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klein

ahd. bis spez. · 25 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

klein

Bd. 11, Sp. 1087
klein , subtilis, exilis, exiguus, minutus, parvus. II. Formen und verwandtschaft. I@aa) ahd. chleini (einzeln chlêni, clêni), mhd. kleine; alts. clêni (wol auch cleini), altfries. mnl. mnd. clêne, cleine, nnl. nnd. kleen und klein; ags. clæne, clêne, altengl. clâne, clêne, engl. clean; altn. isl. klên, norw. schw. klen, n. klein, wie altschw. auch klein, dial. schw. klajn Rietz 326b, doch nach Rydqvist 2, 409 spät aus dem deutschen eingeführt (ist das sicher?); aus dem schwed. finn. kleini schmächtig, schwach, klein. in der bedeutung der verschiednen formen ist aber erhebliche abweichung, auch die heute gewöhnliche hd. bedeutung ist nur der rest einer reichen entwickelung. I@bb) das volle alte kleine, das jetzt aus dem hd. verwiesen ist, lebt doch in md. mundarten noch, in Thüringen und weiter östlich (sächs. volksm. mit nd. vocal klêne), und findet sich auch bei nhd. schriftstellern einzeln, im reime mit recht noch bei Göthe: o wunder! und ein kind ist doch so arm, so schwach, so kleine noch. Tersteegen (Wack. leseb. 2, 608); wäre gott und eine, so wäre mein lied nicht kleine. Göthe 4, 328; die ihr winzig kleine schon dem herrn geweiht und bei der gemeine in der pflege seid. 47, 109. I@cc) auch hd. übrigens mit ê, wie schon in ahd. chlêni unter a; so alem. im 15. jh. (s. Weinhold al. gr. s. 37. 80. 98, vgl. heilig): das klene spil, zwischenspiel in einem schauspiele. Mone schausp. des mitt. 2, 418. I@dd) wichtiger ist eine hd. nebenform klîn. besonders alem.: wan der schad (des kunden) ist klin, wan er (der betrügerische sattler) stost nun (nur) stro drin. teufels netz 11211; der trunken wil gesangsmaister sin, er künd sin (davon) mornend vil ain klin (hs. klain). 644; wiltu min knecht sin, so acht du gottes bott klin (hs. klain). 2716; stegloufen, vogeldirnen und würkerin (pl.) tuond mins willen nu ain klin (hs. klain). 12235, doch öfter das. klain (: rain u. ä.), also beide formen in einer mundart nebeneinander; und hettest grett (geredet) nur ein clin, so wer es als um sust gesin. Mone schausp. des mitt. 2, 407; noch jetzt schweiz., in Appenzell Tobler 108, im Vorarlberg Fromm. 3, 399, Felder Nümmamüllers 77, klînen klein werden Stalder 2, 108. alem. einwirkung ist wol auch tir. a klîn, ein wenig, 'ein klein' im Oberinnthal Fromm. 3, 90 (s. keiben a. e.). aber 'cimbrisch' klain neben kloan (der rein bair. form) Schmeller 136b bezeugt auch altbairischen bestand; fränkischen wol folg.: cliniu vögellin und kint. Renner 11979 in der Erlanger hs. Diefenbachs voc. nr. 9 gibt clyne schiffe 362c, modicus clyne 364c, der nahverwandte nr. 8 'poculum, klyn drunk' 443b, sie sind md., wie es scheint rheinisch; vgl. clinot kleinod in der md. Gothaer hs. der Eneit 322, 14 (selbst schwed. in klin-hv kleines schöpfgefäsz Rietz 326b ?). da liegt denn deutlich eine alte doppelform vor, durch ablaut geschieden. Aber noch merkwürdiger, es tritt dazu auch die dritte form, mit kurzem i, denn nur altes klin kann in folg. enthalten sein (s. auch klinzig): verklienern, verklienerisch. Abr. a S. Clara bei Schmeller 2, 358; reib den schwebel auf das allerklienest. hs. v. 1591 das. 357; zwai wötter mit hagl und stain, ain groszes und ain klieners. Schöpf 319 aus einem hexenproc.; und schon im 15. jh.: etlich glaben, daʒ kline kind zu pilweiszen verwandelt sind. M. Behaim Mones anz. 4, 451, leseb. 1009, 11 (1236, 40). Also drei nebenformen: kleine und klîn und klin, ganz wie sonst beim starken verbum; vgl. klîe und kleie neben einander sp. 1084. I@ee) für den ursprung kommt aber auch eine auswärtige, weit zurück reichende verwandtschaft in frage: kymr. glân, gael. glan rein, lauter, hell, gael. auch glänzend und schuldlos (glaine reinheit), kymr. auch hübsch und heilig (glain edelstein, juwel, vgl. kleinod); die bedeutungen stimmen genau zu denen des ags. wortes, es mag wechselwirkung zwischen beiden stattgefunden haben. I@ff) darf man weiter vorzudringen versuchen, so musz das wol von der bed. 'glänzend' aus geschehen, die wie die älteste aussieht und auch hd. noch bezeugt ist (s. II, 1, a). glänzend, glatt und rein ist z. b. eine geschälte rute, ein geschälter kern, und wie lat. glaber, gr. γλαφυρός glatt, poliert deutlich zu γλάφω scharren (schaben?) gehören (s. sp. 1019 unten), so böte sich wol für klein, klîn ebenso dar die nebenwurzel von klauben, klieben, die sich in klaue und kleien krauen, kratzen zeigt, auch im vocal zutreffend in schwed. klia jucken, das ja von kl krauen nicht zu trennen ist. vgl. kleie. IIII. Bedeutung. Die bed. glänzend, glatt gieng über in rein (ags. kymr. auch in sittlichem sinne), anderseits in niedlich, zierlich, fein, dann in klein. der erste übergang zeigt sich ebenso z. b. in klar (sp. 987), in franz. net rein (nitidus glänzend), der zweite in γλαφυρός fein, zierlich, niedlich, in lat. nitidus, den letzten übergang haben wir noch aus unserer zeit in niedlich und fein, klar (6) vor uns. II@11) Die alten bedeutungen. II@1@aa) die bed. glänzend noch ahd. in einer glosse zum Prudentius 'nitentia (lintea) chleiniu' Graff 4, 559, es wird rein mitgemeint sein. auch die bed. rein ist vielleicht in dem merkw. kleiner wîn noch enthalten: den kleinen wîn virne (alten, guten) trank er dâ sô vaste u. s. w. gesamtab. 2, 49 (s. 3, 1675). alte glossen geben cleine wîn für honorarium vinum, s. Graff 4, 560, Germ. 9, 26, fundgr. 1, 379a (s. v. kleinœde), ehrenwein an fürsten verabreicht (fürstenwîn Dief. 280a). Graff bringt ags. 'clænan vîn merum' bei, und im Renner 17274 wird reiner virner wîn genannt, wie vorhin kleiner wîn virne, also unvermischter, ohne zusatz von wasser? der ausdruck müszte für den empfang von fürsten geblieben sein, als er ausstarb. II@1@bb) zierlich, fein, niedlich u. ä. II@1@b@aα) so von der gestalt einer frau: das (des spiegels glas) hât ein cleini gestalt gên (gegeben) diesem falschen wîb. Altswert 177, 27, zugleich wol hübsch. II@1@b@bβ) von kunstarbeit, mhd. z. b. von geschmeide, schmuck (wb. 1, 837b), vgl. kleinfüge, kleinod: da wâren gimmen în geleit und ûʒ erwelte steine, die wâren aber kleine und ûʒer mâʒen wunnesam. Engelh. 3060, vgl. 3051. in einer anweisung zur glasmalerei aus dem 16. jh.: wiltu aber klein dink machen, das subtiler sol sein, von plumen oder andern gewechslein. Wackernagel die deutsche glasmalerei 56; genauere beobachtung wird mehr zu tage fördern. das könnte nachleben in klein gemustert, kleinmusterig. vgl. die sprichw. was klein ist das ist niedlich, klein ist lieblich Simrock 5747 fg. II@1@cc) fein, dünn, zart: kleiner tener voc. th. 1482 q 6b; klein, ran, dünn Maaler 245b; gracilis, cleine. Dief. 267b, ahd. mit gracilis, subtilis glossiert. II@1@c@aα) so besonders von gewebe, gespinst u. ä.: eʒ (das hemde) was kleine, als ich vernam, daʒ man dar durch ir wîʒe hût ... sach liuhten bî den zîten. Engelh. 3038; man sach durch kleine ermel blanker arme schîn. MS. 2, 194a; kleine lînwât, feine leinwand, kleine sîde, kleineʒ hâr u. a. und diesz noch nhd.: subtilis pannus, klein subtil tuch. Melber; klein zart gewand, pannus tenuis, subtilis. Henisch 1593, 58; (Vulcan) schmidet ein gülden gitter durchsichtig, rein und schlitter, klein subtil wie spinnweben. H. Sachs 5, 335b; dasz man den bornstein (bernstein) mit klein geflochten keschern oder netzlen .. schöpfet. Mathesius Sar. 56a; wann man zu vil (sehr) clain spinnt, so wird der faden meiszeltretig und das garn bricht. Keisersberg post. 12b; nie wart sô klein gespunnen, eʒ kæm etswenn ze sunnen. Boner 49, 55; jedoch wirds nicht so klein gesponnen, es kömpt noch endlich an die sonnen. froschm. G 7b; mein glück ist kleiner als ein haar. Ambr. lb. 25, 5, daher haarklein. noch bei Frisch klein subtil, den faden zu klein spinnen, bei Adelung kleiner (dünner) draht, klein spinnen, kleines garn, kleine leinwand. es ist noch landsch. weit verbreitet, besonders nd., wo bei klên diese bed. selbst vorherscht, klenen twêrn feiner zwirn u. dgl. brem. wb. 2, 801, während für parvus vielmehr lütt, lüttje in geltung ist. ebenso schwed. klen, n. klein (parvus aber liten, liden). II@1@c@bβ) auch es regnet kleine (Ludwig, klein Frisch) u. ä.: es regnet und schneit und riselt so klein, so ste ich, herzlieb, also da allein. Uhland volksl. 248. klein stoszen, reiben, malen u. ä., fein, klar, s. mehr sp. 1093. zween hund an einem bein nagen selten klein. Lehmann floril. 1, 124. II@1@c@gγ) kleines mehl, brot. im voc. th. 1482 kleinmel, oxcisa, ozisa, farina bene molita. q 6a, vgl.ador, pingwedo frumenti (die blume), klein mal (mäl?) Diefenb. wb. v. 1470 sp. 12. daher klain brot teufels netz 12875, semmel u. ä., nd. klênbrôd 'eine art gebeuteltes rockenbrot' brem. wb. 2, 801, halb aus weizen Schütze 2, 272: und sel man darusz bachen 24 brot und ein klein brot. weisth. 4, 397 (schweiz.). Aber auch 'feines gebäck', zuckerbäckerbrot heiszt klein brot (nach b, β, als kunstgebäck?): pastillum, clein brot Diefenb. 415c, marcipaen, clein broitlin Murmellii pappa Cöln 1513 C 4a; die andere woche soll eine schachtel voll klein brod und sonstiges bon bon eure herzen erlaben. Göthes mutter (briefe der frau rath an ihre l. enkeleins s. 12); so brauchte man früher niedlich besonders von leckereien; vgl. kleinbrötler. II@1@c@dδ) von der stimme, fein, dünn, hoch, wie klar (das auch im vorigen, wie in seiner grundbed. mit klein übereinkommt): der walt aber mit maneger kleiner süeʒer stimme erhillet. Neidhart 28, 2; sô singent sie (die vögel) gein ein ander, einer kleine der ander grôʒ. roseng. 199; schon ahd. mit chleinero lûtûn (klang), acuto tinnitu sonora Graff 4, 560. nhd.: singet fein klein wie die weiber. Frey garteng. 19; klain singen oder untersingen, subtinere voc. th. 1482 q 6b, mit halber stimme singen, fistuliren Stieler 2028; herr Mirandel begunte gar klein zu pfeifen. Castimonius das polit. hofmädgen 161; Peter Squenz. ihr (der darsteller der Thisbe) müsset fein klein, klein, klein reden. meister Klotz. also? P. Sq. noch kleiner! Kl. also denn? P. Sq. noch kleiner! Kl. nun nun ... ich wil so klein und lieblich reden dasz der könig und königin an mir den narren fressen sollen. A. Gryphius 1, 725; Pickelhering (als Thisbe) gieng so enge (machte so kleine tritte) und redete so klein, als wenn es ein mägdlein von zehen jahren gewesen. Rist die alleredelste belustigung 107; Ephialtes (redet kleine, verstellt). groszen dank. Pickelhering. du junges rabenfell, 'groszen dank', du redest treflich klein, du pfeifst gewiss durch ein eng löchlichen. Weise überfl. ged. (1701) 227. noch bair. klein reden, schreien, singen, in sopran Schmeller 2, 357. als ausdruck von kleinmut klein sprechen demisse loqui Stieler 2100, s. kleinlaut. n. en klein stimme u. ä., vgl. kleinstimmig. II@1@c@eε) von der menschlichen gestalt, schmächtig, zart, mager u. ä., so mhd. und später (nochn. schwed.), vgl. kleingliederig: (adeliche frauen) brîsend sich în so rain, das si enmitten werdind klain. teufels netz 12074. so noch ostfries. klên, daher heiszt einer da grôt un klên, lang und mager Stürenburg 110a (klein lüttjet). s. auch kleinlich 1, kleinthätig. ebenso nd. klên licht, dünne lichte Dähnert 234a. II@1@dd) ahd. chleini war auch 'sagax, versutus, argutus', subst. chleinî f. 