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gemein

mhd. bis spez. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

GWB
Anchors
21 in 14 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Goethe-Wörterbuch

gemein

Bd. 3, Sp. 1414
gemeinsubst auch Kleinschr (bes in Br). Mit knapp 800 Belegen recht häufig; zumeist im Sinne des Gewöhnlichen, Einfachen (Bed 4) verwendet, wobei negative Bewertungsmomente noch relativ zurücktreten (5, bes 5 b); andererseits bleibt die in älterer Zeit dominante Bedeutungsrichtung auf das Gemeinsame, die Gemeinschaft deutlich ausgeprägt (1).  1 gemeinsam, gemeinschaftlich   a zwei od mehreren, einer Gemeinschaft, der Allgemeinheit, auch: der Menschheit gehörig, zukommend, sie (gemeinsam, insgesamt) betreffend; auch ‘(jdm) g. sein (mit jdm)’  Hafis, mit dir, mit dir allein | Will ich wetteifern! Lust und Pein | Sei uns den Zwillingen g.! GWB6,39 Div Unbegrenzt 16  [aus Ital] Ich schreibe wenig. Fr. v. Stein hat noch etwas g-es [vgl an ChStein 13.1.87: ein Blat mit den Freunden zu theilen] GWBB8,135,27 Herder 13.1.87  [Stäfa] G-e Waschküche. | G-e Keltern GWB342,121,11f ReiseSchweiz 1797 Fasz 3  die g-e Trift GWB422,11,18 ErklärgsVersuchHomerstelle  [der fremde Richter:] wer läugnet es wohl, daß hoch sich das Herz ihm erhoben | .. Als man hörte vom Rechte der Menschen, das allen g. sei GWBHermDor VI 9 GWBN8,91 ZwKnoch Titel [für: commune] GWB45,11,15 RamNeffe idVbdg ‘das g-e Beste’, auch ‘das g-e Heil, Glück’  jetzo .. ist es Zeit, dem Werke aufzuhelfen, es zu schützen, Hindernisse aus dem Weg zu räumen .. und dadurch zu dem g-en Besten mitzuwirken GWB36,371,25 RedeEröffnBergbIlmenau 1784  Ein einziger Vorstand ist der Stadt | Zu schwach, ein zweiter auch ist Noth g-em Heil [πόλει] GWB412,41,22 Eurip,PhaethonVersuch GWB16,254 Maskenz 1818 Prol 104 ‘das g-e Wesen’: das Gemeinwesen, das allgemeine (kommunale, staatl) Ganze, die Öffentlichkeit, die Gesellschaft (vgl ‘Gemeinwesen’)  läst sich darthun, daß der Grund und Boden all unßrer Häußer, vor undencklichen Zeiten, Gott und dem g-en Wesen gehört hat DjG33,368,21 RAnw [7.5.73]  bei den Engländern vorzüglich bedeutend und schätzenswerth .. die Ausbildung so vieler derber tüchtiger Individuen, eines jeden nach seiner Weise; und zugleich gegen das Öffentliche, gegen das g-e Wesen GWBN4,96,9 FlH VI  gehört er [JDSchöpflin] .. als Autor dem g-en Wesen und als Redner der Menge GWB28,46,28 DuW 11  Wünschenswerth .. wenn man baldmöglichst dem g-en Wesen diesen Schatz [die Sammlung Wallraf] zueignete GWB341,77,10 KuARheinMain  Ein Reicher, dem g-en Wesen zur Nachricht GWB4,163 Titel GWBNatT 387 GWB48,142,25 Denkmale von Naturgegebenheiten, -phänomenen  Verändrung der Verschiednen Corollarum propriarum des Asters nach der Mitte des g-en Fruchtbodens GWBN13,160,5 Morph Plp LA I 3,502,28 Fl Plp mBez auf (erlebte) Zeit: ‘g. werden’ iSv eigen, zuteil werden  [Eos:] Manches Gute ward g. den Stunden GWBPand 1046   b in Wendung u Sentenz (auch inhaltl nuanciert)  α ‘etw g. (G-es) haben (mit)’: in etw, in best Beziehung übereinstimmen (mit); öfter negiert  Beides, Vorblatt und Auge, hat .. der Knoten einer Rebe mit allen andern Pflanzenknoten g. GWBB44,298,13 Riemer 28.8.28 [Beilage]  Mängel und Schicksale haben wir alle g., die Tugenden gehören jedem besonders GWB36,363,25 Trauerloge 1821  [Madame Sommer:] Er [der