grosz,
adj. herkunft und form. das adj. ist rein westgerm.: ahd. grôz, crôz,
asächs. grôt,
mnl. groot,
afries. grât,
ags. grêat.
die vorform germ. *grauta-
ist mit hoher wahrscheinlichkeit etymologisch zu germ. greuta-,
ahd. grioz
zu stellen; derselbe vocal in anord. grautr
brei, vgl. Holthausen
anz. f. d. alt. 20, 234;
grundbedeutung also '
grobkörnig'
; auf sie führt die bedeutungsgeschichte des ags. wortes: grêat
urspr. von hagel und salz, erst seit dem 12.
jh. in allgemeinerem gebrauch, s. Kluge
dtsche sprachgesch. 194;
auf sie führt auch die entwicklungsgeschichte des deutschen adj., nur dasz das tempo der entwicklung hier schneller war als im ags. die schriftsprachliche form ist sehr fest: im älteren nhd. vereinzelt grusz
geschrieben: grusz wustinunge Diefenbach 225
b s. v. Pharan; vgl. mit .. grovssem flysse
N. v. Wyle
translat. 10, 6
Keller; etwas öfter mit einem unechten umlaut: grosz, groesz
vastus Diefenbach 607
c; aus grössem zorn Luther 18, 231
W.; ein grössen teil Zwingli
v. freiheit d. sp. 7
ndr.; im superlativ wird die form gröszeste
noch ende des 18.
jhs. von grammatikern gefordert oder zugelassen, vgl. Voigtel
wb. 2, 135
a; H. Braun
wb. 126
b;
sie wird noch spät im 19.
jh. gelegentlich geschrieben: es wäre der gröszeste fehler Bismarck
ged. u. erinn. 1, 123
volksausg. bedeutung und gebrauch. nach dem obigen etymologischen ansatz wird es begreiflich scheinen, wenn grosz
in bedeutung und verwendung starke berührungen mit grob
aufweist, nur dasz bei diesem adj. der maszbegriff nur partielle bedeutung gewann, während er das adj. grosz
von anfang an in der ganzen breite seines gebrauchs beherrscht, ohne dasz noch vorstufen der quantitativen bedeutung erkennbar wären, wie etwa bei klein.
dies adj. stellt in den allermeisten fällen den gegensatz zu grosz
dar, wie denn nach Hildebrands
treffender bemerkung (
th. 5, 1090)
beide adjectiva sich an einander entwickelt haben; auch die ablösung von michel
durch grosz
hängt mit der von lützel
durch klein
innerlich zusammen; sie ist ende des 15.
jhs., abgesehen vom alem., ziemlich abgeschlossen gewesen; bald danach, im 16.
jh., steht grosz
auf der höhe seiner ausdehnung, um in den folgenden jahrhunderten wieder an boden zu verlieren; s. u. A; B 1 a
β. 1 c
α. 2. 3. 4 b; D 1 b. c. d; F 1 c
δ. II.
adjectivisch. I@AA.
vorstufen der hauptbedeutung. I@A@11)
das genetisch älteste steckt in der bedeutung '
grobkörnig' (
vgl.grob B 1 a): grosz kleyen
farrago Diefenbach 226
a; grosz melb Tengler
laiensp. (1544) 22
a; gros oder grob sand
arena crassior Bas. Faber
thes. 705
a;
dorsum ein kleiner bühel, von griess oder grossem sand gesammlet Frisius
nach Staub - Tobler 2, 801;
entsprechend grob D 1
auch von flüssigkeiten als '
dicktheilig': 4 tonnen grosis öls
Marienb. tresslerbuch 127, 6
Joachim (
gegensatz: 2 tonnen kleynis ölis); diu milch swarzer schâf ist pezzer und grœzer wan an den weizen Konr. v. Megenberg
buch d. natur 155, 16;
entsprechend grob D 2
auch von der luft: pingues aurae grosser oder dicker lufft Frisius
dict. 143
b. I@A@22)
aus 1
läszt sich die bedeutung '
dick'
herleiten; vgl. wieder die parallele von grob (
s. d. B 1 b),
die in einzelnem bis in die neuere ma. zu verfolgen ist: grosz hören
stark taub sein J. S. Vater
proben dtsch. volksmaa. 43 (
aus Unterkärnten)
; vgl. Schmeller 1, 1013,
wie grob hören
sp. 402;
vgl. groszhörig. I@A@2@aa)
im mhd. die vorherrschende bedeutung, die noch in älteren nhd. glossaren kräftig hervortritt: crassus dick, grosz, mastig, feiszt Frisius
dict. 340
b;
praecrassus gar dick und grosz Calepin xi
ling. 1127
a; so ist abir der grozzistundir in (
den fingern) der nutzzist, ich meine den dovme
Milst. genesis 5, 29;
später wird der gröszte finger
zum längsten, mittelfinger, s. u. B 1 f; wand er (
der fisch) was lanc unde grôz Hartm. v. Aue
Greg. 3285; diu sper wâren kurz unt grôz 2123;
vgl. ein armgrôzez sper
unter dick
anfang, th. 2, 1073; daz niht der vaden würde grôz Konr. v. Würzburg
troj. 15 875,
und entsprechend von einem grobfädigen gewand: ir hemde was ein sactuoch gezerret, swarz unde grôz
Iw. 4929 (
vgl.grob C 2 b); von ayner grossen oder dicken saytten bezogen Virdung
musica getutscht J 3
b; wen wier die grossen strik oder sunst seil machten Platter 53
Boos; ein grosz seil
una corda grossa Kramer
teutsch - ital. 1, 568
b; er thut so gwaltiglichen liegen, das sich die grossen balcken biegen Eyering
proverb. 2, 57; wenne daz ai volprâht ist, sô kümt daz grœzer tail ê ze land '
das dickere ende' Konr. v. Megenberg
buch d. natur 195, 13;
vgl.thue es (
das ei) am grossen ort auff Gäbelkover
arzneib. 1, 298;
gravigena .. der grosz wangen hat Diefenbach 269
b; bliesz die backen so grosz auf, dasz Weise
erznarren 118
ndr.; mammosus mit grossen dutten oder brüsten Calepin xi
ling. 861
b;
namentlich vom dicken bauch: corpulentus leibächtig, grosz von leib 339
b; sô daz wîp ze grôz wirt
zwei dtsche arzneibücher 24, 27
Pfeiffer; das der saw der pauch nit zu gross wurd Luther 7, 271
W.; so bis in die neuere ma.: groszer leib kommt net von kleinen linsen Fischer
schwäb. 3, 855;
feste verbindungen: herr apt, ir sind gar gross und feiss
N. Manuel 4
Bächt.; darumb das dye seel davon .. gros und feth wirt Luther 2, 111
W.; von geschwollenen gliedern: (
ein bruder) der eyne zuswollene grose hand hatte
Marienb. tresslerb. 105, 9
Joachim; ganz stereotyp in fällen wie: der schlangen bald in zorens qual zur rach ir halsz grosz auffgeschwal H. Sachs 9, 164
K.; (
sie) funden den könig an einem bett ligen, grosz geschwollen und ohnmächtig
buch der liebe (1587) 267
d;
entsprechend schon ahd. crozza
tumidas (
papillas) Graff 4, 336. I@A@2@bb)
so in mannigfachen wendungen bis in die neueste zeit von schwangeren (
vgl.grob B 1 b): wen si was groz alse ze keminaten solte gan
Lucidar. 45, 12
Heidlauf; da war die Feronica so gross, daz der hertzog mainet, es möcht ir ein schad widerfaren Schumann
nachtbüchl. 162
Bolte; vgl. unde machte sich grosz mit cleidern unde sprach, sie truge eyn kynt J. Rothe
thür. chron. 67
Lil.; die gyngk grosz unde was nahe das sie geligen sulde 200;
so noch heute: grōsz gēn
schwanger gehn Schmeller 1, 1013;
adverbiell: ein wolf ze einer liwen sprach, dô er si grôze tragen sach Boner 28, 2;
ebenfalls bis heute: ti khuu tr
εict krous Lenz
Handschuhsh. dial. 29
b; gross träge
nd
trächtig Staub-Tobler 2, 803; mein liebe hausfraw Elisabet was grosze ains kinds
städtechron. 5, 137; die künigin .., die gros kindes ging 8, 444; sein hawsfraw gieng auch grosz mit aim kind
quellen z. gesch. d. bauernkriegs 2, 361
Baumann; grosz mit fleisch
gravida Diefenbach 269
b; die mit eim kind gadt oder grosz zum kind ist Frisius
dict. 1040
a;
vgl. wo-n-i zum eltesten bueb bin grosses g'sīn Staub-Tobler 2, 803; do er (
Joseph) kam und die maget (
Maria) sach gross an dem lip
gedicht v. Johannes d. täufer 1149
Adrian; dasz Sara grosses leibs worden Abraham a St. Clara
etwas f. alle 2, 20; Ciboria, als sie grosz leibs gangen mit dem Juda
Judas 1, 1;
zum compositum verschmolzen: werend sie mit Henrico groszleibs war
F. A. v. Brandis
d. tirol. adlers ehrenkräntzel 101;
nicht selten tautologisch: das sich die jungkfraw on ir wissen grosz und schwanger fand Arigo
decam. (1535) 120
b; unangesähen dasz sie grosz und schwanger war Stumpf
Schwytzerchron. 219
a;
diese formel steht deutlich in beziehungen zu der ebenfalls gerade im alem. häufigen wendung grosz schwanger,
in der sonach das adv. von haus aus ganz concret als '
dick',
nicht rein steigernd als '
sehr' (
s. u.D 3 a)
zu verstehen sein wird: (
sie) do eyns kindes grosz schwanger was Arigo
decam. 602
lit. ver.; het er sein weib grosz schwanger hinder im gelassen Wickram 2, 172
lit. ver.; doch zuweilen auch deutlich als steigerung, wie hochschwanger,
empfunden: mit sehr und gross schwangerem leyb H. Sachs 2, 12
K.; weitere belege unter schwanger 1 f,
th. 9, 2234;
vgl. auch grob schwanger
unter grob B 2 a. I@BB.
hauptbedeutung: grosz
als maszbegriff, zur bezeichnung von ausdehnung und menge. I@B@11)
in anwendung auf ein concretes ausgedehntes. I@B@1@aa)
die vorausliegende bedeutung '
dick'
führt zunächst natürlich zu einem masz für körperliche dinge (
vgl. die analoge entwicklung von grob, B 1 c);
thatsächlich ist der begriff des raummaszes als der eigentliche und ursprüngliche des adj. deutlich wahrzunehmen und als solcher noch heute spürbar: ein groszer baum
ist nicht, wie Adelung
will, ein hoher, sondern einer, der mit der höhe eine umfängliche krone verbindet; vgl. dero palmon, diu der nidana smal unte rûch ist unte ab obana grôz unte scône ist Williram 121, 6; mit eyme grosen barte
Marienb. tresslerb. 253, 29
Joachim läszt noch heute mehr an einen starken als an einen langen denken u. s. f.; erst auf dieser stufe tritt der gegensatz zu klein
in seine vollen rechte, mag es sich um eine relative maszangabe handeln, so dasz ein anderes ding gleicher gattung als vergleichsobject vorschwebt, oder um eine absolute, wo ein vergleichsobject anderer gattung zu suchen ist; dieser fall der seltenere, etwa: unmet grot (
vom olbundeo
gesagt)
Hel. 3299; der grosse walfisch Luther 10, 1, 1, 624
W. I@B@1@a@aα)
so, als masz räumlich ausgedehnter dinge, in unendlich mannigfaltigem gebrauch, von lebendem und totem, z. b. einen eber grôzen
Nib. 881, 1;
prägnant: praesepe ein stall für die grossen thier, viechstall Calepin xi
ling. 1140
a; blöcken .. wird meistentheils dem grossen viehe zugeschrieben Gueintz
rechtschreib. 42;
sprichwörtlich (
mit anspielung auf die bedeutung F 1 c): grosser vogel grosz nest
schöne weise klugreden (1548) 43
b; die grosse fisch seynd der geringen todt Lehmann
florileg. polit. 1, 334; thie groto sten
Hel. 5804;
bildlich: ist mir ein groszer stein vom herzen Göthe IV 1, 197
W.; die grossen schollen mit dem karst zerschlahen Frisius
dict. 156
a; ein grosser dreckpatz Luther 34, 1, 84
W.; das gröste stück gilt Friedr. Wilhelm
sprichwörterreg. s 2
b;
bildlich: ich habe immer grosze stücke auf ihn gehalten Eichendorf 3, 104; auch wann du iszt, schneid grosse schnitten Scheit
Grob. 3293
ndr.; so auch adverbial '
umfänglicher, dicker': daz si der fürsten brâten snîden grœzer baz dan ê Walth. v.
d. Vogelweide 17, 15; ein grosse garben stro H. Sachs 1, 63
K.; grosz fleischächtige kriesen Frisius
dict. 210
b;
bildlich: ein hochfahrender schlingel, der grosze rosinen im sack hat Fontane I 6, 26; dem in groszen schweiszperlen vor ihr stehenden I 5, 134;
adverbial: fällt der schnee grosz, breit '
in dicken flocken' W. Körte
sprichwörter 543;
so bis herauf zu den gröszten körpern: Saturn ist grosz, dem auge fern und klein Göthe 15, 17
W.; die gröszeren erden Klopstock
oden 1, 134
M.-P.; desgleichen von künstlich erzeugten gegenständen: groszer hamer
marcus Diefenbach 349
a; en groet mes 203
a s. v. ensarius; grose laterne
Marienb. tresslerb. 21, 30
Joachim; wie grobes geschütz, stück (
s.grob B 1 d)
auch: drei püchsenmeister mit dem grossen werck
städtechron. 2, 276; sampt dem grossen geschütz Fronsperger
kriegsb. 1, 44
a; anstatt der groszen stücke Voigtländer
oden u. lieder 36, 6; ein grosses schiff Arigo
decam. 74, 12
lit. ver. und so schon Nib. s. 240
Z.; bey grossen öfen ist sich gut wermen Eyering
proverb. 1, 179
mit anspielung auf die bedeutung F 1 c; das her dy rothen buchstaben hat gemachet in den grosen brefir
Marienb. tresslerb. 97, 16
Joachim; ob grosz und vil bucher machen kunst sey Luther 6, 203
W.; ein groszes dickes historienbuch Caroline 1, 32
Waitz. einiges bedarf besonderer hervorhebung: I@B@1@a@bβ)
seit alters vom menschlichen körper und gewissen theilen desselben; doch hat in manchen fällen jüngere sprache andere adjectiva eintreten lassen: humerosus das grosse und breite achsel hat Calepin xi
ling. 661
b;
pectorosus das ein grosse und starcke brust hat 1039
b; zwâre ime was sîn houbet grœzer danne eim ûre
Iw. 431;
bildlich: wer für sich schwülstig ist, dem soll man den kopf nicht grösser machen Lehmann
florileg. polit. 1, 464; darumb blybt er ein grobian, das heiszt zuo guottem tütsch ein losz, und blybendt im syn oren grosz Murner
narrenbeschw. 41
ndr.; als zeichen scharfen gehörs: auritus der grosse oren hat, oder ein guot gehör Frisius
dict. 145
b;
deshalb: richter sollen grosse ohren und kleine hende haben Petri
d. Teutschen weiszheit 2, R r 4
b; groszer fusz
in jüngerer zeit vielfach bildlich: ein .. jüngling, der in Italien in einem alten schlosse auf groszem fusz gelebt hat Eichendorf 3, 91;
genaueres unter fusz I A 5 a,
th. 4, 1, 1, 970;
auch grosze hand
erscheint in eigenartig übertragenem gebrauch: er hat eine grosze hand beim könig Fischer
schwäb. 3, 855,
wie sonst von der langen hand
eines mächtigen die rede ist, s. th. 4, 2, 329
unten; vgl. ihr seit von redlichkeyt, von grosser streitbarer hande Fischart
geschichtklitt. 54
ndr.; mit etwas anderer färbung (
vgl. unten ζ)
: gutturosi die grosse auffgeblasene kälen haben Calepin xi
ling. 632
b; dann sie hond weite grosse kehlen Scheit
Grob. 3305
ndr.; Daniel .. deutet desselbigen (
ungeheuers) grosses maul Luther 30, 2, 169
W.; heute gern bildlich (
vgl.F 1 g, 2 b): in dem heldenthume .., das im volk 'das grosze maul' genannt wird Gutzkow
werke 1, 143;
weiteres unter maul 7 a,
th. 6, 1789;
auch elliptisch: die grosze (
erg. gusche, klappe) haben, hegen
viel reden, prahlerisch, vorlaut sein Müller - Fraureuth 1, 444
a;
mit anderer syntaktischer formulierung: grôz was er zen brusten
Nib. 1672, 2;
lacertosus grosz oder starck von armen Calepin xi
ling. 786
a;
superciliosus grosz von augbrawen,
in einem anderen glossar: hoverdich
vel grois van wymbrauwen Diefenbach 566
c;
vom ganzen menschen: sîn junger lîp wart beide michel unde grôz Walth. v.
d. Vogelweide 27, 5,
d. h. lang und stark; im selben sinne grôz gebûre
starker bauer Hartm. v. Aue
Greg. 2791;
doch auch mhd. schon häufiger mit der bedeutung körperlicher länge, siehe unten c
β. I@B@1@a@gγ)
genauerer betrachtung bedürfen: oculi eminentes grosse augen
nomencl. lat. germ. (
Hamb. 1634) 191; die zierrath ihrer grossen augen Ziegler
asiat. Banise 81;
oft mit besonderer note: das kind, das die groszen, verschlafenen augen gegen die ... frühlingssonne aufrisz Storm 1, 48; der alte mann sah mit groszen, theilnehmenden augen zu ihr herüber 1, 209; ich fühlte, wie mir die augen grosz wurden
von innerer ergriffenheit 1, 130;
namentlich als ausdruck der verwunderung: der jud ... machte demnach grosse augen Happel
akad. roman 258; das grosze auge des jungen verrieth, dasz er den älteren nicht verstand Alexis
Roland 1, 31;
doch auch der bestürzung: der hof macht grosze augen wegen der Türcken zurüstungen
la corte stà adombrata Castelli
ital.-teutsch 1, 18
a;
des zornes: und er sieht denjenigen mit groszen augen an, welcher das geringste darwider versieht J. E. Schlegel 5, 181;
der begier: die augen seynd immer grösser dann der bauch Lehmann
florileg. polit. 1, 63;
junge variante: man hätte ein gar grosz gesicht gemacht, wär es ihm im ernst beikommen Alexis
Roland 1, 108;
älter und häufiger: speyet darumb solchem mohren ein groszen blick in sein angesicht und sagte mit zorn und ungedult Kirchhof
wendunm. 2, 254
lit. ver.; der alte warf grosze und grimmige blicke nach der tür Sohnrey im
grünen klee 209; ein groszer, verwundernder blick flog auf ihn Stifter 1, 26
Sauer; sehr gern mit dem (
elliptisch zu verstehenden)
adv., und zwar wieder mit stark schwankender bedeutung: ich sah ihn grosz an, wuszte mich aber seiner nicht zu erinnern Eichendorf 3, 37;
zornig: Leonore (sieht ihn grosz an) Schiller 3, 47
G.; Rose — starrt Flamm grosz und entsetzt an G. Hauptmann
Rose Bernd (1904) 125; sie sah mich einen moment grosz an, als ob sie über eine wahrhaftige antwort nachdenke L. v. François
Reckenburg. (1904) 304; o! und sie im frommen silberhaare, .. die so grosz zurückblickt auf so viele schöne jahre Hölderlin 1, 41
Litzm. I@B@1@a@dδ)
ein ähnliches schwanken zeigt die alte wendung das herz ist (wird) grosz,
wo sie dem ausdruck von empfindungen dienen soll; die bedeutung des adj. vergleicht sich hier mit A 2 a
schlusz '
geschwollen'
; vgl. die parallele wendung das herz schwillt
th. 9, 2498;
zumeist als ausdruck des muthes, der tapferkeit: mîn herze ist grôz unt wart nie swach, daz ez getorste ernenden alsolhe swære
minnes. 1, 81
a v. d. Hagen; das wort soll mir mein hertz gros machen, ja grosser denn himel und erde Luther 32, 336
W.; klein leut, grosse hertzen Seb. Franck
sprichw. 1, 121
b;
des zornes: Rengnold verstuond die ungeschickten reden wol, so man über inn sagt; darumm er das hertz so grosz hatt das
Haimonskinder 84, 32
Bachmann; der rührung: do sy Ruolland gsach, do ward im daz hertz so grosz, das er nut reden mocht
Morgant 202, 24
Bachmann; in welcher rede ihm das wasser in die augen schoss und das herz fast gross ward Staub - Tobler 2, 805
aus Vadian;
der freude: Ruolland hat das hertz so grosz, darumm daz inn Rengnold gfelt hat
Haimonskinder 155, 29
Bachmann; vgl. noch spät: ihm wird das herz in freuden grosz wohl ob dem lieben kränzel E.