'ingenium, scientia, astutia', übertragen etwa von der feinen, niedlichen, genauen arbeit des künstlers, vgl. chleinlîhho diligenter, chleinî, chleinlist solertia, industria; auf dieselbe weise ist klug zu seiner heutigen bed. gekommen. ebenso ags. clæne, daher noch engl. clean geschickt. Das lebte nach in mhd. kleine trahten, bedenken, genau überlegen Trist. 229, 40. 301, 37, mit kleinen sinnen acuto ingenio 288, 2, kleine war nemen genau darauf sehen Gudr. 275, 1; ganz ahd. aber noch im Bregenzerwalde klîn listig (Felder). es wird auch nhd. zu finden sein, vgl. 'subtilis, klein, geistlich, subtil' Melber y 8a. II@1@ee) anders im bair., da ist klein adv. genau, knapp, räumlich und zeitlich, z. b. zwei legen sich klein (eng) zusammen, es geht klein (knapp) her, so klein als so bald als, s. Schm. 2, 357: ei nicht redt also! solt man bei gemeiner stat nicht solche leut (fürkäufer) haben, würd es oft in teurungen .. klein zuo gen. H. Sachs dial. 45, 30; 'es geht klein her' sprach der wolf da er schnaken frasz. Simrock spr. 5756. II@1@ff) noch anders klein adv., völlig, ganz und gar, geradezu, in Baiern, Tirol; ebenso engl. clean und schon ags. clæne, es mag auch aus dem begriff genau, bis ins einzelne, feine entsprungen sein und gewiss schon dem mhd. nicht fremd. II@22) Herschend aber ist nhd. die bed. exiguus, parvus, minutus, die doch dem ags. engl. ganz fremd, dem nord. so gut wie fremd blieb, selbst im nd. nur theilweis sich entwickelte; sie mag aus klein 1, b, β von kunstarbeit hervorgegangen sein (vgl. kleinfüge). auch mhd. steht noch in vielen fällen vielmehr das dem nd. nord. worte dafür entsprechende lützel, wie für grosz michel. II@2@aa) klein ist nun allgemeinster gegensatz zu grosz, beide haben sich an einander entwickelt, wie denn mhd. grôʒ auch mehr stark, dick, plump, grob bezeichnete. II@2@a@aα) klein und grosz beisammen: ein kleiner gernegrosz; ein kleines kind, ein groszer gott, der himmel und erd erschaffen hat. Hoffmann kirchenl. 444. 418; kleine orgel in einer groszen orgel begriffen, positivum. voc. th. 1482 q 6a; ein klein hund helt oft ein grosz schwein. Lonemann vom reichen manne G 7a; dasz auch oft ein sehr kleiner hund ein grosz wild schwein aufhalten kund. froschmeus. D 4b; den gröszeren krug und einen kleinern am henkel tragend in jeglicher hand. Göthe 40, 305. diese genauere bezeichnung mittelst des comparativs ist aber dem leben fremd, da heiszt es auch bei geringem unterschied der grösze kurz grosz und klein, z. b. die grosze hälfte und die kleine hälfte bei einer ungefähren theilung, der grosze und der kleine von brüdern (lat. major, minor natu). II@2@a@bβ) grosz und klein werden oft verbunden zur bezeichnung der allheit, vollständigkeit, wie arm und reich u. a., schon mhd.: ir mûst von swertis orte (spitze) sterbin gar, der grôʒe unde der kleine. Ködiz 39, 11, zu belagerten gesagt; nu horet zu alle geleich, beide arm unde reich, horet zu alle gemeine, beide grosz unde kleine, ir jungen und ir alde, horet zu also balde. osterspiel leseb. 1, 1014, fundgr. 2, 297; wir nochgescrebin .. thun kunt allin und ichligen studenten der universiteten Leipzk .. sie sind (für sîn) geistligin adir werlichin, junk adir alt, clein adir grosz. fehdebrief der Leipziger schuster v. 1471, Zarncke die d. universitäten im m. 1, 209; und die menner fur der thür am hause worden mit blindheit geschlagen, beide klein und gros. 1 Mos. 19, 11 und so oft in der bibel; das er viel guts hatte an kleinem und groszem vieh. 26, 14, oft auch so vom vieh; da hört man kläglich weinen von groszen und auch kleinen. Körners hist. volksl. 272; so merket auf den orden, er sei klein oder grosz. J. Doman bei Morhof 1, 351; hier ist des volkes wahrer himmel, zufrieden jauchzet grosz und klein. Göthe 12, 54; der inhalt eines liedes, den grosz und klein nie ermüden anzuhören. Klinger 7, 71, oft auch in der bed. 6, c, β. γ. II@2@a@gγ) oft aber wird dabei der gegensatz grosz, oder gröszer, nur gedacht, z. b.: aber den übrigen berg bedeckten einzelne stöcke, kleinere trauben tragend, von denen der köstliche wein kommt. Göthe 40, 265; des menschen kleinstes haus (der sarg). J. Paul Fibel 50. II@2@a@dδ) kleines oder groszes masz bei kaufleuten u. ä.: unselig sei der, der ein sollichs erdenkt, das man die masz soll machen clein. weingrusz, altd. bl. 1, 402; der jude führt eine kleine elle; das brot ist heuer klein. II@2@bb) das verhältnis von klein zum deminutiv. II@2@b@aα) seit lange wird auch zum deminutivum noch klein gesetzt; hier einige beispiele (vgl. gr. 3, 664): er brâhte ein chleineʒ gertelîn. Wernher Maria 168, 38; umbe ein kleineʒ hiuselîn (bittet er den fürsten). Neidhart 101, 8; bî einem kleinen dörfelîn. Renner 7877; kum, ein kleines tödelein (voc.), und für mich bald von hinnen. bergreihen, her. v. Schade s. 84; die biene ist ein kleins vögelin. Sirach 11, 3; nun singt, ihr klein waldvögelein. Hoffmann gesellschaftsl. 78; meidelein, wilt du mit mir ein kleines tänzelein thun wol in gebühr? 248; das vögelin ein kleins schläflin macht. Fischart Garg. 249a (469 Sch.); ein kindlein in der wiegen, ein kleines kindelein. Hoffmann kirchenl. 433; in seinem kleinen wigelein. 426; klein glöcklein klingen auch ... klein reglin machen nasz. J. Domans lied von der Hansa, Morhof 1, 350; so ein klein fehlerchen entschuldigt die mode. Lessing 1, 235; warten sie ein klein biszchen. 1, 472; nur ein kleines augenblickchen! 1, 547; heil dem bürger des kleinen städtchens, welcher ländlich gewerb mit bürgergewerb paart. Göthe 40, 278. II@2@b@bβ) früher auch bei abstractis: sich fröit al diu welt gemeine, möhte mir von iu ein kleine fröidelîn geschehen. Walther 52, 22; trôst mag eʒ niht geheiʒen, owê des! eʒ ist vil kûme ein kleineʒ trœstelîn. 66, 2; frömdiu wîp diu dankent mir vil schône ... daʒ ist wider mîner frowen lône mir ein kleineʒ denkelîn. 100, 20; die sluʒʒel warf si dar în (in den teich, aus rache), daʒ was ein kleineʒ ræchelîn (so l.). Haupts zeitschr. 7, 114; (während ich predige) sô hât er ein kleineʒ vorhtelîn. Berthold 280, 13; die kleinen reüblin lassen sie (die adler) den greifen, spärbern, habichen. Frank chron. 1, 158a (1536), sie rauben nur im groszen. II@2@b@gγ) der genaue sinn, der auch in den meisten beispielen gemeint sein wird, ist eine zwiefache oder vielfache verkleinerung, ein kleine fröidelîn meint eine ganz kleine oder eine ganz ganz kleine freude oder eine kleine kleine freude wie man da jetzt sagt; noch im 16. jh. hat das einfache dem. auch bei abstractis ausreichende kraft, z. b. besser ein schädlin dan ein schad Fischart im kl. 10, 633, wie mhd. sîn lop ist niht ein lobelîn Walther 35, 3, jetzt besser ein kleiner schaden als ein groszer, sein ruhm ist kein kleiner. II@2@b@dδ) klein allein musz die verkleinerung besorgen, wenn diese irgendwie betont werden soll, z. b. im gegensatz zu grosz, oder wenn das subst. sich der verkleinerung versagt, z. b.: mache mir am ersten ein kleines gebackens davon. 1n. 17, 13; es gehet eine kleine wolke auf aus dem meer. 18, 44; las uns im eine kleine brettern kamer oben machen. 2n. 4, 10; sihe, die schiffe, ob sie wol so gros sind und von starken winden getrieben werden, werden sie doch gelenkt mit einem kleinen ruder ... also ist auch die zunge ein klein glied und richtet gros ding an. sihe, ein klein fewer, welch ein wald zündets an. ep. Jac. 3, 4. 5. II@2@b@eε) unmöglich ist ein dem. auch bei ländernamen: klein Asien, Asia minor. S. Brant narr. 99, 24 (als dativ), ohne art., bei Frank weltb. 3b und sonst im 16. jh. ganz lateinisch das kleiner Asia; das. 4b klein Aphrica, die römische provinz Africa; in kleinen Britanien (Bretagne). Amadis 40. klein Asien noch bei Frisch, jetzt mit éinem tone Kleinasien, wie Kleinruszland u. ä.; aber wegen des art. noch die kleine Wallachei. ferner der kleine Feldberg. Übrigens ist es nicht möglich (und nicht nötig) den gebrauch von klein in seiner ganzen endlosen ausdehnung genau zu verfolgen; das wesentliche ist in folg. zusammenzustellen versucht. II@2@cc) von menschen. II@2@c@aα) klein von person: wâ diu wîsheit wesen sol? diu ist in kleinen liuten wol und mîdet manegen grôʒen man. Freidank 80, 27; klein leut haben grosze herzen (hoch und künstlich sinn). Frank spr. 2, 149b (150a); kleiner leut halben ist nie kein schlacht verlorn worden. 