Mann] wird aus seiner Welt in die unsere herüber gezogen, mit der er im Grunde nichts g. [wenig g-es DjG35,97,35 Stella1] hat GWB11,168,2 Stella2 III GWBB4,193,1 Lavater 6.3.80 auch ‘g-e Sache machen (mit)’: zusammenarbeiten (mit) GWB251,250,18 Wj III 13  β ‘sich mit jdm g. machen’ negativ akzentuiert iSv sich mit jdm Niederen gleichstellen u dadurch selbst erniedrigen  [Jarno zu Wilh:] es ist mir .. unbegreiflich gewesen, wie Sie sich mit solchem Volke [Schauspieler] haben g. machen können GWB21,312,12 Lj III 11=GWB52,163,10 ThS V 10  γ in gnomischer Rede: ‘g. machen’ (absol) iSv mit den anderen, mit der Menge auf eine Stufe stellen, egalisieren, mit pejor Beiklang (in Berührung mit 5 a)  [Faust:] Ihm [dem Herrschenden] ist die Brust von hohem Willen voll, | Doch was er will, es darf’s kein Mensch ergründen. | .. So wird er stets der Allerhöchste sein, | Der Würdigste —, Genießen macht g. GWBFaust II 10259  δ idWdg ‘g. tun mit jdm’ iSv vertraut, intim  Sie [Männer in Frauenkleidung] .. thun g. und vertraut mit den Weibern als mit ihres gleichen GWB32,233,10 ItR RömKarn  ε ‘mit dem Feinde g. werden’ iSv ins Gefecht kommen GWB44,310,13 CellAnh IV 1 Karton Michelangelo   2 generell, auf alles bezogen  diesem und allem andern g-en Wiederspruch entgegensezzen DjG35,399,16 RAnw [7. 8.75]   3 allgemein verbreitet, üblich; auch in Gegenüberstellung zu ‘selten’  Tugenden sind zu jeder Zeit selten, Mängel g. GWBN3,134,24 FlH III  [Charlotte] wußte recht gut, daß nichts gefährlicher sei, als ein allzufreies Gespräch, das einen strafbaren oder halbstrafbaren Zustand als einen gewöhnlichen, g-en, ja löblichen behandelt GWB20,113,11 Wv I 10  die Zerschlagung der [Bauern-] Güter, die bey Euch etwas g-es ist GWBB7,13,3 Merck 13.2.85 GWBB14,154,22 MJacobi 16.8.99 K [für: commun] GWB45,93,12 RamNeffe bes in Vbdgn wie ‘g-e Meinung’, ‘g-e Sage, g-es Gerücht’, ‘g-er Ausdruck, Redegebrauch, g-es Sprichwort’  [Mahomet:] Alt | Ist das Orakel, die g-e [populaire] Sage, | Die einen gottgesandten Mann der Welt | Versprechen GWB9,299 Mahomet 529  [Amalia:] wenn die Vernunft, nach dem g-en deutschen Ausdruck, manchmal still stehen kann GWB18,283,24 GutWeiber  nach dem g-sten [> bekannten] Sprichwort GWBB49,397 Zelter 3.1.32 K GWB7,332,10 DivNot DjG33,396,19 RAnw [3.9.73] GWB37,133,4 ShakespTag   4 gewöhnlich, alltäglich, einfach (in Berührung mit 3)   a im konkr-gegenständl Bereich; auch im Bild  α  Ein g-es Wohnzimmer, an der Wand zwei Bilder, eines bürgerlichen Mannes und seiner Frau GWB18,3,3 Aufgeregten I 1 Regiebem  Ich habe einen Specht ausgestopft gesehen. Das ist kein g-er Vogel GWBB1,258,3 Herder [Frühlg/Som 71? Korr DjG 2,20]  Nicht jeder wandelt nur g-e Stege: | Du siehst, die Spinnen bauen luft’ge Wege GWB2, 224 Sprichw 25 [für: vulgar] GWB421,202,12 Carlyle,Schiller  β versch nuanciert in wiss Beschreibung: frei von Zutat, Beimengung; ohne Abänderung, ohne Spezifikation  ein Prisma von Flintglas .. ein Prisma von g-em Glase GWBN51,209,23 FarbenerschRefraktion 62  Stänglicher | G-er Thoneisenstein GWBN10,103,4 GebirgsartenBöhm  Brassica oleracea, g-er Kohl GWBN7,324 Versuche übWachstum dPfl GWBN8,275,5 VersGestTiere auf niederer Entwicklungsstufe befindl  Metamorphose, welche dergestalt sich veredlend vorschreitet, daß alles Stoffartige, Geringere, G-ere nach und nach zurückbleibt und .. das