M. Arndt 5, 13
R.-M.; nicht selten auch als ausdruck der betrübnis: einem das herz grosz machen
in sollicitudinem adducere Staub-Tobler 2, 805 (
quelle v. 1683);
belege unter herz I 4, b,
th. 4, 2, 1212
f.; variiert: mach mir itzt den kopf nicht so grosz Staub-Tobler
a. a. o.; die wordt syndt ausz grossem, tiffem herczen gegangen '
schwerem' Luther 34, 1, 191
W.; jünger: sein herz wurde grosz bis zur andacht Jean Paul
sämtl. w. 7 (1826) 165,
wo freilich die bedeutung F 1 f
schon stark mitklingt; auf anderer linie liegt ein groszes (
edles) herz,
s. u.F 1 e
α. I@B@1@a@eε)
auch bei gewässern in einem gebrauch, der dem von δ entspricht: umb des (
sturmes) willen sich daz mere ser betrübet und grosse ward '
schwoll an' Arigo
decam. 75
lit. ver.; ward die Limagd so gross, dass si zu Zürich über beid brucken gieng Tschudi
chron. helvet. 1, 369
a; grosse wasser, grosse kriege
inundationes sequuntur magna bella Pistorius
thes. paröm. 459; das wasser war grosz heute früh und das floszholz hätte fast die brücke weggerissen Göthe IV 4, 209
W.; einen anderen gebrauch s. u. b
α. I@B@1@a@zζ)
eine besondere farbe gewinnt die bedeutung öfter neben gewissen begriffen, bei denen das adj. nicht so sehr das masz des concreten dinges als vielmehr das volumen seines raumgehalts bestimmen soll: grosse gläser aussauffen Kramer
teutsch-ital. 2, 433
c;
auch elliptisch: es grosses most
ein groszes glas most Staub - Tobler 2, 805; einen groszen korb voll schmutziger wäsche Gerstenberg
schlesw. litbr. 145
lit. denkm.; man machet grosse gruben Arigo
decam. 7
lit. ver.; und her wîset ûch ein grôz mûshûs bestrowit Beheim
evang. buch, Marc. 14, 15; die gewölbte flurhalle, grosz und geräumig, trotz der eichenschränke Fontane I 1, 26; was unten der hausraum zu grosz war O. Ludwig 2, 306;
ähnlich auch: das kleid ist ihm zu grosz
vestis illi enormis est Steinbach 1, 646. I@B@1@bb)
deutlich eine jüngere stufe der bedeutungsentwicklung stellt die heute sehr lebendige anwendung auf flächen dar; erst seit dem nhd. in schwang: amplus weit, breit, grosz Calepin xi
ling. 82
a; gros und weit
amplus Henisch 1750;
ältere sprache hat breit
oder wît. I@B@1@b@aα)
von landflächen: ein grosser anger
vel burcz garten
viridarium Diefenbach
nov. gloss. 383
a; ein groszer garten Steffens
was ich erlebte 1, 53; ein groszer platz
magnus locus Steinbach 1, 646; durch diese grosse wüsten
5. Mos. 2, 7; die selbig kilch ... suocht nit ... grosz land und lüt under sich ze drucken Zwingli
dtsche schr. 1, 140; so schien auch dir dein land schon in noch früher jugend, wie grosz es war, zu eng v. König
ged. 3; ein weiser thätiger könig eines groszen groszen reiches Lessing 13, 93
M.; aber in der landschafft desz grossen Teutschlands, welche Westfahlen genandt Bech
Agricolas bergwerck buch 218; als die welt wirtschaftlich immer gröszer wurde Riehl
dtsche arbeit 42;
ähnlich von wasserflächen: kamen an ein grosz tief wasser Pauli
schimpf u. ernst 70
lit. ver.; procella ein sturmwind, sonderlich auff grossen wassern Calepin xi
ling. 1158
a; kein gröszer wasser als die Thur (
hatte ich bisher gesehen) U. Bräker
schr. 1, 94; den gröszten busen des oceans Mommsen
röm. gesch.4 1, 3;
besonders (
und hier wenigstens manchmal gefärbt nach F 2 a
β): der fisch unzählich heerde im grossen, wilden meer P. Gerhardt
bei Fischer-Tümpel 3, 352
a;
diese wendung auch appellativ, s. u. f;
auch mannigfach sonst: ein grosz lynin tuoch Zwingli
v. freiheit d. speisen 5
ndr.; in groszen ölgemälden Kerner
bilderb. 1; das grosze kupfer nach Gérard Göthe IV 42, 6
W.; da mein .. briefpapier unerträglich durchschlägt, so will ich mich einmal in gröszerem format vernehmen lassen IV 41, 142; grosze löcher in den strümpfen Moltke
schr. u. denkw. 1, 128;
ähnlich: rara retia die grosz mäschen habend Frisius
dict. 1156
b;
dann auch geradezu die grossen jägergarn
ib.; zu letzt müssen sie (
die bundesgenossen) sehen, dasz ... sie in die grosze garn zu bringen angestellt gewesen Lehmann
florileg. polit. 1, 129; ein groszes licht, das den tag regiere
1. Mos. 1, 16;
bis heute gern übertragen (
mit färbung der bedeutung nach F 1 d): sint ... für gröste lichter der kunst gehalten worden
N. v. Wyle
translat. 18
lit. ver.; genaueres unter licht II 17,
th. 6, 876
f.; zuweilen der bedeutung '
breit'
nahekommend: es war aber ein grosser bach, der lewe holet aus, sprang uberhin Luther 26, 549
W.; und geh allzeit den grösten weg, zur tugent geht ein schmaler steg Scheit
Grob. 1352
ndr. I@B@1@b@bβ)
abgesondert sei die mannigfache anwendung auf buchstaben, schrift u. ä.: grosz geschrift
im wechsel mit grof scrift Diefenbach 205
b s. v. epitaphium; bildlich: (
das buch) darynn ich doch .. mit grossen buchstaben habe verzeichent, wozu ich antwort begerd
d. h. '
aufs deutlichste' Luther 26, 261
W.; das wort nachahmung mag klein oder grosz gedruckt werden '
fett' Dusch
verm. krit. u. satyr. schr. a 4
b;
anders: mit der groszen und etwas unleserlichen handschrift Carls
V. Ranke
sämtl. werke2 3, viii;
miniatus liber da die grossen buchstaben mit rotther dinthen geferbt seindt Er. Alberus
dict. 19
b; zum unterschiede eines grossen I Gueintz
rechtschreib. 14; wan er .. wol gar das grose D. zuwegen bringt
den doctortitel Rompler v. Löwenhalt
erstes gebüsch vorr. 8
a;
adverbial: grot, grof scriven
ingrossare Diefenbach 298
c;
heute anders: mit groszem anfangsbuchstaben schreiben; ist .. ain unversigloter brieffbogen, grosz überschriben, ... gefunden worden
städtechron. 23, 354;
redensart: groot anschreven wesen bi enem, groot an't bred wesen
gut angeschrieben sein, brem.-nieders. wb. 2, 549; sie stehen bei dem manne grosz angeschrieben G. Hauptmann
biberpelz (1893) 75. I@B@1@cc)
zur bezeichnung linearer ausdehnung: procerus hoch, lang und grosz Calepin xi
ling. 1158
a;
dieser gebrauch erscheint auch im ahd. und mhd. schon; doch ist vielfach fühlbar, wie sich der vorstellung der längenausdehnung die ältere des räumlichen umfanges beimengt. I@B@1@c@aα) stangûn grôza
Otfr. IV 16, 21,
d. i. eine lange und zugleich starke stange; genau so noch heute: frau Dörr strickte mit groszen holznadeln an einer .. wolljacke Fontane I 5, 135; mit einem grossen stecken Arigo
decam. 259
lit. ver.; deshalb in älterer sprache gern von bergen, wo heute hoch
gebräuchlich ist: eyn grosz berch Diefenbach 226
b s. v. Pharus; grosse berge
Jes. 30, 25;
bildlich: sie bilden sich .. rechte grosze berge von sich selbst ein Gottsched
dtsche schaub. 1, 325;
adverbial: weil unser land bürgig und grosz uber die erden erhoben Guarinonius
greuel d. verwüst. 765;
überhaupt ist dies grosz
heute in mancherlei wendungen durch andere adjectiva ersetzt: das wetter schlegt nur in grosse thürn
schöne weise klugreden 151
b; (
der strudel) thät gros wällen da auftreiben Fischart
glückh. schiff v. 534
ndr.; nur mundartlich noch: 's grosz holz
hoher waldbestand Staub-Tobler 2, 804; die schatten werden gros
Jer. 6, 4; wann der schatten am grösten ist, so geht die sonn bald unter Lehmann
florileg. polit. 1, 175. I@B@1@c@bβ)
so sehr häufig von körperlicher grösze: der grôze rise
Iw. 4915
und oft im mhd.; friss du grosser riesse Luther 7, 678
W.; der (sâme) macht ainen grôzen menschen über gemain läut
übernormalgrosz Konr. von Megenberg
buch d. natur 487; dasz übermäszig groszen individuen etwas an geist abgehe Göthe II 8, 41
W.; die ehemahlige grosze garde in Potzdam Adelung;
bis in die neueste zeit gern in paarungen, die ein nachklingen der ursprünglicheren bedeutung des adj. spüren lassen: grosz und statlich bist du von ansehn J. H. Voss
Odyssee 41
Bern.; eine heerde buben ..., alle grosz und stark, wie die jungen esel maler Müller 1, 140;
aber auch: grosz und hager Kortum
Jobsiade 1, 7; grosz und schlank Fontane I 5, 149;
so hätte man im mhd. kaum schon sagen können; mit gen.: diz was ein man êrlich gestalt, des lîbes grôz und darzû alt
pass. K. 42, 60; ode ich entsitze ein getwerc harter dan iuwern grôzen lîp (
von einem riesen)
Iw. 5011;
auch dies bis ins nhd.: warumb hastu diesem ein grossen leib geben und mir einen klein? Luther 19, 497
W. I@B@1@c@gγ)
aus β flieszen verschiedene formen abgeleiteten, z. th. ins uneigentliche übergehenden gebrauches; grosz
heiszt '
erwachsen': sô habe ich eine grôze tochter di ist blint
myst. 1, 90
Pf.; schämend üch, dass ein kind me kan denn ir all, gross, gstanden man!
N. Manuel 191
Bächt.; wenn zuweilen kinder oder auch grosze erwachsene leute hinfällig .. sind J. G. Schmidt
rockenphilos. 1, 7;
von kindern '
herangewachsen, nicht mehr in den ersten jahren stehend': grosse kinder werden schwärlich zuoentwänen sein Fischart
groszm. 4
ndr.; grosse kinder, grosse sorge Lehmann
florileg. polit. 1, 191;
daher auch: gross schul
die oberklasse einer zweiklassigen schule Follmann 218
a; Müller-Fraureuth 1, 444
a; dû bist dem besmen leider alze grôz, den swerten alze kleine Walth. v.
d. Vogelweide 101, 25; sy wär vor sechs jaren grosz genuog gewesen
zum heirathen Fortunatus 55
ndr.; neuerdings öfter spielend: im nu drängten sich über 20 männer und weiber ... um uns herum, und ich hatte mühe, die groszen kinder zu befriedigen Hassert
reise d. Montenegro 36;
von mehreren kindern ist das gröszere
das ältere (
selbst wenn es an körperlicher grösze hinter dem jüngeren zurücksteht)
; schon in älterer sprache durchaus gewöhnlich: da Isaac alt war worden, .. rief er Esau seinem grössern son
1. Mos. 27, 1; und hub am grössesten an bis auff den jüngsten 44, 12; etliche kinder .., under den das groste pey acht jaren alt was Arigo
decam. 137
lit. ver.; ebenso in heutiger umgangssprache: der grosze bruder, die grosze schwester
die älteren Albrecht
Leipz. 126
a und sonst; mit gen.: daz er der jâre wær sô grôz, daz er wær von reht dem pistuom wol genôz
Lohengr. 3228;
vgl. da er nun zu gröszern jahren gekommen, ward er aus der deutschen schule genommen Kortum
Jobsiade 1, 22; grosz werden
kann eigentlich verstanden werden: 'wie grosz du geworden bist', sagte er Storm 1, 18;
häufiger im sinne '
heranwachsen': auff der mutter schosz werden die kinder grosz Lehmann
florileg. polit. 1, 190; wenn sie grosz würden, so würde sich der verstand schon finden Chr. Reuter
ehrl. frau zu Plissine 29
ndr.; nicht nur von menschen: dann lassen sie die stämme wachsen und grosz werden Göthe 24, 4
W.; freiheit ists, worin alles gute gedeihet und grosz wird Kretschmann 1, 18;
gelegentlich auch: so wuchs ich grosz 1, 51;
mit präpositionen: dasz ich mit den pochjungen grosz geworden bin Göthe 24, 53
W.; sie war in bürokratischen und hofkreisen grosz geworden Bismarck
ged. u. erinn. 1, 33
volksausg.; die verhältnisse, unter welchen ich grosz wurde Steffens
was ich erlebte 1, 170;
ähnlich grosz ziehen '
aufziehen': ihr habt mich wie einen bauren grosz gezogen
Shakespeare 4, 159; (
ein schäfer, der) lämmer grosz zog Tieck
schr. 4, 338; die gurken, melonen und kürbisse weisz mein gärtner ebenfalls grosz zu ziehen
d. Leipziger avanturieur 2, 165; Ursus .. wurde von einer bärin grosz gemacht Tieck
schr. 1, 148,
dies eine nd. formel: hê hed mî grôt mâkd
aufgezogen Doornkaat-Koolman 1, 697
a; dasz ihn die mutter mit eigener milch grosz säugte Wackenroder
herzenserg. 204,
auch dies häufiger. I@B@1@c@dδ) '
lang, weit'
als abstractes entfernungsmasz: du hast einen grossen weg fur dir
1. kön. 19, 7; grosze tagreisen
grosse giornate Kramer
teutsch.-ital. 1, 568
b; ein pferd, so .. ein grosse reisz gethan Lehmann
florileg. polit. 1, 86;
proferre passus proceros weyt oder grosse schritt thuon Frisius
dict. 955
b; leicht und kurtz angekleidet gieng sie mit groszen schritten Ramler
einleit. in die schön. wissensch. 1, 293;
übertragen: da haben sie schon einen groszen schritt aus der welt getahn Göthe IV 1, 186
W.; der einn grossen sprung wil thuon, geht hinder sich
schöne weise klugreden 107
b; der ziehhund ... in groszen sätzen nach Fontane I 5, 125;
dieser abstracte gebrauch scheint erst im nhd. aufzukommen; in fällen wie einen schuz he dô schôz der was sô freislîchen grôz daz Eilhart v. Oberg
Trist. 7800,
vgl. 7821
dürfte eher '
gewaltig, stark'
als '
weit'
gemeint sein, s. u. D 1
d. I@B@1@dd)
die formel grosz und breit
musz ursprünglich rein räumlich gemeint sein; aber frühzeitig anders: ein here groz unde breit Graff 4, 336;
vgl. 2 a;
in neuerer zeit gewöhnlich mit einem beiklang des sinnes von F 2 c: (
ein rittergutsbesitzer) unterschreibt sich grosz und breit mit seinem ganzen major auszer diensten und allen kreuzen, deren inhaber .. er ist Gutzkow
ritter v. geiste 2, 353; 'hier darf nicht geraucht werden' stand grosz und breit in den saloppsten kellerlöchern an der wand Gaudy 2, 123;
übertragen: das hat der Blücher grosz und breit gezeigt in mancher schlacht Hoffm. v. Fallersleben
ges. w. 3, 173;
auch hier mit demselben beisinn: des stillen glückes seligkeiten erzählt ihr alle grosz und breit Strachwitz
ged. 3;
vgl.e groszes un breetes latschen Müller-Fraureuth 1, 444
a. I@B@1@ee)
bei concreter maszangabe tritt das als masz dienende object in den gen.; wieder lassen die formelhaften fügungen erkennen, dasz die bedeutung des rundumfanges die primäre ist: des was niht berlîn grôz an dir vergezzen
j. Tit. 5173; perlin .., die waren einer ziemlichen nusz grosz
buch d. liebe (1587) 190
c,
dies die geläufigste formel; brüstlin wol öpfel gross
N. v. Wyle
translat. 52
lit. ver; aus einer sunde, die eins mahenkornleins gros ist Luther 32, 26
W.; so bis in die neuere zeit: einer erbse grosz Lichtwer
äsop. fabeln 21; einen Minervenkopf in topas, einer starken nusz grosz Göthe 43, 75
W.; vielfach auch in alten recepten mit übergang in die bedeutung des mengenmaszes (
s. u. 2): (
von dem pulver) nim einer nusz grosz auff einem .. weckenschnittlin Gäbelkover
arzneib. 1, 15; nemmet einer haselnusz grosz weisz kupfferwasser Sebiz
feldbau 74;
auch bei weniger formelhaften vergleichungen bis ins 19.
jh. gewöhnlich als räumliches masz: bern grôz
wie ein bär minnes. 2, 217
b v. d. Hagen; ströherne schäbel eines zimlichen besens grosz Hohberg
georg. cur. 2, 83
b; auch in den obligaten blättern ist nicht das kleinste nur einer brandblase grosze satyrische extravasat von ausschweifung ersichtlich Jean Paul
sämtl. werke 21 (1827), 61; hâres grôz
eigentlich '
so dick wie ein haar' (
vgl.groszer faden
u. ä. oben A 2 a);
mhd. häufig in uneigentlichem sinn, z. b.: ern schamte sich niht hâres grôz
Wigalois 5430;
später wird die formel zerstört: dasz der dieb mir nicht sol ein härlein gros versehren
Reinicke fuchs (1650) 59;
ebenso: daz ich im wolde iemer sîden grôz vertragen
Lohengr. 545,
nach Rückerts
anm. zur stelle ein lieblingsausdruck hier wie im jg. Tit.; die ring waren wol armes groz
Laurin 2009
Schade; dactylis eines fingers dick oder grosz Calepin xi
ling. 368
b; ist ein kleines fischlin, eines fingers grosz Herold-Forer
Gesners fischbuch (1563) 2
a;
oder hier als längenmasz? in der bedeutung des flächenmaszes erst seit dem nhd. (
s. o. b
anfang): die sonne were nur eines tellers grosz Schupp
schr. 523; mit feueraugen, tellersgrosz Bürger 24
a B.; keines groschens grosz Brockes
ird. vergn. 6, 442; nebst einem kleinen, etwa eines thalers groszen stückchen papiers Chamisso 5, 7
Hitzig; von ihren forderungen ... nicht nagelsgrosz nachzulassen Mörike
w. 2, 102
Maync; ungewöhnlicher: eines fingerringes grosz Rückert
w. 4, 29; eines nadelöhrs grosz 4, 29;
auch als längenmasz jünger und überhaupt spärlich: einer ellen gros
1. Mos. 6, 16; hetten kinder kein anstösz, so wüchsen sie wol eines baums grosz Lehmann
florileg. polit. 1, 191; und wärst du eines kirchthurms grosz! Reithard 110;
der acc. des maszes scheint ganz jung: der garten ist zehen quadratruthen grosz Krünitz 20, 127; (
das herz) weit bis zum sitz der götter und eine spanne grosz nur in der brust Grillparzer 8, 179; vier ellen gros
1. kön. 7, 19
mag noch genetivisch empfunden sein; ganz vereinzelt in älterer sprache mit dat.: einem ey grosz
F. Würtz
wundarznei (1612) 34;
aber auch die anfügung der maszbestimmung durch partikeln ist altgebräuchlich: steyne als gros als eyn houpt
Marienb. tresslerb. 212
Joachim; steyne als dy fuoste gros 572; geschwulst .. grosse als die eyer Arigo
decam. 3
lit. ver. I@B@1@ff)
auszerordentlich ausgebreitet und hier nur in beispielen zu veranschaulichen ist der appellative gebrauch des concret-quantitativen grosz;
seit alters der kunstsprache naturbeschreibender disciplinen ebenso geläufig wie volksmäsziger terminologie; botanisch: grosz wolffmilch
esula Diefenbach 211
a; grote
vel stinkende gouwe
hirundinaria 278
c; grosz kletten
personata 430
a; der gemein oder grosz steinklee
sertula campana Calepin xi
ling. 1336
b;
zoologisch: groz mus
sorex Graff 4, 336; grosz flige o. ertbene
fucus Diefenbach 250
a; grosze bienen, brachvögel Chomel
öcon. lex. 4, 1368; groszer falcke, sperber, weiszfisch 1370
f.; anatomisch: grosz ingedärm
exta Diefenbach
nov. gl. 163
a;
colon der grosz darm Calepin xi
ling. 270
a;
ulna das gröst bein am arm, die grosz armschinen Frisius
dict. 1397
b; grosze ellenbogenröhre Chomel 4, 1368; grosze pulsader 1369; grosse seite
achillessehne, chorda magna Hippocratis quelle des 17.
jhs. bei Hyrtl
kunstworte d. anatomie 67; groszes hinterhauptloch 151; groz zehe
allux Diefenbach 25
a; der grosze finger
mittelfinger: drey grosser finger lang Luther 19, 405
W.; anders oben A 2;
geographisch: kamen ausz grossen Britannien drey galeen in Schotten an
Amadis 1, 84
lit. ver.; aber im 17.
jh. schon: Jacobus könig in grosz Britannien Lehmann
florileg. polit. 2, 683; die grosze oase
in der libyschen wüste; oceanus das hoch meer oder grosz meer Calepin xi
ling., onom. 208
a; das grosze meer, .. das weltmeer Kramer
teutsch-ital. 2, 35
b;
vgl. schon the groto seo
das meer Hel. 4315; der grosze oder stille ocean; der grosze Belt Chomel
öcon. lex. 4, 1368; der grosse bach, das mediterranische meer Staub - Tobler 2, 804 (
quelle v. 1695),
offenbar scherzhaft; vgl. über de
n groszen bach
nach Amerika ib., heute auch: über den groszen teich;
gern bei bergnamen: groszer Arber, grosze Sturmhaube
u. a.; astronomisch: groszer bär, hund, wagen Chomel
öcon. lex. 1367. 70. 71; den grossen bären .., so man den wagen nennet sunst Spreng
Il. 264
a; der grosze löwe Wolff
mathem. lex. (1747) 1, 812;
numismatisch: grosse turnes
grossus Diefenbach
nov. gl. 198
a,
wo freilich grosse
erst durch umdeutung aus grossus Turonensis
entstanden ist; genaueres unter groschen II 1; grôze pfenninge Lexer 1, 1094; umb fyer hundert grosser pfenning Eppendorff
Plinius 77;
grossus Argentoratensis, vulgo ein schilling grosz
vocab. rei numm. (1552) A 2
a; groszer groschen
s.groschen II 1; groszer taler Fischer
schwäb. 2, 38;
in der technischen sprache der verschiedensten berufe und gewerbe: seemännisch groszer mast, grosze raa
u. a. Chomel
öcon. lex. 4, 1369; grosze stenge, groszes segel Jacobsson
techn. wb. 2, 156
b; grosze blinde
velum infimum in prora dependens Apinus
gloss. nov. 256; groszer hobel
der füghobel der tischler, groszes fenster
als bautechnischer ausdruck, grosze schaufel
in glashütten Jacobsson 2, 156
a; das grosze buch, das grosze cassabuch
bei kaufleuten und banquiers 5, 739
a;
dagegen rein flächenhaft verstanden bei formatbezeichnungen: diese englische modeschrift, wie sie hier in grosz 4° .. vor mir liegt Göthe IV 13, 36
W.; deshalb liesz er sein concept in grosz octav .. abdrucken IV 42, 103;
auch mannigfach sonst: grôze steine
die '
figuren'
des schachspiels Heinr. v. Beringen
schachged. 2698
lit. ver.; vgl. 9474; grosze wage, stadtwage, hauptwage Kramer
teutsch-ital. 2, 1233
b; die grosze glocke
hauptglocke einer kirche; lutt man sturm mit der grossen gloggen zum münster Platter 76
Boos; daher die redensart: lasz in an die grosz glocken lauffen (
weil du sein kleid beschüttet hast) Scheit
Grob. 1648
ndr.; heute etwas an die grosze glocke bringen, hängen; das grosze siegel
staatssiegel, s. siegel 2 c,
th. 10, 1, 897; den tod durch das grosze schwert
das scharfrichterschwert Gutzkow
ges. werke 5, 139; groszer zeiger
auf der uhr; Luther s groszer catechismus,
durch die länge vom kleinen unterschieden; ebenso ursprünglich die grosze propheten
li profeti maggiori Kramer
teutsch-ital. 1, 568
b,
heute freilich mehr im sinne F 1 d
verstanden; grôziu mîle
die deutsche meile im gegensatz zur welschen Lexer 1, 2138;
miliare Suevicum vel Helveticum ein grosse teutsche meyl, ein vierteyl lenger als ein gemeine teutsche meyl Orsäus
nomencl. method. 145; Canopus ... vier grosser teutscher meil von Alexandrien gelegen Calepin xi
ling., onom. 74
a;
auf c
γ beruht grosze magd '
diejenige magd, so backen, melken und das grosze vieh bestellen musz, auch auf die küche achtung zu geben hat' Amaranthes
frauenz. lex. 694,
eigentlich die erwachsene, ältere gegenüber der kleinen magd;
ebenso wird auch dem compos. groszknecht (
s. d.)
ein adjectivisches groszer knecht
vorausgegangen sein; vgl. das sprichwort kleiner herr ist besser als groszer knecht Binder 88; hier schafft der grosze hirt mit dem zuhirten Schöpf
tirol. 11; groszes wild
hochwild Fischer
schwäb. 3, 853;
entsprechend groszes weidwerck Chomel
öcon. lex. 4, 1371. I@B@22)
eine andere anwendung von grosz
als quantitätsbegriff legt den nachdruck auf die vorstellung der menge; auch auf diesem felde hat das adj. in jüngerer zeit nicht unbeträchtliche einbusze erlitten; es kann die vorstellung beherrschen I@B@2@aa)
der begriff der zahl: grosz
bedeutet dann '
zahlreich'
: numerosus grosz an zahl Calepin xi
ling. 959
b;
so besonders bei persönlichem regens, wo jüngere sprache nicht selten viel
bevorzugt: siht er ein grosses volck dort stehn Er. Alberus
fab. 18
ndr.; wurd ze beiden teilen gross volck erschlagen Tschudi
chron. helvet. 1, 30;
vgl. schon grot folc Judeono
Hel. 3783,
ähnlich grot gumscipi 4128; alsus si mit im riten mit vil grôzem her
Tristan als mönch 1401; ein vil grôze schar
Nibel. 1969, 1; grosser hauff W. Schmeltzl
zug in d. Hungerland A 1
b; aber wie die unverstendigen gemeinlich den grössesten hauffen an der zahl machen
F. Würtz
wundarznei (1624) 28; grôz gesinde
Nib. 833, 4; (
die kaufleute) in grosses gesind wider komen waren Arigo
decam. 67
lit. ver.; (
sie) hielten grossen hoffe von meiden und knechten 66; (
Kriemhild) machet ein grossen hof
Laurin s. 91
Schade; von einem groszen gefolge begleitet Fr.