149b; klein leut zürnen bald. 150a; ein kleiner mann ist auch ein mann. Göthe 13, 5. genauer klein von person u. a.: Zacheus .. begerte Jhesum zusehen, wer er were, und kunde nicht fur dem volk, denn er war klein von person. Luc. 19, 3. kleines völkchen, wichtelmännchen, stehlen unser brod und speck. Heine b. d. l. 287. II@2@c@bβ) dagegen von der kindheit: als ich noch klein war; es sind noch kleine kinder im hause; ein junger mann .. wollte sich am christfeste der kleinen familie dankbar erzeigen. Göthe 18, 18, den kleinen, den kindern, der ausdruck ist allgemein. sie hat etwas kleines, ein kleines kind im hause, hat etwas kleines bekommen, ist entbunden worden ( Adelung); auch von thieren: ein vieh (hausthier) so was kleines oder junges hat. Ludwig deutsch-engl. wb., s. dazu III, 3, b sp. 1102. die weil ich klainer tagen was, do verstuond ich mich auch klain, do red ich sam die kind gemain. ring 20b, 46. Dazu klein als begriffswort, unflectiert (eig. subst. n.), in folg. wendung: sie erinnert sich von klein auf ihr inneres selbst als von leuchtenden wesen durchdrungen. Göthe 23, 218 (gr. ἐκ μικρᾶς), wie von kind auf; er hat von klein auf (an) nicht gut gethan, aber auch er hat von klein auf gedient, zu 6, b, β, von der pike an. früher aber flectiert, von kleinen auf (in schwacher beugung) Adelung, er citiert Weisze: die sah von kleinen auf immer einem affen ähnlicher als wie ihnen, man würde jetzt von kleinem auf schreiben. II@2@c@gγ) von gliedern. der kleinste finger heiszt kurz der kleine finger (wie auch unter mehr als zwei geschwistern das jüngste der oder die kleine), die kleine zehe. ein kleines stumpfnäschen. (ein kleiner) darf (bedarf) mit seinem kleinen ars gar einer kleinen bruoch (hose). Frank spr. 2, 151a. kleine augen machen (die augen klein machen), connivere: er macht kleine augen, vor müdigkeit, wenn sich der schlaf meldet, aber auch vor innerem behagen u. a., wenn sich das leben nach innen zurückzieht: hier wurden ihr die augen klein, itzt mangelte die kraft zu wiederstreben, drum muszte sie sich dem Amynt ergeben. Rost schäferged. (1744) 106. daher (mit adv.) klein sehen: o wie sehnlich und klein er sach (der verliebte), wenn ich im sagt ir wert nit da. H. Sachs 3, 3, 23. II@2@dd) von thieren und allen andern wesen: denn du versorgest was du schufest, dein kleinst geschöpf ist dir bekannt. Uz (1768) 1, 325; kleine vöglin, kleine nestlin. Frank spr. 2, 150a; (der vogel will) mit dem kleinen schnabel darnach hacken. Lessing 2, 507; die nachtigall, sie will aus ihrer kleinen kehle donnern. das. kleines viche, unarbeitsam viche, pecus. voc. th. 1482 q 6a, das kleine vieh auf einem hofe (auch kleinvieh), das nicht mit arbeitet. beim jäger das kleine weidwerk, das zur niedern jagd gehört, die kleinen vögel, kleiner als die zipp- und weindrossel ( Adelung). II@2@ee) aber auch von gott: es ist nichts so klein, gott ist noch vil kleiner, nichts so grosz, gott ist noch vil gröszer, nichts so tief, gott ist noch vil tiefer, nichts so hoch, gott ist noch vil höher. Henisch 1756, 16, von gottes unendlichkeit auch im kleinen (mikroskopisch). diese fassung ist aus dem mittelalter überliefert, gewiss aus der philosophie, die durch prediger und auch durch dichter unters volk kam: mehtiger got, dû bist sô lanc und bist sô breit .... dû bist ze grôʒ, dû bist ze kleine, eʒ ist ungahtet (ungeachtet, d. i. unberechenbar). Walther 10, 6 (270 Pf., 59 WR.). II@2@ff) kleine welt. II@2@f@aα) im allgemeinen sinne von welt: es ist doch lange hergebracht, dasz in der groszen welt man kleine welten macht. Göthe 12, 211. II@2@f@bβ) aber der mensch selbst heiszt die kleine welt im gegensatz zur groszen, nach alter philosophie (mikrokosmus, makrokosmus), die aber schon im glauben unserer vorfahren tief begründet war (s. myth. 531 fg., Germ. 7, 350): von des menschen lîbe, den di scrift heiʒet di minner welt. fundgr. 1, 319, 24, s. weiter dort zur aufklärung des sinnes der benennung (sie ist auch sp. 79 zu finden), microcosmus, die clein welt, die minner welt. Dief. 360b; er (der mensch) ist durch deine (der natur) kraft auf freien fusz gestellt, der weltberühmte wirt, ja selbst die kleine welt, die doch der groszen gleicht. denn was ist nicht darinnen das in der groszen ist? Opitz 3, 212; ist die welt der grosze mensch? ist der mensch die kleine wel Logau 2, 4, 89; du nur thust nicht, kleine welt, was der groszen so gefällt. Fleming 416 (336 L.) an einen freund der die weltlust meidet; das weibliche geschlechte, das edelste der kleinern welt. Picander 2, 270; der geist der medicin ist leicht zu fassen, ihr durchstudirt die grosz und kleine welt ... Göthe 12, 99; der mensch, die kleine narrenwelt. 12, 71; (dasz) die grosze welt meine kleine immer mit ihrer stimmung durchschauert. an frau v. Stein 1, 96 (so this little world of man Shakespear Lear 3, 1, vgl. this little kingdom, man Heinrich IV. 2. th. 4, 3). auch von den lebenden wesen überhaupt: wen nun, herr bräutigam, die grosze welt euch lehret, dasz ja die klein' in ihr durch lieben sich vermehret, was wunder ist es den, dasz wir euch auch so sehn auf diesen tag gepaart ... Rist Parn. 354, es war vorher von den vögeln die rede. II@2@gg) von wind, feuer, wasser: der himmel (die wolken) wurde von kleinem, aber ungewissen wind getrieben. Schuppius 714 (kunst reich zu werden). das feuer sinkt und lodert klein. Göthe 41, 312. ein flusz ist klein, der wenig wasser hat, das wasser wird klein im flusz flumen decrescit Frisch, gegensatz groszes wasser, überschwemmung: groszer Rhein saurer wein, kleiner Rhein süszer wein. Simrock sprichw. 8443; ach gott und wär der Rein so klein, dasz ich in mecht erschwimmen! Uhland volksl. 386. II@2@hh) endlich von allem andern körperlichen, z. b.: kleine glöcklin klingen auch. Frank spr. 2, 149b. das kleine gewehr, im gegensatz zum groben (groszen) geschütz: den donner der kanonen und das massenfeuer des kleinen gewehrs. Göthe 24, 154 (vgl. kleingewehrfeuer), auch der schall des kleinen gewehrs ist ein kleiner. die kleinere hälfte (s. 1090), ich habe nur ein kleines drittheil bekommen, nicht ganz ein drittheil. kleine schrift, klein schreiben (streift an 1, b), die kleinen buchstaben, minuskeln. kleines geld, s. folg. II@2@ii) klein dem ganzen gegenüber, die vorige bed. mit andrer wendung und mit anklang an 1, c. II@2@i@aα) eig., etwas in kleine theile zerlegen, gewöhnlich kurz klein (acc.) machen, genauer klein schlagen, spalten, reiben, stoszen, malen, schneiden u. dgl., kurz und klein schlagen: ein krût vil kleine gesniten (als gericht). Helmbrecht 867; soltu die sangen am fewr gederret klein zustoszen. 2 Mos. 2, 14; die götzen klein zumalmet. 2 chron. 34, 7; ein kleid das man dir hat zerschnetzelt, zerpickt, zerkerbt und klein zerfetzelt. Scheit grob. S 3b (s. sp. 1071); oder venedisch scheibenglas das zuvor klein zerstoszen was. froschm. H 2b; brot haben sie nicht essen wollen, wenn man aber in fleischbrühe etwas (brot) klein einkrümelt, essen sie es gern. Olearius pers. reiseb. 3, 4; von fettem kien und kleingespaltnen fichten. Wieland Oberon 10, 9; holz klein machen (wie klar), die scheite spalten zu brennholz, zucker klein machen; mühlen zum kleinmahlen der lohe. Göthe 43, 308; brechet die schwerter klein, reiszet die wälle ein. Arndt ged. (1860) 360; (felstrümmer) zermalmt, kleingewälzt .. von entsetzlichen strömungen, Hegner berg- land- und seereise 88. II@2@i@bβ) davon wol bildlich das volksmäszige klein kriegen für verstehn, ich kanns nicht klein kriegen, kann mich nicht hinein finden, auch klein bringen (z. b. in Nassau), eig. wol auseinander bringen, zerlegen, denn es heiszt nd. auch ût enanner krîgen. II@2@i@gγ) kleines geld, münze, im gegensatz zum ganzen gelde (kleine münze im gegensatz zu groben münzsorten); daher einen thaler klein machen, in kleiner münze wechseln. auch kurz kleines, kleines geld: zu seinem gröszten unglück hatte er nichts kleines bei sich. Darbennime 536 (s. sp. 932). auch ins kleine machen, bei geldrechnung: nun mach die 3 flo. 5 lb. 27 heller ins kleinst, als (d. i.) in heller. Adam Ryse rechn. D 5b. II@2@i@dδ) in derbem witze volksmäszig klein machen für zusammenhauen, einen gegner (Adelung, vgl. in die pfanne hauen): auch Gottsched muszte sich als ehmann hier bequemen, Victoriens partei aus zärtlichkeit zu nehmen. sie zürnt, er wüthet schon; sie droht, er bläst zur schlacht, zählt an den fingern her, wie viel er klein gemacht. Rost vorspiel 20. II@2@kk) auch vom bloszen raum, kleiner zwischenraum, kleine entfernung, kleine strecke: wenn unser weg nur eine kleine strecke mit einander geht. Göthe 16, 11; es waren zwei kleine meilen, die man gemacht. Droysen leben Yorks 1, 147; er hat einen kleinen vorsprung gewonnen. meine arbeitsstube wird mir zu klein, zu eng: und meinten, es wäre die ganze welt zu klein vor ihnen. Olearius pers. baumg. 98 (9, 9); zu eng ist ihm sein haus, zu klein ist ihm die welt. Gellert (1784) 1, 67. II@33) Von der zeit. II@3@aa) kleine zeit, weile u. ä.: wolt mit im reden ein klein zeit. hist. Magelonae spielweis B 5b; ich bin noch eine kleine zeit bei euch. Joh. 7, 33. 12, 35; lieben kindlin, ich bin noch eine kleine weile bei euch. 13, 33; nach einer kleinen weile. Marc. 14, 70; ich hab dich ein klein augenblick verlassen. Jes. 54, 7; eine kleine zeit frid haben Maaler 245c; die zeit ist etwan klein, die du noch warten must. Rompler 120. bei zeit ist es jetzt durch das deutlichere kurz verdrängt (die zeit als strecke gedacht), aber es heiszt noch vor einer kleinen weile ( Adelung), ein kleines weilchen u. ä. II@3@bb) von dingen in der zeit, noch jetzt, weil die strecke dabei nicht deutlich gedacht wird, mehr das ding für sich: dort (im grabe) ruh ich eine kleine stille, dann öffnet sich der frische blick. Göthe 2, 119 (Mignon); wir müssen eine kleine pause machen (aber auch eine kurze pause); auch der kleinste verzug ist gefährlich; lasz dir einen kleinen (kurzen) aufschub gefallen; eine kleine geduld, und ich stehe so vor ihnen da. Lessing 2, 141; eine kleine geduld, Romano. Schiller 160b (Fiesco 2, 17), d. i. ein kleines weilchen geduld. II@3@cc) noch stärker gekürzt ein kleiner aussetzender puls der empfindung Schiller 145a (Fiesco 1, 1), d. i. ein kleines, kurzes aussetzen des pulses, das adv. in das adj. hinübergezogen von dem folgenden adj., wie mhd. ir minneclîcher redender munt Walther 43, 37, mit demüetiger schînender gebêrden Merswin 57 (vgl. 16), der minnere geladene wagen Sachsensp. 2, 59, 3 Lpz. hs., und noch volksmäszig z. b. ein rechter groszer apfel. II@44) Von einer anzahl, menge, daher gering, wenig. II@4@aa) ein kleine zaal oder ein kleiner haufen freünden Maaler 245c, die zahl ist damit eben als haufen, als ganzes gedacht, nicht in ihren bestandtheilen (wie mhd. bei zahlen als subj. das zeitwort im sing. stehn kann): was konnten wir zu seiner rettung wagen, die kleine zahl, die unbewaffnet war? Schiller 542a; ein kleine summ gälts Maaler, früher aber auch ein kleines geld (geldsumme): du magst mit im eins werden umb ein klein gält. das. 245b; ich will zu der nötigen summe einen kleinen beitrag geben; das geschäft hat keinen kleinen gewinn abgeworfen; man verlief sich allmälich, die versammlung wurde immer kleiner. der kleine rat, auch der kleinere. das kleine hundert, tausend im gegensatz zum groszen hundert, tausend (120, 1200) Adelung. II@4@bb) früher völlig gleich wenig (das selbst eig. klein bedeutet): 'klein oder wenig, parvum, modicum'. voc. 1482 q 6a, und zwar ganz allgemein als masz, auch für abstractes. recht deutlich ist die gleichheit mit unserm wenig im adv., kleine mediocriter, parum Dief. 414c: die weil ich chlainer tagen was, do verstuond ich mich auch chlain. ring 20b, 46, mein verstand war gering (s. sp. 546); kleinlachen, weniglachen .. subridere. voc. 1482 ee 1b; die münz die schwächert sich nit klein. Brant 102, 44 held, ich hör, mein leer wirdet bei euch nit haben stat (eingang finden), das mir nit klein zuo herzen gat. Teuerdank 10, 162; des goldes hundert tausent pfund het mich dargen erfraiet klain. Schwarzenberg 156a; mich verwundert nicht klein; dasz du ein weib genommen hast. buch der liebe 265c; gelangete mir solches nicht klein zu sonderlicher freude. Butschky kanzl. 