Höhere, Geistige, Bessere zur Erscheinung kommen läßt GWBN6,190,6 VerstäubgVerdunstgVertropfg physiogn iSv nicht markant ausgeformt  Thierschädel. | .. .. die [nachfolgend beschriebenen] Hirnschädel .. größer, stärker, abgesonderter .. Der Hund hat schon mehr Festes; zwar was G-es, Unbedeutendes — (ich spreche unrichtig; alles, auch das Alltäglichste, auch das Mittelmäßigste, ist so bedeutend, als das Ausgezeichnetste — aber die Bedeutung ist nicht so auffallend ..) GWB37,350,18 PhysiognFragm speziell in den Schriften u (schemat) Zeichnungen zur Farbenlehre: als niedere Stufe der Farbenharmonie; in der Skizze vom 14.11.98 (gemeinsam mit Schiller) u entspr in der danach angefertigten Farbtafel für den Gelb-Blau-Kontrast u die daraus entstehende Mischung; ebs später in FlD, wo auf das Fehlen des Steigerungsmoments hingewiesen wird  1) harmonisch fordernde [Farben]: .. 2) charakteristische: .. 3) g-e: Gelb — Blau .. g-er Kontrast .. g-e Mischung LA I 3,386,16 Fl Plp u LA II 3 Taf VIII ~ LA I 3 Taf XXIII  Charakteristische Zusammenstellungen. | .. Gelb und Blau. | .. die einfachste von solchen Zusammenstellungen. Man kann sagen, es sei zu wenig in ihr: denn da ihr jede Spur von Roth fehlt, so geht ihr zu viel von der Totalität ab. In diesem Sinne kann man sie arm und, da die beiden Pole auf ihrer niedrigsten Stufe stehn, g. nennen GWBN1,326,17 FlD 819 GWBN1,281,8 FlD 707 ~ GWBN52,187,10 FlD Plp allgemeiner für charakterist (freiere) Farbkombinationen (u deren subjektive Empfindung) GWBN1,335,14 FlD 847 LA I 3,281,18u25 Fl Plp im schemat Farbenkreis von 1809(?) mit Blau verbunden zugl in den weiteren Zshg ethisch-ästhetischer Eigenschaften u menschl Vorstellungsarten (hier zugeordnet der ‘Sinnlichkeit’) gestellt1) JbFDH 1964, Abb nach S432 Farbenkreis   b von Geschehnissen, Gegebenheiten, Zuständen des Lebens, der Erfahrungswelt  [scherzh Schauspieler-Improvisation] Ein jeder spannte seine Einbildungskraft an, aus den g-en Vorfällen, die solchen [Reise-] Gesellschaften zu begegnen pflegen, die merkwürdigsten und komischsten Situationen herauszuziehen GWB51,231,5 ThS III 8  sie [die Urphänomene] .. völlig geeignet sind, daß man stufenweise .. von ihnen herab bis zu dem g-sten Falle der täglichen Erfahrung niedersteigen kann GWBN1,72,22 FlD 175  Die Poesie die er [Lenz] in das G-ste zu legen wußte, setzte mich oft in Erstaunen GWB28,249,21 DuW 14 GWB411,164,4 Üb:Arnold,Pfingstmontag [1820] idVbdgn ‘g-es Leben, g-e Wirklichkeit’ uä, auch iSv wirklich, bürgerlich, praktisch  [in ‘Wallenstein’] Darstellung einer phantastischen Existenz, welche .. durch ihren nothwendigen Widerspruch mit der g-en Wirklichkeit des Lebens .. scheitert GWB40,63,24 Üb:Piccolom  das Theater tingirt den Schauspieler mit einem gewissen Glanz, der auch sogar im g-en Leben nicht ganz von ihnen [sic] wegschwindet GWB51,41,11 ThS I 12  ich habe .. niemand gekannt, dem es so geglükt wäre, seinen Geist .. über unzählige Gegenstände zu verbreiten, und doch die Thätigkeit für’s g-e Leben zu behalten AA74,10 Werth1 II ~ Werth2 GWBN3,119,12 FlH II iSv normal, nicht des Aufhebens wert  [iZshg mit der mühevollen Etablierung der JALZ] meine Lage .. die .. von niemand kann erkannt werden; denn alles was nur einigermaßen möglich ist, wird als etwas G-es angesehen GWBB16,377,5 Schiller 13.12.03 iSv unbedeutend, belanglos, gering  [Marquise zur