M. Klinger 3, 74;
neben substantiven wie den letzten neigt die bedeutung leicht zu E 2; bauchknecht ist das gröste geschlecht Lehmann
florileg. polit. 1, 66; grosz ist in Unterwalden meine freundschaft Schiller 14, 302
G.; (
er wird sterben) mit hinterlassung einer groszen familie W. Raabe
Horacker 68; et macht ein grosse schule, quia tum fuerunt Hierosolymis mher denn hundert dreissig taussent Luther 34, 1, 481
W.; solche grosse versamlung der menschen Fronsperger
kriegsbuch 1,
vorr. a 2
b; es were zu grosze werlt zu Erffort
zuviel leute Stolle
thür. chron. 21
lit. ver.; ein grosse welt von allerlei leuten Staub-Tobler 2, 805 (
quelle v. 1625);
ganz anders unten F 1 c
δ; mit grosser geselschaft von münchen und dienern Arigo
decam. 67
lit. ver.; dazu wurde eine landpartie .. in gröszerer gesellschaft verabredet Storm 1, 8. I@B@2@bb)
der begriff des quantums; grosz
bedeutet dann '
reichlich',
copiosus; heute vielfach durch viel
abgelöst: bis das es (
das predigen) .. grosse frucht bracht hat Luther 26, 539
W.; tantzt ein alter, so macht er grossen staub Lehmann
florileg. polit. 1, 15; da ward vergossen groszes blut
volkslieder d. Deutschen 2, 203
Erlach; kommen nirgens anders her dann von grosem und kalten wasser trincken Sebiz
feldbau 153;
so wohl auch: sprichstu, 'ich sauff ein grossen wein', daher kanstu nicht edel sein Er. Alberus
fab. 61
ndr., schwerlich schon mit der qualitätsbedeutung von F 2 e; groses goldes wert Sebiz
feldbau 252;
auch nd.: dat was grotes goldes wert Schiller-Lübben 2, 155
a aus Korner; ein grosses har B. Waldis
Esopus 2, 233
Kurz; noch heute schweiz. e grosses hār
langes und dichtes haupthaar Staub-Tobler 2, 804;
wie überhaupt das alem. zu diesem gebrauch zu neigen scheint; völlig fest ist: (
das schaf) kumpt nit in die wäld dann bey grossem schnee Herold-Forer
Gesners thierbuch 68
a; durch eingefallnen groszen schnee U. Bräker 1, 178;
auf einer anderen linie: grosz guot wil haben starcken muot
schöne weise klugreden 154
b; ein groszes vermögen Göthe 45, 16
W.; ein gut vrunt is beter dan ein grot schat Tunnicius
sprichw. nr. 1216; grôziu gâbe
Nib. 1263, 4; brachten grosz almusen und opfer Warbeck
Magelone 91
b Bolte; grosz presentz
schöne weise klugreden 24
a;
auch bei entsprechenden verbalsubstantiven: die frawe in grosse schankung tet Arigo
decam. 72
lit. ver.; nicht umb der greffin grosz verheissen willen 231; einen bettler berahten gibt ihm offt mehr nutzen als grosse zusage Lehmann
florileg. polit. 1, 6;
wieder auf anderer linie (
heute in concurrenz mit hoch): âne grôze miete Walth. v.
d. Vogelweide 56, 24; üwer lon ist vil oder grosz in den himmlen Zwingli
dtsche schr. 1, 85; dasz sie mehr auf gute behandlung als grossen gehalt sehe Brentano 5, 65; ein grossen kosten haben Frisius
dict. 38
b; grosz auszgab Lehmann
florileg. polit. 1, 259; sind deine schulden so grosz? Schiller 3, 15
G.; durchaus fest ist grosz
noch im 18.
jh. neben geld,
was sich aus einem nachwirken der ursprünglichen bedeutung '
entgelt'
erklären mag: was hilfft nu das grosse gelt, so von allen landen geschunden ward Luther 19, 412
W.; du hast auf diese reise zu groszes geld verwendet Göthe 43, 291
W.; ich verzehre hier groszes geld Iffland
theatral. werke 3, 79;
vgl.geld 4 e,
th. 4, 1, 2, 2900;
das mhd. kennt auch einen entsprechenden adverbialen gebrauch: dar zuo sô nam ir Marke war, sô grôze und alsô rîche, daz si alle rîlîche lebeten unde wâren vrô Gottfr. v. Straszburg
Trist. 607; swer alsô grôze bringet, der sol willekomen sîn
Ortnit 254, 3; do her an seyme totbette lagk unde seyne almoszen grosz usz richte Rothe
thür. chron. 192
Lil. I@B@2@cc)
ähnlich bei den reinen abstracten von zahl und menge (
wo die bedeutung gelegentlich mit D 1 c
verrinnt): eine grosze fremdenzahl Göthe IV 41, 142
W.; mit einer grossen mengen wol gewopendes volks K. Stolle
thür. chron. 1
lit. ver.; ob schon der widerredenden ein grosse vile ist Zwingli
dtsche schr. 1, 50; etliche gar ein grosse sum köstlicher wahren bey sich hetten Spreng
Il. 93
a; neben erlegung einer grossen summa gelts J. Wetzel
söhne Giaffers 35
lit. ver.; ouch wonte sîner frouwen mite hôher tugent ein grôzez teil Konr. v. Würzburg
Engelh. 653; den grössten teyle meines guotz Arigo
decam. 24
lit. ver.; in die sprachen, welcher sich das grösser theil gebraucht
die meisten menschen Scheit
Grob. s. 3
ndr.; adverbial: ich kenne den satan von gotts gnaden ein gros teil Luther 26, 500
W.; befind ich mich um ein grosz teil leichter Göthe IV 5, 13
W.; ging auch das .. familiengefühl .. groszen theils zu grabe Herder 17, 22
S.; in neuerer sprache auch gern superlativisch grösztentheils;
von dieser wendung aus zu verstehen: weil sie (
die farben) dem auge theils völlig, theils grösztens zugehören Göthe II 1, 1
Weim.; das gröszere oder kleinere maasz (
von stolz), das man bey ihnen zu bemerken glaubt Archenholz
England und Italien 1, 1, 49;
in älterer sprache mit einer art elliptischen gebrauchs: ein frölich pylgram, der den grosten weg gangen Hutten 2, 190,
d. h. das gröszte stück des weges (
lat. confecto prope itinere);
hierher auch aus mathematischer sprache: dasz das gantze grösser sey als sein theil; (
die) gröszere verhältnisz .. ist, wo der exponente in einer verhältnisz gröszer als in der andern ist; (
das) gröszte gemeine maasz der zahlen Wolff
mathem. lex. (1747) 1, 609
und anderes dergleichen. I@B@2@dd)
auch dies grosz
vielfältig in appellativem gebrauch: die grosze armada
Philipps II., die grosze armee
Napoleons gegen Ruszland: bevor der untergang der groszen armee sich entschied Treitschke
deutsche gesch. im 19.
jh. 1, 398;
von da aus auf das heer der toten übertragen: zur groszen armee abgehen, abberufen werden; der grosze rat
im gegensatz zum engeren, aus weniger personen bestehenden: auff disen tag ist hie der gantz grosz rat zuo ainander versamlet worden
städtechron. 23, 324; wir, der burgermeister, rat und der grosz rat, so man nämt die zweyhundert der statt Zürich Zwingli
dtsche schr. 1, 115;
danach gebildet: schiffsbauer und groszer rathsherr Göthe 41, 1, 149
W.; kleiner und groszer ausschusz
im würtemb. landtag Fischer
schwäb. 1, 512; de groote school
eine stadtschule, daran viele lehrer sind Dähnert 163
a;
auf der linie b
liegend: am selben tage, an welchem diese (
arbeit) mit dem groszen preise gekrönt wurde Ebner-Eschenbach 4, 260; wenn ich das grosze loos gewinne Arnim 15, 60;
vgl.los 10,
th. 6, 1156. I@B@33) grosz
als masz von zeitbegriffen: otium altum grosse weyl Frisius
dict. 78
b;
namentlich: wan als grôz zeit die müeter verzerent ob den kinden, als grôz zeit verzerent diu kint ob den müetern Korn. v. Megenberg
buch d. natur 175, 20; grosse zeit vieler monate Schupp
schr. 404; Philoktet, der .. ihn (
den schmerz) eine grosze zeit selbst dem Neoptolem verbergen will Herder 3, 14
S.; die freuden der liebe blieben ihm die gröszte zeit seines lebens unbekannt Göthe 23, 30
W.; auch adverbial: wenn ich einem ein unschöne wort mein lebetage grosz gesaget habe Chr. Reuter
Schlamp. krankheit u. tod 93
ndr.; heute durchweg lang;
am ehesten ist auch heute noch grosz
möglich in fällen wie: groszes schweigen Schiller 3, 39
G.; meine frau fand ich in groszer angst über mein groszes ausbleiben vor W. Frh. v. Richthofen
biogr. 1, 88;
auch dies gelegentlich appellativ: groszer horn
januar gegenüber dem kleinen horn
februar, s. th. 4, 2, 1821;
etwas anders (
mit färbung nach F 2 a): im groszen kriege legt' ihn des frommen königs (
Gustav Adolfs) hand auf eines kriegerkindes wiege Gerok
auf eins. gängen 20199; das grosze gebet
das 48
tage und nächte dauert Staub-Tobler 2, 805. I@B@44)
auch sonst in buntester mannigfaltigkeit zur quantitätsbezeichnung von inconcretem. I@B@4@aa)
dabei kann jeder der unter 1—3
behandelten maszbegriffe mehr oder weniger plastisch die vorstellung bestimmen oder färben: haustus magnus groisz drunck Diefenbach 273
c; den plan der gröszern gedichte Kretschmann 1, 35; das pensum war zu grosz Göthe IV 8, 10
W.; vgl. hüte dich für grosser arbeit und schmalem imbisz Scheit
Grob. s. 25
ndr.; unsinnlicher: (
sie) mit einander grosse rede und gespreche hetten Arigo
decam. 175
lit. ver.; prägnanter: si (
die merker) habent mich âne schuldein eine grôze rede brâht
minnes. frühl. 13, 17; solhes im, auch uns, gross wort und nachrede brächt
privatbr. d. ma. 1, 47
Steinhausen; den groszen ruf, den er sich erworben hatte Göthe 43, 257
W.; der bauch wurde yhm bersten fur grosser kunst Luther 26, 318
W.; auch in den frawen grosse vernunft sein musz Arigo
decam. 39
lit. ver.; alle grosze hoffnungen, die ich mir von ihm gemacht, alle grosze erwartungen, die mir sein heldenmuth einflöszte Lenz 1, 78
Tieck; da man sich von demselben (
heere) und dessen feldherrn grosze dinge versprochen hatte Archenholz
England u. Italien 1, 1, 46;
auf anderer linie: nach grossem befehlen sol niemands engstiglich streben Friedr. Wilhelm
sprichw. reg. c c 1
a; (
helden) die gott mit sondern hohen tugenden begabt, grosze regiment durch sie zu faszen Kirchhof
wendunm. 2, 20
lit. ver.; eine grosze conversation .. nach allen weltgegenden hin Göthe IV 34, 130
W.; eine grosze allgemeine gastlichkeit E.
M. Arndt 1, 34
R.-M.; mit anklang an F 2 b: in grossen weitleuffigen hendeln
schöne weise klugreden 102
b; auch der künig in vil prauchet in seinen grossen gescheften Arigo
decam. 73
lit. ver.; (
Philipp II.) behielt das übergewicht bei jeder groszen verhandlung Schiller 4, 92
G.; halbtechnisch: tagesgemäsz ist gegenwärtig ja blosz die grosze politik Riehl
dtsche arbeit 1;
wieder auf besonderer linie: und schlug sie mit sehr groser schlacht H. Sachs 1, 222
K.; die schluogen die feind mit grosser niderlag Seb. Franck
chron. Germ. (1538) 82
a; durch grosze kämpfe ... eine glorreich berühmte stadt E.
M. Arndt 1, 55
R.-M.; in einen groszen krieg verwickelt Fr.
M. Klinger 3, 7. I@B@4@bb)
auch hier wieder hat das adj. in jüngerer sprache mancherlei einbuszen erlitten, besonders zu gunsten des adj. hoch: es ist keim zuoseher kein spil zu grosz
schöne weise klugreden 37
b;
und so noch: wir hätten bei ihm vortrefflich gegessen, groszes spiel gespielt Göthe 45, 17
W.; groszes amt, grosze sorg Aler
dict. 1, 988
a; die hoffnung zu groszen ehrenstellen J. E. Schlegel 3, 346; es kommt der gröszte fall von hohen orten her Hoffmannswaldau
nach Steinbach 1, 646;
die neuere ma. kennt noch er hat es grosz vor Albrecht
Leipz. 126
a,
wo höhere sprache sagt er will hoch hinaus;
vgl. auch es zu grosz anfangen
imporla troppo alta, voler volare troppo alto Jagemann 546. I@B@4@cc)
mannigfach in technischer verwendung: noch halbconcret: der puls ist grosz, wenn die schlagader voll und die kraft des herzens zugleich wirksam ist Blancard 2, 641
b;
juristisch: groszer frevel
oder (groszer) blutfrevel Fischer
schwäb. 2, 1758; so sprech' ich aus hiermit den groszen bann ob Jason Grillparzer 5, 171; wenn sie nicht eine welt von neuigkeiten mitbringen, so belegen wir sie mit dem groszen bann Fontane I 5, 167; nach den grundsätzen der groszen haverei
handelsgesetzb. f. d. dtsche reich § 635; ein stein ze stossen, 22 pfd schwer des grossen gewichts Staub-Tobler 2, 805
aus Vadian; (
das) grosze einmal eins Wolff
math. lex. (1747) 1, 610;
vielfältig in der sprache der musik: gehe ich weiter von .. f ins nah-gelegene g und überhüpfe das zwischen-liegende fis, so heiszet ein solches intervall .. eine grosze secunde oder ein gantzer groszer ton Mattheson
kl. generalbasschule 116; die ordnung des groszen und kleinen tons, wie sie itzund auf unsern claviaturen .. befindlich, da c—d ein groszer, d—e ein kleiner, f—g ein groszer ... ton, das heiszt, wie ein groszer ton gestimmet ist
vollk. capellmeister 51; so höret er den zusammenklang des groszen halben tons, z. e. e—f 50; die grosze tertz, sext, septime 47. 48. 49; in den groszen ton-arten (
durtonarten) ist die septime von sich selbst grosz
kl. generalbasschule 139. I@CC.
für sich steht eine spielart des quantitätsbegriffes, bei der der nachdruck liegt auf der vorstellung des zusammenfassenden, ungegliederten gegenüber dem einzelnen, dem detail. I@C@11)
heute groszes geld,
d. h. geldstücke oder -scheine, die ein vielfaches kleiner scheidemünze enthalten, gegensatz kleines geld
th. 4, 1, 2, 2902; (
das) grosze singen (
der ganzen gemeinde im verhältnis zur stimme des einzelnen) Jean Paul
sämtl. w. 54 (1828), 25; (
wenn, jüngling,) dein name noch unerhöht mit der groszen fluth fleuszt Klopstock
oden 1, 118
M.-P.; so namentlich in einigen festen formeln: ein wald thut in einiger entfernung schon als grosze einförmige masse unserm auge wohl Göthe II 5, 1, 3
W.; denn ... der grosse hauffe keret sich an gottes wort nicht Luther 19, 642
W.; der grosze haufe (
nennt) alles poesie, was in verse gebracht ist Ramler
einl. in d. schön. wissensch.2 1, 123; der grosze haufen ist zu ungründlich, liederlich (
in Frankreich) Görres 2, 26; einen solidern beifall .., als der des groszen publicums sei Göthe 21, 162
W.; es ist so manches daraus .. vor das gröszere publikum gebracht worden A. W. Schlegel
Europa 2, 3;
etwas anders: das interesse der groszen gesellschaft will es augenscheinlich, dasz man die grundgeseze eines staats nicht ungestraft verlezen lasse Schiller 4, 98
G.; ich bin ein aussatz an der groszen menschheit J. Mosen 4, 428. I@C@22)
seit dem 18.
jh.: das grosze ganze (
einer dichtung) Gerstenberg
schlesw. lit. br. 221
liter. denkm.; so ein groszes ganze die kriegsgeschichte war, so ein groszes und eignes ganze ist auch die geschichte des westphälischen friedens Schiller 8, 414
G.; die ... beziehungen .. zwischen dem innern leben des einzelnen .. und dem groszen ganzen Justi
Winckelmann 2, 1, 5;
selten: im ganzen groszen, wo des einen nachteil des andern vorteil wird Grillparzer 8, 233;
auch parallelisiert: wie kann das grosze und ganze .. auf eine höhere stufe bürgerlicher glückseligkeit erhoben werden Fr. Delbrück
sinnverw. wörter (1796) 1, 133;
besonders mit im: so trägt doch (
in der griech. dramatik), im groszen und ganzen betrachtet, alles nur einen einzigen durchgehenden character Göthe
gespräche 6, 123; die ... tiefere bewegung des geistes, die ihr (
der abendländ. christenheit), im ganzen und groszen angeschaut, zugeschrieben werden musz Ranke
sämtl. werke2 1, 4;
diese reihenfolge früher sehr gewöhnlich: ob denn, da alles in der welt seine philosophie und wissenschaft habe, nicht auch ... die geschichte der menschheit im ganzen und groszen eine philosophie und wissenschaft haben sollte? Herder 13, 7
S.; je später je mehr zum adv. verblassend: dasz diese gliederung (
der laute) im ganzen und groszen mit Brückes system übereinstimmt W. Scherer
kl. schr. 1, 406; er bekannte sich zwar im ganzen und groszen zu den lehren des calvinismus Treitschke
hist. u. polit. aufs. 1, 15;
umgekehrt: welchen vortheil oder nachtheil die europäische gesellschaft im groszen und im ganzen dabey mag geärntet haben Schiller 8, 414
G.; in einer zeit, wo man im groszen und ganzen ... nicht gerade weichlich ist Bismarck
pol. reden 4, 330; da uns .. hievon im groszen ganzen noch wenig bekannt ist Herder 13, 266
S. I@C@33)
ähnlich: etwas in groszen umrissen darstellen; er fand die umständliche geschichte seines lebens in groszen scharfen zügen geschildert Göthe 23, 142
W.; mein gedächtnis ist wie ein sieb, nur die groszen züge bewahrt es, nicht die kleinen feinheitenú Seidel
vorstadtgesch. 45: all dies wurde übrigens in kurzen groszen sätzen erledigt Fontane I 6, 24. I@DD.
vielfach geht die bedeutung aus dem quantitativen ins intensive über; das adj. hat die function, eine verstärkung des in dem regierenden wort gegebenen begriffes auszudrücken. I@D@11)
mit sächlichem subject; nur vereinzelt in anwendung auf ein concretum: (
die rade) kan für ein grosses unkraut nicht gerechnet werden, dan brantewein daraus gebrant wird Gueintz
rechtschreib. 111. I@D@1@aa)
so in anwendung auf eigenschaften, affecte, empfindungen, innere und äuszere zustände des menschen; hier hat sich bis in die neueste zeit der sprachgebrauch wenig verändert: mit grôzen triuwen
Nib. 566, 4; grosz manheit
Laurin 2555
Schade; mit grosser danckbarkeit Riederer
spiegel d. wahr. rhet. a 3
a; grosze fälle von schönheit und höflichkeit Campe
aus Lavater; sollich lieb ... was dem manne ein grosze freude A. v. Eyb
dtsche schr. 1, 9; wie er grosse lust hett sie schlaffende an zuo schawen Warbeck
Magelone 60
a Bolte; groszer wille
s. th. 14, 2, 150
f.; mit groszem behagen Göthe 46, 63
W.; (
worte) die mich .. grosses leyte haben tragen machen Arigo
decam. 43
lit. ver.; der aller grœziste haz
Nib. 1858, 4; in vil grôzem zorne
s. 237
Z.; in grossen unwillen und verdrusz Carbach
Livius 49
b; nah groszer ubermuote Graff 4, 336; grôzara angusti Otfr. II 4, 36; diu grôze vorhte gotes Rud. v. Ems
Barlaam 371, 35; grosser sorg wirt liederlich rath
schöne weise klugreden 95
a; ausz grosser liebe Warbeck
Magelone 25
b Bolte; in grosser andacht 80
a; mit groszer inbrunst Göthe 2, 143
W.; in grosser gehorsame Frisius
dict. 896
b; darumb gehöret grosse gedult dazu Luther 30, 2, 634
W.; sein grosser glaube mitten ynn der sunden 19, 199; die dinge der welt mit groszer seelenruhe anzusehen Ranke
reform. gesch. 1, 63; ir grôzen danc si niht versweic
Parz. 196, 4,
die bis ins 19.
jh. herrschende formel: das nahm ich nun .. zu groszem danck an Götz v. Berlichingen
lebensbeschr. 91
Bieling; groszen dank, bursche!