4; der könig war nicht klein verwundert. Zingerle kinder- u. hausm. aus Südd. (1854) 126, also wol noch tirol.? Als wuchernd zeigt es sich im 15. jh., z. b. im voc. th. 1482 in zusammensetzungen: kleinarmer misellus q 6a, kleinguter bonellus 5a, kleinlenger longiusculus, kleintugiger modici valoris 5b, kleinwissender sciolus 6b, also als verkleinerungsmittel für adj., vgl. unten kleingelehrt, kleingültig, kleinkräftig, kleinverständig, auch kleinlaut. II@4@cc) auch einem zahlworte gleich, wie wenig, mit gen.; so mhd. z. b. des öles kleine (wenig öls) Barl. 90, 30, vil kleine kristen (paululum christianorum, mit sing. des verb.) livl. reimchr. 354, brôtes ze kleine 465; daʒ der geladeten vil ist und der erwelten kleine. Stricker Karl 9067, nach Matth. 20, 16. der gen. wird nachher undeutlich, z. b. bei fem. ohne art.: wo nit lieb ist und gunst der gmein (gemeinde), do ist vil sorg und wollust klein. Brant narr. 37, 18. II@4@dd) als adj. und subst.: abstinentia, clein essen. Dief. 5c; so wirt der sek (kornsäcke) ainer ler (in der mühle). do mit so frt er (der müller) den lüten hain (heim), die dunket denn daʒ mel ze klain. teufels netz 9399; haben sie geld, so haben sie die welt, haben sie keins, so schad auch kleins. Fischart groszm. 52 (585 Sch.); paululo contenta, an kleinem für guot (vorlieb nehmend). Frisius 952b. vom subst. (ein klein) s. mehr III, 5. reimend kein oder klein: ich sprich zuom andren, das zorn etwenn nüt anders ist weder (als) kein oder kleine anmuot der liebe (neigung) gegen eim andren. Keisersberg cristenl. künigin (4°) bb 8a. II@4@ee) aber klein erscheint auch selbst gleich kein, mit der mhd. beliebten ironie (s. z. b. sp. 1057 unten), wonach kleine, wie lützel, wênec u. ä. als kräftigeres nichts oder kein gemeint ist; z. b. da Flore allein sterben will für Blanscheflur und sich allein als schuldigen darstellt, sagt er swaʒ iu ze ungemache widervert an dirre sache, des sint iuwer schulde kleine. 6711, deutlich: daran habt ihr keine schuld. in den handschriften wechselt denn auch oft kleine geradezu mit kein, z. b. Freidank 28, 7. 171, 7. 173, 3, und so mag sich folg. enklein aus vermischung mit enkein (sp. 460) erklären, es wird gewünscht, dasz die bischöfe mit ihrem groszen vermögen tæten guot ding nit enklain. teufels netz 3297 (enkain oft das., z. b. 9369), und so könnte sogar folg. ein klein, worin der art. überflüssig ist, ebenso angelehnt sein an das merkw. alem. 'ein kein' für enkein (sp. 460 mitte, 491 unten): er (der betrunkne) künd sin mornend vil ain klain. teuf. netz 644, gar nichts mehr; bei mir halt ichs (ein buschklepper das rauben) für ein kleine schand. Murner narrenbeschw. Diesz ironische klein für 'gar kein' setzte sich nämlich tief ins nhd. fort: der edel jung kung (Ladislaus postumus von Ungern, zwölf wochen alt) der het ain klaine freud zu (bei) seiner kronung, wann er weinat mit lauter stim, daʒ man es horat als weit die kirchen was. denkw. der Helene Kottannerin 38 (88); das weder juden, heiden, datten irn glouben als (so) schentlich bestatten, als wir, die kristen wellen sin und duont mit werken keinen schin. Brant narr. 110b, 53, zeigen es doch gar nicht in der that; wer sich seins buln tut rümen, der hat sein kleine er (schande). Uhland volksl. 183; were Ysegrim vrôt (klug), he swege dârvan, dit sulve eme doch klene (gar keine) ere bringen kan. Rein. vos 246; einem ding kleinen glauben gäben, fidem alicui rei demere. Maaler 245c; da war meine freude klein. Schweinichen 1, 178; ein altes weib mancher bekömmt, die er aus kleiner liebe nimmt (gar nicht aus liebe). Hoffmann gesellsch. 86; seiner herkunft hab wir klein gewin, (denn) gester hetten wir ein freudentag, heüt haben wir jammer und klag. Ayrer 1594, 5, entschieden in der bed.: seine ankunft ist ein schlag für uns. so erklärt sich auch folgende im spätern epos häufige wendung, als androhung des todes: thuo du mir hie gewinnen die maget von dem stein, sunst sag ich dir fürware, dein leben das wird klein. hürn. Seifr. 76, 8, vgl. mhd. sîn leben daʒ was kleine von dem halbtodten Wigalois Wig. 139, 21. II@4@ff) an dieses klein wenig erinnert noch die verstärkung ein klein wenig, es ist auch schon mhd.: unser herre sprach zuo sînen jungern 'ein klein wênig oder ein lützel sullent ir mich sehen'. Eckhart 138, 5; nim aber ein klein wenig davon und binde es in deinen mantelsack. Hesek. 5, 3; es ist hier gar vergnüglich sein, wenn man sich nur ein klein wenig einrichten könnte. Göthe 28, 69. II@55) Als masz von kraft, stärke, wirkung. z. b. ein kleiner schlag (lieber doch ein leichter): wer sich niht baʒ gerechen mac, dem tût vil wol ein kleiner slac, den er sînem vînde tût. Haupt 7, 114; ich habe ihm nur einen kleinen klaps gegeben; von einem kleinen (leichten) drucke springt die feder auf. kleiner puls, der nur eine kleine blutwelle schlägt, gegensatz groszer, noch jetzt bei den ärzten: der puls ist weich, klein, grob (?) und unordenlich. Ryff trostbüchle 110b. heller wird es schon im osten durch der sonne kleines glimmen. Heine b. d. l. 294. man hörte ein kleines (lieber schwaches) geräusch. rosen eines kleinen geschmacks ('schwachen geruchs'), odoris angusti rosa. Frisius 92a, Maaler 245c. der kleine klaps, schmerz ist da in dem bilde einer raumgrösze gedacht, während leicht das bild des gewichts, schwach das der kraft, des druckes mit sich bringt. II@66) Endlich als masz für gedachte oder empfundene grösze, stärke, bedeutung, wert, umfang u. dgl. ins unsinnliche und innerliche übergehend. II@6@aa) eine menge fälle stehn auf der schwelle dazu (wie eigentlich schon die unter 5. 4. 3). so II@6@a@aα) wenn der gedanke an eine raum- zeit- oder zahlgrösze sich dazumischt, z. b. ich habe einen kleinen (kurzen) ausflug vor, der nur kurze zeit dauert, nicht weit geht; ich brauche eine kleine erholung, diesz doch zugleich schon nach der stärke, wirkung der erholung gemessen; ich will eine kleine rede halten, eine kurze, aber auch eine einfache; er sprach, wir wöllen tanzen tuon ein kleinen kurzen reien. Uhland volksl. 566; meidelein, wilt du mit mir ein kleines tänzelein thun wol in gebühr? Hoffmann gesellsch. 248. eine zahlgrösze einschlieszend: mit kleinem kosten, paulo sumptu. Maaler 245c, jetzt mit geringen kosten (auch gering ist urspr. 'leicht'); kleine unkosten, de petites dépenses. Rädlein 544a; ein kleiner abzug an der rechnung; kleine schulden; verdiene ich für .. meine mühe mit ihm nicht einen kleinen unterhalt für mein künftiges leben? Göthe 20, 109. II@6@a@bβ) wenn klein auf einen begriff übergeht von dem kleinen gegenstande worauf sich jener bezieht: ich bitte eine kleine bitte von dir. 1n. 2, 20; lasz jetzt des mädchens kindische gefühle, die kleinen wünsche hinter dir. Schiller 350a, wünsche die sich auf kleine dinge richten; alle mittel, ihre kleinen neigungen zu befriedigen. Göthe 20, 95; ich hatte gestern einen kleinen schreck, der von einer kleinigkeit herrührte; sogar des spiegels kleine nothdurft mangelt. Schiller 405b; es soll nur ein kleines andenken sein; er erlaubte sich schon allerlei kleine freiheiten; sie kennt alle seine kleinen gewohnheiten; die kleinen leiden des menschlichen lebens; kleine bemerkungen, entdeckungen, kleine geschäfte, arbeiten, kleine diebereien. ein kleiner dieb, der eine kleinigkeit gestohlen hat (s. 2, 1088), oder ein kind als dieb. kleines wissen, kleine kräfte von einem kinde: alles was er (der knabe) täglich zu seinem kleinen wissen hinzulernt. Lessing 5, 418, doch zugleich wol das wissen als summe, masse gedacht; (du hast gethan) was nur in deinen kleinen kräften hat gestanden. Schiller 232b (Iphig. 5, 6). II@6@a@gγ) in andern fällen bringt das subst. selbst ein bild mit wozu das klein sich schickt: die arbeit macht nur kleine fortschritte, sinnlicher ist ein kleines stück (weges) weiter gekommen u. dgl.; einen kleinen ansatz zur krankheit hat er schon mitgebracht; die kleine abweichung von der regel wird nichts schaden; mit einem kleinen zusatz von bescheidenheit wäre er ganz umgänglich, hier doch gern weniger bildlich ein geringer zusatz; du darfst eine solche grösze nicht mit dem kleinen maszstabe des alltagslebens messen wollen; er hatte nur einen kleinen kreis von freunden. II@6@bb) so denn in unerschöpflicher fülle hauptsächlich vom menschlichen thun und treiben, leben und leiden. II@6@b@aα) kleines leben (vgl. kleinlebig), kleine verhältnisse, kleiner wirkungskreis u. ä.: es gehet inen (den fürsten) im groszen haushalten wie den bürgern im kleinen haushalten. Luther 6, 145b; der kreis, in welchem er (der erste mensch) sich bewegt hätte, wäre der kleinstmöglichste gewesen. Schiller (1822) 16, 34; er hat eine kleine wirtschaft angelegt; mein haushalt ist klein; man kann im kleinsten kreise groszes wirken; sie taugt nur in kleine verhältnisse; sie wollen das geschäft in einem kleineren maszstabe wieder anfangen, es (sich) ins kleinere ziehen. der kleine handel, das kleine gewerbe (auch kleinhandel u. dgl.), der kleine verkehr, die kleine tagesliteratur u. s. w.; der kleine verkauf, verkauf im kleinen. der kleine krieg, la petite guerre, mit kleinen mitteln, in kleinen verhältnissen, z. b. guerillakrieg, zum unterschied vom groszen kriege (s. krieg). kleines spiel, wo um wenig gespielt, nicht viel aufs spiel gesetzt wird: wer klein spiel spielt, hat immer freude, auch am kleinen gewinn. Göthe 7, 119; anders das kleine spiel, schauspiel sp. 1087 mitte. der kleine dienst im gegensatz des groszen, bei hofe, beim militär (es gibt einen namen Kleindienst). II@6@b@bβ) ebenso im adv.: klein anfangen, im kleinen, mit dem kleinen, z. b. von einem geschäftsmanne; er hat grosz angefangen und klein aufgehört; ja, er fiengs klein an und ist jetzt grosz. Schiller 324a. ebenso im spiele klein zugeben (auch beigeben), eine geringe karte, bildlich von dem der nicht viel mehr zu wagen hat, der kleinlaut geworden ist, sich duckt, bescheiden thut (vgl. sp. 1099): merket man an eines mägdgens minen sie sei ein biszgen stolz, so musz man sie bedienen: man bücke sich vor sie bisz nieder auf die schuh und gebe seinen trumpf so klein als möglich zu. Picander 1, 270; hören sie wie er klein zugiebt! Gotter 3, 171; vorhin hatte er das grosze wort, jetzt gibt er auf einmal klein bei, auch in anderm bilde kriecht klein bei. II@6@b@gγ) kleine dinge, wieder in groszer manigfaltigkeit, meist gleich geringfügig, unbedeutend (verstärkt kleinlich): kleine ursachen, grosze wirkungen; geübten vorsetzlichen frevel verkleistern und klein machen. Kirchhof mil. disc. 60, als klein darstellen; so malt die eifersucht ein bild mit falschen zügen, ihr spiegel bildet nie die wahrheit blosz und rein, was klein ist, macht er grosz, was grosz ist, macht er klein. Rost vorspiel 13; lasz mich der stunde gedenken und jedes kleineren umstands. ach, wer ruft nicht so gern unwiederbringliches an! ... klein erscheinet es nun, doch ach! nicht kleinlich dem herzen, macht die liebe, die kunst jegliches kleine doch grosz. Göthe 1, 316; dafür wissen sie von den alterthümern der römischen rechte die kleinsten umstände. Rabener (1755) 4, 237; (der grund liegt) in hundert kleinen zufällen, die zu klein sind als dasz ich sie mit erzehlung derselben martern sollte. Lessing 3, 320; gewisse grosze geister würden diese kleine regeln ihrer aufmerksamkeit nicht würdig geschätzt haben. 