Nichte:] Diese Nacht werden Sie eine sehr g-e [geringe GWB17,209,2 Gr Coph IV 4] Rolle zu spielen haben .. Dem Inhalte nach .. Sie haben eine halb stumme Liebhaberin vorzustellen GWB17,367 Var GWB37,273,8 FGA Sonnenfels bei Zeitbegriffen, bes ‘g-er Tag’  g-en Tages Schlechtniß GWB6,33 Div Beiname 9  [betr mögl Überschwemmungen] scheint der befürchtete Schaden auf ein g-es Jahr sich .. zu verringern A1,138,36 Promem [10.2./5.3.81] GWBB43,132,11 Zelter 27.10.27   c von Menschen(gruppen), ihren Eigenschaften, Äußerungen, Befindlichkeiten, Verhältnissen ua  α durchschnittlich, ohne herausragende, auszeichnende Qualitäten; auch iUz ‘außerordentlich’  [Carlos zu Clav:] Möge .. die Gewißheit des großen Gefühls über dich kommen, daß außerordentliche Menschen eben auch darin außerordentliche Menschen sind, weil ihre Pflichten von den Pflichten des g-en Menschen abgehen GWB11,104,4 Clav IV 1  Der g-ste Mensch wird hier [in Rom] zu etwas, wenigstens gewinnt er einen ungemeinen Begriff, wenn es auch nicht in sein Wesen übergehen kann GWB30,235,20 ItR ~ GWBB8,90,6 Herder uFr 13./16.12.86  Ein Fastnachtsspiel .. von Pater Brey .. Zur Lehr’, Nutz und Kurzweil g-er Christenheit GWB16,57 Titel  g-e, einzelne weibliche Vorzüge GWB37,224,2 FGA PolnJude GWB47,265,14 ÜbWahrh u Wahrscheinlichk dKunstwerke mit der Nuance ungebildet, ungelehrt  [Schnaps, wichtig:] Den guten unstudirten Leutchen, die man sonst den g-en Mann zu nennen pflegte .. Trägt man eine Sache besser durch Exempel, durch Gleichnisse vor GWB17,278,18 Bürggeneral 9 GWB28,70,6 DuW 11 von Kräften, Regungen, Verhaltensweisen, Zuständen; mehrf ‘g-er (Menschen-)Verstand, Sinn’ (einmal in bildhaftem Zshg)  [Phänomen der Gelb/Blau-Blindheit] eine Pforte .. um in das Allerheiligste der Farbenlehre zu dringen: ein Nadelöhr wozu es freylich schwer seyn möchte den passenden Faden zu finden. Denn weder das Schiffseil des g-en Verstandes, noch die transcendenten Spinneweben sind geschickt hier eingefädelt zu werden GWBB22,60,15 Brandis [7.3.11] K  was g-en Sinn empört, | Das ehren unbefangne Weisen GWB38,57 Ew Jude 79  Schauspielkunst | Schaden fürs Subjekt. | .. Exaltierte Sprache bei g-en Empfindungen GWB47,316,38 ÜbDilettantism Schema 1799 [G/Schiller]  im Namen der g-sten Höflichkeit GWB18,114,18 Unterhaltungen GWBN11,117,18 MuR(704) von geistigen Hervorbringungen, Leistungen  Die Gründe, die sie [die Tante] vorbrachte [gegen das Beharren auf Selbstbestimmung gegenüber dem Verlobten od Bräutigam], schienen ihr unwiderleglich, und waren es auch, weil sie ganz g. waren GWB22,294,13 Lj VI SchöneSeele  sey einfach in deiner ersten Predigt. Sag ihnen [der Gemeinde] das g-ste mit deiner Art, so hast du auch die GWBB3,80,23 Herder 5.7.76  Bringt ja selbst die g-ste Chronik nothwendig etwas von dem Geiste der Zeit mit, in der sie geschrieben wurde GWBB50,61,13 Ludw I vBayern 17.12.29 K GWBB21,195,24 Reinhard 21.2.10 ‘g-e Sprache’ für gewöhnl Verkehrs-, Alltagssprache  Da er dieses in g-er venezianischer Sprache sagte, so daß ich ihn wirklich kaum verstand GWB30,44,18 ItR GWB38,391,24 FGA Weisheit iSv profan, weltlich (iUz ‘heilig’, ‘Heiligtum’); auch übertr auf den ästhet Bereich  Stufe, Thor, Eingang, Vorhalle, der Raum zwischen .. dem Heiligen und G-en kann nur die Stelle sein, auf der wir uns mit unsern Freunden gewöhnlich aufhalten werden GWB47,5,10 