Shakespeare 9, 107; grossen hunger Luther 30, 2, 551
W.; vgl. schon unmet grot hungar
Hel. 4329; grossen durst Hätzlerin 271
b; grossen wehtag Sebiz
feldbau 183; ein wasser für grosses hauptwehe Gäbelkover 1, 1; von dem nebel kümt oft grôzer siechtum Konr. v. Megenberg
buch d. natur 96, 4; im 61. jahr .. habe ich grosz gefährliche krankheit ... ausgestanden Schweinichen
denkw. 14
Österley; fiel er in grosse und schwere melancholey
Amadis 1, 30
lit. ver. I@D@1@bb)
weiter neben abstractis verschiedenster art: von dem im ê was geschehn .. grôz heil und michel ungemach
Iw. 3929; wer kein sorg hat, der hat grosz glück Lehmann
floril. polit. 2, 743; grosse not
Laurin 1942
Schade; grosz gefahr Scheit
Grob. 2200
ndr.; von grôzzoren êren
Milst. gen. 74, 15; grosse wirde, grosse bürde Eyering
proverb. 1, 333; mit grossen deinen schanden Arigo
decam. 159
lit. ver.; daz wer mir ein grozzer trost
privatbr. d. ma. 1, 4
Steinhausen; das bringt grosse hülff Gäbelkover
arzneib. 1, 265; grôzan scadon Otfr. IV 24, 34; ein groszer übelstand eurer sprache A. W. Schlegel im
Athen. 1, 14; durch grôze fîntschaft
Nib. 1552, 4
B.; amicitia ampla ein grosse und eerliche freundtschafft Frisius 88
a; grôzer sünde erlôst Walther v.
d. Vogelweide 124, 40; wie so grosz unrecht faul seyn sey P. Gerhardt
bei Fischer-Tümpel 3, 377
a; gros wunder mus ich sagen fry Fischart
glückh. schiff 34
ndr.; nam ir fur, in grossem geheim ir liebe ... zuo offenbaren irer ammen Warbeck
Magelone 17
a Bolte; in grôzer vinster Konr. v. Megenberg
buch d. natur 151, 27; mit grosser stille zu des münchs zellen ginge Arigo
decam. 37
lit. ver.; kam mit grosser eyl ein hertzog
buch d. liebe (1587) 91
c; mit groszer bestimmtheit Mommsen
röm. gesch.4 1, 10; das in der feldarbeyt ... ein grose ungleichheit sich erhält Sebiz
feldbau 1; dasz zwischen unserer seele .. und zwischen dem flachs- und hanfbau eine grosze ähnlichkeit herrsche Lenz 1, 72
Tieck; (
d. fries. sprache) welche .. nichts anderes war, als eine abzweigung des niederdeutschen in groszer verwandschaft mit dem angelsächsischen Allmers
marschenb. 1, 188; es ist ein grosser underscheid zwischen Miriam, Davids und der .. welt tantzen Ambach
vom tantzen (1543) b 2
a;
doch greift die verwendungsmöglichkeit dieses intensiven grosz
in älterer sprache noch wesentlich weiter als heute: welcher .. gemein man hat nit ein grosser gewissen, so er an eins apostel abent ... fleisch esse, den ob ... Luther 7, 796
W.; wo nicht durch grosse gewonheit ein natürlicher brauch ausz embsigem essen .. gemacht Scheit
Grob. s. 8
ndr.; obtinet magnum locum in medicaminibus haec herba ist in grossem brauch Frisius
dict. 900
b; was groser rechnung miessen dy eltern got .. geben H. Gebweiler
beschirm. des lobs Marie 32
a; helt ene in groter bewaringe Schiller-Lübben 2, 155
a; wiwol nün gemälte exempel und bewerüng fast grosz und glaubhafftig sein Schwartzenberg
Cicero 62
b; er muosz grosse ursach haben, sonst thett ers gewiszlich nit Vogelgesang
heiml. gespräch 31
ndr.; und ähnlich noch spät: dies sind die gröszten gründe, dasz der Rhein .. wieder deutsch werden musz E.
M. Arndt
schr. für u. an s. l. Deutschen 2, 33;
oder auch als intensivierung verbaler begriffe: auch waren sie von wegen der grossen flucht noch schnauffend und müde
buch d. liebe 28
c; als bald der könig erfähret, dasz ihr entlauffen seyt, so wirdt grosses nachsuchen werden 91
a; begert demnach mitt grosser bitt '
inständiger' J. Wetzel
söhne Giaffers 19
lit. ver., dies sehr häufig im älteren nhd.; von manchem ritter gar küne ward do gar grosse frag gethan '
eifrige frage'
Laurin 89
Schade; eigenartig, mit steigerung einer prägnanten bedeutung des subst.: des moht in dunken grôziu zît '
hohe zeit'
Erec 2866; es ist zu essen grosse zeit H. Sachs 2, 62
K.; ewrn sun ..., der nun in den künsten weiter fürzuoschreiten und höher zekommen grosse zeit hätte, auff die löbliche hoheschuol ... zuoschicken
M. Pegius
von dienstbarkeiten (1558) 117
b;
alem. bis heute gebräuchlich, Staub-Tobler 2, 805. I@D@1@cc)
neben unbestimmten maszbegriffen: und alles volck .. sind leut von grosser lenge
Züricher bib., 4. Mos. 13 D; also das ein grosse praiten darzwischen war Dürer
tageb. 55; auf der groszen höhe war der himmel meistentheils rein von dünsten Göthe II 1, 34
W.; in grosser meng sie (
die quellen) mit gedreng wie pfeil von felsen ziehlen Spee
trutznacht. 35;
vgl. hierzu B 2 c;
ständig in älterer sprache neben alter,
wo heute hoch
steht: wie es denn seinem grossen alter und eisgrawen kopff .. gemes war 2.
Macc. 6, 23; wer einem grosz alter wündscht, der wündscht ihm viel ungemach Lehmann
florileg. polit. 1, 15; in seinem groszen alter Weidner
nach Sanders 1, 631
a; was ein grosses alter der zeit mit sich führet
aus recht alter zeit stammt Schupp
schr. 778;
gelegentlich sogar: dieser grosse alte (
dieser hochbetagte) disputirte bisz in seinen todt 817;
mit ganz anderer form der steigerung neben fixen maszbegriffen: südwest von Rusor eine grosse halbe meil zur see ist eine .. klippe Manson
seebuch 8; wieder sasz ich eine grosze halbe stunde Fr. H. Jacobi 1, 13;
heute '
gut'
oder '
stark'
; nur neben concretis noch heute in ähnlicher function: das ist ein groszes brot,
d. h. übernormalgrosz; dieselbe bedeutung technisch: ein groszes hundert
eine zahl von 120, ein groszes tausend
eine zahl von 1200 Krünitz 20, 129; groszes dutzend, '
d. h. 12
dutzend zusammen' Rumpf
gemeinnütz. wb. 146;
annus magnus vel annus mundanus das grosse jahr, haltet neun und viertzig tausent gemeiner jar Golius (1585) 27; das bey des vogels (
des phönix) leben die umbkerung des grossen jars fürgeen soll Eppendorff
Plinius 138. I@D@1@dd)
weiterhin neben begriffen, die sich dem concreten mehr oder minder nähern; gerade hier greift die jüngere sprache meist zu adjectiven, die die intensivierung ausdrucksvoller bezeichnen, stark, heftig, kräftig, schwer u. a.: mit slegen grozzen Graff 4, 336; die schlugen im zween grosse schleg
buch d. liebe 100
a; mit solchem grossen puff Luther 19, 203
W.; (
das schiff) von dem grausamen mere der grossen stösse .. nicht mer erleyden mochte Arigo
decamer. 106
lit. ver.; aber auch: under euer lincken bruste, do ich eyn grossen kusz hin getan hab 262; szo yhr aber auff dem sandt stehet, wirtt euch eyn schwinder grosser fall begegen Luther 8, 482
W.; nit mit schlechten, sunder mit grossen martern Judas Nazarei
v. alten u. neuen gott 8
ndr.; das wort gottes ist nie on grosse straf übersehen Zwingli
dtsche schr. 1, 37;
vgl.durch daz sult ir grôzere gerichte intfân,
d. h. strengeres gericht Beheim
evang. buch, Matth. 23, 14; wer dir der bosz zu grob und grosz Scheit
Grob. 3065
ndr.; auch ir sere zuo herczen gangen was das grosse weynen Arigo
decam. 62
lit. ver.; die grossen seufczen 125; nach vil grossem lachen 58; so sagte er mit groszem lachen zum cardinal Göthe 44, 6
W.; mit groszem schnaufen Mörike 1, 187
Göschen; ein tieffer grosser schlaaf
alta quies Frisius
dict. 1107
b; der mohn läst wegen seines grossen glantzes die sternen nit sehen Äg. Albertinus
zeitkürzer 2
b;
bildlich: da mit er seyner gifft eynen grossen scheyn und ansehen mache Luther 18, 181
W.; ähnlich: es kömmt darauf an, sie (
die folgerung) noch weiter auszuführen und in ein gröszeres licht zu setzen Ramler
einl. in d. schön. wissensch. 1, 50; ein grosser und häfftiger geschmack
vastitas odoris Frisius
dict. 1348
a; und ist sein smack (
des amomum) grœzer wan der rauten smack Konr. v. Megenberg
buch d. natur 356, 31; ervant er von dem gîre sô grôz ercenîe
so kräftige, zwei dtsche arzneibücher 47, 26
Pfeiffer; dar umb tuot man in zuo grôzen starken erzneien Konr. v. Megenberg
a. a. o. 370, 21;
vgl. 364, 12;
auf derselben linie liegt: wolten aber sie ez ze grozz machen und wolten die lut verderben
es zu stark treiben, weisth. 6, 99. I@D@1@ee)
so besonders auch von elementarischen und witterungserscheinungen; doch hat sich hier das adj. besser gehalten: grossen frost Scheit
Grob. 2666
ndr.; je grösser die hitz ist Ercker
beschr. aller mineral. ertzt 8
a; eyn grosse truckenhait Reynmann
wetterbüchl. 7; dô wart daz weter alsô grôz
Iw. 2537; nach sonnenschein kompt gemeiniglich ein grosz wetter Lehmann
florileg. polit. 1, 233; gros ungewitter Sebiz
feldbau 9; der herr liesz donnern einen groszen donner über die Philister
Züricher bib., 1. kön. 7 B; ist ain solicher grosser regen gewest Knebel
chron. v. Kaisheim 87
lit. ver.; in einem grossen hagel Mathesius
Sarepta 56
b; ein grôzer sturm
diut. 3, 62; wann .. grosse wind wähen Sebiz
feldbau 529;
grandior aura ein grosser wind oder ein starcker lufft Frisius
dict. 143
b; ich glaube aber, dasz es (
das augenleiden) eher vom viellen weinen kompt, alsz von der groszen lufft E. Ch. v. Orleans
br. 3, 134
lit. ver.; doch kann gr. luft
auch etwas anderes meinen, s. o. A 1;
ähnlich auch: den winter uber, der dieses jahrs grosz und hefftig war Rätel
Curäi chron. 199; was so grot en winter, dat men ... Schiller-Lübben 2, 155
a aus Korner;
vgl. noch spät: nun brach der grosze winter ein, der schauervollste den ich erlebt habe U. Bräker 1, 196. I@D@1@ff)
bei der anwendung auf klänge und geräusche kann die bedeutung '
stark, kräftig'
in '
laut'
übergehen: wer ain grôzen stimme hât, der ist küen Konr. v. Megenberg
buch d. natur 46, 31; welche eine grobe und grosse stimme haben, die helt man für verläumbder J. B. Porta
physiogn. (1601) 275; die stimm ist grösser dann der man
schöne weise klugreden 146
b; hörte er hinter sich eine grosze stimme Jung-Stilling 3, 30;
anders unten F 2 e; lere fesser geben grossen don Petri
d. Teutschen weiszheit 2, M m 4
b; da Martin mit groszem laut seinem hauszgesind' ankündet dasz
Reinicke fuchs (1650) 101; gros geschrey, wenig wolle Friedr. Wilhelm
sprichw. reg. s 2
a;
auch uneigentlich: ein groszes geschrei von etwas, über etwas machen
oder erheben
mehr davon sprechen als es verdient Campe; grôzen schalle
Nib. s. 145
Z.; (
alle) fielen zu mit grossem schall: nu haben wir den rechten könig funden Luther 26, 548
W.; mit groszem lärmen Arnim 1, 29; mit solchem grossen knall Rompler v. Löwenhalt 1.
gebüsch 72; ein thuren fellt mit grossem krachen Spreng
Il. 48
b;
hierher auch fälle wie: sein stimm (
war) wie ein grosz wasserrauschen
Züricher bibel, Apoc. 1 C; taub und gehörlosz ... von wegen des grossen rauschens und getümmels desz wassers Äg. Albertinus
hirnschleifer 53. I@D@1@gg)
hervorzuheben sind gewisse formen superlativen gebrauchs: de grötteste winter Dähnert 163
a,
d. h. die höhe des winters; vgl. der gröst winter würt von mitten des winters, bisz dasz tag und nacht im früling sich vergleichen
M. Herr
feldbau 22
b;
ebenso im gröszten sommer Kompert
am pflug 1, 111
nach Sanders; die kornschütten .. sollen .. zum grösten tagliecht offen stehn Sebiz
feldbau 27;
ganz anderer art, aber ebenfalls von dem intensiven grosz
aus zu verstehen und auf diese sonderbedeutung des adj. beschränkt ist ein elativer gebrauch der superlativform: die grösseste kälte, hitze
un freddo, un caldo estremo Kramer
teutsch-ital. 1, 569
b; ihr köntet ins gröszeste unglück dardurch kommen
ib.; mit der gröszten versicherung, dasz er recht habe Göthe 22, 89
W.; betragt euch mit der gröszten ruhe und sicherheit 45, 106; sieht man ihn im gröszten négligé
gespr. 1, 34; zu ihrer gröszten verwunderung Brentano 5, 46; dem sag i die gröszten grobheiten hin Karl Stieler
ged. 2, 43
Recl.; ähnlich: dann Eulenspiegel liesz das brot mit fleisz fallen ins gröste kot Fischart 2, 50
Hauffen; im gröszten moder (
kampieren) Sulzer
bei Körte
br. d. Schweizer 328;
diese heute sehr verbreitete ausdrucksweise scheint sich erst im 18.
jh. auszubreiten; doch früher schon ähnliches: gerüst mit seiten und prustwehren von gedörrten .. würsten, .. die sie zur grösten zier umb den tisch hencken Fischart
geschichtklitt. 78
ndr. I@D@22)
gánz ebenso auch bei persönlichem subject; mit begreiflicher vorliebe neben verbalsubstantiven: under dem schein der erberkeit grose verfürer H. Gebweiler
beschirm. des lobs Marie 28
b; er was ein grosser schelter und flucher gotz Arigo
decamer. 20
lit. ver.; die grossen sauffer 23; grosser spiler Schwartzenberg
Cicero 146
b; fürstellung desz grossen creutztragers Hiobs Schupp
schr. reg. )( 1
a,
d. h. der ein schweres kreuz zu tragen hatte; apotecker sind die grösten wucherer Lehmann
florileg. polit. 1, 62;
in neuerer ma.: ein groszer eiler kommt nit weit
u. ähnl. fügungen Fischer
schwäb. 3, 855;
aber auch sonst: sind wir ketzer, so sind sie noch grösser ketzer Luther 26, 533
W.; dasz die Frankfurter grosze patrioten sind Solger
nachgel. schr. 1, 21; so wäre ich das gröszte ungeheuer auf erden Pfeffel
pros. vers. 2, 68;
das adj. bevorzugt bei diesem gebrauch ganz bestimmte begriffsgruppen: dich solchen grossen esel Boltz
Terenz 45
a; das ich h. Georgen fur einen grossen narren hielte Luther 30, 2, 33
W.; yhe grosser schalck, yhe besser gluck 19, 556; artzebove, de grotteste bove
s. v. archischurro Diefenbach
nov. gl. 32
a; in allen winckeln thet sichs paren (ich glaub eins theils grosz huren waren)
M. Mangold
marckschiff b 3
a; ein grosser heimlicher dieb Arigo
decam. 20
lit. ver., ein erzdieb, anders unten F 1 c
α; (
diese menschen) grosse rauber und mörder waren 59; das er auch ein grosser mechtiger mörder würde Luther 30, 2, 126
W.; denn wie wol ich ein grosser, schwerer, schendlicher sunder bin gewest 26, 508; und was als ein grosser liebhaber götlicher kunst
erste dtsche bibel 3, 14; von ... dem groszherzog, einem groszen freunde der pflanzenkunde Göthe IV 28, 3
W.; er war ein groszer musikfreund Ranke
werke2 3, 46; (
Senacherib) ein groser gottesfeind H. Sachs 1, 226
K.; ein unruwiger mann und grosser viend keisers Barbarossae Tschudi
chron. helvet. 1, 92; der was des von Branndis grosser und threwer freunt J. A. v. Brandis
landeshauptl. v. Tirol 24; auff herren Eberhard Möllers, seines grössesten freundes, bildnisz Rist
n. teutscher Parnasz 517. I@D@33)
am anschaulichsten ist die intensive bedeutung bei dem recht ausgebreiteten gebrauch als adverb. I@D@3@aa)
neben adjectiven nur in beschränkter verwendung: grosz kreffticlich
violenter Diefenbach 621
b; nit dasz ich sollichs grosz nothwendig zusein vermeint J. Wetzel
söhne Giaffers 5
lit. ver.; szo weren alle sunde unschedlich, ja gros forderlich Luther 2, 95
W.; hatte Petrus hie nicht gros recht? 18, 311;
comparativisch: dei filius .. der ist grosser heilig quam X praecepta 34, 1, 475; und ist noch vil gröser lutherisch worden, dan er vor gewest ist
städtechron. 23, 155;
auch nd.: syn puls is grot slicht unde drade Schiller-Lübben 2, 155
b;
alem. noch heute: das wasser ist nüd gross heiss Staub-Tobler 2, 806. I@D@3@bb)
um so häufiger im verbalen gefüge; schon altsächsisch: uuas mi grotun tharf
Hel. 4425;
mhd. ganz gewöhnlich, s. Lexer 1, 1094;
auch dem älteren nhd. noch sehr geläufig: wir haben uns versündet grosz H. Sachs 1, 39
K.: welchen wir so grosz verdammen Vogelgesang
heiml. gespräch 18
ndr.; dasz wirs grosz vergessen Paracelsus
opera (1616) 2, 318; darab sich der kaiser grosz verwundert
städtechron. 23, 324;
ebenso auch in der häufigen wendung es nimmt mich grosz wunder,
in der das wort freilich anscheinend auch adjectivisch verstanden werden konnte: vom Agricola .. nimpt michs nit grosz wunder Vogelgesang
heiml. gespräch 17
ndr.; mich nimpt gross wunder, ... daz ir .. Nas
antipap. eins u. hundert 2, C 2
b; antwurt im herr Albrecht, es nem in das gröszest wunder, das ..
zimm. chron. 1, 112; er fröwe sich des als grosz als wer es im selber Fischer
schwäb. 3, 854 (
quelle v. 1486);
vgl. noch spät: wie sitzt mir das liebchen? was freut sie so grosz? Göthe 3, 56
W.; darvon etlich grosz brochen
vehementer vomuerunt Fischer
schwäb. 3, 854 (17.
jh.); das geschach gross wider iren willen U. Füetrer
baier. chron. 154
Spiller; das was gros wuder die lutterischen und iren brediger Fischer
schwäb. 3, 854 (16.
jh.)
; auch nd.: de weren vormanet unde grot bedrowet Schiller-Lübben 2, 155
a; se reden grot eme, dat he volghede 155
b;
comparativisch: wye woltest du nun grosser getrost werden, dan so du ein sulchen hulffer findest Luther 9, 149
W.; do ward der ritter noch grosser erfrawedt Warbeck
Magelone 29
a Bolte; verschiedenartig gesteigert: du waist, wie seer und grosz ich brinn
N. v. Wyle
translat. 47
lit. ver.; weil sie weisz, dasz euch sehr grosz darmit gedienet ist Happel
akad. roman 248; bistu so mächtig gros erfaren Fischart
glückh. schiff s. 42
ndr.; wo die heutige sprache noch adverbiales grosz
ähnlich verwendet, ist das ethos anders: er war so gut, so stark, .. dasz das leidvolle geschöpf grosz aufatmete H. Böhlau
Isebies (1911) 370. I@D@3@cc)
ebenso auch in negativen fügungen: ihr hülff beger ich mir nicht gros Hayneccius
Hans Pfriem 44
ndr.; wir kommen nicht grosz aus, und was rechtes kommt nicht zu uns Chr. Reuter
ehrl. frau zu Pliss. 40
ndr.; die rechnung kann nicht grosz bezweifelt werden Staub-Tobler 2, 806;
in älterer sprache ist häufig: auch ist nit gros dran gelegen, ob Luther 6, 203
W.; ligt euch .. nit grosz an in Schwartzenberg
büchl. vom zutrinken 22
ndr.; doch kann hier grosz
auch nominal empfunden sein (
vgl. II 2 a):
pluma haud interest es ist nit einer feddern gros dran gelegen Bas. Faber
thes. 628
a;
vereinzelt geradezu: im muosz freylich grosses daran gelegen sein Wickram 1, 5
lit. ver.; bis in die neuere ma.: nicht grosz nach einem fragen
sich nicht viel aus ihm machen Albrecht
Leipz. 126
a; ik sî der nitt grôt op Woeste
westf. 86
a;
auch: et het em nitt grôts hulpen
ib.; nich groots
nicht sehr Stürenburg 76
b;
doch macht sich in dieser negativen fügung je später, je stärker eine besondere sinnesfärbung geltend, insofern sich neben der intensiven bedeutung die ursprüngliche quantitative wieder vorschiebt: wir aber wollen, woher ihr eigentlich der nahme kommen, nicht grosz streiten Rist
n. teutscher Parnasz 68,
d. h. '
nicht umständlich, mit groszem aufwand'; doch aber dieser ist so grosz nicht zu beklagen Rachel
satyr. ged. 62
ndr.; ich habe nicht erst grosz sortiert
keine besondere auslese gehalten Müller-Fraureuth 1, 444
a;
diese bedeutung ist bis in die neueste sprache durchaus lebendig, aber wesentlich nur neben einigen ganz bestimmten verbalen begriffen: zwar weisz ich wol, dasz .. meiner poetischen aufwartung nicht grosz nöhtig gewesen Neumark
fortgepfl. musik.-poet. lustw. 1, 234; dass die tragödie der sitten nicht grosz bedürfe Lessing 10, 193
M.; sie achten auch uff unser schyssen nit grosz Balth. Springer
merfart (1509) c 1
b; doch hätte ich mich endlich auch nicht grosz an das verschweren gekehret Chr. Reuter
Schelm. 13
ndr.; allerhand neuerungen, um die sich Jochen zwar nicht grosz kümmerte W. v. Polenz
Grabenhäger 1, 270; niemand hatte grosz acht auf ihre abfahrt E. Zahn
helden des alltags 27; es kommt hier auf ein menschenleben nicht grosz an Storm 5, 228. I@D@3@dd)
diese bedeutungsspielart auch ohne negatioṇ, aber wesentlich beschränkt auf ganz bestimmte syntaktische fügungen: wer bekümmerte sich grosz umb den armen Lazarum? Schupp
schr. 427; wie sollen wir grosz staunen Brentano 4, 121; was würde es dem ursprung der lügen grosz geschadet haben Lohenstein
Armin. 2, 1606
b; ach! sagte Petz, was fragst du grosz Lichtwer
äsop. fab. 75;
auf dieselbe linie gerathen schlieszlich wendungen, die ursprünglich wohl anders construiert sind: ist gott dein freund und deiner sachen, was kan dein feind, der mensch, grosz machen? P. Gerhardt
bei Fischer-Tümpel 3, 423
b; der wehre wohl ein narr, der es nicht thete? aber was ist es gros? Schoch
com. v. stud. leben D 8
a; was thut's so grosz, dasz ihr mal flausen macht? Tieck
schr. 3, 468;
die zu grunde liegende construction bricht noch spät gelegentlich durch: was hast du denn groszes an uns auszusetzen? 4, 47;
vgl. aus heutiger ma.: na, hebb' ick nu jrosz wat davon? G. Hauptmann
biberpelz (1893) 20; wat is do graut te vertellene! Bauer - Collitz 200
a;
auszerhalb solcher syntaktischen verbindungen ungleich seltener: ich achte unnötig zu seyn, dasz ein musicus uber dem einfeltigen urtheil .. sich grosz bekümmern sol
Königsb. dichterkr. 68
ndr.; damit wär mir auch wol grosz gedient, wenn ich noch kinder dazu bekäme Lenz 1, 77
Tieck; besonderen sinnes: thu du noch grosz dein maul auf Anzengruber 3, 138. I@EE.
gewisse gebrauchsweisen haben das gemein, dasz der quantitätsbegriff, der immer noch die grundbedeutung abgiebt, mehr oder minder stark gefärbt ist durch einen beisinn, der sich in anderen fällen (
s. u.F)
zum hauptsinn gemacht hat. I@E@11)
in sehr mannigfaltiger verwendung mit einem beiklang der bedeutung, die als '
bedeutend, wichtig, wesentlich'
auch selbständig auftritt (
s. u.F 2 a): eine grosze reise zu thun ist für einen jungen mann äuszerst nützlich Göthe 23, 237
W., d. h. nicht schlechthin eine lange, sondern eine solche, die überdies bedeutendes sehen und erfahren läszt; und schon ist der neue chausseebau fest beschlossen, der uns mit der groszen strasze verbindet 50, 209
W., die nicht allein grosz nach ihrer räumlichen anlage, sondern bedeutend als verkehrsweg ist; entsprechend: grosser hof wil vil gsind
schöne weise klugreden 132
a; grosze städte, grosze sünden Chr. Weise
d. drey klügsten leute (1675) 176; ein paar grosze handelsstädte Göthe 21, 53
W.; du hast nun einige grosze weltliche höfe ... gesehen Fr.