3, 343; einige kleine versehen. 4, 168; auch ich erschrecke vor einem kleinen verbrechen nicht. 2, 161; blosz ein kleiner kleiner meuchelmord. 2, 174; denn sich verstellen ist bei kleinen übeln leicht. 3, 333. II@6@b@dδ) nicht klein dagegen gilt vielfach für bedeutend, das gegenstück zu dem ältern klein gleich kein (4, e): da es aber tag ward, ward nicht eine kleine bekümmernis unter den kriegsknechten, wie es doch mit Petro gangen were. apostelgesch. 12, 18; es erhub sich aber umb dieselbige zeit nicht eine kleine bewegung (aufregung). 19, 23; nicht kleine sorge. Galmy 295; es war ihm keine kleine ehre; sie hatten nichts kleines abzureden. Lessing 2, 174, etwas sehr wichtiges; nichts kleines kann es sein, was euren schritt so spät hieher führt. Schiller 445b; nichts kleines war es, solche heimlichkeit verhüllt zu tragen diese langen jahre. 508a, wie nichts geringes, nichts leichtes, keine kleinigkeit. II@6@b@eε) früher mit dat. es ist mir klein, gilt mir wenig, ist mir nicht wichtig (ebenso noch bei kleinigkeit): du brechtest doch mich zuo schanden, fürwar ist mir nit klein. bergreihen, her. v. Schade s. 131. II@6@b@zζ) auch vom gemütsleben gilt es nämlich: wer sich mit wollust überlad, der kouft klein freüd mit schmerz und schad. Brant 50, 28; kleine sorgen, curae minutiores. Steinbach; es ist mancher kleine ärger damit verknüpft; schenken sie mir ein kleines vertrauen und lassen sie uns auch in der ferne verbunden bleiben. Göthe 20, 41; ich habe wieder eine kleine hoffnung, die einen bestimmten kleinen punkt zum gegenstande hat, anders kleine hoffnung früher, wenig hoffnung (4, d), in mhd. zeit wurden auch solche worte grammatisch verkleinert, s. sp. 1091. anders auch folg.: trew ist worden klein. Schuppius 805, die treue im lande als éine masse gedacht. II@6@cc) auch der mensch selbst heiszt klein in mehrfacher beziehung. II@6@c@aα) indem etwas kleines an ihm im ausdruck auf den ganzen menschen übertragen wird: wer an frömmigkeit kleiner und an reichthumb gröszer ist als andre. Olearius pers. ros. 7, 20, an dem die frömmigkeit klein, der reichthum grosz ist; er ist im kleinen grosz und im groszen klein. II@6@c@bβ) vom unterschiede der stände. den groszen herren stehen gegenüber die kleinen leute u. ä. (s. besonders kleinhans), franz. les petites gens, in der mitte die mittelmäszigen: aufsehens, was kleine leute sind! Ayrer 1305, 8, damit tritt im beginn des spiels der narr auf, platz machend unter den zuschauern; de ryken und armen all gemeine (holt der tod), grot, middelmetich unde kleine. Kellers fastnachtsp. 1072, 14; das fleisch aller freien und knechten, beide der kleinen und der groszen. off. Joh. 19, 18 (vgl.γ); die groszen können der kleinen nicht entrathen. Lehmann flor. 1, 374; groszen und kleinen leuten die opinionem, illam mundi reginam ausz dem kopf treiben. Schuppius 843; die welt ist voller unbestand und wechselt plötzlich angst und freude in grosz- in klein- in mittlern ständen. Günther 427; ein haus, ein landgut kann der kleinen habsucht stillen, da städt' und länder kaum der groszen griffe füllen. Hagedorn 1, 38; und es praszten bei uns die obern und raubten im groszen, und es raubten und praszten bis zu dem kleinsten die kleinen. Göthe 40, 291; und hat er die stadt sich als wandrer betrachtet, die groszen belauert, auf kleine geachtet. 1, 251. Innerhalb der einzelnen stände wiederholt sich der unterschied: der handwerker, der kleine bürger. Göthe 28, 260 (auch kleinbürger); der pulcinell, welcher die übrige zeit sein schusterhandwerk trieb und auch übrigens hier als ein anständiger kleiner bürger erschien. 29, 135; der kleine bauer, beamte, kaufmann; ähnlich die kleinen geschäftsleute, die ein kleines geschäft haben, die kleinen grundbesitzer, rheder, speculanten u. s. w. den groszen gegenüber. die kleinen fürsten, edelleute u. ä.: klein ist unter den fürsten Germaniens freilich der meine. Göthe 1, 357. Dasselbe übertragen auf andere gebiete: kleinen heiligen hält man kleine feiertäg. Lehman flor. 1, 952; kleine heiligen thun auch zeichen. 462; kleine diebe hängt man, die groszen läszt man laufen (s. 2, 1088); mhd. kleine meister, lehrer, gelehrte Eckhart 269, 7. Auch folg. gehört hierher: damals hielt ich Mariens hand für mich zu klein: ich hoffte auf den besitz der königin von England. Schiller 422a. II@6@c@gγ) überhaupt klein an stellung, geltung, einflusz, wert in der welt u. ä.: er waicht auch nieman mit worten ... er wil ewiglich das letst wort haben und unüberwunden sein, wann dar durch scheinet er klainer sein. Keisersberg siben schwerter f 3d, glaubt an wert zu verlieren; er mainet er schein klain, wenn er undergieng in gehorsame. das.; meine freundschaft ist die geringst in Manasse und ich bin der kleinest in meines vaters hause. richt. 6, 15; mein geschlecht ist das kleinest unter allen geschlechten der stemme Benjamin. 1 Sam. 9, 21 (gleich vorher von den geringsten stemmen Israel); da du klein warest fur deinen augen, wurdestu das heubt unter den stemmen Israel. 1 Sam. 15, 17; wer der kleinen einen ergert die an mich gleuben. Marc. 9, 42; der wird der kleinest heiszen im himelreich. Matth. 5, 19, vgl. 11, 11 (goth. minnista); den menschen macht sein wille grosz und klein. Schiller 392b; doch eh ich sinke in die nichtigkeit, so klein aufhöre, der so grosz begonnen. 366a. II@6@c@dδ) klein an selbstgefühl, der sich klein fühlt: vor andern fühl ich mich so klein, ich werde stets verlegen sein. Göthe 12, 101; es stürmen alle schrecken auf mich her, klein fühl ich mich in diesem furchtbargroszen. Schiller 498a; ihr habt mich kindisch, klein und schwach gesehn. 478b (jungfrau v. Orl. 4, 9). früher galt klein kurzweg für demütig (sich selbst klein machend), wol durch biblischen einflusz, s. z. b. 1 Sam. 15, 17 unter γ: aber die (gelehrten) alle haben mit irer kunst (vor dem evangelium) müeszen klein werden, sich selbs verlougnen. Zwingli vom predigampt E ija; also begert Paulus .. zuerst der welt all ir kunst, wissen .. zu zucken (entreiszen), damit sie dise kleinmachende kunst gottes studieren mögen (das wissen dasz man nichts wisse). Frank sprichw. 1, 146a; wer in den himmel wolle, der müsse klein und demütig werden, wie ein kind. Schuppius 649; der hatte sich durch list und händedrücken bei groszen klein, bei kleinen grosz gemacht. Hagedorn 2, 58, halb zu γ. noch jetzt vorarlb. klîn demütig. auch mnl.: (kinder sollen) ghedienstech sijn ende clene, armen ende riken ghemene. lekensp. 3, 10, 137. Dazu klein thun, den bescheidnen spielen (vgl.das kleinthun, kleinthuer), gegensatz grosz thun (franz. se faire petit): man solle nur die bibel lesen, ob Adam auch so klein gethan wenn er bei Even ist gewesen. Picander 2, 276. II@6@c@eε) klein an herz, gesinnung, im gegensatz zum starken geiste oder groszen herzen: doch wärst du wol so klein, die jensche tracht zu ändern, die haare zu bestreun, den degen zu bebändern? Zachariä 2, 369, ein Leipziger stutzer zu werden; denn so klein bin ich nicht, dasz eine tolle liebe den hasz der tyrannei aus meiner brust vertriebe. Lessing 3, 340; Haroun müszte auf keinem throne sitzen, wenn ihn kluge, innig verbundene hofleute nicht endlich klein zu machen wüszten. Klinger 5, 203; armer thor, der du alles so gering achtest, weil du so klein bist. Göthe 16, 75; geizig und klein wie ein kaufmann. Arndt geist der zeit 334. es verflieszt mit dem folg. II@6@c@zζ) klein an geist, geisteskraft, dem groszen geiste, dem genialen gegenüber: wie wertvoll erscheint uns leicht ein tüchtiger künstler mittleren talents, wenn wir ihn für sich betrachten, und wie klein vor einer echten grösze; 'wie tief liegt unter mir die welt!' ... so ruft von seines thurmes dache der schieferdecker, so der kleine grosze mann Hans Metaphysicus in seinem schreibgemache. Schiller 97b, dieselbe zusammenstellung braucht schon Merck in seiner briefsammlung 3, 180: ich begreife nur nicht wo bei diesem exempel die morgue der ganz kleinen groszen herrn bleiben mag, vgl. kleingrosz. ähnlich von der welt (menschheit): (Mars spricht) die welt hats schütteln hoch vonnöthen, sie ist so wunderwinzig klein ... klein wird sie in des friedens schosz, in meinem aber wird sie grosz. Schubart (1825) 3, 9. II@6@dd) auch das entsprechende thun heiszt klein, franz. petit. II@6@d@aα) von empfindungen, gesinnungen, handlungen: ha diese kleine furcht steht männern gar nicht an. Chr. F. Weisze; einem helden hingegen (auf der bühne), einem helden eine ohrfeige! wie klein, wie unanständig! Lessing 7, 252; wolthäter mit kleinen eigennützigen absichten. 1, 143; Nathan. zwar der verdacht, dasz er (Saladin) die wahrheit nur als falle brauche, wär auch gar zu klein! 2, 275; wie grosz, wie edel dieser sein freund (Nathan) anwende, was so klug und emsig er zu erwerben für zu klein nicht achte. 2, 241; neid ist ein kleines kriechendes laster. 7, 137; kleiner ehrgeiz. Schiller 809a; das spielzeug des kleinen grillenhaften eigensinns. 