PropylEinl GWBHermDor V 230 GWB341,246,3 ReiseSchweiz 1797 [G/Eckerm] ~ GWB342,194,2 Vorbereitg Ital 1795/96  β mit dem Nebensinn des Gesunden, Normalen, idVbdg ‘g-er (Menschen-) Verstand, Sinn’  [der Geistliche:] nichts erhält so sehr den g-en Verstand, als im allgemeinen Sinne mit vielen Menschen zu leben GWB22,241,24 Lj V 16 GWB45,190,17 RamNeffe Anm GWBN11,147,9 MuR(430)  γ in einschränkendem Sinn: ohne höheren Anspruch, ohne (künstlerisch-)geistige Erhebung, Substanz (auftretend), keinen höheren moralischen Bezug aufweisend; auch in Gegenüberstellung zu ‘höher, höchst, edel, bedeutend’ ua; gelegentl übergehend zu 5  [Lothario zu Wilh:] Lassen Sie uns .. nicht ein g-es Leben führen; lassen Sie uns zusammen auf eine würdige Weise thätig sein! GWB23,306,20 Lj VIII 10  Eben jenes Werk [Lavaters ‘Physiogn Fragmente’] zeigt uns zum Bedauern, wie ein so scharfsinniger Mann in der g-sten Erfahrung umhertappt GWB29,145,2 DuW 19  [Zuschauer:] Sollte der ungebildete Liebhaber nicht .. verlangen, daß ein Kunstwerk natürlich sei, um es nur auch auf eine natürliche, oft rohe und g-e Weise genießen zu können? GWB47,264,15 ÜbWahrh u Wahrscheinlichk dKunstwerke  Die Weisheit, womit dieser vortreffliche Künstler [Iffland] .. sich sowohl in’s Edle als in’s G-e, und immer kunstmäßig und schön, zu maskiren versteht GWB40,74,17 WeimHoftheat  Indessen schritt sein [Schillers] Geist gewaltig fort | In’s Ewige des Wahren, Guten, Schönen, | Und hinter ihm, in wesenlosem Scheine, | Lag, was uns alle bändigt, das G-e GWB16,166 EpilSchillersGlocke 32 GWB21,81,15 Lj I 14=GWB51,171,15 ThS II 7 GWB51,252,8 ThS III 10 GWB1,324 Vs 339 VenEpigr 72 [gleichgültigen Var] in allg (gnomischen), auch definitor Aussagen  Nach seinem Sinne leben ist g., | Der Edle strebt nach Ordnung und Gesetz GWB10,444,7 NatT Schema  Das Wirkliche ohne sittlichen Bezug nennen wir g. GWB48,184,17 MuR(60)  Das Zufällig-Wirkliche, an dem wir weder ein Gesetz der Natur noch der Freiheit für den Augenblick entdecken, nennen wir das G-e GWB422,119,15 MuR(103) GWB422,158,20 MuR(350) GWB28,65,13 DuW 11   5 mit negativen Nuancierungen   a schlecht, roh, niedrig, trivial, mittelmäßig uä; neben wertenden Charakterisierungen wie ‘roh, abgeschmackt, nichtswürdig, niederträchtig, unwürdig, platt, schal, leer’ u iGz ‘vortrefflich, edel, höher’ ua  α im konkr-gegenständl Bereich  [Herm:] sie tadelten stets an mir .. | Gar zu lang war mein Rock, zu grob das Tuch, und die Farbe | Gar zu g. GWBHermDor II 209  [Bildbeschreibung] Die bunte zigeunerhafte Gesellschaft, roh zugleich und phantastisch, seltsam und g. GWB24,355,14 Wj II 7 GWB17,58,7u9 TriumphEmpfindsamk V uö(vereinzelt)  β von Gegebenheiten, Geschehnissen, Zuständen  [Alba:] Das Glück ist eigensinnig, oft das G-e, das Nichtswürdige zu adeln und wohlüberlegte Thaten mit einem g-en Ausgang zu entehren GWB8,256,26u28 Egm IV  beginnt er [Wieland] .. einen Kampf gegen die g-e Wirklichkeit. Er lehnt sich auf gegen alles, was wir unter dem Wort Philisterei zu begreifen gewohnt sind .. GWB36,321,28 Zu brüderlAndenkWielands 1813 GWB24,255,20 Wj II 2  γ von Menschen, ihren Eigenschaften, Kräften, Verhaltensweisen, Hervorbringungen ua  Sein [des Schauspielers Pfefferkuchen] Wesen war so g. wie sein Name GWB51,165,6 ThS II 7  Das Widerliche dieser von den g-sten Steinhauern gepfuschten Mißbildungen [am Schloß des