M. Klinger 3, 216;
vgl. schon: wurden ir die grôzen höve benomen Walth. v.
d. Vogelweide 65, 29; die groszen werkstätten der literatur, die deutschen universitäten Ranke
werke2 1, 161; eine macht ..., wie sie seit der zeit der groszen herzogthümer nicht bestanden 1, 50; die rechtsgeschichte der einzelnen groszen culturvölker Riehl
dtsche arbeit 10; dasz Preuszen ... unter den groszen mächten nur feinde gefunden hätte Bismarck
ged. und erinn. 2, 26
volksausg.; etwas anders (
mit anklang an C): Africa einer ausz den drey grossen theilen des erdbodens Calepin xi
ling., onom. 17
b;
ähnlich: die culturgeschichte .. in ihren vier groszen entwickelungsstadien Mommsen
röm. gesch.4 1, 3;
auf anderer linie: die fursten schreben ouch den hantwergen .. zu Erffort grosze und vil breffe unde clagiten ubir den rad K. Stolle
thür. chron. 148
lit. ver., d. h. nicht blosz lange, sondern gewichtige; nun folgt der grosze merkwürdige brief des apostels Johannis selbst Jung-Stilling 3, 22; vielleicht wirckt diese possierliche apothecker-büchse ... mehr, als wenn ich den Catonem mit grossen commentariis hätte auflegen lassen Chr. Weise
erznarren 3
ndr.; ich schreibe jede that .. ins grosze buch, aus dem einst engel richten Klopstock
oden 1, 102
M.-P.; halbtechnisch: Tancred. grosze heroische oper von Rossini. grosz ist sie, wenn dieses so viel heisst als lang
aus einer kritik bei Börne 2, 92; er wird alle stücke tragen, in denen er eine grosze rolle hat Gutzkow
werke 7, 241;
vielfach auch uneigentlich: streitigkeiten, in denen ... der gegensatz ... eine grosze rolle spielte Ranke
werke2 1, 11;
vgl.rolle 1 c
β,
th. 8, 1139; ich hab eine grosze unterredung mit meinen bäumen gehabt Göthe IV 5, 18
W., d. h. lang und zugleich bedeutsam; jene grosze philosophische bewegung, die durch Kant begonnen I 46, 55;
ganz anders, aber mit gleicher zwiespältigkeit der bedeutung: die drei schwarzen masken treten mit groszen bewegungen näher Schiller 3, 20
G., d. h. raumgreifend und ausdrucksvoll; sie stürzte sich auf ihre kleinere, zierliche gefährtin und begrub sie in einer groszen, mütterlichen umarmung H. v. Kahlenberg
Eva Sehring 83. I@E@22)
oder mit dem beisinn von aufwand und pracht: ze sô grôzem antpfange
Nib. 583, 3
B.; grôze hôchgezîte 504, 4; grosse feste und hochzeit Arigo
decam. 72
lit. ver.; in dem grossen schieszen
Fortunatus 157
ndr.; dasz heute ... in Kösen ... der grosze holzmarkt gefeiert wird Göthe IV 29, 92
W.; etwas anders: vor dem hause des Kaiga-ma war grosze musik Bücher
arbeit u. rhythmus4 262; pancket .. (
ist) ein grosses mahl Gueintz
rechtschreib. 35; der reiche herr ober uns giebt grosze tafel Nestroy 1, 9; auch durch andere weg als durch götlich menschen und heilige person grosser gotzdinst verpracht warde (
während der pest) Arigo
decam. 3
lit. ver.; eine grosze leiche
funus amplum Frisch 1, 376
b;
und so noch heute in niederer sprache ganz gewöhnlich: da solls wohl eine grosze leich geben? O. Ludwig 2, 163; an so 'nem groszen begräbnisfest G. Hauptmann
weber (1892) 50; grosze aufwartung
apparitura solemnis Apinus
gloss. nov. 256; grosze aufwartung '
heiszt am wienerischen hofe, wenn nebst den abgesandten und rittern des güldenen vlieszes alle hofämter ihre verrichtung leisten' Chomel
öcon. lex. 4, 1367; der in der groszen livree der Wittekinds harrende diener Gutzkow
zauberer von Rom 1, 286; da erschien frau Kurzmichel in groszem staate Ebner-Eschenbach 4, 34;
ähnlich auch adverbial: bey ihm muss es grosz hergehen bey solchen gelegenheiten Fr.
M. Klinger 1, 73,
heute '
hoch hergehen'; grosz leben
vivere alla grande, splendidamente Jagemann 546;
hierher vielleicht auch: (
sie hat) es auf dem freiherrlichen .. schlosz auch beim herrn und der gnädigen frau gar grosz Kortum
Jobsiade 2, 182;
vgl. aus neuerer ma. grosz gehn
groszen aufwand treiben Follmann
lothr. 218
a;
möglicherweise ist auch grosz stēn (werden)
zu gevatter stehen (
im henneberg. stolz sein) Schmeller 1, 1013
ähnlich zu verstehen. I@E@33)
oder mit dem beiklang eines gefühlstones wie '
erhaben, gewaltig',
auch '
furchtbar, drohend'
u. ä. (
s. u.F 2 a, d): wenn gleich zerfällt das grosze weltgebäude Paul Gerhardt
bei Fischer-Tümpel 3, 365
a; (
gott läszt nicht ab) die grosse welt-öconomiam noch immerdar mit schönster ... ordnung unaufhörlich zu bestellen Hohberg
georg. cur. 1,
vorr. a 2
b; so erblickt denn Luther in dem alten und neuen testament das symbol des groszen sich immer wiederholenden weltwesens Göthe IV 27, 234
W.: schwächer in der altererbten wendung: ihr durchstudirt die grosz' und kleine welt I 14, 94 (
Faust 2012);
vgl.grosz wernt
macrocosmus Diefenbach 342
a; (
gottes) grosse ewige wonder niemant verlaugnet Arigo
decam. 10
lit. ver.; herr wie sind deine werck so gros Hennenberger
preusz. landtafel 1; nach dem grossen sünden-flusse setzte gott den gnaden-bogen Logau
sinnged. 154
lit. ver.; die darstellung des letzten akts jenes groszen weltgeschichtlichen schauspiels Mommsen
röm. gesch.4 1, 4;
die jüngere sprache kennt auch formen leiserer modulierung des quantitätsbegriffes: die bäume führten bergauf in einer langen ansteigenden prozession. grosz, ernsthaft, hundertjährig H. v. Kahlenberg
Eva Sehring 36; 'herr graf!' fuhr der landrath auf und richtete sich grosz in die höhe Gutzkow
werke 2, 299,
nicht '
hoch',
sondern '
wuchtig-drohend'
; vgl. selbst: der pfaffe machte mir eine grosze faust nach Schubart
leben u. gesinn. 2, 2. I@E@44)
oder, indem der quantitätsbegriff eine ganz besondere, weniger concrete form räumlicher vorstellung gewinnt, wieder mit mehr oder minder starken gefühlsmäszigen beiklängen: (
Wilhelm) erfreute ... sich der groszen gebirgsansicht Göthe 24, 9
W.; wenn sie uns .. hinausführen in die freie grosze natur Fr. Schlegel 5, 195;
mit eigenem ton: man kann nicht immer grosze natur schwelgen Fontane I 5, 140;
auf anderer linie: menschen die ein groszes und bewegtes leben führen Göthe IV 8, 292
W.; im fortgange der menschheit findet er .. sein daseyn gröszer und freier Herder 17, 5
S.; wie ist diesz in einem so groszen complicirten zustande (
wie es ein aufenthalt in Berlin ist) denkbar? Göthe IV 33, 55
W.; wieder anders: alles geht nach einem groszen plane Rückert 1, 30; mittlerweile deine leblosen werke, sonne, mond und sterne, ihren groszen gang fortgehn U. Bräker 2, 223; weil sie (
die natur) nach ihrem groszen gange tausend zwecke auf einmal befördert Herder 13, 54
S.; dasz das leben der staaten einen groszen gesetzmäszigen verlauf habe Justi
Winckelmann 1, 210; nach ewigen, ehrnen, groszen gesetzen Göthe 2, 84
W.; noch entsinnlichter: der grosze und freie blick, mit welchem sonst jeder sein vaterland und seinen staat ansah Solger
nachgel. schr. 1, 43; sich zu dem zu erheben, was die blume aller geschichtlichen forschung ist, zu den groszen und allgemeinen ansichten des ganzen Göthe 46, 97
W. I@E@55)
technisch: grosz malen (peindre largement) ...
breite pinseldrucke geben und die gegenstände durch grosze massen vertheilen Jacobsson
technol. wb. 2, 155
b; wenn man sagt, die gliedmaszen müssen grosz seyn, versteht man dadurch nicht, dasz sie gröszer und dicker als ihr maasz ist .. seyn sollen; sondern .. dasz man sie eher stark als kleinlich und eher fett als mager machen soll
ib.; dafür auch grosze manier 156
a; es sind die starken völligen gesichter im groszen stil, aus welchen man drei vier gesichter, oder vielmehr hübsche gesichtchen .. scheint schnitzeln zu können E.
M. Arndt
schr. für u. an s. l. Deutschen 1, 218;
doch entfernt sich gerade diese formel gern noch weiter vom sinnlichen: sie (
die erste venezian. oper) ist grosz im style Schubart
ästh. d. tonkunst 38;
in die bedeutung F 1 f
übergehend: in diesen werken (
griech. bauten) kann man den reinen groszen und soliden styl kennen lernen, in welchem jene glücklichen menschen arbeiteten Göthe IV 12, 45
W.; vgl. auch F 2 e. I@FF.
schlieszlich löst sich die bedeutung von dem sinnlich-quantitativen ausgangspunkt und legt das schwergewicht auf den ausdruck innerer maszverhältnisse; gerade hier läszt sich die fülle der verwendungen und bedeutungsabschattungen nur andeuten. I@F@11)
von menschen; die grösze bestimmt sich I@F@1@aa)
nach besitz und schaffenskreis; hier spricht in gewissen verbindungen noch am ehesten die concrete grundbedeutung mit: der grosz meyer mit fünfftzig haupt vihe
schöne weise klugreden 94
a; der gros reich landmeyer Cato Sebiz
feldbau 4; nach jenen ausgedehnten gütern des groszen landbesitzers Göthe 24, 61
W.; in den händen der groszen grundbesitzer Mommsen
röm. gesch. 1, 189;
vgl. groszgrundbesitzer; Wilkens, ein groszer bauer O. Ludwig 3, 10;
magnarius ein grosser gewerbsmann, der mit grossen kauffmanschatzen umbgeht Calepin xi
ling. 854
b; mer grosser kauffleut und unterkäufel Arigo
decam. 31
lit. ver.; vgl. groszkaufmann; solt einer doch lieber ein schinder sein den ein grosser reicher pfaff Luther 19, 275
W.; ähnlich, aber erweitert durch den begriff politischer macht: an den grozzen grauffen von Ungern
städtechron. 4, 78; ein groszer, sich dem kaiser gleichstellender fürst Göthe IV 33, 64
W.; vgl. schon mhd.: ez heten hie bevor die grôzen fürsten niht gelogen Walth. v.
d. Vogelweide 107, 14; offt ist ein stand grosz und mächtig Lehmann
florileg. polit. 1, 374; zu werden reich und gros durch krieg und krieges-waffen Grimmelshausen 3, 5
Keller; damit Cäsar Borgia grosz werde, musz sein bruder bluten Fr.
M. Klinger 3, 227;
etwas anders, zum folg. hinüberführend: und Mose war seer ein grosser man in Egyptenland fur den knechten Pharao
2. Mos. 11, 3; gewonheit ist die gröste frau, beherrschet alle welt Logau
sinnged. 533
lit. ver.; an c
grenzend: die herzöge, fürsten, groszen beamten Ranke
werke2 1, 13;
ähnlich auch als feste titulatur: soll die messigung zu der kais. maj. grossen hoffmeister oder in seinem abwesen zu einem andern hoffmeister .. steen
dtsche reichstagsacte, jg. reihe 2, 140 (
a. d. j. 1520); ein grosser hoffmeister wolte, sein herr solt nur landkinder zu dienst und emptern befürdern Lehmann
florileg. polit. 1, 19. I@F@1@bb)
nach ansehen und geltung: dô wart her gar grôz under deme volke (
ob seiner wunderthaten)
myst. 1, 193
Pf.; wer wênistu der der grôzere ist in dem rîche der himele? Beheim
evang. buch, Matth. 18, 1; es gilt in Christi reich nicht grosz, sondern klein werden Petri
der Teutschen weiszh. 1, C 1
b; das solche ding wurden offentlich alda gesagt von dem grossen man (
Simeon) ynn dem offentlichen, heyligen ort Luther 10, 1, 1, 381
W.; du (
Moses Freudenstein) wirst ein groszer mann werden unter den fremdlingen Raabe
hungerpastor 1, 177; wo ich meint die gröst ritterin worden sein, die in allem künigreiche was Arigo
decam. 81
lit. ver.: die gröszten weiber, wo im städtle sind O. Ludwig 2, 55;
ganz ähnlich in der häufigen formel: von dem aufgang der sunen unz auf iren undergang ist grosz mein name unter den heiden
erste dtsche bib. 3, 28; doch mit nichten der meynung, einigen ruhm oder grossen nahmen damit zu suchen Götz v. Berlichingen
lebensbeschreibung 4
Bieling; die schlacht von Marignano .. hatte ihm .. einen groszen namen gemacht Ranke
werke2 1, 242. I@F@1@cc)
nach geburt und stand. I@F@1@c@aα) die groszen menschen Diefenbach 343
b s. v. magnas; gros geporen, gros vrey geborn
ib.; aber auch: grosz von stadt
magnatus ib.; jo hoger unde groter van state, jo he otmodiger sal syn Tunnicius
sprichw. nr. 1128; grosz am stande und herrlichkeit Stieler 707;
also '
hochgeboren, hochgestellt, vornehm': ich sag iu, daz die boten grôz wâren und fürsten genôz
Lanz. 8731; an sîner geburt was er grôz
Wigalois 137, 13
Pf.; dieweil sie .. grosse freund und sipschafft im land hatten
Amadis 1, 14
lit. ver.; was kan grossen leutten löblicher sein, als wann sie sich von ihrer hochheit ... herunder lassen Moscherosch
insomn. cura 8
ndr.; sollen sie den tod grosser häupter und vornehmer leute andeuten Prätorius
winterflucht 360; meinen patronen und grossen gönnern J. Riemer
polit. maulaffe, widm.; ich habe allen respect vor einen so groszen und vornehmen mann wie du bist Apinus
gloss. nov. 466; es müssen auch diener und dienerinnen ... seyn, damit der geringere dem grössern auf den dienst warte Hohberg
georg. cur. 3, 84
a; da die geseze auch die grösten unsrer mitbürger angehn Klopstock
gelehrtenrep. 28;
so scheint ursprünglich auch das sprichwort von den groszen
und kleinen dieben
verstanden zu sein, bei dem man heute an '
diebe im groszen'
denkt: die kleinen dieb henckt mann, gegen den grossen zeucht mann die kappen ab
schöne weise klugreden 144
a;
auch manche anderen varianten des sprichwortes legen das nahe, s. th. 2, 1088; doch hânt mich grôze frouwen ie ir werden handelunge erlân
Parz. 403, 2; grosz frawen geberen in dreien monaten (
mit bezug auf Livia und die geburt des Tiberius)
schöne weise klugreden 140
b; des zucht und tugent einer iglichen grossen edelen frawen wirdig sein Arigo
decam. 71
lit. ver.; heute mit besonderer färbung: die grosze dame wird ihr spielzeug bald satt H. v. Kahlenberg
Eva Sehring 136;
mundartlich: een graut mann
ein vornehmer mann Strodtmann
osnabr. 76; dat is man vör grote lüde
das können nur vornehme sich halten Dähnert 163
a;
älterer sprache sehr geläufig als epitheton von fürsten, zumal in der anrede: der grosz durchleuchtig fürst und herr H. Sachs 2, 22
K.; grosz und mächtiger keyser, ich habe ..
schausp. engl. comöd. 26, 3
Creizenach; o grosser prinz! v. König
ged. 4; vernimm es, groszer könig Schiller 13, 8
G.; vgl. bereits iu enbiutet an den Rîn getriwelîchen dienestder grôze voget mîn
Nib. 1133, 2. I@F@1@c@bβ)
einige besonders entwickelte formeln; groszer herr: in dem selben lande nie dehein (
sc. hôchzît) sô wünneclîche ergie und von herren alsô grôz
Erec 10 059; scriver, eyn de groter heren sake vor steyt Diefenbach
nov. gl. 332
a s. v. scriba; es ist bösz, mit grossen herren kirschen essen Höniger
narrenschiff (1574) 358; an grosser herren und potentaten geburts-tagen Prätorius
saturnalia 4; es ist gar hübsch von einem groszen herrn, so menschlich mit dem teufel selbst zu sprechen Göthe 14, 23
W. (
Faust 352); der gröszte herr, den die dörfler ... zu sehen bekommen, ist der pfarrer Stifter 5, 1, 200
Sauer; vgl. auch: des berühmten und grossen herrn vicekanzlers Strube Zimmermann
einsamkeit 1, x;
ungemein verbreitet, namentlich im 16.
jh., ist groszer hans: herr Georg von Rosenberg und herr Georg truchsäsz von der Au und viel grosser hannsen mehr Götz v. Berlichingen
lebensbeschr. 31
Bieling; auch die grossen hansen, so man die rethe zu hofe nennet Luther 30, 2, 559
W.; vgl. 19, 335; 23, 11
u. ö.; (
das podagra) spricht hingegen wolbedächtlich bei den grossen hansen zu J. Grob
dichter. versuchg. 30; gross und klein hansen
bei den landsknechten Fronsperger
nach Fischer
schwäb. 3, 855,
woselbst zahlreiche weitere belege; später verschiedentlich verändert: der grosze hans, ach wie so klein! läg', hingeschmolzen, ihr zu füszen Göthe 14, 134
W. (
Faust 2727); wenn in den wind man treuer eltern warnung schlägt und selbst ein groszer hans sein will Chamisso
Fortunati glückseckel 38
lit. denkm.; vom 16.
jh. bis heute groszes thier: nach R.
M. Meyer 400
schlagworte 3
findet sich bestia magna
als scheltwort für einen äuszerlich vornehmen und protzenhaften, aber innerlich leeren gesellen in einem um 1516
verfaszten lat. mahngedicht Kaspar Scheits; gott ist ein grosser koch, .. drumb mestet er grosse thier, das ist mechtige könige und fursten Luther 19, 383
W.; worausz etliche urtheilen, dasz ein magister weyland ein grosses thier gewesen Happel
akadem. roman 868;
weiteres unter thier 4 b
th. 11, 375
und bei Ladendorf
histor. schlagwörterb. (1906) 111;
vgl.dasz ich irgend ein groszes kalb (
einen angesehenen schriftsteller) ins aug geschlagen (
beleidigt) haben werde Wieland in:
br. an Merck (1835) 247
Wagner. I@F@1@c@gγ)
appellativ: der grosse herr, nemlich der grosz-türck
il gran signore, il sultano Kramer
teutsch-ital. 1, 568
a;
vgl. der grosse herr oder grosz-sultan Frisch 1, 376
c; da der groysse here der zoldayn hoff heldet v. Harff
pilgerfahrt 2;
doch kreuzt hier die bedeutung a
herein; dasz der grosze welt-herr hierdurch eure begierde zur freundschafft erwecken wil Chr. Weise
polit. redner 39;
ebenso bei: in Indien bey den grossen mogol Chr. Reuter
Schelm. 5
ndr.; da läszt sich drauf schlafen, vergnügter als der grosze mogul Lenz 1, 44
Tieck; '
in Östreich bekommt die älteste erzherzogin, auch wenn sie noch in der wiege liegt, den titel grosze frau' Krünitz 20, 131;
vgl. der groszen frau zu Zürch bin ich vereidet Schiller 14, 332
G., gemeint ist die äbtissin eines frauenklosters. I@F@1@c@dδ)
mit sächlichem regens: dirre Anthonius was von grôzeme und von kunclîcheme geslechte
myst. 1, 60
Pf.; geboren von eim solchen grossen geschlecht Boltz
Terenz 92
a; von einer vornehmen familie, die mit den grössesten häusern in Rom verwandt war Ramler
einl. in d. schön. wiss. 3, 119; kutschen .., die durch die bedienten-livreyen die groszen familien zu erkennen gaben Archenholz
England u. Italien 1, 1, 25; grosze zunft
patricierzunft Fischer
schwäb. 3, 853 (
quelle von 1525);
entsprechend groszer zunftmeister
ib.; die grosze welt
vornehme personen Adelung; ein mistfinke wird sich niemals in die grosse welt schicken Heinse 2, 136
Schüddekopf; in der verderbten groszen welt von Madrid A. v. Arnim 8, 24;
ähnlich auch neben abstracteren begriffen: eines tags kam und begert ein mann groszes und sonderlichs ansehens, mich anzureden Kirchhof
wendunm. 2, 382
lit. ver.; der sein sollende grosze ton, der doch mitunter merklich ins rüstike sank J. G. Müller
d. herren v. Waldheim (1787) 1, 51; dadurch sie ire eigne vorfarn und groszväter, grosses stands und adels .. mit solchem geticht beruchtigen Vogelgesang
heiml. gespräch 3
ndr.; doch kann hier die vorstellung '
vornehm'
auch durch die mehr quantitative '
hoch'
vertreten werden, wie denn in jüngerer sprache des öfteren dies adj. eingetreten ist: keiner sol sich eines grossen herkommens rühmen Friedr. Wilhelm
sprichw. reg. c 2
a; daz sie von grossem adell und reiche were Arigo
decam. 70
lit. ver.; besser adelisch leben, und sich nicht grosses adels berhümen Friedr. Wilhelm
sprichw. reg. b 2
a (
diese verbindung aber auch von D
aus zu verstehen);
ähnlich: die herren sollen der grossen tittel nicht achten g 1
a;
Prisca: .. gefelts ewer gnade?
Martha: .. warum gebt ir ire so grosse titel? Vogelgesang
heiml. gespr. 27
ndr.; etliche kommen zum ampt .. per nominativum, dasz sie grosse namen haben Lehmann
florileg. polit. 1, 20; er kannte ihr geschlecht, ihren grossen namen Fr.