422b; dasz ich aus kleinem handwerksneid der mitgesellen kranz zerrisse. Gotter 1, 454. jetzt gilt dafür meist das verstärkte kleinlich. bemerkenswert mit von: es ist klein von Kant, dasz er, der es besser weisz, die menschen in dem irrthum läszt. Herder in den erinnerungen, her. v. Müller (1820) 2, 229. II@6@d@bβ) vom geiste und geistigem: Faust. wie nennst du dich? Meph. die frage scheint mir klein für einen der das wort so sehr verachtet. Göthe 12, 70; ich weisz wol was einige, welche die sache aus einem kleinen gesichtspunkte gefaszt, dagegen eingewendet haben. Möser phant. (1778) 2, 198. klein denken ( Adelung), kleine denkungsart, vgl. kleindenkend, doch diesz mehr zu α. II@6@d@gγ) anders klein denken von einem, ihn für klein, geringfügig halten, eine geringe meinung von ihm haben: der Deutsche, der hierbei nichts fühlt, mag meinenthalben gar so sehr verfeinert sein, dasz er überhaupt klein vom vaterlande denkt. Klopstock 12, 143, vgl.grosz vom vaterlande denken s. 100; gott behüte mich, jemals so klein von Christi lehren zu denken. Lessing 10, 146; ich will auch von mir selbst nicht kleiner denken als der geliebte. Schiller 350a. II@6@d@dδ) früher sagte man ähnlich klein achten oder schätzen, wie gering achten, gering schätzen, wenig achten, worin wir zwar klein jetzt als accus. des adj. fühlen, es ist aber urspr. wol auch adv., wie in mhd. kleine ahten mit ûf arm. Heinr. 698. parvipendere wird erklärt cleine vel wenich achten Dief. 414c, klein achten, klein schetzen Melber r 3b u. a., kleinachten, versmehen voc. 1482 q 6a, kleinschatzen, kleinmachen (s. Kirchhof unter b, γ) 5b, klein (oder wenig) achten Maaler 245b, Frisch, zusammengeschrieben noch Stieler 12 kleinachten (s. kleinachtung): derwegen si (die epistel S. Jacobi) von etlichen klein geschetzt und für unbiblisch gerechnet. Carlstad welche bücher biblisch seind B iij; demnach acht ich grobheit viel, höfligkeit hingegen klein. Logau 2, zug. 66; man warf dich, Veit, die stiegen ab, du aber achst es klein. 3, 4, 77. II@6@ee) aber auch gemüt, seele, geist selbst heiszen klein. II@6@e@aα) natürlich bei kindern (vgl. a, β a. e.): kindern, die sich aus stühlen, tischblättern und teppichen eine hütte am ofen machen und sich darin bereden es regne und schneie drauszen, um angenehme eingebildete schauer in ihren kleinen seelen in bewegung zu bringen. Göthe 16, 254; ihrem kleinen (unerfahrnen) gemüth waren gewisse gute grundsätze eingeprägt, die sie unruhig machten ohne ihr viel zu helfen. 20, 95. II@6@e@bβ) in alter zeit aber ist kleines gemüt, kleiner mut verzagtheit, ängstlichkeit, 'kleinmut': er blickt sie an aus kleim gemüt (ängstlich). Körner hist. volksl. 205; pusillus animo, einer eins kleinen gemutz, pusillanimus, eins kleinen gemutz. Melber t 5a; animus angustus, ein klein gemt, das nit grosze ding understat (wagt). Frisius 93b; animus jejunus, ein schlächt, klein und verzagt gemt, das nüt groszes understad. 94a; da sind wir herren erst, da wächset uns der mut, der zwar nie kleine war. Fleming 114, 29 Lapp. noch bei Steinbach kleiner muth, animus pusillus. II@6@e@gγ) anders, vertiefter seit dem 17. jh. kleine seele, kleines herz, kleiner geist, im gegensatz zum groszen, in bezug auf umfang, kraft und tiefe des empfindens, denkens (auch vom menschen selbst): ein geist vom himmel her will stets am himmel schweben, klimmt allzeit wolken an, will niemahls unten kleben, wo die gebückte schaar der kleinen seelen kreucht. Fleming 220 (198, 47 L.); von dem ersten der sieben neuen versuche (Philippis), welcher wider die gesellschaft der kleinen geister gerichtet war. Liscow 27, vgl. 215 fg.; ihm strahlt kein stern, der kleine herzen deckt. Hagedorn 1, 12; den neid, der kleinen geister seuche. 2, 73; dieses sind die elenden spielwerke kleiner geister, die ohne dergleichen äuszerlich erborgten anstrich nichts sonderliches zu erdenken wissen. Gottsched redekunst (5. aufl.) 365; für die schriften unsrer starken geister (franz. esprit fort, gleich libertin) habe ich lange, doch vergebens, nachgedacht einen buchdruckerstock ausfindig zu machen. über wahrheiten zu spotten welche wir kleine seelen .. die wichtigen wahrheiten der religion nennen, dazu gehört eine so besondere fähigkeit ... Rabener (1755) 2, 71; philosophen .. welche auf der catheder grosze weltweisen und in ihrem hause die kleinsten geister sind? 2, 113; der lächerliche hochmuth der kleinen adlichen seelen, welche alle andre .. verachten, weil sie bürgerlichen standes sind. 3, 268; berühmt zu werden ist nicht schwer, man darf nur viel für kleine geister schreiben. Gellert (1784) 1, 96; nur kleine geister, die zu träge und ohnmächtig sind lob zu verdienen, werden erbittert wenn man sie tadelt. 5, 114; die bürger schlimmer art, in deren kleinen seelen nur niedrer eigennutz gebot. Uz (1768) 1, 279; kleine selen wollen den lohn der patriotischen treue nach summen berechnen, sie sind nicht gros genug um zu sehn dasz geldsummen hier ganz 'unter' dem verhältnis stehn. Hermes Soph. reise 6, 259. 'wo ist der lehrer, dem man glaubt?' thu was dir dein kleines gemüth erlaubt. Göthe 2, 258. II@6@ff) der sinnlichen bed. am entlegensten ist aber eigentlich folg. gebrauch, wo durch klein ein bloszer begriff verkleinert wird. so II@6@f@aα) z. b. kleiner schalk (urspr. schurke): kan doch ein from hauswirt oder bürger nicht einen bösen knecht oder magd zu recht bringen, das ist einen kleinen schalk from machen. Luther 6, 145a, dessen schalkheit klein ist, der nur ein wenig schalk ist; er ist so ein kleiner bramarbas, 'hat etwas vom bramarbas'; aber hat hr. Heufeld auch überlegt, dasz seine Julie (in einem schauspiele) nun gar nicht mehr die Julie des Rousseau ist? ... sie ist nichts als eine kleine verliebte närrinn. Lessing 7, 39. so werden besonders scheltworte durch zugesetztes klein auf ein unbeleidigendes masz herabgesetzt: Saladin (zu Recha). kleine heuchlerinn! Lessing 2, 353; ah, die kleine verrätherinn! Weisze kom. opern 1, 36; Cleon (zu seiner tochter). 'ich will ihnen gern gehorchen, aber lassen sie mir nur meine freiheit'! kleiner affe, was redst du denn? wenn ich dir deine freiheit lassen soll, so brauchst du mir ja nicht zu gehorchen. Gellert (1784) 3, 35; sie (Lenore Sanvitale) schleicht heran und zischt mit glatter zunge, die kleine schlange, zauberische töne. Göthe 9, 206, später die verschmitzte kleine mittlerin 241; ei, wer ist denn das kleine schelmengesichte? Schiller 321b, in Wallensteins lager von der nichte der marketenderin. klein wird freilich auch ohne diesz gern von männern gegen mädchen, frauen gebraucht, in einer halb verkleinernden halb kosenden, schmeichelnden weise, vgl. III, 2, c. auch folg. gehört wol hierher: ists keine verblendung (blendwerk)? lauft nit das kleine hexenwerk mit unter? Simpl. 3, 189 Kurz, vgl. vorher ein halber hexenmeister. II@6@f@bβ) oder es wird ein wichtiger, hoher begriff damit aufs kleine, winzige herabgesetzt: der herr baron spielen schon den kleinen minister. Gotter 3, 18, den minister im kleinen, en miniature; sitzt ein Quintil im rath der kleinen kenner, wo man so keck den frühen machtspruch wagt? Hagedorn 2, 58; ihr ernst verscheucht die künste kleiner meister. 1, 13, d. i. petit maître, vgl. kleinmeister; nur dasz sich nicht jeder kleine kritikaster für das publikum halte. Lessing 7, 2; sie gab sich dadurch (durch verkleidungen) das ansehn einer kleinen fee, die überall .. gegenwärtig ist. Göthe 18, 303. ebenso wenn man einen bedeutenden begriff damit bescheidentlich ermäszigt, eine dame schreibt an Gellert: dasz ich sie in meinem kleinen enthusiasmus, in welchem ich mich oft in meinen vergnügtesten stunden verliere, noch immer sehe und höre. Gellert (1784) 9, 145 (brief 168). II@6@f@gγ) eigen kleines lächeln, die verkleinerung in lächeln noch besonders ausdrückend: er hat es aber (zwar mit einem frölichen gesicht und kleinem lächlen) so kaltsinnig angehört ... Simpl. 1, 82 (79 Kurz), vgl. kleinlachen voc. 1482 q 6a; doch das kehrt zugleich zur gewöhnlichen bed. zurück. II@77) es wird übrigens auf mancherlei weise gesteigert, gesprächsweise und im volksmunde. durch doppelung: eine kleine kleine bitte. Schiller 15a. eigen mit und: damahl war das brod klein und klein. Simpl. 4, 221 (Kurz). besonders durch zusätze, wie winzigklein, kleinwinzig, schwäbisch kleinwunzig, stärker kleinwunderwinzig Schubart briefe 2, 348, tirol. kleinwuderwinzig Schwabe tint. 19. 57, bair. kleinbuderwinzig, kleinleizig Schm. 2, 358, schweiz. kleinmunzig, munzigklein Fromm. 5, 181, gött. klimperklein, henneb. klipperklein, pipsklein, klipperwinzigklein 1, 235a, fränk. klinzerklein, nrh. klitzeklein; s. auch klinzig. IIIIII. Klein substantivisch. III@11) der kleine. III@1@aa) von männlichen kindern, wie die kleine und das kleine: parvulus, kleiner, ein unverstandener (s. sp. 546 mitte) vel incipiens christianus .. ein kint, ein kleiner. Melber r 3b; 'ist ihr kleiner (sohn) wieder wol?' in dem reiz der jungen morgenrose lachte mir der holde kleine zu. Schiller 5a (kindesmörd.); wer wird künftig deinen kleinen lehren speere werfen und die götter ehren? 1a. III@1@bb) aber auch der knabe, der jüngling heiszt im munde erwachsener noch so: kleiner, wo ist das secret? Simpl. 2, 17 (3, 163 Kurz), frage an einen pagen (vgl. kind 3, c, page). in Leipzig heiszt bei den bäckern der jüngste gesell der kleine; von brüdern wird der jüngere der kleine genannt (auch über die jugend hinaus). auch in andern lebenskreisen, bes. unterm volke braucht man es überhaupt gegen jüngere oder geringere mit einer art bevormundung oder wolwollender herablassung. III@1@cc) volksmäszig der kleine, penis (Bernd Posen 397). III@22) die kleine. III@2@aa) von kindern: getrocknete pflanzen und insecten .. und dergleichen kamen auf das krankenbette der kleinen. Göthe 29, 266; meine kleine (tochter) kommt nächstens in die schule. III@2@bb) von schwestern heiszt im hause die jüngste noch länger oder immer die kleine (die älteste die grosze): grosze! hilf mir den rock ausziehn. hast du nichts bei der hand, kleine! mich hungert und dürstet. H. L. Wagner reue nach der that 42, ein vater zu seinen beiden töchtern. III@2@cc) männer sagen es überhaupt gern von und zu mädchen von kleinerem wuchse, in traulich bevormundender oder kosender annäherung, wie bevaternd (s. kind 4, c. d): ein mäulchen, kleine! das ist ballrecht (v. Gröningseck zu Evchen Humprecht). Wagner kindermörderin 5; die kleine gleicht der geliebten, besonders wenn sie lacht. Heine b. d. l. 176. ein liebhaber nennt sein mädchen seine kleine, wie ehemänner volksmäszig auch die frau gern meine kleine frau nennen, ganz wie franz. ma petite femme (aber auch 'mon petit mari'): geh trautes liebes täubchen du zu Minna, meiner kleinen u. s. w. Schillers anthol., h. v. Bülow s. 112; gott hab ich und die kleine im lied erhalten reine. Göthe 4, 328; plötzlich schweigt die liebe kleine, wie vom eignen wort erschreckt. Heine b. d. l. 283; ihre goldnen haare wickelt mir die kleine um die händ. 289. III@33) das kleine. III@3@aa) von kleinen kindern: des kleinen wiege stand zu nacht an meinem bett. Göthe 12, 163; und das kleine (legt) mir an die rechte brust. 12, 243; indem sie dem ältesten einen halben weck gab, nahm sie das kleine auf und küszte es .. 