Prinzen Pallagonia] GWB31,111,19 ItR  Er [der Fürst] ist ein Mann von Verstande, aber von ganz g-em Verstande AA89,27 Werth II  sie [Gfin Brühl] fängt an sich gehn zu lassen .. sie kennt weder Maas noch Ziel und wird gelegentlich höchst g. und abgeschmackt GWBB7,237,24 ChStein 6.7.86 GWBN9,258,16 GeologProbl GWB22,250,17 Lj V 16 insbes von (künstlerisch-)geistigen Tätigkeiten, Leistungen iSv oberflächlich, platt, leer, nichtig  [iZshg mit den Anti-Xenien von Manso u Dyk] Es ist lustig zu sehen .. wie schal, leer und g. sie eine fremde Existenz ansehen GWBB11,276,19 Schiller 5.12.96  [betr Qualitätsunterschiede in der literar Kritik] die Gegensätze des g-en, platten, philisterhaften gegen das höhere, bessere sind und bleiben verflucht GWBB17,294 Jacobi [Ende Nov 03] K  lassen sie [künstlerische Talente] sich .. gleich wieder in die g-ste Pfuscherey hineinschleppen GWBB29,220,24 Zelter 28.6.18  Madame Böhme war eine gebildete Frau, welcher das Unbedeutende, Schwache und G-e [in der Literatur] widerstand GWB27,64,16 DuW 6 GWBB21,250,6 Meyer 27.4.10   b moralisch wertend: nichtswürdig, verächtlich, ordinär  [Dame üb Helena (u Paris):] Die Buhlerin! Das nenn’ ich doch g.! GWBFaust II 6525  [betr Berichte von Cottas ‘Allg Ztg’ üb die Weim Gesellschaft] Ekelhaft ist es .. wenn die g-sten Klatschereyen .. uns aus dem Brennspiegel einer Zeitung von Ulm her zurückgeworfen werden GWBB19,517 Cotta [24.12.06]  ein lombardischer Capitain von schrecklicher starker Gestalt und von g-en Redensarten [con parole molto villane] GWB44,233,26 Cell IV 8 GWB40,373,10 Üb:Bekenntn schönSeele uö(seltener)   c widrig, unerfreulich; nur subst (superl), neben ‘Abscheulichste, Häßlichste’  Dieses ist es, das Höchste, zu gleicher Zeit das G-ste; | Nun das Schönste, sogleich auch das Abscheulichste nun2) GWB1,341 Vs 117 WeissagBakis 30 GWB40,377,28 Üb:Bekenntn schönSeele   6 als Stand- u Rangkennzeichnung   a einer niederen, einfachen Klasse, Schicht zugehörig; bes ‘g-e Leute, g-es Volk’, auch ‘g-er Mann, Bürger, Bauer’ ua, vereinzelt subst (superl)  [Johann:] Die [Eitelkeit] taugt bei der Liebe nichts. Da sind wir g-en Leute weit glücklicher, wir kennen jenes Raffinement nicht GWB9,156,15 Wette 2  nützliche Bemerkung [in Wörterbüchern] .. daß .. ein oder das andere Wort von g-em und g-stem Volke, wohl auch nur von Kindern und Ammen gebraucht werde GWB411,148,8 Üb:Arnold,Pfingstmontag [1820]  Ballon [ital Pallone-Spiel] .. Das Publicum wettete und hatte große Freude. Und der g-ste hatte ein Wort mitzureden GWBT1,279,1 v 7.10.86 GWBB10,32,25 Voigt 10.10.92 GWB40,247,14 Üb:Grübel,Ged als Schauspielerfach  Madame Schmidt. G-e Frauen GWB341,233,21 ReiseSchweiz 1797 [G/Eckerm] ‘g-er Edelmann’: Angehöriger des Landadels GWB40,36,20 Üb:Piccolom negativ akzentuiert  [frühe Geschichte der Pyrmonter Quelle] auch G-es jeder Art versammelte sich hier: Marktschreier .. Spieler, Gauner .. Zigeuner GWB36,259,16 BiogrEinzh   b in der milit Rangordnung: ‘g-er Mann, Soldat, Reuter’ [für: soldat] GWB9,399 Tancred 849 GWBB30,66,16 Theaterkomm [2. Hälfte Okt 98] GWB40,20,9 EröffnWeimTheat uö(vereinzelt)   c in der geistl Hierarchie: ‘g-er Pfaffe’ GWB30,201,9 ItR Josef Mattausch J. M.
19387 Zeichen · 219 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    gemeinadj.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +6 Parallelbelege