M. Klinger 1, 219;
doch hat groszer name
meist einen anderen sinn, s. o. b. I@F@1@dd)
nach können und leistung. I@F@1@d@aα) ist das Jhesus, der grosse man, der so grosse wunder hat getan?
passionssp. aus Tirol 96
Wackernell; es ist eine wollust einen groszen mann zu sehen Göthe 8, 17
W.; nicht jeder grosze mann ist ein groszer mensch Ebner-Eschenbach 1, 48,
das letztere zu e; Schiller ist ein groszer kerl Schubart
br. bei D. Fr. Strausz
w. 9, 32;
sprichwörtlich: in kleiner heut stecken grosz leuth
schöne weise klugreden 178
a;
vor eigennamen: sam der grôz Basilius spricht Konr. v. Megenberg
buch der natur 160, 3; der grosse Alexander Luther 19, 589
W.; als der grosz keiser Karolus 47 jar regiert hat Judas Nazarei
v. alten u. neuen gott 27
ndr.; dies die vorstufe zu: keyser Karl der grosz Fischart
geschichtklitt. 39
ndr.; khaiser Otto der erst, genannt der grosse J. A. v. Brandis
landeshauptl. v. Tirol 11;
doch hält sich die ältere ausdrucksweise lange, um erst in jüngerer zeit die farbe zu verändern: meinem .. kayser, könige und herren, dem grossen Leopold Butschky
Pathmos, einführ. 5
a; wer ist an majestät dem grossen Friedrich gleich Rachel
satyr. ged. 5
ndr.; wie der grosze Alexander, als er noch ein kleiner junge war Kästner
verm. schr. 1, 217; die ... feinde des groszen Friedrich E.
M. Arndt 1, 8
R.-M.; schlummerte nicht zuweilen der grosze Homer? Ramler
einl. in d. schönen wiss. 21, 31; Basilius, der grosze kirchenvater Schubart
leb. u. gesinn. 1, xi; die palmen welcken in der enge, und grosse fürsten im gedränge Besser
schr. 1, 4
König; fehlt es uns nicht an männern, die alsdenn an die stelle der grossen ausländer und der noch grössern alten treten müszten Lessing 8, 14
M.; genau so gemeint ist ursprünglich die bezeichnung groszer unbekannter,
zuerst auf Walter Scott bezüglich, vgl. Büchmann
22 29;
dagegen neigt in anderen ähnlichen prägungen das adj. zu der intensiven bedeutung (
s. o. D 2): der grosze heide
für Göthe ib. 622; Ladendorf
hist. schlagwörterb. 109; der grosze schweiger
für Moltke 110;
prädicativ nicht gleich geläufig: aber das ist dar inn (
beim disputieren) das böst, das yederman wer gern der gröst Brant
narrensch. 29
Z.; die heyligen seyen wie gross sie wollen Luther 10, 1, 1, 584
W.; auf derselben linie: bewunderung groszer exempel Ramler
einl. in d. schön. wiss. 21, 135; ein groszes muster weckt nacheiferung Schiller 12, 6
G.; ein bild der völcker, welche früher als Rom in Italien grosz waren Niebuhr
röm. gesch. 1, 19;
appellativ: die grosze nation gab ein groszes schauspiel Herder 23, 14
S., als übersetzung von la grande nation;
heute gewöhnlich ironisch. I@F@1@d@bβ)
wenn das subst. eine speciellere fähigkeit bezeichnet, kann sich die bedeutung des adj. nach D 2
hin färben: Leonardus Aretinus der gröst und beste redner und dichter
N. v. Wyle
translat. 8
lit. ver.; der grössten feldherrn jenes jahrhunderts wird gedacht Göthe 40, 6
W.; dasz er der gröszte und genialste klavierspieler seiner zeit war O. Jahn
Mozart 4, 3; ein grosser acteur
samml. v. schausp. (1764
ff.) 1,
vorber. 6; dasz einer von den freunden .. ein groszer landwirt im kleinen war Lenz 3, 94
Tieck; ähnlich: (
die) Kriechin was ein grosse meisterin gift zemachen Arigo
decam. 269
lit. ver.; etwas anders, aber auch hierher: von dem grossen meinster Galieno 8; die wysen grossen doctores und raboni Judas Nazarei
v. alten u. neuen gott 62
ndr.; es kan eyn bawr so wol eyn weisz wort reden als eyn grosser doctor Tappius
adag. (1539) 159
a. I@F@1@d@gγ)
ähnlich von göttlichen wesen: erschrecklich ist der herr und sehr gross Grimmelshausen 2, 389
Keller; der allmächtige, grosze, starke gott! maler Müller 1, 108; rasen meine stolzen feinde, grosser gott! so segne du Neukirch
ged. 57; bey'm groszen gott des himmels Schiller 12, 215
G.; in jüngerer zeit zum ausruf abgeschwächt: groszer gott, ich begreife nur nicht, was ihr herz so zusammen zieht Göthe IV 3, 25
W.; (
ein geschöpf) das der grosze geist .. führte durch wüste Caroline 1, 23
Waitz; groszer brama, herr der mächte! Göthe 3, 9
W.; im jahr 1392 sandte die grosze frau im himmel einen engel aus Grimm
dtsche sagen 1, 229; grosze Venus, mächt'ge göttin! Göthe 4, 92
W.; megalesia die fästtag ... der grossen göttin Cybeles Calepin xi
ling. 878
b;
ähnlich: grosze vorsehung, ich will es dir vergeben Schiller 5, 38
G.; weiter ab steht: das grosze eherne schicksal .. regiert auch sie Lenz 3, 290
Tieck; dagegen vergleicht sich der grôze tiufel Lucifer Stricker
bei Docen
miscell. 2, 220. I@F@1@ee)
nach gemüthlichen und geistigen qualitäten: grosz vom leibe und gemüthe sein
et animo magnum et corpore esse Steinbach 1, 646; es giebt menschen, die innerlich beynahe grosz, äuszerlich beynahe klein sind, bestäubte, mit koth bedeckte ... edelsteine Lavater
handbibl. (1793) 2, 109; der gütige Humboldt, der grosze, der weise B. v. Arnim
d. buch gehört d. könig 1, viii; den herzog von Braunschweig, dessen grosse eigenschaften er zu würdigen wusste Göthe 46, 68
W.; doch lassen sich neben solchen fällen allgemeineren gebrauchs auch speciellere bedeutungen aussondern, wenngleich ihre grenzen stark verflieszen. I@F@1@e@aα)
mit vorliebe von seelischer grösze: wie grosz, wie edel .. hat sich bei der ... theurung nicht manches herz zeigen können! J. Möser 2, 40; mein herz .. zu grosz zum neide Göthe 1, 48
W.; wars klein von mir, ihn (
den fehler) hitzig zu begehen, so ist es grosz, ihn zu bereun Gellert (1789) 2, 64; aber grosz ist nicht, wer viele wie ein Xerxes überschifft, grosz ist, wer zu heil'gem ziele mit gerechtem wurfe trifft Brentano 2, 37; es giebt grosze gedanken, die in der brust eines höflings nicht raum genug finden; die freigebung Napoleons ist ein solcher Börne 6, 96; Turgot, immer grosz gesinnt, liesz den schriftsteller frei walten Dahlmann
gesch. d. franz. revol. 83; wenn er fähig wäre gross zu fühlen Fr.
M. Klinger 3, 122; und reden konnt' er, grosz und fürstlich reden! Grillparzer 6, 105;
ähnlich, aber nicht ohne differenzierungen, die im 18.
jh. in schwang kommende formel grosze seele: ich kenne die macht der dankbarkeit über grosze seelen
samml. v. schausp. (1764
ff.) 1, 25; den unwissenden sind die geschäfte grosser selen unsichtbar stets und verdekt gewesen Klopstock
oden 1, 28
M.-P.; ich weisz es, dasz ich einer so groszen seele, wie die deinige, alles entdecken darf Wieland
Agathon 1, 256; es war eine selbstständige, grosse seele (
Friedrich d. gr.) Herder 17, 32
S.; die ältere zeit hat in ähnlichem sinne: der fürste der tochter grosses gemüte wol vername Arigo
decamerone 253
lit. ver.; (
der poet) musz .. ein grosses unverzagtes gemüte haben Opitz
dtsche poeterei 12
ndr.; bezeichnen ein recht grosz und königlich gemüthe v. König
ged. 33; (
das gefängnis) sein grosses hercze und edel gemüt im nicht gemindert het Arigo
decam. 99
lit. ver.; grosses herz! ach zürne nicht Neukirch
ged. 16;
eigenartig: sie (
die damen) alle diemütig von grossem diemütigen herczen und milte sein Arigo
decam. 18
lit. ver.; ein gross gemüte pflegt in demut sich zu zeigen Rachel
satyr. ged. 5
ndr. I@F@1@e@bβ)
in anderen fällen liegt der schwerpunkt im sittlichen: die ehre ist ein sporn .., wordurch grosse geister zur tugend angespöret ... werden S. v. Birken
ostländ. lorbeerhayn vorr. )( 2
b; der mensch kann grosz, ein held, im leiden sein H. v. Kleist 2, 100
E. Schmidt; Rom war grosz, es war das unsterbliche und göttliche Rom, als es seine Furier, Decier und Fabricier hatte E.
M. Arndt
schr. für u. an s. l. Deutschen 2, 55; glückt uns nicht Brutus that — auch Catos tod war grosz Ayrenhoff 1, 81;
adverbial: so in des vaterlandes groszer sitte lebt Claudia, die Römerin, auch grosz Brentano 2, 490; und soll das messenische volk einst fallen, so falle es grosz! Fr.
M. Klinger
neues theater 1, 7;
etwas anders: vollende grosz, was weise begonnen (
an Alexander v. Ruszland bei dem krieg gegen Napoleon) Stägemann
kriegsges. 7; zu sterben ... sei aller loos; grosz zu handeln, nur weniger auserwählten Fr. Schlegel 4, 141. I@F@1@e@gγ)
von geistiger überlegenheit: die groszen köpfe, .. die den plan zu einem epischen gedichte entwarfen Ramler
einl. in die schön. wissensch. 22, 51; sodasz es nur eines groszen kopfes .. bedurfte, um ... das gebäude der geistlichen herrschaft zu vollenden Raumer
gesch. der Hohenst. 1, 21; sanct Bernhart ist eyn man von grossem geyst gewesen Luther 15, 40
W.; mein churfürst, diesz hat dein verstand, dein groszer geist allein erfunden Gottsched
ged. (1751) 1, 41;
gern persönlich genommen: dasz ... kein grosser geist sich findet ohne einen gran von narrheit Göthe 45, 13
W.; ein groszer geist ist froh, auch andre grosz zu finden; er sucht sogar noch gröszre geister auf J. A. Ebert
episteln u. verm. ged. 58; das .. raffinement (
in E. T. A. Hoffmanns Don Juan), welches die gemeine sinnlichkeit mit der zerrissenheit und weltverachtung sogenannter groszer geister decorirt O. Jahn
Mozart 4, 327. I@F@1@ff)
nach höhe und weite des schauens und empfindens: dann erglüht nicht selten sein (
Winckelmanns) grosser, den alten verwandter geist Göthe 46, 75
W.; und alle seine innern, seine äussern verhältnisse zur welt (
wurden) mit so grossem sinne dargestellt als angeschaut 23; ich bin ... so für Michel Ange eingenommen, dasz mir nicht einmal die natur ... schmeckt, da ich sie doch nicht mit so groszen augen wie er sehen kann IV 8, 71; die ansichten sind grosz und rein IV 22, 41
bei der besprechung eines geschichtswerkes; ein lieblingsausdruck des späteren Göthe; wie wahr und grosz die empfindung! Solger
nachgel. schr. 1, 2; die du dem fühlenden sänger grosze empfindungen schenkst Schubart
ged. 2, 158; er lächelte grosz Hölderlin 2, 76
Litzm.; ähnlich auch von künstlerischem schaffen: die künstler hatten das idealische gefasst, ... sie arbeiteten grosz und leicht Niebuhr
röm. gesch. 2, 486; ich will zuletzt nichts, als dasz man das grosze recht grosz nehme Solger
nachgel. schr. 1, 362;
vgl. 2
d. I@F@1@gg)
schlieszlich noch eine in oberd. maa. auftretende sonderbedeutung: groass
grosz, stolz, aufgeblasen Lexer
kärnt. 124; dàs ist a~ groasser!
ein prahlhans ib.; grosz dra
n si
n prahlhansig, hochmüthig sein Staub-Tobler 2, 804;
literarisch nur vereinzelt zu belegen: sie aber war gross, dass sie auch eine mussqueten bekommen Fischer
schwäb. 3, 856 (
ca. 1700). I@F@1@hh)
einige der unter a—g
behandelten bedeutungsspielarten treten auch in der verbindung mit präpositionen auf; besonders d,
und zwar neben in: der jude in seinem gelauben und judischen gesecze ein grosz meister und raby was Arigo
decam. 30
lit. ver.; nun war er in den wissenschaften der gröszte mann Göthe 43, 279
W.; häufiger ohne subst.: und leuchte künftig, (unter der glänzenden gekrönten reihe deiner ahnherrn grosz in den künsten der triumphirer, in allen friedenskünsten der grössere) Ramler
lyr. ged. 158; charactere, die grosz in übelthaten .. sind Gerstenberg
recensionen 116
lit. denkm.; (
die priester) ein geschlecht, welches immer und überall in frommen verfälschungen gross war Fr. Schlegel
pros. jugendschr. 1, 240
Minor; dagegen scheint mehr quantitativ empfunden: wenn aber eyn gott viel gibt odder gros ym geben ist Luther 17, 1, 432
W.; dieselbe zwiespältigkeit bei von: der herr grosz von that, von rath weisz Joh. Förster
bei Fischer-Tümpel 1, 56
b;
dagegen deutlich quantitativ, an a
erinnernd: dieweil ich nicht von adel noch grosz von mitteln bin Chr. Weise
d. grün. jugend überfl. gedanken 156
ndr.; godt de almechtige unde de groth van erbarminge ys Rotmann
restit. 8
ndr.; an scheint jünger: o höchster! öffne deinen schoosz und mache die an wohlfahrt grosz, die .. Gottsched
ged. (1751) 1, 63; ihr vater, grosz und reich an gütern .. Bürger 1, 164
b Bohtz, ungewöhnlich ist zu: der niemahl satte frasz, ohn seinen got bauchlosz, und gotlosz ohn den bauch, allein zu schwelgen grosz Weckherlin
ged. 2, 148
lit. ver.; selten und nur in älterer sprache auch mit einem gen. qualitatis: Marîa, hôch drîvaltec slôz, der tugende grôz Frauenlob 291, 2
Ettmüller; die engel, die doch der sterck und krefft grösser sind Luther 14, 48
W. I@F@22)
bei dinglichem subjectsbegriff; die grösze bestimmt sich I@F@2@aa)
nach kraft und gehalt. I@F@2@a@aα) und wünsch dir damit, nit .. ein fröliche sanffte ruo, sonder grosze ernstliche dapfere und arbeitsame geschäfft Hutten 1, 449
Böcking; ein ehrliches gemüth nimpt ime grosse ding für Friedr. Wilhelm
sprichw. reg. k 1
b; möchte ich doch auf Fausts mantel getragen mich ins opernhaus zu deiner groszen function niederlassen Göthe IV 29, 77
W.; weise leut thun selten grosse thaten Lehmann
florileg. polit. 2, 899; wenn die neuere englische geschichte voller groszen thaten ist Archenholz
England u. Italien 1, 1, 49;
ähnlich spricht man von einer groszen tradition, geschichte; diese rückkehr zu seinen grossen überlieferungen sollte dem staate eine schreckliche demüthigung bringen Treitschke
dtsche gesch. im 19.
jh. 1, 238; auf den tapeten mag er da die schlachten der groszen zeit bequemlichstens betrachten Göthe 15, 79
W. (
Faust 6384); (
antike bildwerke) die zu gröszerer zeit, durch mehrvermögende menschen hervorgebracht wurden IV 40, 257;
auf anderer linie: eine menge groszer und erschütternder situationen Gerstenberg
schlesw. litbr. 114
lit. denkm.; ich bin weit entfernt, den plan dieses stücks zu tadeln, ich glaube vielmehr, dasz kein gröszerer ersonnen worden sei Göthe 22, 89
W.; ich halte diese popularität (
bei Fichte) für eine annäherung der philosophie zur humanität im wahren und grossen sinne des worts Fr. Schlegel im
Athen. 2, 31; das ist im gröszern sinne motivierung O. Ludwig 5, 413. I@F@2@a@bβ)
auch einige prägnantere bedeutungen treten auf: '
furchtbar, schrecklich': und bedencken wurden, wer doch das grosse mort begangen het (
einen fürstenmord) Arigo
decam. 115
lit. ver.; ach waffen dess grossen mordes, den die fraw unwissentlich .. begienge
buch der liebe 106
d;
so schon Nib. 1898, 4; diese gefaste einbildung (
dasz der krieg dauern werde, so lange die erde steht) kommet uns grosz und schröcklich für Schupp
schr. 781; es ist eine grosse sache, zu einer ewigen gefängnisz geboren zu werden
Reinicke fuchs (1650) 133;
im älteren nhd. öfter '
schwer, schwierig': das grosz schwer gebot ist unsz uffgetrochen durch die romanisten Eberl. v. Günzburg 1, 19
ndr.; niemant weisz, wie grosz es ist, got allein trawen, dan wer es anfehet und mit wercken vorsucht Luther 6, 234
W.; es ist ein grosser kampf mit sig mit dem glück kempfen
schöne weise klugreden 140
b; gab sich da usz für ein grossen meister, zuo berichten grosse fragen, dy sunst ander meister nit usz legen .. kunten
Eulenspiegel 42
ndr.; die sach (
das schreiben des buches) ist grosz und wirt mir saur Scheit
Grob. v. 101
ndr.; vgl. schon: gote ist niht ze swære noch ze grôz sîner kraft
Wigalois 177, 10
Pf.; '
verantwortungsvoll': darumb ist es grosz, zubesitzen das ampt der artzney, und nicht so leicht wie etliche vermeinen Paracelsus
op. (1616) 1, 37
B. I@F@2@bb)
nach bedeutung und wichtigkeit. I@F@2@b@aα) und hat nichts so gros in dem hause, das er fur mir verholen habe
1. Mos. 39, 9; meister, welch ist das grôzste gebot in der ê? Beheim
evang. buch, Matth. 22, 36; von wegen derselben hohen bedeytung ist die ee genent ain gros sacrament Berth. v. Chiemsee
teutsche theol. 682; die zeitung, die du bringst, muss gross und wichtig seyn Gottsched
dtsche schaub. 1, 237; ich habe grosze neuigkeit zu verkünden Arnim 6, 247; vom Franken ein gesandter! grosz ereignisz Göthe 4, 332
W.; es ist eine grosz bemerkung, dasz die Franzosen ... die ersten waren, die es wagten, den mollton zum herrschenden zu machen Schubart
ästhetik der tonk. 261; ein groszer (
wichtiger) satz Kant (1838
ff.) 8, 36
H.; in den grössten wichtigsten puncten .. mag man Winckelmann keck vertrauen Göthe 46, 78
W.; hie hebt sich eine grosse (
bedeutsame) frage Luther 24, 27
W.; nicht durch reden oder majoritätsbeschlüsse werden die groszen fragen der zeit entschieden Bismarck
polit. reden 2, 30; der mann von genie, der einen allgemeinen irrthum verschreit, oder einer grossen wahrheit eingang verschafft Göthe 45, 13
W.; du sprichst ein groszes wort gelassen aus 10, 15; im volke ... regte sich noch kaum eine ahnung von dem grossen sinne des krieges Treitschke
dtsche gesch. im 19.
jh. 1, 245; sie (
die kleinen heidelbeerbüsche am wege) standen wie dinge, die ein groszes amt erfüllen H. v. Kahlenberg
Eva Sehring 35;
anders: wenigstens für die geschichte ihrer religion lassen sich einige grosze (
fundamentale) thatsachen gewinnen Scherer
lit. gesch. 8;
im älteren nhd. sehr häufig: wie kleyn glaub auff ander leuth zusetzen sei in grossen sachen
schöne weise klugreden 75
a; es seyen gross und wichtig sachen, darum mir jetzundt wöllen sprachen
Endinger judenspiel 27
ndr.; so grosse sachen des glaubens und götlicher schrifft Vogelgesang
heiml. gespräch 11
ndr.; es ist gar zu ein grosz ding um den ehstand heut zu tage Göthe IV 1, 185
W.; vgl. schon that is grôtara thing that man bisorgon scalsêolun managa
Heliand 1865. I@F@2@b@bβ)
in gewissen, z. th. formelhaften verbindungen gewinnt die bedeutung α in jüngerer zeit deutlich einen eigenen klang: '
von grundlegender, entscheidender bedeutung': das ist der grosze fehler fast aller theoretiker, dasz sie .. Gerstenberg
recens. 193
lit. denkm.; ist dies musz nicht eine grosse lehre? Herder 5, 176
S.; die grosze frage: ist Jehovah der wahre gott? Jung-Stilling 3, 123; der groszen wahrheit voll, dasz alles eitel sey Wieland I 7, 164
akad. auf anderer linie: wem der grosze wurf gelungen, eines freundes freund zu seyn Schiller 4, 1
G.; ihr wankendes ansehn durch einen groszen schlag .. zu erneuen Ranke
werke 21, 185;
wieder anders: (
sie werden) dir einen um den andern listig stehlen, bis, wenn der grosze erdstosz nun geschieht, der treulos mürbe bau zusammenbricht Schiller 12, 212
G.; gerüstet zum geschäft der groszen rache Mich. Beer 28. I@F@2@b@gγ)
neben zeitbestimmungen; groszer tag
alte geläufige bezeichnung für das jüngste gericht: Christo auff den grossen tag seiner erscheinung entgegen zu gehen Ambach
v. zusauffen b 4
a; barmhertziger gott, der du .. rechnung forderen wirst an deinem grossen tag Moscherosch
insomn. cura 103
ndr.; wenn ihr dereinst am groszen tage steht, umgeben von den engeln eurer thaten Grillparzer 6, 211;
von da aus vereinzelt auch: meine kinder verhungern sehn! und dann verhungern! das ist das grosze gericht Gerstenberg
Ugolino 245
d. nat. lit.; erst seit dem 18.
jh. im sinne '
festlich-bedeutungsvoll': hundert jahre können dich, grosser tag! uns neu gewähren Neukirch
ged. 18; und so entlass' ich euch, damit den groszen tag, gesammelt, jedermann sich überlegen mag Göthe 15, 286
W. (
Faust 10975); das war ein groszer tag (
der communionstag) Anzengruber 3, 12;
vgl.de
r grosze tag
festlichkeit, familienfest Staub-Tobler 2, 805;
anders: diess sey der grosse tag, wo man das treffen wagt Gottsched
dtsche schaub. 1, 7; doch der grosze morgen (
der vergeltung) wird ja kommen! Gerstenberg
Ugolino 247
d. nat. lit.; als die grosze nacht sich hellte, jene heilnacht (
der geburt Christi) Schubart
ged. 2, 93;
weiter appellativ von gewissen zeiten und tagen des christlichen kalenders: in der grossen wochen, so man auch die heilig nennet
Bebels facetien deutsch (1558) m 4
a;
auch von einzelnen tagen der charwoche: der gros drüstag in der vasten
quelle von 1362
bei Grotefend
zeitrechn. 1, 77
a; der grosse donstag, der grosse mitwuche Frisch 1, 376
b aus Tschudi; der grosse sonntag
palmsonntag Staub-Tobler 2, 805; grosse fasten '
allgemeine bezeichnung der frühjahrsfasten von aschermittwoch an' Grotefend 1, 58
a;
auch von anderen tagen: grosser fastelabend
estomihi oder montag und dienstag danach 1, 57
a; grosse fassnacht
invocavit 1, 55
b; item in dem selven jar was der gros fastabent of sant Petters dag
städtechron. 14, 925; grosser sonntag
estomihi oder invocavit Grotefend 1, 77
b; groszes neujahr
epiphanias Fischer
schwäb. 3, 853; diesen umgang hält sie (
frau Holle) bis zum groszen neujahr Grimm
dtsche sagen 1, 5; grosser maitag 1.
