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keiben

nhd. bis Dial. · 3 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
3 in 3 Wb.
Sprachstufen
2 von 16
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1

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

keiben

Bd. 11, Sp. 432
keiben , rixari, eine nebenform von keifen, die die strenghochdeutsche ist, aber vor dem mitteld. keifen nicht als allgemein hat aufkommen können; s. keib rixa, und keifen. mhd. kîben einmal bei Herman dem Damen MSH. 3, 163a, leseb. 851, 8, Bartsch liederd. 241, 4, aber der dichter ist ein Norddeutscher. ein oberrh. überkîben aus 15. oder 14. jh. bei Mone schausp. d. mitt. 2, 277. doch ist hohes alter nicht zu bezweifeln. 11) die form ist theils stark, theils schwach, wie bei nd. kîven und md. keifen. 1@aa) starkformig, wie treiben, bleiben, in folg.: fiengen da an und kieben sich umb mich. H. Staden e 3 (Marburg 1557); und kieben mit den beiden. das., also intr. und refl., wie zanken u. a. das zeugnis scheint aber dem mitteld. gebiet zuzufallen, wo im westen keiben auch auftritt, und weitere zeugnisse fehlen zur zeit; für ein altes starkes kîben spricht aber auch der ablaut in kibbeln und in der unter keib 3 wahrscheinlich gemachten nebenform kib neben kîb, vgl. hier c. 1@bb) schwachformig: du hast langest mit dem vatter kybet und gehaderet. Maaler 259b; an eben demselbigen hof fande er andere, die sich neideten und keibeten. Philander 2, 162 (1650 161. Tieck 15, 310); an den übrigen vorliegenden beispielen läszt sich stark oder schwach nicht erkennen. das wäre also ein kîben, das erst vom subst. kîp abgeleitet ist. 1@cc) nhd. kiben mit i, neben ei gleich mhd. î: es sind auch etliche weiber so unartig, das sie auch im beischlafen und ehlichem werk klagen, zanken und kiben. Fischart bei Scheible 10, 634, ehzuchtb. 1614 252. dasselbe ist noch westerw., nass. kiewen (neben keiwen) Schmidt 78. Kehrein 220. diesz aber mit dem kib unter keib 3 zusammengehalten spricht für ein mhd. kiben, sodasz urspr. drei formen neben einander bestanden hätten; es ist ebenso bei keifen. 22) die bedeutung. 2@aa) zanken, hadern, intr. und refl.: welche gern hadern und kyben, bei den solt kein kurzweil treiben. Wickram kunst zu trinken 1, B 1b; ein armer, der mit herren keibt. Kirchhof wendunm. 152a; groszen hochmuth theten sie treiben mit trotzen, keiben und schlan. wunderh. 2, 256, hessisch 16. jh.; was wöllen wir lang also stehen und uns so mit einander keiben, wer recht hat, dem wirds wol bleiben. Reinicke fuchs Frankf. 1583 178b, also aus dem westlichen Mitteldeutschland. aber auch bei Norddeutschen, so bei Dedekind aus Hannover: als denn wird sein mein rechte zeit ihn anzufallen und zu treibn, das er beginn mit gott zu keibn. miles christ. 3, 4, er hatte gewiss sein nordd. kîven im sinn, wie bei keib sp. 429 unten sein kîf, und setzte sie ins hochd. um; soll sich einjeder mit seinem nächsten vertragen .. warum knottern und keiben dann die prediger also? Schuppius 289 (Lucidor); dieses ding gieng nicht ohne knottern, zanken und keiben ab. 294. alem.: [] meim herren wird ichs nicht verschweigen, darumb will nit lang mit dir keiben. Tellenspiel Straszb. o. j. B 1a (weim. jahrb. 5, 57); mit worten kyben oder zanken. Maaler 259b. 2@bb) mit einschlusz von thätlichkeiten, handgemenge nach Maalers kyben contendere, digladiari, velitari, mit einem kempfen oder kyben, instituere sibi certamen cum aliquo; es wird in alter zeit auch von wettkampf und waffenstreit gebraucht sein, wie keib 1 sp. 430, vgl. u. keifen. Im 17. jh. scheint es der schriftsprache verloren, doch kennen noch Schottel 1343, Stieler 937, Frisch 1, 513c keiben als nebenform von keifen, der Schweizer Denzler gibt nur keiben. 2@cc) denn die alemannischen mundarten haben es noch heute, allgäuisch Schmeller 2, 275 als zanken und grollen (s. keib 2), vorarlb. (auch mürrisch sein) Fromm. 3, 301. 2, 567. 4, 330. 251, schwäb. kiben Schmid 268, schweiz. kiben, kyben grollen, schmollen Stalder 2, 98, chîben mit einem oder trans. einen, einem den marsch machen, 'jemand keifen' Tobler 101a, dieser trans. gebrauch wie bei keifen, s. dort 2, bairisch dagegen ist weder keiben noch keifen, auch das kîben (und merkwürdig köben) im Oberinnthal und im tirol. Lechthal Schöpf 309, Fromm. 6, 294 ist vielmehr alemannisch.
4059 Zeichen · 102 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    keiben

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    keiben , rixari, eine nebenform von keifen, die die strenghochdeutsche ist, aber vor dem mitteld. keifen nicht als allge…

  2. modern
    Dialekt
    Keiben

    Mecklenburgisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Wossidia Keiben Keiwen, Keimen, -ee- Pl. des seltenen Keiw, Keew f. Kiemen des Fisches, übertr. Kiefer, Kinnlade, -backe…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit keiben