    ge-mein adj. BMZ s. v. a. mein, falsch Halt.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gemein

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Gemein , -er, -ste, adj. et adv. welches eigentlich den Begriff der Menge ausdruckt, aber mit mancherley Einschränkungen…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    gemein

    Goethe-Wörterbuch

    gemein subst auch Kleinschr (bes in Br). Mit knapp 800 Belegen recht häufig; zumeist im Sinne des Gewöhnlichen, Einfache…

  4. modern
    Dialekt
    gemein

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    gemein [kmain Su. Co. Horbg. Dü. ; kəmèin M. ; kəmain Rapp. Bf. Str. ; kəmǽn K. Z. Han. Wörth W.; kmǽn Betschd. ; kəmán …

  5. Sprichwörter
    Gemein

    Wander (Sprichwörter)

    Gemein 1. Allzu gemein macht klein. – Kirchhofer, 234. 2. Allzu gemein macht veracht. – Henisch, 46, 51; Petri, I, 9; Sa…

  6. Spezial
    gemein

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    ge|mein adj. 1 general (-ai, -a) 2 (gewöhnlich) ordinar (-s, -a) 3 (allgemein, öffentlich) publich (-cs, -ca) 4 trivial …

Verweisungsnetz

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gemein

731 Bildungen · 716 Erstglied · 10 Zweitglied · 5 Ableitungen

Ableitung von gemein 3 Analysen

ge- + mein

gemein leitet sich vom Lemma mein ab mit Präfix ge-.