mai Grotefend 1, 77
b,
wo noch anderes dergleichen; si contingebat in festa sabbatum illud, szo hiesz er doch der grosse sabbath Luther 34, 1, 259
W.; als der August zu Rom das grosse stuffen-jahr .. sein drey und sechzigstes, im vierten überstiegen Besser
schr. 1, 7
König. I@F@2@cc)
nach anspruch und aufmachung. I@F@2@c@aα)
groszthuerisch, prunkend: mit guten thaten erlanget man basz ein gedechtnis, dann mit grossen uberschrifften der greber Friedr. Wilhelm
sprichw. reg. b b 1
b; grosse prechtige tittel thun nichts zur sachen t 2
a; ist sonsten nichts zu fangen, als mit den tituln nur und grossen briefen prangen Rachel
sat. ged. 122
ndr.; so vor allem: grosze wort, pracht der worte
magniloquentia H. Decimator
thes.; grosse wort und nichts darhinder Friedr. Wilhelm
sprichw. reg. t 1
a; die wort sind grösser als der mann Lehmann
floril. polit. 3, 50; von ihren weitläuftigen geschäfften und ihrer amtsmässigen zerstreuung ein paar grosse worte zu seufzen Rabener 6, 171; die neigung der jugend zum geheimnisz, zu ceremonien und groszen worten ist auszerordentlich Göthe 23, 211
W.; etwas anders in der häufigen formel: der wirth war .. burgermeister, darumb sasz er auch unter seinen gästen und hatte das grosse wort allein Chr. Weise
d. drei klügsten leute (1675) 167; wo eine betschwester oder ein müssiggänger das grosse wort führen Rabener 5, 26; Ghiberti, der .. gewohnt war, in sachen der kunst das grosze wort zu führen H. Grimm
Michelangelo 1, 33. I@F@2@c@bβ)
ähnlichen klanges: grandiloquus der hoch einher redt, der von grossen dingen redt, herrliche wort braucht Calepinus xi
ling. 625
a; sy (
die hochmüthigen) reden grosse hefftige ding Albr. v. Eyb
spiegel d. sitten (1511) 8
a;
auf anderer linie, aber ebensowenig schlechthin quantitativ: auch soltu ausz einr kleinen sachen allzeit ein grossen handel machen Scheit
Grob. 3721
ndr.; man macht auch kein grosz werck darvon, fleisch in der fasten .. zuessen Fischart
bienenkorb a 5
a; (
dein weib) wirt dir ein langen text daher .. und ein grosse histori machen Scheit
Grob. 4016
ndr.; besonders: (
dein weib wird) machen erst ein grosses wesen und dir ein lang register lesen 3998; man schwätzet mir viel vor, man macht ein grosses wesen Rachel
sat. ged. 141
ndr.; was groszes wesen ist ein kusz
Königsberger dichterkr. 103
ndr.; nicht gesonnen, grosze umstände zu machen O. Ludwig 2, 358;
et is ken graut r
oǖm
ens d
erfan t
e māk
en Bauer-Collitz 86
a;
vgl. schon mhd.: wâ mite machet irz sô grôz?
so viel aufhebens davon Erec 8034. I@F@2@dd)
nach innerer weite und erhabenheit: es ist alles so grosz um mich, wie wenn gott durch die nacht ginge Jean Paul
sämtl. w. 7 (1826) 274
R.; zuweilen mit stärkerem anklingen der quantitativen grundbedeutung: drinnen (
im dom), wie grosz nimmt uns das auf. wie strömt das beklommene herz in eine unendliche weite Gutzkow
werke 11, 99; jene mythen, wahrhaft grosz, stehen in einer ernsten ferne respectabel da Göthe IV 23, 25
W.; die religion ist schlechthin grosz wie die natur Fr. Schlegel im
Athen. 1, 2, 92;
von künstlerischen schöpfungen: das gröszte werck der innern groszheit nach die rotonde (
in Rom) Göthe IV 8, 45
W.; vier kleine lieder, die sie (
die sängerin) dergestalt grosz zu machen wuszte, dasz die erinnerung daran mir noch thränen auspreszt IV 37, 189; das tutti kehrt wieder, wie ein riese hehr und grosz schreitet das unisono fort E. Th. A. Hoffmann 1, 13
Gris.; das lied ging fort und wurde grosz und fromm, erschütternd einfach, wie im kirchenstyle vorgetragen Stifter 1, 145
Sauer; kometen winken, die stund' ist grosz Göthe 16, 372
W. I@F@2@ee)
endlich in einem gebrauch, der einem qualitätsurtheil nahe kommt, aber nur in einigen wendungen neuerer sprache: man spricht von schöner klangwirkung einer groszen stimme; ein groszer wein;
in der sprache des sports: das pferd lief ein groszes rennen, gewann in groszem stil, war in groszer form
u. ä. I@GG.
eine reihe verbaler verbindungen ist gesondert zu behandeln, weil sie z. th. mehrere der unter A—F
entwickelten bedeutungen übergreifen. I@G@11)
grosz machen, in stark schwankender bedeutung: I@G@1@aa)
zunächst in dem ursprünglichen, rein quantitativen sinne: groszmachen oder weitern, mehren
ampliare Decimator
thes.; daz der herre hat groszgemachet sein derbarmd
cod. Tepl. 79
var.; das sind alles wort einer grundlichen rewe, die da gros macht und viel die gnade gottes, ynn dem das sie gros und viel macht yhre sunde Luther 18, 499
W.; an der zweiten stelle aber schon in dem besonderen sinne '
verbis augere',
und so nicht selten: es scheinet .. nicht, das so grosse fahr ... daran lige. aber
s. Paulus machets warlich gros, das es nicht gelte geld noch gut 34, 2, 388; und ob schon ettliche thorechte pfäfflein .. grosz machen das fasten gebot Eberlin v. Günzburg 1, 20
ndr.; dann hilft ihr aufschneiden und groszmachen so viel, dasz man sie thut auslachen Opel-Cohn
dreiszigj. krieg 422; ein ding mit worten grösser machen als es ist Kramer
teutsch-ital. 1, 569
b; seinen schaden, seine schmerzen gröszer machen (vorstellen) als er ist Adelung;
vgl. schon grosser machen
maiorare Diefenbach 344
a;
anders '
prahlerisch erheben' (
vgl. b): grosz machten sie den (
sieg) mit schriften und geschrei P. Eschenloer
gesch. d. st. Breslau 2, 46; die groszmachende stimm Augusti .., welcher .. sprache ..: Rom hab ich von ziegelstein empfangen, ich verlasz sie euch von marmel Schupp
schr. 742;
sehr häufig im älteren nhd. als magnificare: und machten grosz gott der Israhel
erste dtsche bib. 1, 60
var.; des feindes lob macht den uberwinder desto grösser Friedr. Wilhelm
sprichw. reg. g 1
a; mein sel macht grosz den herren Berth. v. Chiemsee
teutsche theol. 193;
in dieser bedeutung bisweilen zum festen compositum verwachsen: mein seel grossmachet den herrn Tauler
serm. (1508) 192
b; ich lobe und groszmache dich
herzmaner 11
a; dar dorch men godt laven, benedyen unde groitmaken mach B. Waldis
verl. sohn 3
ndr.; weiter im sinne von F 1 a: die herren machen die offt gros, welche ihnen am ungetreuesten sein Friedr. Wilhelm
sprichw. reg. g 1
a;
diese bedeutung in neuerer zeit herrschend: will mit gold ihn überhäufen, .. grosz ihn machen, grosz und reich Grillparzer 7, 149; aber nicht die federfuchser haben Preuszen grosz gemacht Fontane I 5, 161;
etwas anders: allein ... es fehlt ihnen (
den italien. componisten) im ganzen, was Mozart grosz macht über alle O. Jahn
Mozart 4, 274. I@G@1@bb)
reflexiv '
prahlen, sich brüsten': grosz machen sich selbst
semet augere Kirsch
corn. 2, 159
b; ich bitt mengklichen, dass wir uns nit durch unser gross machen verfüerind Staub - Tobler 2, 804 (
quelle von 1470); alldieweilen solch volck sonst nichts mehr weisz, als nur mit dem maule sich grosz zumachen J. Riemer
polit. maulaffe, vorr. 8
a; ohne mich eben grosz zu machen, ich bin ein ehrlicher bedienter Cronegk
schr. 1, 40; er macht sich noch grosz
er rühmt sich noch (
s. dummheit) Follmann 218
a;
auch mit präpos.: sich mit etwas grosz machen Kramer
teutsch-ital. 1, 568
c; um sich damit bei andren grosz zu machen und rühmen E. Francisci
traur-saal (1665) 1, 902; alle künste, womit wir uns so grosz zu machen pflegen Wieland (1794
ff.) 1, 86;
etwas anders, milder: hier macht ein mägdgen sich mit einem kätzgen grosz Henrici
ernst-, scherzh. u. sat. ged. 1, 289;
vgl. damit sich der ... grosz gesehen macht
sich ein groszes ansehen gibt Fischer
schwäb. 3, 855 (
quelle von 1562);
im selben sinne: da er auf eine so dumme art den grossen machen wollte Petrasch
lustsp. 2, 575;
so noch heute im schweiz.: den grossen, sich grosz machen Staub-Tobler 2, 804. I@G@22)
grosz thun, erst seit dem späten 17.
jh. bezeugt; zunächst anscheinend '
prunken, protzen': grosz thun
ostentare Stieler 2352; paradiren, eine parade machen, grosz thun, sich prächtig sehen lassen
cur. bauern-lex. (1728) 129; wenn unsre mandarine der wissenschaft .. darben, indesz die unwissenden .. verschwenden und groszthun Herder 23, 553
S.; so lange die leute noch im wohlstand waren, wollten sie groszthun Zschokke 14, 203;
und so mundartlich noch heute: der tut grösser als er ist Fischer
schwäb. 3, 855; de nig groot doon kann, möt groot praalen Dähnert 162
b;
dann auch '
mit worten prahlen, sich brüsten': Tasso ist so gut als fertig. noch aber darf ich nicht grosz thun Göthe IV 9, 121
W.; für einen zwerg thust du gewaltig gross Pfeffel
poet. vers. 7, 189; ich hab immer gesagt, was ich für einer wär, und hab grosz gethan O. Ludwig 2, 381;
mit präpositionen: stöcke ... womit sie (
die handwerker) durch die stadt groszthun B. Mayr
päckch. sat. 68; zwar thut Saxo gegen das ausland noch auszerdem mit einer ganz besonderen .. quelle grosz Dahlmann
gesch. v. Dänem. 1, 11;
reflexiv: und hab ich gleich mit mir ein biszgen grosz gethan Henrici
ernst-, scherzh. u. sat. ged. 4, 146; ich weis nicht, worauf sie grosz thut P. A. Schrader
scherze (1762) 1, 195; will man aber mit dem briefe auftreten und noch grosz darauf thun Göthe IV 14, 66
W.; vgl. I 16, 20; (
eine) die mit den göttern eifert und gegen sie grosz thut Schleiermacher
Platon 6, 181;
seltener mit reflexivem acc.: von dem kaltsinn so vieler menschen, die sich mit dem namen christen groszthun Lavater
handbibl. 5 (1791) 58; und wenn sies nun wüszt ... und thät sich grosz damit, der Holders-Fritz ... thut, was ich will O. Ludwig 2, 131. I@G@33)
grosz reden, sprechen u. ä. seit dem 16.
jh.: es war gros geredt, quod ex semine Abrahae sol Christus
etc. Luther 29, 34
W.; de ok grötspreken dorsten, helt me klöcker vor den forsten
städtechron. 16, 155; (
er) fängt an vortrefflich grosz zu sprechen Henrici
ernst-, scherzh. u. sat. ged. 3, 482;
namentlich mit von: denn bey dir, bey meinem sohne, musz es mir erlaubt seyn, von dieser sache grosz zu sprechen Garve
Cicero von den menschl. pflichten 1, 59; sprachen gegeneinander grosz von sich und ihren thaten Droysen
gesch. Alexanders 131;
nicht selten auch als compositum geschrieben und empfunden: ei! so musz hr Klotz nicht groszsprechen Herder 3, 421
S.; wenn er recht log oder groszsprach L. Schefer
ausgew. w. 7, 114;
mit objectsatz: dahero nachmahls die Römer ohne grund groszsprachen, dasz ... Lohenstein
Armin. 2, 1210
a; groszprahlen Kramer
teutsch-italien. 1, 570
a; du schämst dich nicht, damit grosz zu prahlen? Schiller; du zwingst mich groszzuprahlen O. Ludwig 4, 366;
selten; dagegen ist das part. groszprahlend
sehr geläufig, s. sp. 575; von seinen zauberlaternen schwatzte er sehr grosz
Z. C. v. Uffenbach
merkw. reisen 1, 51; ein ... tyriacksman, der rühmet grosz von seinem tyriack, .. wie kräfftig derselbe were Kirchhof
wendunm. 2, 166
lit. ver.; entsprechend: ein groszer sprecher
grandiloquus Diefenbach 268
c. I@G@44)
etwas grosz achten, halten, schätzen: magnificare groszachten Diefenbach 343
b;
multifacio hoch oder gross achten Calepin xi
ling. 918
b; dass man die heyligen sacrament gross acht, sie yn ehren habe Luther 2, 686
W.; so .. dich dise allweg allein grosz hat geachtet Boltz
Terenz 9
b; er den Epigenem als einen kriegsgeübten mann grosz geachtet Xylander
Polybius 289; diese von andern grossgeachte wollüsten .. der welt Grimmelshausen 4, 668
Keller; auch mit besonderen sinnesfärbungen: dasz wir lernen erschrecken für den greueln der papisten, dieselben lernen grosz achten Opel - Cohn
dreiszigj. krieg 300; aber es wird jetz für gross geachtet, wo einer nur ein theil seiner ersten andacht ... behalten möchte Joh. Arnd
Thom. a Kempis 13;
sehr beliebt als negative wendung: aber das du mich liebhAvst, das acht ich nit grosz
N. v. Wyle
translat. 36
lit. ver.; und dörftends wol nit grösser achten, als wenn sy hett bissen ein lusz H. R. Manuel
weinsp. 3769
ndr.; ob ich einmahl wein trincke oder nicht, ich achte ihn auch eben so grosz nicht Chr. Reuter
ehrl. frau zu Plissine 23
ndr.; etliche weiber sollens auch nicht grosz achten, wenn sie von ihren männern .. getödtet werden v. Mandelslo
morgenl. reisebeschreib. (1696) 95
a Olearius; die formel gerieth theilweise unter den einflusz des intensiven grosz (
s. o. D 3 b): denn die Lacedemonier nit grosz zärtlicher speisz und prechtiger essen achten Cyr. Spangenberg
jagteuffel, theatr. diabol. (1569) 293
b. — der jenigen, so gottes wunderwerck sehen, gros halten, loben und rhümen Luther 16, 277
W.; diser .. tyrannisch gwesen ist fürnemlich gegen denen, die Athanasium gross hielten C. Hedio
chron. germ. 155
b; dass die astronomey von den alten gross gehalten ist worden Paracelsus
opera (1616) 2, 341;
anders: der uff den sieg Juliani wartet und sein tröwen groszhielte (
auf s. drohen viel gab) C. Hedio
chron. germ. 184
a;
mit reflexivem casus: und sie, die sich von solchem hüpschem edlem jüngling gefreyet sahe, sich das grosz hielt Lindener
rastbüchl. 38
lit. ver.; men sal sik nicht to grôt holden, men wet nicht, wat noch komen kan Tunnicius
sprichw. nr. 387;
verändert nach F 1 c: dasz er (
der kurfürst) sich nicht zu grosz gehalten, kleine winkelzüge zu brauchen Lessing 12, 240
M. —
selten ist: groszschatzen
magni pendere Decimator
thes.; da ist ... alles ..., was die welt gross schätzet Dannhawer
catech. milch 1, 259; ein dapfer gemüt schetzet sich auch gros Friedr. Wilhelm
sprichw. reg. o 1
a;
später entstellt: grosz, ja übertrieben wurden die äuszerlichkeiten einer besser geglaubten vorzeit werthgeschätzt Göthe 49, 38
W.; nur lexicalisch: grosz wyegen
vel achten
magnipendere Diefenbach 343
c. I@G@55)
grosz halten, denken von etwas: Balbum quanti faciam .. wie gros ich vom Balbo halte Bas. Faber
thes. 243
b; der aber gschwind finantzen kan, der ist der man, von dem man grosz musz halten G. Forster
frische teutsche liedl. 147
ndr.; auch reflexiv: die gros geystlichen .. können nicht anders denn yhn selbs wolgefallen .., gros von sich halten Luther 18, 484
W.; die andern stolzen heiligen, die viel und grosz von sich selbs halten
sämmtl. w. I 6, 4
2Erlang. ausg.; hier scheint deutlich, dasz grosz
zunächst object war (= groszes),
um erst später adverbial empfunden zu werden; im selben sinne ursprünglich grosz denken: Altfranken .. die grosz vom vaterlande denken Klopstock
w. 12 (1817
Göschen) 100; der hochselige hat immer grosz gedacht von euer gnaden fürtrefflichem verstand und feldherrngaben Schiller 12, 218
G.; doch färbt sich diese wendung nach F 1 e: von seinem fürsten edel und grosz zu denken 1, 14; man musz den phalanx der männer verstärken, die über das grosze grosz denken K. Fr. Cramer
Neseggab 3, 5. I@G@66)
sich grosz wissen, dünken: diejenigen für stümper zu schelten, die sich grosz damit (
mit dem beifall des pöbels) wissen Liscow
samml. sat. u. ernsth. schr. 480; mag doch also der gelehrte musicus sich damit grosz düncken Ramler
einl. in d. schön. wissensch. 21, 214; so däuchte er sich in seiner bosheit grosz Sal. Gessner 2, 50. I@HH.
die alte formel grosz und klein
ist ebenfalls für sich zu stellen, weil sie über ihr ursprüngliches geltungsgebiet hinausgegriffen hat. I@H@11)
von haus aus in der bedeutung B 1;
frühzeitig im sinne einer zusammenfassenden formel '
von verschiedenem gröszenmasz': dâ nâch chômen steinegrôzze und chleine
Milst. exod. 144, 26; daz (
laken) schein des nachtes .. von dem edelin gesteine grôz unde cleine, daz dar allenthalben ane stunt
graf Rudolf 2, 4; es sein auch darinnen (
in Schlesien) viel fischreiche wasser, gros und klein Rätel
Curäi chron. 275;
in jüngerer sprache nicht mehr so verbreitet wie ehedem: gröszere und kleinere feste Göthe IV 32, 50
W.; häufiger in der bedeutung '
alle insgesamt': dô îlte er (
Noah) ûz lâzencleinez unde grôzez
Vorauer gen. 13, 13; sie zalden mîn gebeine beide grôz und cleine Hesler
ev. Nicod. 1620; (
es) warden von got erschaffen ... vögel und visch, grosz und klein Albr. v. Eyb
dtsche schr. 1, 40; alle geschöpf grosz unde klein H. Sachs 1, 436
K.; vgl. kein thier auf erden so grosz, so klein, es geht niemahls allein maler Müller 1, 84;
sächlich und substantiviert: wen undir einandir vechten di steine, daz si rîzen grôz und kleine Brun v. Schönebeck 10 971;
auch flectiert: all dies einrichtungsmaterial, kleines und groszes Fontane I 5, 20;
zu F 2
gehörig: halt immer dich an den natursinn: in ihm hat grosz und kleines sitz Grillparzer 3, 212;
ungewöhnlich in adverbialer verwendung: weiszt du nicht heute abend klein und grosz mir zu erzählen, was sich hier begab 7, 26.
vgl. im groszen und kleinen II 2
d. I@H@22)
am häufigsten auf personen bezogen im sinne '
alle insgesamt'
und so bis in unsere zeit voll lebendig: dô rifen die juoden gemeine beide grôz und cleme
Christ. u. Pil. 18
bei Kraus
dtsche ged. d. 12. jhs., dazu die anm. s. 247,
woselbst zahlreiche nachweise fürs mhd.; so sehr formelhaft, dasz der ursprüngliche sinn darüber vergessen werden konnte, z. b.: 'nu habe wir diz getân', sprâchen si algemeine grôz unde cleine
Straszb. Alex. 4093
Kinzel, wo höchstens '
ritter und knappen'
gemeint sein können; erst in jüngerer sprache wieder anschaulicher: sie sassen da alle gross und klein (=
die ganze familie) Jung-Stilling 1, 290; gross und klein, alt und jung, alles kam, euch zu sehn Babo
schausp. 1, 16;
weitere belege unter klein
th. 5, 1090;
auch nach präpositionen unverändert: und wird von gross und klein gefragt Günther
ged. 128; ein kräftig ja, ein freundlich nein macht dich beliebt bei grosz und klein Ulr. Hegner
schr. 5, 215;
die umgekehrte reihenfolge mhd. höchstens aus reimgründen gelegentlich, z. b. Straszburg. Alex. 5217
Kinzel; im älteren nhd. aber häufiger: der tod nimpt gleych hin die armen und die reychen, klein und grosz Frisius
dict. 1227
b; frauwen .. die .. durch ihre tugendt viel ehr und gnaden von klein und grosz uberkommen haben
buch der liebe 286
b; sollen die kinder ynn der musica geübet werden, alle, klein und gros Luther 26, 237
W.; vor klein und grosz zu schustern Grimmelshausen 3, 432
Keller; als diese .. suppe aufgetragen war, setzte sich klein und grosz ... darumb her 410;
flexion ist nicht häufig: der patriarche dô gebôt grôzen und cleinen allen gemeinen, daz si sungen gote zu êren
graf Rudolf 15, 21; 'â', sprâchens al gemeine grôze unde kleine Gottfr. v. Straszburg
Trist. 3266; lasz groszen und auch kleinen die gnadensonne scheinen P. Gerhardt
bei Fischer-Tümpel 3, 333
b; eine ländliche festlichkeit ist geeignet die gemüther der kleinen und der grossen in allarm zu bringen S. Brunner
erzähl. u. schr. 1, 41. I@H@33)
seit dem nhd. nicht selten auch in einem abgeleiteten sinne; besonders '
hoch und niedrig' (
s. o. F 1 c): wie denn auch viel ynn deutschen landen beyde gros und kleyn mein reden und schreiben ... verfolgen Luther 15, 27
W.; dass kein person, klein oder gross, in .. Österreich .. gerichtszwang üben .. sölle Tschudi
chron. helvet. 1, 79; oh, das bei groszen und kleinen verehrung des kaisers, fried' und freundschaft der nachbarn ... bewahrt würde Göthe 13, 1, 299
W.; weiteres unter klein
th. 5, 1098; '
bedeutend und unbedeutend' (
s. o. F 1 b): die übrigen ausländer, grosz und klein, thaten ... ein gleiches Fr.