'ich habe, sagte sie, meinem Philips das kleine zu halten gegeben'. 16, 19; auch der grüne rasenplatz musz bleiben wie er ist, darauf soll das kleine (es ist noch nicht geboren) sein wesen treiben. Schlegel Lucinde 231. auch im superl. (da ja kind ausgelassen ist): sein junges weib kniet zu ihm hin, stellt ihm sein kleinstes auf den schosz. L. Schefer. mit unbestimmtem art. sie hat ein kleines bekommen, auch etwas kleines, peperit (mit letzterem vgl. bei Neidhart 7, 34 H. daʒ nâch dir iht weine). s. auch kleinlein. III@3@bb) auch von thieren, wie sonst junges: der sanftmüthige elephant, wie er mit seinem weiblein gegen unsre hütte zum erstenmahl wieder kam, jetzt in der mitte ein kleines führte. Fr. Müller 1, 63. im pl. die kleinen: ein tieger läufet hin und her durch liebe blosz bezwungen, wenn ihr die kleinen sind entführt. S. Dach V 1b. III@44) die kleinen heiszen nämlich die kinder: loszent die kleinen zuo mir kummen. Tauler im leseb. 870, 11, nach Matth. 19, 14 τὰ παιδία, vulg. parvulos, in der Nürnb. bibel v. 1483 laszet die kleinen kumen zu mir; werdt ir nit bekert und werdt gemacht als die kleinen (vulg. sicut parvuli), ir geet nit in das reich der himel. ebenda Matth. 18, 3; sie (die mutter) setzte sich darauf mit ihren kleinen beiden an einen silberklaren bach. Brockes 1, 57 (1728); sie legt es endlich weg und fragt nach ihren kleinen. Schiller 26b; setzt er (der wilde) bei dem feuer sich zu seinen nackten kleinen nieder. Seume. III@55) das kleine (klein), ein kleines gilt aber auch sächlich. III@5@aa) von kleinen dingen oder stücken gegenüber dem groszen, mhd daʒ kleine; z. b. von einem räuber erzählt Helbling 1, 665 ff. wie er im hause aufräumt: des wirtes betteziehen ziuht er abe durch dén sin (zu dem zwecke): daʒ kleine vaʒt er alleʒ drin, gürtel, hosen (strümpfe) unde schuoch, sleier, binden, ermel, tuoch (tücher) u. s. w. Haupt 4, 20, was im Ssp. kleinod heiszt (s. dort). so noch z. b. bei der wäsche das kleine, die kleinen stücke, früher wahrscheinlich auch für die kleinen früchte u. a., s. kleinod in dieser bed. III@5@bb) auch in der form das klein, im nom. acc. ohne endung (wie das gut, das klar sp. 997). so im bergwesen: grubenklein, gradklein, scheidklein, nachklein, kleines was vom erze sich absondert, in sandform. Lori bergr. 219. 645 (Schmeller 2, 357). Scheuchenstuel 112; das kleine, das vitriolklein, kleine stücke die vom auslaugen übrig bleiben. Frisch 1, 522a; s. kleineisen, kleinerz, kohlenklein. Ähnlich bei fleischern, in der küche die abgelösten geringern theile beim ausschlachten ( Adelung), wie bei der gans, beim hasen das klein (Leipzig u. a. klê), gänseklein, hasenklein, füsze, kopf, herz, flügeltheile u. s. w., wieder auch das kleine, kleines und kleinod. III@5@cc) begreiflich mit dem nebenbegriffe abgang, abfälle: quisquiliae, clein vel ein unnutz ding das abgeet, als von isen. gemma (Dief. 480c). bei den bauern heiszen die ähren und stürzeln, die von den garben beim einfahren, dreschen und sonst abgehn und zu pferdefutter dienen, das kleine (auch abrechling, das grobe). öcon. lex. Lpz. 1731 sp. 1225 (26), daher Adelung. III@5@dd) in allerhand mehr oder weniger unsinnlicher verwendung: aus dem kleinen kompt das grosze. Henisch 1756, 7; keiner ist so grosz, der nicht das kleine bedürfe. 38; vil kleine machen ein groszes. 40, auch der pl. wird wol n. sein, im kleinen ist er (gott) grosz, unendlich grosz im groszen. Haller (1777) 198; das kleine selbst gewinnt grösze unter seiner schöpferischen hand, da er dabei immer das grosze im auge hat dem es dienet, wenn der brotgelehrte in dem groszen selbst nur das kleine sieht. Schiller 1003b; er (Göthe) liebt in allen dingen helle und klarheit, selbst im kleinen seiner politischen geschäfte. ders. an Körner 1, 137. III@5@ee) im kleinen, ins kleine (ziehen u. ä.) bezeichnen das verhältnis, besonders eine verjüngung: die seele ist ein spiegel, in welchem sich die andern monaden alle im kleinen abbilden. Rabener 1759 2, 279 (1755 2, 63), en petit, en miniature; ich komme nach Leipzig, an einen ort wo man die ganze welt in kleinen sehen kan. Lessing 12, 5 briefl. v. 1746 ('in', weil gesprochen ingkleinen mit der angleichung wie im skr., griech., die im sprechen auch bei uns gilt, und zwar allgemein, nicht blosz volksmäszig, vgl. Germ. 9, 132); Murano, das Venedig im kleinen. Göthe 27, 107; des lebens spiel, die welt im kleinen, gleich soll sie eurem aug erscheinen (im guckkasten). Schiller 99a. Dazu ins kleine 'ziehen' (wie mit dem storchschnabel): ein herrlicher garten, den die erfindsame kunst für ihn ins kleine gezogen. Zachariä 2, 45; jetzt, da die wissenschaft ins kleine sich gezogen und leicht wie kork in almanachen schwimmt. Schiller 100b. von geschäftsleuten: sie haben aufgehört und wollen sich ins kleinere ziehen, ihr geschäft im kleinen wieder anfangen. auch ins kleine bringen, in verkleinertem, verjüngtem maszstab darstellen, herstellen. auch ins kleine scheinbar für im kleinen: hier indess meine silhouette, ich bitte um die ihrige, aber nicht ins kleine, den groszen von der natur genommenen risz bitt ich. Göthe an Auguste Stolberg 26, ins kleine, nämlich gezogen, gezeichnet, gemalt, denn ins kleine malen peindre en miniature wird gleichfalls gesagt, wie im kleinen oder ins kleine arbeiten ( Campe), kleine, feine arbeit machen. Im geschäftsleben im kleinen handeln, verkaufen, en détail, vgl. kleinhandel. III@5@ff) ein kleines, eine kleinigkeit, etwas geringes: III@5@f@aα) es schol uns dünken gar ain clains (wenig). fastn. sp. 787, 35; noch will ich fragen gar ain klains. Schwarzenberg 155b; ein kleines was ein priester (übles) thut, singt mans, machts auf der geigen. Körners hist. volksl. 253, klage eines geistlichen, ein kleines was wol für mhd. swaʒ kleines, quidquid pusilli (man machte mancherlei versuche zum ersatz des verlorenen swer); aber ich habe ein kleines wider dich (etwas dir vorzuwerfen). off. Joh. 2, 14; soll nicht ein kleins zu schöner kinderzielung vortragen (förderlich sein), wann die eltern rechter ordenlicher speis und trank gebrauchen. Garg. 43a (66 Sch.), doch diesz schon mehr zum folg., nicht wenig. III@5@f@bβ) mit um, besonders als bezeichnung des maszes: das schadt in allen gar umb ein kleins. fastn. sp. 185, 16; es wer das kleinst gwesen umbs gut. Peter Lewe 215 (weim. j. 6, 431), der verlust an vermögen war noch das geringste. von der zeit: es ist noch umb ein kleines, so ist der gottlose nimer. ps. 37, 10. Joh. 24, 19; es ist noch gar umb ein kleines zuthun, so wird die ungnade .. ein ende haben. Jes. 10, 25. III@5@f@gγ) gern auch über ein kleines: uber ein kleines, so werdet ir mich nicht sehen, und aber uber ein kleines, so werdet ir mich sehen. Joh. 16, 16 ff. (vgl. diesz mhd. sp. 1096); ob mich mein schepfer uber ein kleins hin nemen würde. Hiob 32, 22. III@5@f@dδ) jetzt ist diesz ein kleines, wie andre solche subst. verwendungen vom adj. mit dem unbestimmten art., nur noch in beschränktem gebrauche: es ist ihm ein kleines (wie ein leichtes) dirs ins angesicht abzuläugnen; ist es ein kleines was ich wage. Göthe 11, 167; gewährt ein kleines mir (give me one poor request). Hamlet 1, 5. Auch kein kleines noch: es ist kein kleines, gottes diener zu sein. Hippel lebensl. 3, 1, 274. lieber doch nichts kleines (s. schon sp. 1097 unten): es ist nichts kleines um das sterben. Schiller 232a (Iphig. in A. 5, 5); es galt nichts kleineres als alle nordschen mächte für der Flamänder freiheit zu bewaffnen. 304b. III@5@gg) früher galt diesz ein kleines auch als adv. (im acc.), wie ein wenig, von raum, zeit und sonst, vgl. das adj. sp. 1094 (auch franz. sonst un petit): ein kleines darvor. Amadis 60; habt ein kleins gedult. 77. 88; die jungfraw, die sampt Philomena ein kleines von der linden gangen waren. buch d. liebe 236d, ein stückchen weges; Gabriotto ein kleines von solcher red erschrack. 236c; Reinhart ein kleines von der jungfraw hinweg gangen war. 238b; indem sich Reinhart und Rosamunda ein kleines neben sich auf einen bank zusammen setzten. 242b; es hat dise landschaft ein kleines vorhin Grimamus ingehabt. Fronsperger kriegsb. 3, 157a; lustig ihr brüder und ohmen des weines! hoffet was gutes und wartet ein kleines. Logau 2, 2, 7; mit neuen wunden .. durch welche wir ein kleines zuvor verwundet worden. Schuppius 717; jetzt tritt näher heran, auf dasz nur in kurzer umarmung ich und du ein kleines an klagen des wehes uns laben. Bürger 242b, für homer. μίνυνθά περ. III@5@hh) noch früher gewöhnlich ein klein, d. i. eig. ein kleine, in schwacher form: als diz was ergangen mit jâmere ein vil kleine (ganz kurze zeit). pass. K. 627, 13; wann ich bin ein eitel (bloszer) lai, der teütsch ein kleine lesen (dichten) kan. Vintler bei Haupt 9, 114. aber auch im dat. kleine: und nâch eime cleine nâheten dî dâr stûnden. md. evang. Haupt 9, 282, worin doch der endungslose nom. ein klein enthalten sein wird (vgl. mit gûdeme das. 297 von gût n.), s. sp. 1103 oben: da was er nach (beinahe) gesunde, denn er ain klain was wunde. Behaim Wiener 79, 29, war wenig, unbedeutend verwundet gewesen; wert ir mir ein klein basz verwandt. Teuerd. 101, 48; ihr heüser sein ein klein von der erd aufgehebt (wenig über der erde erhaben). Frank weltb. 87a; ein klein fürbas gegen dem nidergang fanden wir ein land. 224a; ein klein vor diss (dieses) tod endet Maxentius sein leben. chronica (1531) 152b u. ö.; den sie ein klein zuovor zu Hierusalem haben eingeleit. weltb. 39b; (weinen) das in ein klein in dem reden irret. Steinhöwel Bocc. (1535) 214a; es was auch ein klein vorhin (kurz vorher) Grimamus .. ausz Corcyra gefahren. Fronsp. kriegsb. 3, 155b; die wort .. Rosamunda ein klein schamrot machten. buch der liebe 239c; derhalb si sich in irem angesicht entferbet, dasz sie ein klein röslechter ward. 237a; mich wundert nicht ein klein, womit du umbgehest. 244b; mochtend euch nit leiden (vorlieb nehmen) ein klein. Haberer Abrah. 1592 F 5b. noch jetzt schwz. e chlî ein wenig, z. b. e chlî most Tobler 108b. III@5@ii) und dazu ein demin. ein kleinele aliquantulum, permodice Maaler 245c, Frisius (1574) 985b. bei letzterem sogar ein kleinsle, ein klein, lützel 72a (schon 1556), sodasz in dem ein kleins unter f das s fest geworden war; es stimmt zugleich zufällig zu dem nl. dem. een kleintje ganz wenig (aber auch kindlein), urspr. kleinken, seer klein Kilian, wie nd. klênken n. kleines kind Dähnert, es ist auch md. kleinchen zu vermuten. s. kleinlein.
74538 Zeichen · 1590 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    klein

