ... dabei gewinnen? Lenz 2, 339 Tieck. IIIIII. grosz- als compositionsbestandtheil zeigt eine ungeheure triebkraft, die bis in die jüngere zeit immer neue compositionstypen geschaffen hat. im folgenden eine übersicht, die alter, eigenart und sproszkraft dieser typen an beispielen veranschaulichen soll, die meist aus dem bezirk der (beliebig vermehrbaren) gelegenheitsbildungen, der fach-, berufs- und standessprachen, z. th. auch der mundarten genommen sind. entwickeltere und allgemeiner gebrauchte zusammensetzungen suche man an alphabet. stelle. III@11) adjectiva. III@1@aa) im ganzen jung sind zusammenrückungen, in denen grosz noch als adj. selbständigen und veränderlichen sinnes empfunden wird, um die bedeutung des zweiten compositionsgliedes irgendwie zu ergänzen: groszdumm: womit soll ich diesen mann vergleichen? er ist immer groszdumm Pestalozzi 10, 172;
156012 Zeichen · 3147 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    groszadj.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    grosz , adj. herkunft und form. das adj. ist rein westgerm.: ahd. grôz, crôz, asächs. grôt, mnl. groot, afries. grât, ag…

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Grosz

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Grosz (spr. grosch), der polnische Groschen von 1 / 30 Gulden bis 1842 und außer Kurs Ende 1851; seit 1832 in Kupfer (da…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit grosz

692 Bildungen · 690 Erstglied · 0 Zweitglied · 2 Ableitungen

grosz‑ als Erstglied (30 von 690)

groszachtbar

DWB

grosz·achtbar

groszachtbar , adj. , höflichkeitstitel ( vgl. grosz III 1 c), der im 17. jh. aufkommt: magnificus ... prächtig, vel quem alii magnifaciunt,…

groszachtbarkeit

DWB

groszachtbar·keit

groszachtbarkeit , f. : dasz die groszachtbarkeit und das ansehen eines solchen kaisers .. darinnen bestehe ( unbeweglich zu bleiben ) P. de…

groszachtung

DWB

grosz·achtung

groszachtung , f. , verbalsubst. zu grosz achten ( s. grosz I G 4): groszachtunge magnipensio Diefenbach 343 c ; aber grusamer yrthum mag ge…

groszadel

DWB

grosz·adel

groszadel , m. , hochadel: unter diesem persischen ... groszadel Mommsen röm. gesch. 5, 455 . —

groszadelich

DWB

grosz·adelich

groszadelich , adj. , splendidiore genere natus Stieler 21 , bei dem aber das subst. noch fehlt. —

groszaderig

DWB

grosz·aderig

groszaderig venosus Diefenbach 610 c ; ( ein weibsbild ) dürr, groszadrent H. Sachs 3, 481 K.;

groszährig

DWB

grosz·aehrig

-ährig : wann die saaten ... groszähricht und vielkörnig ( sind ) Hohberg georg. cur. 2, 11 ; groszähriges liebesgras Schlechtendal flora v.…

groszältervater

DWB

grosz·aeltervater

groszältervater , m. , ururgroszvater; atavus Aler dict. 1, 985 b ; Steinbach 2, 884 ; auch nd. groot-ölder-vader Dähnert 163 a ; so hat Sua…

groszätte

DWB

grosz·aette

groszätte , m. , groszvater: progenitor Frisius dict. 1070 ; dem groszäti giengs eben so Ulr. Bräker 1, 14 ; auch heute noch allgemein auf a…

groszäugig

DWB

grosz·aeugig

groszäugig , adj. 1) was grosze augen hat: groszaugeter mensch o. thier Diefenbach 84 c s. v. bupthalmus; groszeugig turgidulis oculis Stiel…

groszahn

DWB

gros·zahn

groszahn , m. : abavus, proavi paterni vel materni pater ... groszäni Pinicianus (1516) m 3 a ; gewöhnlich aber umfassender ' vorahn ': etli…

groszahnherr

DWB

grosz·ahnherr

groszahnherr , m. : wer der heiligesten furstin .. vater, groszvater, eldervater, groszeldervater, anherre, groszanherre gewest seint Hedwig…

groszalmosenier

DWB

grosz·almosenier

-almosenier urspr. der träger des höchsten geistlichen hofamtes am franz. hofe K. L. v. Haller restaur. d. staatswiss. 4, 218 ; Grillparzer …

groszamt

DWB

grosz·amt

groszamt , n. : ehemalige Jakobiner in den groszämtern des consularischen staates Becker weltgesch. 13, 450 ; kenntnis des persischen hofs u…

groszangelegt

DWB

grosz·angelegt

-angelegt : groszangelegte, breitausgeführte gefühlsscenen G. Freytag 14, 124 ; das groszangelegte im römischen .. wesen Justi Winckelmann 2…

groszansehen

DWB

grosz·ansehen

groszansehen , n. : beide waren damals beim Nero in sonderbarem groszansehen A. U. v. Braunschweig Oct. 2, 984 ; bildung wie groszgunst, s. …

groszansehnlichkeit

DWB

grosz·ansehnlichkeit

-ansehnlichkeit , f. : es seien alles mit einander, so wol als alle andre groszansehnlichkeiten dieses grossen rundes, lauter schatten E. Fr…

groszartig

DWB

grosz·artig

groszartig , adj. , ganz junges, aber auszerordentlich reich und fein differenziertes wort; bei Adelung und Campe noch fehlend, erst in der …

groszartigkeit

DWB

groszartig·keit

groszartigkeit , f. , nicht in allen bedeutungen des adj. gleich entfaltet. 1 1) wenig üblich im eigentlichsten sinn des adj. ( s. d. 1), vo…

groszatmig

DWB

groszatmig von pferden als ein fehler Krünitz 20, 132 ; anders: die einzige art von freundschaft, die unsern groszathmichten jünglingen zu e…

groszauge

DWB

grosz·auge

groszauge , n. , zunächst ein groszes auge: groszauge des stolzes Schubart nach zs. f. d. w. 11, 112 ; dann ein wesen mit groszen augen ( vg…

groszbackig

DWB

grosz·backig

-backig : dasz hinter maul, weil solches gar groszbackicht sey Leyermatzs corresp. geist 67; von disen aufgeblasen groszbackenden gesellen (…

groszbänker

DWB

groszbänker , m. , ' ein bankmeister, welcher das recht hat, seine ware in einer groszen bank, d. i. öffentlichen bude, zu verkaufen ' Krüni…

groszbärtig

DWB

grosz·baertig

groszbärtig , adj. , barbuto Kramer teutsch-ital. 1, 569 b ; ein alter groszbärtigter mann H. C. Arend gedechtnis der ehren ... Albrecht Dür…

groszbäuchig

DWB

grosz·baeuchig

groszbäuchig , adj. , ventricosus Diefenbach 611 b ; darzuo seind die selsorger mester worden irer leib, feist, groszbauchet Steinhöwel spie…

Ableitungen von grosz (2 von 2)

ungrosz

DWB

ungrosz , adj. adv. , nicht grosz, der grösze ermangelnd Campe : es war u. von diesem groszen gehandelt Wolke ebda. mit un IV D ' sehr, unge…

urgrosz

DWB

urgrosz , adj. (ur- C 4 a. vgl. über-, ungrosz): das ist ein urgrosz wunder gewesen schatzbehalter B b 5 a ; beherzigen sie meine urgrosze b…