M. Klinger 10, 156;
von fürsten und staaten (
s. o. F 1 a): doch grosz und klein ist gegen mich, und ich musz kämpfen Grabbe 3, 139
Bl. I@H@44)
im mhd. ist auch der entsprechende negative gebrauch reich entfaltet: so ist der tier denn kain, weder groz noch klain, es pisse sich und grimm
zs. f. dtsch. alt. 1, 121; noch horn deheinezgrôz noch chleinez
Milst. exod. 137, 22; der wind nehete neheine maht, grôze noh cleine
Pilatus 217; daz weder under in genas der grôze noch der cleine Konr. v. Würzburg
troj. 12881; er het nit acht ir kaines, weder grosses noch klaines
pfarrer v. Kalenberg 47
ndr.; substantivisch im sinne '
nichts': daz sî kleine noch grôz mohten gevâhen Hartm. v. Aue
Greg. 950;
entsprechend adverbial: weder klein noch grôzzespurt er nu den bracken
j. Tit. 1257, 1; men he roghede sik nicht klein noch groet
Reinke de vos 183
Prien; nhd. nur in einzelnen nachklängen: veracht mein rhat nicht grosz noch klein H. Sachs 19, 25
K.-G. IIII.
substantivisch. II@11)
persönlich. II@1@aa)
im sinne der bedeutung I B 1 c
γ: mei groszer, de grusze
der älteste sohn, die älteste tochter Müller-Fraureuth 1, 444
a; der grosze (
von zwei brüdern)
der ältere Bruns
volksw. d. prov. Sachsen 26
b;
wohl allgemein in ma. und umgangssprache; die älteren schulkinder heiszen die groszen Fischer
schwäb. 3, 854; de groten möten de klenen nagewen
wird zu älteren kindern gesagt Dähnert 163
a; (
Thiel) hörte den groszen ihre schulaufgaben ab G. Hauptmann
bahnwärter Thiel (1892) 16; den kleinen gebt die rute, die groszen steckt ins loch Gerok
auf eins. gängen 20111; der, die grosze
oberknecht, groszmagd Fischer
schwäb. 3, 854 (
vgl.grosz I B 1 f);
meist elliptisch zu verstehende ausdrücke; ebenso auch: der, die grosze
groszvater, -mutter Hertel
Thür. 110;
lux. ma. 156; grôsse
n groszmutter Staub-Tobler 2, 806;
häufiger deminutiv: grōsi
m.; grōsi, grōsseli
f. und n. ib.; grosel
groszmutter, überhaupt alte frau Schmidt
Straszb. 45
a;
vgl. Follmann 218
b; Autenrieth 57
und sonst; nd. groszke
groszmutter, alte frau Frischbier 1, 255
b; grootje
groszmütterchen Stürenburg 76
b;
beschränkter anwendung ist groszchen
für groszkind zs. f. d. w. 2, 329. II@1@bb)
in literarischem gebrauch gewöhnlich im sinne der uneigentlichen bedeutung I F 1;
erst in jüngerer zeit gelegentlich nach F 1 d
oder e: noch denken wir mit den gedanken jener groszen und weisen Herder 16, 36
S.; die einzelnen groszen stehen weniger isolirt unter den Griechen und Römern Fr. Schlegel im
Athen. 2, 68; ich weisz heute, dasz ich nicht zu den groszen gehöre Schnitzler
Anatol (1901) 77;
zumeist aber nach F 1 c;
hier tritt substantivischer gebrauch schon im älteren nhd. auf, doch festigt sich die ausgesprochene substantivierung im sinne '
optimates'
erst mit dem späteren 17.
jh.: die wenigen und die grossen und die reychen und die armen
erste dtsche bibel 2, 503; fande (
er) von den höchsten grösten und kleinsten gemeiniglichen alle in unzucht Arigo
decam. 31
K.; was für .. schändliche fehler begehen etliche, sonderlichen die grössere Schupp
schr. 756; solches aber zu verhüten, machten die grossen in Meden ihnen kein gewissen A. U. v. Braunschweig
Octavia 1, 48; Clotharius II. hatte Arnulpho, Pipino und einigen andern groszen ... zu dancken Hahn
einleit. zu der keiserhist. 1, 5; die liberalität der römischen groszen gegen die unteren stände Jhering
geist des römischen rechts 2, 1, 256;
mit präpos.: dasz er keine freunde unter den groszen im kriegs - departement hatte Bode
Thomas Jones 3, 151; der charakter der groszen in der nation Kästner
verm. schr. 2, 52;
häufiger mit gen.: die grossen des hoffes Ziegler
asiat. Banise 87; den groszen der erde Archenholz
England u. Italien 1, 1, 5;
beruht auf: wie der name der groszen auf erden
2. Sam. 7, 9;
variiert: es haben die groszen dieser welt sich der erde bemächtiget Göthe 21, 53
W.; vgl. was sind wir groszen auf der woge der menschheit 8, 184;
auch mundartlich: die grosse
n die durch vermögen und sociale stellung hervorragenden Staub-Tobler 2, 804; ein groasser
ein fürst, ein vornehmer Schöpf 216;
vgl. Müller-Fraureuth 1, 444
a; ich hab's von eme grosze Askenasy
Frankf. 177,
hier besonders von personen des stadtregiments. II@22)
sächlich. II@2@aa)
von der concreten grundbedeutung aus zu verstehen: vele kleine maken ein grot Tunnicius
sprichw. nr. 1041; das klein wird gestohlen, dasz grosz genommen Lehmann
florileg. pol. 1, 331; zudem ist die natur in dem kleinen eben so grosz .. als in dem groszen Breitinger
crit. dichtk. 1, 120;
auch noch: die arme meines geistes .., mit denen ich ins unendliche griff und .. ein groszes zu umfassen hoffte Göthe 21, 131
W.; gewöhnlich unsinnlicher im sinne der bedeutung I F,
und zwar in vielfältigen modulationen; gern in sprichwörtern: it is ein gek, de grôt annimt sunder hulpe Tunnicius
sprichw. nr. 1342; wem das wenige verschmahet, dem wird das grosser nicht Luther
fabeln 17
ndr.; wer das geringe nicht achtet, der ist desz grossen nit werth Lehmann
florileg. pol. 1, 289; im geringen sicht man, was einem in grossem zu trawen 1, 344; es gibt offt einer etwas geringers, dasz er ein grossers davon bringe Petri
d. Teutschen weish. 2, z 8
a; in kleinem fänget man an, in groszem höret man auf Chr. Wolff
gedanken von der menschen thun 628; so fern er .. im grossen wie im kleinesten trew, fleissig und fürsichtig ist Mathesius
Sarepta 7
a;
in jüngerer sprache nähert sich diese formel adverbialem gebrauch, s. u. d
schlusz; ganz entsinnlicht: ich bitt nit grosses
N. v. Wyle
translat. 33
lit. ver.; mich truckt ein grössers, lieber sun! H. Sachs 6, 150
K.; ich wer dir wol geneigt in dem und noch vil grosserem zuo willfarn Seb. Virdung
musica getutscht a 4
b;
anders: dasz das groszes zu bedeuten (
hat) Grillparzer 4, 86;
doch in dieser wendung gewöhnlich etwas
gr.,
s. u.c; es gehe nichts am hofe vor, weder groszes noch kleines Mörike 3, 20; das grosze an der sache ist die wissenschaftliche verwertung Schnitzler
Anatol (1901) 17; es ist das grosze nicht
das hat nicht viel zu sagen Albrecht
Leipz. 126
a;
neuerdings häufiger: dasz ich der graf P
** aus M— und zu groszem berufen sei E. Th. A. Hoffmann 6, 23
Gris.; du bist zum gröszten bestimmt Laube 2, 136;
etwas anders: er ist einer von denen, die die natur zum groszen geschaffen
F. M. Klinger 3, 37;
ebenso jung sind wendungen wie: wer groszes will, musz sich zusammenraffen Göthe 4, 129
W.; begierig nach vergnügen, ungeneigt nach groszem zu trachten Gervinus
gesch. d. dtsch. dichtung 45, 10; ein held ist, wer das leben groszem opfert Grillparzer 5, 67;
die formel das grosze (
als begriffliche abstraction der bedeutungen I F 2 a
und d)
ist eine schöpfung der klassischen periode; mit verschiedenartig gefärbtem sinn: und es ist eben so wahr, dasz das grosze, das edle, das gute ... in der metaphysik unsrer begriffe was anders ist, als die grösze, der adel, die güte Herder 4, 303
S.; weil dieses garstige gezücht das schöne, edle, grosze herunterzieht Göthe IV 38, 171
W.; ein lebendiges gefühl für das grosze und schöne Gaudy 13, 11; aber das sittliche grosze lag .. auszerhalb dem gebiethe der poesie Fr. Schlegel 4, 70; Horaz hat .. vielleicht am meisten sinn für das heroisch grosze 1, 86; dasz das grosze, das schreckliche .. besser auf uns wirkt als das artige, das zärtliche Lessing 8, 42
M.; das einfach grosze und stille ihres charakters (
von gebirgsgegenden) Göthe 24, 367
W.; im sinne der bedeutung I C: A. v. Humboldt .. deutete auf ein streichungsgesetz im groszen des erdbaues hin Ritter
erdk. 1, 35;
ähnlich in der formel: alle weissagungen, die auf das grosze und ganze der erlösung des menschlichen geschlechts .. abzielen Jung-Stilling 3, 422;
vgl. I C 2;
auf anderer linie, eine eindeutschung von frz. gros: meistens für das grosze in Deutschland Herder 1, 286
S.; vgl. 2gros
schlusz. II@2@bb)
auch etwas groszes
vielfältig im sinne von I F: wer etwas grosz will bitten, der musz dargegen etwas schencken Lehmann
florileg. pol. 1, 80; wenn jemand würt etwas grosses geschenckt, so vergandt es im jederman
sch. w. klugr. (1548) 75
a;
enger (
vgl. I F 1 b): ist diesz nicht puppen-werck, wer etwas grosses heissen und seinen lorbeer-krantz mit golde zieren wil Chr. Weise
d. grün. jugend überfl. gedanken 172
ndr.; ähnlich: es mit der zeit .. zu etwas groszem in der welt zu bringen Eichendorf 3, 15;
nach I F 2 b: dasz sich gemeiniglich, nach dem sich diese fisch sehen lassen .., etwas wichtiges und grosses am Bodensee zutrage
fischbüchl. 158; ist in der politischen welt Europens kaum etwas groszes und merkwürdiges geschehen, woran die reformation nicht ... antheil gehabt hätte Schiller 8, 3
G.; seit alters in einigen wendungen besonderen klanges: (
die scheinheiligen) zuo bant in zorn fallen, als were wider die nature was gar grosses geschehen Arigo
decam. 165
K.; was war denn auch so groszes an dem ring? Tieck
schr. 3, 352; s'ist gar was groszes um 'ne unze blut Müllner
dram. werke 3, 12;
auf anderer linie: mainend, sy thuoend etwas gross mit irem fasten Eb. v. Günzburg 1, 17
ndr.; jungkfraw, soll es seyn etwas grosz, dasz du herprangen thust zu rosz Spreng
Äneis 235
b; sie bilden sich was groszes ein auf etwas, was in ihrem kopfe sitzen soll E. Th. A. Hoffmann 10, 16
Gris., hier an die quantitative bedeutung von f
streifend. II@2@cc) ins grosze
ist in seiner ältesten verwendung zurückzuführen auf das kaufmannswort en gros,
das als fremdwort in der 2.
hälfte des 17.
jhs. aufgenommen worden ist, s. Schulz
fremdwb. 172
a;
seit dem ende des jhs. eingedeutscht und im sinne von I C
verstanden: handel-häuser, .. in welchen die frembde kauffleute eingehen und ihre wahren ins grosz verhandeln Olearius
persian. reisebeschr. 234; ins grosz verkauffen
in solidum vendere Stieler 707; in grosz handeln Kramer
teutsch-ital. 1, 569
a; grossirer .. ist ein kaufmann, der ins grosze handelt Sperander 283
a; preiss-courant von allerhand fein- und groben wahren ins grosz und klein
Casselische ztg. 1731,
notific. 3;
auch eine reihe jüngerer gebrauchsweisen scheint sich aus dieser wurzel herzuleiten: die büchermacherei wird mir noch bei weitem nicht gehörig ins grosze getrieben Novalis 2, 8
Minor; denn er war hutfabrikant und trieb die sache sehr ins grosze G. Freytag
ges. w. 6, 23; o, der treibt die unglücksmacherei schon ins grosze Nestroy 3, 66; ein beschränkter kaufmannsgeist, der es nicht wagt, sich ins grosze auszudehnen Fr.
M. Klinger 3, 73; da die bestellung ins grosze geht Göthe IV 41, 19
W.; dasz er sie .. auszer stand gesetzt hat, thorheiten ins grosze zu begehen IV 10, 36
W.; selbwachsen ist die formel in wendungen wie: die zeichnung brauchte nur in kleinem format zu seyn, ich würde sie hier schon ins grosze übertragen lassen IV 12, 123
W.; Glimour ist beschäftigt, ein miniaturporträt .. ins grosze zu mahlen Babo
schausp. 1, 179;
auch bildlich: man hat von dem dichter verlangt, dasz er die fehler der jünger mehr ins grosze hätte malen sollen Gerstenberg
recens. 124
lit. denkm.; eine begebenheit in einer einzigen oder in ein paar figuren, und dieses in grosz gezeichnet, vorzustellen Winckelmann (1808
ff.) 1, 243;
anders: in diesen künsten, die so ganz dafür gemacht sind, ins grosze .. zu arbeiten
Europa 2, 29
Schlegel; mundartlich: ' t is watt in't groote
es ist was auszerordentliches Stürenburg 76
b. II@2@dd) im groszen,
mehr oder minder adverbial gebraucht, ist eine junge formel; in gewissen wendungen ebenfalls von en gros
abhängig: ein guter materialienhändler im groszen Göthe 45, 16
W.; indem er holz im groszen kauft III 2, 103; die freiheit .., auf diesem markte im groszen zu verkaufen Möser 1, 101; die treiben holzhandel im groszen G. Hauptmann
weber (1892) 56; (
der garnträger) tauscht .. garn ein .., und überläszt es dann wieder mit einigem profit im gröszern an die .. fabricanten Göthe 25, 109
W.; andere gebrauchsweisen sind selbständig: 'im groszen arbeiten ..
grosze gemälde verfertigen, deren figuren in ganzer oder wenigstens in halber lebensgrösze sind' Jacobsson
techn. wb. 2, 156
a; im groszen gemahlet
dipinto in grande, in grandezza naturale Jagemann (1799) 546; der treffliche mann nimmt seine sache (
die landwirthschaft) ganz im groszen Varnhagen v. Ense
tageb. 1, 39; ein westindischer pflanzer hat dort seine pflanzungen angelegt und im groszen betrieben Ritter
erdk. 1, 339; bey solcher gelegenheit geht alles im groszen, da wird mehr verschleppt und ruinirt, als genossen Meisl
theatral. quodlibet 1, 55;
auf anderer linie (
vgl. I C): wärt ihr, philister, im stand, die natur im groszen zu sehen Schiller 11, 170
G.; die viehgeschichte bedarf noch ihres universalhistorikers, der die thiere im groszen zu greifen und zu malen verstünde Fr. Arndt
bei E.
M. Arndt
schr. für u. an s. l. Deutschen 1, 73; die aufgabe des platonischen staates, und also der gesammten menschlichen thätigkeit im groszen betrachtet, sei keine andre Schleiermacher
Platon 6, 43;
ähnlichen sinnes wie im groben (
s.grob E 2
schlusz): ich überlasse ew. wohlgeb., ob sie etwa .. eine zeichnung der vier jahreszeiten im groszen voraus entwerfen wollten Göthe IV 14, 70
W.; man .. mache einmal einen überschlag im groszen E.
M. Arndt
schr. für u. an s. l. Deutschen 1, 399;
anders, '
im allgemeinen': hielt ich dasjenige vor unzulänglich, was ich an diesem gedichte im groszen und überhaupt gerühmet hatte Bodmer
abhandl. v. d. wunderb. 433; '
in groszem umfange, maszstabe': reste einer furchtbaren bewegung .., die .. die oberfläche der erde im groszen verändert hatte Steffens
was ich erlebte 1, 234;
dagegen neben substantiven '
in vergröszertem maszstabe': das theater françois ist .. das theater Faydeau im groszen Solger
nachgel. schr. 1, 54; schreitet ihnen eine gestalt entgegen, nuszknacker im groszen Immermann 1, 57;
ähnlich, nur abstracter: barometer-beobachtungen .., die .. Pfaff .. durch ihre anwendung im groszen für die lehre von den climaten .. fruchtbar zu machen wuszte Ritter
erdk. 1, 42;
gern mit hinzufügung des gegensatzes: wie im groszen und in natura, so dienten mir diese stadtthürme .. auch nachgemacht und im kleinen oft zum spielzeuge Kerner
bilderb. 10; es wiederholte sich nun im groszen, was ich im kleinen so genau wuszte Göthe 23, 59
W.; verblaszt, '
in jeder beziehung': wenn ich nicht wüszte, wie thätig sie für ihre freunde im groszen und kleinen sind IV 22, 75;
zu im groszen (und) ganzen
vgl. I C 2. II@2@ee)
von besonderem interesse ist ein substantivisch gebrauchtes, unflectiertes neutr. grosz,
das im mhd. und älteren nhd. nicht selten als mengenbegriff (
vgl. I B 2 b)
in ähnlicher function wie viel
auftritt: dem gib der erzenîe alsô grôz same zwô welhesch nuz
zwei dtsche arzneibücher 26
Pfeiffer; daz ich nicht goldes âne list sô grôz næme sô du bist (
so viel wie du grosz bist) Stricker
Karl 5398;
vgl. auch das absolute grosz
mit dem gen. des maszes, nim einer nusz grosz
u. ä., als mengenangabe I B 1 e;
ganz wie vil
auch als zahlbegriff mit abhängigem gen.: (
so dasz man) nie gesach noch nimmer mêr wirt sehende sô grôz ûf einer plânie der houbt, den man sî fursten namen jehende
j. Tit. 1810, 4;
Italia armentosissima vychreych, die grosz vych erneert Frisius
dict. 120
b;
vgl. noch spät: zu messen, wie grosz ganzes er an seiner kleidung habe Gotthelf
nach Staub-Tobler 2, 804;
auch das in älterer sprache stereotype grosz
neben kosten
wird von hier aus zu verstehen sein: er liess auch zu Prag anfahen ein hohe schul und liess sich das gross kosten
städtechron. 3, 156; wenn sie der krigk grosz gekost hatte Rothe
thür. chron. 618
Lil.; unde heft grot gekostet Schiller-Lübben 2, 155
b;
selbst in fällen wie den folgenden glaubt man noch einen nachklang des alten grosz '
viel'
zu verspüren: von der witwen, die mit eynem cleinen opfer grosz verdienet
erste dtsche bibel 1, 432; verhyesz im grosz zu schencken
Fortunatus 90
ndr.; gross gäben din vorfaren drumb, das sie mich hätten vor geläsen Eb. v. Günzburg 1, 35
ndr.; mit vil
verbunden als tautologische formel: wan ir trehene vil unde grôz, die sie in die wunden gôz
Tristan als mönch 1872; doch seind allweg der frösch vil und grosz im bach
sch. w. klugr. 104
b; (
ein frauenminner ist) des hâr vil und grôz ist Konr. v. Megenberg
buch d. natur 52, 10; und im ouch von früntschaft wegen des kaisers stetz grosz und vil geschenckt war
N. v. Wyle
translat. 24
lit. ver.; comparativisch: daz nuor ûwir gerechtikeit werde grôzir und mêrre dan der scrîbêre Beheim
evang. buch, Matth. 5, 20 (
lat. nur: plus quam scribarum); das unsser her der keyser durch die gnade gottis grosser und mehr wircken mag zu gotis ehre H. v. Cronberg
schr. 9
ndr. II@2@ff)
seit dem 16.
jh. wird dieses grosz
abgelöst durch ein groszes =
viel: dann ein groszes daran gelegen ist Fronsperger
kriegsb. 1, 106
a; darob man sich ein groszes versprechen können Leibniz
dtsche schr. 1, 329; mit der versicherung, dasz es ein groszes zu weiterer aufnahme .. ihrer blätter .. beytragen würde
d. vernünft. tadler. 1, 410; dasz sie dadurch schon ein groszes über ihn gewonnen hatten Wieland
Agathon 2, 216;
sehr gern ganz concret von einer hohen summe geldes: das es ihm zu schwere wurde, ihre sendeboten .. weiter zu erhalten, den die zeit her ein gross auf sie gegangen Grunau
preusz. chron. 3, 193; dasz darin alle jahr ein grosses auf die armen spendiret werde Schupp
schr. 329;
vgl. 330; es hat mich ein groszes gekostet; ich wolte ein groszes drum geben Kramer
teutsch-ital. 1, 569
a;
noch Frisch
erläutert: ein groszes
magna summa pecuniae; aber auch: res magni pretii, magni momenti 1, 376
c;
die letztere bedeutung (
vgl. I F 2 b)
macht sich frühzeitig geltend in der beliebten wendung es ist ein groszes,
die aber von haus aus auch nur quantitativ zu verstehen ist: das ist auch an ym selbs ein grosz, daz einer den willen hat selig zuo werden (
lat.: et hoc multum est: velle servari) Mich. Herr
sittl. zuchtbücher (1536) 87
b; es ist ein grosz .. mit dem glück kempfen, noch ein grössers, hie nit erligen
sch. w. klugr. 58
b; ey köndt ihr dasz, das wer ein grosz Ayrer 2, 1426
K.; es ist ein groszes, die welt zu überwinden Auerbach
schr. 5, 193;
selten ohne artikel: wer dann nit recht eelich geboren ist, der mag mein gemelt nit wol sehen. der landtgraff sprach: meister, das wer groszes
Eulensp. 40
ndr.; auch negiert: darumb ist auch kein grosses (
macht es nicht viel aus), ob sich auch seine diener verstellend zuo prediger von der gerechtikeit Andr. Althamer
v. d. erbsünde (1525) a 2
b;
adverbial: würde sich dieselbe (
traurigkeit) ein groszes vermehren
schausp. engl. comöd. 158
Creizenach; dasz mir die logik .. ein groszes gefruchtet Leibniz
dtsche schr. 1, 377;
im selben sinne auch um ein
gr.,
je später, je häufiger: (
die Ulmer) erweiterten sie (
ihre stadt) auch umb ein grosz Seb. Franck
Germ. chron. (1538
im augst) 171
b; hierinnen ward er umb ein grosses bestärcket, als Ziegler
asiat. Banise 41; seine naturgaben waren eben nicht von der ersten klasse. sie waren aber durch .. erziehung um ein groszes ausgebildet Bode
Thomas Jones 1, 256; das haben sie denn freylich ... um ein groszes besser Göthe IV 29, 9
W.; um wie ein groszes würde die wahrscheinlichkeit ... dabei gewinnen? Lenz 2, 339
Tieck. IIIIII. grosz-
als compositionsbestandtheil zeigt eine ungeheure triebkraft, die bis in die jüngere zeit immer neue compositionstypen geschaffen hat. im folgenden eine übersicht, die alter, eigenart und sproszkraft dieser typen an beispielen veranschaulichen soll, die meist aus dem bezirk der (
beliebig vermehrbaren)
gelegenheitsbildungen, der fach-, berufs- und standessprachen, z. th. auch der mundarten genommen sind. entwickeltere und allgemeiner gebrauchte zusammensetzungen suche man an alphabet. stelle. III@11)
adjectiva. III@1@aa)
im ganzen jung sind zusammenrückungen, in denen grosz
noch als adj. selbständigen und veränderlichen sinnes empfunden wird, um die bedeutung des zweiten compositionsgliedes irgendwie zu ergänzen: groszdumm: womit soll ich diesen mann vergleichen? er ist immer groszdumm Pestalozzi 10, 172;