Alternativen: ge-+me+-in gemen+-in

Zerlegung von gemein 2 Komponenten

gem+ein

gemein setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

gemein‑ als Erstglied (30 von 716)

Gemein(d)e

SHW

Gemein(d)e Band 2, Spalte 1237-1238

Gemein(s)ringg

Idiotikon

Gemein(s)ringg Band 6, Spalte 1125 Gemein(s)ringg 6,1125

Gemein(s)rëcht

Idiotikon

Gemein(s)rëcht Band 6, Spalte 292 Gemein(s)rëcht 6,292

Gemein(s)rōd

Idiotikon

Gemein(s)rōd Band 6, Spalte 600 Gemein(s)rōd 6,600

Gemein(s)schlegel

Idiotikon

Gemein(s)schlegel Band 9, Spalte 265 Gemein(s)schlegel 9,265

Gemein(s)schluss

Idiotikon

Gemein(s)schluss Band 9, Spalte 743 Gemein(s)schluss 9,743

Gemein(s)steiⁿ

Idiotikon

Gemein(s)steiⁿ Band 11, Spalte 852 Gemein(s)steiⁿ 11,852

gemein als Zweitglied (10 von 10)

allgemein

DWB

all·gemein

allgemein , adv. universim: ir herren allgemein! fastn. sp. 497, 10; allgemein verbreitete meinung; das läszt sich nicht so allgemein behaup…

Allzu gemein

Wander

allzu·gemein

Allzu gemein 1. Allzu gemein macht dich klein. ( Darmstadt. ) Lat. : Contemtum parit nimia familiaritas. 2. Allzu gemein macht verachtet.

handgemein

DWB

hand·gemein

handgemein , adj. vereinte hände habend; selten von zwei durch handreichung vereinten liebenden: wehe dem jüngling, der mit einer dirne hand…

herzgemein

DWB

herz·gemein

herzgemein , adj. : wehe dem jüngling, der mit einer dirne handgemein wird, wenn er nicht herzgemein mit ihr zu werden in den umständen ist.…

insgemein

DWB

ins·gemein

insgemein , adv. , neben ingemein sp. 2114. 1 1) über eine ganze gemeinschaft reichend, zusammen, insgesamt, durchaus: was mir dann von dem …

reichsgemein

DRW

reich·s·gemein

reichsgemein, adj. im ganzen Reich (II) gültig nach dem tenor ... des ex comitiis imperii ehistens revidirt erwartenden reichs-gemeinen arti…

stadtgemein

DRW

stadt·gemein

stadtgemein, adj. einer Stadt (III) eigen, gehörend wuͤrden auch kirchen oder stadt-gemeine guͤtter boͤsslich eingenohmen, entfrembdet oder …

ungemein

DWB

ung·e·mein

ungemein , adj. adv. , gth. von gemein; vereinzelt infolge einer verdunkelung des sprachgefühls gleich gemein: kleiner geister ämsigkeiten s…

Ableitungen von gemein (5 von 5)

gemeine

DWB

gemeine , s. gemeinde und gemein.

ungemein

DWB

ungemein , adj. adv. , gth. von gemein; vereinzelt infolge einer verdunkelung des sprachgefühls gleich gemein: kleiner geister ämsigkeiten s…

ungemeine

Lexer

un-gemeine stf. BMZ s. v. a. ungemeinde Fragm. 22,195. Msh. 2,140 a .

ungemeinlich

DWB

ungemeinlich , adj. adv. , selten für ungemein. mnl. ongemeinlic. wie ungemein I 2 c Haltaus 1935 . wie u. II 1 a: des zaychen seind an etli…

urgemeine

DWB

urgemeine , f. , ursprüngliche gemeinschaft: irrig ist die lehre von der h. dreieinigkeit, dasz sie eine u. sei S. G. Lange historie v. d. g…