40 Bildungen · 32 Erstglied · 5 Zweitglied · 3 Ableitungen

Zerlegung von keiben 2 Komponenten

kei+ben

keiben setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

keiben‑ als Erstglied (30 von 32)

Keibenbacken

MeckWB

keiben·backen

Wossidia Keibenbacken Keimen- Pl. Kinnbacken: an einer Zigarre, die schlecht zieht, kann 'n sick de Keimenbacken mör bi sugen (1885) Gü Güst…

Keibenbirbaum N

Idiotikon

Keibenbirbaum N. Band 4, Spalte 1244 Keibenbirbaum N. 4,1244

Keibenbläder

MeckWB

Wossidia Keibenbläder Pl. (1885) Gü Güstrow@Gülzow Gülz wie -bräd'.

Keibenbräd'

MeckWB

Wossidia Keibenbräd' Pl. Vatermörder, hoher leinener Stehkragen Ro; Ma Malchin@Brudersdorf Brud ; Schö Schönberg@Demern Dem ; Pfannenstiel m…

Keibenbräkers

MeckWB

Wossidia Keibenbräkers Pl. (1890) Wa; Wa Waren@Vipperow Vipp dass.

Keibenbüeble

ElsWB

Keibe n büeble n. schlauer Knabe Heidolsh. Dis is t e Keiwe n bue b od. e Keiwe n sbue b Z.

Keibendings

ElsWB

keiben·dings

Keibe n dings n. schwierige Sachen. Das is t e Keiwe n dings! Su. Dis is t K. K. Z.

keibenfleisch

DWB

keiben·fleisch

keibenfleisch , n. fleisch von einem aas, schweiz.; der rabe friszt keibenfleisch. Ruff Adam u. Heva 916 .

keibengraben

DWB

keiben·graben

keibengraben , m. keibengrube , f. schindergrube. vgl. Rochholz Schweizersagen 1, 259. 232 .

Keibengrueb

ElsWB

Keibe n grueb f. Schindanger Ruf. bis Bf. — Idiotikon Schweiz. 2, 694.

Keibengruft

ElsWB

keiben·gruft

Keibe n gruft [Khaiwəkrùft Str. ] f. eine arge Verlegenheit: dis is t e K.!

keibenhaut

DWB

keiben·haut

keibenhaut , f. haut von einem aas, als scheltwort bei Keisersberg : du keubenhut! bilg. 16 d , also gegenstand der thätigkeit des schinders…

Keibenhund

ElsWB

keiben·hund

Keibe n hund [Khaiwahùnt Heidolsh. ] m. unfolgsamer Hund. ‘Do isch e Gardemann halt gschwind dezue geloffe, der het die Kaiwehund recht mit …

keibenmäud'

MeckWB

Wossidia keibenmäud' müde vom Kauen: dat Pierd ward woll keibenmäud', œwer nich satt Wa Waren@Levenstorf Lev .

keibenschinder

DWB

keiben·schinder

keibenschinder , m. der keiben, aase schindet, 'schinder', kafiller: es seind .. die keibenschinder und die huorenwirt und straszräuber fröm…

Keibenstöters

MeckWB

Wossidia Keibenspeiken , Keibenspön , Keibenstipers , Keibenstöters , Keibenstütten Pl. wie -bräd' Ro; Schmidt Gad. 3, 255; Ma; Wa; Ro Rosto…

Keibensucht

ElsWB

keiben·sucht

Keibe n sucht f. 1. (ärgerl.) verwünschte Krankheit O. 2. übtr. Von einer öfter versagenden elektrischen Klingel: s is t e Keiwe n sucht mit…

keibenwerk

DWB

keiben·werk

keibenwerk , n. schelmenstücke: keibenwärk treiben, uti dolo, praestare officium nebulonis. Maaler 243 b . vgl. cheibazüg m. fluchwürdiges d…

Keibenwërch

Idiotikon

Keibenwërch Band 16, Spalte 1218 Keibenwërch 16,1218

keiben als Zweitglied (5 von 5)

bekeiben

RhWB

bek·eiben

be-keiben: einen (etwas) b., dass. Prüm , Malm , Schleid , Rheinb , Siegld .

Kinnkeiben

MeckWB

kinn·keiben

Wossidia Kinnkeiben -ee- Pl. f. Kinnbacken von Tieren Wa Waren@Penzlin Penzl .

verkeiben

ElsWB

verk·eiben

verkeibe n 1. verhunzen, verderben Liebsd. Su. Horbg. NBreis. Bf. Barr Ingw. 2. verleumden Co. 3. verschwenden Meis. — Idiotikon Schweiz. 3,…

zerkeiben

RhWB

zer·keiben

zer-keiben: sich z., sich gegenseitig ausschelten, zanken Allg.

Ableitungen von keiben (3 von 3)

bekeiben

RhWB

be-keiben: einen (etwas) b., dass. Prüm , Malm , Schleid , Rheinb , Siegld .

verkeiben

ElsWB

verkeibe n 1. verhunzen, verderben Liebsd. Su. Horbg. NBreis. Bf. Barr Ingw. 2. verleumden Co. 3. verschwenden Meis. — Idiotikon Schweiz. 3,…

zerkeiben

RhWB

zer-keiben: sich z., sich gegenseitig ausschelten, zanken Allg.