    Althochdeutsches Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    klein s. kleini.

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    kleinadj., adv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +4 Parallelbelege

    klein adj. adv. s. kleine.

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    kleinAdv.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    klein , Adv. Vw.: s. klēn (2)

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Klein

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Klein , -er, -ste, adj. et adv. welches allemahl beziehungsweise gebraucht wird, ein geringeres Maß der Ausdehnung haben…

  5. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    klein

    Goethe-Wörterbuch

    klein öfter unflekt (vor Neutrum), im Vers auch ‘K.- und Großes’, ‘k. und große Welt’ uä; gelegentlich Großschr, Subst s…

  6. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Klein

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +4 Parallelbelege

    Klein , Bernh., Componist, geb. 1794 zu Köln, ward 1822 als Gesanglehrer an der Universität zu Berlin und als Lehrer des…

  7. modern
    Dialekt
    klei(n)

    Elsässisches Wb. · +6 Parallelbelege

    klei(n) , kli(n) [lai u. lí Roppenzw. ; χlí Strüth ; lai Attenschw. ; klai Mü. bis Bf. ; klain, klán Str. ; klèin M. …

  8. Sprichwörter
    Klein

    Wander (Sprichwörter)

    Klein 1. Achte dich klein, sei fein und rein, mit niemand zu gemein, so wirst du wohlgelitten sein. – Eiselein, 381; Sim…

  9. Spezial
    kleinadj

    Dt.-Russ. phil. Termini · +2 Parallelbelege

    klein , adj маленький , п

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit klein

973 Bildungen · 880 Erstglied · 83 Zweitglied · 10 Ableitungen

Ableitung von klein 2 Analysen

kle + -in

klein leitet sich vom Lemma kle ab mit Suffix -in.

Alternativen: kl+-e+-in

klein‑ als Erstglied (30 von 880)

klein(i)wîn

EWA

kleinîAWB f. īn-St., auch kleinaAWB f. ō-St. (später Beleg), spätestens seit dem 10. Jh. in Gl. (2,167,8 [Hs. 9. Jh., Zeit des Gl.ein- trags…

Kleinasien

SHW

Klein-asien Band 3, Spalte 1407-1408

Kleinauge

SHW

Klein-auge Band 3, Spalte 1407-1408

kleinaugig

SHW

klein-augig Band 3, Spalte 1407-1408

Kleinbahn

SHW

Klein-bahn Band 3, Spalte 1407-1408

Kleinbauer

SHW

Klein-bauer Band 3, Spalte 1407-1408

Kleinberger

SHW

Klein-berger Band 3, Spalte 1407-1408

Kleinflur

SHW

Klein-flur Band 3, Spalte 1407-1408

Kleingasse

SHW

Klein-gasse Band 3, Spalte 1407-1408

Kleingeld

SHW

Klein-geld Band 3, Spalte 1407-1408

Kleingote

SHW

Klein-gote Band 3, Spalte 1409-1410

Kleinhandel

SHW

Klein-handel Band 3, Spalte 1409-1410

Kleinholz

SHW

Klein-holz Band 3, Spalte 1409-1410

Kleinknecht

SHW

Klein-knecht Band 3, Spalte 1409-1410

Kleinkorn

SHW

Klein-korn Band 3, Spalte 1409-1410

kleinlaut

SHW

klein-laut Band 3, Spalte 1409-1410

Kleinmagd

SHW

Klein-magd Band 3, Spalte 1409-1410

klein als Zweitglied (30 von 83)

Aprilflöcklein

Wander

Aprilflöcklein Aprilflöcklein bringen Maiglöcklein. – Simrock, 403.

Bähesäcklein

Adelung

baeh·e·saecklein

Das Bähesäcklein , des -s, plur. ut nom. sing. Kräuter oder andere in Leinwand genähete Arzeneymittel, kranke Glieder damit zu bähen.

Bänklein

Wander

baenk·lein

Bänklein 1. Er hat es vnder dem vngekerten Benklin funden. – Franck, II, 116 b . »Also stupfft man die Dieb.« 2. Er hat gemacht Bänkele. ( J…

Bèrghäklein

Adelung

berg·haeklein

Das Bèrghäklein , zusammen gezogen Berghäkel, des -s, plur. ut nom. sing. eine Art Bergbarten, welche die Obersteiger und Geschwornen statt …

böcklein

DWB

bock·lein

böcklein , haedus: gehe hin zu der herd, und hole mir zwei gute böcklin, das ich deinem vater ein essen davon mache. 1 Mos. 27, 9 ; aber die…

bräcklein

DWB

brack·lein

bräcklein , n. catulus, hündlein: denn hie ist es war, das ein klein brecklin geschlagen wird dem groszen hund zum schrecken. Luther 1, 167 …

bröcklein

DWB

brock·lein

bröcklein , n. frustulum, schweiz. bröckli: es got wie e bröckli brot, geht nach wunsch. ein bröcklein, ein wenig, wie ein biszchen.

drecklein

DWB

dreck·lein

drecklein , n. dimin. von dreck. ihr störch und schwalben, grobe spatzen, euch soll ich nimmer hören schwatzen! lieb däucht mir jedes dreckl…

ecklein

DWB

eck·lein

ecklein , n. was eckchen: wo ich dann hab ein ecklein plosz, do wil ider sein hand an wermen. fastn. sp. 387, 26 ; schätzichen mein, springt…

ferklein

DWB

fer·klein

ferklein , n. porcellus: ferkelin. von guter speise 3. 4.

flecklein

DWB

fleck·lein

flecklein , n. wie fleckchen, 1 1) macula parva: 'der vogel' heiszet das flecklin im weiszen des eies. Keisersberg schif der pen. 112 a . 2 …

fünklein

DWB

fuen·klein

fünklein , n. , dim. von funke. vgl. fünkel , fünkele , fünkle , auch fünkchen. mhd. fünkelîn. Haupt 8, 444 . füncklin. Dasypodius 217 c u. …

gänseklein

DWB

ganse·klein

gänseklein , n. gänsegekröse ( s. gans II, 2, c, ε ) Adelung, Immermann Tulifäntchen 76 , in Sachsen, Ostpreuszen; auch gänsekleint öcon. le…

Gallentränklein

Wander

gallen·traenklein

Gallentränklein Das Gallentränklein mit Honig vermischen. Mhd. : Und mir in honege Walther gap den gallentranc. ( Wartburgkrieg. ) ( Zingerl…

geschmäcklein

DWB

geschmack·lein

geschmäcklein , n. nebengeschmack, beigeschmack an speisen und getränken, geschmächelein Schm. 2 2, 541, geschmäcklein Krämer 544 b , schwäb…

glöcklein

DWB

glock·lein

glöcklein , n. , die kleine glocke, die klingel, schelle, seit dem mhd. bezeugt: glöckel (1383) urbar v. Liechtenstein bei Lexer nachtr. 214…

Gucklein

Wander

guck·lein

Gucklein Er darff nicht ein gucklin 1 ausslassen. – Henisch, 1773, 16. 1 )Tüpflein, Pünktlein.

haarklein

DWB

haar·klein

haarklein , adj. und adv. pilo subtilior; accuratissime, planissime ( vgl. klein II, 1, c th. 5. sp. 1088). es musz ursprünglich vom spinnen…

häklein

DWB

hae·klein

häklein , n. dim. zu hake. 1 1) kleiner haken: unculus ein hecklin Diefenb. 626 b ; häckle hamulus Maaler 204 d ; und machet funfzig gülden …

Hasenklein

Adelung

hasen·klein

Das Hasenklein , des -es, plur. die -e, in den Küchen, die vordern Theile eines Hasen, woraus vermittelst des Hasenschweißes das so genannte…

Ableitungen von klein (10 von 10)

kleine

DWB

kleine , f. für kleinheit, das ahd. chleinî, mhd. diu kleine; es ist auch nhd. nicht vergessen und sollte von den dichtern gehegt werden, ve…

unklein

KöblerMhd

unklein , Adj. nhd. „unklein“, nicht klein Q.: UvLFrd (1255) E.: s. un, klein W.: nhd. unklein, Adj., unklein, DW- L.: Hennig (unklein), Lex…

unkleine

Lexer

un-kleine , un-klein adj. wol drîer tageweide lanc was diu veste uncleine Troj. 17349. er verstach dâ sper vil unklein Lieht. 489,12.

unkleinlich

DWB

unkleinlich , adj. Fontane I 6, 213; G. Simmel phil. kultur 45 . —

urklein

KöblerMhd

urklein , Adj. nhd. winzig Hw.: s. urkleine E.: s. ur, klein W.: nhd. DW- L.: Hennig (urklein)

urkleine

Lexer

ur-kleine adj. BMZ ganz klein Trist. H. 2693.

verkleine

BMZ

verkleine swv. mache klein, erniedrige. daʒ er sich dir ze liebe alsô verkleinet hât myst. 262,39. vgl. 263,7. Ehingen 6.

verkleinen

DWB

verkleinen , verb. klein machen, herabsetzen. mhd. verkleinen, mnd. vorklenen, holl. verkleinen, wo es noch geläufig ist, während es im neue…

verkleinung

DWB

verkleinung , f. verkleinerung, herabsetzung. mhd. verkleinunge. nur in übertragener bedeutung nachgewiesen. im 16. jh. selten und bald durc…

zerkleinen

DWB

zerkleinen , verb. , fachausdruck des berg- ( und acker- ) baus, gleich zerstufen, zertrümmern, ' gestein zerkleinern, zerschlagen ': das ze…